Neue Sinnlichkeit 73 Blätter für Kunst und Kultur in Köln erschienen

Dezember 5, 2019

Lichtgeschwindigkeit 9790

am Freitag, 6. Dezember 2019

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Hier findet sich der fortlaufend wechselnde Untertitel der NUMERO 73

Blätter für flache Menschen im tiefen Staat

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Inhalt

Umschlag: Plakatausschnitt Dietmar Moews Flughafen Hannover

Zum Geleit

INHALT

IMPRESSUM

ERFOLGSKINDER

ABONNEMENT NEUE SINNLICHKEIT AUF LEBENSZEIT FÜR 500 EURO

HERBERT WEICHMANN: Die Totengespräche zwischen Machiavelli und Montesquieu von Maurice Joly

DIETMAR MOEWS: Klare Staatsmacht oder „Tiefer Staat“

DIETMAR MOEWS: Malerei und Augenwelt

YEHUDI MENUHIN: Zum LICHT AUF YOGA des Iyengar

DIETMAR MOEWS: Peter Grämer der Maler ist 2018 gestorben

ADOLPH FREIHERR KNIGGE: ÜBER EIGENNUTZ UND UNDANK 1796

Knigge setzt Kants kategorischen Imperativ in

allgemeinverständliche Klarheit: Fortsetzungen XXI

DIETMAR MOEWS: Lexikon des Kunstwesens: EMPIRIOKRITIZISMUS

DIETMAR MOEWS: Lexikon des Kunstwesens: PETER GRÄMER

DIETMAR MOEWS: Lexikon des Kunstwesens: JOHN BERCOW

JOHN BERCOW: Portrait: Die Linie von Dietmar Moews

DIETMAR MOEWS: Die Kinderseiten der Epoche: Der Albino-Maulwurf

Auflösung Qualitätsrätsel 72: Marta Wassermann-Karlweis

QUALITÄTSRÄTSEL 73: Wer hats geschrieben?

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Impressum:

Neue Sinnlichkeit Blätter für Kunst und Kultur seit 1979 erscheinen in loser Folge im Pandora-Kunst-Verlag, Springe, Hannover, München, Leipzig, Magdeburg, Dresden, Berlin, Köln

E-Mail dietmarmoews@gmx.de Verlagsanschrift und Abonnement auf Lebenszeit bei:

Dr. Dietmar Moews Mainzer Straße 28, D-50678 Köln ISSN 1432-5268

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abonnement auf lebenszeit NEUE SINNLICHKEIT ist so möglich:

schicken Sie 500 EURO als einmalige bezahlung (bar oder scheck) an meine verlagsanschrift: dr. dietmar moews mainzer straße 28, 50678 köln sowie ihre adresse, wohin zukünftig die lose folgenden blätter gesendet werden sollen: zur freude und belohnung sparen sie auf diese weise täglich ganz erheblich, mit einem ABONNEMENT AUF LEBENSZEIT FÜR 500 EURO

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Erfolgskinder

Ich grüße die allerliebste Leserin und den lieben Leser, hier beim Eintritt in das Blatt Numero 73 im vierzigsten Jahrgang. Es ist ein eigener Impuls nötig, Etwas zu tun oder zu lassen. Oft gibt es akute Reize und Ablenkung. Dann holt man Atem und nimmt das frische Heft Neue Sinnlichkeit zur Hand.

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Die IT-Revolution bietet viele Neuigkeiten. Man probiert, was versprochen wird. Es ist die Kunst unserer Zeit, Neues herzustellen, das besser ist als das Gewohnte. Vieles geht über die Person hinaus. Oft erleben wir, wohin sich der Mensch entwickeln wird, wenn er glaubt, keine anderen Menschen mehr zu brauchen. Roboter antworten auf Impulse ohne Sehnsüchte zu befriedigen. Wenn sich ein Wischen am Telefon schöner anfühlt als eine Begegnung mit einem Menschen?

