Vorletzter Zapfenstreich der Bundeswehr für Bundespräsident Gauck

März 18, 2017

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von Sonnabend, 18. März 2017

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Erschöpft haben die Chefredakteure der Massenmedien in Deutschland ihre letzten Worte zum ausscheidenden Bundespräsident Joachim Gauck publiziert.

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Gestern, am Freitag, 17. März 2017, trat die Ehrenformation der Bundeswehr samt Militärorchester und die amtierende Verteidigungsministerin Dr. von der Leyen, am Schloss Bellevue, dem Berliner Sitz des Bundespräsidenten an, um den Zapfenstreich zur Verabschiedung von Bundespräsident Dr. hc. mult. Joachim Gauch aus dem Amt zu präsentieren.

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Bei gutem Wetter, noch mit Winterkleidung und feierlich beleuchtetem „Bellevue“, standen Gauck und seine Frau in gutem Schuss vor den Kameras und nahmen die Ehrung entgegen, wie es sich gehört.

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Dietmar Moews meint: Außer dem Deutschlandfunk, Köln, und dem Kommentar der Chefredakteurin BIRGIT WENTZIEN, erhielt dieser Zapfenstreich keine weiteren massenmedialen Heraushebungen.

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In den Abendnachrichten wurde dieser Zapfenstreich ganz nach hinten gesetzt, mit kaum einem Takt dauerndem symbolüberladener Militärmusik-O-Ton:

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„Freiheit, die ich meine – über sieben Brücken musst du geh‘n.“

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Das mag so als geistiges Niveau eines evangelischen Gemeinde-Diakons genügen, ist aber gelinde gesagt – Unfug. Für das witzige Eight days a Week der Beatles – wenn schon das Zahlenspiel auf die Siebentage-Woche anspielen soll  –  hat Gaucks Philosophie-Bildung anscheinend nicht ausgereicht:

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Wieso über sieben Brücken? – weil die Katze sieben Leben hat?

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Dem Deutschlandfunk scheint der DDR-Lutheraner, der die Freiheit der Menschheit bis zum 9. November 1989 in fester Loyalität zur SED verteidigte, um danach befreit zu den Befreiten überzulaufen, diesen Rückblick nicht wert zu sein. Birgit Wentzien blickte folglich nach vorne und lobte Joachim Gaucks Bundespräsidenten-Arbeit, der besonders in seinen zusammenfassenden Abschiedsreden seine Betonung auf FOLKLORE und den Unterschied zwischen gehabtem Befreiungsgefühl und gegenwärtiger Freiheit herausheben zu sollen meinte.

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Birgit Wentzien weiß, was uns Deutschen Alles an Personalmissgeschick unter Merkel passieren kann – und damit gebe ich ihr tatsächlich Recht – Gauck war nicht so schlecht, wie er hätte sein können und nicht so schlecht, wie andere vor ihm.

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Denn, wer als Bundespräsident, wie KÖHLER, alle Zusammenhänge der Weltfinanz aus eigener Insiderkompetenz kennt, aber nicht vor dem CRASH 2008 warnen wollte, ist ein Verräter am Volk.

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Wer, wie Wulff, zu Handgreiflichkeiten gegenüber einem Publizisten kam, musste wegen ERDOGANISMUS entlassen werden – dem Wulff durch Rücktritt lediglich zuvorkam. Man soll ihn jetzt nicht zum Guttenberg machen.

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Wer, wie Johannes Rau, wirklich ahnungslos vor der anschwellenden IT-Revolution, als Bundespräsident hätte IT-AUSRUFE-Zeichen setzen müssen, aber wegen Blindheit versagte, war damit durchgefallen.

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Wer wie Steinmeier den Bremer Türken Murat Kurnaz vier Jahre zu lange in GUANTANAMO in rechtsfreier US-Folter hängen ließ, hat bereits seinen Vorschuss weg.

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Und so trifft es auch Joachim Gauck. Gauck hat bis heute nicht begriffen, wie epochal und überlebenswichtig wäre, den Menschen die Funktionen der IT-Lebensveränderung der Erleichterung und Selbsterleicherung der Erleichterung unter Strukturen der IT-Kompetenz anzukündigen! – der hat das wichtigste Zeichen seiner Zeit voll vergeigt.

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Da hilft nicht, wenn er das Wort Freiheit herausstellt.

