Nikolaus Harnoncourt 1929 – 2016 – Kurznachruf

März 6, 2016
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Vom Sonntag, 6. März 2016

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Nikolaus Harnoncourt, eigentlich Johannes Nicolaus Graf de la Fontaine und d’Harnoncourt-Unverzagt, der weltbedeutende österreichische Dirigent Alter Musik (Renaissance und Vorklassik), geboren am 6. Dezember 1929 in Berlin, ist am 5. März 2016 in Wien nach langer schwerer Krankheit gestorben.

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Harnoncourt war ausgebildeter Cellist und spielte unter Karajan bei den Wiener Philharmonikern. Harnoncourt setzte in dem Metier als musikologischer Schriftsteller Maßstäbe der Kompetenz mit der Interpretation Alter Musik als „Musik als Klangrede“.

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Man höre als Beispiel die historische Orchesterdarbietung von J S BACHs Brandenburgischen Konzerte, die kammermusikalisch kleiner und feiner wirkt als oftmals im 20sten Jahrhundert vertretenen großbarocken Mächtigkeitskonzerte.

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Unvergesslich ist die Lebensarbeit Harnoncours in der werktreuen Aufführung und Ausarbeitung einzigartiger Konzerte, bei der die musikologischen Erkenntnisse mit großen Erkenntnissen und großem Respekt für die Absichten des jeweiligen Komponisten, für die je historische Aufführungspraktiken und die historischen Instrumente und Spieltechniken.

Dabei waren die Darbietungen stets von höchster virtuoser Ausführung im Ensemble-Zusammenspiel.

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Man muss sagen, Nikolaus Harnoncourt war der Mann Alter Musik im ausgehenden 20sten Jahrhundert in der gesamten Hochmusikwelt. Er arbeitete mit den bedeutensten, besten und teuersten Musikern und Orchestern, in allen Genres, große Orchesterkonzerte und Opern. Von 1972 bis 1992 lehrte Harnoncourt am Mozarteum in Salzburg.

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Vor zwei Jahren zog er sich aus Krankheits-Gründen vom öffentliche Konzertwesen zurück.

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Das eingespielte verfügbare Werk an elektronischen Mitschnitten und Konzertaufnahmen steht den Musikern von heute weiterhin zur opulenten Verfügung.

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Weihnachtsfeier in Köln mit Wilhelm Raabe

Dezember 25, 2015
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Vom Freitag, 25. Dezember 2015

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Das umwerfende Stück spielt am 24. Dezember 1648 in Walrode im Elend, im Harz.

Die überlebenden Menschen waren vom 30-jährigen Krieg viehisch und wahnsinnig.

Der Pastor, dem von mehrfachen Hausbränden und Foltertorturen doch das Restleben und eine angekokelte Bibel übrig geblieben waren – er schrieb an seiner Weihnachtspredigt, die in der Kirchenruine gehalten werden sollte.

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Dazu kam es nicht.

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Am zweiten Weihnachtstag wurde die Leiche des dreißigjährige Friedemann Leutenbacher, Magister von Wittenberg und Pfarrherr von Wallrode im Elend, Prediger am Worte Gottes, von Bauern nach langem Suchen gefunden. Sie haben ihn aus dem wüsten Walde ins Dof getragen und neben der Kirche in die Erde gelegt.

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Es schneiete heftig, es hatte fast den ganzen Tag hindurch geschneit. Als es Abend werden wollte, verstärkte sich die Heftigkeit des Sturmes; das Gestäube und Gewirbel um die Hütten des Dorfes schien nimmer ein Ende nehmen zu wollen; verweht wurden Weg und Steg. Im wilden Harzwald, nicht weit von dessen Rande die armen Hütten in einem Häuflein zusammengekauert lagen, sauste und brauste es mächtig. Es knackte das Gezweig, es knarrten die Stämme; der Wolf heulte, wenn die Windsbraut eine kurze Minute lang Atem schöpfte; – man schrieb den vierundzwanzigsten Decembris im Jahr Eintausendschzehnhundertundachtundvierzig.

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Dominus Magister Friedemann Leutenbacher, der Pfarrherr zu Wallrode im Elend, hatte den ganzen Tag über an seiner Weihnachtspredigt gearbeitet, und Speise und Trank, ja schier jegliches Aufblicken darob versäumt; das irdische Leben war so bitter, dass man es nur ertragen konnte, indem man es vergaß; aber der Prediger im Elend konnte es nicht vergessen; eine solche Weihnachtsrede hatte er noch nicht schreiben müssen. Er war nicht alt, der Pfarrherr zu Wallrode; er war im Jahre Sechzehnhundertzehn geboren; allein dreißig Jahre seines Daseins mochten dreifach und vierfach gerechnet werden; eine solche Zeit des Greuels und der Verwüstung hatte die Welt nicht gesehen, seit das Imperium Romanum versank vor den wandernden Völkern. Nun war das zweite Imperium, das römische Reich deutscher Nation auch zerbrochen, und wenngleich die Ruine zur Verwunderung aller Welt noch durch hundertundfünfzig Jahre aufrecht stand, so lösten sich doch bei jedem Sturm und Wind verwitterte, morsche Teile ab und stürzten mit Gekrach hernieder. So war es geschehen, als man den Frieden zu Münster und Osnabrück schloss, und zwei Drittel der Nation waren verschüttet worden durch den Dreißigjährigen Krieg … Es schneiete heftig, und es schien nimmer ein Ende nehmen zu können; die Dämmerung aber nahm wohl eine Stunde zu früh dem schreibenden Magister die Feder aus der Hand; es war ihm, als ob sie auch leise und unmerklich in sein Hirn gekrochen sei, als er aufblickte und einem Blick um sich her und durch das Fenster warf. … (aus „Else von der Tanne“ von Wilhelm Raabe).

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Dietmar Moews meint: Wenn früher solche leer glotzenden Passagiere in U-Bahnen in die blinden Fenster starrten, tragen sie heute meist kleine tragbare Geräte, Smartphones, Mobiles, oft mit Ohrstöpseln.

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Wir können die IT-Revolution nicht abblocken oder verhindern – aber wir sollten sie demokratisch in den it-politischen Griff nehmen:

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Selbstbestimmung ist unser verfasstes geltendes Recht in D. – nominell, noch.

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Das macht Hoffnung: Solche elektrisch Abgekapselten könnten „Hörbuch“ hören oder Literatur im Stream – zum Beispiel das ergreifenden Buch von Wilhelm Raabe aus Hameln bei Springe:

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Else von der Tanne oder Das Glück Domini Friedemann Leutenbachers, armen Dieners am Wort Gottes zu Wallrode im Elend.

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Denn, wie sagte Papst Franz heute als „URBI et ORBI“?

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Er sagte „UHU und PATTEX“.

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Franz meinte den Widerspruch, seine weltweiten Hoffnungen und Appelle an all die anderen Sünder auszusenden: Seinen verkleisteren Saftladen der vatikanischen Kurie und der katholischen Sateliten der Kinderschänder und Waffenhändler von OPUS DEI und JESUITEN.

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Was soll Franz tun? – mehr Weltabkehr oder mehr Welt? – mehr Glaubensesoterik oder mehr Säkularität? – mehr Bibel oder mehr mit den Tieren sprechen?

