Marshall Mc Luhan-Bullshit oder Tatsachen-Wahrheit für Helmut Kohl

November 19, 2014

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am Mittwoch, 19. November 2014

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Kein Mensch würde glauben oder es so meinen, wollte man behaupten: Ein Mensch (Gott) habe irgendwas volldeterminiert geändert – durch mutwillige Eigenmacht einen RUCK ausgelöst: Wenn Alt-Kanzler Dr. Helmut Kohl darauf hinweist, wie die DDR-Auflösung an der historischen Weltsekunde im Herbst 1989 geschehen sei, gibt er seiner Zeugenschaft davon – damals in zentraler Rolle als deutscher Bundeskanzler – Ausdruck.

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Wollte man nun von historischer Wahrheit oder von Fakten, Tatsachen, Seinsprozessen, Kausalitäten reden, ist zumindest auf einen gravierenden Vorstellungsmodus zu achten:

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Wer glaubt, „Wahrheit gibt es nicht“ – “Wahrheit wird durch Sprachregelung als Geschichtsfälschung als Wahrheit machtpolitisch an die Stelle wirklicher Geschehnisse gesetzt: Die Partei hat immer Recht: die stalinistische „Wahrheitspolitik“ – die wirklichen Zeugen mussten schweigen oder wurden beseitigt.

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Wir kennen es heute, wie an die Mc Luhan-Floskel „The Medium is the Message“ die Vorstellung geknüpft wird, man könne Tatsachenwissen einfach durch Wunschbehauptungen austauschen und damit gelingendes Leben veranstalten: Paul Feyerabends Limitierung: …is real in its consequences“.

Man kann nicht: Lügen haben kurze Beine.

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Dietmar Moews meint: So kommen wir heute mit Kohls Darstellung vom DDR-Zusammenbruch 1989 wegen „Staatspleite“ und nicht wegen oppositionellen „Straßendemos“ an einen Punkt, wo zumindest die wirklichen Geschehnisse und machtpolitischen Artikulationen und politischen Entscheidungen, in der Zeit auf den 9. November 1989 hin, zu wissen und zu gewichten sind.

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Man kann nicht einfach irgendwas behaupten, und an Stelle der wirklichen Geschichte setzen. Wer es nicht weiß, ist kindisch und muss Bullshit glauben.

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Was ging dem Mauerfall voraus? Welche Verdienste gebühren wem? Welche Verzerrungen werden von wem heute verbreitet und sind heute beachtlich?

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Am 4. August 1989 fand ein Gespräch mit bekannten Journalisten beim BND in Pullach statt. Frage war: Wie geht es mit dem Ostblock weiter? Die BND-Antworten lauteten: Alles ruhig, von Ungarn bis Polen keine Anzeichen von Aufruhr, die Staatsmacht habe die Kontrolle. Das war nicht einmal 100 Tage vor dem Mauerfall. Der BND wusste nichts.

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Im Jahr 1989 forderte Joschka Fischer als Fraktionsführer der Grünen im hessischen Landtag: „Wir sollten das Wiedervereinigungsgebot des Grundgesetzes aus der Verfassung streichen.“ Fischer war nur Epigone dieser Geisteshaltung. Einen Höhepunkt an mentaler Verstörung hatte schon drei Jahre vorher “Zeit“-Chefredakteur Theo Sommer zu Papier gebracht. Er war durch Honeckers DDR gereist und hatte eine zufriedene, teilweise sogar glückliche Bevölkerung wahrgenommen, die das Regime weitgehend akzeptierte.

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Im Sommer 1989, als der Flüchtlings-Tsunami aus der DDR täglich anschwoll, schrieb der gleiche Sommer: „Wer heute das Gerippe der deutschen Einheit aus dem Schrank holt, kann alle anderen nur in Angst und Schrecken versetzen.“ So viel zum damaligen geistigen Zustand mancher deutscher Intellektueller.

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Rudolf Augstein gehörte nicht zu ihnen.. Er war außer sich über die politische Blindheit eines großen Teils seiner „Spiegel“-Redakteure, besonders des Chefredakteurs Erich Böhme. Als jener am 30. Oktober 1989 im „Spiegel“ schrieb, „ich möchte nicht wiedervereinigt werden“, platzte Augstein der Kragen, und er setzte seinen Chefredakteur vor die Tür. Augstein selber schrieb: „Warum eine Mauer mitten durch Deutschland, wo doch alle Mauern bis zum Ural fallen sollen? Warum ein geteiltes Berlin, wo doch für Jerusalem trotz aller ethnischen und Annexionsprobleme gelten soll und gelten wird: Zweigeteilt? Niemals.“

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In jenen Monaten fand etwas Einmaliges zusammen. Die „heilige Dreifaltigkeit“, wie es ein „FAZ“-Mann nannte. Das Massenblatt „Bild“ im Sinne des verstorbenen Verlegers Axel Springer, die „Frankfurter Allgemeine“ als Sprachrohr der gebildeten Stände und der „Spiegel“, das deutsche Nachrichtenmagazin unter der geistigen Führung Rudolf Augsteins, trieben die Politik an. Mit Ausnahme Helmut Kohls und Willy Brandts – die beiden mussten nicht getrieben werden.

