Neues von der Neuen Deister Zeitung

März 26, 2021

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am Freitag, den 26. März 2021

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Heute las ich in einer älteren Ausgabe der Neue Deister Zeitung aus Springe am Deister. Die Redakteure in Springe haben sich einen Oberflächenstil zugelegt, weil vermutlich bei gründlicherer journalistischer Arbeitsweise kein Blatt zum Redaktionsschluss fertig würde – hat man dort doch auch immer gleichzeitig den NDZ.de-Auftritt im Auge, der nicht hinter dem Tageszeitungsrhythmus herhängen darf, sondern stets auf der möglichst aktuellen Höhe der Echtzeit-Agenturen sein möchte – dazu möglichst gute Abbildungen. Und jetzt hatte ich also eine Titelseite, die dem Lokalreiz entsprechen sollte. Es brachte die NDZ in ungewöhnlichem Großformat den folgenden Titel:

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Dietmar Moews meint: Ich weise auf das neue Gutachten 2021 zum Forschungsstand hin: Dr. Dietmar Moews zu >Goebel Quellenkritik 2021<, im asz Köln erschienen.

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Liebe Benutzer*ienen der LICHTGESCHWINDIGKEIT bei WordPress, es folgt ein Text/Bild-Beitrag, den ich für die Leser der NDZ (Neue Deister Zeitung Springe) verfasst habe. Der Text ist wegen meiner Urheberrechtsansprüche bislang nicht von der NDZ publiziert worden. Der informative Text bringt Fakten, die beweisen, dass und wie durch Jahrzehnte hindurch den Lokalblattlesern der Kleinstadt Springe am Deister durch die Neue Deister Zeitung (NDZ) eine IRREFÜHRUNG eingebrannt worden ist.

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In einem mit kommunalem Geld erstellten Bildband der beiden Springer Heimatzeugen, Heinrich Kalisch (1925-2003) und Dr. rer. nat. Hans-Heinrich Seedorf (1923-2020), mit dem Titel „Zeitzeugengeschichte von Springe von 1925 bis 1956“, wurden zahlreiche Erinnerungen von Zeitzeugen mit Briefen, Worten und Bildern und Archivgütern dokumentiert und leider auch geschichtsmanipulativ verschwiegen. Die historisch wertenden Teile von Kalisch/Seedorf sind wesentlich irreführend oder gar falsch. Sie behaupten z. B., der Springer Heinrich Göbel habe im Jahr 1854 die elektrische Glühlampe erfunden. Sie verschweigen den ersten Verfasser der Orts-Chronik, den umgekommenen Juden und Springer Lehrer, mit Nazi-Berufsverbot, Dr. Heinz Brasch. Dabei danken Kalisch/Seedorf allen möglichen Geschichtsfälschern, den Lehrern Wilhelm Hartmann, Friedrich Fischer und Wilhelm Haverkamp sowie dem Alt-Bürgermeister Jürges, der den Juden Brasch persönlich für diese Stadtgeschichte indienst genommen hatte und ekelhaft ist dann folgender Nachsatz:

„…Die Rücksichtnahme auf noch Lebende, die undurchsichtigen Verhältnisse dieser Zeit und die völlig unzureichende Quellenlage machten eine eingehende Behandlung der Zeit des Nationalsozialismus und der Nachkriegszeit für die Verfasser unmöglich. Das nachzuholen war auch eine Aufgabe des jetzigen Buches …“. Und Kalisch/Seedorf schwingen sich geschichtsklitternd auf: „18. Bericht: Der Führerstaat: (Einparteienstaat) Die Nationalsozialisten verfügten über eine straffe Organisation, die sie befähigten, in kürzester Zeit von der Spitze bis zur Basis taktische Entscheidungen zu fällen und umzusetzen. Die Partei war eine lückenlose Superorganisation. Sie erfasste über die verschiedenen Gliederungen alle Berufe und Stände des deutschen Volkes. Keiner durfte abseits stehen. Alle wurden erfasst, nicht nur im öffentlichen Leben. Alle Organisationen der Partei waren hierarchisch aufgebaut und jede Stufe mit einem verantwortlichen Führer besetzt, der streng den Anweisungen seiner Vorgesetzten zu folgen hatte …“ (S. 37).

