Hölderlin 250

März 30, 2020

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am Montag, 30. März 2020

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Der mir bereits als jugendlichem Literaturfresser durch die kleine Stuttgarter Dünndruckausgabe von Friedrich Beißner „besorgten“ Ausgabe von 1969 und als Literaturgeschenk meiner damaligen Lehrerkollegin und früherer Lehrerin, der pommernvertriebenen, sehr gebildeten Marie Luise Weylandt in Springe (die sich von mir damals ein Wandbild malen ließ), vermittelten Anregung, dazu die wesentlichen Hölderlin-Texte von dem Sorbonne-Germanisten Pierre Bertaux, haben mir Friedrich Hölderlin, neben anderen Sternen, zur Lebensbeleuchtung werden lassen.

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Ich habe jetzt – in Anerkennung der von Rüdiger Safranski verfassten Biographie mit dem Titel

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„RÜDIGER SAFRANSKI HÖLDERLIN Komm! ins Offene, Freund!“,

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eine eigene Hölderlinwürdigung verfasst, die hier als LICHTGESCHWINDIGKEIT zum Hölderlingeburtstag 250 folgt – „Hölderlins Schweben“.

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Friedrich Hölderlin ist mir zwar „ein Dichter des Dichtens“. Er war insgesamt aber ein ziemlich verstocktes Kind seiner Mutter und seiner Zeit, das auf den Schultern von Immanuel Kant, gemeinsam mit Schelling, Hegel, Fichte, Renz und Schiller und auf den Auras weiblicher Selbstbehauptungen dichterisch kaum zu Potte kam, gottessehnsüchtige griechische Götterfülle feiern wollte und dabei idiolatrische Affekte durchlitt. Hölderlin hielt auf gottvolle Emanzipation, versackte aber in den republikanisierenden Geschehnissen seiner Zeit. Seine Schulfreunde nannten ihn auch „Holz“ – Göthen schrieb „Holterling“ – Safranski ist vom Dichter begeistert (am 30. März 2020 im DLF-Interview).

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Hölderlins Schweben

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Wenn wir nur wüssten, dass alle Menschen schweben. Dann wüsste es auch jedes Kind. Einfachheit wäre nicht Einfalt. Ursprungssehnsucht bliebe lebendig, auch wenn ein individuelles Schwebebewusstsein der Entfremdung heraufkommt (ohne den idiosynkratischen „Holz“ nachträglich zu beleidigen).

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Beim heute gefeierten Dichter Friedrich Hölderlin wurde die Lebensverspannung seiner ersten Lebenshälfte, zwischen einem idealistischen Zwangssollen zum Christsoldat und einer verirrten Abgötterei des arkadischen Griechentums, zum Schweben als Lyriker einer Ersatz-Urania – Hölderlins kosmischer Ordnung. Da war es 1801. Hölderlin wurde aus der geschlossenen Psychiatrie zwangsverbracht. Im Tübinger Turm am Neckar geriet ihm dann – geradezu christbiblisch (am Anfang war das Wort) – jede Zeile zur Selbstbestätigung, während doch sein erwiesener Halt bei Immanuel Kant und dessen rokokohafter Spieluhr der Vorstellungsorganisation helle Momente der Qualitätsurteile in Realität, Negation und Limitation bedingte, selbst wenn Hölderlin sich so harsch ausdrückte:

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„Ich hasse mich! es ist ein ekles Ding /

Des Menschen Herz, so kindischschwach, so stolz,

So freundlich …

Und doch so hämisch wieder! weg! ich hasse mich!

So schwärmerisch wenn es des Dichters Flamme wärmt …“

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Schon der junge Hölderlin litt und genoss, von seinem Sprechen völlig dominiert.

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Seine später bei Immanuel Kant so gültig definierte „Freiheit als Einbildungskraft“ irritierte dabei keineswegs, dass der Einfalt inmitten der Dingwelt eben das einfach zu nehmende Ding abhanden gekommen war. Kant hatte unsere erste sinnliche Wahrnehmung in eine begriffliche Symbolwelt übersetzt. Und schon Hölderlin-Kind fand eine eigene Einbildungskraft – ein quasi solipsistisches Spiegelbild der eigenen Perspektiven – selbstrespektierlicher und authentischer als jegliche Dingwahrheit oder Wahrheitssuche. Hölderlin kam das kantsche „Schweben der Einbildung“ sehr entgegen, passte es doch auch gut zu den griechischen Götterscharen, mit so eingeschwebten, völlig ganzheitlichen, unentfremdeten antiken Lebensweisen.

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Bei seinem gedichteten altgriechischen Personal, von Hyperion bis Empedokles, konnte das gedichtete Schweben mit dem diskursiven Schweben gut und gerne als Auftakt zur Moderne, 2020, hingestellt werden. Wo das Narrentum der Narrative zur sprachlichen Leitkultur beschworen wird, weil wir es als Demokratie so missverstanden haben, dass Menschen reden, die nichts zu sagen haben. Allerdings nunmehr haben die jetzt das Sagen und erreichen eine schwebende Schmerzbefreiung der Einfältigen, mitsamt dem Fluss ins Meer.

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Die Hölderlin-Geburtstagsfeierer kommen damit nach 250 Jahren an einen geistigen Tiefpunkt, deren Salonpersonnage es nicht einmal fertig bringt wissenschaftlich zu erörtern, ob die vorhandenen Zeugnisse des Hölderlin zeigen, dass ein solches Schweben ihm wirklich vorschwebte, als er Gott und Götter mischte.

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DLF Vieweg Hondl machen irreführenden HEGEL-Quatsch zum 250. Geburtstag

Januar 9, 2020

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am Freitag, 10. Januar 2020

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Leibniz aus Leipzig am hannoverschen Welfenhof gründet die Universität in Berlin

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HEGEL habe „idealistisch“ auf Freiheit als Funktion von Vernunft gesetzt.

