Habermas Süddeutsche Zeitung: Sand im Kopf

Juni 23, 2015
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vom Dienstag, 23. Juni 2015

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Ja, Habermas – dieses Fremdwort kommt immer gut. Es ist ein Erleichterungswort, wenn man nicht mehr weiß, wie man seine Ungenauigkeiten rechtfertigen will:

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Kürzlich sagte Alt-Bundesinnenminister Gerhart Rudolf Baum: „Ich werde oft als Idealist abgetan – dann erwidere ich“:

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„Mir ist ein Idealist, wie Habermas, der mittelfristig und später Recht bekommt, lieber, als ein Realist, der falsch liegt.“ (Die Diskussion mit Baum ging um Menschrechte und Europapolitik).

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Heute, 23. Juni 2015, hat die Süddeutsche Zeitung im Feuilleton, Seite 11, einen Besinnungsaufsatz von Jürgen Habermas gedruckt:

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Sand im Getriebe – Nicht Banken, sondern Bürger müssen über Europa entscheiden“.

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So sind typische Habermas-Idealismus-Sätze angelegt: Man müsste doch, man sollte, das Gewünschte, das weite Feld der historischen Wundertüten.

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Der gesamte Text „Sand im Getriebe“ trieft mal wieder von nicht empirisch angebundenen Ansichten, die völlig ohne Seinsbindung auszukommen meinen – und die Süddeutsche findet das auch SuuPii – ist doch der Luftnummern-Verfasser der Süddeutschen, Ulrich Beck (1944-2015) gestorben – ist der 68er Promi, Jürgen Habermas, die Wurst der rückwärtigen Ausbauten früher Schriften.

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Wenn Karl Popper meinte, das Schlimmste, Unverzeihlichste ist, wenn ein Wissenschaftler Quellen und Zitate fälscht. Dann ist HABERMAS ein Beispiel für Poppers Diktum.

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Habermas zählt zu diesen Spinnern (hoffentlich bekomme ich eine Klage dafür!). Denn Habermas schrieb in seinem Technikbuch, „Theorie und Praxis“ von 1963, erste Originalausgabe, gegen die zukünftige Relevanz der IT-Technik-Zukunft, die dann aber Herman Kahn in seinem Ausblick von 1967, auf das Jahr 2000 „Ihr werdet es erleben“ („The Year 2000 – A Framework for Speculation..“) hellsichtig darlegte.

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Im Jahr 2014 lässt sich Habermas von Frank Schirrmacher als der Prophet feiern, der er geradezu entgegengesetzt NICHT WAR – bereits vor 40 Jahren hatte Habermas die „IT-Revolution“ nicht erkannt und nicht vorhergesagt. Sondern er hat seine Verirrung von 1963 in späteren Neuauflagen nachträglich umgefälscht und nimmt seitdem die entgegengesetzte Ansage von Herman Kahn für sich in Anspruch (da hat der „Idealist“ Habermas nicht Recht bekommen, sondern er lag falsch).

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Dietmar Moews meint: Ja, liebe Leser – so wird gelogen und die eigene Dummheit der Vergangenheit in Prophetentum umgeschrieben. Die aktuelle, zig-mal nachgebesserte Ausgabe von Habermas‘ „Theorie und Praxis“, wurde genau in diesem Dummheitsdetail nachträglich geändert. OKEEE Dokee.

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Aber nun auch noch dem Herman Kahn die Ehre zu klauen und sich selbst als „der Idealist, der mittelfristig oder später Recht erhält“ hinstellen zu lassen, das ist nur bescheuert. Sorry Mister. Schmeißen Sie das unsinnige „Theorie und Praxis“ einfach bei Suhrkamp in den Sondermüll.

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Wenn Sie was Besseres zur IT-Revolution zu sagen haben, so sagen sie es. Geduldig hört und liest man und fragt dann: Was ist mit ihm? Kommt er nicht mehr so ganz mit?

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In diesem unempirischen, nicht seinsgebundenen Süddeutsche-Feuilleton-Artikel, „Sand im Kopf bei Habermas“, wird einfach in die Luft behauptet:

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… versucht zu sagen, das Recht der Europäischen Union muss von deren Hütern nicht direkt gebeugt, aber doch gebogen werden, um von Fall zu Fall missliche Konsequenzen jener Fehlkonstruktion der Währungsgemeinschaft auszubügeln …“

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Und so weiter – Habermas schwadroniert über seine EUROPA-Wunschpolitik.

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Habermas verschweigt die GENERALKLAUSEL.

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Deutschland ist nicht völkerrechtlich souverän.

