Dieter Brusberg 1935-2015 Kurznachruf

September 10, 2015
Lichtgeschwindigkeit 5856

vom Donnerstag, 10. September 2015

.

IMG_3533

.

Der Kunsthändler, Galerist und Kunstpublizist von Hannover und Berlin, Dieter Brusberg, geboren am 22. Juni 1935 in Trier, ist am 28. August in Berlin gestorben.

.

Brusberg hatte sich als junger Innenarchitektur-Student der Werkkunstschule Hannover mit einer Möbelagentur in der Hannoverschen Innenstadt Grupenstraße im Jahr 1958 als Kaufmann selbständig gemacht. Mit eigenem Geschmack und dem modernen Bildenden Künstler Egon Neubauer (1920-1993) als Schwager kamen sehr bald Ausstellungen mit neuer Kunst zu Knoll-Möbeln und „Vernissagen“ zustande. Sodass sich bald Käufer für Möbel und Kunst, Nachkriegsmoderne mit Bauhausanklängen, mit den Malern Neubauer, Arnold Leissler, Baschlakow, Paul Wunderlich, später dann Rolf Szymanski, Werner Berges, dann auch Bildhauer und Plastiker, Hans Uhlmann, Horst Antes, Harald Metzkes und Brotwolf

.

Bald bezog Brusberg in Hannover am Hotel Interconti seine Galerie im KUBUS, in unmittelbarer Nähe zu dem GOLD&SILBER-Design und Schmuck-Laden seiner Mutter, der bekannten Mode- und Schmuckdesignerin Aenne Hütte von Hannover und Ibiza. Es kamen internationale Markennamen hinzu, wie Max Ernst und Fernando Botero, Julio Gonzales.

.

Brusberg gab eigene Grafikwerke heraus und bald seine mehrmals jährlich erscheinenden „Brusberg-Berichte“, quasi Kataloge im handlichen Format mit aktuellen Ausstellungen in Bild und Text, Verkaufspreisen sowie den ständigen Bestand von Brusberg Vertragskünstler, wie Rainer Schwarz oder Baschlakow, Leissler und Wunderlich, die sehr gut vermarktet wurden, aber auch kaufmännisch enorm in die Zange genommen wurden. „Brusberg-Berichte“ wurden von Sammlern abonniert und erlangten in Hannover praktische Wirkung in der Kunstszene.

.

Dieter Brusberg war sowohl Lehrmeister der Professionalsierung der Künstler in Hannover und Niedersachsen. Aber es entstand auch ein Spur verbitterter geschäftlicher Zerwürfnisse mit Brusberg-Hauskünstlern wie Egon Neubauer, Arnold Leissler oder Rainer Schwarz u. a.. Brusberg wurde aber auch Helfer und Vermittler beim Aufbau von den namhaften Kunstsammlungen des Schokoladenfabrikanten Bernhard Sprengel und des Münchner Kleiderhändlers Theo Wormland.

.

Ende der 1970er Jahre zog Dieter Brusberg in Hannover erneut um, in eine Villa in die Uhlemeyerstraße, nahe Emmichplatz an der Musikhochschule. Brusberg suchte die Verbindungen und wurde Mitgründer einer „Chopin-Gesellschaft“.

.

Bald kam es über Kontakte zum Staatlichen Kunsthandels der DDR (lange vor dem Mauerfall) zu Ausstellungen mit DDR-Staatskünstlern, die mit Agit-Prop und Sozialistischem Realismus in die Nähe der westlichen Pop-Art eine Brücke gegenständlicher Kunst bildete. Herausragte eine Ausstellung „Zeitvergleich“ im Jahr 1988. Da waren die DDR-Künstler Gerhard Altenbourg, Carlfriedrich Claus, Heisig, Tübke, Mattheuer vertreten, die Brusberg neben seine Vorliebe anderer gegenständlicher und auch surrealistischer Malerei stellte, aber dann auch Max Ernst und Konrad Klapheck, Jean Dubuffet, schließlich die hannoverschen Malerprofessoren Bernhard Dörries und Kurt Sohns.

.

Als Brusberg mit seinem inzwischen deutlichen Konzept „Klassische Moderne“ sowie „figurative Gegenwart“ an den Kurfürstendamm nach West-Berlin umgezogen war, kam es zur Öffnung der Mauer und des westlichen Kunstmarktes für die DDR-Staatskünstler und Brusberg verlor seine Alleinstellung der Kunsthandelsbeziehung zur alten DDR, insbesondere auch bei seinen Auftritten auf den großen Kunstmessen, wie bei der Art Cologne.

.

Seit den späten 1990er Jahren trat Brusberg auch mit einer eigenen Internetzseite auf, wo die ersten Marketingformen per Internetz ausprobiert wurden und die Kunstbestände der Galerie Dieter Brusberg alphabetisch, mit Legenden , und Verkaufspreisen auf verklausulierte Anfrage, auf, die ein Sohn Brusbergs betreute.