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Im Tao-Te-King des Laotse ist selten die Rede von Freiheit, wenn es nämlich um Lebenserhaltung geht. Denn Alles kostet. Wollen wir Menschwerdung und Selbsterleicherung und Befreiung von IT-Bildung, dann zahlen wir für die „Blödheit der Freiheit des Gauck“:

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Roboter übernehmen die Cyborgs – hier ist IT-Freiheit ohne IT-Bildung unmöglich.

 

Aller guten Dinge sind „Einmal ist Keinmal (einmal fünf Jahre Bundespräsident: „Auf einem Bein kann man nicht steh‘n“).

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Doppelt genäht hält besser“

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Aller guten Dinge sind Drei

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Vier Ecken hat der Tisch, an jeder Hand fünf.

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Sieben Löcher bohrten Flugs, der Kaiser des Südmeers, und Stracks, der Kaiser des Nordmeers, Urdunkel, dem Kaiser der Mitte, denn er hatte keines. (Laotse)

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Null, machte der Türke mit dem Tabaksrauch seiner Feinschnittpfeife in die Luft (nach Schnabelewobski und Heine).

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Jürgen Kaube hält seine Börne-Preis-Dankesrede über „Zeitschriftsteller“

Juli 14, 2015
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vom Dienstag, 14. Juli 2015

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Heute berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung über den Börne-Preis-Träger 2015, Mitherausgeber und Redakteur der FAZ, Jürgen Kaube.

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Jürgen Kaube hielt seine Preisträger- Dankesrede, die ich hier kritisiere. Vorher zur Situation:

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In Brüssel wird über den Schwarzen Peter und das verhuschte Milliardenspiel disputiert. Die Verkaufszahlen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sind rückläufig. Der geistige „Mentor“ der FAZ – die USA – schwächeln weiter mit Misserfolgen und Legitimationshängern durch Bürgerkrieg auf den Straßen in den Vereinigten Staaten und durch IT-Herrschaft in allen Farben der Unfreundlichkeiten auf dem Globus.

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Da hat nun Jürgen Kaube seinen Börne-Preis erhalten und vor vollbesetztem Saal seine Dankesrede vorgetragen. Hier liegt der am 13. Juli 2015 im Feuilleton der FAZ, Seite 11, abgedruckte Redetext vor, der

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Wie man die Gegenwart erfasst. Börne, Hegel und die Neuigkeiten: eine Dankesrede anlässlich der Verleihung des Ludwig-Börne-Preises / Von Jürgen Kaube“ überschrieben ist.

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Ein solcher Preis muss möglichst gut geführt werden, Beachtung erheischen, brillante Juroren und bedeutende Preisträger küren, epochale Dankreden hervorbringen lassen, eine aufblitzende Stunde der Geschichte erzeugen.

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Im DLF hieß es dann zu Börne / Diner / Kaube:

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Der Historiker Dan Diner, von der Ludwig-Börne-Stiftung in diesem Jahr als alleiniger Juror bestellt, lobte Kaube vor allem für seine Max-Weber-Biografie. So dass es ein Vormittag der Leseempfehlungen, der Empfehlung zum Lesen war. Auch wenn die Wissenschaft selbst Erfinderin schönster Schlagworte ist, ist das vernünftig und sinnvoll.“

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Mit Dan Diner hatte man einen Israelpropagandisten, der sich auf nicht mehr herbeilässt, als das „Recht auf Leben“ anzuerkennen (wie ich kürzlich bei der Fritz-Thyssen-Stiftung in Köln von ihm hörte), damit aber persönlich keine politische oder moralische Position übernehmen oder verantworten möchte.

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Es ist Diner also ein „Windhund“, der Kaube zum Preisträger kürte.

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Der alleinige Preisrichter und Laudator, der Historiker (Professor für Hebräisches in Leipzig und Israel), auch in der Frankfurter Rundschau heute von Judith von Sternburg berücksichtigt:

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Dan Diner würdigte Kaubes herausragendes schriftstellerisches Vermögen, „die wissenschaftliche Kultur von Geist und Sache in luzider Klarheit und begriffsnaher Zuspitzung in den öffentlichen Raum zu tragen“. Kaube sei ironisch urteilend der Tradition der Aufklärung verpflichtet.“

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Ein Beispiel für die warmen Attributierungen brachte Dan Diner nicht – und brachte auch Frau von Sternburg nicht. So darf sich jeder Zuhörer denken, was ihm einfällt: Toll.

