Humboldt als Maskottchen der Preußen und als Witz Deutschlands

September 19, 2019

Lichtgeschwindigkeit 9558

am Freitag, 20. September 2019

.

Leibniz 1646-1716

.

Kurze Vorrede:

.

Ich bin Deutscher. Habe die Beatle-Mania mitgemacht und meine Bildung durch das staatliche Bildungssystem von 1956 bis heute aktiv erarbeitet. Meine Wertvorstellungen zur historisch angebundenen Deutschlandpolitik sind von meinem Deutsch-Bild bestimmt, wozu ich hier einige Reizworte nenne:

.

Grimmelshausens Simplizissimus und das Einflussverhältnis der großartigen italienischen Malerei (etwa Raffael) zur deutschen (etwa Dürer). Machiavelli mit Blick auf Montesquieu, Leibniz mit Blick aufs Universum, Gotthilf Ephraim Lessing und Immanuel Kant mit Konfuzius, Friedrich II von Hohenzollern und Voltaire, Goethe mit Blick auf Europa, Thomas Hobbes und Adam Smith, Schopenhauer mit Blick auf England und China, Langes Geschichte des Materialismus, Richard Wagner, Nietzsche mit Blick auf Europa, Emile Durkheim und Bergson, Maurice Joly Nachtgespräche, Werner von Siemens und Thomas Mann, Oswald Spengler Untergang des Abendlands, Hitler Mein Kampf, Golo Mann Weltgeschichte, Jochen Klepper Der Vater, Egon Friedell Kulturgeschichte der Neuzeit, Wolfgang Koeppen Tauben im Gras, Ernst Jünger Notate, Karl Jaspers, Hannah Arendt nach Kant, Alphons Silbermann Empirische Soziologie, John Rawls Fairness und Guntram Vesper

.

Schriften dieser Autoren werden von mir für meinen eigenen Vogelflug eines Deutschlands genutzt.

.

Als im kriegszertrennten Deutschland zumindest durch den Zusammenschluss der drei Westzonen und der Ostzone im Jahr 1991 ein retardierendes Moment Platz griff, weil nämlich keinerlei psychologische Stunde Null die Menschen beherrschte, mussten schnellstens organisatorische Entscheidungen getroffen werde, die den damaligen Repräsentanten oblagen – Bundeskanzler Kohl, Reagan/Bush, Gorbatschov, Thatcher, Mitterand.

.

Man musste viel Geld zinslastiger Schulden aufnehmen, die man als Investitionen in Deutschlands Zukunft verstand, die aber ökonomisch keine Investitionen sondern kostspielige Subventionen waren (in Sachsen-Anhalt hat man das nicht investiert, sondern aufgegessen).

.

Man musste freie Wahlen und dafür Parteien und Propaganda organisieren.

.

Man glaubte, die Hauptstadtfrage stellen zu müssen.

.

Man stimmte knapp für Berlin als zukünftige deutsche Hauptstadt der zweiten Bundesrepublik Deutschland von 1991.

.

Man glaubte, die DDR-Moderne am Alexanderplatz abtreißen zu dürfen und stattdessen das längst vergangene Schloss der Preußen neu aufzubauen.

.

Man glaubte, dem unsinnigen planlosen Gebaue am Berliner Dom, zwischen Alexanderplatz und Unter den Linden, dieses Neuschloss mit einer nationalen Denkstätte aufzunutten.

.

Man hatte dafür gar keine Idee der Zielsetzung und Ausrichtung und verfiel auf ein Preußenmaskottchen, Alexander von Humboldt, dem herbeizitierten Weltbürger und Reiseschwulen ohne echte Verdienste und Bedeutung, will man nicht das piefige Preußenberlin und das Schloss Pegel als Deutschland hinstellen.

.

EINS Will man sich auf harte Konstituens beziehen, die eine deutsche Identität und damit Anspruch auf Selbstbestimmung kennzeichnen, sind es Tradition, Veränderlichkeit und Abhängigkeiten, kann man nicht Alexander Humboldt hinstellen, auch nicht, wenn man solche Slogans in die Runde wirft, wie: Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts – unter dem Eindruck einer umfassenden Globalisierung – wird sein Wirken als Pionier des ökologischen Denkens rezipiert, für den die Einsicht galt: „Alles ist Wechselwirkung“ (n. Wikipedia Sept. 2019)

.