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Dietmar Moews, als nüchternem Heiden, ist hier die Neue Sinnlichkeit die nützliche Religion:

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Menschen sollen ihre Ansinnen auf die Dinge beziehen. Die Sinnlichkeit der Dinge – was wir nicht erkennen, können wir anerkennen oder ändern.

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Wo der Sinn der Dinge der Sinnlichkeit nicht erkennbar ist, können wir uns ein nüchternes Ansinnen – an die Dinge und Geschehnisse heran – zulegen. Wir sind sozial und bringen Ansinnen zur Sprache über die Dinge:

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Man darf nur noch über das sprechen, was man an Dingen mit sich herumträgt (J. Swift)  – ansonsten schweigen und still sein, zuhören, was andere über ihre Dinge ansinnen.

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Ein menschliches Ansinnen an die Dinge ist besser als eine materialistische Materialschlacht und besser als die Abkehr von den Dingen nach Innen. Innen sind die Schmerzen und der Tod.

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PROMI-Urlaub als Erleichterungs-Thema

Juli 26, 2015
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vom Sonntag, 26. Juli 2015

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Bildschirmfoto vom 2015-07-25 13:44:04

Screenshot von Bild.de

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Im Folgenden sollen Design und Benutzung massenmedialer Reizmittel aus empirisch-soziologischer Sicht angesprochen werden:

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Wie kommt in der Sommer-Urlaubszeit das Thema „Was macht der Star im Urlaub?“, „Was machen Promis in den Ferien?“

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Und es läuft zwar darauf hin, dass man meinen könnte, dieses „BILD-Thema Promi“ untersteht der Willkür eines verantwortlichen BILD-Redakteurs. Doch es handelt sich sowohl aus der marktwirtschaftlichen Sicht wie aus massenkommunikativer Sicht nicht um eine Form der „Freiwilligkeit“, sondern um eine „Notwendigkeit“:

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BILD muss etwas in der Benutzerperspektive „Wertvolles“ bringen.

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In drei formalen Lebenssphären kommt für den einzelnen Menschen MASSENKOMMUNIKATION in betracht:

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EINS allgemein als rechtsstaatliche Grundordnung,

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ZWEI kaufvertrag-marktlich,

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DREI privat (BGB) und informell

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EINS In Fragen von Recht und Ordnung, Verpflichtungen und Verboten, wie es gesetzlich und rechtsstaatlich „normativ“ geregelt ist, erkundigt sich der Einzelne, wenn er damit zu tun hat und nicht genau bescheid weiß, zu seiner persönlichen Orientierung. Das ist überall in Massenmedien möglich, wo allgemeinzugänglich Informationen bereitgestellt werden: Fernsehen, Radio, Zeitungen, Internetz, Litfasssäulen, Stammtische, Nachbarschaftsgespräche – alles Massenmedien, wo Themen und Werte bereitstehen, ohne die Adressaten auszuwählen, nicht persönlich, sondern anonym und allgemein.

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Wer selbst zu solchen Wertgeschehnissen der Allgemeinheit Etwas mitteilen möchte, die Politiköffentlichkeit oder die allgemeine Öffentlichkeit durch Informationsbereitstellung massenmedial ansprechen möchte, kann ebenfalls die Massenmedien und die Massenkommunikation wählen.

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ZWEI In Fragen des Marktgeschehens und der Kaufverträge sind ebenfalls ständig normative Themen und Werte des Alltagslebens interessant. Es bestehen zahlreiche verschiedene Möglichkeiten, indem man dazu auf massenmedial bereitgestellte Informationen anonym zugreifen kann: Das reicht von Sitten und Gebrauch des „guten Benehmens“, der allgemeinen Bürgerrechte.

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Es ist ebenfalls möglich, eigene Wertäußerungen zu den allgemeinen oder besonderen Praktiken im Marktgeschehen abzugeben, indem man die dafür bereitstehenden Massenmedien nutzt: Vom Leserbrief und Offenem Brief an eine Redaktion von Zeitung oder Sender, zur Petition beim Parlament, Anmeldung, Durchführung und Teilnahme an Demonstrationen, Twitter-Tweeds oder Blog-Kommentare im Internetz.

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DREI Fürs Private gibt es den festliegenden Rechtsrahmen durch das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) – es weist uns auf das Recht zum Rechtsverkehr (EINS und ZWEI) hin. Auch Außerhalb der normativ geregelten Lebenssphären, Rechtsstaat und Kaufvertrag findet Massenkommunikation – also geistige Kommunikation und Interaktion zwischen einander persönlich nicht bekannten Individuen – im informellen Privatleben statt.

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Dazu gehören die beruflichen Statusnormen, ob man marktwirtschaftlich, als Dienstklasse oder „frei“ erwerbstätig ist. Jeder Bereich unterliegt geschriebenen und ungeschriebenen Verhaltensspiele, die man erlernt und überwiegend durch die Bereitstellungen in Massenmedien ständig auf dem Laufenden hält.

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Neben den geregelten gibt es mehr oder weniger formalisierte Aktionsbereiche, bis hin zur Freizeit.

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Meist wird die Freizeit in geregelten Gruppen verbracht.

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Es gibt aber durchaus in der Freizeit informelle Aktionsfelder und Aktivitätsrichtungen, die weitgehend ohne Zwang nutzbar sind. Dazu gehören lebenswichtige Spielräume der Erholung, des Vergnügens, der Zerstreuung, der sportlichen Freunde und Ertüchtigung, der Sozio-Kultur und Neuorientierung, z. B. bei öffentlichen Veranstaltungen, der Benutzung der Bereitstellungen von Massenmedien, von Bildungseinrichtungen, seien es Volkshochschulen, Universitäten, Bildungs- und Trainingsinstitute, Kunst- und Kulturinstitute, aber auch Fernsehen, Radio, Kino, Internetz, Straßenfeste.

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Dietmar Moews meint: Man muss sich klar machen, dass es für alle Notwendigkeiten übliche Verhaltensweisen und Verhaltensspielräume gibt.

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Dabei ist „Notwendigkeit“ alles, was der Mensch im sozialen Zusammenhang oder vor seinem sozialen Hintergrund absichtlich tut (selbst, sollte ihm die Notwendigkeit nicht klar sein).

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Dagegen ist die sogenannte „Freiwilligkeit“ das weite Feld der individuellen Aktivitäten, die einer Willkür entspringen, die nicht die sozialen Interdependenzen und Interaktionen einbezieht.

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Klar ist also, dass Alles, was im Orientierungsbereich der eigenen Freiwilligkeit geschieht oder unterlassen wird, nicht einer sozialwissenschaftlichen Betrachtung der Massenkommunikation anheimsteht, sondern zum Bereich von Anthropologie und individueller Esoterik und Exoterik zugehört.

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Während genau betrachtet, eine „willkürliche Erleichterungsaktivität“, die ihren Grundcharakter in der Wahlfreiheit und Freiwilligkeit der Auswahlentscheidung haben mag, eindeutige eine „Notwendigkeit“ für den Handelnden ist.

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Und sei es, sich gelegentlich dem Sozialen der Erleichterung halber zu entziehen, eben drum als eine Notwendigkeit des vorhandenen eigenen Sozialsystems ist und keine Freiwilligkeit.

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RUHANI und der persische IT-Weltprozess

Mai 4, 2015

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vom Montag, 4. Mai 2015

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Freiheit und Islam seien kein Widerspruch“, so lautete heute eine Nachricht im Deutschlandfunk. Die von der iranischen Nachrichtenagentur ISNA verbreitet wird.