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Als Neue Sinnlichkeit 73 Blätter für flache Menschen im tiefen Staat, im 41. Jahrgang, folge ich meiner prometheischen Lebensweise, die ich gerne teile, doch kaum Teilnehmer fand, wie es mit meinem poetisch produktiven Talent und der Selbstanforderung auf mimetisches Ver-mögen, nur mit Ehrgeiz und Hingabe gehen konnte. So begegne ich Poesus und Mimesis auf Feststellung und Analyse der herankommenden Angelegenheiten. Wer seine folkloristische Plattfüßigkeit, die sich jede eigene Blödheit als Verschwörung erklärt – die eigene Flachheit als „tiefen Staat“ wirklich nicht ernsthaft zu verstehen sucht, macht sich das Leben schwer. Aber wem Gedanken mühselig sind, sollte ohne klaren Durchblick nicht Verschwörung vermuten.

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Im Frühjahr 1979 fand ich meine Gelder gut, las in meinen Papieren und dachte, mit all den Veranstaltungen, Bilderausstellungen in meiner Ballhof-Galerie Hannover – im weitreichende Ruf mit den Uraufführungen neuer Musik, die Komponisten einbrachten und hochbegabte Musiker, die teils heute weltberühmt sind: Sabine Meyer, Christoph Poppen, Michael Gees, Andreas Staier, Elsbeth Moser; Thomas Schmidt-Kowalski wird ganz sicher noch mal vom staatlich dirigierten SALON-UNWESEN entdeckt werden – ich rufe nach KLAVIERQUARTETT h-moll Opus 12 – ließe sich die regionale Tiefe verstärken. So wurde es. Und zur aktuellen DIETMAR MOEWS-Frage: Ja, er lebt noch. Im Frühjahr 1979 habe ich Neue Sinnlichkeit, als Künstlergruppe und als Manifest geschrieben. Vorausgingen seit meiner NDR-Ausstellung 1977 „natürlich“ viele stundenlange Diskussionen mit den damaligen Freunden; während mir auch damals völlig klar war, dass die sehr verschiedenen persönlichen Horizonte zwischen mir als AVANTGARDIST in eigener Prominenz, mit anderen Künstlern, die von sich aus „kleinere Brötchen buken“, oder die noch unsicher, ob sie einmal bohemiennes Vollblut haben werden, als Maler, als Pianist, als Geiger, Flötist oder Komponist? – solange man noch im Studium, glaubt man andere Verwertungsbedenken als ein „Professorenverdacht im akademischen Mittelbau“, der gerne mal ein beamteter Staatsdiener werden möchte oder eben ein am Markt erfolgreicher Künstler mit wachsendem Sammlerkreis.

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Auch so gab es für – der letztlich immer Alles bezahlte, Galerie, Ausstellungen, Publikationen, Transporte, Geschäftsbetrieb – mich keine Kompromisse, dessen kommende Wünsche klar waren. Und das betraf eben auch die allgemein politische ALTERNATIV-Bewegung. Meine Mitwirkung bei der Gründung der GRÜNEN in Hannover, GABL, die ebenfalls dann plötzlich mit mir zugleich rauskommenden TITANIC – Satireblatt der neuen Frankfurter Schule und „taz“ die tageszeitung, als Genossenschafts-Tageszeitung eine links-alternativen Orientierung. Diese politische Weichenstellung in der Ballhof-Galerie Hannover, meine Mitwirkung in der FRIEDENSBEWEGUNG, der internationalen „Sportler für den Frieden“ mit Dr. Horst Meyer und Jutta Meyer-Siebert und anderen Freunden von Sport und Kunst, sowie die „Künstler für den Frieden“, womit ich den größten Teil meiner Musiker und Malerfreunde einbüßte, während andere hinzukamen, die allerdings nicht zur exklusiven Freundschaftsstimmung einer Neuen Sinnlichkeit beitrugen. So feiere ich heute auch nicht ein VIERZIG JAHRE-JUBILÄUM im familiären Freundeskreis. Und meine damaligen Neufreunde, wie HERBERT SCHMALSTIEG, GERHARD SCHRÖDER oder WILLIAM BORM (ja, das ist beiläufig Name-Dropping) waren nicht wirklich Freunde. Meine Künstlerfreunde, Thomas Schmidt-Kowalski, Ladislav Kupkovic, Günter Schulte, Peter Grämer haben mich in die Ewigkeit verlassen. So gebe hier jetzt meine neuesten Bewegungen preis, die das BLATT NUMERO 73 rechtfertigen, z. B. der NIHILIST und Schriftsteller Hans-Michael Zimmermann in Köln, der zitierfähig denkt und schreibt:

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Aus „DAS TRÄUMENDE TIER“ Essay über ein Tier, das auch im Wachzustand träumen kann.