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Im Oktober 1989 liess sich dagegen das sozialdemokratische Schwergewicht Peter Glotz an einem Bezirksparteitag seiner Partei zum Satz hinreissen: „Der derzeitige Gebrauch des Wortes „Wiedervereinigung“ ist opportunistisch und widerwärtig.“

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Und so ging es damals die Medien rauf und runter. Hans-Jochen Vogel, SPD-Chef, betonte noch Ende 1989, nicht mit anderen als der SED-Führung zu sprechen und die vom Parteivorstand und der Bundestagsfraktion der SPD bekräftigte die Position, nämlich die Ablehnung des leichtfertigen und illusionären Wiedervereinigungsgeredes“; und – nochmals -SPD-Vordenker Glotz am 2. August 1989: „Bitte, zumindest in diesem Jahrhundert, keine Pläne mehr zu einem 4. Reich.“

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Der ARD-Weltspiegel-Chef Winfried Scharlau meinte am 9. November 1989, als die Nachricht kam: „Trabis, Trabis, sie fahren durch die Mauer.“ Jemand sagte: „Das ist die Einheit.“ Scharlau sackte zusammen: „Das lässt der Russe nicht zu, das gibt Krieg.“ Elf Monate später war die Wiedervereinigung vollzogen. Doch Scharlau, der falsche Prophet, moderierte noch zehn weitere Jahre den „Weltspiegel“, als Experte der internationalen Politik.

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In der SPD wurde deutlich: Die Partei und ihr Ehrenvorsitzender, der grosse Willy Brandt (Hans-Hermann Tiedje), standen kurz vor dem Bruch. Brandt verbrachte mehr Zeit mit Helmut Kohl als mit Oskar Lafontaine. Die Brandtsche Ostpolitik wurde zum frühen Baustein der Einheit erklärt oder verklärt. Nur wenige hatten das sichere Gespür Brandts erkannt, Klaus von Dohnanyi gehörte dazu, Henning Voscherau, und auch Helmut Schmidt stand nicht abseits. Aber auf den zu hören, schämten sich zu jener Zeit leider viele Genossen.

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Zur Erinnerung Oskar Lafontaine über die Idee eines wiedervereinigten Deutschland in der Nato an einem Parteitag kurz vor Weihnachten 1989: „Welch ein historischer Schwachsinn!“

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Zu jener Zeit hatte Willy Brandt gegenüber dem Sender Freies Berlin (SFB) längst erklärt: „Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört.“

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Brandt lieferte den Slogan zum Umbruch und Aufbruch, nicht etwa die Rock-“Scorpions“ mit ihrem „Wind of Change“. Dieser Song entstand erst ein Jahr später. Da war die DDR schon Geschichte.

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Der frühere BILD-Chefredakteur Hans-Hermann Tiedje erinnert sich an die Wendezeit: „Ich verbrachte viel Zeit mit Dieter Gütt, damals „Stern“-Chefredaktion, davor mächtiger ARD-Chefredakteur und „Tagesthemen“-Erfinder. Gütt hasste (wahrscheinlich zu Recht) seinen Vater, den Eugeniker Arthur Gütt, Begründer des Nazi-Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses. Dieter Gütt, der so stark wirkte, war voller Besorgnis angesichts der heraufziehenden Wiedervereinigung. Ein größeres Deutschland? Nein, das wollte er nicht miterleben. Am 24. Januar 1990 beging er Selbstmord. So erlebte er nicht mehr mit, wie aus zwei Staaten in Deutschland ein deutscher Staat wurde. So musste er sich auch nicht fragen, was für ein ideologischen Kokolores er verbreitet hatte. Von all denen, hat sich übrigens nur einer entschuldigt: Erich Böhme. Die anderen hoffen bis heute auf Vergessen.“ (nach „Neue Zürcher Zeitung Nr. 259, vom 7. November 2014, Seite 21, Hans-Hermann Tiedje)

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Dietmar Moews meint: Die Sekunde der Weltgeschichte, in der die Begabung von dem damaligen Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl (CDU), ermöglichte, den Zehnpunkte-Plan per Polenreise-Unterbrechung zur Rede in Dresden durchzubilden und dort in Echtzeit zu sagen, was ihm aus der stimulierten Dresdner Versammlung vor dem Georgentor an der Augustusbrücke an Sonorität zuraunte, das war ein großes Glück für die Deutschen. Und es erforderte die Urteilskraft und die Schaffenskraft von Kohl ganz persönlich, die wesentlich wurden.