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Der iranische Präsident soll sich eingehend auf die Internetz-Restriktionen im Iran eingelassen haben. Einerseits geht er dabei auf die empirische gelebte Wirklichkeit, insbesondere der iranischen Jugend ein, die Internetz-Sperren und -Verbote erheblich umgehen. Andererseits zieht Ruhani damit den Ärger der konservativen Schiiten auf sich.

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DIETMAR MOEWS "IRAK als Sportflagge: Misfits", Seidenapplikation, 2004 in Dresden

DIETMAR MOEWS
„IRAK als Sportflagge: Misfits“, Seidenapplikation, 2004 in Dresden

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ZEIT.de berichtet heute, Montag, 4. Mai 2015: Mehr Freiheiten für Jugendliche in seiner Gesellschaft hat Irans Präsident Hassan Ruhani öffentlich im Iran gefordert.

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„Bei der Förderung von Jugendlichen nur Einschränkungen aufzudrängen ist ja nicht gerade die große Kunst“, sagte Ruhani in einem Treffen mit einer Gruppe von Schullehrern. Man könne die Jugendlichen doch nicht einsperren, besonders im Zeitalter des Internets, um ihre nationale und religiöse Identität zu wahren. Die Einstellung, dass Freiheit und Islam ein Widerspruch sind, sei falsch. Freiheit sei „kein westliches Phänomen“. 

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Ruhani hat sich wegen seiner Forderungen nach mehr Freiheiten, besonders im Internet, bereits Kritik seitens der Konservativen im Land eingehandelt. Diese fordern, die Internetzensur weiter aufrecht zu erhalten.

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Der Zugang zu sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook ist im Iran verboten – ein „Privilegien-Verbot“, nämlich während Präsident Ruhani selbst regelmäßig twittert. Mittlerweile hat Ruhani 332.000 Follower, Ayatollah Ali Khamenei 121.000. Diese Profile werden zwar von der Internetpolizei im Iran blockiert, allerdings kennen viele Jugendliche bereits den Weg, die Hürden zu umgehen.

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Nach Informationen der Neuen Zürcher Zeitung nutzen rund 55 Prozent der Iraner das Internet, um miteinander zu kommunizieren.

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Im Mai 2014 erwirkte Ruhani die Freilassung von sechs Jugendlichen, die für ein Internetvideo verhaftet worden waren. Die jungen Frauen und Männer hatten ein Video veröffentlicht, auf dem zu sehen ist, wie sie an mehreren Orten in Teheran zu dem Lied Happy von Pharrell Williams tanzten. Die Frauen waren nicht verschleiert. Tanzen in der Öffentlichkeit, noch dazu, wenn Männer und Frauen daran beteiligt sind, ist im Iran verboten. Die Jugendlichen wurden zu Haftstrafen auf Bewährung verurteilt.

„Wir sollten das Internet nicht als Gefahr sehen, sondern als nützliches neues Kommunikationsmittel“, sagte Ruhani nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna und forderte von den Konservativen mehr Offenheit. „Das Internet gibt es schon seit Jahrzehnten, und kein Iraner hat seither seine Identität verloren.“

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Zuletzt sorgte er mit Kritik an der für die Kleiderordnung der Frauen zuständige Sittenpolizei wieder für Aufregung. „Die Polizei soll nicht den Islam umsetzen, sondern für Ordnung sorgen“, hatte Ruhani gesagt. Vergeblich versucht die Sittenpolizei seit Jahrzehnten, die islamische Kleiderordnung auf den Straßen durchzusetzen. Frauen sollen demnach Schleier und lange Mäntel tragen, um Haare und Körperkonturen abzudecken.

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Dagegen setzt Ruhani ausdrücklich emanzipatorische Zeichen. Eine iranische Fachfrau wurde als internationale Sprecherin zur neuen iranischen ATOMPOLTIK eingesetzt:

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Im schwarzen Tschador gekleidet erklärte sie der Welt die Atompolitik Irans. Nun soll Marzieh Afkham die erste weibliche Botschafterin der Islamischen Republik werden.

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Dietmar Moews meint: Ich wiederhole eine alte, nach wie vor lebensdienliche Einsicht, meiner Forderung für „Wehrrecht und Reisepflicht“.

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Wer sich von Deutschland auf den Weg machte, fremde Länder und fremde Sprachen zu erkunden, wird begeistert werden, wie menschlich und anständig andere Leute leben.

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Persien und die weltliche Lebensweise der Perser überzeugen jeden, der Perser im Westen kennengelernt hat. Die differenzierte Kritik am heutigen schiitischen Absolutismus ist eindeutig. Aber der Iran sucht einen eigenen Weg, auch, wie den us-amerikanischen Totalitarismus ablehnen kann.

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Die Wandlung in der schiitisch-gottesstaatlichen Staatsmacht ist unabweislich. Die antiamerikanische schiitische Konterrevolution von Khomenei wurde eine folkloristische Verirrung.

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Wir sehen, welche qualitative Veränderung in Personalentscheidungen inzwischen zwischen dem vormaligen iranischen Präsident Ahmadinedschad und dem jetztigen, Hassan Ruhani, liegt.

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Die freie NSA-Backdoor-Internetzbenutzung ist eine harte Wirklichkeit, die mit Hilfe der iranischen Intelligenz-Potenziale besser aufgeweicht werden kann.

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Der Preis ist die Selbstveränderung unter den Zeichen der IT-Revolution, die als hastiger Schwall die IT-Gesellschaften irre macht. Gleichzeitig behaupten heute Unken: „Hätten die Nazi-Deutschen TWITTER und FACEBOOK gehabt, hätte zumindest niemand sagen dürfen: „Wir haben nichts gewusst.“

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Interessant, mit welch geringer Intelligenz solche Ansagen durchgehen – die Frage, wie wäre die Hitlerei gegoebbelt worden? – hätte es das Internetz-als Volksempfänger gegeben – grenzt doch immer wieder an die Einsicht, dass Intelligenz und kollektive Intelligenz durch Echtzeit-Vollvernetzung nicht verbessert wird, sondern lediglich verändert: LÄHMUNG der FLASH-MOB-Dynamiken ist unabweislich, sowie verschiedene, gegenläufige Impulse im Internetz kurant sind.

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Ruhani, jedenfalls, scheint sowohl selbst, wie auch gesellschaftspolitisch, Teilnahme und Zugang grundsätzlich (also auch zum dezentralen Internetz) zu befürworten. Damit entsteht ohnehin keinerlei rechtsfreier Raum, bestenfalls Verhaltensirritationen und Orientierungskorrekturen im Fehlerlernen.

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CCC – Big Data: Aufgeben oder Aufgabe

Dezember 31, 2014

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am Mittwoch, 31. Dezember 2014

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Dietmar Moews schreibt Lichtgeschwindigkeit, Juli 2014 in Köln

Dietmar Moews schreibt Lichtgeschwindigkeit, Juli 2014 in Köln

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CCC jetzt in Hamburg. Der Chaos Computer Club veranstaltet jährlich zwischen Weihnachten und Neujahr den Chaos Communication Congress. Ursprünglich in Hamburg beheimatet, traf man sich über viele Jahre in Berlin. Dieses Jahr wird das Event wieder in Hamburg stattfinden. Im Laufe der Jahre hat sich der Congress zu einer europaweit renommierten Veranstaltung mit über 3000 Besuchern pro Jahr entwickelt, an dem auch immer mehr internationale Gäste teilnehmen.