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HEGEL habe seine Vernunft-Freiheit von Willkür-Freiheit abgegrenzt.

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HEGEL setzte damit sehr konkret eine staatlich gesetzte Vernunft über jede andere Freiheit oder Willkür.

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HEGEL definiert damit FREIHEIT idealistisch unter den Zwang staatlich gesetzter Vernunft. Dies war auch die von Hitler „gesetzte Vernunft“.

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In dieser LICHTGESCHWINDIGKEIT wird FREIHEIT als menschliche Vorstellung von Lebensoption unter Abwesenheit von äußerem geistigen, materiellen und sozialen ZWANG naturalistisch – im Gegensatz zum idealistischen Hegel – verstanden.

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Hiermit –

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FREIHEIT ALS ABWESENHEIT VON ZWANG

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– tritt Dietmar Moews diametral gegen die DLF-AUTOREN Klaus Vieweg im Gespräch mit Kathrin Hondl ein.

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Georg Friedrich Hegel, der 1770 geborene pietistische Schwabe, bekannt aus seiner Schüler-Freundschaft mit Friedrich Hölderlin und Friedrich Wilhelm Schelling im Stiftkloster Maulbronn – wird einerseits als deutscher IDEALISMUS-Denker kategorisiert, dann wird aber dieser IDEALISMUS verkannt bzw. z. B. jetzt beim Deutschlandfunk verdreht.

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Ich will diesen Grad geistiger Zerrüttung bei den staatlichen Radiomachern anzeigen – immerhin sollte da kritisches Denkvermögen reklamiert werden. Handelt es sich doch um studiertes Personal.

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Aber dem ist nichts mit Selberdenken:

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Da trifft sich also ein DDR-Geist, als nomineller Professor zum Hegelfach in Jena mit einem Redakteur zum Hegelfach beim DLF und sie spreizen sich aufs Dümmlichste –

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STICHWORT:

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Freiheit

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STICHWORT

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TOTALITARISMUS

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Der DLF hat das Interview mit dem Hegel-Biografen VIEWEG teilweise als Gesprächsabschrift bereitgestellt – man kann es also dort nachlesen – deshalb hier nur ein Auszug, Klaus Vieweg im Gespräch mit Kathrin Hondl:

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„Philosoph Vieweg über Hegel: „Bei Hegel sind Freiheit und Vernunft immer verknüpft“

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Georg Wilhelm Friedrich Hegel werde oft missverstanden, sagte der Philosoph Klaus Vieweg im Dlf. Zu Beginn des Hegel-Jahrs liefert der Biograf Argumente für die Aktualität des Denkers der Freiheit, dessen Ideen es bis in unser Grundgesetz geschafft hätten.

 

Missverstanden als reaktionärer Preuße oder gar Vordenker des Totalitarismus – es gebe viele „Lügenmärchen“ über Georg Wilhelm Friedrich Hegel, sagt der Philosoph Klaus Vieweg. Knapp 250 Jahre nach dem Geburtstag des Schwaben (27. August 1770) versucht er in einer 824-seitigen Biografie aufzuräumen mit Vorurteilen über den „Philosophen der Freiheit“.

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Vieweg hebt im Dlf-Interview vier Leistungen Hegel’schen Denkens hervor:

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Freiheit bedeute nicht uneingeschränktes, sondern vernunftgebundenes Handeln: „Bei Hegel sind Freiheit und Vernunft immer verknüpft. Zum Beispiel inhumanes Handeln ist für Hegel kein freies Handeln, sondern eben nur willkürliches Handeln.“ Deutlich werde das beim „sogenannten freien Markt“, „weil der Markt natürlich ein Zusammenhang des Willkürlichen ist, der erst vernünftig gestaltet werden muss. Das heißt, die Rede von der Einschränkung etwa des Marktes durch staatliche Gesetze bedeutet nicht Beschränkung der Freiheit, sondern Beschränkung des Willkürlichen.“

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Hegel sei auch „Begründer des Gedankens eines sozialen Staates, der auf den Grundprinzipien von Gerechtigkeit und Bildung beruhen muss“, sagt Vieweg. „Hegel hat in der Armut das Grundproblem moderner Gesellschaften gesehen, also in der wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich.“

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Hegel hat laut Vieweg auch „Grundbausteine für den Gedanken einer naturalen und sozialen Nachhaltigkeit geliefert, unter den Stichworten Sorge und Vorsorge: Sorge für die jetzigen Generationen und Vorsorge für die künftigen Generationen.“

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Bei Hegel bedeutet Freiheit, dass ich in einem anderen bei mir selbst sein kann – etwa in einer Gemeinschaft der Freundschaft, der Liebe, oder in größeren Gemeinschaften, in denen ich bei mir selbst sein kann, die ich als vernünftige ansehen kann, etwa Gesellschaften oder Staaten.“

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DLF. de Das Blaue Sofa| Beitrag vom 18.10.2019:

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„…Hegel als Philosoph der Freiheit? Das entspricht nicht unbedingt dem Bild, das in den letzten Jahrzehnten von diesem berühmten Vertreter des deutschen Idealismus in der Öffentlichkeit entstanden ist. 

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Sondern da galt Hegel eher als Denker der preußischen Restauration. Manche hätten Hegel gar zum „Vordenker des Totalitarismus“ gemacht, beklagt Vieweg. „Stichwort: Von Hegel zu Hitler. Von Hegel zu Stalin“. Dass das eine Fehldeutung sei, versuche er in dem Buch zu zeigen, auch anhand des Lebensweges von Hegel.