.

Schließlich übernahm Brusberg noch ganze Nachlässe, wie von dem Maler Egon Neubauer oder dem Düsseldorfer/Berliner Peter Janssen, die nunmehr über das Internet mitgeführt wurden.

.

Förderung junger Künstler oder des „Nachwuchses“ leistete Brusberg nicht. Seine spezielle Initiative, die DDR-Kunst reinzuholen ist – nicht zuletzt wegen der DDR-Öffnung – geschäftlich gescheitert. Letztlich war Dieter Brusberg vom Möbelhändler zum Trittbrettfahrer verschiedener Kunstmoden geworden, überwiegend mit anderweitig bereits durchgesetzten Künstlern.

.

Andererseits ließ Brusberg sowohl die POP-Art 1960er, wie den Photo-Realismus der 1970er, der postexpressionistischen Wilden der 1980er und der neuen Fotografie der 1990er aus. Während er mit geschmäcklerischem Surrealismus von Paul Wunderlich und anderen Wandschmücklern keine eigenen ästhetischen Wegmarken in der Kunst seiner Zeit zu hinterlassen vermochte.

.

Im Jahr 2009 löste Brusberg seine repräsentativen Palasträume am Ku’Damm auf und zog sich auf einen Hinterhof-Showroom zurück. Von der Todesursache des 80-Jährigen Dieter Brusberg ist bislang nichts in die weitere Öffentlichkeit gelangt.

.

Dietmar Moews meint: Für mich, als Hannoverscher Künstlergelehrter und Galerist (Galerie M von 1973-1975, Ballhof-Galerie Hannover von 1975-1984, U-Spielplatz der Künste Raschplatz 7 OPQ), der Dieter Brusberg persönlich kannte und dessen Mutter, die Kunstsammlerin Aenne Hütte die erste Kunstkäuferin wurde, sind die Aktivitäten der Galerie Brusberg immer beachtlich und anregend gewesen. In vielen Gesprächen mit Künstlerfreunden schien das Stichwort „Brusberg“ ein beachteter „Sonderfall“ zu sein, an dem man sich durchaus rieb:

.

Mit der Todesnachricht desKunsthändlers Dieter Brusberg ist ein beachteter Vertreter des Kunstbetriebs der Nachkriegszeit gegangen, dem mit der postmodernen „Vorkriegszeit“ Wirkung und Beachtung langsam verlustig ging.

.

und BESTELLEN

subscription to Dietmar Moews Abonnement von Dietmar Moews un abonnement à Dietmar Moews

Blätter für Kunst und Kultur erscheinen in loser Folge im Verlag Pandora-Kunst-Projekt Köln

Blätter Neue Sinnlichkeit

.

Indem ich Ihnen ein langes Leben wünsche, sparen Sie auf diese Weise ganz erheblich.

Abonnement auf Lebenszeit für EURO 500,- (oder entsprechender Landeswährung)

Einzelpreis oder Abonnement inkl. Versand EURO 12.-, Schüler bei Selbstabholung EURO 4.-

Abonnieren Sie mit Namen, Postanschrift, Ort, Datum, Unterschrift sowie EURO 500 zur Verrechnung bei:

PANDORA KUNST PROJEKT

zu Händen Dr. Dietmar Moews

Mainzer Straße 28

D-50678 Köln am Rhein


USA Cyber War und SNOWDEN der deutschen Besatzer-Souveränität

April 10, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4290

am 9. April 2014

.

Seit geraumer Zeit wird das Thema NSA – der staatlichen IT-Geheimdienste des totalen Datenraubes, der totalen Überwachungsmacht und der telematischen Bevormundung bzw. Entmündigung in der deutschen Medienöffentlichkeit gequält.

.

Es gibt einen Untersuchungsausschuß zur IT-Sicherheit und der NSA-Snowden-Thematik des Deutschen Bundestags. Gestern trat der Vorsitzende des NSA-Ausschusses, Clemens Binninger, zurück. Sein Rücktritt wurde mit Eigenwillen erklärt, wirklich ist es Leistungsverweigerung mit Blick auf den NSA-Whistleblower und USA-Flüchtling im russischen Exil, Edward Snowden.

.

Wir haben hierzu drei Interessenbezugslinien zu beachten:

.

– Interesse unserer Übermacht USA,

.

– Interesse von Edward Snowden persönlich,

.

– Interesse Deutschlands

.

Das Interesse der USA hat mehrere Linien:

Die USA wollen das Datenspionagethema NSA, Prism und so weiter gar nicht diskutieren: Geheimdienste sind geheim!

Die USA wollen den ehemaligen NSA-Mitarbeiter Snowden als Staatsverräter, Untreue und Geheimnisverrat, Kollaboration mit dem Feind, vor das us-amerikanische Strafgericht stellen.