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Das alljährliche große „Chaostreffen“ ist das bedeutendste Kulturereignis, dass die westliche Welt am Beginn des neuen Jahrhunderts immerhin verzeichnen kann.

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Kultur ist, was Menschen an Sinn und Form quasi aus dem Nicht, d. h. aus dem gewissermaßen voraussetzungslosen kreativen Impuls heraus ins Material setzen, davon her in soziale Aktivierung mit greifbarem Kanon und Entwicklungsdynamiken setzt. Bei der CCC-Kultur werden klare Qualitätswerte entfaltet, die jeder CCC-Kulturschaffende leicht veranstaltet, anknüpft und unmittelbar in die eigenen sozio-kulturellen CCC-Aktivitäten aufnimmt und nützt:

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CCC-Kultur ist Materialfortschritt und zugleich adäquate Sprachentwicklung.

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Das Problem für alle nicht CCCler ist, dass man die Leistungen des CCC im Zusammenhang mit der Gebrauchs-IT und mit BIG Data zwar genießt bzw. nutzt, aber dennoch weitgehend Wenig bis Nichts davon versteht.

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So etwa müssen sich die heute allüberall im Kunstbetrieb herumschwänzelnden Salonpersonnage klar machen, dass sie von Kunst und Kultur gar nichts verstehen – nämlich wie in der CCC-Kultur: Sie nutzen die Leistungen durch finales Knöpfe drücken, ohne zu wissen was geschieht.

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Es ist aus Sicht der Kunstsoziologie interessant zu beobachten, wie – ähnlich dem Kunst-Salonpersonnage-Irrlauf – auch im Arbeitsfeld der IT-Revolution eine eigene Salonpersonnage über die Computerwelt, die politischen Bewertungen und die IT-wirtschaftlichen Entwicklungsrichtungen ihre unentgeltlichen Mutmaßungen verbreiten dürfen.

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In Staatssendern, Zeitungen und an Hochschulen quatschen sie herum – nur beim Chaostreffen spitzeln sie stets leise und bescheiden wie die Katzen um den Brei – weil ihnen keiner zuhören würde.

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DIETMAR  MOEWS "Mexikano" DMW 567.7.0,140 cm / 140 cm, Öl auf Textil, in Dresden im Jahr 2000 gemalt

DIETMAR MOEWS
„Mexikano“ DMW 567.7.0,140 cm / 140 cm, Öl auf Textil, in Dresden im Jahr 2000 gemalt

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Dietmar Moews meint: Auch für den Nicht-IT-Fachmann lohnt es sich, den CCC zu unterstützen: Es bestehen zahlreiche Möglichkeiten, sich dem CCC als „Kulturförderer“ anzuschließen.

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Es lohnt sich auch für jeden IT-Laien und alltäglichen Internetz-User die öffentlichen Blog-Foren des CCC und die von CCC-Mitgliedern angebotenen öffentlichen Vorträge zu beachten.

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Bedauerlicher Weise konnte ich mich bei den PIRATEN nicht durchsetzen, die Piratenpartei zur Partei der IT-Revolution hin zu entfalten – hier liegt die Marktlücke der Parteien, dem CCC eine spezielle politische Lobby-Partei zu erarbeiten.

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PIRATEN-Kandidat Bundesvorsitzender BINGEN 2009

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Der politische Bedarf des neuen Jahrtausends und das Alleinstellungsmerkmal „IT-Politik“ müsste es sein. So lange die Piraten das nicht kapieren, werden sie nichts weiter als ein Doofpiraten-Party-Daddel-Club.

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Doofpirat schwadroniert über „braune Socken“ im ZDF

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Als kommerzielles, aber fachlich kompetentes Medium weise ich auf die Webseite von HEISE hin, dem Verlag aus Laatzen. Bei heise.de findet man eine kompetent redigierte Neuigkeitsberichterstattung in der Welt der IT:

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Software, Hardware, Netzwerkerei, Datenrecht, IT-Politik, neue Entwicklungen, beachtliche Personen: immer bei heise.de nachschlagen – das hilft.

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Der diesjährige CCC-Treff in Hamburg hat den Slogan proklamiert:

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Man sollte den überdimensionalen Kapitaleinsatz der Militärkapitalisten von „BIG BROTHER“ nicht alleine lassen. Der CCC bildet eine unbestechliche informelle Gegenöffentlichkeit von freien Telematen, die dem großen IT-Kapital helfen, Sicherheitslücken zu schließen: Hack ist Kunst – Hackerarbeit ist Kultur.

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I am very delighted.

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MERKELs NEUE SINNLICHKEIT zum ZEITUNGSKONGRESS

Oktober 1, 2014

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am Mittwoch 1. Oktober 2014

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Es gibt Müllhalden, Wertstoffsammelstellen und Recyclingtechnik. Bei den Erklärungen, Verlautbarungen und verbalen Geräuschabsonderungen der derzeitigen deutschen Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel ist in der Regel verschleiert, worin die interessanten Punkte der Botschaft jeweils liegen.

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Merkel verschleiert immer Hinweise auf die entscheidende Mitteilung. Meist vermeidet sie die blanke Lüge, sondern bringt Beugungen und Abwiegelungen bis zu Bullshit.

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Kölner Stadt-Anzeiger-Verleger Alfred Neven-Dumont sprach in Berlin

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Anlässlich des Zeitungskongresses: Kongress des Bundesverbandes der Zeitungsverleger (BDZV) in Berlin legte Merkel eine Betonung auf zwei Aussageperspektiven:

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Für die Wähleröffentlichkeit sagte sie: Zeitungen sind Zeitungen, elektronische Medien sind im Kommen, Menschen haben Informations- und Kommunikationsbedarf, egal wie bzw. das ist eben nicht egal. Es entwickelt sich zu neuen Medien hin, von den großen Auflagen-Holzzeitungen und täglichen Abo-Lieferungen im Briefkasten weg. Aber, wer will schon ununterbrochen Online sein.

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Für die traditionelle Holzpresse sagte sie: Die Verlagshäuser werden weiterhin erfolgreich am Markt sein, wenn sie Qualitätsjournalismus anbietet. Sie werden auf eigenen Internetz-Plattformen ihre qualitativen Printinhalte als „Paid Content“ anbieten können und von den Kunden bezahlt bekommen.

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Alphons Silbermann sprach in Köln

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Dietmar Moews meint: Marktwirtschaft als selbststeuernde Nachfrageorientierung hinzustellen ist das billige Verständnis, das das Hauptthema der Verlage ignoriert: Profitorientierung / Profitzwang und Rationalisierung.

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Die unsinnliche 24-Stundenbereitstellung von weltweiten Inhalten macht den Menschen noch nicht zum 24-Stunden-Grottenolm, der permanent online ist.

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Die schwache sinnlich soziale Erscheinungsform eines 1.0-Konsumenten im Unterschied zu P to P-Beziehungen und die schrumpfenden sozialen Spielräume Tagesnachrichten, lokalpolitische und weltpolitische Inhalte zu besprechen, schwächt auch die Repräsentanz von Sozialität.