So ging es auch Brasch – aber unsere Springer Chronisten haben dafür eine Lücken-Superorganisation. Wer nicht studierter Historiker war, hätte in den Tagebüchern von Goebbels oder Rosenberg lesen können. In den Aufzeichnungen und Analysen zum NSDAP-Innenleben, dem SS/SA-Konflikt, den geografischen und linken/rechten Gruppenkämpfen, wird keineswegs mitgeteilt, dass – wie vom Führer gefordert – Staat und Politik sich führen ließen (vgl. Brendan Simms 2019). Und wer Zeuge war, wie die beiden Kalisch/Seedorf, sollte verstanden haben, dass und warum die „Superorganisation“ den totalen Untergang verursachte. Das entging den beiden heimatfreundigen Pioniere der Zeitzeugenschaft , auch auf sich selbst zu beziehen, offensichtlich:

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>Pioniere der Irreführung als lokale Domäne der Neuen Deister Zeitung von Springe< – 18. September 2020

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Heute brachte die NDZ in ungewöhnlichem Großformat den folgenden Titel:

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Im hinteren Teil des Provinzblattes NDZ, auf Seite 8, wird nämlich ein Pionier als Idol der historischen Wahrheit zuwider eingepflegt. Auch die aktuelle Leitung der NDZ deckt bis heute nicht die eigene führende Rolle daran auf. Ein Unterklassen-Auswanderer, 1848 aus Springer, wird 2020 weiterhin als Pionier der Entwicklung des elektrischen Lichts den einheimischen Lesern erklärt. Man tut so, als habe ein Heinrich Göbel (1818-1893) in USA gegen Edison prozessiert, vor Gericht gesiegt, als „Pionier“ große Abstandsgelder erhalten und sei dann zu früh gestorben. So lehrten auch die Lehrer nach dem Krieg (1939-1945) ihren Schülern in Springer. Man hatte sogar eine Heinrich-Göbel-Schule benannt und wollte den Volkspark „Heinrich-Göbel-Park“ nennen. Schon der Orts-Chronik-Verfasser, der Lehrer Dr. Heinz Brasch, erfand bereits 1943 die Göbel-Pionier-Idolisierung. Es wird noch im Jahr 2021 so gehalten.

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Als Göbel-Gutachter erhielt ich die Anfrage, ob ich die Einstein-von Braun Atomexperimente im Springer „Wegemeisterhaus“ für möglich halte, und habe darauf meinen folgenden Text für die NDZ geschrieben. Jedenfalls treten für mich ganz harte soziologische Tatsachen der proaktiven lokalen Führungs- und Meinungsmacht hervor zur Frage: „Was halten die Bewohner der Kleinstadt Springer für wahr? Woher haben sie ihr vermeintliches Wissen? Wozu schweigen sie lieber? Vielleicht können die Menschen aus folgendem Narrativ etwas über Massenkommunikation im Kleinen lernen:

>Springer* als moderner Pionierort mit Einstein

Der Springer Ortsbürgermeister Karl-Heinz Friedrich (CDU) freute sich über kostengünstige neue Idole und Pioniere für den kreativen Ort hinterm Deister. Zumal bereits Einsteins Familienunternehmen als Pioniere des elektrischen Lichts große Straßen-Beleuchtungsprojekte in München, Zürich und Wien realisierten, womit zusätzlich Bezug zur Lichtstadt Springer offenkundig ist. So könnte auch der Leuchtkörper am Ebersberg zur „Einstein-Bastei“ umgewidmet werden, der den ersten Atomsprengkörpern, von 1915 aus Springe, sehr ähnelt.

* Springer (sic!) nannte Henry Goebel Sr. seine Heimatstadt Springe in seiner ersten von sieben Eidesstattlichen Erklärungen im Januar 1893 in New York.

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Es ist zu vermuten, dass auch lange nach dem geistigen Aufkommen von Münchhausen in Springe (Göbels Lehrer), auch Einstein und Wernher von Braun bereits im Jahr 1914 in Springe die ersten erfolgreichen Experimente mit kleinen Atombomben durchführten (Jahrzehnte vor Großbritannien).