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Es gilt die Generalklausel der Bevormundung durch die USA per völkerrechtlich gültige Nachfolgeverträge (4+2 1990) des „Besatzungsstatus“ nach der Kapitulation vom 9. Mai 1945.

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Kurz – was Deutschland und die US-Statthalterin Bundeskanzlerin Merkel in der EU auch immer machen, sie müssen den USA gehorchen.

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Die USA haben jetzt gesagt: Griechenland-Schulden, EURO-Haftung, Kreditfortsetzung!!! – Griechenland muss in der EU und im Euro bleiben!!

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Grund: geostrategisches Begehr der USA, dass Griechenland weiterhin hochgerüstet / hochverschuldet am Tropf hängt und die südöstliche Flanke Mitteleuropas gegen Russland, gegen Iran und gegen den Nato-Partner Türkei hält.

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BASTA. Und was sülzt Habermas, der „Idealist“ herum?

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Habermas meint in der Süddeutschen Zeitung am 23. Juni 2015: „Das griechische Wahlergebnis ist das Votum gegen das erniedrigende soziale Elend“.

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Habermas meint in der Süddeutschen: „Das schwache Auftreten der griechischen Regierung ändert nichts an dem Skandal“.

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Habermas meint in der Süddeutschen: „Es geht nicht um eine moralische Peinlichkeit, sondern um den politischen Kern“.

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Ja, der politische Kern ist immer die empirische Lage – die Seinsbindung:

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Habermas behauptet in der Süddeutschen, „der Kern ist … der Skandal im Skandal ist die Hartleibigkeit, mit der die deutsche Regierung ihre Führungsrolle wahrnimmt.“

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LÜGENPRESSE – Herr Dr. Prantl, ja? Ist die deutsche Statthalterei gemäß Machiavelli „Il Principe II.5 – was kann der Besatzer tun?“ ihrem Süddeutschen Blatt entgangen? Es gilt die „Generalklausel der Alliierten“ und nicht die politischen Eliten Europas und schon gar nicht die Führungsrolle der deutschen Regierung.

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So klären wir doch mal, ob es angeht, dass die Bevormundung Deutschlands als Rechtsfolge des Nazikrieges nun auch auf die anderen 28 EU-Staaten durchgereicht werden kann (jedenfalls nicht alle sind qua Nato-Mitgliedschaft den USA unterworfen)?

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Dr. Dietmar Moews mag es nicht glauben, dass Habermas ein Idealist ist: Wer sowas schreibt – er ist ein Propagandist, der ist kein Schamhaar besser als es damals Adorno machte: Die politischen Eliten – mein Gott, mein Gott, warum hast du dich verlassen?

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Ulrich Beck 1944 – 2015 – Kurznachruf

Januar 4, 2015

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am Sonntag, 4. Januar 2015

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Der SPD-Professor Ulrich Beck starb am 1. Januar 2015 an den Folgen eines Herzinfarktes im Alter von 70 Jahren in München.

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Die Nachrufe bezeichnen Ulrich Beck als Soziologen bzw. sogar als „einflussreichsten Soziologen“, als einen der „meistrezipierten Soziologen“, als den „wohl bekanntesten meist gelesenen deutschen Soziologen“ und so weiter unentgeltliches Gesäusel: „Das Schlagwort der „Risikogesellschaft“ machte ihn berühmt“, schreibt der SPIEGEL.

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Im Deutschlandfunk brachte eine Elogistin das Tollste zustande:

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Nachdem also erst am 3. Januar Ulrich Becks Tod berichtet wurde, erschienen sofort Nachrufe. Im Deutschlandfunk verlas eine Elogistin folgenden GAG, sie sagte:

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Becks Theorie von der Risikogesellschaft, seinem wichtigsten Buch, wurde durch die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl auf eindrucksvolle Weise bestätigt.“

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Die Reaktorexplosion von Tschernobyl, bei Kiew in der Ukraine, fand am 26. April 1986 statt. Das besagte Buch „Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne“, von Ulrich Beck erschien bei Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986.

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Das klingt wie ein Nachruf auf E.T.A. Hoffmann: Er stand genau vor 200 Jahren auf der Augustusbrücke in Dresden und trank den Rest aus einer Flasche Rotwein und nahm damit den erst 100 Jahre später stattfindenden Ersten Weltkrieg vorweg.

