Walter Spies Malerei Auktionshaus Schloss Ahlden 8. Mai 2022

April 27, 2022

Lichtgeschwindigkeit 10418

am Donnerstag, den 28. April 2022

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Eine große farbige Zeitungsannonce in DIE WELT lenkt unsere Aufmerksamkeit auf einen ganz ungewöhnlichen Geheimtipp, den deutschen Maler in Bali Walter Spies – den die Kulturindustrie bisher völlig verschweigt. Ziemlich verwegen wirkt der jetzt aufgerufene Versteigerungspreis für dieses äußerst rare Werk (Spies selber bezeichnete es als „Vorstudie“) in Höhe von EURO 300.000/500.000.-

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KUNSTAUKTIONSHAUS SCHLOSS AHLDEN

29693 Ahlden/Aller

http://www.schloss-ahlden.de

Auktion Nr.184
7./8./13./14. Mai

Gemälde Lot-Nr. 1942 mit der Katalog-Nr 718 „Carmen mit Orchestergraben“ ca. 1919 um 1920 in Berlin gemalt.

von Walter Spies (1895 Moskau – 1942 westlich von Nias im Indischen Ozean)

Das Gemälde fand im Dunstkreis des europäischen Expressionismus bis 1920 statt; es hat mit den viel eigenständigeren legendären gediegenen Gemälden Spies‘ bis 1942 in Bali wenig zu tun

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Aus <Schönheit und Reichtum des Lebens WALTER SPIES (Maler und Musiker auf Bali 1895-1942) von HANS RHODIUS>:

„…Der vierundzwanzigjährige Walter Spies, schrieb an seinen Vater – er wollte seine noch wackelige Berufswahl als Maler durchsetzen – im Jahr 1919 aus Dresden nach Berlin: „… Meine ersten Zeichnungen waren immer schon von irgend etwas beeinflusst, ich konnte für mein Alter viel zu gut zeichnen, und die Phantasie, die man sonst bei Kindern findet, konnte deshalb nicht frei wirken. Ich zeichnete doch immer nur Tiere, und diese nicht einmal „aus dem Kopf“, sondern ich zeichnete sie meist ab. Und dies wird auch der größte Fehler gewesen sein! auch hatte man mir einen bestimmten „Geschmack“ beigebracht, das schlimmste, was einem passieren konnte. Und jetzt merke ich es ganz besonders, wie an mir dies alles haftet und wieviel Mühe es kostet, es zu überwinden.// Ich möchte absolut werden in allem. Es ist ein Blödsinn, von „Geschmack“, von „Schönheit“ zu reden, es sind dies alles enge Rahmen, die sich eine bestimmte Künstlergruppe setzt, es steht dann einfach der eine unter dem Einfluss eines anderen. Wenn einer von den Stärkeren etwas „schön“ findet, so quatschen es die Schwächeren ihm nach, und alles, was darüber hinausgeht, wird als hässlich proklamiert. Der Begriff „Schönheit“ soll für jeden einzelnen subjektiv sein. Man kann überhaupt nicht von Kunst objektiv reden. Wenn ein Kritiker über ein Kunstwerk redet, so redet er ausschließlich über sich selber, über seinen „Geschmack“, aber ganz und gar nicht über das Kunstwerk. // Jetzt vom „Können“! stell Dir vor, Papa, wie doch die Phantasie in Schranken gehalten wird von diesem verfluchten „Können“. Es ist wie eine Rinne, wie ein Flussbett, in das sich die Phantasie von vornherein ergiesst, und deshalb ist sie immer nur darauf angewiesen, eine bestimmte Richtung einzuschlagen, eine von diesem „Können“ bestimmte. Wenn dieses nicht wäre, wie frei könnte die Phantasie dann in alle Richtungen schalten und walten, ohne Rahmen, grenzenlos! Wieviele Möglichkeiten sind einem doch dadurch genommen, dass man „kann“! Zum Donnerwetter, das ist und ist nicht das „Können“, was zu schätzen ist. Was habe ich davon, wenn ich nach jahrelangem Studium es dahin bringe, ganz fabelhaft geschickt zu zeichnen?! Ich bin fest davon überzeugt, dass es beinah ein jeder durch Fleiss erreichen kann, ebenso wie das Klavierspiel bis zur Virtuosität bringen, oder lernen, Fugen zu schreiben, siebenstimmig nach vorwärts und rückwärts! Es ist dies alles einfach Kunststück! Feuerwerk! Darin steckt doch nicht die Individualität, die Seele des Künstlers, die doch ganz allein uns interessiert! Nicht, „wie geschickt“ es ein Künstler bringt, sondern „wie es empfunden“, wie „individuell dargestellt“, wie „anders als die anderen“! Wenn man naturgetreu etwas „kopiert“, so ist das nichts als „Können“, das ist Handwerk.// Man sagt von neueren Kunstrichtungen, dass sie gewollt, gesucht sind, aber gerade darin drückt sich doch am meisten die Persönlichkeit des Künstlers aus. Stell Dir vor, dass alle Künstler von nun an nur blödes dadaistisches Zeug zusammenschreiben und malen würden. Wie herrlich interessant wäre es zu beobachten, wie es ein jeder einzelne machen würde, wie sofort die verschiedenen Persönlichkeiten zu sehen sein würden! Das freieste absolute Schaffen wäre da! Ohne solche Rahmen wie „Sinn“, „Logik“! Das sind doch auch alles Rinnen, Flussbetten. Der Dadaismus ist das einzige, was noch Existenzberechtigung hat, denn es ist das Blödeste vom Blöden und deshalb das einzige Vernünftige in der Kunst! Dies wird Dir paradox erscheinen, es ist aber wirklich so, war und wird es sein.“

