Heinrich Lummer 1932 – 2019 Kurznachruf

Juni 19, 2019

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am Donnerstag, den 20. Juni 2019

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Heinrich Jodokus Lummer wurde am 21. November 1932 in Essen geboren und ist jetzt 86-jährig, am 15. Juni 2019, in Berlin-Zehlendorf gestorben. Lummer war ein deutscher CDU-Spitzen-Politiker, Mitgliedschaften in hohen Ämtern und Parlamenten und galt als Hardliner.

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Lummer war verheiratet und lebte mit seiner Familie in Berlin-Zehlendorf.

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Nach einem Schlaganfall zog er sich 2003 aus der Öffentlichkeit zurück. Aufgrund der Auswirkungen seiner Erkrankung war er zuletzt schwer gezeichnet, hatte kaum noch Sprachvermögen und wurde pflegebedürftig. Seinen Lebensabend verbrachte er in einer Pflegeeinrichtung im Ortsteil Zehlendorf.

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Von 1939 bis 1948 besuchte Lummer eine Volksschule und absolvierte im Anschluss bis 1952 die Facharbeiterausbildung zum Elektromechaniker.Nach seiner Lehre war er weiter im Beruf tätig und besuchte parallel von 1952 bis 1957 das Abendgymnasium in Dortmund, an dem er schließlich das Abitur erlangte und seine schillernde Biografie eröffnete.

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Lummer war von der Familie der katholisch. Obwohl er sich zunächst für Theologie begeisterte, studierte er ab 1957 an der Freien Universität Berlin Politische Wissenschaft, Philosophie und Rechtswissenschaft und legte 1961 am Otto-Suhr-Institut die Diplomprüfung als Politikwissenschaftler ab. Neben dem Studium in Berlin engagierte sich Lummer, als Vertreter des Rings Christlich-Demokratischer Studenten, auch im Allgemeinen Studierendenausschuss (ASTA), dessen Vorsitzender er von 1960 bis 1961 war. Nach dem Examen war er von 1962 bis 1964 als Assistent am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft tätig. Im Auftrag des Bundesnachrichtendienstes befragte er in diesem Zeitraum auch Übersiedler aus der DDR. 1964 übernahm er die Leitung des Besucherdienstes im Bundeshaus in Berlin.

Ende der 1990er Jahre studierte Lummer als Gasthörer Kunstgeschichte in Berlin.

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Heinrich Lummer trat 1953 in die CDU ein und wurde 1965 Geschäftsführer der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus. Neben seiner CDU-Mitgliedschaft gehörte er viele Jahre auch dem Verein Die Deutschen Konservativen an, dessen Ehrenpräsident er seit 1998 war.

Innerhalb der CDU Berlin hatte Lummer verschiedene Parteiämter im ehemaligen Kreisverband Zehlendorf inne und gehörte zuletzt dem fusionierten Kreisverband Steglitz-Zehlendorf an. Zwischen 1987 und 1989 war Lummer auch stellvertretender Landesvorsitzender der CDU Berlin.

Im März 1967 zog Lummer erstmals in das Abgeordnetenhaus ein und übernahm bereits im April 1969 von Franz Amrehn der Vorsitz der CDU-Fraktion und wurde somit zugleich Oppositionsführer im Parlament.

Dieses Amt übte er durchgängig bis 1980 aus und ist bis heute in der CDU Berlin der Fraktionsvorsitzende mit der längsten Amtszeit.

Als Nachfolger von Peter Lorenz wurde Lummer im Dezember 1980 Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses. Wegen seiner bevorstehenden Berufung zum Senator, trat er bereits am 1. Juni 1981 wieder zurück. Dem Abgeordnetenhaus gehörte Lummer noch bis 1985 an.

