Bubrowski oder Bukowski? Gebärmutter oder Reagenzglas

Juni 5, 2015
Lichtgeschwindigkeit 5638

vom Freitag, 5. Juni 2015

.

Bildschirmfoto vom 2015-06-01 00:24:36

.

Während ich in dieser Lichtgeschwindigkeit hervorzuheben gedenke, mich sehr zu freuen, mit der heutigen Holz-Ausgabe, die ich als treuer Zeitungskäufer täglich von meinen Händlern kaufe und bar bezahle, die erste FAZ zu sehen, die schon von der Titelseite her das Gepräge des sehr geschätzten Jürgen Kaube, nun auch mehr Mitherausgeber, zu erkennen:

.

Nicht mehr der mir missliebige Schirrmacher, als überkandidelter Honigsauger und Dünnbrettbohrer, der sich eigentlich in gar nichts wirklich auskannte. Immer wenn Schirrmacher was Neues aufgegabelt hatte, hatte er lediglich seinen Schreib-, Telefonier- und Lesefleiß, aber kein tragfähiges Gespür zelebriert. Nichts von Schirrmacher – meine ich – konnte man ungeprüft benutzen. Schirrmacher war also kein kritischer Dienstleister, sondern er machte Arbeit, statt Verlässliches zu bieten. Problem: Er konnte nichts.

.

IMG_4788

.

Jürgen Kaube nunmehr verfügt über Geltungsrang durch Augenmaß und Urteilskraft zu den heute gebräuchlichen Orientierungsstrategien in Macht und Politik. Kaube ist eine solide Variante vom Nietzsche-Übersetzer Charles Bukowski („Umarme das Schicksal – jenseits von Gut und Böse“ und Isaiah Berlin „Diesseits von Gut und Böse“).

.

Das heißt: Wir Menschen und die Farben der Moral, der empirischen Herrschaftspolitiken und des mutmaßlichen Seinsschlüssels, in die kurze Tagesform einer Frankfurter Allgemeine Zeitung gefasst, sollten erkennbar und belastbar sein (sodass die Verlags-Rechnung aufgehen kann).

.

Das war in der heutigen Ausgabe – meinem Wunsch gemäß –  in Titeln der Titelseite der Frankfurter Allgemeine Zeitung so aufgereiht:

.

IMG_4790

.

(Oberthema: Erziehungsstreik, Eltern, Kinder, Maximen von Führung und Fühlung mit Führungsanspruch), „Heute:

.

Demokratisches Restrisiko

.

Moral statt Politik

.

Rettung für Hochschulen

.

Auf schmalen Schultern

.

Büromieten steigen kaum“

.

Zu jeder dieser Titelzeilen stehen die tagespolitischen Geschehnisse und Bedrängnisse in steilem Verhältnis: Rechtsstaat und Mob, staatliche Bildungsapparate, Missverhältnis von Genieabhängigkeit zu Mehrheitsintegration, dazu der Kaufvertrag als Über-Ich.

.

Was also machen wir mit dem Anfang jeder Gemeinschaft für ein gelingendes Gemeinschaftshandeln, der kollektiven Urteilskraft?

.

Die Urteilskraft stärken.

.

Wie geht das?

.

Durch organisierte Bildung.

.

Das kostet – und schon sind die Eltern bedient (Jasper von Altenbockum „Die Eltern sind bedient“ Titel-Kommentar am 5. Juni 2015). Der Wadelbeißer hat hier die Volkshochschulen vergessen, die der Mangelbildung der Erwachsenen abhelfen sollen.

.

Wie bildet man Eltern, an denen bereits Erziehung und Bildungsziele verfehlt wurden? Mit Helene Bubrowskis Anti-Bukowski-Text: „Wer denkt an die Kinder?“ (immer noch Titelseite der FAZ) am 5. Juni 2015.

.

Es geht mit der wichtigsten Textstellung, FAZ Seite 1, oben links, los:

.