Um noch mehr Farbe und Raum zu dieser ungeklärten Mischung aus Individualität und Persönlichkeit zu geben, noch aus dem selben Brief:

„…wieso … wie ein Humperdinck es ihm vormacht?? Durch die Übungen, die er jetzt allein treibt, hat er sicher doppelt soviel gelernt wie im Laufe seines ganzen bisherigen Studiums. Wir haben zusammen eine sehr interessante Methode erdacht, um Kompositionsübungen zu machen! Wir pfeifen zweistimmige Symphonien. Es ist furchtbar interessant, wie man sich fortwährend gegenseitig beeinflusst, d. h. man arbeitet gemeinsam an einer Sache, die eigentlich keinem von uns ganz eigen ist; als Übung für Stimm- und Melodieführung ganz großartig. Man kommt auf die verrücktesten Einfälle. Schade, dass wir nur zu zweien dabei sind! // Wieder von der Malerei ein bisschen. Gucke Dir nur von diesem absoluten Standpunkt aus die expressionistischen Bilder an. Es sind nur zwei Künstler unter den Modernen, die wirklich absolut sind! Jeder in seiner Art natürlich. Es sind dies: Paul Klee und Marc Chagall. Die blödsinnigste Phantasie und krasse Prosa von Marc Chagall. Und die tiefe, tiefe Philosophie und feinste, zarteste Poesie von Klee. Beide haben das „Können“ überwunden. Was für eine Reinheit und Naivität der Empfindung der beiden! Die sind eigentlich die zwei einzigen Wege, die die Kunst jetzt einschlagen kann – der dritte natürlich der, den man selbst zu finden hat. Und ich glaube, dass ich ihn schon gefunden habe oder wenigstens nahe daran bin. Ich will auch „absolut“ werden in Form und Linie! All die Bilder, die ich jetzt hier gemacht habe, sind Vorstudien dafür, in ihnen sieht man die letzten Reste der mir als Kind schon eingeimpften Vorurteile, wie Geschmack und Harmonie der Farben. Ich glaube, dass ich jetzt eine Krisis durchmache. Entweder wird es überhaupt nichts, oder es wird was sehr, sehr Herrliches! Hoffentlich geht alles gut, wenn nicht, so werfe ich die Kunst ganz und gehe irgendwohin aufs Land als Arbeiter. Es ist auch schön, überhaupt ist alles auf der Welt himmlisch!… Genug des Blödsinns, der viel zu wenig Blödsinn ist, es wird ja doch nicht dazu kommen! Vielleicht „leider“! Die Kunst muss und wird mit der Zeit ganz abgeschafft werden. …“

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Das ist ein Briefzeugnis des jungen Walter Spies an seinen Vater von 1920, der als Multitalent in allen Spielarten lebte und der auch Malerei, neben dem Musizieren, als seine Angelegenheit verstand. Hierher gehört das jetzt für die Auktion am 8. Mai 2022 angekündigte Bild mit „Carmen auf der Bühne“.