Wie die NDZ jetzt vom „Einsteinkreis“ erfuhr, der aus Mitgliedern des Springer Geschichtsvereins und dem damaligen Nachkriegs-Superintendent Heinrich Grimm bestand, gab es ein Labor im ehemaligen Wegemeisterhaus, nahe der Kaiserrampe. Dort sollen die ersten Testexplosionen erfolgreich stattgefunden haben

Einstein/ von Braun hatten jeweils die Nachtzeit des 31. Dezember genutzt, wo die Sylvesterfeiern und das übliche Feuerwerk, für akustische Deckung sorgte. Die radioaktiven Rückstände wurden in den Nebengebäuden des Laves-Jagdschlosses zwischengelagert. Sie sollen die ehemalige „Kaiserrampe“ und einen Sonderzug der Reichsbahn benutzt haben und direkt in der Einsiedlung (ehem. Lohöfer) gewohnt haben. Schwerer persönlicher Streit zwischen dem älteren Einstein und dem jüngeren Wernher von Braun um verfügbare Forschungsgelder beendete deren Zusammenarbeit in Springe.

Während die beiden Pioniere der Atomphysik, Einstein und von Braun, später von den USA angeworben wurden, hatte Hitler (in Springe) gegen Ende der Weimarer Republik noch selbst versucht, die fortschrittliche Waffentechnik in Deutschland zu halten.

Der NDZ liegen Auszüge der Korrespondenz zum Atomlabor „Wegemeisterhaus Springe“ vor, die aus dem Nachlass der Springer Geschichts- und Naturwissenschafts-Professoren, Horst Callies und Hans Heinrich Seedorf, stammen sollen. Vor einigen Jahren präsentierte Museumspionier Prof. Callies sogar ein Glasgehäuse (NDZ berichtete), das mutmaßlich zum Bau der Einstein/von Braun-Atombomben-Modelle verwendet worden sei. Callies bezeichnete dieses Gehäuse als „Fliegenfalle“. Dafür erhielt er sogar das Bundesverdienstkreuz.

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Der Springer Ortsrat besitzt vom eigenen Rang als Pionier-Stadt bislang nur Geheimpapiere im Stadtarchiv, die von Patent-Gerichtsprozessen zur Kernspaltung aus den USA stammen. Vom geheimen Atomlabor im Springer Wegemeisterhaus besitzt das Stadtarchiv keine Dokumente, obschon sowohl Prof. Callies wie auch Prof. Seedorf im Museum auf dem Burghof  jahrzehntelang aktiv waren. Man könnte allerdings im Museumsarchiv oder in den geheimnisumwitterten Oscar Musal-Papieren, des Amtsgerichtsrats, fündig werden.

Sollte jetzt ein Sturm der Springer, besonders auch der Schüler, auf das Stadtarchiv erfolgen, selbst zu sehen, was die geheime Orts-Geschichte noch alles sagt, hätte die NDZ allerdings viel zu tun, wenn sie die Führungsrolle fortsetzen möchte. Und es drängt erneut der akute Personalmangel für Stadtarchiv und Museum wieder auf die Tagesordnung von Stadtrat und Ortsrat (nach Abgang des Stadtarchivars Andreas Lilge; NDZ berichtete).

An sich kann preisgünstig die „Einstein-Bastei“ aus der bislang so genannten „Göbel-Bastei“ gemacht werden – der Leuchtkörper ist durchaus als Fantasieform eines Atomsprengkörpers gut geeignet. Auch ließe sich ein zweiter Pferdehalfter am alten Springer Amtsgericht neben dem ersten anbringen, der an den Stadtarchivar Andreas Lilge mit folgenden Worten erinnert: „Herausgeber der Ortschronik Springe im Jahr 2002 und Pionier des Archivwesens“.