„…werden die Konturen einer Lebensauffassung sichtbar, in deren Mittelpunkt die rastlose Suche nach Sicherheit und Geborgenheit steht und, ohne Rücksicht auf Verluste, das dauernde Ringen um eine Bestätigung dafür, dass die Wahrnehmung der eigenen Existenz mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Auf Dauer sind solch bitterernste Bemühungen nicht nur anstrengend, sondern auch deprimierend, denn als kleinster gemeinsamer Nenner aller kosmischen Erbsenzählerei gilt eine Form von Bescheidenheit, in der man es vorzieht, lieber der Elendeste zu sein als Garkeiner.“ (Seite 36)

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„…Man konnte sich nicht daran erinnern, Signale ausgesendet zu haben, die als eine Aufforderung zur Kopulation hätten verstanden werden können, dennoch war der Mann gekommen, offensichtlich bereit, seine Gene weiterzugeben. Da konnte man nur mit dem Kopf schütteln, und mit kollegialem Schulterklopfen wurde ihm zu verstehen gegeben, dass er sich geirrt habe und in aller Ruhe abwarten solle, bis er gerufen würde; dem Störrischen wurde mit einem Klaps auf den Hinterkopf bedeutet, dass er sich wieder trollen könne.

Doch der Mann wollte sich nicht abweisen lassen, weil er noch das Missverständnis aufzuklären beabsichtigte, dass er nämlich keineswegs vorhabe, seine Gene weiterzugeben, dass in diesem Fall es sich allein um den Vorgang handele, der damit einherzugehen pflege, nur um die Lösung einer lästigen Anspannung, keine große Sache also. Aufmunternd sah der Mann in die Runde, aber da gab es nur nachdenkliche Gesichter, und um nochmal auf den  geringen Aufwand, den die Bearbeitung seines Anliegens bedurfte, hinzuweisen, fügte er noch hinzu, das ginge ruck, zuck! und das wär’s dann auch schon gewesen.“ (Seite 40).

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So kurz, vorstehend hier, Hans-Michael Zimmermann, der „Philosoph der Monatsblutienen“ – geträumt.

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Goethe meinte, beachtlich nach Herder und Safranski, „Mit der Aufwertung der Schöpferkraft löst sich das Kunstverständnis vom Prinzip der Nachahmung einer vorgegebenen allgemeinverbindlichen Realität und wird Ausdruck einer Individualität. Von nun an soll Kunst

nicht das Leben bloß nachahmen, sondern selbst Ausdruck des individuellen Lebens sein. Statt Mimesis gilt jetzt Poesis. Es kommt jetzt nicht mehr darauf an, sich dem Vorgegebenen, dem gültigen Muster und den Konventionen anzupassen, sondern darauf, Originalität zu zeigen. Wer etwas auf sich hält, möchte ein Originalgenie sein oder wenigstens als ein solches gelten“. In Goethes Prometheus-Gedicht ist zu lesen:

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„Hier sitz‘ ich forme Menschen

Nach meinem Bilde“

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Mein neuester Spaß ist das ABC der Wahrheit, das in diesem Heft beginnt – dazu mehr, weiter hinten in diesen ERFOLGSKINDERN.