Bildbeschreibung „Carmen/1919“ von Walter Spies im Katalog zur 184. Kunstauktion in SCHLOSS AHLDEN 2022: „…Umrahmt von einem langen, zur Seite gezogenen, roten Vorhang gibt der Künstler im Stil des Magischen Realismus eine vielfigurige Szene wieder. Aus einer teilw. extremen Aufsichtperspektive wird im Vordergrund ein Orchestergraben mit einem musizierenden, klassischen Orchester dargestellt, während auf der Bühne simultan eine Tänzerin als „Carmen“ auftritt. Dieselbe erscheint überdies parallel als Aktfigur beim Umziehen hinter einem transparenten Paravent und ihr Gesäß erscheint im Spiegel ihres Schminktisches. Wäre dies noch nicht surrealistisch genug, so setzt Spies in diesem Bild zusätzlich starke, räumliche, perspektivische Verzerrungseffekte ein, wodurch die eigentlich sitzenden Musiker zum unteren Bildrand hin für den Betrachter beinahe zu liegen scheinen. Die dargestellte „Carmen“-Figur dürfte durch die Darstellung der „Carmen“ durch Pola Negri als Femme fatale im berühmten, im Dezember 1918 in Berlin uraufgeführten Film von Ernst Lubitsch inspiriert sein, die darin ein vergleichbares Kostüm trug. Entstanden um 1920, markiert das bedeutende Gemälde – eines der frühesten bekannten im Oeuvre des Künstlers – einen Beginn und Wendepunkt in dessen höchst außergewöhnlichem, bewegtem und abenteuerlichem Leben.

Dies führte ihn als Maler, Bühnenbildner, Musiker, Komponist und Fotograf von Russland über Deutschland bis nach Java und Bali. Spies, als Sohn eines deutschen Großkaufmanns und Vizekonsuls in Moskau geboren, wuchs zunächst in Russland auf, wo Gorki und Rachmaninow zu den Gästen der elterlichen Soireen gehörten. Hochbegabt, verarbeitete er bereits als Kind in synästhetischer Weise Klänge in Kunst. In Dresden ging er ab ca. 1905 auf das elitäre Vitzthum-Gymnasium. Künstlerisch beeindruckten ihn als Primaner außer den Werken von Henri Rousseau, die er in der Sammlung Schtschukin in Moskau sah, die Maler der Künstlergruppe „Brücke“ und des „Blauen Reiters“. 1919 fand er in Dresden Anschluss an den Künstlerkreis um Emil Nolde, Max Pechstein, George Grosz, Oskar Kokoschka, die Dresdener Sezession „Gruppe 1919“ und nicht zuletzt Otto Dix, der ihn – wie er selbst später schrieb – sehr „anspornt und ermutigt“. Neben Marc Chagall wird Paul Klee in dieserzeit einer der Leitsterne seiner Arbeit. Doch malte Spies laut eigener Auskunft „nie viel, nicht mehr drei, vier Bilder im Jahr ich hatte seit jeher immer tausend andere Interessen“ (Zit. Spies). Noch in Dresden reüssierte Spies mit Bühnenbildern für Hansums „Spiel des Lebens“ am Schauspielhaus. Im Frühjahr 1920 lernte Spies den Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau kennen, zu dem sich eine Liebesbeziehung entspann.

Im Winter 1920 siedelte Spies nach Berlin über; Im April 1921 zog Spies in Murnaus luxuriöse Villa in Grunewald, dessen Wände er fantasievoll mit Jagdszenen im Stil persischer Miniaturen ausmalte – eine bekannte Fotografie zeigt Murnau am Schreibtisch vor diesen Wandbildern. 1922 stellte Murnau den Filmklassiker „Nosferatu“ fertig, an dem auch Spies als Assistent beteiligt war. Im Gegenzug sollte Murnaus effektvolle Lichttechnik auch dessen Malstil entscheidend beeinflussen. Spies eigene künstlerische Karriere verzeichnete in jener Zeit erste Ausstellungserfolge. Im März/April 1923 beteiligte er sich erfolgreich mit 11 Gemälden an der Jahresausstellung des Hollandschen Kunstenaars Kring im Stedelijk Museum in Amsterdam. Hierzu gehörte auch das Bild „Baschkirischer Hirte“, welches er Géla Forster (Ehefrau Alexander Archipenkos) verkauft hatte. Die „Novembergruppe“ zählte Spies zu den ihrigen, 1924 und 1926 stellte Spies drei Werke in deren Abteilung auf der Großen Berliner Kunstausstellung aus; 1925 nahm ihn Franz Roh mit vier Gemälden in sein Buch „Nachexpressionismus. Magischer Realismus (…)“ auf.

