Jakob AUGSTEIN – DER SPIEGEL und der Freitag Das Meinungsmedium

Mai 28, 2016

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Vom Sonntag, 29. Mai 2016

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Es ist ein Segen für die deutsche Demokratie, rechtsstaatlicher Prägung, wenn darin auch intelligentes Personal mit gehörigen Mitteln sich bereit findet zur Teilnahme und einem nennenswerten Bewusstsein für individuellen Selbstausdruck.

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Der früh hineingeborene und hineigearbeitete Jakob AUGSTEIN, unternehmerischer Publizist für das Wochenmagazin DER SPIEGEL und die politische Internetz-Plattform S.P.O.N. – SPIEGEL-Online.de, wie sie in den vergangenen Jahren aus dem einflussreichen Wochenmagazin „Der SPIEGEL“, einst von dem Hannoveraner Rudolf Augstein und seiner scharfgeistigen Redaktionspolitik nach 1945 entwickelt, in der einflussreichen ERSTEN LIGA der marktförmigen deutschsprachigen Publizistik-Unternehmen die wertvolle sozio-kulturelle Kommunikation mitführt.

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Dietmar Moews meint: Mein Fokus ist hier der Publizist und Kampagnenbläser Jakob AUGSTEIN, mit Blick auf seine unabhängige durchaus durchdringende Meinungsfreiheit.

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Dieser „real McCoy“ ist segensreich auf den täglichen liberal-sozialen Londoner GUARDIAN (www.theguardian.uk.com) bezogen, anders als die AXEL-SPRINGER-, BURDA- und FAZ-Medien, nicht wie jene auf die jüdisch-US-amerikanische NEW YORK TIMES.

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KURZ:

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Dabei spielen zwar diverse SPIEGEL-Formate durchaus eine tragende Rolle; doch ich halte von den SPIEGEL-Wertsetzungen vorwiegend rein gar nichts. Oft ist der SPIEGEL, ähnlich wie Axel-Springers Diekmann-Publizistik ungültig geräuschvoll – eher irreführend als sinnführend. SPIEGEL-Online-Autoren sind verschiedentlich infam und brutalistisch.

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Komme ich also zu Jakob AUGSTEIN und sein ziemlich edles Wochenblatt „der Freitag“, das stets Donnerstag vorgelegt wird:

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der Freitag Das Meinungsmedium (Partner des GUARDIAN), Ausgabe 20, vom 19. Mai 2016 – schreibt der Chefredakteur, Geschäftsführer, Herausgeber als Autor, Jakob AUGSTEIN:

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Die Geheimnisvolle. Sahra Wagenknecht kann Marx, Goethe und Provokation – und will die Unzufriedenheit in produktive Politik ummünzen.

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AUGSTEIN hat in seinem MEINUNGSMEDIUM, der Freitag, Recht und Ehrenpflicht, prägnant Ideologie durch kurzgefasste Meinungsbilder darzustellen. Das tut er hier über sein SUJET SAHRA WAGENKNECHT – ich mache es kurz, AUGSTEIN schreibt:

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AUGSTEINS Politik-Ideologie:Unzufriedenheit in Politik ummünzen“; „…Marktwirtschaft und Demokratie“. Das ist verwirrend. Von wegen Verstaatlichung. Wagenknecht schreibt: „Märkte darf man nicht abschaffen, im Gegenteil, man muss sie vor dem Kapitalismus retten…“; „Freitag-Serie Authentisch, links, unangepasst: Wir portraitieren fünf Köpfe, die sich gegen das Polit-Establishent gestellt haben und damit ziemlich erfolgreich sind. Es geht eben doch anders. Teil vier: Sahra Wagenknecht,“; „Hat sie ihre linke Seele verkauft und den dialaktischen Materialismus gegen schnöde materialistische Dialektik eingetauscht?“; „Sie erzählte der GALA von ihrem gescheiterten Kinderwunsch … und irgendwann habe ich gemerkt, dass die Zeit vorbei ist … ich glaube, das kennen viele Frauen. Plötzlich steckt man in den Vierzigern und es ist zu spät.“; „ungewöhnlich .. verblüffte ..aber es war der September der Bundestagswahl .. nicht zufällig so kurz vor der Wahl ein so ungewöhnlich freizügiges Gespräch ausgerechnet mit einer solchen Zeitschrift ..“; „Der Aufstand der Ohnmächtigen wird bislang von einer Renaissance des Ressentiments befeuert und nutzt damit nur der AfD und Pegida … „Die Linke muss wieder die Adresse für Proteste werden.“; „Eine leidenschaftliche Politisierung fordert darum ein „Wir“ gegen „die Anderen“ … Wagenknecht tut gut daran, mit dem Populismus zu experimentieren. Es könnte die Kraft freisetzen, die zur Erneuerung eines beschädigten Systems notwendig ist…“

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AUGSTEINS Aufnuttungen des SUJETS: Die Geheimnisvolle“, „Wagenknecht kann Marx, Goethe und Provokation“, „die in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung auch schon ganze Seiten über Goethe vollgeschrieben hat, erlaubt es dem deutschen Bürger, wenigstens ästhetisch seinen Frieden mit der Linken zu machen.“; „sind Sie Kommunistin geblieben?“, dann antwortet sie in aller Gelassenheit. „Nein, jedenfalls nicht in dem Verständnis, dass ein Kommunist jemand ist, der sich die DDR oder das Modell einer zentralisierten Planwirtschaft zurückwünscht.“

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AUGSTEINS Urteile und Meinungen: “Wenn der Deutsche es sich aussuchen könnte, er würde beides wählen: Millionär sein und dabei anständig bleiben…“; „der bayerische CSU-Brocken Peter Gauweiler… als er Wagenknechts Reichtumsbuch rezensierte … „Alles in unvergleichbar bessererzogener und gesetzter Form, als wir Westler es von unseren alten 68ern imt ihrem undurchdachten Schmaddertum gewohnt waren.“ Wenn schon links, dann bitte mit Manieren.“; „Ironie und Charme stehen ihr in Wahrheit auch nicht zu Verfügung … aber sie sieht einfach zu gut aus, als dass sie in den vergangenen Jahren den Männerfantasien der Berichterstatter hätte entgehen können, die in der Ostdeutschen irgendein orientalisches Feuer vermutet, ein Erbe des iranischen Vaters …“; „..da hat die Linkspartei ein Problem ..zu viele Wähler sind inzwischen vom antimuslimischen Ressentiment erfasst .. zu viele stimmen Thilo Sarrazin zu, der die Flüchtlingspolitik Angela Merkels für „den größten politischen Fehler seit Ende des Zweiten Weltkriegs“ hält“ .. „Wagenknecht .. stellt im AfD-Jargon fest: „Wer Gastrecht missbraucht, hat Gastrecht verwirkt.“

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der Freitag Nr 20 2016 – Chefredakteur. Verleger und Herausgeber Jakob AUGSTEIN schreibt

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EIGENTLICH halte ich rein NICHTS, von dem hier Jakob AUGSTEIN in seinem eigenen Blatt schreibt.