Immerhin ließe sich nach diesem Goethe-Herder-Safranski-Kunst-Motto die heutige Staatskunst überzeugend erkennen. Was ich ganz frontal wie auch als empirisch soziologischer Systemkompilator der struktural-funktionalen Vorstellungskraft anspreche:

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Was da der Staat organisiert und damit den Kunstbetrieb vollkommen füllt, sodass nur noch private Kleinnischen für Nicht-Organisationskunst gesucht werden müssen, ist: Ganz einfach die Selbstausdrucks-Originalität dieser „Staatskünstler“ in ihren Werken, wofür sie auch noch staatlich ausgebildet werden – sind ohne Rangfolge zwei Skandale, nämlich:

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Dass die Kunststudenten nicht merken, dass sie von simulierenden Kunstprofessoren Nichts lernen und

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dass der Staat das derart hermetisch herbeiorganisiert.

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Während Menschen immer variant und wählend zueinander kommen, können Computer -diese Roboter als menschliche Begleiter – doch nur fehlerfrei, was ihnen zuvor einprogram-miert wurde. Denken wir in menschlichen Bezügen und als menschliche Intelligenz gemeint, kann es keine Künstliche Intelligenz (KI) geben. Anders gesagt – KI ist keine Intelligenz. KI disponiert allenfalls unfaßbar umfangreiche Massen an Einzeldaten in konditionierte digitale Rechenvorgänge. Ein Computer rechnet fehlerfrei – das ist sein materialistischer Vorteil. Menschen dagegen sind fehlerhaft und fehlbar. Wir Menschen schaffen (daraus/deshalb) täglich Kulturanschlüsse und Kulturfortsetzungen. Während ein Computer gestartet wird, menschliche „Kultur“ zu schaffen, prozessiert er immer nur ein fehlerfreies Resultat.

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Ein Blick voraus, auf anschlüssige Computer-„Kulturleistung“, erkennt, wie mit künstlicher Intelligenz menschliche Intelligenz vertreten werden soll, doch nicht kann. KI kann nicht Kultur. Wir können keine Kulturgeschichte sehen, sondern eine algorithmisch geprägte Morphologie von digitalen Binärrechnungen der Menschenfremdheit, von Simulation, von Abklatsch – nicht von menschlicher Kultur. (Dabei bin ich weit davon entfernt, menschliche Kultur als einen Prozess der fortwährenden Fehlerkorrekturen anzusehen; allerdings wird jede Software auf gerade diese Conditional Jumps programmiert – ganz im Sinne von Wiederholungsrechnen von Schleifen. Dabei können gerade keineswegs Fehler herauskommen.

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Während also der Mensch mit Modifikation oder Melioration seiner Taten geduldig handelt und verhandelt (oder wenn die Geduld gebricht, lässt der Mensch eben Fehler stehen – ja, er hat sogar Salvatorische Klauseln „kulturell“ etabliert).

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Kants Kritik der Urteilkraft zur angeblichen Kant-Krise – so ein umstrittener Begriff der älteren Kleistforschung. Durch die Grenzen der Vernunfterkenntnis, die Kant aufgezeigt hatte, sah Kleist seinen geradlinigen, rein vernunftorientierten Lebensplan in Frage gestellt. In einem berühmten Brief an Wilhelmine vom 22. März 1801 notierte Kleist:

Wir können nicht entscheiden, ob das was wir Wahrheit nennen, wahrhaftig Wahrheit ist oder ob es uns nur so scheint […] Mein einziges, mein höchstes Ziel ist gesunken, ich habe nun keines mehr.“

Kritikern zufolge berief Kleist sich allerdings lediglich auf eine durch die Lektüre Immanuel Kants ausgelöste Krise, um einer von Zögern, Scheitern und falschen Entscheidungen geprägten Lebensphase eine philosophische Rechtfertigung zu geben. Briefe, die er vor dem 22. März 1801 geschrieben habe, würden deutlich erkennen lassen, dass

er sich schon Monate vor der sogenannten Kant-Krise von den Wissenschaften abwandte, und keineswegs, weil er grundsätzlich an den Möglichkeiten sicherer Erkenntnis zweifelte, sondern weil die Beschäftigung mit den Wissenschaften den Reiz für ihn verloren hatte.