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Die Risikogesellschaft wurde nicht bestätigt, schon gar nicht durch Tschernobyl antezipando, sondern es ist wie bei den SPD-Epigonalisten stets, erst kürzlich wollte Jürgen Habermas (auch der meistgelesenste und internationalistischste Soziologe usw.) in seinem berühmten Werk „Theorie und Praxis“ von 1971 die Gestell-Problematik von Heidegger und den späteren „Dialektik der Aufklärung“-Soziologen vorweggenommen haben, die bereits vorher Herman Kahn in „Ihr werdet es erleben“ (Original „The year 2000 – A frame-work of the next 30 years“ 1967) plünderten, um dem dann heute als der Zuvorderste entgegenzutreten (das Peinliche bei Habermas ist nun aber, dass er in „Theorie und Praxis“ nicht nur nicht der erste war, sondern – viel schlimmer – er hat die IT-Revolution eben nicht erkannt und nicht vorhergesagt, wie Kahn).

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Vorsicht – es ist immer noch mit einem Essay von Günter Grass zu rechnen (jetzt wo Siegfried Lenz tot ist und Duke Ellington, bleibt unsere letzte Kontrollhoffnung Martin Walser): Wer schreibt der bleibt.

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Es muss dem unvoreingenommenen Leser mitgeteilt werden, dass Ulrich Beck eine SPD-Parteikarriere vollführt hat, in der seine Aufgabe darin bestand, den einflussreichsten Soziologen zu geben – er war der SPD-Experte, der Gutachter, der Kenner, der Spezialist mit der Internationale im Horizont (ganz Ivy-League-Amerika reisst sich um wechselweise Habermas und Beck und Grass, Harvard, Yale, Stanford, UCLA, Johns Hopkins Baltimore).

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Diese Berühmtheit wird geführt, durch permanente großflächige Feuilletontexte von Beck in der Süddeutschen Zeitung, gut koordiniert mit den anderen SPD-Schranzen, die zu jedem Zaunpfahl eine Rede schrieben, nämlich Jürgen Habermas (auch als Goldener Doktortitelträger der Philosophie der FAZ) und, natürlich, Günter Grass.

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Alle drei SPD-Autoren haben geradezu austauschbare Echos ausgesendet, auf die Themen der Zeit, egal ob Vietnam, Studentenbewegung, Marxismus, 68er Generations-Konflikt, StaMoKap, Ökologie, Grenzen des Wachstums, Risikogesellschaft, Europa-Politik.

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Man kann also den „Butt“ oder „Die Rättin“ oder andere Feuilleton-Zeitthemen -Kompilationen von Grass, Beck oder Habermas, wie beim Scrabble, zu unsinnigem Augenstaub verwirbeln und es bleibt, was es immer war:

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Ungültiges Simulieren, ohne jegliche wissenschaftliche Methode oder Geltungsanspruch, ohne Empirie, ohne systematische Explorationen, stets nur auf ein sozialdemokratisches „So-Sein-Sollen“ eingesäuselt.

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Es klingt schon absurd, wenn jetzt engste Mitarbeiter oder Protegées von Ulrich Beck attestieren: Methode? Begriffsverlässlichkeit? Theoriearbeit? Feldarbeit? Empirische Systematik? – nein, das war nicht seine Leistung. Deshalb sei er ja auch vielseitig mehr beim Laienpublikum gut angekommen als unter Soziologen.

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Was sind das nur für peinliche Sprüche: „berühmt“, „gut angekommen“. Entscheidend sollte bei einem Wissenschaftler sein,

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welche wissenschaftlichen Fragen hat er generiert?

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Welche hat er beantwortet?

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Welche neuen Fragen oder Hypothesen sind dadurch entstanden?

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Hat er gut ausgebildet und leistungsstarke Schüler?

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Im Falle von Ulrich Beck war es einfach so, dass er in den SPD-orientierten Zeitungen und Zeitschriften permanent gedruckt wurde – auch in Übersetzungen, jedenfalls noch mehr als Oskar Negt und Alexander Kluge. Die SPD versuchte damit ihre Sprachregelungen und einen sozialdemokratischen Themenkanon zu etablieren:

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Er veröffentlichte kontinuierlich Essays in den großen europäischen Zeitungen: Der Spiegel, Die Zeit, Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Rundschau, La Repubblica, El Pais, le Monde, The Guardian usw.

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Dietmar Moews, kurz nach Tschernobyl 1986, radioaktive Kunstaktion am Ernst-August-Denkmal vor dem Hauptbahnhof.

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Dietmar Moews meint: Als täglicher Bezieher der Süddeutschen Zeitung seit 1986 – etwa die Zeit in der Ulrich Beck von den Münchnern entdeckt wurde, nämlich als ich in München lebte (1986 bis 1995), sind mir die Beckmessereien von Beck, Habermas und Grass stets als schaurige Dummheiten erschienen.