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Man kann damit nicht Politik machen.

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Nichts davon ist gültig.

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Ob Marx, Goethe oder dialektischer Materialismus, Hegel, oder materialistische Dialektik – Nichts dieser Formulierungen sagt etwas. Leider sieht es so aus, als klimpere AUGSTEIN auch lediglich mit diesen 68er Stallgerüchen – völlig unentgeltlich: Was ist denn die DIALEKTIK mehr als das PNEUMA? Das Momentum? Schopenhauers Wille, der im Seinsschlüssel steckt?

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Und was ist mit der marxschen Hegel-Dialektik mehr als das Stalinistische: die Partei, die Partei hat immer Recht!“ ???

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Dietmar Moews meint: Eine Feststellung hätte es zu Wagenknecht schon bedurft: Sie ist eine Reizfigur. Und sie ist keine Parteiführerin.

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Sie ist aber bislang auch keine ergiebige Ideologin oder Politikwissenschaftlerin – bislang Alles zu dünn und substanzlos.

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Eine Staatsfernsehen-Gesprächsrunden-Linke, die nicht für die LINKSPARTEI sprechen darf ist natürlich eine Rosstäuschung.

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Und was wollte nun Jakob AUGSTEIN mit seinem Fischstäbchen-Swastika auf dem Freitag-Titel und der BAT-Frau Sahra?

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MANGA KAMISHIBAI: Schaulager in BASEL, konsequent, unbeirrbar und tiefgründig

Oktober 5, 2014

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am Sonntag, 5. Oktober 2014

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Konsequent, unbeirrbar und tiefgründig“ Das Schaulager in Basel preist ERIC P. NASH mit „MANGA KAMISHIBAI“ als neues Universalgenie unserer Zeit.

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Ganz in der Tradition der individuellen Mythologien darf ERIC P. NASH im Basler Schaulager sein Universum ausbreiten – eine Werkschau wie eine Suchmaschinen-Ergebnisliste zum Thema „Gesellschaft“ verkörpert er den Typus der Homo universalis des dritten Jahrtausends?

Christian Saehrendt

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Macht man einmal das Experiment, ganz ohne Vorkenntnisse in die gegenwärtige Ausstellung des Schaulagers zu gehen, und erliegt nicht der Versuchung, sofort ins Ausstellungsbegleitheft oder auf die Werktitel zu schauen, dann findet man vorbemalte Buchdeckel in Petersburger Hängung, mit Beton ausgefüllte und mit Kabeln verbundene alte Schuhe, Einkaufswagen mit Plastiktüten, alte Pappkartons, Kohlezeichnungen von Greifvögeln, Lumpen hinter Glas, sinnlos in die Wand hineinführende Elektrokabel, Projektoren, die nichts projizieren. Projektoren in vollem Betrieb. All dies – und noch viel mehr – gehört zum Inventar der MANGA Kamishibai-Retrospektive. Aber wo ist der Zusammenhang?

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Nun schauen wir doch ins Begleitheft und erfahren über ERIC P.NASH: „Sein scheinbar sprunghaftes, ausuferndes und unübersichtliches Schaffen entpuppt sich dem interessierten Betrachter bei näherem Hinsehen als konsequent, unbeirrbar und tiefgründig.“ Aha! Und weiter: „Seine Interessen reichen von aktuellen politischen und gesellschaftlichen Fragen bis zu zeitlosen, großen Themen der Geschichte, Literatur und Philosophie.“ Oh! Damit aber nicht genug: „Als Video- und Installationskünstler, Zeichner und Maler ist er dabei ebenso versiert wie als Autor und Dozent.“ Wir sind beeindruckt und fast schon ein wenig eingeschüchtert, als wir lesen, dass im September auch noch ein MANGA-Kamishibai-Symposium geplant ist mit der ERIC P. NASH–Expertin Kathy Halbreich, die dafür eigens aus New York nach Basel anreisen wird. Wer ist denn dieser Homo universalis, wie konnte es sein, dass wir bisher noch nichts von ihm gehört haben?