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Vorherige Preisträger sind Peter Sloterdijk, Joachim Gauck und Marcel Reich-Ranicki.

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Der Journalist und Buchautor Jürgen Kaube bekommt in der Frankfurter Paulskirche den Ludwig-Börne-Preis und plädiert für einen belesenen, reflektierten Journalismus.

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FR, am 13. Juli 2015, gibt Judith von Sternburg eine solide Inhaltsangabe des Redauftrittes Jürgen Kaubes in der Frankfurter Paulskirche:

Journalismus sei Zuschauen als Beruf, sagte Jürgen Kaube, ein von ihm am Rande ausgesprochener Satz, eine Binsenweisheit aber bloß auf den ersten Blick. Namentlich Journalisten selbst muss er brennend interessieren in seinem deutlich aus der Mode geratenen (und auch nie wirklich in Mode gewesenen) Purismus und in seiner Bescheidenheit.

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Kaube, 1962 in Worms geboren, ist seit Anfang des Jahres der für das Feuilleton zuständige FAZ-Herausgeber, als Nachfolger des 2014 verstorbenen Frank Schirrmacher, an den am Sonntagvormittag in der Frankfurter Paulskirche auch mehrfach erinnert wurde. Schirrmacher war sowohl Juror als auch Preisträger des Ludwig-Börne-Preises, dessen gelegentlich inzestuöser Reiz sich ja doch eher im Kontrast zum „Zuschauen als Beruf“ aus einer regen Mitgestaltung durch Journalisten ergibt.

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Kaube, der 21. Träger des mit 20 000 Euro dotierten Preises, interessierte sich in seiner Dankesrede für die Frage, wo all die Neuigkeiten herkommen, von denen der Tagesjournalismus lebt und die zur Überraschung Karl Valentins immer genau auf eine Zeitungsseite passen. Kaube konnte zu Recht fragen, ob wirklich inzwischen noch viel mehr los sei, wie es das Internet durch stündliche, minütliche neue Nachrichten nahelege. Dies ist natürlich nicht (selten) der Fall, stattdessen ergebe sich diese etwas aufgeregte Gemengelage aus einer (schon von Thomas Hobbes diagnostizierten) allgemein menschlichen Fixierung auf das, was sich verändert.

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Der Begriff „Zeitgeist“, daran erinnerte Kaube, war bei Herder noch die „langanhaltende Kraft der Tradition“.

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Was macht damit der Journalist, den wir uns weiterhin als Zuschauer vorstellen möchten, auch wenn sämtliche genannte Beispiele ihn mittenmang im Getümmel der immer wieder neuen Etiketten zeigen? Kaube erinnerte daran, dass just im Jahr 1818, als der auch nicht nur zum Zuschauen neigende Journalist Börne seine Zeitschrift „Die Waage“ gründete, der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel seine Antrittsvorlesung in Berlin hielt: zwei ambitionierte Unterfangen, die Gesellschaft zu begreifen. So habe man hier den, der „die Aussagen der Zeit zu erlauschen“ und zu erzählen versuchte (Börne) und dort den, der die Zeit „erkennen“ wollte (Hegel).

Die Gegenwart, so Kaube, könne nur verstehen, wer weder vor ihr fliehe, noch ihr ausgeliefert sei. Um ihr nicht ausgeliefert zu sein, brauche der Mensch Begriffe statt Schlagworte. Diese Begriffe könnte sich der an dieser Stelle nicht mehr nur zuschauende, sondern auch lesende Journalist aus eben jener Wissenschaft holen, der schon wegen immanenter Unverständlichkeit die Durchschlagskraft fehle. Es sei die Wissenschaft, die dem Journalisten, Zuschauer, Leser helfen könne, „zu unterscheiden, was wirklich neu und was überhaupt der Fall ist“. Kein Börne ohne Hegel, kein Hegel ohne Börne, sagte Kaube.“

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Dietmar Moews und Alphons Silbermann beim Empfang im Hotel Ernst, Köln

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Dietmar Moews meint: Ich finde, Kaube ist ein gut gefundener Preisträger, weil er ein vorrangiger deutscher Publizist geworden ist – Redakteur und Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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Und Kaube ist ein hervorragender Beobachter sozialer Geschehnisse, für die er ein empirisches Urteilsvermögen entwickelt hat – vorausgesetzt, er hat in seinem Erwerbsberuf als Autor die notwendige Zeit, handwerkliche Spitzenleistung zu bringen.