Leute – ich war dabei – A. Humboldt am Ende des 20sten Jahrhundert? als Globalisierungs-Vordenker? wie denn was denn? Diese Behauptung ist ja wirklich lachhaft; da war ja Karl Marx internationalistischer – Globalisierung durch deutschen Adel?

.

Betrachtet man andererseits die deutsche Geschichte in Europa, die samt Preußentum im Nazi-Untergang endete, liegt darin schwerer Grund, keinen zweiten Versuch mit Preußen und Berlin zu klammern, sondern müsste alle anderen deutschen Potenziale anklingen lassen.

.

Demokratie in Baden, linksrheinische Freisinn-Entwicklungen, das katholische alpine Bayern, die konfessionellen Zweige der christlichen Sozialkräfte des Katholizismus und des Protestantismus, Franken, Hessen, Sachsen, Schlesien, andere Deutsche, die überwiegend unter Zwängen mitgenommen wurden, ob Pommern, Friesen, Sorben, Anhalt, Pfalz, Schwaben, Holstein, Mecklenburg, Ostpreußen, und ganz hinten die deutschen Adelszweige, lutherisch oder römisch-katholisch, immer im europäischen Spannungsfeld, wie es vom Dreißigjährigen Krieg in den deutschen Zollverein geraten war, immer unter nichtdeutschen europäischen Ambitionen zu denken.

.

Wie wird man die erworbenen deutschen Rechte der Sachsen, der Bayern und der Badener in ein Deutschland leiten, das mit den heutigen vulgärmaterialistischen Motivlagen der Menschen in eine emanzipatorisch-soziale moderne Zukunft hineinzukommen möglich wird, indem sie sich den Herausforderungen der Welt, der IT-Revolution stellen und dem eigenen Genieverdacht gegenüber sich selbst? Dadurch würde sich zeigen, was dann das moderne Deutsch sein wird.

.

Zum Kampfruf Preußen/Berlin fällt mir außer Katte und Noske rein gar nichts ein. Zum Kampfwort Humboldt bleiben noch einige ergänzende Worte (s. DREI).

.

ZWEI Wer also die bedeutenden deutschen Staatswesen, Sachsen, Bayern, Baden und die Weiteren, nicht erneut gegen Preußen verschenken will, sollte sich lieber mit einer Hauptstadt Bonn erfreuen, wo eine Mimik des Rheinischen mit einem Tribut der Bescheidenheit dem ganzen Deutschland in Europa nur gut tun würde.

.

DREI Strapaze des Verstandes mit FAKE-Slogans, wie „Wissenschaftliche Feldstudien, Weltwissenschaft und Publizistisches Werk“, um Alexander von Humboldt, den reichen Reisen-Erbe, Erbe-Reisenden, der mit Berliner Adelstitel überall obersten Zugang erhielt, hat schon als 18-Jähriger oder als 30-Jähriger höfische Übungen aufgeführt.