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Es ist keine Koordination der zu kommunizierenden Inhalten durch auswählende themenführende Redakteure mehr die Grundlage der täglichen Kommunikation.Sondern die auf dem weg zur Arbeit in der U-Bahn Sitzenden, die ihren App abspielen,beziehen vollkommen heterogene Themen und Inhalte, sodass über diese 1.0-beziehung keinerlei P to P-Kommunikation zu den Tageswichtigkeiten möglich ist.

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Wer täglich eine Tageszeitung im Briefkasten stecken hat, muss diese Zeitung ja nicht lesen – aber sie gehörte zu einem „normalen“ Haushalt und in jeder Familie. Nachbarn konnten sich als BILD-Leser oder ZEIT-Abonnenten FAZ- oder Lokalblatt-Bezieher gegenseitig kennen.

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Wer heute mit Ohrstöpseln auf der Straße gesehen wird, nimmt an einer ganz eigenen Vorstellungswelt teil. Er und Sie dürften nicht so ein dämliches Gesicht machen, wie fast alle, die so rumlaufen und rumstehen, damit der Anblick nicht auf die Idee bringt, hier ist ein Zeitgenosse, der weiß, was um uns herum geschehen ist und geschehen wird – wie woher sollte er das wissen.

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Frau Merkel verkennt, dass das Qualitätsargument: Da es immer Menschen höheren Bildungsgrades und höheren Informationsbedarfs gibt, können die Verleger auch in Zukunft auf Nachfrage und Absatz für kostspieligere Qualität sich verlassen, ist unsinnliches Geräusch.

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Wäre Qualität ohne sinnliche Repräsentanz absetzbar, dürften die Werke von Immanuel Kant nicht ungelesen in Regalen rumstehen.

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Die gedruckte Zeitung als sinnliches Ereignis hat eine gewichtigere Rolle in jeder Wohnung, in jedem Briefkasten und auf jedem Lokus, vor aller Augen. Eine Antenne auf dem Dach oder ein Schaltkasten auf dem Bürgersteig ein Funknetzanschluss bieten das nicht. Wer weiß schon, was sich hinter einem intelligenten wachen Gesicht verbirgt? – eine Flatrate?

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Aus dem Machinenraum: KuckucksUse oder Milliarden?

Juli 13, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4667

am Sonntag, 13. Juli 2014

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DIETMAR MOEWS im Fex-Tal

DIETMAR MOEWS
im Fex-Tal

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Vollüberwachung durch die USA, Gestapo, Stasi – bewaffneter Geheimdienst auf High-End-Niveau im Schirm-Schatten des US-Militärs – ist fürs Volk lustig:

Sterben müssen wir ja alle.

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Für die Nomenklatura ist das ein Führungsproblem und ein Vorurteil, selbst individuell außerhalb zu bewegen und vor Willkür geschützt zu sein.

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Dietmar Moews meint: Was kann ich wissen, was soll ich tun, was darf ich hoffen, wie ist der Mensch? – das sind Immanuel Kants Fragen. Dietmar Moews antwortet: Entweder Deutschland gibt ebenfalls ca. 100 Milliarden Dollar jährlich für eine eigene Cyber-Destapo aus oder die Deutschen insgesamt müssen mal ihre begrenzte kollektive Intelligenz nutzen: einfach keine Echtnamen in die E-Mails schreiben. Einfach keine Threats in Re-Mails erneut senden. Sowie keine Echtnamen drinstehen, kann keiner mehr allein von der Email-Adresse auf den Schreiber juristisch schließen. Durch intelligenten Textverkehr im Internetz lassen sich bei 10 Prozent KuckucksUse sämtliche Massendaten nicht mehr eindeutig algorithmisch zuordnen und werden wertlos.

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Aus dem Maschinenraum in der FAZ, 11. Juli 2014, Seite 12, erzählt (Constanze Kurz, Chaos Computer Club-Insiderin): „… Prominente Opfer der Überwachung sind diesmal amerikanische Anwälte, Funktionäre, oder Professoren, die lediglich eines gemeinsam haben: um sechs Jahre lang Ziel der geheimdienste gewesen zu sein: Ihre religionszugehörigkeit und die ethnische Herkunft ihrer Eltern … Ein zweideutiger Witz, eine flapsige Bemerkung oder eine drastische Meinung zur politischen Weltlage lande so in den Datenbanken der professionellen Spanner …“.

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… William Binney, der frühere NSA-Direktor und Whistleblower, der nach seiner stundenlangen Aussage im NSA-Untersuchungsausschuss noch die Kraft fand, zwei Stunden vor Berliner Publikum Rede und Antwort zu stehen, lieferte die dafür notwendigen Zahlen. Er korrigierte die durch die Snowden-Papiere bekanntgewordene, schier unglaubliche Summe von 50 Milliarden Dollar, die den amerikanischen Diensten zur Verfügung steht – nach oben.

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Es gäbe „Black-Budget“-Veröffentlichungen, doch man müsse verborgene Geheimdienstbudgets noch hinzurechnen. Vor allem in militärischen Etats versteckte weitere Pfründe ließen auf ein Gesamtbudget von 80 bis 100 Milliarden Dollar schließen.,..“

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Dr. DIETMAR MOEWS von FOKKO VON VELDE fotografiert

Dr. DIETMAR MOEWS
von FOKKO VON VELDE
fotografiert

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Dietmar Moews meint: Die Moderne des KuckuckUse, einfach die persönlichen Klar-bzw. Echtnamen in Internetz-Texten weglassen! Nicht Alles, was man auf eine Urlaubspostkarte schreiben würde gehört in die Massendatensammlung der NSA – weil die bewaffnet ist und nicht ordentlich kontrolliert werden kann.

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Internetz-Zensur: Eine Freundin emailt – Doktor Winterlatt antwortet

April 5, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4274

am 5. April 2014

Gruß

Lieber Kuckuck, Sie hatten hier kürzlich einige Vorstellungen zu Internetz-Zensur, Kinder- und Jugendschutz und Sex bzw. Pornografie gepostet. Ich denke, dazu sollten mindestens noch drei Punkte gesagt werden:
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Dass manches im „Jugendschutz“ eher Crypto-Pietismus zu sein scheint, (Von „cryptos“ – „verborgen“ und „pius“ – „fromm“) dass es da eher um religiöse, oder quasi-religiöse Vorstellungen geht, als um Jugendschutz. So in der Art: „Wir fühlen uns nicht wohl, wenn wir Pornos ansehen, aber sein lassen wollen wir es auch nicht, dann verbieten wir es den Jugendlichen, dann haben wir unsere Pflicht getan.“

Ich meine, diese Darstellung blendet einige nicht irrelevante Punkte aus:

Zum einen basiert der Kinder- und Jugendschutz auf der Annahme (1), dass Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung noch nicht so reif  und fortgeschritten und in ihrem Wesen noch nicht so gefestigt sind wie Erwachsene, so dass man sie zum einen leichter (ausdrücklich oder subtil) beeinflussen oder auch in ihrer Entwicklung beeinträchtigen kann als Erwachsene.

Zum anderen lässt eine freie Rechtsordnung wie unsere eine Beschränkung von Erwachsenen nur begrenzt zu. Deshalb ist es rechtlich möglich, den Zugang zu Alkoholika und Pornos für Kinder und Jugendliche zu beschränken, nicht aber, dasselbe für Erwachsene zu tun, selbst wenn man der Auffassung wäre, ungeachtet des im voranstehenden Absatz gesagten sei der (übermäßige) Konsum von Alkohol oder Pornographie auch für Erwachsene schädlich.