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Ich glaube, Hegel ist ein Denker, über den die meisten Lügenmärchen und Klischees verbreitet wurden. Eines ist: er ist der Denker der preußischen Restauration.“ …

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Mit falschen Hegelbildern aufräumen – das ist das eine. Das andere Anliegen, das Klaus Vieweg mit seinem Buch verfolgt, ist, deutlich zu machen, was Hegel uns heute noch zu sagen hat. Und auch da steht die „Freiheit“ im Mittelpunkt.

Ich halte eben die heutigen Freiheitsbegriffe, die so in der Welt sind, die debattiert werden, für problematisch, für einseitig, für kritikwürdig und versuche das mit Hegels Freiheitsbegriff zu korrigieren“, so Vieweg.

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Weil heute, vorsichtig gesprochen, ein Freiheitsbegriff im Spiel ist, der sagt: Wahlfreiheit oder Willkürfreiheit, also was ich so tun möchte, dass ich das kann, und alle Gesetze und der Staat sind Beschränkungen oder Beschneidungen meiner Freiheit.“

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Für Hegel sei diese Willkür zwar ein Element von Freiheit. Letztlich gebe es bei ihm aber keine Freiheit ohne Vernunft. (uko)“

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Dietmar Moews 1981 auf dem World Trade Center NY NY

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Dietmar Moews meint: Was will man denn mit dem Begriff „Vordenker“ anderes, als zu zeigen, dass konkret explizite Wertvorstellungen von einem Autor erstmalig in der Welt-Geschichtschronik verzeichnet worden sind?

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Ein Vordenker wäre damit weder ein Prophet, noch ein Planer, noch ist er dafür verantwortlich zu machen, was spätere Akteure mit vorgedachten Ideen und Werten formulierten. Auch können implizite Ideen oder praktische Orientierungshandlungen als Ankündigung ganz bestimmter Erstgedanken oder Vordenkerei durch Analyse und Interpretation herausgebracht werden, also, wer es so will, kann Alles auf ADAM und EVA zurückführen.

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Auch lässt sich ARISTOTELES als Vordenker für HEGEL herbeizerren und alle zusammen mit PLATON für ADOLF HITLER und GRIMMELSHAUSEN für DONALD TRUMP.

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Doch, was soll das.

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Hier, zum HEGEL-DATUM und der FREIHEIT der VERNUNFT, anstatt WILLKÜR, ist das genauer zu durchdenken, wenn man den HEGEL als IDEALISMUS-Denker ansehen will.

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Man soll HEGEL einfach lesen und ihm damit diese seichten Hegeleien im Deutschlandfunk erledigen:

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„…Der Wille kann nur dann frei sein, wenn er sich selbst zum Inhalt hat: Erst „der freie Wille, der den freien Willen will“ (R 79), ist wahrhaft autonom, da in ihm der Inhalt durch das Denken gesetzt ist. Dieser Wille bezieht sich auf nichts Fremdes mehr; er ist zugleich subjektiv und objektiv (R 76f.). Das Recht ist nach Hegel identisch mit dem freien Willen. Es ist daher keine Schranke der Freiheit, sondern deren Vollendung. Die Negation der Willkür durch das Recht ist in Wahrheit eine Befreiung. Hegel kritisiert in diesem Zusammenhang die Rechtsauffassung Rousseaus und Kants, die das Recht als etwas Sekundäres gedeutet hätten und kritisiert deren „Seichtigkeit der Gedanken“ …

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Die Befreiung von der Freiheit – na klar.

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Der Begriff Freiheit hat – ob nun empirisch an unsere phänomenologische Dingwelt angebunden oder in irgendwelchen metaphysischen Denkspielen idealistisch zuzurichten – begrifflich zunächst semantisch für sich selbst zu stehen, und nicht als Funktion von Idealismus oder der Willkür der Macht über Vernunft.

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Denn, wer definiert denn die Vernunft, an die sich eine FREIHEIT zu halten hätte?

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Es macht mich wirklich fassungslos, dass zwei Staatsschwadronierer bei DLF, Vieweg und Holst, nicht kapieren, dass ein solchermaßen unter Zwang gestellter Freiheitsbegriff geradezu TOTALITÄRE Machtstrukturen berechtigt, eigene gesetzte Zwangsvernunft zu erzwingen – und zwar TOTAL.

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Welch ein HEGEL-Quatsch zum Beginn eines absurden HEGEL-250-Gejubels.

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Das reicht schließlich von der Anmaßung, das vereinte Deutschland in eine örtliche Tradition mit Preußen und Berlin zu setzen, dafür den großen universellen Geist LEIBNIZ‘ zu einem Beamten-Humboldt umzuficken und schließlich, mit lauter ICONIC und LITERAL TURNS die große Kunstpause des 20sten Jahrhundert nun ins 21ste Jahrhundert zu prolongieren.

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STOP THE TURD ON THE RUN!

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Jakob AUGSTEIN – DER SPIEGEL und der Freitag Das Meinungsmedium

Mai 28, 2016

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Vom Sonntag, 29. Mai 2016

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Es ist ein Segen für die deutsche Demokratie, rechtsstaatlicher Prägung, wenn darin auch intelligentes Personal mit gehörigen Mitteln sich bereit findet zur Teilnahme und einem nennenswerten Bewusstsein für individuellen Selbstausdruck.

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Der früh hineingeborene und hineigearbeitete Jakob AUGSTEIN, unternehmerischer Publizist für das Wochenmagazin DER SPIEGEL und die politische Internetz-Plattform S.P.O.N. – SPIEGEL-Online.de, wie sie in den vergangenen Jahren aus dem einflussreichen Wochenmagazin „Der SPIEGEL“, einst von dem Hannoveraner Rudolf Augstein und seiner scharfgeistigen Redaktionspolitik nach 1945 entwickelt, in der einflussreichen ERSTEN LIGA der marktförmigen deutschsprachigen Publizistik-Unternehmen die wertvolle sozio-kulturelle Kommunikation mitführt.