Ein aufgebautes Hohenzollern-Schloss von Preußen/Berlin an der Spree, wo der DDR-Palast der Republik quer stand und dann weggehauen wurde, kann niemals einen Maskottchen-Namen wie Humboldt tragen. Denn mit diesem Humboldt wird einem der deutsche Kolonialismus in Form der heutigen Aufbereitung der Kunstraube und Trophäen Preußens staatstragend vorgeführt. Humboldt wäre überhaupt kein kultiviertes Symbol für ein neues Deutschland. Der nachmalige preußische König Friedrich Wilhelm II., war einer der Taufpaten Alexanders. Die Ehe des Thronfolgers aber wurde 1769 geschieden, sodass der seiner bisherigen Aufgaben ledige Kammerherr von Humboldt sich ins Privatleben auf Gut und Schloss Tegel zurückziehen konnte. Von seinem Ressortminister von Heynitz wurde Humboldt 1794 zum Bergrat und 1795 zum Oberbergrat befördert. Doch weder dies noch ungewöhnliche Gehalts- und Freistellungsangebote vermochten Humboldt im Amt zu halten. Am 26. März 1795 bat er den preußischen König um die Entlassung aus dem Dienst als Oberbergmeister, um seinen Jugendtraum von Forschungsreisen in die Welt zu verwirklichen. „Jeder Mann hat die Pflicht, in seinem Leben den Platz zu suchen, von dem aus er seiner Generation am besten dienen kann“, heißt es in einem Schreiben Humboldts an den französischen Astronomen Delambre. Nachweislich seit 1793 bereitete sich Alexander von Humboldt neben seiner Tätigkeit als Bergbeamter intensiv auf seine Reise nach Südamerika vor. Sobald er im November 1796 durch den Tod der Mutter zum vermögenden Erben geworden war, schied er aus dem Staatsdienst aus, um sich als „Naturforscher und Wissenschaftler“ unabhängig zu machen. „Meine Reise ist unerschütterlich gewiß. Ich präpariere mich noch einige Jahre und sammle Instrumente, ein bis anderthalb Jahr bleibe ich in Italien, um mich mit Vulkanen genau bekannt zu machen, dann geht es über Paris nach England, wo ich leicht auch wieder ein Jahr bleiben könnte […], und dann mit englischen Schiffen nach Westindien“ nicht nur durch das Studium der einschlägigen Reiseberichte und neuesten Forschungsergebnisse, sondern auch durch seinen persönlichen Kontakt mit den führenden Zoologen, Botanikern und Astronomen der Zeit sowie durch die ständige praktische Erprobung von Messinstrumenten in den verschiedenen Landschaften und Naturräumen (z. B. in den Alpen). Abgeschlossen wurde die große Amerika-Expedition mit einem Besuch in den USA, wo Humboldt, aufgrund seiner intensiven Reisekorrespondenz, bereits höchste „Anerkennung als Forscher und Wissenschaftler“ genoss und unter anderem drei Wochen als Gast des Präsidenten Thomas Jefferson in Washington, D. C. und Philadelphia verbrachte.Er soll insgesamt 50 000 Briefe geschrieben und 100 000 empfangen haben – von der Abteilung Reiseschreiber, die am Orinoco waren, ist nichts bekannt – kein Mensch kann 50 000 Briefe schreiben, nicht als Schreiber, geschweige denn als Wissenschaftler, egal wie breitbeinig.

.

Am 3. August 1804 betraten Humboldt und Bonpland (Freund von Humboldt) in Bordeaux wieder europäischen Boden. Dass ein Privatmann eine solche Forschungsreise gänzlich aus eigenen Mitteln bestritten hatte, war beispiellos. Humboldts Vermögen war um ein Drittel vermindert. Neben einer bedeutenden Anzahl Gelehrter der verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen, die Humboldt inhaltlich zuarbeiteten, waren an die 50 Spezialisten mit bildlichen Darstellungen (davon allein 1452 Kupferstiche) beschäftigt, darunter Maler, Zeichner, Kartographen und Schriftkünstler. Am Anfang der Forschungsreise stand ein dreiwöchiger Aufenthalt bei Hofe in St. Petersburg, wo Humboldt die Zarin unter anderem mit Vorhersagen über zu erwartende – und noch während der Reise tatsächlich eingetretene – Diamantfunde im Ural fesselte. Die Fortbewegung im russischen Gelände vom 20. Mai 1829 an fand in drei gefederten Wagen statt, die von 16 Pferden gezogen wurden. Mit von der Partie waren hier – in deutlichem Kontrast zu den drei amerikanischen Erkundungsreisen – ein Koch und Humboldts Diener Seifert.

.

VIER Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 in Leipzig – 1716 in Hannover) war ein deutscher Philosoph, Mathematiker, Jurist, Historiker, Europareisender und politischer Berater der frühen Aufklärung. Er gilt als der universale Geist seiner Zeit und war einer der bedeutendsten Philosophen des ausgehenden 17. und beginnenden 18. Jahrhunderts sowie einer der wichtigsten Vordenker der Aufklärung. Leibniz heißt das deutsche Universalgenie, dass europäische und weltweite Bedeutung hatte und noch weiter hat. Leibniz war – von Hannover aus –  der Gründer der Berliner Universität und der Gründer der Akademie, der Konzepteur europäischer Synergien, der Autor noch immer ungehobener Schätze, die im Leibnizhaus in Hannover lagern, aber im Berliner LEIBNIZ-FORUM gehoben werden müssten.