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Leider hat er die Zeit zur Lektüre, durch seine Führungsaufgabe bei der FAZ, nicht mehr. Entsprechend fallen seine Texte jetzt dürftig aus (zuletzt der Habermas-Maggi-Text) – so auch diese gedruckte Dankesrede:

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Lieber Herr Kaube, Literaturanregung? Lesen Sie das Berliner Manifest von Dietmar Moews – wie konnte es geschehen, dass Sie zur Zeitschriftstellerei schreiben, dass Sie titeln: „Wie man die Gegenwart erfasst“ und keine Spur der IT-Revolution ansprechen? Keine Beschleunigung des weltweiten Neuigkeitsmarktes weisen Sie aus, die Neue Sinnlichkeit der Fernfuchtelei und des Druckes auf Redakteure ignorieren Sie. Was muss ein Redakteur auswählen und an welche thematische massenmediale Welle muss man sich anhängen?

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Ich schwäche ab – ich habe die Rede nicht live gehört – und habe Kaube andernorts bereits schon nicht so beeindruckend öffentlich sprechen erlebt – aber das Ding ist ja geschrieben, durchgetextet und gedruckt – also:

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Kaube muss nicht die Börne-Stiftung in seiner Dankesrede thematisieren. Er muss keine vorherigen oder zukünftigen Preisträger ansprechen. Er muss nicht seinen Juror, Professor Dan Diner, auseinandernehmen.

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Doch egal, wie er es anfasst: Was gesagt wird, muss stehen. Egal ob kompiliert oder angebuntet: Wort für Wort und Sätze der Bedeutung und Geltung sollten Konfekt sein und nicht nur Papphülsen oder Silberpapier.

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Die erste Hälfte seines Redetextes war beliebiges Anbunten, von Karl Valentin bis Thomas Hobbes und Stuart Mill – wo sind wir denn nun heute, Herr Kaube?

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Es gibt doch einige Sammelbegriffe, über die wir auf kurzem Weg zur Sache kommen können, wenn wir was zu sagen haben:

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EINS Vorstellungsorientierung

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ZWEI Handlungsmotivationaler Mensch,

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DREI Werte, Medien, Themen

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VIER Tradion, Abhängigkeit, Veränderlichkeit

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FÜNF und schon sind wir beim heutigen Preisträger Kaube, Autor mit Börne- und Hegelreflex im Jahr 2015.

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Kaubes Börne-Charakterisierung, „Tagebuch der Zeit – Zeitschriftsteller“ reicht zu.

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Kaubes anthropologisches Stichwort „Unruhe“, das wohl wertfrei dahergebracht worden sein sollte, ist unverbindlicher Mist: „Vorstellungsorientierung“ ist der etablierte und treffende Begriff dafür.

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Kaubes Hegel-Charakterisierung eines „Metaphysikers der Not der Zeit (1818), die er dann auch noch pejoriziert: „…Kraftanstrengung war der Erkenntnis nicht förderlich …“ – Herr Kaube das geht so nicht:

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Entweder Sie lassen Hegel wo er längst ist, in der Vergessenheit eines „absurden Idealismus“. Oder Sie nehmen Hegel in den Griff! (das geht nicht in einer Börne-Preis-Dank-Rede, wenn der Autor nicht über ausreichende Vorbereitungs-Zeit für sein komplexes umfangreiches Thema verfügen kann).

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Damit ist aber die abschließende Zusammenfassung: „Kein Börne ohne Hegel“ unhaltbarer Schwachsinn, denn der empirische Börne war eben eine Perlenkette von Zeitberichterstattung (für die Immanuel Kant nützlicher ist und gewesen wäre als Hegel, der Zeitgenosse am Katheder).

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Aber andererseits ist „Kein Hegel ohne Börne“ weder mit Max Weber noch mit Alkohol zutreffend. Denn, wer Hegel gründlich studiert, und nicht völlig verwirrt ist, wird dabei zu unterscheiden lernen, was METAPHYSIK ist, nämlich immaterielles Wertmaterial der Physik. Und wird bei intensivem Studium erkennen, was zwar bei Hegel Metaphysik genannt wird, aber unentgeltliches Herumgemache ohne sinnlichen Bezug und Geltung ist.