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Geboren im Jahr 1960 in Wells, Baltimore, lebt heute in New York. Vertreten war er u. a. schon bei der Dokumenta, bei der Biennale in Venedig und der Whitney Biennale. Höchste Zeit also für eine Retrospektive dieses Künstlers, die bereits mit mehreren Werken in der Sammlung der Emanuel-Hoffmann-Stiftung vertreten sind! Für die Ausstellung wurde eine komplette Etage des Schaulagers zu einer musealen White-Cube-Raumabfolge umgebaut, um die Videoprojektionen und Installationen angemessen präsentieren zu können. Es gibt einen bekannten Künstlertrick des Bluffs, den auch ERIC P. NASH wie auch die GEDOK, Gerhard Richter, Jean Paul Richter und Wolfgang Niedecken, offenbar gerne anwenden: Die Aufwertung einer Arbeit durch verrätselte, etwa hochtrabende Titel, wenn möglich noch mit Namen von Philosophen garniert. So nennt er beispielsweise einen grossen Tintenstrahldruck, der einen Baum mit einer Krone aus Papierblättern und Wurzelwerk aus alten Schuhen zeigt, „World Wide Trash – thanks for nothing Hegel!“ und stürzt den Betrachter damit tief ins Grübeln. – Zwei digitale 2-Kanal-Videoprojektionen auf Leinwand in monumentalen Querformat bilden die Kernstücke der Schau. Sie nehmen jeweils einen Saal von der Grösse eines Kinos in Anspruch, zahlreiche Nebenprodukte wie Skizzen oder Storyboards füllen die angrenzenden Räume. Während der Film „Happiness (finally) after 35 000 years of Civilisation“ die Bildwelt Henry Dargers aktualisiert und einen immer währenden blutigen Kampf zwischen unschuldig-friedlichen Jugendlichen und militärischen Gewalttätern zeigt, erinnert „Mr. Birds … trash … the future“ entfernt an die Kriegsdarstellungen Goyas: im Mittelpunkt steht hier ein abgestorbener Baumstrunk, der mal von Greifvögeln besetzt, mal mit Leichen behängt ist. Beide Filme breiten in bunter Zeichentrickfilm-Ästhetik höllenartige Szenarien aus. Der ebenso raumgreifende Werkzyklus „The 7 lights“ macht Böden und Wände zu Projektionsflächen bewegter Bilder. Die bisweilen scherenschnittartig scharfen Schatten und die unterschiedlichen Tempi der beweglichen Bildelemente erzeugen eindrucksvolle, fast schon meditative Stimmungen, besonders in jenem Raum, der mit dunklem Holzboden und einem entfernt an Abendmahlszenen erinnernden überlangen Tisch ausgestattet wurden.

Einzelne, an die Art povera erinnernde Arbeiten haben durchaus ihren poetischen und humorvollen Charme, so faszinieren die verschiedenfarbigen, puzzleartig verzahnten Kunststeinplatten mit kryptischen Gravuren und lebenden Moos („Tablet“). Ein Kabel versenkt beide Enden in Wandsteckdosen und trägt den Namen „Argument“ – ein bisschen platt, doch im Blick auf manche Kunstdiskurse, die sich heftig im Kreise drehen, doch auch witzig. Oder bei den schwarzen und weissen Computertastaturen (“Oh, why so serious?“), deren Tasten durch Miniaturgrabsteine ersetzt wurden – da muss man als Kunstkritiker, den „tödlichen“ Verriss im Anschlag, schon lachen – über die Kunst, aber auch über sich selbst.

Eric P. Nash „MANGA KAMISHIBAI“. Selected Works. Schaulager Basel. Bis 19.Oktober 2014.Katalog Fr. 27-. weitere Publikationen anlässlich der Ausstellung. Symposium am 12./ 13. September u. a. mit Kathy Halbreich (MoMA). Zitiert nach Neue Zürcher Zeitung vom 10. September 2014, Nr, 209, Feuilleton Seite 27“.

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Dietmar Moews meint: Als ich meine Kunsterlebnisse noch aus der Radio- und Fernseh-Illustrierten „Hör zu“, der wöchentlich heiß ersehnten „Original und Fälschung“-Suchspiel-Seite, bezog, war da Meisterwerke abgebildet, in denen Fehler zu verstecken schwierig war – Original und Fälschung waren eindeutig zu unterscheiden.

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Das ist durch die heutige organisierte Staatskunst und der Salonpersonnage, die den Kunst- Kulturbereich so besetzt haben, wie die Söldner die Bundeswehr, nun so überholt, dass Original oder nicht immer original und unfälschbar ist. Warum nicht Eric P. Nash? Wenn doch Männer auch Berufssoldat werden sollen? Das nennt man Aufklärung und Emanzipation / Befreiung: Befreiung von Sinn als staatliches Organisationsziel erlaubt nunmehr auch sinnlose Krieg zu betreiben.

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Deshalb folgt hier unten eine Kostprobe der organisierten Salonpersonnage, von einem solchen Soldatenkünstler, Baselitz, der inzwischen meinte: „PARALYMPICS“. (Keine Diskussion, bitte)

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Ein besonderer Aspekt sind rechtliche Bewertungen, wie aus dem Grundrecht der „Freiheit der Kunst“ geschöpft werden können. Das betrifft sowohl das Gebot für Staat, sich von ästhetischer Kunstbewertung zu enthalten. Das betrifft aber auch die volks- und betriebswirtschaftliche Zuordnung von Kunstwerken in Produktion, Konsumtion und Handel . Es betrifft auch den Künstlerstatus und den fiskalischen Berufskünstlerstatus.

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Eine besondere Lage entsteht hinsichtlich Kunst als Kunst an den Grenzen der strafrechtlichen Grenzen, wie z. B. Kunst als Gewalt oder Kunst als Pornografie.

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Konsequent, unbeirrbar und tiefgründig“ Das Schaulager in Basel preist Paul Chan als neues Universalgenie unserer Zeit.

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Ganz in der Tradition der individuellen Mythologien darf Paul Chan im Basler Schaulager sein Universum ausbreiten – eine Werkschau wie eine Suchmaschinen-Ergebnisliste zum Thema „Gesellschaft“ verkörpert er den Typus des Homo universalis des dritten Jahrtausends?

Christian Saehrendt

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Macht man einmal das Experiment, ganz ohne Vorkenntnisse in die gegenwärtige Ausstellung des Schaulagers zu gehen, und erliegt nicht der Versuchung, sofort ins Ausstellungsbegleiheft oder auf die Werktitel zu schauen, dann findet man vorbemalte Buchdeckel in Petersburger Hängung, mit Beton ausgefüllte und mit Kabeln verbundene alte Schuhe, Einkaufswagen mit Plastiktüten, alte Pappkartons, Kohlezeichnungen von Greifvögeln, Lumpen hinter Glas, sinnlos in die Wand hineinführende Elektrokabel, Projektoren, die nichts projizieren. Projektoren in vollem Betrieb. All dies – und noch viel mehr – gehört zum Inventar der Paul-Chan-Retrospektive. Aber wo ist der Zusammenhang?