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Für mich als Feldarbeiter im Fache der empirischen Soziologie, mit „harten“ soziologischen Verfahrensschritten und auf Gültigkeit zielender Vorgehensweise der systematischen Durchführung, war bei den Publikationen von Ulrich Beck nicht das Geringste zu lernen oder zu vergleichen oder als Anregung aufzunehmen: NICHTS war brauchbar. Beck schwadronierte und war nett.

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Die Nachrufer, die Beck heute als Soziologen preisen, wissen nicht was Soziologie ist. Und eines ist unerbittlich anzurufen (wie es Karl Popper verlangte): Wichtigste Qualität eines Wissenschaftlers ist die Wahrheit:

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Im Falle des zeitlichen Zusammenhanges von Tschernobyl und dem Buch Risikogesellschaft, von Ulrich Beck, bildet Beck das schlaumeierische Nachzucken. Aber was ist nun damit anzufangen? Was ist mit Fukushima? Was ist aus Kassandra geworden, Christa Wolf?

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Wer nun wirklich von der Schrift: „Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne“, Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986, wichtige Orientierungsanregungen beziehen konnte, wird das selbst einordnen können: Weiterhin alles Gute.

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Es soll der Höhepunkt des publizistischen Werkes gewesen sein, auf seinem Weg: „Die Wandlungen der Grundlagen der modernen Gesellschaft“ zu erkennen.

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Mir sind solche Forschungen und Publikationen, wo auch nur eine einzige soziale Neuigkeit von Beck soziologisch aufgeschlossen worden sei, nicht bekannt. Wobei er ohnehin dahin neigt, eher politologisch zu extrapolieren und insbesondere materialistische, technische Veränderungen der äußerlichen Modernisierung zu beobachten und zu interpretieren, als soziale Beziehungen und deren etwaigen modernen Verhaltens-Wandel zu ergründen.

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Hart gesagt, bei Ulrich Beck wird kein sozialer Befund entdeckt oder systematisch gefunden und durchgeprüft. Becks Arbeit weist keine soziale Wandlung infolge von Modernisierung erkennbar aus. Und wären es nur Fragen der sozialen Modernisierung, – wie bedienen und benutzen Sozialpartner Maschinen, Technik, Apparate, aufeinander bezogen, modern gewandelt, also anders als früher? Wo sind die sozialen Erkenntnisse?

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Es ist darauf zu bestehen, dass sich die Soziologie einzig und ausdrücklich mit ihren eigenen sozialen Arbeitsfeldern zu beschäftigen hat: Mit dem Sozialen! Das ist Mensch zu Mensch, Mensch mit Mensch prozessural interdependierend, interaktiv, besonders, wie das Soziale aus dem Sozialen selbst entsteht. Auch wenn dabei modern gewandelte Maschinen im Erlebniszentrum von Individuen stünden, ist damit noch wenig über eine Wandlung „im Sozialen“ gesagt. Was bei den Individuen zur Anthropologie gehört, wäre erst unter Beforschung der sozialen Dimensionen Soziologie, nämlich: Anthropologie unter sozialen Prozessen, hier – in Zeitschnitten – auf etwaige Besonderheiten im Wandel modernisierender Technik bezogen.

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Hat jemals jemand bei Ulrich Beck, Habermas oder Grass eine Unterscheidung zwischen Zeitschnitt und prozessuraler Sozialaktivitäten gehört oder gelesen? Wohl kaum.

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Sorry Mister! Meiner Selbstverpflichtung folgend muss ich meine Kurznachrufe – insbesondere wenn es um die in Deutschland verhunzte Soziologie geht – so schreiben, dass Alphons Silbermann (1909-2000) Genugtuung dadurch erfährt, als lebe er noch unter uns. Der ja selbst nicht mehr schreiben kann – aber immerhin ich in seinem Sinne es tue.

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Prof. Dr. Alphons Silbermann held a reception to his 90th  day of births at the Excelsior Hotel Ernst Cologne near dome

Prof. Dr. Alphons Silbermann held a reception to his 90th day of births at the Excelsior Hotel Ernst Cologne near dome

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Wer in der Pferdekutsche reist, muss nicht zum Mitreisenden andere Sozialverhaltensweisen an den Tag legen, als ein Flugzeugpassagier oder ein Schiffspassagier. Welche Wandlungen hat er beobachtet? NICHTS da bei Ulrich Beck.

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Doch auch hierzu findet man gründliche Arbeit bei Friedrich Georg Jünger „Die Perfektion der Technik“ – nur, was verstand denn Ulrich Beck von Technik oder von Jünger oder von Alphons Silbermann?

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