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Kaube ist auf das Hegel-Gerücht hereingefallen: dass bei Hegel Begriffsklärung zu holen sei – Dem ist nicht so.

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Es hilft einfach nicht, an das Namedropping der vergangenen 68er Autoren anschließen zu wollen, die unter Hektik in der Dialektik eine Kurve ihres persönlichen Traumdeutens über Ideal- und Utopiedenken, über Hegel zu Marx, gekommen sein wollten, während sie unfähig waren, Hegel als Blender und Marx als Blender zu identifizieren.

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Kein Hegel ohne Hölderlin und Schelling! – das wäre interessant, aber der Nichtsnutzigkeit Hegels wegen doch nicht relevant.

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Aber, wenn ein heutig getriebener Spitzenpublizist Kaube sich zurücklehnt und möchte nun partout was zu Börne-Hegel sagen, weil sie beide doch so schön im revolutionierten Paris und im konterrevolutionierten Berlin sich an ihrem Zipfelchen ziepelten – was läge da näher, herauszustellen, dass Börne etwas ästhetisch Bedeutendes seiner Zeit journalistisch zu fassen versuchte. Während Hegel seine Buchhaltung systematisch abarbeitete, allerdings für ein Erkennen des Anthropologischen, des Psychologischen, des Sozialen, des Soziologischen, kurz, des Politischen, überhaupt keine Sinnlichkeit fühlte, die ihm Seinsbindung hätte anraunen können.

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Was war dann der Ausruf: „kein Hegel ohne Börne?“ sollte es eine Andeutung auf hegelsches Potenzial zum Heben börnescher Orientierungsschätze sein? Oder zum Heben kaubescher Begriffs-Vorstellungen bei Hegel?

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Richtig verstanden ging es doch nicht um einen Hegel-Preis – oder wurde hier was verwechselt?

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Wie man die Gegenwart erfasst“, lieber Herr Kaube, haben Sie nicht zu sagen vermocht. Es wäre so gesehen sinnvoll, der FAZ-Überschrift ein Fragezeichen zu verpassen: „Wie man die Gegenwart erfasst?“ – und dann, meinetwegen mit Börne + Heine munter los! Das gäbe zumindest Spaß.

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Ihren Hegel kriegen Sie so nicht integriert. Und ich wüsste nicht, wie Sie, sollten wir hier gegensätzlicher, zumindest abweichender Meinung sein, mit Ihrem Vortrag einen „Meinungskampf“ kämpfen wollten, wenn ich Ihnen dabei ihre eigene publizistische Arbeit (bis Herbst 2014) entgegenhielte, einschließlich der wirklich fleißigen aber zusammenfassend nicht hinreichenden Max-Weber-Biografie. Aber dafür haben Sie Leute wie Dan Diner – und brauchen mich nicht. Ich habe Alphons Silbermann und brauche sie beide nicht:

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Wenn du das Feste löst und das Flüchtige festigst und das Geflügelte festmachst, wirst du sicher leben“, Brescia 1572.

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Bildschirmfoto vom 2015-06-13 18:44:00

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Lichtgeschwindigkeit 158

Januar 12, 2010

Lichtgeschwindigkeit 158

DAS BERLINER MANIFEST Abspann,

Grundsatzprogramm oder Parteiprogramm?

Kernsätze zur Piratenpartei Deutschland von Dr. Dietmar Moews,

Piratenpartei Deutschland, im Globus mit Vorgarten,

Berlin-Pankow Niederschönhausen,

aufgenommen am Montag, 13. Januar 2010.

Ich lade wissenschaftlich Interessierte ganz herzlich ein,

mit mir das BERLINER MANIFEST auf die nächste qualitative

Stufe zu höhen. Es ist die Gründung einer freien Piraten-Universität.

Dazu werde ich mit PIRATEN besprechen, wie wir beginnen.

Das Berliner Manifest enthält verschiedene Ambitionen:

Es ist Strategie-Debatte; es ist Theorie-Diskussion;

es ist Marxismus-Streit;

es ist Abgrenzungs-Streit gegenüber anderen Parteien;

es zielt auf Chancen beim Wähler;

es berücksichtigt die Piraten-Personnage, also wie, wer und

was, welche Menschen, sind Pirat.

Ich bin ein Künstlergelehrter. Hier spreche ich als Pirat

und IT-Soziologe.