Zum dritten ist einer der Gründe für die im vorstehenden Absatz dargestellte Regelung der, dass die Erziehung ihrer Kinde zuvörderst den Eltern obliegt (wenn auch der Staat nach meinem Eindruck sich zunehmend in diesen Bereich einzumischen versucht). Damit die Eltern dieses Erziehungsrecht wahrnehmen und selbst entscheiden können, in welchem Maße sie ihren Kindern Alkohol, Gewalt- und Sexualdarstellungen zukommen lassen können, dürfen diese nicht ohne weiteres öffentlich zugänglich sein, weil sonst das elterliche Erziehungsrecht insoweit ad absurdum geführt wird.

[1] Ich formuliere das hier und in der Folge jeweils absichtlich so; ob diese Annahmen zutreffen oder die Rechtslage richtig ist, sei explizit dahingestellt, weil für die Argumentation nur bedingt relevant. Teilt man diese Ansichten nicht, ist nämlich die Ablehnung von „Internetzensur“ so falsch wie inkonsequent. Sinnvoll und konsequent wäre dann IMO nur eine Ablehnung der bestehenden Jugendschutzkonzepte in toto.

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Dass die „Sexualmoral“ in einem heillosen Chaos ist, unterschreibe ich jederzeit.

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Es ist einfach schwierig zu erklären, warum man ab vierzehn Sex haben darf, aber erst ab achtzehn Pornos ansehen.

Ist das so? Ob man ab 14 Sex haben „darf“, ist ebenfalls eine Frage der elterlichen Erziehung (und, natürlich, der Frage, ob man sich an diese hält); genauso im übrigen wie die Frage, ob man erst mit 18 Pornos ansehen darf, denn das entsprechende Verbot richtet sich gerade nicht an die Eltern (oder nur soweit, wie in der Zugänglichmachung eine gröbliche Verletzung der Erziehungspflichten liegt).

Richtig ist aber sicherlich, dass diese unterschiedliche Wertung auch Ausfluss der – verbliebenen Reste von – Sexualmoral ist, dergestalt nämlich, dass ein Unterschied zwischen Sex an und für sich und der typischen Darstellung desselben in pornographischen Schriften besteht, die in der Regel – oder vielleicht sollte ich ermangels ausreichenden Überblicks besser schreiben: nicht selten – in einer Form erfolgt, in der Eltern ihren Kindern den Geschlechtsakt nicht vermittelt sehen wollen.

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Es ist schwierig zu erklären, wo die Jugendlichen die Informationen her bekommen sollen, die sie brauchen, um mit vierzehn eine verantwortliche Entscheidung zu fällen. Es ist auch schwierig zu erklären, warum man in Kindergärten Sexualaufklärung machen soll, warum Eltern ins Gefängnis kommen, wenn sie ihre Kinder der Zwangs-Aufklärung in der Schule entziehen wollen. – Aber Pornos ansehen verboten ist.

Das könnte daran liegen, dass handelsübliche Pornos eher weniger als geeignetes Mittel einer Sexualerziehung hin zu verantwortlichen Entscheidungen gesehen werden, eine Ansicht, die ich durchaus teilen würde.

Das Chaos sieht man auch bei der Prostitution: Vor ein paar Jahren hat man das zum normalen Beruf erklärt, jetzt wird es verboten.

Fehler darf man korrigieren … (Ein erfolgreiches Verbot der Prostiution sehe ich im übrigen in absehbarer Zeit nicht.)

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Man verkennt aber m.E., dass „Sex“ und „Pornos“ nicht dasselbe sind, und dass auch die „Gefahren“ nicht identisch sind. Die Überlassung pp. von pornographischen Schriften an Minderjährige ist ja nicht deshalb verboten, weil daraus unerwünschte Schwangerschaften folgen würden, sondern weil die Ansicht vertreten wird, dass einerseits die Darstellung des Geschlechtsakts an sich für (jüngere) Kinder und Jugendliche aufgrund fehlenden Verständnisses ungeeignet ist, vor allem aber, weil die *Art und Weise*, in der Sexualität in pornographischen Schriften zumeist dargestellt zu werden pflegt, Kindern und Jugendlichen ein verzerrtes, völlig falsches Bild (sowohl des status quo als vor allem auch des Ideals) vermittelt, Stichwort „sozialethische Disorientierung“.

Und dass der „Jugendschutz“ zur Zensur von Inhalten für Erwachsene benutzt wird dieser Ansicht bin ich nicht. Das ist vielmehr eine Folge dessen, dass weder Anbieter noch Nutzer willens sind, sich die Umstände zu machen, die der Schutz von Kindern und Jugendlichen (oder, anders formuliert, der Versuch, diesen solche Inhalte nicht zugänglich zu machen) erfordert.

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Und dass es kein anerkanntes Mittel, Kinder und Jugendliche von Internetseite fern zu halten, weswegen man Seiten zwingt, komplett vom Netz zu gehen, trifft so nicht zu.

Selbstverständlich gibt es ein (ausreichend) sicheres Mittel, Kinder und Jugendliche „von Internetseiten fernzuhalten“, das im übrigen dasselbe Mittel ist, mit denen man sie „aus Videotheken fernhält“ oder „von Pornomagazinen fernhält“: Zugangskontrolle und Altersüberprüfung.

So wie man Erwachsenenvideotheken und Kioske mit Pornomagazinen *ohne* Zugangskontrolle schließt, nimmt man entsprechende Webseiten offline. Das ist nicht mehr als richtig und konsequent.

Das Unsetzungsproblem, aufgrunddessen Filter im Netz überhaupt diskutiert werden, liegt schlicht darin, dass im Netz (nicht nur in
diesem Bereich) massive Vollzugsdefizite vorliegen, weil (im Gegensatz zu Videotheken und Kiosken) eine Schließung nicht einfach möglich ist, Verantwortliche nicht greifbar sind und zudem unterschiedliche Rechtsordnungen und die Probleme transnationaler Rechtsverfolgung ein der Offline-Welt vergleichbares Vorgehen be- oder verhindern.

Ich würde im übrigen jederzeit die zuverlässige Schließung entsprechender Seiten einer Filterung auf Nutzerseite vorzuehen.

Kuckuck

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Lieber Kuckuck

Ich finde Ihre Vorschläge unausgegoren. Sie vermengen ihre normativen Wünsche, Ihre juristischen Bedenken und, wie ich finde, eine unzulängliche Anthropologie – will sagen:

Sowohl Ihre Wünsche wie auch die heutige Rechtslage und die Rechtsnormen vernachlässigen den Mensch, wie er ist. Der Grund ist auch eindeutig und klar. Der Rechtsstaat will gültige Normen pflegen, bei denen ganz klar die individuelle Zurechnung zu einer Person, zu einer Bande und zur allgemeinen sozialen Gesellschaft ziehbar sein soll. Was müssen die Eltern? Was darf das Kind? Was müssen die Lehrer? Was muss der Fernsehrat? Was der Justizminister? und so weiter.

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Nur – dem ist nicht so.

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Deshalb sage ich zuerst immer gerne: Achte!!  auf Kants vier wichtige Fragen:

Was kann ich wissen?

Was soll ich tun?

Was darf ich hoffen?

Wie/was ist der Mensch?

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Die Frage heißt eben nicht: Was wünsche ich mir? und schon gar nicht: Wozu kann ich den Menschen / die Menschen zwingen?

