Hermann von Berg 1933 – 2019 Kurznachruf

Mai 3, 2019

Lichtgeschwindigkeit 9181

am Freitag, den 3. Mai 2019

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Hermann Günter von Berg wurde am 29. März 1933 in Mupperg (Thüringen) geboren und ist jetzt, 86-jährig, am 21. März 2019 gestorben. Er war von 1962 bis 1972 Geheimdiplomat der DDR und gleichzeitig Agent der Staatssicherheit mit engstem Zugang zur Willy-Brandt-Regierung in Bonn.

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Über Hermann von Bergs privatem Leben und Familie ist hier nichts weiter bekannt.

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Von Berg trat 1946 der FDJ und 1950 der SED bei und war erster Sekretär der FDJ-Kreisleitung und Mitglied der SED-Kreisleitung Eisenach. Ab 1954 studierte er Ökonomie, Geschichte und Philosophie an der Karl-Marx-Universität Leipzig und war stellvertretender Leiter des Gesamtdeutschen Studentenrates der Universität sowie Mitarbeiter der Abteilung Internationale Beziehungen des Zentralrates der FDJ. Seit 1959 war er Dozent an der Fachschule für Außenwirtschaft in Potsdam.

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Ab 1962 war er Leiter der Abteilung Internationale Verbindungen im Presseamt des Vorsitzenden des Ministerrates. Er führte Geheimverhandlungen mit Vertretern der Bundesregierung, der SPD und des West-Berliner Senats u. a. zur Vorbereitung des Passierscheinabkommens 1963–64, der Treffen zwischen Willi Stoph und Willy Brandt in Erfurt und Kassel 1970 und des deutsch-deutschen Grundlagenvertrages 1972. 1973 wurde er mit dem Vaterländischen Verdienstorden in Silber ausgezeichnet. Im Vorfeld des Misstrauensvotums gegen Willy Brandt erörterte Berg mit Egon Bahr die Möglichkeit einer finanziellen Beeinflussung von CDU/CSU-Abgeordneten durch die Staatssicherheit. Tatsächlich wurde der Unionsabgeordnete Julius Steiner mit 50.000 DM bestochen.

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Ein Treffen zwischen Bahr, von Berg, und dem Journalisten Dettmar Kramer (FAZ), einer der Personen die oft solche Geheimkontakte vermittelten, in Bahrs Wohnung bei Bonn kurz nach dem Amtsantritt von Brandt als Bundeskanzler 1969. Hier sagte Bahr, unter der Auflage absoluter Geheimhaltung, laut von Bergs nachfolgender Stasi-Berichterstattung folgendes (Quelle Wikipedia am 2. Mai 2019):

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Er habe […] im Auftrage des Bundeskanzlers dem Berichterstatter mitzuteilen: Jetzt sei ›eine Kleiderordnung‹ unumgänglich. Es sei angegangen, dass der Berichterstatter [von Berg] als Ministerialdirektor der Regierungsinstanz Stoph mit dem Verwaltungschef der Senatskanzlei [von Westberlin] Verbindung gehalten habe, aber es gehe nicht an, einen ›Funktionslosen‹ mit dem Staatssekretär des Bundeskanzleramtes oder dem Staatssekretär des Bundespräsidenten verhandeln zu lassen. […] Ausdrücklich als persönliche Meinung deklariert sagte Bahr, er sei sehr stark daran interessiert, mit dem Berichterstatter [von Berg] ›über politische Dinge‹ nicht nur zu sprechen, sondern zu verhandeln. […] Bahr erklärte wörtlich: ›Lassen Sie sich zum Staatssekretär beim Ministerrat, als Sonderbotschafter oder zu sonst was ernennen, sonst können wir uns nicht mehr sehen‹.“.

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Von Berg erhielt jedoch keine derartige Beförderung durch die DDR-Führung. Trotzdem war er weitere drei Jahre in der Rolle tätig und fungierte als geheimer Kanal zwischen den beiden deutschen Regierungen, dessen Bedeutung sogar noch zunahm. Nach Münkels Urteil hat sich die bundesdeutsche Seite bei den Vertragsverhandlungen jedoch nicht durch die langjährige Verbindung zu Berg manipulieren lassen. Von Berg galt in der Hauptverwaltung Aufklärung (HV A) des Ministeriums für Staatssicherheit als Spitzenagent (Deckname„Günther“). Er wurde oft von Erich Mielke (Stasi-Minister) oder Markus Wolf (Chef der HV A) persönlich geführt. Die in seinen Berichten für die HV A enthaltenen Protokolle seiner Gespräche mit westlichen Partnern waren „minutiös“.

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Nach der Übergabe eines kritischen Artikels zur Führung der SED und zur nationalen Frage an das Magazin Der Spiegel, der als „Manifest des Bundes Demokratischer Kommunisten Deutschlands“ veröffentlicht wurde, kam er 1978 in Untersuchungshaft und wurde drei Monate lang Verhören durch das Ministerium für Staatssicherheit unterzogen. Weitere kritische Äußerungen führten zu zunehmenden Behinderungen seiner Arbeits- und Publikationsmöglichkeiten in der DDR.

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Nachdem er 1985 illegal zwei Buchmanuskripte mit radikaler Kritik am Marxismus und dem Wirtschaftssystem der DDR an einen Kölner Verlag übergeben und einen Ausreiseantrag gestellt hatte, wurde von Berg vom MfS erneut verhört und mit Haft bedroht, von der Humboldt-Universität zunächst beurlaubt und dann entlassen und nach Intervention westdeutscher Politiker und Vermittlung des Rechtsanwalts Wolfgang Vogel 1986 in die Bundesrepublik ausgewiesen.

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Angeblicher Bruch entstand, nachdem Texte von von Berg beim SPIEGEL gelandet waren, der 1978 titelte: „Was ist los mit der DDR?“

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Und dazu gabe es das „Manifest der ersten organisierten Opposition“ – von humanistisch und demokratisch denkenden Kommunisten Deutschlands.

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Hermann von Berg hat immer darauf bestanden, dass das „Manifest“ und der „Bund“ keine Erfindung gewesen sei. (Den SPIEGEL kostete das für Jahre das Büro in der DDR). Von Berg kam in Untersuchungshaft.

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