„Erziehungsstreik für Schlichtung unterbrochen“ – es fehlt der Hinweis auf den Charakter von Industriegewerkschaften in unserer Zeit: Nicht nur hat die Ver.di-Führung die Erzieher mit diesem Streik verraten, auch führt sie unverschämt vor, wie Herrschaft durch den durchorganisierten Verbändestaat über alle Herzen und Köpfe hinweg durchgesetzt wird. Die FAZ hier ganz bei „sich“, Partei-Zeitung auf der StaMoKap-Seite der herrschenden Blockparteien („demokratisches Restrisiko“, „Moral statt Politik. Aufklärerische Kritik als Wurzel der modernen Dauerkrise …“, „Rettung für Hochschulen“ …).

.

Kurz: Kaubes Stichworte stimmen. Doch heraus kommt blendende bzw. kaschierte Herrschaftsmoral („Großer Gott wir loben Dich“ / vom <Kölner Dom-Chor bei geöffnetem Fenster laut anhören).

.

Helene Bubrowski schreibt, dass es „In Vitro Fertilisation“ gibt – also Erzeugung menschlicher Abkömmlinge ohne Liebe und ohne kulturelle Vorurteile, quasi „Jenseits von Gut und Böse“, wie Nietzsche es in seiner Vorurteilslehre beschrieb. Dass es mit Heidegger das feindliche Gestell gibt, unsere tradierten Vorurteile, die die Möglichkeiten des zukünftigen Seins ankränkeln, verhindern, indem „Das Dasein in das mögliche Sein hinaussteht“. Und nun schlägt Sloterdijk nach und fordert: „Die schrecklichen Kinder der Neuzeit“ –  sie lernen nicht das Notwendige – denn nun sind sie Heideggerfreunde: Vorurteilsfeindlich (also hirnrissig).

.

Helene Bubrowski beschreibt, wie gebunden und geborgen das künstliche Erzeugtwerden nicht ist, wie brutal es für Eilieferanten, Austrägerinnen, Fremdgeborene, Identitätsschwache, Neukranke, nämlich unwerte Menschen, nur sein kann – dagegen die gute Tradition des Sexus Nexus mit allerliebst Liebesleid, Kabalen und missbrauchten Briefen, Inzuchtquoten und KuckucksUse – so weit das Auge reicht Lug und Trug, aber traditionell und herrschaftsbewährt.

.

Die junge Frau Bubrowski also voll aus ihrer Lebenserfahrung schöpft, der einfachen Moral das Wort in der FAZ reden möchte. Eigentlich aber liefert sie lediglich eine Stoffsammlung der Plattitüden, ziemlich unsystematisch außerdem, legte man Kriterien der empirischen Sozialforschung daneben. Welche Argumente dagegen das Lebensrecht aller Missgeburten und Geschundenen, Behinderten und Ungelieben, Bastarde und Kuckuckskinder haben, nachdem solche auch noch das Purgatorium der gesellschaftlichen Ächtung in jedem Belang nicht nur überlebten, sondern daraus die Hochbegabung, eine Sonderstellung zu machen vermochten (wenn sie nicht gestorben sind) und den Preis angeboten bekamen, den sie dann dem Helene-Bubrowski-Schwangerschaftsturn-Vereinen der FIFA spendeten – mit dem spöttischen Kommentar angenagelt: „Ihr Manna könnt ihr selber saufn. Es lebe das unwerte Leben.“ – das beschäftigte FAZ-Autorin Bubrowski gar nicht.

.

IMG_4701

.

Dietmar Moews meint: Bei aller Zukunftsgenealogie und Integrationsführung hat der Roman-Soldat Schwejk nicht zu Unrecht behauptet: Man muss sie in die Tür einklemmen, will man eine Katze umbringen – die haben ein zähes Leben.

.

Ein „so Sollen“ des staatlich geführten Fortpflanzungssinnes, eingeschlossen „Kinder, deren Eltern miteinander Geschlechtsverkehr gehabt haben sollen“ (Bubrowski am 5. Juni 2015), machtmoralisches Pfahleinschlagen des Leitmediums FAZ, die sich eigentlich mehr für USA-hörige Medien- und Militärspiele erwärmt, klingt mir aus dem Munde der Helene Bubrowski nicht klar und deutlich genug:

.