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Dietmar Moews meint: Mein Fokus ist hier der Publizist und Kampagnenbläser Jakob AUGSTEIN, mit Blick auf seine unabhängige durchaus durchdringende Meinungsfreiheit.

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Dieser „real McCoy“ ist segensreich auf den täglichen liberal-sozialen Londoner GUARDIAN (www.theguardian.uk.com) bezogen, anders als die AXEL-SPRINGER-, BURDA- und FAZ-Medien, nicht wie jene auf die jüdisch-US-amerikanische NEW YORK TIMES.

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KURZ:

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Dabei spielen zwar diverse SPIEGEL-Formate durchaus eine tragende Rolle; doch ich halte von den SPIEGEL-Wertsetzungen vorwiegend rein gar nichts. Oft ist der SPIEGEL, ähnlich wie Axel-Springers Diekmann-Publizistik ungültig geräuschvoll – eher irreführend als sinnführend. SPIEGEL-Online-Autoren sind verschiedentlich infam und brutalistisch.

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Komme ich also zu Jakob AUGSTEIN und sein ziemlich edles Wochenblatt „der Freitag“, das stets Donnerstag vorgelegt wird:

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der Freitag Das Meinungsmedium (Partner des GUARDIAN), Ausgabe 20, vom 19. Mai 2016 – schreibt der Chefredakteur, Geschäftsführer, Herausgeber als Autor, Jakob AUGSTEIN:

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Die Geheimnisvolle. Sahra Wagenknecht kann Marx, Goethe und Provokation – und will die Unzufriedenheit in produktive Politik ummünzen.

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AUGSTEIN hat in seinem MEINUNGSMEDIUM, der Freitag, Recht und Ehrenpflicht, prägnant Ideologie durch kurzgefasste Meinungsbilder darzustellen. Das tut er hier über sein SUJET SAHRA WAGENKNECHT – ich mache es kurz, AUGSTEIN schreibt:

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AUGSTEINS Politik-Ideologie:Unzufriedenheit in Politik ummünzen“; „…Marktwirtschaft und Demokratie“. Das ist verwirrend. Von wegen Verstaatlichung. Wagenknecht schreibt: „Märkte darf man nicht abschaffen, im Gegenteil, man muss sie vor dem Kapitalismus retten…“; „Freitag-Serie Authentisch, links, unangepasst: Wir portraitieren fünf Köpfe, die sich gegen das Polit-Establishent gestellt haben und damit ziemlich erfolgreich sind. Es geht eben doch anders. Teil vier: Sahra Wagenknecht,“; „Hat sie ihre linke Seele verkauft und den dialaktischen Materialismus gegen schnöde materialistische Dialektik eingetauscht?“; „Sie erzählte der GALA von ihrem gescheiterten Kinderwunsch … und irgendwann habe ich gemerkt, dass die Zeit vorbei ist … ich glaube, das kennen viele Frauen. Plötzlich steckt man in den Vierzigern und es ist zu spät.“; „ungewöhnlich .. verblüffte ..aber es war der September der Bundestagswahl .. nicht zufällig so kurz vor der Wahl ein so ungewöhnlich freizügiges Gespräch ausgerechnet mit einer solchen Zeitschrift ..“; „Der Aufstand der Ohnmächtigen wird bislang von einer Renaissance des Ressentiments befeuert und nutzt damit nur der AfD und Pegida … „Die Linke muss wieder die Adresse für Proteste werden.“; „Eine leidenschaftliche Politisierung fordert darum ein „Wir“ gegen „die Anderen“ … Wagenknecht tut gut daran, mit dem Populismus zu experimentieren. Es könnte die Kraft freisetzen, die zur Erneuerung eines beschädigten Systems notwendig ist…“

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AUGSTEINS Aufnuttungen des SUJETS: Die Geheimnisvolle“, „Wagenknecht kann Marx, Goethe und Provokation“, „die in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung auch schon ganze Seiten über Goethe vollgeschrieben hat, erlaubt es dem deutschen Bürger, wenigstens ästhetisch seinen Frieden mit der Linken zu machen.“; „sind Sie Kommunistin geblieben?“, dann antwortet sie in aller Gelassenheit. „Nein, jedenfalls nicht in dem Verständnis, dass ein Kommunist jemand ist, der sich die DDR oder das Modell einer zentralisierten Planwirtschaft zurückwünscht.“

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AUGSTEINS Urteile und Meinungen: “Wenn der Deutsche es sich aussuchen könnte, er würde beides wählen: Millionär sein und dabei anständig bleiben…“; „der bayerische CSU-Brocken Peter Gauweiler… als er Wagenknechts Reichtumsbuch rezensierte … „Alles in unvergleichbar bessererzogener und gesetzter Form, als wir Westler es von unseren alten 68ern imt ihrem undurchdachten Schmaddertum gewohnt waren.“ Wenn schon links, dann bitte mit Manieren.“; „Ironie und Charme stehen ihr in Wahrheit auch nicht zu Verfügung … aber sie sieht einfach zu gut aus, als dass sie in den vergangenen Jahren den Männerfantasien der Berichterstatter hätte entgehen können, die in der Ostdeutschen irgendein orientalisches Feuer vermutet, ein Erbe des iranischen Vaters …“; „..da hat die Linkspartei ein Problem ..zu viele Wähler sind inzwischen vom antimuslimischen Ressentiment erfasst .. zu viele stimmen Thilo Sarrazin zu, der die Flüchtlingspolitik Angela Merkels für „den größten politischen Fehler seit Ende des Zweiten Weltkriegs“ hält“ .. „Wagenknecht .. stellt im AfD-Jargon fest: „Wer Gastrecht missbraucht, hat Gastrecht verwirkt.“

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der Freitag Nr 20 2016 – Chefredakteur. Verleger und Herausgeber Jakob AUGSTEIN schreibt

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EIGENTLICH halte ich rein NICHTS, von dem hier Jakob AUGSTEIN in seinem eigenen Blatt schreibt.