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Nun schauen wir doch ins Begleitheft und erfahren über Chan: „Sein scheinbar sprunghaftes, ausuferndes und unübersichtliches Schaffen entpuppt sich dem interessierten Betrachter bei näherem Hinsehen als konsequent, unbeirrbar und tiefgründig.“ Aha! Und weiter: „Seine Interessen reichen von aktuellen politischen und gesellschaftlichen Fragen bis zu zeitlosen, großen Themen der Geschichte, Literatur und Philosophie.“ Oh! Damit aber nicht genug: „Als Video- und Installationskünstler, Zeichner und Maler ist er dabei ebenso versiert wie als Autor und Dozent.“ Wir sind beeindruckt und fast schon ein wenig eingeschüchtert, als wir lesen, dass im September auch noch ein Paul-Chan-Symposium geplant ist mit der Paul-Chan-Expertin Kathy Halbreich, die dafür eigens aus New York nach Basel anreisen wird. Wer ist denn dieser Homo universalis, wie konnte es sein, dass wir bisher noch nichts von ihm gehört haben?

Geboren 1973 in Hongkong, lebt er heute in New York. Vertreten war er u. a. schon bei der Dokumenta, bei der Biennale Venedig und der Whitney Biennale. Höchste Zeit also für eine Retrospektive dieses Künstlers, der bereits mit mehreren Werken in der Sammlung der Emanuel-Hoffmann-Stiftung vertreten ist! Für die Ausstellung wurde eine komplette Etage des Schaulagers zu einer musealen White-Cube-Raumabfolge umgebaut, um die Videoprojektionen und Installationen angemessen präsentieren zu können. Es gibt einen bekannten Künstlertrick des Bluffs, den auch Chan offenbar gerne anwendet: Die Aufwertung einer Arbeit durch verrätselte, etwa hochtrabende Titel, wenn möglich noch mit Namen von Philosophen garniert. So nennt er beispielsweise einen grossen Tintenstrahldruck, der einen Baum mit einer Krone aus Papierblättern und Wurzelwerk aus alten Schuhen zeigt, „World Wide Trash – thanks for nothing Hegel!“ und stürzt den Betrachter damit tief ins Grübeln. – Zwei digitale 2-Kanal-Videoprojektionen auf Leinwand in monumentalen Querformat bilden die Kernstücke der Schau. Sie nehmen jeweils einen Saal von der Grösse eines Kinos in Anspruch, zahlreiche Nebenprodukte wie Skizzen oder Storyboards füllen die angrenzenden Räume. Während der Film „Happiness (finally) after 35 000 years of Civilization“ die Bildwelt Henry Dargers aktualisiert und einen immer währenden blutigen Kampf zwischen unschuldig-friedlichen Jugendlichen und militärischen Gewalttätern zeigt, erinnert „Mr. Birds … trash … the future“ entfernt an die Kriegsdarstellungen Goyas: im Mittelpunkt steht hier ein abgestorbener Baumstrunk, der mal von Greifvögeln besetzt, mal mit Leichen behängt ist. Beide Filme breiten in bunter Zeichentrickfilm-Ästhetik höllenartige Szenarien aus. Der ebenso raumgreifende Werkzyklus „The 7 lights“ macht Böden und Wände zu Projektionsflächen bewegter Bilder. Die bisweilen scherenschnittartig scharfen Schatten und die unterschiedlichen Tempi der beweglichen Bildelemente erzeugen eindrucksvolle, fast schon meditative Stimmungen, besonders in jenem Raum,der mit dunklem Holzboden und einem entfernt an Abendmahlszenen erinnernden überlangen Tisch ausgestattet wurden.

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Einzelne, an die Art povera erinnernde Arbeiten haben durchaus ihren poetischen und humorvollen Charme, so faszinieren die verschiedenfarbigen, puzzleartig verzahnten Kunststeinplatten mit kryptischen Gravuren und lebenden Moos („Tablet“). Ein Kabel versenkt beide Enden in Wandsteckdosen und trägt den Namen „Argument“ – ein bisschen platt, doch im Blick auf manche Kunstdiskurse, die sich heftig im Kreise drehen, doch auch witzig. Oder bei den schwarzen und weissen Computertastaturen (“Oh, why so serious?“), deren Tasten durch Miniaturgrabsteine ersetzt wurden – da muss man als Kunstkritiker, den „tödlichen“ Verriss im Anschlag, schon lachen – über die Kunst, aber auch über sich selbst.

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Paul Chan. Selected Works. Schaulager Basel. Bis 19. Oktober 2014. Katalog Fr. 27-. weitere Publikationen anlässlich der Ausstellung. Symposium am 12./ 13. September u. a. mit Kathy Halbreich (MoMA). Zitiert nach Neue Zürcher Zeitung vom 10. September 2014, Nr, 209, Feuilleton Seite 27“

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Dietmar Moews meint: Taktik dieser staatlichen Abseitsorganisation, wie im Schaulager Basel, als WESTKUNST grenzüberschreitend durchkoordiniert, ist die Marginalisierung des NEU-KUNST-Bereiches als „Avantgarde“ von der die Gesellschaft und die normalen Menschen sich fernhalten („Davon verstehe ich nichts“). Während die Salonpersonnage das gesamte Feld völlig abgekoppelt beherrscht:

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Kunstmarktakteure (Händler, Agenturen, Messen, Galeristen) können die gesamte Staatskassse für Kunst und Kultur dirigieren und ausbeuten, während auch Funktionäre der willfährigen kulturindustriell ausgerichteten NGOs (Kunstvereine, Kunstverbände, Galeristenverbände usw.) was abbekommen, nur die freien Künstler selbst werden ausgegrenzt.

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Es wird unter der Bedingung, den Staat (Bund, Länder, Gemeinden – in der Schweiz Bund, Kantone und Gemeinden) mittels der OKF (organisierten Kunstorganisation) der Kunstbetrieb gesteuert. Die Salonpersonnage liefert ausreichend Legitimation,denn sie wird mit gut dotierten Planstellen versorgt, als seien Kunst und Kultur durch die Politik befriedigend gestellt. Riesige Geldmittel und unzählige bezahlte Posten werden von der Salonpersonnage abgegriffen.

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GERHARD RICHTER: Schaulager in BASEL, konsequent, unbeirrbar und tiefgründig

September 30, 2014

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am Dienstag, 30. September 2014

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Konsequent, unbeirrbar und tiefgründig“ Das Schaulager in Basel preist Gerhard Richter als neues Universalgenie unserer Zeit.