Sie sollte es: „Konservatives Umherirren traditioneller Verhängnisse nennen – lieber den alten Krieg als den neuen“. Nein, sie malt Schwarz und Weiß, wie jedes Heinzlein von Heinrich Heine im Keller das Blutfass doch kennt, aber die Anderen für blöde halten möchte.

.

IMG_4702

.

Es kann dafür der SPD-Mann Herbert Schmalstieg wenig dafür, dass dieses Thema an ihm sein Leben lang vollständig vorbeigegangen ist (als Nummer Zehn der Prominentenmannschaft immer elegant), der hier auf Seite 8 in der FAZ, 5. Juni 2015 von Günter Bannas als „Schlichter“ vorgestellt wird.

.

IMG_4704

.

Und auch hier hat die FAZ-Redaktionskonferenz nicht die nötige Zeit aufgewendet, zu prüfen, ob hinter dieser Tapetentür wirklich der Weg ins Freie führt: Schmalstieg als Schlichter, nachdem Gewerklschaft und Arbeitgeber bereits ihre „FIFA-Methode“ haben durchblicken lassen?

.

IMG_4705

.

Ein gezieltes Interview mit Schmalstieg zur heutigen Ausbildungslage der Erzieher, als Kindergärtner, Sozialpädagogen, Erziehungswissenschaftler, Diplom-Erzieher und so weiter, hätte Mehrwert haben können. Der Abrichtungsakt der Schlichtung ist bereits jetzt schon ein Akt der LÜGENPRESSE – die streikenden Erziehungsberufsständlerinnen und -ständler tun mir leid. Und was sagt Helene Bubrowski, deren schutzbedürftiges Klientel hier doch übers Stöckchen springen darf?

.

IMG_4707

.

Sie möchte, dass die “Überlistung der Natur“ gesellschaftlich gewünscht, neumodisch nicht unter Strafe stehen, aber nicht zur „Gefahr durch die hässlichen Seiten des Machbarkeitswahns“ werden solle. Das nenne ich verneinte Verneinung des Verneinens: (Don’t be denied /Neil Young)

.

IMG_1266

.

Und – ich erlaube mir den Scherz zur Frage: Wohin mit dem Zeigefinger (gehn wir zu Dir oder zu mir?)? – wenn es ein mahnender, aber „zahnloser Zeigefinger ist“ (Helene Bubrowski), so stecke ihn einfach in die Nase.

.

ZUGINSFELD 40 DMW 674.1.11 190 cm / 190 cm, Öl auf Leinwand, in Berlin 2012 gemalt

ZUGINSFELD 40
DMW 674.1.11
190 cm / 190 cm, Öl auf Leinwand, in Berlin 2012 gemalt

.

Indem ich Ihnen ein langes Leben wünsche, sparen Sie auf diese Weise ganz erheblich.

Abonnement auf Lebenszeit für EURO 500,- (oder entsprechender Landeswährung)

Einzelpreis oder Abonnement inkl. Versand EURO 12.-, Schüler bei Selbstabholung EURO 4.-

.

Neue Sinnlichkeit Blätter für Wehrrecht und Reisepflicht

Neue Sinnlichkeit
Blätter für Wehrrecht und Reisepflicht

Abonnieren Sie mit Namen, Postanschrift, Ort, Datum, Unterschrift sowie EURO 500 zur Verrechnung bei:

PANDORA KUNST PROJEKT

zu Händen Dr. Dietmar Moews

Mainzer Straße 28

D-50678 Köln am Rhein


Jasper von Altenbockum „Verloren“ und die ZDF-ANSTALT

Mai 26, 2015

Lichtgeschwindigkeit 5613

vom Dienstag, 26. Mai 2015

.

IMG_4769

.

Heute, Dienstag, 26. Mai 2015, bringt die Frankfurter Allgemeine Zeitung mal wieder einen TITEL-KOMMENTAR vom WADELBEISSER.

.