Zuvor hatte Spies bereits Deutschland verlassen – auf der Suche nach Freiheit und Glück. 1923 heuerte Spies als Matrose auf einem Dampfschiff in Richtung Niederländisch-Indien an, wo er im Oktober die Hauptstadt Batavia (Jakarta) auf Java erreichte. Dort bestritt er seinen Lebensunterhalt vornehmlich als Musiker, ab 1924 am Hof des Sultans von Yogyakarta. 1927 fand der Maler sein persönliches Paradies auf Bali, das er zugleich in fantasievolle Bilder umsetzte. Zusammen mit dem niederländischen Maler Rudolf Bonnet reformierte Spies die balinesische Malerei und gründete die Künstlerorganisation Pita Maha, die sich für indonesische Künstler einsetzte. Sein Haus wurde zum Treffpunkt der internationalen Prominenz: Charlie Chaplin gibt bei Spies das Gemälde „Rehjagd“ in Auftrag, Vicki Baum schrieb dort ihren Bestseller „Liebe und Tod auf Bali“; er zog Barbara Hutton, die damals reichste Frau der Welt, Ethnologen und Komponisten, Filmer, Forscher, Aristokraten und Neureiche, die sich zunehmend für seine Bilder interessieren, auf die Insel. Ab 1935 kippte das Schicksal für Spies – er erlebte zunehmend Anfeindungen als Homosexueller, Silvester 1938 nahm man ihn wegen „unmoralischen Verhaltens“ für acht Monate in Gewahrsam; im Januar 1942 starb er schließlich mit über 400 anderen deutschen Internierten auf einem Frachtschiff nach einem japanischen Angriff. „

Das Bild in der 2022er Versteigerung ist Öl/Papier, auf Karton kaschiert, 58 cm x 47 cm, Rahmen. Provenienz: Geschenk des Künstlers an Friedrich Wilhelm Murnau (1881-1931) in der Zeit 1920-1923; in Erbfolge innerhalb der Familie Murnau an die heutigen Besitzer. Ausstellungen: 2012-2018 Hamburger Kunsthalle; 2018 Hamburger Bahnhof, Berlin. Lit./Ausstellungskatalog: „Hello World – Revision einer Sammlung“, Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin, Hrsg. Udo Kittelmann u. Gabriele Knapstein, München, Hirmer, 2018, S. 402, Abb. S. 21, 108 (Nr. 17).

Allgemeine Lit.: Hans Rhodius: „Walter Spies (…)“, Den Haag, 1964; Michael Schindhelm: „Walter Spies. Ein exotisches Leben“, München, 2018; Klaus Huneke: „Géla Forster-Walter Forster – lieben ohne zu fordern“, Norderstedt, 2020. Oil on paper, laid down on cardboard. 58 cm x 47 cm. € 300.000,–/€ 500.000,–

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Dietmar Moews meint: Erst vor wenigen Jahren habe ich vom deutschen Künstler Walter Spies gehört, zu dem ein Biograf seinen Erguss in der Kölner Galerie Smend vorgestellt hatte. Ich habe mir die verfügbare Literatur besorgt und bin sehr von Spies‘ Lebenswerk angetan und überzeugt.

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Die Auktion 184 in dem Schloss Ahlden bringt nur ein Gemälde von Walter Spies, ein Armformat in seinem vor-indonesischem Malerei- und Bilderstil.

Der Startpreis von EURO 300.000/500.000 erscheint mir astronomisch. Seis drum – man wird es sehen: 7. und 8. Mai 2022.

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INDONESIENS erstaunliches Wahlergebnis 800 tote Wahlhelfer Präsident WIDODO wiedergewählt

Mai 22, 2019

Lichtgeschwindigkeit 9228

am Donnerstag, den 23. Mai 2019

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Ja – zweifellos beachtlich – in diesen Weltengegenden leben die wunderbaren Gottesbeweise, die ORANG UTANS. So ein Tier ist ein Wunder. Im Kölner Zoo kann man wenigen dieser Individuen in die augenschauen.