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Wer jetzt anderes glaubt, mag das tun. Aber die Seinsbindung von Pharisäern der neuen SPD und den in Kohls Richtung weisenden Urteilen von Schalck-Golodowski bis Micha Wolf, von Gorbatschow bis Bush, spricht eine deutliche Sprache:

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https://www.youtube.com/watch?v=rCMw2YviXMA

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Ich erinnere nur an die Tondokumente auf CD vom Deutschlandfunk von Wort-, Reden- und Meinungsbeiträgen der wichtigsten offiziösen DDR-Nomenklatura und an den Mecklenburger Kommunisten Bernhard Quandt, der drohte ,anlässlich der Rückgabe der Dienstwaffe an den Vorsitzenden persönlich, die Exekution zu fordern:

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Todesstrafe für die Verräter der SED-Staatsführung, den lebenslangen aufrechten Kampf durch Lügen und Misswirtschaft verloren gegeben zu haben – dann brach der an die 90 Jahre alte Quandt in Tränen heulend zusammen.

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„In Gaza ist die Not riesig, doch es bewegt sich nichts“

November 7, 2014

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am Freitag, 7. November 2014

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Titel NZZ, 5. November 2014

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Am Mittwoch, 5. November 2014 titelte die Neue Zürcher Zeitung mit einem Farbphoto und der Bildunterschrift:

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In Gaza ist die Not riesig, doch es bewegt sich nichts“. „In Gaza gibt es keine Zukunft“, sagte der Palästinenser Hamdan Bardas. Der Arbeiter einer Zementfabrik hat seinen Job verloren, da die israelische Armee das Fabrikgelände in Trümmer gelegt hat. Zwei Monate nach dem Krieg ist der Gazastreifen immer noch gelähmt. Es fehlt an allem – vor allem auch an politischem Druck auf Israel, die Blockade aufzuheben.

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Der im Juli gewählte neue israelische Staatspräsident (Staatsoberhaupt), Re’uven Rivlin, Nachfolger des Milizionärs Peres, hat nun erklärt, er träte für die „Ein-Staaten-Lösung“ ein. Welch eine absurde Geste! Als sei die Zukunft Palästinas eine Entscheidung, die Israel über die Köpfe Palästinas hinweg zu bestimmen hätte: Es ist völkerrechtswidrige Kriegs- und Massakerpolitik.

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Der Herr Rivlin verbindet mit seinem Ein-Staat-Palästina-Konzept aber konkrete politische Werte, die für alle generell wünschenswert sein müssten, außer für die ultrarechte Siedlerpartei „Jüdisches Heim“.

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Die Siedlungs-Okkupanten „verfluchen den Tag, an dem dieser Mann in dieses Amt gewählt worden ist“ (laut „neues deutschland“ vom 5. November 2014, in einem Siedler-Blog). Die Siedlerpartei-Leute wollen nicht: „Einen Staat, der auf Toleranz und Gleichheit aufgebaut ist, in dem alle Menschen, Juden und Araber gleichberechtigte Bürger sind“, wie es Rivlin möchte: „jeder Mensch muss das Recht besitzen, nach den Regeln der Toleranz so zu leben, wie es seinen Vorstellungen entspricht.“

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Palästinas Präsident Mahmud Abbas bezeichnet Rivlin als seinen Partner: „Ich glaube nicht, dass seine Ein-Staaten-Lösung umsetzbar ist; für die Palästinenser müssen alle Siedlungen geräumt werden … ich glaube auch, dass wir auf der Grundlage von Toleranz einen echten Frieden erreichen können.“

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Dietmar Moews meint: Welche kranke Massaker-Demokratie, die der winzigen Siedlerpartei die Rolle des Teufels zuschreibt – während Netanjahu so tut, als müsse er „siedeln“, weil sonst seine Regierungskoalition zerbräche.

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Die Wahrheit ist, der Massakerstaat muss aufhören, Massaker zu veranstalten. Wenn Netanjahu das nicht kann, muss er vor die Tür der Knesset gesetzt werden. Gerade hat der Massakerstaat erneut alle Grenzen zu Gaza abgeriegelt.

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Wieso redet der deutsche Alt-Außenminister Joschka Fischer von Waffenlieferungen nach Erbil aus Notstand der Kurden, dem Bombenkrieg gegen Serbien und Kosovo? Wenn er die Kinder von Gaza nicht im Notstand erkennen kann?

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Massakermenschen

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