IT-Soziologie ist eine Bindestrich-Soziologie, die auf

das Soziale gerichtet ist, das in der äußeren sozialen

Welt das IT-Erlebnis feststellt und analysiert.

Das IT-Politik-Erlebnis setzt sich zusammen aus den

sozialen Beziehungen der Produzenten und Konsumenten

und ihren Kollektiven, in deren prozessuralen Interaktionen

und Interdependenzen die IT-Politik und deren Benutzung

den Erlebnismittelpunkt bildet. IT-Politik, nicht gleich IT.

Die IT-Soziologie beginnt bereits damit, dass der Soziologe

die Höhe des Forschungsstandes beachtet und das soziale

Feld systematisch beobachtet.

Forschungsstand und Systematik sowie Publikation sind

Verflichtung jeder Wissenschaft.

Die weltweite IT-Bewegung braucht eine Gesellschaftstheorie

und einen integren Handlungsstil dazu. Hierzu gehört für

jede Piratenpartei die Selbsterkenntnis der eigenen politischen

Lage. Das Bewusstsein der eigenen gesellschaftlichen

Totalität ist horizontal, in allen Arbeitsfeldern und Teilbereichen

von Produktion, Konsumtion, Information und Distribution,

und vertikal, von lokalen Eigenarten hin zu regionalen und

weltkulturellen Unterschieden, wo immer Piratenwähler leben,

am aktuellen empirisch-wissenschaftlichen Forschungsstand

zu integrieren. Ausgehend von den selbstgesetzten Werten

der Piraten in der jeweils geltenden Parteisatzung gilt die

gesellschaftspolitische Lage in Deutschland aus IT-soziologischer

Sicht. Im Themenbaum finden sich die Strukturbaustellen der Piraten.

Motto

>Infolgedessen gehört alles, wozu man weder durch

Belohnungen noch durch Drohungen gebracht werden kann,

nicht in die Rechtssphäre des Staates< Spinoza

Baruch Spinoza: 1663/1871 Abhandlung vom Staate, S. 197:

Vom Recht des Staates, 3. Kap. § 8,

BERLINER MANIFEST

Berliner Piraten-Manifest als Denk- und Diskussionspapier

für die IT-Bewegung

Wohlverstanden, dass je präziser ein Parteiprogramm

ausgelegt wird, desto weniger Mitglieder stellen sich

dahinter, um es zu vertreten. Im Manifest geht es also um

Grundwerte, die alle miteinander verbinden, Piraten,

Piratenbewegung, IT-Bewegung, Gesellschaft.

Anlass war das schrittweise von digitalen Neuerungen

wandelnde Alltagsleben und neue Restriktionen:

Pirate Bay, kulturindustrielle Monopole der Verwerter und

Verteiler von Originalleistungen. Eine wirkliche Internationale

war konstituiert, ohne, dass die kollektivbildenden

lebensverändernden Kräfte in den politischen Folgen

angesprochen wurden. Auch die Wissenschaft schlief.

Die profitorientierte Wirtschaft blieb mit Blick auf die

finanzierenden Militärinteressen erstaunlich witzlos und

stumpf. Erst Sun Valley und Leute wie Bill Gates begriffen,

welche zivilen Aufgaben der IT-Entwicklung und einer

darauf bezogenen IT-Politik gestellt sind.

Die IT-Bewegung hat mit der weltweiten Piratenbewegung

ihre zivile Avantgarde gebildet: Das heißt: Nicht Zivilsten

haben eine revolutionäre Partei konzipiert. Sondern eine

totale Zeiterscheinung, die digitale Robotik und Telematik,

mit den virtuellen, der sinnlichen Kontrolle entkoppelten

Seinsweisen, zwingt den intelligeneren Teil der teilnehmenden

Menschheit dazu, sich politisch zu formieren.

Dem stehen die Traditionen, Abhängigkeiten und

machtbegehrlichen Dispositionen der Gegenwartswelt in

vielerlei Hinsicht entgegen. Wo ein weltweites Problem

auf lokale und regionale Menschen stößt, sind weltweite

naturwissenschaftliche Konzepte noch nicht die sozio-politischen

Lösungen. Deshalb müssen die bürgerrechtlich-liberal

angesprochenen PIRATEN jeweils kulturspezifische

Programme und Ausprägungen herstellen. Bürgerrechtler

in USA, wie Martin Luther King hatten andere Aspirationen

als Sacharow in Gorki. Heinrich Heine hatte andere als

Ralf Dahrendorf. Die europäische Revolutionsgeschichte

hat zwar Nationen in der europäischen Union zusammengebracht.