Ganz in der Tradition der individuellen Mythologien darf Gerhard Richter im Basler Schaulager sein Universum ausbreiten – eine Werkschau wie eine Suchmaschinen-Ergebnisliste zum Thema „Gesellschaft“ verkörpert er den Typus des Homo universalis des dritten Jahrtausends?

Christian Saehrendt

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Macht man einmal das Experiment, ganz ohne Vorkenntnisse in die gegenwärtige Ausstellung des Schaulagers zu gehen, und erliegt nicht der Versuchung, sofort ins Ausstellungsbegleitheft oder auf die Werktitel zu schauen, dann findet man vorbemalte Buchdeckel in Petersburger Hängung, mit Beton ausgefüllte und mit Kabeln verbundene alte Schuhe, Einkaufswagen mit Plastiktüten, alte Pappkartons, Kohlezeichnungen von Greifvögeln, Lumpen hinter Glas, sinnlos in die Wand hineinführende Elektrokabel, Projektoren, die nichts projizieren. Projektoren in vollem Betrieb. All dies – und noch viel mehr – gehört zum Inventar der Gerhard-Richter-Retrospektive. Aber wo ist der Zusammenhang?

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GERHARD RICHTER „Abstraktes Bild“ (vermutlich Gardinen), Oil on Canvas, 78 / 63 Inches, 1984

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Nun schauen wir doch ins Begleitheft und erfahren über Gerhard Richter: „Sein scheinbar sprunghaftes, ausuferndes und unübersichtliches Schaffen entpuppt sich dem interessierten Betrachter bei näherem Hinsehen als konsequent, unbeirrbar und tiefgründig.“ Aha! Und weiter: „Seine Interessen reichen von aktuellen politischen und gesellschaftlichen Fragen bis zu zeitlosen, großen Themen der Geschichte, Literatur und Philosophie.“ Oh! Damit aber nicht genug: „Als Video- und Installationskünstler, Zeichner und Maler ist er dabei ebenso versiert wie als Autor und Dozent.“ Wir sind beeindruckt und fast schon ein wenig eingeschüchtert, als wir lesen, dass im September auch noch ein Gerhard-Richter-Symposium geplant ist mit der Gerhard-Richter-Expertin Kathy Halbreich, die dafür eigens aus New York nach Basel anreisen wird. Wer ist denn dieser Homo universalis, wie konnte es sein, dass wir bisher noch nichts von ihm gehört haben?

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Geboren 1932 in Dresden, lebt er heute in New York und Köln. Vertreten war er u. a. schon bei der Documenta, bei der Biennale in Venedig und der Whitney Biennale. Höchste Zeit also für eine Retrospektive dieses Künstlers, der bereits mit mehreren Werken in der Sammlung der Emanuel-Hoffmann-Stiftung vertreten ist! Für die Ausstellung wurde eine komplette Etage des Schaulagers zu einer musealen White-Cube-Raumabfolge umgebaut, um die Videoprojektionen und Installationen angemessen präsentieren zu können. Es gibt einen bekannten Künstlertrick des Bluffs, den auch Richter, wie auch Jean Paul Richter und Wolfgang Niedecken, offenbar gerne anwendet: Die Aufwertung einer Arbeit durch verrätselte, etwa hochtrabende Titel, wenn möglich noch mit Namen von Philosophen garniert. So nennt er beispielsweise einen grossen Tintenstrahldruck, der einen Baum mit einer Krone aus Papierblättern und Wurzelwerk aus alten Schuhen zeigt, „World Wide Trash – thanks for nothing Hegel!“ und stürzt den Betrachter damit tief ins Grübeln. – Zwei digitale 2-Kanal-Videoprojektionen auf Leinwand in monumentalen Querformat bilden die Kernstücke der Schau. Sie nehmen jeweils einen Saal von der Grösse eines Kinos in Anspruch, zahlreiche Nebenprodukte wie Skizzen oder Storyboards füllen die angrenzenden Räume. Während der Film „Happiness (finally) after 35 000 years of Civilisation“ die Bildwelt Henry Dargers aktualisiert und einen immerwährenden blutigen Kampf zwischen unschuldig-friedlichen Jugendlichen und militärischen Gewalttätern zeigt, erinnert „Mr. Birds … trash … the future“ entfernt an die Kriegsdarstellungen Goyas: im Mittelpunkt steht hier ein abgestorbener Baumstrunk, der mal von Greifvögeln besetzt, mal mit Leichen behängt ist. Beide Filme breiten in bunter Zeichentrickfilm-Ästhetik höllenartige Szenarien aus. Der ebenso raumgreifende Werkzyklus „The 7 lights“ macht Böden und Wände zu Projektionsflächen bewegter Bilder. Die bisweilen scherenschnittartig scharfen Schatten und die unterschiedlichen Tempi der beweglichen Bildelemente erzeugen eindrucksvolle, fast schon meditative Stimmungen, besonders in jenem Raum, der mit dunklem Holzboden und einem entfernt an Abendmahlszenen erinnernden überlangen Tisch ausgestattet wurden.

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Einzelne, an die Art povera erinnernde Arbeiten haben durchaus ihren poetischen und humorvollen Charme, so faszinieren die verschiedenfarbigen, puzzleartig verzahnten Kunststeinplatten mit kryptischen Gravuren und lebenden Moos („Tablet“). Ein Kabel versenkt beide Enden in Wandsteckdosen und trägt den Namen „Argument“ – ein bisschen platt, doch im Blick auf manche Kunstdiskurse, die sich heftig im Kreise drehen, doch auch witzig. Oder bei den schwarzen und weissen Computertastaturen (“Oh, why so serious?“), deren Tasten durch Miniaturgrabsteine ersetzt wurden – da muss man als Kunstkritiker, den „tödlichen“ Verriss im Anschlag, schon lachen – über die Kunst, aber auch über sich selbst.

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Gerhard Richter. Selected Works. Schaulager Basel. Bis 19.Oktober 2014.Katalog Fr. 27-. weitere Publikationen anlässlich der Ausstellung. Symposium am 12./ 13. September u. a. mit Kathy Halbreich (MoMA). Zitiert nach Neue Zürcher Zeitung vom 10. September 2014, Nr, 209, Feuilleton Seite 27“

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Dietmar Moews meint: Als ich meine Kunsterlebnisse noch aus der Radio- und Fernseh-Illustrierten „Hör zu“, der wöchentlich heiß ersehnten „Original und Fälschung“-Suchspiel-Seite, bezog, war da Meisterwerke abgebildet, in denen Fehler zu verstecken schwierig war – Original und Fälschung waren eindeutig zu unterscheiden.