Eine Verdi-Göbel-Lilge-Darstellung lässt sich als Idolisierungs-Symbol für den Fremdenverkehr und durchaus auch international vermarkten, sobald es um Idole und Pioniere geht. In der Pipeline des Springer Stadtmarketings befinden sich auch weitere Modelle, z. B. Bill Wyman als Hannah Arendt-Double, Keith Moon als Charles Aznavour und Mireille Matthieu.

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Dietmar Moews, Köln am 18. September 2020, meinte: Die beiden Zeitzeugen, Kalisch und Seedorf, haben ihre persönlichen Erlebnisse und ihre „Heimatverbundenheit“ – als Weltkriegsflüchtlinge – zusammengetragen und publiziert, wofür ich ihnen danken möchte. Springe hat kaum derart Sozio-Geistiges hervorgebracht – die beiden sind damit alleinstellend. Ich bedauere die Lücken, aber ich finde die Brasch-Verleugnung von Kalisch/Seedorf beachtlich. Die beiden Autoren haben weder Musal befragt, noch Achim Gercke, noch Hartmann 1954 korrigiert.

13. Änderung / Ergänzung des Wortlautes auf den Gedenktafeln von Heinrich Göbel. Herr Friedrich stellt den Antrag vor. Er bittet den Bürgermeister, Herrn Springfeld, eine Stellungnahme zu der Thematik abzugeben. Herr Springfeld stellt klar, dass aus seiner Sicht die Stadt weiterhin stolz auf Heinrich Göbel sein darf. Der Teil gehört zur Stadtgeschichte und dieser solle auch nicht gestrichen werden. Er informiert, dass es keine rechtliche Verpflichtung etc. gibt, die eine Anpassung, Ergänzung oder Ähnliches an den Göbel-Denkmälern vorsehe. Der Ortsrat sei hier vollkommen frei in der Entscheidung. Er könne sich vorstellen, kleine Tafeln zur Einordnung des Sachverhaltes zu ergänzen. Am Ende solle man einen positiven Schlussstrich unter die Thematik ziehen. Der Ortsrat befürwortet die Idee. Bis zur nächsten Sitzung solle nun ausgearbeitet werden, wie ein Hinweistext auf der Tafeln aussehen könnte.

Mittlerweile meint die NDZ, es gäbe eine Anti-Göbel-Truppe, und es sei inzwischen mit Gerichtsklage gegen die Stadt Springe gedroht worden. Denn man möchte doch trotz der wissenschaftlichen Belege, dass Goebel ein gerichtsnotorischer Krimineller war, was gerade durch seine eigeninitiativen Interventionen vor den US-Gerichten mit beeideten Falschzeugnissen (affidavits) gerichtsnotorisch ist. Dazu sind hierbei noch etliche diverse geschäftliche Betrugsdelikte Henry Goebel Seniors sowie seiner Söhne, gegen verschiedene Geschäftspartner und Freunde amtlich dokumentiert worden. Das weiß die NDZ entweder nicht – oder – oder man treibt die Irreführung für ein absurdes Lokalidol weiter.

Was bislang nicht gesehen wurde, ist EDISON, der einer der größten Epochen-Menschen war, auf den die USA ihre historische Identität stellen. Das sollte nicht amtlich von Springe am Deister und auch nicht presseethisch mit einer NDZ fortwährend beleidigt und herabgewürdigt werden – auch, wenn immer noch Alt- und Neu-Nazis in Springe schreiben.

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Idolbedarf und Idolisierung mit dem gestorbenen Helmut Schmidt

November 11, 2015
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Vom Mittwoch, 11. November 2015

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Es gibt Lebenssituationen als Erlebnisse der Gesellschaft, die eine weite Allgemeinheit erreichen und berühren. Eine große Naturkatastrophe, ein Krieg, eine entsetzliche Machenschaft, auch der Tod einer prominenten Person, gehören dazu.

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Solche Sensationen werden intensiv erlebt. Oft aber nicht zur Erhellung, sondern zur Fatalisierung und Fetischisierung fehlgeleitet.