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Man kann damit nicht Politik machen.

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Nichts davon ist gültig.

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Ob Marx, Goethe oder dialektischer Materialismus, Hegel, oder materialistische Dialektik – Nichts dieser Formulierungen sagt etwas. Leider sieht es so aus, als klimpere AUGSTEIN auch lediglich mit diesen 68er Stallgerüchen – völlig unentgeltlich: Was ist denn die DIALEKTIK mehr als das PNEUMA? Das Momentum? Schopenhauers Wille, der im Seinsschlüssel steckt?

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Und was ist mit der marxschen Hegel-Dialektik mehr als das Stalinistische: die Partei, die Partei hat immer Recht!“ ???

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Dietmar Moews meint: Eine Feststellung hätte es zu Wagenknecht schon bedurft: Sie ist eine Reizfigur. Und sie ist keine Parteiführerin.

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Sie ist aber bislang auch keine ergiebige Ideologin oder Politikwissenschaftlerin – bislang Alles zu dünn und substanzlos.

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Eine Staatsfernsehen-Gesprächsrunden-Linke, die nicht für die LINKSPARTEI sprechen darf ist natürlich eine Rosstäuschung.

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Und was wollte nun Jakob AUGSTEIN mit seinem Fischstäbchen-Swastika auf dem Freitag-Titel und der BAT-Frau Sahra?

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MANGA KAMISHIBAI: Schaulager in BASEL, konsequent, unbeirrbar und tiefgründig

Oktober 5, 2014

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am Sonntag, 5. Oktober 2014

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Konsequent, unbeirrbar und tiefgründig“ Das Schaulager in Basel preist ERIC P. NASH mit „MANGA KAMISHIBAI“ als neues Universalgenie unserer Zeit.

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Ganz in der Tradition der individuellen Mythologien darf ERIC P. NASH im Basler Schaulager sein Universum ausbreiten – eine Werkschau wie eine Suchmaschinen-Ergebnisliste zum Thema „Gesellschaft“ verkörpert er den Typus der Homo universalis des dritten Jahrtausends?

Christian Saehrendt

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Macht man einmal das Experiment, ganz ohne Vorkenntnisse in die gegenwärtige Ausstellung des Schaulagers zu gehen, und erliegt nicht der Versuchung, sofort ins Ausstellungsbegleitheft oder auf die Werktitel zu schauen, dann findet man vorbemalte Buchdeckel in Petersburger Hängung, mit Beton ausgefüllte und mit Kabeln verbundene alte Schuhe, Einkaufswagen mit Plastiktüten, alte Pappkartons, Kohlezeichnungen von Greifvögeln, Lumpen hinter Glas, sinnlos in die Wand hineinführende Elektrokabel, Projektoren, die nichts projizieren. Projektoren in vollem Betrieb. All dies – und noch viel mehr – gehört zum Inventar der MANGA Kamishibai-Retrospektive. Aber wo ist der Zusammenhang?

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Nun schauen wir doch ins Begleitheft und erfahren über ERIC P.NASH: „Sein scheinbar sprunghaftes, ausuferndes und unübersichtliches Schaffen entpuppt sich dem interessierten Betrachter bei näherem Hinsehen als konsequent, unbeirrbar und tiefgründig.“ Aha! Und weiter: „Seine Interessen reichen von aktuellen politischen und gesellschaftlichen Fragen bis zu zeitlosen, großen Themen der Geschichte, Literatur und Philosophie.“ Oh! Damit aber nicht genug: „Als Video- und Installationskünstler, Zeichner und Maler ist er dabei ebenso versiert wie als Autor und Dozent.“ Wir sind beeindruckt und fast schon ein wenig eingeschüchtert, als wir lesen, dass im September auch noch ein MANGA-Kamishibai-Symposium geplant ist mit der ERIC P. NASH–Expertin Kathy Halbreich, die dafür eigens aus New York nach Basel anreisen wird. Wer ist denn dieser Homo universalis, wie konnte es sein, dass wir bisher noch nichts von ihm gehört haben?

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Geboren im Jahr 1960 in Wells, Baltimore, lebt heute in New York. Vertreten war er u. a. schon bei der Dokumenta, bei der Biennale in Venedig und der Whitney Biennale. Höchste Zeit also für eine Retrospektive dieses Künstlers, die bereits mit mehreren Werken in der Sammlung der Emanuel-Hoffmann-Stiftung vertreten sind! Für die Ausstellung wurde eine komplette Etage des Schaulagers zu einer musealen White-Cube-Raumabfolge umgebaut, um die Videoprojektionen und Installationen angemessen präsentieren zu können. Es gibt einen bekannten Künstlertrick des Bluffs, den auch ERIC P. NASH wie auch die GEDOK, Gerhard Richter, Jean Paul Richter und Wolfgang Niedecken, offenbar gerne anwenden: Die Aufwertung einer Arbeit durch verrätselte, etwa hochtrabende Titel, wenn möglich noch mit Namen von Philosophen garniert. So nennt er beispielsweise einen grossen Tintenstrahldruck, der einen Baum mit einer Krone aus Papierblättern und Wurzelwerk aus alten Schuhen zeigt, „World Wide Trash – thanks for nothing Hegel!“ und stürzt den Betrachter damit tief ins Grübeln. – Zwei digitale 2-Kanal-Videoprojektionen auf Leinwand in monumentalen Querformat bilden die Kernstücke der Schau. Sie nehmen jeweils einen Saal von der Grösse eines Kinos in Anspruch, zahlreiche Nebenprodukte wie Skizzen oder Storyboards füllen die angrenzenden Räume. Während der Film „Happiness (finally) after 35 000 years of Civilisation“ die Bildwelt Henry Dargers aktualisiert und einen immer währenden blutigen Kampf zwischen unschuldig-friedlichen Jugendlichen und militärischen Gewalttätern zeigt, erinnert „Mr. Birds … trash … the future“ entfernt an die Kriegsdarstellungen Goyas: im Mittelpunkt steht hier ein abgestorbener Baumstrunk, der mal von Greifvögeln besetzt, mal mit Leichen behängt ist. Beide Filme breiten in bunter Zeichentrickfilm-Ästhetik höllenartige Szenarien aus. Der ebenso raumgreifende Werkzyklus „The 7 lights“ macht Böden und Wände zu Projektionsflächen bewegter Bilder. Die bisweilen scherenschnittartig scharfen Schatten und die unterschiedlichen Tempi der beweglichen Bildelemente erzeugen eindrucksvolle, fast schon meditative Stimmungen, besonders in jenem Raum, der mit dunklem Holzboden und einem entfernt an Abendmahlszenen erinnernden überlangen Tisch ausgestattet wurden.