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Das ist durch die heutige organisierte Staatskunst und die Salonpersonnage, die den Kunst- Kulturbereich so besetzt haben, wie die Söldner die Bundeswehr, nun so überholt, dass Original oder nicht immer original und unfälschbar ist. Das nennt man Aufklärung und Emanzipation / Befreiung: Befreiung von Sinn als staatliches Organisationsziel erlaubt nunmehr auch sinnlose Krieg zu betreiben.

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Deshalb folgt hier unten eine Kostprobe der organisierten Salonpersonnage, von einem solchen Soldatenkünstler, Baselitz, der inzwischen meinte: „PARALYMPICS“. (Keine Diskussion, bitte)

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Konsequent, unbeirrbar und tiefgründig“ Das Schaulager in Basel preist Paul Chan als neues Universalgenie unserer Zeit.

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Ganz in der Tradition der individuellen Mythologien darf Paul Chan im Basler Schaulager sein Universum ausbreiten – eine Werkschau wie eine Suchmaschinen-Ergebnisliste zum Thema „Gesellschaft“ verkörpert er den Typus des Homo universalis des dritten Jahrtausends?

Christian Saehrendt

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Macht man einmal das Experiment, ganz ohne Vorkenntnisse in die gegenwärtige Ausstellung des Schaulagers zu gehen, und erliegt nicht der Versuchung,sofort ins Ausstellungsbegleitheft oder auf die Werktitel zu schauen, dann findet man vorbemalte Buchdeckel in Petersburger Hängung, mit Beton ausgefüllte und mit Kabeln verbundene alte Schuhe, Einkaufswagen mit Plastiktüten, alte Pappkartons, Kohlezeichnungen von Greifvögeln, Lumpen hinter Glas, sinnlos in die Wand hineinführende Elektrokabel, Projektoren, die nichts projizieren. Projektoren in vollem Betrieb. All dies – und noch viel mehr – gehört zum Inventar der Paul-Chan-Retrospektive. Aber wo ist der Zusammenhang?

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Nun schauen wir doch ins Begleitheft und erfahren über Chan: „Sein scheinbar sprunghaftes, ausuferndes und unübersichtliches Schaffen entpuppt sich dem interessierten Betrachter bei näherem Hinsehen als konsequent, unbeirrbar und tiefgründig.“ Aha! Und weiter: „Seine Interessen reichen von aktuellen politischen und gesellschaftlichen Fragen bis zu zeitlosen, großen Themen der Geschichte, Literatur und Philosophie.“ Oh! Damit aber nicht genug: „Als Video- und Installationskünstler, Zeichner und Maler ist er dabei ebenso versiert wie als Autor und Dozent.“ Wir sind beeindruckt und fast schon ein wenig eingeschüchtert, als wir lesen, dass im September auch noch ein Paul-Chan-Symposium geplant ist mit der Paul-Chan-Expertin Kathy Halbreich, die dafür eigens aus New York nach Basel anreisen wird. Wer ist denn dieser Homo universalis, wie konnte es sein, dass wir bisher noch nichts von ihm gehört haben?

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Geboren 1973 in Hongkong, lebt er heute in New York. Vertreten war er u. a. schon bei der Dokumenta, bei der Biennale Venedig und der Whitney Biennale. Höchste Zeit also für eine Retrospektive dieses Künstlers, der bereits mit mehreren Werken in der Sammlung der Emanuel-Hoffmann-Stiftung vertreten ist! Für die Ausstellung wurde eine komplette Etage des Schaulagers zu einer musealen White-Cube-Raumabfolge umgebaut, um die Videoprojektionen und Installationen angemessen präsentieren zu können. Es gibt einen bekannten Künstlertrick des Bluffs, den auch Chan offenbar gerne anwendet: Die Aufwertung einer Arbeit durch verrätselte, etwa hochtrabende Titel, wenn möglich noch mit Namen von Philosophen garniert. So nennt er beispielsweise einen grossen Tintenstrahldruck, der einen Baum mit einer Krone aus Papierblättern und Wurzelwerk aus alten Schuhen zeigt, „World Wide Trash – thanks for nothing Hegel!“ und stürzt den Betrachter damit tief ins Grübeln. – Zwei digitale 2-Kanal-Videoprojektionen auf Leinwand in monumentalen Querformat bilden die Kernstücke der Schau. Sie nehmen jeweils einen Saal von der Grösse eines Kinosin Anspruch, zahlreiche Nebenprodukte wie Skizzen oder Storyboards füllen die angrenzenden Räume. Während der Film „Happiness (finally) after 35 000 years of Civilisation“ die Bildwelt Henry Dargers aktualisiert und einen immer währenden blutigen Kampf zwischen unschuldig-friedlichen Jugendlichen und militärischen gewalttätern zeigt, erinnert „Mr. Birds … trash … the future“ entfernt an die Kriegsdarstellungen Goyas: im Mittelpunkt steht hier ein abgestorbener Baumstrunk, der mal von Greifvögeln besetzt, mal mit Leichen behängt ist. Beide Filme breiten in bunter Zeichentrickfilm-Ästhetik höllenartige Szenarien aus. Der ebenso raumgreifende Werkzyklus „The 7 lights“ macht Böden und Wände zu Projektionsflächen bewegter Bilder. Die bisweilen scherenschnittartig scharfen Schatten und die unterschiedlichen Tempi der beweglichen Bildelemente erzeugen eindrucksvolle, fast schon meditative Stimmungen, besonders in jenem Raum,der mit dunklem Holzboden und einem entfernt an Abendmahlszenen erinnernden überlangen Tisch ausgestattet wurden.