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Heute am 22. Mai 2019 kam als letzte Nachricht aus Indonesien. Unmittelbar nach der Bekanntgabe des eindeutigen Wahlsieges des bisherigen Führers Joko Widodo, in Jakarta, sind durch einen Anschlag, ausgehend vom Wahlverlierer, Gewalttaten und zuletzt acht weitere Todesopfer gemeldet worden.

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DLF.de am 22. Mai 2019 nach dpa und AP:

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„… Bei den Protesten gegen die Wiederwahl von Indonesiens Präsident Joko Widodo gab es Tote und Verletzte.

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Nach den gewaltsamen Protesten in Indonesien hat die Regierung den Zugang zu sozialen Netzwerken eingeschränkt.

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Es gelte zu verhindern, dass sich dort Falschnachrichten verbreiteten, erklärte Sicherheitsminister Woranto in Jakarta. Er warf den Anhängern des unterlegenen Kandidaten Subianto vor, Chaos zu schaffen und Hass gegen die Regierung zu verbreiten. Bei den Unruhen nach der Wiederwahl von Präsident Widodo waren mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen, etwa 200 wurden verletzt. Es gab mindestens 60 Festnahmen. Die Demonstranten waren vor das Gebäude der Wahlkommission gezogen und hatten dort Steine auf Polizisten geworfen und Autos in Brand gesetzt. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein, in unbestätigten Berichten ist auch von Gummigeschossen die Rede. Ein Sprecher der Polizei wies Berichte zurück, wonach scharfe Munition eingesetzt worden sei.

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Die Wahlkommission hatte das Ergebnis aus Furcht vor Protesten und Unruhen gestern ohne vorherige Ankündigung bekannt gegeben. Danach entfielen auf Widodo 55,5 Prozent der Stimmen. Subianto kam auf 44,4 Prozent der Stimmen. Subianto war schon 2014 gegen Widodo angetreten und hatte auch damals verloren. Der nationalistische Ex-General zweifelt das Wahlergebnis an und kündigte an, juristische Schritte einzuleiten. Medienberichten zufolge will er vor dem Verfassungsgericht Beschwerde einlegen. Sein Lager sprach von „massivem und systematischem Betrug“. Die Wahlkommission wies die Vorwürfe zurück.

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Tausende Soldaten wurden nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses in Jakarta eingesetzt. Schwer bewaffnete Truppen bewachten das mit Stacheldraht gesicherte Büro der Wahlkommission. Viele Einwohner Jakartas hatten die Stadt sicherheitshalber verlassen, wie Agenturen berichten. Etliche Straßen im Zentrum wurden gesperrt. Subianto hatte vor Massenprotesten gewarnt, zugleich aber seine Anhänger zur Ruhe aufgerufen.

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Die Wahl fand in einem Klima zunehmender Islamisierung und religiöser Hetze statt. Subianto hatte im Wahlkampf Ängste geschürt, etwa vor den Risiken der Ausbeutung des Landes durch ausländische Mächte und der Desintegration. Er verbündete sich mit islamischen Hardlinern und gewann die Mehrheit in konservativen Provinzen wie Aceh, wo die Scharia gilt.

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Indonesien ist das bevölkerungsreichste muslimische Land der Welt. Lange Zeit galt es als Modell für einen toleranten Islam. Zuletzt hatten die konservativen Kräfte an Einfluss gewonnen. Präsident Widodo hatte sich daher einen bekannten konservativen Geistlichen an die Seite geholt. Nach der Bekanntgabe seines Wahlsiegs betonte er, er und sein Vizepräsident, der Geistliche Ma’ruf Amin, würden „Führer und Beschützer aller Indonesier sein“.

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AGENTUREN teilen am 21. Mai 2019 mit:
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„Offziell wiedergewählt: Indonesiens Präsident Joko Widodo
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Fünf Wochen nach der Präsidentschaftswahl in Indonesien ist Amtsinhaber Widodo offiziell zum Sieger erklärt worden. Die Republik Indonesien als Staat besteht aus 17.508 Inseln. Indonesien ist der viertbevölkerungsreichste Staat der Welt und der Staat mit den meisten Bürger moslemischen Glaubens. Das Verfassungssystem Indonesiens wird präsidentielle Demokratie genannt.