Und wie jedesmal hält er nicht aus, seinem eigenen Vortrag zu entsprechen. Jasper von Altenbockum arbeitet vermutlich zu schlecht bezahlt für die FAZ, sodass er nur Flachzangenprodukte abliefert:

.

Heute also:

.

Verloren“ – der Text widmet sich der aktuellen Diskussion zur „HOMO-EHE“ in Deutschland, nachdem es in Irland zumindest als Ergebnis einer Volksabstimmung zur Einleitung eines ordentlichen Gesetzes kommen wird.

.

IMG_4773

.

Jasper von Altenbockum spitzt zu folgender Formulierung zu:

.

IMG_4773

.

…katholische Kirche … Derart in die Defensive geraten, haben ihre Lehrsätze vielleicht nicht an Wahrheitsgehalt, aber an gesellschaftlicher Wirklichkeitsnähe verloren. … Verfechter der klassischen Ehe hingegen haben es offenbar akzeptiert, sich in eine Nische zurückziehen zu müssen, in der nur noch hinter vorgehaltener Hand über die erstaunlich weitverbreitete Tradition geredet wird, dass Mann und Frau dazu gehören, ein Kind zu zeugen …. im Namen von Gerechtigkeit und Toleranz einfach für gleich zu erklären.“

.

IMG_4725

.

Dietmar Moews meint: Individuell mag Herr FAZ-Autor zölibateur leben, Paarungs-Sex heterosexuell bevorzugen, stets Sex im Zeichen der gottgefälligen Kindeszeugung und seine eigenen homosexuellen Ambitionen als Sportler, Künstler oder Kunstfreund ettikettieren – mir ist es Wurst.

.

Doch: „Lehrsätze vielleicht nicht an Wahrheitsgehalt, aber an gesellschaftlicher Wirklichkeitsnähe verloren. … Verfechter der klassischen Ehe…“ – das ist weder so noch anders wahr. Und es ist weder so noch anders wirklich.

.

Was hier vom Wadelbeißer der FAZ verbrämt wird, ist, die Machtfrage der katholischen Moralunternehmen zu unterstützen, indem er mit Vokabeln wie „klassisch“ und „erstaunlich weitverbreitet“ hantiert.

.

PETER MARGGRAF "Puppenkopf", Polyester Auflage 6 Stück, 1973

.

Indem Jasper von Altenbockum eine Tradition in die Zukunft fortzusetzen verlangt, wie es die Kirche tut, dabei aber die Wahrheit und die heutige Wirklichkeit der „IN VITRO FERTILISATION“ unterschlägt.

.

Tatsächlich ist die traditionelle SEXUS-NEXUS-Sozio-Kultur nicht mehr zwingend für die zukünftige Genealogie, für die heutige Soziologie und nicht für die konkrete Fortpflanzung.

.

IMG_1395

,

Die verknotete Windung der Irländer, verglichen mit der Vorstellungsschwäche der Traditionalisten in Deutschland, kann nur in der Nische verschwinden, wo Jeder macht, was ihm beliebt, z. B. patriarchale Einehe mit jahrzehntelangem Sexverzicht, Erdnussbutter im Schritt vom Dackel schlecken lassen oder als Thomas Mann verkleidet nach Nidden in den Strandkorb zu flitzen – man kann natürlich auch viel reden, wenn der Tag lang ist:

.

567_7_0_stoff_mexicano

.

Jasper von Altenbockums Formulierung: „Wahrheitsgehalt, aber an gesellschaftlicher Wirklichkeitsnähe“ können Verfechter der klassischen Ehe überhaupt nicht mehr aufweisen. Da liegt nun die Frankfurter Allgemeine Zeitung, am 26. Mai 2015 auf der Titelseite von Weitem sehr entfernt.

.

Rechtlich möglich ist, durch gegenseitige BGB-Vermächtnisse ehegleiche Kompetenzen und Verpflichtungen auf Gegenseitigkeit zu stellen – in der Art wie auch Eheverträge hinsichtlich der Ehe einiges ändern – hier also eine weitgehende Übertragung der Individualrechte auf einen beliebigen Partner zu übertragen – quasi Vortodes-Vermächtnis zugunsten eines geschlechtsunspezifischen Anderen und vice versa (GbR).