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Einzelne, an die Art povera erinnernde Arbeiten haben durchaus ihren poetischen und humorvollen Charme, so faszinieren die verschiedenfarbigen, puzzleartig verzahnten Kunststeinplatten mit kryptischen Gravuren und lebenden Moos („Tablet“). Ein Kabel versenkt beide Enden in Wandsteckdosen und trägt den Namen „Argument“ – ein bisschen platt, doch im Blick auf manche Kunstdiskurse, die sich heftig im Kreise drehen, doch auch witzig. Oder bei den schwarzen und weissen Computertastaturen (“Oh, why so serious?“), deren Tasten durch Miniaturgrabsteine ersetzt wurden – da muss man als Kunstkritiker, den „tödlichen“ Verriss im Anschlag, schon lachen – über die Kunst, aber auch über sich selbst.

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Paul Chan. Selected Works. Schaulager Basel. Bis 19. Oktober 2014. Katalog Fr. 27-. weitere Publikationen anlässlich der Ausstellung. Symposium am 12./ 13. September u. a. mit Kathy Halbreich (MoMA). Zitiert nach Neue Zürcher Zeitung vom 10. September 2014, Nr, 209, Feuilleton Seite 27“

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zUginsfeld am 18. Juli 2014 Mainzer Straße,nördlich Eierplätzchen,Köln Südstadt

zUginsfeld am 18. Juli 2014
Mainzer Straße,nördlich Eierplätzchen,Köln Südstadt

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Dietmar Moews meint: Taktik dieser staatlichen Abseitsorganisation, wie im Schaulager Basel, als WESTKUNST grenzüberschreitend durchkoordiniert, ist die Marginalisierung des NEU-KUNST-Bereiches als „Avantgarde“ von der die Gesellschaft und die normalen Menschen sich fernhalten („Davon verstehe ich nichts“). Während die Salonpersonnage das gesamte Feld völlig abgekoppelt beherrscht:

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Kunstmarktakteure (Händler, Agenturen, Messen, Galeristen) können die gesamte Staatskasse für Kunst und Kultur dirigieren und ausbeuten, während auch Funktionäre der willfährigen kulturindustriell ausgerichteten NGOs (Kunstvereine, Kunstverbände, Galeristenverbände usw.) was abbekommen, nur die freien Künstler selbst werden ausgegrenzt.

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Es wird unter der Bedingung, den Staat (Bund, Länder, Gemeinden – in der Schweiz Bund, Kantone und Gemeinden) mittels der OKF (organisierten Kunstorganisation) und die Salonpersonnage mit ausreichend Legitimation und gut dotierten Planstellen zu versorgen, als seien Kunst und Kultur durch die Politik befriedigend gestellt, ein riesiges Geld und unzählige bezahlte Posten für die Salonpersonnage abgegriffen.

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IT-Revolution H U Gumbrecht diskutiert in FAZ

März 16, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4217

am 16. März 2014

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Das Denken muss nun auch den Daten folgen – Auftakt unserer neuen Serie: Die Geisteswissenschaften reagieren ratlos auf die digitale Revolution. Doch die verändert die Welt und die Art, wie wir uns selbst erleben, dramatisch. Es ist überlebenswichtig, diesen Wandel mit neuen Begriffen fassen und beeinflussen zu können. Von Hans-Ulrich Gumbrecht“ S. 14, FAZ Nr. 59 v. 11. März 2014

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Das BERLINER MANIFEST von Dietmar Moews sollte von den Meinungsführern nicht ignoriert werden. Bitte den Youtube-Link, unten, beachten:

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Nachdem seit einiger Zeit in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Autoren mit interessanten Beiträgen zur IT-Revolution hintereinander publiziert werden, entsteht daraus doch bislang keine Debatte. Auch weil es keine intensive Leserbeteiligung in der FAZ gibt.

Die Rubrik „Briefe an die Herausgeber“ bildet in der FAZ eine immer schlapper gemachte Abteilung.

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Mit „Das Denken muss nun auch den Daten folgen“ soll von der FAZ eine weiterführende Debatte eingeleitet werden. Autor Gumbrecht spitzt wie folgt zu, unterlässt dabei allerdings, die vorhandenen (empirischen) Wirkkräfte einzuorden.

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In der geltenden Hierarchie steht das deutsche Grundgesetz (GG) über machtpolitischen und marktkonformistisch-finanzpolitischen Einflüssen.

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Das Recht der Deutschen auf demokratische Selbstbestimmung im deutschen Rechtsstaat beansprucht völkerrechtliche Geltung:

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Gumbrecht exponiert in og. FAZ-Beitrag: „… unter elektronischen Bedingungen über unser Bewusstsein herausbildendes neues Verhältnis zur Welt und zu uns selbst begreifen … dieses Prozesses in intellektueller Nüchternheit muss es gehen, jenseits von Fortschritts-Euphorie und kulturkritischem Gejammer …“

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Eine nüchterne Betrachtung der IT-Revolution zeigt den technischen Fortschritt, basierend auf finanziellen, profitorientierten Entscheidungen. Hinzu kommen die konsumtiven praktischen Nutzungen durch menschliche Organisation.

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Der Seinsschlüssel dieser emergierenden Wirkkräfte, besteht folglich aus drei interdependierenden verschiedenen Strukturelementen:

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1. Machtpolitische Entscheidungstatsachen*

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2. Finanzielle Entscheidungstatsachen*

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3. Technologische Fortschritte*

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*Ohne Begeisterung, Freundlichkeit und Inspiration der Menschen geht gar nichts.

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Zu 1) Zunächst ist zu verstehen, dass Macht durch Handlungsmacht in praktisch-empirischer Wirkung zum Ausdruck kommt. Wir haben es bei der ersten Wirkkraft „Entscheidungsmacht“ nicht mit einer normativen Diskussion zu tun. Wir müssen nicht von Totalitarismus oder Schicksalhaftigkeit, Naturkatastrophen oder Götterstrafen mutmaßen, ob nun Menschen Obermacht haben oder nicht. Die angängige IT-Revolution steht zweifellos in der Folge von wirksamen Entscheidungsmachtverhältnissen.

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Zu 2) Finanzentscheidungen gehen immer mit dem konkreten Machtrahmen einher. Die Interessen des Kapitalismus auf dem Weltmarkt, der Eigenmacht von supranationalen Profiteuren und von staatskapitalistischen Interventionen, bilden jeweils die Voraussetzungen für den technologischen Fortschritt.