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Jedenfalls sollten wir bei allen Regulierungen, Direktionen und Zwangsmitteln, Strafandrohungen und Verboten doch zunächst verstehen: Wie geht das denn? Wo holt sich das Kind den Porno? Wo lernt ein Mensch das richtige Ficken und Gefickt-Werden? Wann findet das statt? Wie selten haben da der Staat oder die Eltern Zeitpunkt und Modus bestimmt? Was sagt uns denn die Empirie? – Schön mal was von Seinsbindung gehört? Schon mal gehört, dass dogmatische Gesetze lediglich bewirken, dass die Menschen konkret und ganz allgemein Gesetze für unbeachtlich ansehen. Was soll auch ein Gesetz, das die Schwerkraft befiehlt aufzuheben und jeder weiß, das ist Unfug?

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Alle weiteren Extrapolationen zu Ihren drei Argumentationskreisen können Sie bitte mal unter ihren eigenen anthropologischen Vorurteilen abprüfen, bevor ich mir hier die Mühe mache, meine Vorurteile damit abzuhaspeln.

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Vielleicht abschließend abrundend dieses noch:

Wieso glauben Sie, dass die Farben, die das Leben überreich bietet, auf Lebenserfahrung und Kindheit bezogen unterschiedlich gefährlich oder bildend, entwicklungsfördernd und entwicklungshinderlich sein könnten? Ist es nicht vielmehr so, wenn etwas altersungemäßes passiert, dann mag das Kind oder ein Unerfahrener es gar nicht bemerken oder sehr geschockt sein – ja! Während jemand, der schonmal das Böse erlebte, nicht die Balance verlieren mag. Ja, das kann sein – wir sind Individuen.

Unser Dasein zeigt es aber vollkommen anders: Da gibt es diejenigen, die etwas Böses schon erlebt haben und dann beim nächsten Mal bereits irre die Nerven verlieren (wenngleich doch jeder Fall anders ist). Und dass jemand zum allerersten Kindheitserlebnis was Böses miterlebt, es gar nicht auf sich selbst bezieht, sondern mehr wie eine Illustrierte oder wie ein Videozuschauer den Ernst der Lage gar nicht kapiert, geschweige denn davon eine Entwicklungsstörung bezieht.

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Ihre Forderung Echtzeit-Internetz-Angebote und analoges Echtleben müssten doch aus sex- und pornorechtlicher Sicht identisch gefasst werden – das sehe ich viel differenzierter. IT-Revolution bedeutet mehr als nur technologische Weitung und Engung. Es belastet das Individuale mit einem virtuellen Sozialen in einer Art Kulturstress. Meinethalben käme es hier bei der Rechtsfassung mehr darauf an, Unterschiede zu umrahmen als konkrete Gleichsetzungen zu bestimmen, die ohne Seinsbindung sind. Vielleicht wird Ihnen klar, wie reglos auch Ihnen möglich ist, schlimmste Geschehnisse in den Fernsehnachrichten nebenbei anzuschauen, während Sie mit zartesten Liebes- und Geschenkideen befasst gewesen sein mögen.

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Finden Sie es nicht irre, zu glauben, der Mensch könne das moderieren, Schaden und Nutzen richtig justieren und zuschneiden? Gibt es im Reichtum des Alltäglichen nicht massenhaft unkontrollierbare Geschehnisse? Was glauben Sie, wenn ein Kleinkind im ehelichen Bett mitschläft, während die eingeheirateten Beischlafrechte mehr oder weniger pflichtgemäß abgebucht werden, wäre der richtige Zeitpunkt feststellbar, wann das Kind Entwicklungsschäden, Lustgewinn oder verfrühte Sexualkenntnisse davonträgt? Dieses Kind, wird, wenn es selbst den Zeitpunkt für gekommen befindet, von sich aus nachts durchs Schlüsselloch zu schauen versuchen.

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Und das Alles wollen Sie noch in allgemeingültige Rechtsnormen und Verpflichtungen fassen?

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Man sollte Ihnen auferlegen, das 1. Staatsexamen zu wiederholen – das meine ich, und wieso halten Sie die heutige Sexualmoral für Chaos? und wieso heillos? ich habe sowas jedenfalls weder geschrieben noch gemeint.

 

Ihr Kuckuck

 

 

 

 

 


Lichtgeschwindigkeit 28

Oktober 11, 2009

Lichtgeschwindigkeit 28 Piraten-Presseschau

am Sa, 10. Okt. 2009, von Dr. Dietmar Moews am

Plenarsaal des Sächsischen Landtags in Dresden,

Vorspiel: Zamba por vos, Erinnerung an Mercedes Sosa;

Aufnahmezeit um 20 Uhr;

Piratenthema hier:

Die ehrenamtliche Aufbauarbeit der Piraten, Organisation

und Professionalität, Freiwilligenarbeit, Personalentscheidungen,

Mindestbürokratie, dazu Dresdner Neueste Nachrichten,

Sächsische Zeitung, Dresdner Morgenpost, BILD-Dresden

Produktion, Performance, Autor, Direktion: Dr. Dietmar Moews;

Aufnahmetechnik und Admin: Gregor Schäfer & Piratencrew Dresden

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Lichtgeschwindigkeit 25

Oktober 1, 2009

am Donnerstag, den 1. Oktober 2009, ab 14 Uhr am Reichstag Berlin

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2010-03-10-183434

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Presseschau für die Piraten

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Ahoi liebe Piraten, liebes Publikum. Die Lage: Heute, am 1. Oktober

2009, das erste mal nach der Bundestagswahl. APO von den Piraten.

Wir stehen hier jetzt als außerparlamentarische Opposition. Wir

versuchen unsere Vorschläge für die Politik namhaft zu machen und

versuchen durch Aufklärung Einfluss zu nehmen. APO heißt, für uns

praktisch zukünftig nicht mehr vor dem Bundestagsgebäude, dem

alten Reichstag in Berlin zu stehen, sondern APO heißt für die Piraten,

dort zu stehen, wo die Gesellschaft ist, mit der Idee, mit dem

Hintergedanken für mehr Demokratie. Wir müssen die Machtfrage

stellen, da, wo die Macht ist, nämlich bei der Gesellschaft, bei den

Wählern, einerseits, andererseits bei den Medien, die die öffentliche

Meinung führen, und andererseits dann da, wo die abgeriegelte, von

der Dienstklasse gelähmte Macht, die Gesetzgebung, die politischen

Entscheidungen, sind. Deshalb bitte ich auch um

Nachsicht für unsere Mandatsträger, die Bundeskanzlerin, die

Abgeordneten. Wir dürfen nicht denken, dass die wirklich die Macht

haben und einfach machen können mit ihrer Macht, was wir uns

wünschen. Sondern es gibt eine ganze Reihe Verwertungsbedenken

und Einflussgrößen, die nicht immer in Erscheinung treten. Weshalb

wir dann immer sagen: Die da Oben machen sowieso was sie

wollen – während die das gar nicht wollen. Ich habe also

gestern in Szene in Berlin mit Leuten geredet, die nicht gewählt

haben, die SPD gewählt haben, die ganz verzweifelt sind, die

alles Betrug finden. Oder die sagen, Jetzt muss nur noch der

Westen auch noch kommunistisch werden und dann sind wir

durch, aus Sicht der Linkspartei.