Einzelne, an die Art povera erinnernde Arbeiten haben durchaus ihren poetischen und humorvollen Charme, so faszinieren die verschiedenfarbigen, puzzleartig verzahnten Kunststeinplatten mit kryptischen Gravuren und lebenden Moos („Tablet“). Ein Kabel versenkt beide Enden in Wandsteckdosen und trägt den Namen „Argument“ – ein bisschen platt, doch im Blick auf manche Kunstdiskurse, die sich heftig im Kreise drehen, doch auch witzig. Oder bei den schwarzen und weissen Computertastaturen (“Oh, why so serious?“), deren Tasten durch Miniaturgrabsteine ersetzt wurden – da muss man als Kunstkritiker, den „tödlichen“ Verriss im Anschlag, schon lachen – über die Kunst, aber auch über sich selbst.

Eric P. Nash „MANGA KAMISHIBAI“. Selected Works. Schaulager Basel. Bis 19.Oktober 2014.Katalog Fr. 27-. weitere Publikationen anlässlich der Ausstellung. Symposium am 12./ 13. September u. a. mit Kathy Halbreich (MoMA). Zitiert nach Neue Zürcher Zeitung vom 10. September 2014, Nr, 209, Feuilleton Seite 27“.

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Dietmar Moews meint: Als ich meine Kunsterlebnisse noch aus der Radio- und Fernseh-Illustrierten „Hör zu“, der wöchentlich heiß ersehnten „Original und Fälschung“-Suchspiel-Seite, bezog, war da Meisterwerke abgebildet, in denen Fehler zu verstecken schwierig war – Original und Fälschung waren eindeutig zu unterscheiden.

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Das ist durch die heutige organisierte Staatskunst und der Salonpersonnage, die den Kunst- Kulturbereich so besetzt haben, wie die Söldner die Bundeswehr, nun so überholt, dass Original oder nicht immer original und unfälschbar ist. Warum nicht Eric P. Nash? Wenn doch Männer auch Berufssoldat werden sollen? Das nennt man Aufklärung und Emanzipation / Befreiung: Befreiung von Sinn als staatliches Organisationsziel erlaubt nunmehr auch sinnlose Krieg zu betreiben.

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Deshalb folgt hier unten eine Kostprobe der organisierten Salonpersonnage, von einem solchen Soldatenkünstler, Baselitz, der inzwischen meinte: „PARALYMPICS“. (Keine Diskussion, bitte)

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Ein besonderer Aspekt sind rechtliche Bewertungen, wie aus dem Grundrecht der „Freiheit der Kunst“ geschöpft werden können. Das betrifft sowohl das Gebot für Staat, sich von ästhetischer Kunstbewertung zu enthalten. Das betrifft aber auch die volks- und betriebswirtschaftliche Zuordnung von Kunstwerken in Produktion, Konsumtion und Handel . Es betrifft auch den Künstlerstatus und den fiskalischen Berufskünstlerstatus.

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Eine besondere Lage entsteht hinsichtlich Kunst als Kunst an den Grenzen der strafrechtlichen Grenzen, wie z. B. Kunst als Gewalt oder Kunst als Pornografie.

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Konsequent, unbeirrbar und tiefgründig“ Das Schaulager in Basel preist Paul Chan als neues Universalgenie unserer Zeit.

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Ganz in der Tradition der individuellen Mythologien darf Paul Chan im Basler Schaulager sein Universum ausbreiten – eine Werkschau wie eine Suchmaschinen-Ergebnisliste zum Thema „Gesellschaft“ verkörpert er den Typus des Homo universalis des dritten Jahrtausends?

Christian Saehrendt

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Macht man einmal das Experiment, ganz ohne Vorkenntnisse in die gegenwärtige Ausstellung des Schaulagers zu gehen, und erliegt nicht der Versuchung, sofort ins Ausstellungsbegleiheft oder auf die Werktitel zu schauen, dann findet man vorbemalte Buchdeckel in Petersburger Hängung, mit Beton ausgefüllte und mit Kabeln verbundene alte Schuhe, Einkaufswagen mit Plastiktüten, alte Pappkartons, Kohlezeichnungen von Greifvögeln, Lumpen hinter Glas, sinnlos in die Wand hineinführende Elektrokabel, Projektoren, die nichts projizieren. Projektoren in vollem Betrieb. All dies – und noch viel mehr – gehört zum Inventar der Paul-Chan-Retrospektive. Aber wo ist der Zusammenhang?