Aber alle Sinne bestätigen mir hier, was längst mein Gefühl mir sagte, nämlich daß uns die Wissenschaften weder besser noch glücklicher machen, und ich hoffe, daß mich das zu einer Entschließung führen wird. O ich kann Dir nicht beschreiben, welchen Eindruck der erste Anblick dieser höchsten Sittenlosigkeit bei der höchsten Wissenschaft auf mich machte. Wohin das Schicksal diese Nation führen wird –?Gott weiß es. Sie ist reifer zum Untergange als irgend eine andere europäische Nation. Zuweilen, wenn ich die Bibliotheken ansehe, wo in prächtigen Sälen und in prächtigen Bänden die Werke Rousseau, Helvetius, Voltaire stehen, so denke ich, was haben sie genutzt? Hat ein einziges seinen Zweck erreicht? Haben sie das Rad aufhalten können, das unaufhaltsam stürzend seinem Abgrund entgegeneilt? O hätten alle, die gute Werke geschrieben haben, die Hälfte von diesem Guten getan, es stünde besser um die Welt. Ja selbst dieses Studium der Naturwissenschaft, auf welches der ganze Geist der französischen Nation mit fast vereinten Kräften gefallen ist, wohin wird es führen? Warum verschwendet der Staat Millionen an alle diese Anstalten zur Ausbreitung der Gelehrsamkeit? Ist es ihm um Wahrheit zu tun? Dem Staate? Ein Staat kennt keinen andern Vorteil, als den er nach Prozenten berechnen kann. Er will die Wahrheit anwenden – Und worauf? Auf Künste und Gewerbe. Er will das Bequeme noch bequemer machen, das Sinnliche noch versinnlichen, den raffiniertesten Luxus noch raffinieren. – Und wenn am Ende auch das üppigste und verwöhnteste Bedürfnis keinen Wunsch mehr ersinnen kann, was ist dann –?

Nahezu mittellos und innerlich „so wund, daß mir, ich möchte fast sagen, wenn ich die Nase aus dem Fenster stecke, das Tageslicht wehe tut, das mir darauf schimmert“ (Brief an Marie von Kleist vom 10. November 1811) nahmen die Gedanken an einen Suizid aufgrund von Geldsorgen und der stetigen Kritik seiner Werke überhand, auch weil sein Schauspiel „Der Prinz von Homburg“ verboten wurde und er desgleichen keine Stelle im preußischen Staatsdienst erhielt. Aus Geldnot schrieb er weiter Stücke, die postum im zweiten Band veröffentlicht wurden. Zuvor hatte er in seinem Bemühen um ein Darlehen mehrere Bitt- und Bettelbriefe verschickt, unter anderem an den König, an den Prinzen von Preußen und vor allem an den Staatskanzler Hardenberg, ohne jedoch eine Antwort zu erhalten. Einzig die Nachricht am Rande des Gesuchs ist überliefert „Zu den Akten, da der p.v. Kleist 21.II.II. nicht mehr lebt“

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Es ist der Tod von meinem Malerfreund Peter Grämer in Berlin erst langsam bekannt geworden: Peter Grämer wurde am 11. April 1939 in Chemnitz, Sachsen, geboren und ist 79-jährig, am 7. November 2018, in Berlin-Zehlendorf gestorben. Peter Grämer war ein deutscher Künstler der freien

Malerei, der bereits in der Pop-Art der 1970er Jahren seinen ersten Rang und Anerkennung außerhalb des Syndikats-Kunstmarktes fand. Peter Grämer war Meisterschüler bei dem Maler Peter Janssen an der HdK West-Berlin und 1972 Mitglied im Deutschen Künstlerbund geworden. Peter Grämer war Künstler der Neuen Sinnlichkeit, gemeinsam mit Dietmar Moews und anderen in der Ballhof-Galerie Hannover. Er starb nun nach jahrzehntelangem Atemleiden, mit knapp achtzig Jahren, zuhause.

