Eduard Schewardnadse 1928 – 2014 – Kurznachruf

Juli 7, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4637

am 7. Juli 2014

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Der letzte sowjetische Außenminister Eduard Schewardnadse, 1985 -1990, unter Michail Gorbatschow, einer der Väter der Deutschen Einheit, ist im Alter von 86 Jahren in seiner georgischen Heimat Tiflis gestorben.

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Schewardnadse verkörperte in der deutschen Öffentlichkeit einen wichtigen Sprecher der verjüngten alten UDSSR, der Breschnew, Andropov und zuletzt Tschernjenkow. Eduard Schewardnadse strahlte eine wünschenswerte Freundlichkeit und Verläßlichkeit aus, war von außerordentlicher Intelligenz und bildete mit Gorbatschow gemeinsam eine besondere Kommunikationseinheit mit Blick auf Glasnost und Perestrojka nach innen, und mit Blick auf die Nato, Europäische Union und das geteilte Deutschland nach Außen.

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Schewardnadse machte als Georgier, damit aus einer katholisch-christlichen Gesellschaft, als studierter Historiker, bereits seit 1948 unter Josip Stalin im Staatsapparat des Stalinismus und in der Kommunistischen Partei Karriere.

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Michelangelo in bemaltem Holz – Florenz

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Es ist ein Wunder, wie stalinistisch geprägte Begabungen, wie Gorbatschow (KGB-Chef), Schewardnadse oder der noch jüngere Wladimir Putin (KGB), im bereits fortgeschrittenen Alter geradezu revolutionäre Verantwortung ergriffen haben. Es gebührt diesen politischen Führern äußerster Respekt, angesichts der zahllosen Leichen, die sie nicht nur gesehen haben, wenn sie heute eben das persönliche Gepräge dieser Verwandlungen tragen, vom Reisswolf zum ironisch-galanten Postmodernisten. Das ist nicht so einfach: Yes we can – und kann dann nicht.
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Als Präsident der Kaukasusrepublik musste er 2003 nach der Rosenrevolution gegen sein korruptes Regime aus Familienclans zurücktreten. Zehntausende von Georgiern mit Rosen in den Händen führten damals seinen politischen Ziehsohn Michail Saakaschwili ins Amt, dessen Fall Schewardnadse zuletzt noch miterlebte und begrüßte. Trotz schwerer Krankheit meldete er sich bis zuletzt immer wieder zu Wort, wenn es um die Innenpolitik der in die EU und in die Nato strebenden Südkaukasusrepublik ging.

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Nach dem Zerfall der Sowjetunion und des Ostblocks 1991 ging Schewardnadse in seine Heimat – an die Staatsspitze in Tiflis. Im gerade unabhängig gewordenen Georgien herrschten Chaos, Armut und Bürgerkrieg. Doch Schewardnadse schaffte es nicht, die Kaukasusrepublik zu stabilisieren und auf Reformkurs zu bringen. In den elf Jahren seiner Präsidentschaft überlebte er drei Attentate. Es gehört immer Personalpolitik dazu, bei der begrenzten Auswahl von geeignetem Personal. Georgien hat es auch zukünftig seht schwer – sie sollten ihren Nachwuchs in Deutschland studieren lassen.

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Ich werde die Tageskommentare von Eduard Schewardnadse zur georgischen Regionalpolitik wie auch zur Weltpolitik sehr missen:

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„Der hohe Geist ist nicht der Freundschaft ferne …

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