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Laut Wahlkommission erhielt er gut 55 Prozent der Stimmen. Sein Herausforderer, der ehemalige General Subianto, kam demnach auf rund 44 Prozent. Das Ergebnis wurde aus Sorge vor Unruhen ohne vorherige Ankündigung bekannt gegeben. Die Wahl hatte bereits am 17. April stattgefunden. Widodo ist seit 2014 im Amt.

Indonesien hat insgesamt mehr als 260 Millionen Einwohner, die meisten sind muslimischen Glaubens. Der südostasiatische Staat ist die drittgrößte Demokratie der Welt. Er gehört zum Kreis der großen Industrie- und Schwellenländer, G20. …“

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DLF.de am im April 2019, Sandra Schulz spricht mit Moritz Kleine-Brockhoff:

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„… Indonesien ist das bevölkerungsreichste muslimische Land der Welt. Mit mehr als 190 Millionen Wahlberechtigten wird das Land auch oft als drittgrößte Demokratie der Welt bezeichnet. Es gab ein Lager von Islamisten, die Stimmung gemacht haben. Es gab einen Präsidentschaftskandidaten, General Prabowo, der sich vor den Karren hat sperren lassen – nicht, weil er selbst ein Fundamentalist wäre, sondern weil er kaum eine Option hatte. und das ist auch eine Absage der Wähler an die Islamisierung, die ja fortschreitet in Indonesien. Im Übrigen haben auch die konservativ-islamischen Parteien bei der Parlamentswahl gestern, die ja gleichzeitig stattfand, insgesamt nur 20 Prozent der Stimmen gewonnen. 80 Prozent haben sich anders entschieden, haben sich für Pluralismus und Toleranz entschieden.

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Es gibt ein Klima in Indonesien, das es notwendig macht, Religiosität zu demonstrieren, und diese Nominierung dieses in der Tat konservativen Vizepräsidentschafts-Kandidaten war ein Zeichen von Joko Widodo. Er wollte da keine Flanke bieten und es ist traurig, dass das mittlerweile nötig ist in Indonesien. Früher war Toleranz, Pluralismus, Minderheitenschutz, Einheit in Vielfalt – das ist ja eingraviert im Staatswappen – selbstverständlich in Indonesien, und das steht unter Beschuss und es gibt konservative Strömungen und auch Präsident Joko Widodo musste darauf reagieren.

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Gleichzeitig darf man die Tendenzen in der Gesellschaft nicht kleinreden. Die Tatsache, dass konservative islamische Parteien traditionell immer weniger, insgesamt als ein Drittel der Stimmen bekommen haben, darf nicht davon ablenken, dass Indonesien als Ganzes schon konservativ-religiöser wird. Es ist alles nicht mehr selbstverständlich. Die Islamisten sind laut. Es geht hier erst mal natürlich um Beschuss von Minderheiten. LGBT-Community haben Sie gesagt, aber auch Schiiten, Ahmadiyya. Es gibt viele Minderheiten, die unter Druck sind, und es gibt lokale Dekrete, die dann Kleidungsvorschriften machen, Alkoholverbote, solche Sachen. Das kannten wir alles früher in Indonesien nicht und die Tendenz ist in den vergangenen 20 Jahren nur in eine Richtung: es wird alles immer konservativer. Das hat etwas damit zu tun, mit der Demokratisierung nach Ende der Militärherrschaft vor 20 Jahren, und die hat auch Meinungsfreiheit für Fundamentalisten und sogar für Verfassungsfeinde geschaffen.

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Wissen Sie, es ist als Moslem, egal ob man sehr gläubig ist oder sehr liberal, schwierig, für Alkohol aufzustehen. Es ist schwierig. Man will selbst nicht als unreligiös dastehen. Das geht einem Präsidenten so, das geht aber auch jedem einzelnen im Alltag so. Aber noch mal: Das Wahlergebnis zeigt, dass die Menschen mehrheitlich Pluralismus und Toleranz wollen. Sie haben jeder Versuchung, einen Populisten zu wählen, der Islamisten auf seiner Seite hatte, widerstanden, und das ist sehr wichtig.