Einen Nobelpreis für Peter Handke begrüße ich sehr. Damit deutet sich an, dass die in Deutschland versiffte Szenerie der Salonpersonnage und Kulturbolschewiken auch in der Literatur langsam verschwindet. All diese Parteidienstklassler waren als 1968er mal zum „Gang in die Institutionen“ angetreten und haben wirklich maßgebliche Posten erobert, die das Großbank-Kapital für die Durchorganisation des Verbändestaates für Gewerkschaften und SPD freiließ. So schrill tönen deshalb jetzt auch die Restschrei-hälse, die noch nicht begriffen haben, dass dieser „tiefe Staat“ so langsam ausdient: Bert Brecht – wie der Name schon sagt. Und statt der schimmelnden Brechtwärme, die von Suhrkamp immer weitergeköchelt wird, finden wir hier im Heft den Zaunpfahl, der unter dem Titel „Die Protokolle der Weisen von Zion“ stets falsch signiert wurden. Wir finden sie von Herbert Weichmann als Die Totengespräche zwischen Machiavelli und Montesquieu von Maurice Joly, neuangespielt.

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Ich kann die dahingehenden großen Genies nicht aufhalten – jetzt ist der Zeuge beider Deutschlande, Günter Kunert, gestorben – dabei sind die Auguren, die sich auskennen, so wichtig, überall wo der Narrativ-Mob herrscht.

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Dietmar Moews‘

LEXIKON DES KUNSTWESENS

John Bercow

John Simon Bercow, B. wurde am 19. Januar 1963 in Edgware, Middlesex, England, geboren und ist ein britischer Politiker der Konservativen Partei (Tories), zuletzt als „Speaker“ in „House of Commens“, Westminster. B. wuchs in Finchley in Nord-London auf. Sein Vater war Taxifahrer mit rumänischen Wurzeln. B. besuchte die Manorhill School, eine Gesamtschule. Als vielverspre-chendes Tennis-Talent (Bercow ist lizenzierter Tennistrainer) wünschte, tennisprofi zu werden. Er war der beste U-12-Spieler des Landes. Nach eigener Darstellung Bercows wurde seine sportliche Laufbahn früh durch ein Asthma-Leiden beeinträchtigt.

Sein Studium der Politischen Wissenschaft an der Universität Essex schloss er mit Auszeichnung ab (First Class Honours Degree).

Seit 1997 ist Bercow Member of Parliament (MP). Er wurde am 22. Juni 2009 zum Speaker des britischen Unterhaus gewählt, am 18. Mai 2010 wiedergewählt und seitdem mehrfach, zuletzt im Jahr 2017, in diesem Amt bestätigt. Deshalb ruht zurzeit seine Mitgliedschaft in der Konservativen Partei. Am 9. September 2019 kündigte Bercow seinen Rücktritt zum 31. Oktober des Jahres an. B. ist Vertreter des britischen Remain in der EU, gegen den seit 2016 betriebenen Exit.

Im Dezember 2002 heirateten B. und Sally Illman; das Paar hat drei Kinder.

B. ist seit 1971 Anhänger des Londoner Fußballvereins FC Arsenal. Er besucht Heimspiele der Fußballmannschaft regelmäßig gemeinsam mit seinem Sohn. Im Jahr 2014 veröffentlichte er ein Buch über die Biographien der zwanzig bedeutendsten männlichen Tennisspieler aller Zeiten.

ahingehenden großen Genies nicht aufhalten – jetzt ist der Zeuge beider Deutschlande, Günter Kunert, gestorben – dabei sind die Auguren, die sich auskennen, so wichtig, überall wo der Narrativ-Mob herrscht.

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So habe ich noch einen JOHN BERCOW – was es Alles gibt! – wenn man einen langwierigen Flughafenbau mit einer Kuh kombiniert.