.

Leibniz Rechenmaschine

.

Dietmar Moews meint: Nüchternheit und Fairness wäre eine lebenswichtige Anmutung, die den heutigen Deutschen, besser anstünden.

.

Was stattdessen inzwischen eindeutig vom Bewusstsein eines Nachkriegsdeutschland in die hemdsärmlige Vorkriegsdeutschlandstimmung übergegangen ist und mit der eigenen Verpitbullung jetzt Sündenböcke für die eigene Zersetzung braucht, ist durch ein „HUMBOLDT-FORUM“ nur noch verwitzelt.

.

Dem Beitrittsmoderator Kohl hatte bei seiner Berlin-Nummer der historische Instinkt völlig verlassen. SED-Hauptstadt der DDR spielt für Deutschland, weder für Sachsen, noch für Thüringen oder Brandenburg und Mecklenburg eine wirklich glaubhafte Rolle – wer will das?

.

Der peinliche Verbindungsbogen zwischen Soldatenkönig, totalitärer Nationalsozialismus und SED war der einstigen DDR völlig klar, weshalb sie Humboldt durchaus nicht zum Oberdeutschisten neben Kallemalle propagierten. Die Universitätsbenennung im Jahr 1949 war auf den Beamten Wilhelm von Humboldt bezogen – heute führt die Universität mit W. und A. zwei Humboldts im Wappen.

.

Bedauerlicher Weise wissen die heutige Preußen-Berliner nicht mal, woher sie ihre Humboldt-Universität haben. Er beherrschte angeblich 10 Fremdsprachen – ein Deutsch sei nicht so gut gewesen (Balliin wa – icke?). Wesentliche Angaben bezog ich von der Alexander-von-Humboldt-Stiftung resp. aktuellen Publikationen, wie von deren langjährigen, unbegreiflichen Generalsekretär Dr. jur. Manfred von Osten (100 000 Briefe).

.

Leibnizhaus in Hannover

.

FINE E COMPATTO

.

WARNUNG: recommended posts (Zusätze, die als Empfehlungen oder Beziehungen von WordPress hier eingestellt werden)

 

auf dem Dietmar Moews‘ Blog eingeblendete „Recommended Posts“ oder sonstige „Pseudoempfehlungen“ werden von WordPress

.

gegen das Einverständnis des Eigentümers Dr. Dietmar Moews

.

hier gezeigt und sind keine Empfehlungen von Dr. Dietmar Moews. Nichts davon wird i.S.d.P. von Dr. Dietmar Moews verantwortet. Dietmar Moews klickt diese „recommendends“ nicht an und liest nichts davon.

.

Ab jetzt werden alle Dietmar Moews‘ Blog-Beiträge mit dem SLOGAN

 

FINE E COMPATTO deutlich beendet.

.

WARNUNG: recommended posts

.

und BESTELLEN

subscription to Dietmar Moews Abonnement von Dietmar Moews un abonnement à Dietmar Moews

Blätter für Kunst und Kultur erscheinen in loser Folge im Verlag Pandora-Kunst-Projekt Köln

Blätter Neue Sinnlichkeit

.

.

Indem ich Ihnen ein langes Leben wünsche, sparen Sie auf diese Weise ganz erheblich.

Abonnement auf Lebenszeit für EURO 500,- (oder entsprechender Landeswährung)

Einzelpreis oder Abonnement inkl. Versand EURO 12.-, Schüler bei Selbstabholung EURO 4.-

Abonnieren Sie mit Namen, Postanschrift, Ort, Datum, Unterschrift sowie EURO 500 zur Verrechnung bei:

PANDORA KUNST PROJEKT

zu Händen Dr. Dietmar Moews

Mainzer Straße 28

D-50678 Köln am Rhein

Werbeanzeigen