.

Zum Beispiel würde das Recht auf einen (den) ehelichen Verkehr, das Recht auf Gewalt im intimen Schlafzimmer, Vergewaltigung in der Ehe und so weiter, nicht anders vor der Wirklichkeit scheitern, egal ob Hetero-Ehe oder Homo-Ehe.

.

dm_2stoffbilder

.

Warum die „DIE ANSTALT“ vom ZDF neulich eben das alte Drama „SEXUS-NEXUS“ derart traditionell veralbern zu sollen glaubte – ich habe es nicht verstanden.

.

Herr Claus von Wagner und Herr Max Uthoff und Herr Christoph Sieber fuhren also ganz begeistert auf ihre Männerverfangenheit ab, statt mal das Reagenzglas auf den eineiigen Elch hin zu befragen gehabt zu haben:

.

IN VITRO FERTILISATION – ob man das sympathisch findet oder nicht, hat die Wahrheit des zweigeschlechtlichen Vorurteils für immer beseitigt und damit alle Liebesromane der Bücherschränke obsoliert: PRIL ENTSPANNT DAS BECKEN.

.

Natürlich gibt es auch GOTHIC und HIPPIES und SWINGER und sonstige RÜCKSTÄNDLER – ach ich ess‘ so gerne Schokolade – ach ich hab – so gerne Kabale und Liebe. Ob er jetzt an mich denkt?

.

IST MIR EGAL!!! Hauptsache sie denkt an mich (wenn wir uns treffen)

.

Indem ich Ihnen ein langes Leben wünsche, sparen Sie auf diese Weise ganz erheblich.

Abonnement auf Lebenszeit für EURO 500,- (oder entsprechender Landeswährung)

Einzelpreis oder Abonnement inkl. Versand EURO 12.-, Schüler bei Selbstabholung EURO 4.-

.

IMG_4566

Abonnieren Sie mit Namen, Postanschrift, Ort, Datum, Unterschrift sowie EURO 500 zur Verrechnung bei:

PANDORA KUNST PROJEKT

zu Händen Dr. Dietmar Moews

Mainzer Straße 28

D-50678 Köln am Rhein


SOCIAL FREEZING – Ein sozialer Fortschritt

Oktober 18, 2014

Lichtgeschwindigkeit 5006

am Samstag, 18. Oktober 2014

.

IMG_3845

.

Wer Design designed, muss eher sprachschöpferisch überzeugen, als durch seine geringen Fähigkeiten, wirkliche Neuigkeiten erfinden oder entwickeln zu können, erfolgreich in die Vorstellungsorientierung hineinzukommen.

.

Social Freezing“ ist so ein Design-Fliegenschiss. Die Technik haben bereits vor vielen Jahren Naturwissenschaftler entwickelt. „Sozial“ ist daran rein gar nichts, was im Sinne der Sache „Freezing“ fraglich wird.

.

Aus soziologischer Sicht lassen sich soziale Mutmaßungen betrachten:

.

Welche Auswirkungen haben die Möglichkeiten der gekühlten Lagereier? Warum thematisiert man nicht die sozialen Dimensionen, der geschlechterspezifischen Abkopplung von Mann und Frau, mit Blick auf die eingeschlechtlichen Klon-Fortpflanzungstechnik?

.

So, wie bereits längst Samenbanken zeugungsfähiges Sperma horten und käuflich anbieten (Kühllagerung kostet),

.

so können nunmehr zeugungsfähige Eier ebenfalls ins ewige Leben vorgehalten werden (Kühllagerung kostet) – das aktuell von Sprachdesignern ins Gerede gebrachte „social freezing“ wird momentan von der betriebswirtschaftlich-marketingseitigen Nutzung hochgespielt, ist bekanntlich nicht mehr brandneu.

.