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Er war von 1980 bis 1981 Präsident des Abgeordnetenhauses von Berlin und im Anschluss bis 1986 Senator für Inneres und Bürgermeister des Landes Berlin. Aus Neuwahlen im Mai 1981 ging eine Minderheitsregierung der CDU hervor, die am 11. Juni 1981 vereidigt wurde. Diese Wahl gilt bis heute als entscheidend, weil erstmals ein SPD-Senat aus der Regierungsverantwortung abgewählt wurde. Im Senat Weizsäcker wurde Lummer vom neuen Regierenden Bürgermeister Richard von Weizsäcker zum Senator für Inneres berufen. Zugleich übernahm er das Amt des Bürgermeisters und somit des stellvertretenden Regierungschefs. 1984 erklärte Weizsäcker, der für das Amt des Bundespräsidenten vorgeschlagen wurde, seinen Rücktritt. Im neuen Senat Diepgen I unter dem Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen, der am 9. Februar 1984 vereidigt wurde, verblieb Lummer in seinen Ämtern als Innensenator und Bürgermeister. Nach dem Berliner Bauskandal um den Baustadtrat von Berlin-Charlottenburg traten Lummer und andere von ihren Ämtern zurück und wurden auch bei einer Kabinettsumbildung nicht mehr berücksichtigt. 1987 wurde Lummer erstmals als Berliner Abgeordneter in den Deutschen Bundestag gewählt, welchem er durchgängig bis 1998 angehörte. Bei den Wahlen 1990 zog er über die Landesliste der CDU Berlin ein, 1994 wurde er mit 43,3 % der Stimmen direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Berlin-Spandau. In der 13. Legislaturperiode war er Mitglied im Postausschuss sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Sozialordnung. Mit den Wahlen 1988 schied er aus dem Bundestag aus, nachdem er bereits 1996 seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur erklärte.

1989 wurde Lummer als Nachfolger von Lothar Bossle Präsident des Instituts für Demokratieforschung.

Im Dezember 1992 gehörte er zu den Gründern der früheren CDU/CSU-Gruppe Christlich konservatives Deutschlandforum.

Ende der 1990er Jahre moderierte Lummer bei dem Regionalsender TV.Berlin zeitweise eine Fernsehsendung mit dem Titel „Auf den Punkt Berlin“. Ende der 1990er Jahre engagierte er sich verstärkt für Kosovo-Flüchtlinge.

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Lummer war Befürworter einer „Vierten Partei“; entsprechende öffentliche Äußerungen wurden 1979 vom CDU-Spitzenkandidaten für das Amt des Regierenden Bürgermeisters, Richard von Weizsäcker, kurz nach dessen Kandidatur unterbunden.

Während seiner Amtszeit als Innensenator kam am 22. September 1981 der Hausbesetzer Klaus-Jürgen Rattay zu Tode. Der Vorfall entwickelte sich zum Politikum, da Lummer indirekt beteiligt war. 1989 wurde bekannt, dass sich der Bundesnachrichtendienst lange Zeit durch Lummer als Innensenator zuarbeiten ließ, obwohl Parlamentarier nicht als nachrichtendienstliche Verbindungen geführt werden sollen (BT-Drs. 13/4374). Jahrelang suchte das MfS der DDR Stasikontakte erfolgreich durch eine Geheimdienstlerin in Westberlin, wo Lummer mit Hilfe von Regierungschef von Weizsäcker herauskam. In den 1990er Jahren besuchte Lummer den PKK-Führer Abdullah Öcalan und hielt regelmäßigen Kontakt zu ihm.

Am 1. Mai 1999 schrieb Lummer im Ostpreußenblatt, Stalin und die US-Regierung (Earnest Hooton) hätten die Auslöschung des deutschen Volkes durch erzwungene Einwanderung fremder Völker geplant. Auch die türkische Einwanderung nach Deutschland sei in diesem Kontext zu verstehen.

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1999 erschien im rechtsextremen Hohenrain-Verlag sein Buch Deutschland soll deutsch bleiben: kein Einwanderungsland, kein Doppelpaß, kein Bodenrecht. In diesem Buch warnte Lummer vor einer „Überfremdung“ Deutschlands und sprach sich für eine „Erhaltung des deutschen Volkes und der deutschen Kultur“ aus. Dort verwendete er auch den umstrittenen Begriff „Holocaust-Industrie“.

Als Ehrenpräsident der als rechtsextrem eingestuften Vereinigung „Die. Deutschen Konservativen e. V.“ schrieb Lummer regelmäßig für deren Konservative Zeitung. Außerdem war Lummer zeitweise Autor der neurechten Wochenzeitung Junge Freiheit. Am 8. November 1997 sprach sich Lummer im Ostpreußenblatt gegen die Einwanderung russischer Juden nach Deutschland aus. Im November 1998 wurde Heinrich Lummer die Einreise nach Israel verweigert. Das Flugzeug mit 33 Teilnehmern an Bord wurde auf dem Weg nach Tel Aviv über Istanbul umgeleitet, wo die Gruppe von Bord ging. Am 10. September 1999 suggerierte Lummer in der Jungen Freiheit, dass die „amerikanische Ostküste“ Deutschland zur Errichtung des Holocaust-Mahnmal zwinge.

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Heinrich Lummer gehört zweifellos zur Vorgeschichte der rechten CDU-Sezession, die heute als AfD eine bestimmte rechte Geisteslage in Deutschland anspricht.

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