Doch man achte auf die sehr verschiedenen Ausprägungen,

sowhol der Staatlichkeiten wie der Arbeitsteilungen oder des

Liberalismus, wie in Frankreich anders als in England anders

als im 1. Deutschen Reich, im Zweiten deutschen Reich,

im Dritten Deutschen Reich und noch mal völlig verschieden

in der ersten Bundesrepublik.

Bis heute wird kaum beachtet, dass die Deutschen der

ehemaligen russisch besetzten deutschen Ostzone,

der späteren DDR, bis 1989, niemals vorher eine republikanische

Freiheit erlebt hatten. Deshalb haben die Deutschen heute ein

besonderes Problem mit Dienstklassenmentalität und

Unverständnis des Liberalismus. Die historisch völlig

verbrauchten Begriffe von Recht und Ordnung, Autorität und

Führung, bedingen, besonders unter den DDR-Ostdeutschen,

eine Ideologie eines vermeintlich dialektischen Verhältnisses

von Freiheit und Sicherheit. Freiheit als Bedrohung von

Sicherheit. Dem gegenüber steht ein idealistisch-utopistischer

Irrglaube, der sich, abgekürzt, mit dem Bild des

Kapitalismus-Vampirs. Im christlich-ideologisch geprägten

Hintergrund bietet die Erlösungshoffnung auf „Kommunismus“

den wirklichkeitsfremden Spielraum der politischen

Erleichterung. Das atheistische Heidentum der DDR-Deutschen

wirkt auch deshalb so nachhaltig, weil es die allzumenschliche

Tradition der Realitätsflucht und Erleichterung fortsetzt.

Unfreiheit, Unterwerfung, Inunrechtsetzung, Restriktionen, Bestrafung.

Es bedarf einer geistigen und einer sozialen Anstrengung,

eine Partei zu entfalten. Es ist keine Kunst, aus einem

Freiluft-Schwarm eine Caféhausgemeinschaft zu machen.

Man wartet auf einen Regenschauer und öffnet die Tür.

Mit einem Stichwort, Freiheit, Maté, Kaffee, Bier, Joint oder Ficken,

findet sich der Common Sense. Zur Aktivierung wird einfach

nach den Gegeninstanzen gerufen: Unfreiheit, Kein Saufen,

kein Rausch, kein Sex.

Aufklärung bei Immanuel Kant:

Die Kritik der Urteilskraft: Die Gemeinschaft muss sich auf

sprachlich gefasste Sätze

verständigen, die sich auf eindeutige Wertbestimmungen

und Wertverwirklichungsstrategien festlegen lassen.

Es geht um das in Geltung Setzen der Sprache. Es geht um

das Denken der Sprache vom Wissen um ein Können vom

Handeln.

Ich bin als freier Mensch geboren.

Die vier Fragen:

Was kann ich wissen?

Was muss ich tun?

Was darf ich hoffen?

Wie ist der Mensch?

Die Entzauberung des marxistischen Irrlaufs.

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die Werte der

Französischen Revolution.

Triebverwirklichung, Triebhemmung, Triebverzicht:

das Drama des inneren und äußeren Schweinhunds.

Die Weltgeschichte integriert ein Wunder – mit oder ohne

uns Menschen. Es gibt eine neue Sinnlichkeit infolge der

sexuellen und der digitalen Kommuni-kations-Revolution.

Sämtliche Ligaturen unserer individualen und sozialen

Traditionen sind geschwächt und im Wandel. Die

menschliche Fortpflanzung ist nicht mehr an die Paarung

von Mann und Frau in traditionellen Familien gebunden.

Die IT-gestützte virtuelle Sozio-Kultur schafft Umgangsformen

ständig wechselnder Kollektive, die keine sinnliche Ortsbindung

aufweisen und damit die gegenseitige soziale Kontrolle

auflösen. Zwischen der alten Leiblichkeit und der virtuellen

An- bzw. Abwesenheit entstehen die neuen Lebensformen

der Dynamisierung, der Lähmung, der Irritation, der neuen

Ligaturen und Anomien. Das Manifest ist auf die geltende

Satzung der Piratenpartei Deutschland bezogen und wahrt

deren Werte und Normen.