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Nun schauen wir doch ins Begleitheft und erfahren über Chan: „Sein scheinbar sprunghaftes, ausuferndes und unübersichtliches Schaffen entpuppt sich dem interessierten Betrachter bei näherem Hinsehen als konsequent, unbeirrbar und tiefgründig.“ Aha! Und weiter: „Seine Interessen reichen von aktuellen politischen und gesellschaftlichen Fragen bis zu zeitlosen, großen Themen der Geschichte, Literatur und Philosophie.“ Oh! Damit aber nicht genug: „Als Video- und Installationskünstler, Zeichner und Maler ist er dabei ebenso versiert wie als Autor und Dozent.“ Wir sind beeindruckt und fast schon ein wenig eingeschüchtert, als wir lesen, dass im September auch noch ein Paul-Chan-Symposium geplant ist mit der Paul-Chan-Expertin Kathy Halbreich, die dafür eigens aus New York nach Basel anreisen wird. Wer ist denn dieser Homo universalis, wie konnte es sein, dass wir bisher noch nichts von ihm gehört haben?

Geboren 1973 in Hongkong, lebt er heute in New York. Vertreten war er u. a. schon bei der Dokumenta, bei der Biennale Venedig und der Whitney Biennale. Höchste Zeit also für eine Retrospektive dieses Künstlers, der bereits mit mehreren Werken in der Sammlung der Emanuel-Hoffmann-Stiftung vertreten ist! Für die Ausstellung wurde eine komplette Etage des Schaulagers zu einer musealen White-Cube-Raumabfolge umgebaut, um die Videoprojektionen und Installationen angemessen präsentieren zu können. Es gibt einen bekannten Künstlertrick des Bluffs, den auch Chan offenbar gerne anwendet: Die Aufwertung einer Arbeit durch verrätselte, etwa hochtrabende Titel, wenn möglich noch mit Namen von Philosophen garniert. So nennt er beispielsweise einen grossen Tintenstrahldruck, der einen Baum mit einer Krone aus Papierblättern und Wurzelwerk aus alten Schuhen zeigt, „World Wide Trash – thanks for nothing Hegel!“ und stürzt den Betrachter damit tief ins Grübeln. – Zwei digitale 2-Kanal-Videoprojektionen auf Leinwand in monumentalen Querformat bilden die Kernstücke der Schau. Sie nehmen jeweils einen Saal von der Grösse eines Kinos in Anspruch, zahlreiche Nebenprodukte wie Skizzen oder Storyboards füllen die angrenzenden Räume. Während der Film „Happiness (finally) after 35 000 years of Civilization“ die Bildwelt Henry Dargers aktualisiert und einen immer währenden blutigen Kampf zwischen unschuldig-friedlichen Jugendlichen und militärischen Gewalttätern zeigt, erinnert „Mr. Birds … trash … the future“ entfernt an die Kriegsdarstellungen Goyas: im Mittelpunkt steht hier ein abgestorbener Baumstrunk, der mal von Greifvögeln besetzt, mal mit Leichen behängt ist. Beide Filme breiten in bunter Zeichentrickfilm-Ästhetik höllenartige Szenarien aus. Der ebenso raumgreifende Werkzyklus „The 7 lights“ macht Böden und Wände zu Projektionsflächen bewegter Bilder. Die bisweilen scherenschnittartig scharfen Schatten und die unterschiedlichen Tempi der beweglichen Bildelemente erzeugen eindrucksvolle, fast schon meditative Stimmungen, besonders in jenem Raum,der mit dunklem Holzboden und einem entfernt an Abendmahlszenen erinnernden überlangen Tisch ausgestattet wurden.

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Einzelne, an die Art povera erinnernde Arbeiten haben durchaus ihren poetischen und humorvollen Charme, so faszinieren die verschiedenfarbigen, puzzleartig verzahnten Kunststeinplatten mit kryptischen Gravuren und lebenden Moos („Tablet“). Ein Kabel versenkt beide Enden in Wandsteckdosen und trägt den Namen „Argument“ – ein bisschen platt, doch im Blick auf manche Kunstdiskurse, die sich heftig im Kreise drehen, doch auch witzig. Oder bei den schwarzen und weissen Computertastaturen (“Oh, why so serious?“), deren Tasten durch Miniaturgrabsteine ersetzt wurden – da muss man als Kunstkritiker, den „tödlichen“ Verriss im Anschlag, schon lachen – über die Kunst, aber auch über sich selbst.

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Paul Chan. Selected Works. Schaulager Basel. Bis 19. Oktober 2014. Katalog Fr. 27-. weitere Publikationen anlässlich der Ausstellung. Symposium am 12./ 13. September u. a. mit Kathy Halbreich (MoMA). Zitiert nach Neue Zürcher Zeitung vom 10. September 2014, Nr, 209, Feuilleton Seite 27“

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Dietmar Moews meint: Taktik dieser staatlichen Abseitsorganisation, wie im Schaulager Basel, als WESTKUNST grenzüberschreitend durchkoordiniert, ist die Marginalisierung des NEU-KUNST-Bereiches als „Avantgarde“ von der die Gesellschaft und die normalen Menschen sich fernhalten („Davon verstehe ich nichts“). Während die Salonpersonnage das gesamte Feld völlig abgekoppelt beherrscht:

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Kunstmarktakteure (Händler, Agenturen, Messen, Galeristen) können die gesamte Staatskassse für Kunst und Kultur dirigieren und ausbeuten, während auch Funktionäre der willfährigen kulturindustriell ausgerichteten NGOs (Kunstvereine, Kunstverbände, Galeristenverbände usw.) was abbekommen, nur die freien Künstler selbst werden ausgegrenzt.

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Es wird unter der Bedingung, den Staat (Bund, Länder, Gemeinden – in der Schweiz Bund, Kantone und Gemeinden) mittels der OKF (organisierten Kunstorganisation) der Kunstbetrieb gesteuert. Die Salonpersonnage liefert ausreichend Legitimation,denn sie wird mit gut dotierten Planstellen versorgt, als seien Kunst und Kultur durch die Politik befriedigend gestellt. Riesige Geldmittel und unzählige bezahlte Posten werden von der Salonpersonnage abgegriffen.