.

.

Die USA verlangen die Auslieferung des Edward Snowden von jedem exilgebenden Staat.

.

Das Interesse Edward Snowdens:

Snowden sieht aufgrund seines Insider-Wissens den totalen Cyber War, in dem jeder Gebrauch der Datensammlung nur ein Missbrauch sein kann. Folglich erklärt Snowden seinen Geheimnisverrat als Dienst an der Menschheit gemäß seiner Pflicht als US-Staatsbürger unter der amerikanischen Verfassung: Die USA müssten Snowden dankbar sein.

.

.

Snowden fand in Russland bei Putin bis zum Sommer diesen Jahres 2014 vorübergehend Exil bzw. Aufenthaltsrecht. Snowden hat von Russland die Auflage, von russischem Boden aus keinerlei weitere sachliche und persönliche Stellungnahmen in die Öffentlichkeit zu geben, die den USA schaden.

.

.

Seit Snowdens Aufenthalt in Russland, hat er sich an seine „Schweigepflicht“ gehalten und keinerlei NSA-Angelegenheiten mehr thematisiert. Während dieser Zeit wurden von der Londoner Tageszeitung The Guardian sowie von einem Journalisten in Brasilien, der über eine Kopie aller Snowden-NSA-Datenspeicher verfügt, weiterpubliziert. Hieraus wird häppchenweise in den weltweiten Massenmedien fortschreitend informiert. Der Bundestagsausschuss könnte versuchen, aus diesen Quellen die Snowden-NSA-Datenkopien zu erhalten und die deutsche Öffentlichkeit ins Bild zu setzen (schließlich zahlt der Staat auch riesige Geldsummen für Schweizer-Steuer-CDs). Man scheint also stattdessen Edward Snowden weiterhin in einer Pseudo-Kronzeugenrolle hochhalten zu wollen – cui bono? Wer will das? Wem nützt das?

.

.

Wenn Snowden seinen russischen Aufenthaltsexil verlässt, benötigt er einen sicheren Aufenthaltsort, einen Exilstaat, der nicht an USA ausliefert. Bis heute hat Snowden eine solche neue Adresse nicht. Deutschland hat mit den USA eine Auslieferungspflicht vertraglich vereinbart.

.
Das Interesse Deutschlands

Deutschland ist nicht über die vom Besatzungsstatus herkommenden Bevormundung durch die westlichen Allierten des Zweiten Weltkriegs, also USA, GB und France, informiert. Die deutsche Politik will den deutschen Bürgern nicht offen zugeben, dass Deutschland weiterhin bevormundet ist.

In Deutschland herrscht für die deutschen Staatsbürger Deutsches Recht. Über den Deutschen und dem deutschen Recht steht die Souveränität der USA, in dem Recht, Deutschland politisch zu bevormunden. (Hier ist nicht von der USA-Militärübermacht geredet).

Bei einer tiefgehenden öffentlichen Diskussion zur Datenspionage der NSA gegen Deutsche in Deutschland, vielleicht mit Edward Snowden als ZEUGEN und WEGWEISER.

.

.

Die Kanzlerin Merkel reist demnächst nach USA. Die CDU und die Große Koalition wollen diesen besuch bei Obama nicht damit belasten, dass eventuell Edward Snowden nach Deutschland käme, vor dem NSA-Untersuchungsausschuss auszusagen. – Deshalb ist jetzt der Binninger zurückgetreten.

Deutschland kann Snowden kein Asyl bieten, weil Deutschland Snowden ausliefern müsste und ausliefern würde. Folglich kann Snowden nicht als Zeuge nach Deutschland einreisen. Eine Video-Vernehmung kommt angeblich auch nicht in Betracht. Schließlich dürfte Snowden von Russland aus auch eine solche Videoshow nicht mitmachen. Von wo könnte Snowden aussagen? Er braucht also einen sicheren Exilort.

Als Zeuge käme Snowden folglich nur dann in betracht, wenn er zum Beispiel in Venezuela Exil erhielte und außerdem dann die Mitglieder des Bundestags-NSA-Untersuchungsausschusse nach Venezuela reisen würden, um dort zu verhandeln. Das wäre ein politisches Spektakel. Das wird der Regierungsblock der Blockparteien verhindern.

Der inzwischen immer mehr zum Schlaumeier mutierende Christian Ströbele (Grüne), hatte Snowden in Russland getroffen – aber eben auch keinerlei Informationen zur NSA-Sache erfahren bzw. solche nicht öffentlich nicht mitgeteilt. In sofern ist seine „Snowden-als-Zeuge“-Kampagne lediglich Bluff und Heuchelei. Das wird nichts.

.

.

Wir haben also ein Aufklärungsthema: Wie souverän ist Deutschland? Kann Deutschland nach deutschem Recht Datenschutz garantieren? Kann Deutschland von den USA Respekt verlangen und erhalten?