Hermann L. Gremliza 1940 – 2019 Kurznachruf

Dezember 26, 2019

Lichtgeschwindigkeit 9856

am Freitag, 27. Dezember 2019

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Hermann Ludwig Gremliza wurde am 20. November 1940 in Köln geboren und ist jetzt 79-jährig, am 20. Dezember 2019, in Hamburg gestorben. Gremliza war ein weitgehend unabhängiger kritischer deutscher Journalist und Schriftsteller. Er war ab 1974 Herausgeber der Monatszeitschrift „konkret“ – nachdem die direkte Subvention des Titels durch die DDR eingestellt worden war.

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Privates wurde zu seinem Tod nicht publiziert. Bis 1989 war Gremliza Mitglied der SPD, die er verließ, weil die sozialdemokratischen Abgeordneten im Bundestag nach der Maueröffnung am 9. November mit allen anderen Parlamentariern spontan aufstanden und die Nationalhymne sangen.

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1964 zitiert – mit dem selbstbewussten Satz, er habe, „was früher ein Amüsierblättchen war, zu einem Machtmittel der studentischen Selbstverwaltung gemacht“. Das Eigenlob des damals 24-Jährigen, der in Tübingen Geschichte und Politik studierte, galt der örtlichen Studentenzeitschrift „Notizen“, deren Chefredakteur er war. Gerade hatte das Blatt die braune Vergangenheit der Universität aufgedeckt. Als das Blatt „konkrtet“, in Gremlizas Worten „eine Art Yellow-Press der Apo“, dennoch pleiteging, kaufte er aus der Konkursmasse den Zeitschriftentitel, den er ab 1974 verantwortete.

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Gremlizas Vorbild war der Wiener Satiriker Karl Kraus, unter dessen Namen Gremliza einen bizarren Preis auslobte: Das Preisgeld von 10.000 Mark sollten Autoren bekommen, die sich verpflichteten, nie wieder eine Zeile zu schreiben. Die diabolische Ehrung trug Gremliza dem „Zeit“-Feuilletonisten Fritz J. Raddatz und dem Bestseller-Autor Günter Wallraff an, dem er vorhielt, seine in dem Buch „Der Aufmacher“ geschilderten Erlebnisse bei „Bild“ seien „von der ersten Zeile des Vorworts bis zur letzten Zeile des Nachworts“ an seinem, Gremlizas, „Schreibtisch entstanden“, was Wallraff „im Kern“ nicht bestritt.

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Gremlizas unapologetisch linke Haltung, auch Gremlizas soldatischer Treue zum Staat Israel – wenigstens in dem Punkt war er sich mit seinem Erzfeind Axel Springer einig -, wäre die publizistische Landschaft im vereinigten Deutschland um einiges ärmer gewesen. Dass linkes Denken nicht nur eine Frage der richtigen Haltung, sondern auch der richtigen Sprache ist, brachte der glühende Karl Kraus-Verehrer im Denken nicht „zur Sache“, sondern nur „zur reinen Lehre“ („Gegen Deutschland“ heißt eine Textsammlung aus dem Jahr 2000.

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Gremliza trat politisch mit idealistischer Attitüde auf – was allerdings mit irgendeinem individuellen DDR-Marxismus schließlich unvereinbar ist. Immerhin hatte Gremliza die dankenswerte Funktion ernsthafter Opposition.

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