Putinieren der heiligen Krim zum Tempelberg

Dezember 7, 2014

Lichtgeschwindigkeit 5161

am Sonntag, 7. Dezember 2014

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Im Informationsmagazin am Sonntag im DLF brachte heute der Israel-Propagandist Burkhard Müller-Ulrich eine Kurzdarstellung der Propagandarede des russischen Staatschefs Vladimir Putin, die zur OECD-Konferenz in Basel verbreitet worden ist:

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Putin erklärte die Krim als „heiliges Gebiet“ für die Russen, vergleichbar dem „heiligen“ Tempelberg in Jerusalem für die Juden.

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Was soll heißen: Die Russen? Denken oder Argumentieren alle Russen wie Putin?

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Was soll den der Kollektivbegriff „Die Juden“? Kreiiert Putin jetzt die jüdische Rasse? oder die semitische Sprache?

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Müller-Ulrichs DLF-Kritik war sehr kurz und impressionistisch. Um seiner Propagandarichtung Zucker zu geben, interviewte Müller-Ulrich einen Historiker. Doch was soll der zu politischen und rhetorischen Implikationen erklären? – Natürlich Nichts. Immerhin wies er auf eine wesentliche Nichtgleichsetzbarkeit hin – das sei die tatsächliche Geschichte:

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Der Tempelberg sei ein Heiligtum der monotheistischen Religionen – die Krim war Jahrhunderte griechisch, mongolisch, tartarisch, osmanisch und erstmals von Slawen zur Goethezeit berührt, später vom russischen Zarenreich okkupiert, also weder russisch noch heilig.

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Dietmar Moews meint: Thema ist der Interessenkonflikt zwischen den Herrschern vom Westen und der russischen Putin-Regierung. Dabei geht es konkret um die politische Selbstbestimmung der heutigen Ukraine und den Anspruch Putins, in der Ukraine russische Interessen militärisch durchzusetzen und behaupten zu wollen.

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Putin hat mit seiner wirren Rede eine russische Alleinstellung reklamieren wollen und die anderen OECD-Vertreter zur Reaktion und zur Diskussion zwingen. Das ist ihm mit seinem absurden Vortrag gelungen.

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Nicht nur der Deutschlandfunk hatte darüber berichtet und auch kommentiert – wie jetzt noch einmal mit dem Massakerstaat-Propagandisten – folglich hier auch in Lichtgeschwindigkeit.

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Hier kann der in der Lichtgeschwindigkeit kreiierte Begriff „Putinisieren“

https://lichtgeschwindigkeit.wordpress.com/wp-admin/post.php?post=8581&action=edit: „PUTINIEREN“ (putinieren: to put): Ein altes Wort“

Putinieren“ – die Begriffsbedeutung reicht von „Fünfe gerade sein lassen“ bis “Arafat beseitigen“. Die Wahrheit des Putinierens im Materiellen liegt aber in der Benutzung, die eben durch die Benutzung erst gesetted bzw. “putiniert“ wird.

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Im Immateriellen ist unter „Putinieren“ des Putinierens, die Beugung der Begriffsbedeutung gemeint, wenn das Wort verwendet wird:

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Kurz, Putinieren ist Verleugnen und Abwiegeln von schlimmen Angelegenheiten bzw. es ist das Schönreden (Euphemismus) und entweder Übertreiben oder Untertreiben von Fakten und Szenerien.

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Militärische Mittel in der Interessenpolitik Russlands in der Ukraine ist heißer Krieg. Auch heute wurde in Donezk ein Kraftwerk zerstört.

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Der Westen unterstützt die Ukraine und fordert Putin zu Verhandlungen auf, statt auf Krieg zu setzen.

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Jetzt will also Putin über die „Heiligkeit der Krim“ diskutieren.

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Putin und seine Berater sind nicht ungebildet oder unwissend. Die historische Falschbehauptung zu russischen Ansprüchen im Vergleich mit dem Tempelberg sind rhetorische Verrenkungen, die auf die aktuelle gewaltsame militärische Besetzung des Jerusalemer Tempelbergs durch den Massakerstaat.

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Putins Exposition mit den Bezeichnungen „Russland“, „die Russen“, „die Juden“ und dem Begriffsbedeutumgsfeld von „heilig“, „Heiligkeit“, „heiligen“, zielen auf den harten Konflikt, der im Westen zwischen dem Massakerstaat, der rechstwidrigen Landraubgeschichte und der historischen Wahrheit:

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Was der Westen macht, erlaubt sich Putin auch – ja, so fern hat Putin Recht:

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Landraub ist Landraub!

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Heiligkeit ist eine eigensinnige Behauptung!

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Ein Vergleich ist immer geeignet Merkmale und Unterschiede zu untersuchen – auch Krim und Tempelberg kann man vergleichend untersuchen.

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Man wird sehen, dass man wenig wesentlich Gleiches finden wird, z. B. aber die verschiedenen politischen, auch ethnischen und sprachlichen Zugehörigkeiten.