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Qualitätsrätsel 73

"Grundgütiger", sagte da der zweite Dorfschulze, wie wohl hat der Bursche gesprochen, wenn auch etwas zu viel. Daher bin ich nicht nur gegen ihre Auspeitschung, sondern will sie beide auch mit nach Hause nehmen und ihnen auf ihrem Wege weiterhelfen, unter der Bedingung, dass sie sich schnurstracks aufmachen und nicht noch kreuz und quer durchs Land streifen, denn dann wären sie wohl eher Strolche als bedürftig."
    Schon sagte der erste Dorfschulte, nun seinerseits ganz sanft und gnädig gestimmt, gerührt und mitfühlend:
     "Nicht zu Euch sollen sie kommen, zu mir will ich sie mitnehmen, dort werde ich ihnen alles über Algier beibringen, damit sie zukünftig keiner mehr bei ihrer Lügengeschichte ertappt, sobald sie mit ihrem Latein am Ende sind."
    Die Gefangenen dankten es ihnen, die Umstehenden priesen ihren ehrenwerten Entschluss und die Pilger freuten sich über den guten Ausgang der Angelegenheit.
    Der erste Dorfschulze wandte sich an Periandro und sagte:
     "Und ihr, liebe Pilger, habt ihr auch eine bemalte Leinwand mitgebracht? Könnt ihr uns noch so eine Lügengeschichte als die reine Wahrheit auftischen?"
     Periandro gab keine Antwort, da er sah, wie Antonio Geleitbriefe, Genehmigungen und Ausweise aus dem Wams zog, die sie für ihre Weiterreise mitführten, und sie dem Dorfschulzen mit den Worten aushändigte:
 
    "Aus diesen Papieren könnt Ihr ersehen, wer wir sind und wohin unsere Reise geht, die wir Euch nicht vorzuzeigen brauchten, da wir keine Almosen erbitten und es auch nicht nötig haben. Und da wir freie Reisende sind, könnt Ihr uns frei passieren lassen."
     Der Dorfschulze nahm die Papiere entgegen und reichte sie, da er nicht lesen konnte, gleich an seinen Kollegen weiter, der ebenso wenig des Lesens mächtig war, weshalb sie schließlich in die Hände des Schreibers gelangten, der sie kurz überflog und Antonio dann mit den Worten zurückgab:
     "Hier haben wir, meine Herren Dorfschulzen, so viel Tugend und Trefflichkeit unserer Pilger verbrieft, wie Würde in ihrer Schönheit liegt. Wollen sie bei uns die Nacht verbringen, soll mein Haus ihnen als Herberge und mein guter Wille als Festung dienen."
    Periandro dankte ihm sein Anerbieten, und da es schon spät war, verbrachten sie dort die Nacht, wo sie im Haus des Schreibers liebevoll, großzügig und redlich empfangen und bewirtet wurden.

 

Wer hat’s geschrieben?

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Qualitätsrätsel – liebes Geisteswesen,, unter dieser Rubrik QUALITÄT kann man den Autor um den Preis des Erraten.s erraten.. Wer den Geist errät – es ist auch schon mal eine Geistin – erhält damit einen Wegweiser zu bester Geist- und Formulierungskunst, die sich immer anregend, belehrend und belustigend lesen lässt. Es ist sozusagen „ein Walhalla“ der

Denk-, Dicht- und Schreibkunst in deutscher Sprache oder von herausragenden Übersetzungen aus aller Welt ins Deutsche.

Auflösung im nächsten Heft – man kann, anstatt zu erraten, eine weltweite Suchmaschine füttern und dann? – Ja.

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FINE E COMPATTO

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WARNUNG: recommended posts (Zusätze, die als Empfehlungen oder Beziehungen von WordPress hier eingestellt werden)

 

auf dem Dietmar Moews‘ Blog eingeblendete „Recommended Posts“ oder sonstige „Pseudoempfehlungen“ werden von WordPress

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gegen das Einverständnis des Eigentümers Dr. Dietmar Moews

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hier gezeigt und sind keine Empfehlungen von Dr. Dietmar Moews. Nichts davon wird i.S.d.P. von Dr. Dietmar Moews verantwortet. Dietmar Moews klickt diese „recommendends“ nicht an und liest nichts davon.

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Ab jetzt werden alle Dietmar Moews‘ Blog-Beiträge mit dem SLOGAN

 

FINE E COMPATTO deutlich beendet.

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WARNUNG: recommended posts

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zu Händen Dr. Dietmar Moews

Mainzer Straße 28

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