Von der Unermeßlichkeit des Schönen

Juni 3, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4484

am 3. Juni 2014

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…X,8

Die Zumutung im Schönen ist dessen unabweisbare Selbstwürde, geziemend wirksam als Botschaft, Maßgestalt und Sinnkraft seines Inhaltswahren.

Durch Annahme der dreifachen Gabe beteiligt sich das empfängliche Wesen im sinnmehrenden Geiste am Nutzwirken des Formguten.

Ermutigt von geführtem Wahrnehmen, beginnt alsbald im Willigen das kunstwürdige Innewerden zu gedeihen.

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Zitiert nach: Otto Nebel, Von der Unermeßlichkeit des Schönen (1961-63) in Frühwerke, Schriften zur Sprache und zur Kunst – Das dichterische Werk Band 3 in Frühe Texte der Moderne, herausgegeben von René Radrizzani der edition text+kritik herausgegeben von Jörg Drews, Hartmut Geerken und Klaus Ramm, München 1979


Von der Unermeßlichkeit des Schönen

Mai 15, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4416

am 15. Mai 2014

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IX,1

Das Geheimnis im Schönen ist das Verbundenbleiben seines Inhaltswahren mit dem Allguten, aus dem alle Beseelkräfte, Sinnwürden und Nutzzwecke hervorgehen.

Allein durch Innewerden der Bindung des Zeugerischen an das Vorweg-Bewirkende kann der Künstler vorbereiten, dass sich Geheimnisvolles in seinem Schaffen haltfindend berge.

Wahl und Gebrauch der Gestaltungsmittel dienen alsdann sinngerichtet dem Vollbringen des einzelnen Werkes im Geiste reifer Innenschau.

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Zitiert nach: Otto Nebel, Von der Unermeßlichkeit des Schönen (1961-63) in Frühwerke, Schriften zur Sprache und zur Kunst – Das dichterische Werk Band 3 in Frühe Texte der Moderne, herausgegeben von René Radrizzani der edition text+kritik herausgegeben von Jörg Drews, Hartmut Geerken und Klaus Ramm, München 1979


Von der Unermeßlichkeit des Schönen

April 22, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4326

am 22. April 2014

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VII,1

Der Ursprung im Schönen ist jener Vor-Satz des Erheblichen der sinngebenden Kraft, mit dem sie sich hinwegsetzt über Widerstrebendes, um bestimmtes Inhaltswahres in entsprechendes Formgutes zu verwandeln.

Mit berückender Entschlossenheit ermutigt sinngeführtes Wittern das Zeugerische zum Gestalten von Unerwartetem.

Aus dem Baugesetzlichen wachsen dem Vollbringen wesentliche Werkzuchten, Prüfmittel und Handhaben zu.

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Zitiert nach: Otto Nebel, Von der Unermeßlichkeit des Schönen (1961-63) in Frühwerke, Schriften zur Sprache und zur Kunst – Das dichterische Werk Band 3 in Frühe Texte der Moderne, herausgegeben von René Radrizzani der edition text+kritik herausgegeben von Jörg Drews, Hartmut Geerken und Klaus Ramm, München 1979

 


Von der Unermeßlichkeit des Schönen

April 6, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4277

6. April 2014

„… V,9

Die Freude im Schönen ist die Spiegelung der Himmelschuld, der es gefällt, bildbares Inhaltswahres in sinnmehrendes Formgutes von entsprechender Gefäßwürde zu verwandeln.

Mit dem fortwährenden Entstehen unzähliger Sinngefüge des Schönen sorgt das Sein des Unerschöpflichen für das ewige Bestehen der Freude.

Im Bereiche des Menschlichen erhellt daraus für Erkennende die Zweckbedeutung des Hochamtes der Künste.

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Von der Unermeßlichkeit des Schönen

März 26, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4246

am 26. März 2014

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IV,9

Der Drang im Schönen ist der sinngezügelte Eigenwille einer Gefüge-Einheit, ihr Inhaltswahres durch ihr Formgutes nutzwirkend zu offenbaren.

Ohne stete Sinnfolgschaft im Erfinderischen werden die Kräfte des Formwillens aus der Zielbahn des Nutzwirkens abgedrängt.

Wohlweislich hütet sich schöpferische Weitsicht davor, den zweckgerichteten Eigenwillen werdender Sinngefüge des Schönen durch menschliches Wollen zu bedrängen.

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Zitiert nach: Otto Nebel, Von der Unermeßlichkeit des Schönen (1961-63) in Frühwerke, Schriften zur Sprache und zur Kunst – Das dichterische Werk Band 3 in Frühe Texte der Moderne, herausgegeben von René Radrizzani der edition text+kritik herausgegeben von Jörg Drews, Hartmut Geerken und Klaus Ramm, München 1979


Von der Unermeßlichkeit des Schönen

März 13, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4205

am 12. März 2014

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III,8

Das Feste im Schönen ist das Zielgerichtete seines Inhaltswahren, das dem Formguten der Gefüge-Einheit viele entsprechende Wirkmöglichkeiten einräumt.

Ohne solche Lenkvernunft im Sinnkerne des Zeugerischen entsteht im Schönen keine Festigkeit.

Das Inhaltswahre bestimmt unwandelbare Nutzzwecke; das Formgute umfasst wandelbare Verfahren.

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Zitiert nach: Otto Nebel, Von der Unermeßlichkeit des Schönen (1961-63) in Frühwerke, Schriften zur Sprache und zur Kunst – Das dichterische Werk Band 3 in Frühe Texte der Moderne, herausgegeben von René Radrizzani der edition text+kritik herausgegeben von Jörg Drews, Hartmut Geerken und Klaus Ramm, München 1979