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Hervorsticht aber bei beiden, Jerusalem wie Krim, wie im palästinensischen Jerusalem die Semiten angestammt sind, auf der Krim Russen, Ukrainer und Krimtartaren sowohl sprachlich wie politisch gemeinsame Erfahrungen und konfligierende Erwartungen hegen.

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Den Begriff „Heiligtum“ wird man problemlos unter Gesinnungsgenossen benutzen können.

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Ein Papst und seine Kardinäle wissen was sie mit „heilig“ meinen. Die Christen haben „Heiligungsverfahren“, „Heiligsprechung“ und können auch entheiligen.

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Mit Dissidenten wird man sich nicht über eine allgemeingültige Bedeutung des für „Heilig Haltens“ einigen können: ist „heilig“ eine Eigenschaft? Oder ist „Heiligkeit“ ein zugewiesenes Attribut, das allein durch aktives „für heilig Halten“ zum Teil des kulturellen Lebens gemacht werden kann.

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Der heilige Vater“ ist eben nur für seine Gläubigen heilig. „Der heilige Geist“ ist noch besser – er exzistiert nicht mal in der Physik, sondern kann durch Vorstellungen zur Konvention gemacht werden.

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Dies ist der entscheidende Ansatzpunkt der polemischen Putinrede zur OECD: Die behauptete Heiligkeit des Jerusalemer Tempelberg wird von den abrahamitischen Religionen – Juden, Christen, Moslems – gewaltsam umkämpft. Besteht aber einzig darin, dass die in Palästina lebenden Menschen diese Heilighaltung irgendwann mal in die Welt gesetzt haben und jetzt die „Heiligkeit“ als Tradition weiterführen.

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Nichts anderes zeigt Putin: Er erklärt die Krim zum russischen Heiligtum. Sein Traditionsbezug stammt von 1789, oder so ähnlich, ist also jünger als der osmanische von Jerusalem. Aber die Behauptung, Selbstbestimmung von „Heiligkeit“ mit Feuer und Schwert verteidigen zu dürfen, unterscheidet sich nicht.

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Ich widerspreche also dem Putin und dem DLF-Propagandisten zum Thema „Heiligkeit“: Beide sollen glauben, was sie wollen, nur Massaker und Überwältigung dürfen nicht an „Heiligung“ geknüpft werden. Und „Heiligkeit“ kann auch weder durch Gewalt hergestellt noch erhalten werden.

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CHRIST-HEIL – 100-Tausende im Vatikan

April 27, 2014

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am 27. April 2014

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Weltweit berichten die Massenmedien in Holz und Strom über die Heiligsprechung, die der Papst Franz I. nun in Gegenwart von 100-Tausenden Menschen, im Geiste

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des katholischen Moralunternehmens zelebriert hat (BILD schrieb 1000.000).

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Papst Franz sprach zwei frühere Päpste heilig: Johannes XXIII. (1958-1963), Roncalli aus Bergamo sowie Johannes-Paul II. (1978-2005), Wojtyla aus Krakau.

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Die Heiligsprechung ist ein formalisiertes Verfahren – es gibt auch „Sancto subito“ -, das gestorbenen Päpsten zuteil werden kann, wenn sie Wunder vollbracht haben.

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Dietmar Moews meint: Die Heiligen der Gläubigen sind Ausdruck einer institutionalisierten Christenintegration einerseits, andererseits ist eine

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Heiligsprechung Ausdruck der Allmacht des jeweiligen Papstes als Stellvertreter Christen-Gottes im Bereich des organisierten Weltkatholikentums.

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Die Päpste der Papstgeschichte haben vorrangig säkulare Bedeutung und Spuren – ihre esoterische Dimension kann bleiben, wo sie ist.

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Wo Glaube und Aberglaube nicht zu unterscheiden sind, kann die Weltgemeinschaft sich an ihrer insgesamten schillernden Vielfarbigkeit und Inspiration beköstigen. Sie kann darauf auch die Weltgeschichte der Kriege und Abscheulichkeiten stellen.

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Die beiden neuen Heiligen, Roncalli und Wojtyla, haben ein bedeutendes Schaffen gelebt, Roncalli als Herzensmensch, Wojtyla als Dauerpapst und Stalinismus-Knacker – man muss den Katholiken gratulieren, dass sie solche Leute vorzuzeigen hat.

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Die Fernwunder, Fernheilungen und sonstige Anmaßungen, zugunsten der beiden allerdings sind Scheinheiligkeiten. Wer es nicht glauben kann, sollte das versuchen – es funktioniert sehr gut.

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Dass unsere staatlichen Medien in Deutschland über Scheinheiligkeit und Scheinwunder so berichteten, als handele es sich um historische Tatsachen, als

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wären die zwei Päpste seinsgebundene Wundertäter gewesen, ist bei säkularem Ansinnen und verfassungsgemäß rationalem Lebensstil unakzeptabel.

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