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Während oberflächliche Wahrnehmungen mit tiefgründigen Dispositionen zusammenkommen können, die als Zusammenwirken von Ursache und Wirkung zustandekommen, wird immer wieder das soziale Hintergrundgeschehen von den meisten Beteiligten nicht verstanden werden – das Publikum nutzt die eigenen Erlebnisse nicht, klug zu werden. Und die geführte Massenkommunikation wird stets auf dem billigsten Weg nachlässig verbraten.

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Gestern wurde die Nachricht vom Tod des deutschen Alt-Bundeskanzlers, Helmut Schmidt, geboren am 23. Dezember 1918 in Hamburg, ebendort am 10. November 2015 gestorben, veröffentlicht.

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Es setzte unverzüglich die kulturindustrielle Verwertung dieser Reiznachricht ein, Programme wurden geändert, Live-Reporter traten auf, wichtige Sprecher gaben erste Trauerbekundungen ab: Bundespräsident, Bundeskanzlerin, Parteisprecher, Zeitgenossen, Spontanpublikum.

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Die Stunde der Massenmedialisierung durch SUPERLATIVE und IDOLISIERUNG schlug:

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Jeder O-Ton der O-Töner zielte auf Selbsterhöhung mit der Seitenbotschaft:

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Ich bin Zeuge von einem großen Staatsereignis!

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Ich spreche als Sprecher in einem öffentlichen Erlebnis größter kollektivbildender Reichweite, der Konsonierung der Tagesthemen, in der Stunde weltpolitischer Größe:

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Sehr bald schlugen hier die soziologisch offenkundigen Dispositionen von Anschlussfähigkeit, Nutzen und Motivation einer IDOLISIERUNG.

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SOZIAL heißt „von Mensch zu Mensch“, „zwischen den Menschen“, im dynamischen Miteinander, interdependierend, interagierend, jeweils als Stimulans der sozialen Aktivierung, Lähmung, Richtungsdynamik und allgemeiner öffentlichen, offizialen, privaten, informellen Bewusstseins-Durchdríngung, individuell und kollektiv:

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Wo ein IDOL-Bedarf ist, wo Menschen nach VORBILD, PROMINENZ, GROSSMENSCHEN, suchen, weil Solche ihnen in ihrem Alltäglichen nutz- und dienstbar sind, im Small-Talk, in der Gemeinplatz-Kommunikation, Zugehörigkeits- und Schweigespiralen, Lärm- und Übertreibungsverhalten oder die Differenz oder Identifizierung im Individuellen ausdrücken zu können.

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IDOL enststeht in jedem Gruppengeschehen, jede Menge und jede Masse ist ständig mit Idolen und sozial notwendigen Idolisierungsprozessen – Idolbildung und Idolzerschmetterung – beschäftigt.

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Jedem ständigen IDOLBEDARF gehen die Erwerbspublizisten mit allen Aspekten mittels Idolisierungs- und Idolbildungs- und  vernichtungs-Angeboten entgegen.

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Im Falle des gestorbenem Altbundeskanzlers Schmidt heißen die Stichworte:

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Großer Staatsmann“, „großer Kanzler“, „großer deutscher Staatsmann“, „Vorbild“, „großer Deutscher“, „großartiger Mensch“, „hochintelligenter Kopf“  und Sara Z. beim DLF, verstieg sich heute nachmittag völlig: „einer der klügsten Köpfe der Weltpolitik“

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Dietmar Moews meint: Bei solchen Idol-Etikettierungen werden keine seinsgebundenen Verdienste oder historischen Würdigungen des zum IDOL benutzten angefügt, sondern äußerst plump werden leere Behauptungen wiederholt.

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Beim Altkanzler Schmidt werden beinahe alle seine Misserfolge und Fehltaten als wertvoll hingestellt:

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Kanzler Schmidt trat exzessiv und mit unzutreffenden Argumenten für die ATOMKRAFT ein. Gleichzeitig machte Schmidt die jüngere Generation der Deutschen, aus denen die Alternativbewegung der 1970er Jahre entstand, abwertend nieder.

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Noch nach Tschernobyl und Fukushima behauptete Schmidt weiterhin, ATOMKRAFT – Ja, danke.