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Es ist auch sehr wichtig, dass diese Wahlen wieder frei und fair waren. Wo gibt es das schon auf der Welt, dass Islam und Demokratie miteinander vereinbar sind. Sie waren friedlich. Indonesien ist stabil, und das ist keine Selbstverständlichkeit in Südostasien und das ist weltweit auch keine Selbstverständlichkeit.

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Viele in der Zivilgesellschaft bemängeln, dass er Menschenrechtsverletzungen aus der Vergangenheit nicht hat aufarbeiten lassen, was er eigentlich versprochen hatte. Wir haben ein stabiles Wirtschaftswachstum von fünf Prozent, aber eigentlich braucht das Land etwas mehr und es wäre auch mehr drin. In der Infrastruktur hat er geglänzt, es wird sehr viel gebaut in Indonesien, Autobahnen, Straßen, Häfen, Flughäfen, eine U-Bahn. Er hat einiges erreicht, aber es bleibt noch unglaublich viel zu tun in diesem riesen Land, das – das muss man sagen – auch nicht so leicht zu regieren ist.

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ist so ein Wahlkampf ja auch sehr teuer. General Prabowo hätte nahe gelegen, dass er sich einen Islamisten als Vizepräsidentschafts-Kandidaten an die Seite stellt. Das hätte seine Chancen wahrscheinlich auch noch erhöht. Aber da war er offenbar gezwungen, einen reichen Geschäftsmann, einen Unternehmer zu nehmen, der ihm seinen Wahlkampf finanziert hat, ganz überwiegend, und der Herr hat aus seiner Privatschatulle mehr als 100 Millionen US-Dollar in den Wahlkampf gesteckt. Man muss es sich auch erst mal leisten können, als Präsidentschaftskandidat anzutreten, und in der Tat gab es niemanden außer diesen beiden Kandidatenpaaren. Übrigens auch 2014 war das so, es gab nur zwei Paare.

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DLF. de am 17.4.2019 von Holger Senzel:

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„… Es war ein Wahlkampf mit harten Bandagen. Themen waren die Wirtschaftslage – und die Religion. Ein offizielles Ergebnis ist aber vor Mai nicht zu erwarten…. 192 Millionen Menschen waren an die Wahlurnen gerufen – um mit einem Nagel fünf Löcher in den Wahlzettel zu stanzen.

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Es war ein Wahlkampf mit harten Bandagen – es ging um den Anspruch auf den rechten Glauben. Präsident Yoko Widodo spreche das Hocharabisch des Koran falsch aus – auf dieser Ebene bewegten sich die Vorwürfe. …

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Sein Herausforderer ist ein Ex-General und Schwiegersohn des früheren Diktators Suharto: Prabowo Subianto ließ sich von den Radikalen unterstützen, die eine landesweite Einführung der Sharia einfordern, des islamischen Rechts, nach dem Ehebrecher gesteinigt werden und Dieben die Hand abgehackt wird. „Den Islam zu verteidigen, das ist, was am meisten zählt. Denn ich habe Ungerechtigkeit und Blasphemie gegen die Religion gesehen, und das tut meinem Herzen wirklich weh. Das ist es, was ich ändern werde. Ich will das Amt des Präsidenten ändern.“

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Präsident Jako Widodo hat das Thema Religion lange gemieden. Zwar sei er ein gläubiger Muslim, doch Glaube sei Privatsache, sagte er. …“

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Und der Präsident selbst verspricht für seine nächste Amtszeit. „Wir werden dafür sorgen, dass Indonesiens Wirtschaft in den nächsten fünf Jahren starker wird. Für die Bauern, die Fischer, die Lehrer, die Arbeiter, Arzte, Soldaten, Künstler, die Jungen, die Klein- und Kleinstunternehmer wird das Leben in fünf Jahren besser sein, als heute.“

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In keinem anderen Land der Welt leben so viele Muslime, aber das Land ist keine „islamische Republik“. Laut Verfassung sind fünf Religionen (darunter auch Christen) gleichberechtigt. „Einheit in Vielfalt ist das Landesmotto“, das Land galt als Musterbeispiel für toleranten Islam. Doch die Stimmung dreht sich, die Fundamentalisten werden stärker.

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Bis alle Stimmen ausgezählt sind, wird es schätzungsweise 35 Tage dauern. …“ – so war es im April 2019.