Unbemerkt meist, manchmal auch zur Schlagzeile gemacht, arbeitet die abendländische Wissenschaftsmaschine in den Naturwissenschaften Tag für Tag in die Breite, manchmal eine Schicht tiefer. Wirksam wird der wissenschaftliche Fortschritt immer, wenn es zu einer herausragenden neuen Anwendung und dann zur massenhaften industriellen Verwertung kommt.

.

Während das die Menschengeschichte durchziehende zweigeschlechtliche Fortpflanzungsdrama zwischen Frauen und Männern, Kulturantriebsmodus, wackelnder Bau der Triebpyramide aus Triebverwirklichungen, Triebhemmungen und Triebverzicht kennzeichnete, ist das nun – Alles vorbei: der Saurier ist tot, aber seine Hüften zucken noch.

.

Mit Entwicklung der eingeschlechtlichen Klon-Zeugung im Reagenzglas – in Vitro Fertilisation – kann sich jedes menschliche Individuum selbst technisch Clonen lassen – ein Ei und eine Austrägerin sind bis jetzt noch Teil der Produktionskette. Liebesromane werden zukünftig andere Schwerpunkte finden müssen: Romantik der Eigenliebe – ich habe schon was anderes vor.

.

IMG_3813

.

Dietmar Moews meint: Den Fortschritt und die Kultur, das Verhalten täglich neu zu integrieren ist eine schöne Freiheit, die jede neue Generation entfalten muss. Wie stark dabei Erbe, Tradition und Abhängigkeiten die Veränderungen oder Bräuche pflegen, ist Aushandlung und Praxis.

.

Zwei schwerwiegende Veränderungen kommen in meinen persönlichen Blick, die mich belustigen:

.

EINS: Die Gepräche, die ich auch heute nicht mit all den Frauen führe, die für nichts sonst so tiefangebundene Motivation zur geistigen Auseinandersetzung haben als über ihre Abkömmlinge, werde ich auch zukünftig nicht über die eingefrorenen Eier mitmachen.

.

ZWEI: Wie infolge der versprochenen Emanzipationswirkungen durch Googles „Social freezing“ zusätzliche Tob-Jobs entstehen, kann man genüsslich abwarten. Es werden die Karrierefrauen (nebst „Freezing background“) zukünftig den Wettbewerb auf die Karriereposten erhöhen.

.

Wir werden jetzt schon die soziale Veränderung ansagen: Auch andere Wettbewerber werden den härteren Wettbewerb mit eigenen Eistechniken verschärfen. Die Haifische werden technokratisches Quoten-Monitoring und Flash-Netzwerke ins Spiel bringen.

.

Ich freue mich schon auf die Partnervemittlung bei LOVERTY usw. „Kassandra mit 4 guten Eiern im Kühlschrank und hoher Pension sucht Sie oder Ihn“; (es meldet sich sie, ebenfalls mit mehreren Eiern auf Lager).

.

Das Beste wird sein, die verkrampften Rennhühner werden mit Blick auf die Haifischgesellschaft inspirierter und ideenreicher, dynamischer und effizienter – mit Ei in der Kühlkammer. Wer’s glaubt, wird selig: SEXUS NEXUS.

.

IMG_3774

.

und BESTELLEN

subscription to Dietmar Moews Abonnement von Dietmar Moews un abonnement à Dietmar Moews,

Blätter für Kunst und Kultur erscheinen in loser Folge im Verlag Pandora-Kunst-Projekt Köln

Blätter Neue Sinnlichkeit

.

23_h200

.

Indem ich Ihnen ein langes Leben wünsche, sparen Sie auf diese Weise ganz erheblich.

Abonnement auf Lebenszeit für EURO 500,- (oder entsprechender Landeswährung)

Einzelpreis oder Abonnement inkl. Versand EURO 10.-, Schüler bei Selbstabholung EURO 2.-

Abonnieren Sie mit Namen, Postanschrift, Ort, Datum, Unterschrift sowie EURO 500 zur Verrechnung bei:

PANDORA KUNST PROJEKT

zu Händen Dr. Dietmar Moews

Mainzer Straße 28

D-50678 Köln am Rhein