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Kanzler Schmidt akzellerierte die Aufrüstung durch US-Mittelstreckenraketen in Deutschland (sogenannter NATO-Doppelbeschluss), verteufelte die Rüstungsgegner mit beleidigenden Akzenten. Schmidt behauptete später, der Nato-Doppelbeschluss (der dann unter Kohl durchgesetzt worden war), sei die Voraussetzung des Zusammenbruchs des Warschauer Paktes und der kommunistischen Sowjetunion gewesen.

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Die historische Wahrheit sieht anders aus, als es Schmidt sehen wollte:

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Wir kennen keinen Beispielfall, wo man hätte Moskau durch militärische Drohungen zu einem politischen Einlenken hätte zwingen können. Nachweislich hat die Überzeugung im Kreml davon, dass etwa die Hälfte der Deutschen, besonders die jüngeren Generationen, keine „imperalistischen“ oder überfallkriegerischen Ziele hatten, die Entscheidungen für Verhandlungen statt heißer Konfrontation bestimmt: ZEUGE Gorbatschow.

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Altkanzler Schmidt behauptete noch bis zuletzt, die Staatsräson

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ein Staat dürfe sich nicht erpressen lassen“ –

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sei die richtige Entscheidungsgrundlage gewesen, den TOD vom Deutsche-Industrie-Chef Hans-Martin Schleyer, statt die Freilassung der RAF-Terroristen, hinzunehmen.

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Wirklich wurden durch diese fragwürdige „Staatsräson der Stärke“ viele Menschen getötet. Schleyer, Mogadischo-Pilot-Schumann, die High-Jacker, die RAF-Häftlinge.

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Schmidts Behauptung, durch diese Toten das Ende der RAF erreicht zu haben, ist eine unfromme Legende. Schmidt hätte die Leben retten sollen – die „RAF“ lebte aus anderen sozialen Ressourcen der gesellschaftlichen Probleme. Letztlich gab die geringe soziale Resonanz der RAF-Gewalt in der deutschen Öffentlichkeit den Ausschlag, dass die RAF-Revolution nichts wurde und nichts werden konnte.

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Die weiteren RAF-Morde – nach Schleyers Tod – hätten auch von befreiten Jan Karl Raspe oder Bader-Ensslin nicht verschlimmert werden können, denn ihre baldige Ausschaltung wäre so sicher erfolgt, wie die von Willy-Peter Stoll und Christian Klar und den anderen, nebst RAF-Aussteigern.

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Helmut Schmidt war bereits in den 1970er Jahren mit erhobenem Zeigefinger in Brüssel den europäischen Nachbarn auf den Wecker gegangen: Man sagte damals: Dreißig Jahre nach Hitler wollen wir solche deutschen Lehrmeister und Besserwisser wie Helmut Schmidt nicht akzeptieren (während sich Schmidt dadurch beim „rechten“ deutschen Publikum einschleimte).

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Wer den heutigen IDOL-Formeln nachgeht, wird leicht finden, dass der verstorbene Schmidt bis zum Ende hin noch nicht ausgelernt hatte. Während er bis zuletzt frühere Standpunkte und Fehlurteile austauschte. Zuletzt behauptete Schmidt noch:

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Deutschland ist auf Auskömmlichkeit mit den benachbarten europäischen Staaten und Völkern angewiesen – (vermutlich ist ihm der erhobene Zeigefinger beim Nasebohren umgeknickt). Schmidts Irrläufe zu EZB- und Bundesbank-Verschuldung sind doch wohl noch erinnerlich?

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Legendär auch seine Klavierkonzerte – von Eschenbach und Justus Franz und seine Künstlerauftritte mit Andy Warhol (als Kettenraucher).

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S. Reicht – denn es liegen zahlreiche andere „Pralinen“ auf dem Tisch – ich sage nur 1977: ELISABETH KÄSEMANN in BUENOS AIRES.

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Stille Andacht mit Staatsakt – und als Strafe eine Ansprache von SPD-Genossen Gauck, der seine persönlichen Erinnerungen an den Verstorbenen aus mecklenburger Sicht mitzuteilen weiß – wäre dem allgemeinen öffentlich-medialen IDOLBEDARF vermutlich nicht bescheiden genug.

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