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Indonesische Batik

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DLF.de am 19.2.2019 von Lena Bodewein:

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„Wahlkampf in Indonesien – Stimmung im Land aufgeladener als jemals zuvor

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Indonesien kämpft nicht nur gegen Terrorismus, sondern vor allem um seinen Glaubensfrieden. Mitte April haben die Indonesier die Wahl – ein neuer Präsident und ein neues Parlament werden bestimmt. Gerüchte und Hassnachrichten prägen die politische Stimmung.

 

Es begann mit einer Modenschau: Um die Schönheit und traditionelle Eleganz der indonesischen Mode zu feiern, trug Sukmawati Soekarnoputri bei der Indonesian Fashion Week im vergangenen Frühling ein Gedicht vor: „Ibu Indonesia“, Mutter Indonesien.

Das Werk hat die Tochter des Staatsgründers Sukarno schon 2009 verfasst, aber erst jetzt sorgten seine Zeilen für Aufruhr.

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Ihr geschlungener Haarknoten ist schön, schöner als dein bedeckender Gesichtsschleier. Ich kenne die Scharia nicht, aber ich weiß, dass der Klang von Mutter Indonesiens Hymne wunderschön ist, viel schöner und bezaubernder als euer Ruf zum Gebet.“

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Ein Sturm der Empörung brach über die Dichterin herein, in den sozialen Medien und auch in der realen Welt: Es gab Demonstrationen, muslimische Organisationen erstatteten Anzeige gegen sie, Indonesien hatte den nächsten großen Blasphemie-Fall und ein weiteres Beispiel dafür …

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Hat die einst gerühmte religiöse Toleranz Indonesiens ein Ende? „Ich würde sagen, ja, der Trend besteht.“ Die junge Indonesierin Jessica hat in der Entwicklungshilfe gearbeitet, ihre politische Analyse zeichnet kein gutes Bild von der indonesischen Gesellschaft.

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Allein in den sozialen Medien gibt es so viele Gerüchte, Lügen und Hassnachrichten; es gab immer schon religiöse Toleranz sowie Intoleranz, aber durch die sozialen Medien ist es für die Hassprediger so leicht geworden, Gehör zu finden, über Twitter oder WhatsApp ihre Lügen zu verbreiten.“

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… Von den 255 Millionen Einwohnern sind mehr als 200 Millionen Muslime. Der Islam ist aber keinesfalls Staatsreligion. Mit Islam, Christentum, Hinduismus, Buddhismus und Konfuzianismus, gibt es fünf offiziell anerkannte Religionen. Und zu einer muss sich sogar jeder Indonesier offiziell bekennen.“

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Dietmar Moews meint: Man kann weit reisen und mehr von der Welt und deren Bewohnern wissen. Wie will ein Deutscher über Indonesien bescheid wissen?

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Immerhin ist es möglich, über den Lauf von Jahrzehnten Veränderungen zu erkennen, wie jetzt, wenn dem Fernreisenden ein einst schönes und tolerantes Land (18 000 Inseln – wie will man da schon sagen?) intolerant und autoritärer wird – oder wenn, wie hier, die Rede von der Friedlichkeit und der islamischen Demokratie ist. Nur, dass es doch gewalt und viele Verletzte und Tote gegeben hat. Ich zitiere aus dem DLF:

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Viele Leute sagen, das wäre irgendwie cool, trendy, aber sie verstehen nicht, dass eine Diktatur nicht das richtige ist, sie verstehen nicht, dass ihnen alle ihre Freiheiten genommen werden, sie verstehen nicht, dass sie nur demonstrieren können, weil sie in einer Demokratie leben.“

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Vor mehr als 40 Jahren, 1977, kam Sidney Jones zum ersten Mal nach Indonesien. Sie hat es zu ihrem Beruf gemacht, dieses Land zu verstehen.

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Ich glaube, wir sehen ein Land, das ganz anders ist als das Land, in das ich 1977 gekommen bin. Es ist ein viel konservativeres Land, eines, in dem Islamisten eine immer stärkere Stimme bekommen. Aber eines, in dem die Verpflichtung zum Pluralismus immer noch sehr lebendig ist.“

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Indonesien hat sich auf eine sehr „muslemische“ Menschlichkeit zugespitzt, die untolerant und fern von der Goldenen Regel sich immer weiter von den Werten der europäischen Aufklärung und französischen Revolution – Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – entfernt.

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