Themen

1. Berliner Woche -Annoncen-Gratis-Wochenblatt vom 30. Sept.

2009

2. BILD von Do 1. Okt. 2009 Titel und Kommentar

3. Handelsblatt Titel von Do 1. Okt. 2009

4. ZEIT 41 von Do 1. Okt. 2009 – Wochenzeitung

Interessante Artikel in den Zeitungen heute. Die

Zeitungen in Deutschland sind die Informationsgeber und

Leitmedien für die Meinungsführung, immer noch nicht das

Internetz. Das muss auch gar nicht umkämpft werden in

unserer gesellschaftlichen Kommunikation, denn wir

wirken ja alle zusammen auf den gesellschaftlichen Prozess.

5. Das Piratenthema: Nach der Wahl – wie bewerten die Piraten

das Wahlergebnis? Was tun die Piraten? Was tun die Piraten

binnenorganisatorisch in der Piratenpartei, um zu zeigen,

dass sie auch fähig ist Ansagen zu machen? Und was, mit

Blick auf die Gesellschaft und den gesamtgesellschaftlichen

und weltinnenpolitischen Prozess?

Berliner Woche -Annoncen-Gratis-Wochenblatt vom

30. Sept. 2009: Diese Gratis-Wochen-Werbezeitung von Berlin

stelle ich vor, um aufzuklären. Diese Zeitungen werden von den

Politikern wirklich sehr gefürchtet. weil dort, wo die

Abstimmungen und wo die Stimmen geworben werden müssen,

da wirken diese Zeitungen bei all den Menschen, die keine

Zeitungen kaufen. Die gucken da rein und sehen, was ist los.

Da kann ich noch mal an meiner Kunstpolitik-Kritik an der

Salonpersonnage anknüpfen. Diese Blätter sind voll mit von

dieser ganzen kleinen Staatskunst, wo die Bezirksämter den

kleinen Funktionären die 1000 Euro-Überweisungen machen.

Das ist wirklich klasse in der Weise, dass jetzt das Geld

knapp wird. Dann hört das endlich auf. Und die müssen einfach

zum Arbeitsamt gehen. Solche Werbezeitungen,

wie die Berliner Woche, sind also sehr beachtlich,

wenn man wissen will, was die Leute wissen und nicht nur,

was sie selbst denken.

BILD Titel und Kommentar: BILD-Bundestitelblatt in meiner

Wind- und Segelaktion mit dem Tsunami in Indonesien.

Das furchtbare Todesbeben. BILD erscheint in 16 oder 17

Regionalausgaben. Die Berliner-Brandenburger

Ausgabe berichtet, Herr Sarazzin Türken in Berlin beleidigt.

Ich gehe nicht darauf ein, denn wir berichten für die

ganze Welt. Der Kommentar des Briefschreibers Wagner

ist von mir diesmal mal nicht ironisch gemeint, ausnahmsweise:

Herr Wagner schreibt: >Liebe SPD Du bist in der Situation eines

Fußballclubs wie Hertha BSC, letzte Saison um Meisterschaft,

Championsleague, heute Tabellenende … der Fußballclub SPD

ist 146 Jahre alt. Er ist die Partei der Aufklärung. Die Partei der

Entrechteten. Mein Vater hat SPD gewählt. Die

Nazis haben die SPD verboten, Die SPD hat überlebt. Ohne

Brandt ohne Schmidt sähe die anders aus. …<

beachtlich.

Die BILD-Zeitung wird von vielen Leuten nicht geliebt.

Aber in Wirklichkeit ist das , was die Leute sagen die

Erklärungsnorm. Nicht das, was die Leute wirklich

empfinden. Hier auf dieser Wiese habe ich Fußball

gespielt Der grandiose Fußballabend unserer

Bundesliga in der Championsleague. Der Fußball

sowohl FC Bayern und VFL Wolfsburg haben gestern

in der Champions Leaque internationale

Spitzenleistungen gebracht – Bayern gegen Juventus

Turin 0:0; Wolfsburg gegen Manchester United 1:2 –

die Ergebnisse waren nicht so erfreulich.

Es war wunderbar anzusehen. Ich freue mich auf

die nächsten Spiele.

Handelsblatt: Es ist voll von Wirtschaftssachen. Deshalb

die Sparten- und Nischenpartei mein Piratensignet die FDP

will Solarförderung kappen. Die FDP-Idee,

dass wir mit Atomstrom billig fahren, heute –

was morgen ist, wird hier nicht gefragt. Ich kann das

hier nicht so weitermachen, in den Böen habe

ich hier Windstärke 6 bis 7. Tut mir leid für

das Handelsblatt. Ich muss das hier abbrechen.

ZEIT 41 vom Do 1. Okt. 2009 – Wochenzeitung:

Die ZEIT ist ein Riesenpaket.

Hat heute einen Titel: >Ein komisches Gefühl<.

Und eine Vignette, ein Bild, mit einer piratisch

kopftuchgetarnten Studentin. Und hat eine große Beilage

mit dem gleichen Titelbild, aber dieses ganze Studententeil

mit der Piratenmimikry behandelt gar nicht die Piraten.

Dazu ein Artikel mit Hunnenfoto und Wikinger auf hoher

See – nur die Piratenpartei wird dabei nicht erwähnt. Aber

die ZEIT hat tatsächlich einen großen Artikel zur Piratenpartei –

ich jetzt hier fast unter, es läuft schon wasser ins Boot – der

korrigiert werden muss. Der Piratenchef Seipenbusch hat

gesagt: Dass die ganze Gesellschaft der elt steht unter dem

Eindruck der neuen Sinnlichkeit wovon wir ja auch

viele Vorteile haben, also das wird hier gesagt. Hätte jeder

auf die Bühne gedurft hätte ich 85 bis 90 % der bei der

Feier Anwesenden kommen lassen können, weil

sie viele Ideen haben und klasse sind. Da ich selbst als

Schäferhund die Bühne bewacht habe, weiß ich

dass ich drei Sunden lang Jörg Tauss daran hindern

konnte, die Bühne zu nutzen. Das Thema Kinderporno

sollte jetzt nicht mehr als Kampagnethema von

den Medien genutzt werden, denn verbindlicher,

intelligenter und einfühlsamer als die Piraten,

hätte man mit der anhängigen Klage hinsichtlich der

Verpflichtung gegenüber Jörg Tauss nicht umgehen

können.

Das Piratenthema:

Nach der Wahl, wie bewerten die Piraten das

Wahlergebnis? Was ist ab sofort zu tun?

Die Piraten haben ein sehr sehr gutes Ergebnis erzielt.

Eine Sensation ist das aber nicht. Insofern war die Freude

auf der Wahlparty auch von offenen Augen für die Krise

von Finanzen und Wirtschaft geprägt, nämlich angesichts

des Votums, wie es jetzt das neue Parlament und

die nächste Regierung erwarten lassen.

Frage: Was müssen die Piraten also jetzt machen?

Antwort: Aus der Sicht der empirischen Soziologie

haben die Piraten ihre Selbstfindung in dreierlei Hinsicht

zu betreiben: Welches sind die Themen der Piraten?

Welches sind die Medien der Piraten? Welches

sind die Werte der Piraten? Als Themen sind sowohl

als parteipolitischen und -organisatorischen Fragen

entschieden werden, alle Sachthemen, alle Medienfragen,

schließlich alle Wertefragen. Dazu wird morgen,

Freitag, 2. Oktober 2009, weitergedacht.

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