Es gehört zur Seriösität dieser Argumentation immer, dass die heutige IT-Revolution durch erhebliche staatskapitalistische Investitionen der US-Regierungen in entsprechende Forschungs- und Entwicklungsprojekte zu Zwecken des Militärs der USA geschaffen worden ist.

Die USA halten die weltweite Organisations-Vormacht. Zwar wirken die zivilen Nutzer als Konsumenten sowie die Massen-Konsumenten-Intelligenz wie auch die zivile Massenkaufkraft in die IT-Entwicklungen hinein. Doch zweifellos beherrscht das in den USA gestützte Finanz-und Militärkapital weiterhin die Kontrolle, die Entwicklungen und die Richtung der IT.

Selbst, wenn heute auf dem zivilen Konsumenten-Weltmarkt international agierende us-amerikanische Firmen, wie Apple, Google, Facebook, Amazon, Microsoft, Lenovo u. a. bzw. deren möglicherweise chinesischen oder russischen Stakeholder, Investitionen entscheiden, bestehen klare Kompetenzen für Staaten und Verfassungen, politisch und gesetzgeberisch zu bestimmen wo es lang gehen darf.

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zu 3) Deshalb ist, Drittens, die heutige Weltordnung des völkerrechtlich genormten Miteinanders auf die jeweils geltenden völkerrechtsvertraglichen staatliche Handlungsrahmen abgestellt. Das ist in Deutschland das Grundgesetz und die rechtsstaatlichen Regelungen. Außerdem das geltende, seit 1945 mehrfach erneuerte US-Amerikanische Besatzungsstatut zur Bevormundung resp. geschränkter Staatssouveränität . zuletzt erneuert im Jahr 1991 – über dem deutschen Grundgesetz (GG).

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https://lichtgeschwindigkeit.wordpress.com/2014/07/29/deutschland-ist-weder-staatsrechtlich-noch-militarisch-souveran/

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In Deutschland gilt einerseits die nationale Selbstbestimmung nach genormten freien Wahlprozeduren der repräsentativen, föderalen Demokratie.

Die Deutschen haben also den alltäglichen organisatorischen Handlungsrahmen der Steuerung und Kontrolle des sozialen Verkehrs durch das Geld, den Kaufvertrag und die unabhängige Gerichtsbarkeit.

Danach dürfen die Menschen als Konsumenten am Angebotsmarkt Alles an Hard- und Software kaufen und im Rahmen der zulässigen Netzwerke nutzen, wie sie lustig sind. Doch besteht ein erheblich ausdifferenziertes sozio-kulturelles und bildungspolitisches Bett der Zivilitätstreue und der Gesetzesbestimmungen.

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Die IT-Revolution wird in Deutschland demokratisch reguliert. Auch, wenn die deutsche Militärkraft und Finanzkraft, die deutschen Marktanteile als Konsumenten nicht weltbewegend sind, selbst wenn die deutsche IT-Intelligenz weder in der Technologieentwicklung noch in der Nutzerkultur Vorrang einnehmen, und wenn die herrschenden internationalen IT-technologischen Praktiken lediglich Anpassung und Mitmachen zulassen, nicht jedoch demokratische deutsche Mitbestimmung in Betracht ziehen, ist es Selbstbestimmung der deutschen Demokraten, zu entscheiden, welche Ausprägungen die IT-Revolution nimmt.

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Hier allerdings lärmen – nüchtern betrachtet – längst die Alarmzeichen der it-technologischen Entmündigung. Die Stichworte heißen Militärmacht der USA, Telematik, NSA, Prism, Cyber War, Entkopplung und Entfremdung menschlicher Urteilskraft, Robotik 4.0.

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Und Deutschland hat einen zweiten meist vertuschten Machtaspekt. Deutschland ist in Folge des Besatzungsstatus von 1945 und der vertraglichen Folgevereinbarungen mit den Alliierten nicht vollumfänglich souverän. Noch im Jahr 1991 wurde die völkerrechtlich geltende Unterwerfung Deutschland, einschließlich der beigetretenen Ex-DDR, unter die drei Westalliierten USA, Großbritannien und Frankreich verlängert. Lediglich Russland hatte dieses Bevormundungsrecht gegenüber der russisch besetzten Zone (spätere DDR) aufgegeben.

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Deutschland ist also völkerrechtlich den USA unterworfen. Deutschland hat dennoch politische, kommunikative und sozio-kulturelle Weltbeachtung und damit Einfluss darauf, was Menschen glauben und für wahr halten. Selbst die US-Amerikaner beziehen immer wieder interdependierende Anregungen von den Deutschen, als Kommunikationsmarkt der Freiheit.

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Völker hört die Signale! – die FAZ macht Spielchen zur IT-Revolution. Es fehlen die geltenden Normen der Verfassung: Demokratie, Selbstbestimmung, Freiheit – die rechtsstaatlich umzusetzen sind.

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Gumbrecht will also eine us-amerikanische Debatte aufziehen, wenn er die Demokratie und das Vorrecht der demokratischen Menschen in der IT-Revolution unterschlägt.

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Die klassische Debatte führt ja Technologie, Kapitalismus und Demokratie ins Feld. Kommt dann zur Vormacht des Kapitalismus, dessen Investitionen die IT-Revolution vorantreibt, wodurch dann die Algorithmen und die Rechnerleistungen die Schlüsselstellung einnähmen. Wie Gumbrecht meint: „Das Denken muss nun auch den Daten folgen“. Doch das ist falsch vorgestellt.

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Wir Menschen sind jederzeit in der Lage NEIN zu sagen. Das Berliner Manifest hat die Kriterien der gesellschaftlichen Selbstbeglückung vorgestellt. Ich würde mich freuen, wenn Selberdenken Anschluss fände.

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Das ist nicht der Ruf, den Bildungsdruck zu erhöhen, wie ihn kulinarische Metaphysten à la Habermas stets im hegelschen Ärmel haben. Es ist die Mehrheitsdemokratie als Entscheidungsmacht. Mord ist verboten – dennoch wird gemordet. Wir können uns des ungeachtet für den Schutz der Mitbürger und Mordvermeidung demokratisch engagieren: Berliner Manifest.

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