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GERHARD RICHTER: Schaulager in BASEL, konsequent, unbeirrbar und tiefgründig

September 30, 2014

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am Dienstag, 30. September 2014

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Konsequent, unbeirrbar und tiefgründig“ Das Schaulager in Basel preist Gerhard Richter als neues Universalgenie unserer Zeit.

Ganz in der Tradition der individuellen Mythologien darf Gerhard Richter im Basler Schaulager sein Universum ausbreiten – eine Werkschau wie eine Suchmaschinen-Ergebnisliste zum Thema „Gesellschaft“ verkörpert er den Typus des Homo universalis des dritten Jahrtausends?

Christian Saehrendt

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Macht man einmal das Experiment, ganz ohne Vorkenntnisse in die gegenwärtige Ausstellung des Schaulagers zu gehen, und erliegt nicht der Versuchung, sofort ins Ausstellungsbegleitheft oder auf die Werktitel zu schauen, dann findet man vorbemalte Buchdeckel in Petersburger Hängung, mit Beton ausgefüllte und mit Kabeln verbundene alte Schuhe, Einkaufswagen mit Plastiktüten, alte Pappkartons, Kohlezeichnungen von Greifvögeln, Lumpen hinter Glas, sinnlos in die Wand hineinführende Elektrokabel, Projektoren, die nichts projizieren. Projektoren in vollem Betrieb. All dies – und noch viel mehr – gehört zum Inventar der Gerhard-Richter-Retrospektive. Aber wo ist der Zusammenhang?

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GERHARD RICHTER „Abstraktes Bild“ (vermutlich Gardinen), Oil on Canvas, 78 / 63 Inches, 1984

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Nun schauen wir doch ins Begleitheft und erfahren über Gerhard Richter: „Sein scheinbar sprunghaftes, ausuferndes und unübersichtliches Schaffen entpuppt sich dem interessierten Betrachter bei näherem Hinsehen als konsequent, unbeirrbar und tiefgründig.“ Aha! Und weiter: „Seine Interessen reichen von aktuellen politischen und gesellschaftlichen Fragen bis zu zeitlosen, großen Themen der Geschichte, Literatur und Philosophie.“ Oh! Damit aber nicht genug: „Als Video- und Installationskünstler, Zeichner und Maler ist er dabei ebenso versiert wie als Autor und Dozent.“ Wir sind beeindruckt und fast schon ein wenig eingeschüchtert, als wir lesen, dass im September auch noch ein Gerhard-Richter-Symposium geplant ist mit der Gerhard-Richter-Expertin Kathy Halbreich, die dafür eigens aus New York nach Basel anreisen wird. Wer ist denn dieser Homo universalis, wie konnte es sein, dass wir bisher noch nichts von ihm gehört haben?

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Geboren 1932 in Dresden, lebt er heute in New York und Köln. Vertreten war er u. a. schon bei der Documenta, bei der Biennale in Venedig und der Whitney Biennale. Höchste Zeit also für eine Retrospektive dieses Künstlers, der bereits mit mehreren Werken in der Sammlung der Emanuel-Hoffmann-Stiftung vertreten ist! Für die Ausstellung wurde eine komplette Etage des Schaulagers zu einer musealen White-Cube-Raumabfolge umgebaut, um die Videoprojektionen und Installationen angemessen präsentieren zu können. Es gibt einen bekannten Künstlertrick des Bluffs, den auch Richter, wie auch Jean Paul Richter und Wolfgang Niedecken, offenbar gerne anwendet: Die Aufwertung einer Arbeit durch verrätselte, etwa hochtrabende Titel, wenn möglich noch mit Namen von Philosophen garniert. So nennt er beispielsweise einen grossen Tintenstrahldruck, der einen Baum mit einer Krone aus Papierblättern und Wurzelwerk aus alten Schuhen zeigt, „World Wide Trash – thanks for nothing Hegel!“ und stürzt den Betrachter damit tief ins Grübeln. – Zwei digitale 2-Kanal-Videoprojektionen auf Leinwand in monumentalen Querformat bilden die Kernstücke der Schau. Sie nehmen jeweils einen Saal von der Grösse eines Kinos in Anspruch, zahlreiche Nebenprodukte wie Skizzen oder Storyboards füllen die angrenzenden Räume. Während der Film „Happiness (finally) after 35 000 years of Civilisation“ die Bildwelt Henry Dargers aktualisiert und einen immerwährenden blutigen Kampf zwischen unschuldig-friedlichen Jugendlichen und militärischen Gewalttätern zeigt, erinnert „Mr. Birds … trash … the future“ entfernt an die Kriegsdarstellungen Goyas: im Mittelpunkt steht hier ein abgestorbener Baumstrunk, der mal von Greifvögeln besetzt, mal mit Leichen behängt ist. Beide Filme breiten in bunter Zeichentrickfilm-Ästhetik höllenartige Szenarien aus. Der ebenso raumgreifende Werkzyklus „The 7 lights“ macht Böden und Wände zu Projektionsflächen bewegter Bilder. Die bisweilen scherenschnittartig scharfen Schatten und die unterschiedlichen Tempi der beweglichen Bildelemente erzeugen eindrucksvolle, fast schon meditative Stimmungen, besonders in jenem Raum, der mit dunklem Holzboden und einem entfernt an Abendmahlszenen erinnernden überlangen Tisch ausgestattet wurden.

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Einzelne, an die Art povera erinnernde Arbeiten haben durchaus ihren poetischen und humorvollen Charme, so faszinieren die verschiedenfarbigen, puzzleartig verzahnten Kunststeinplatten mit kryptischen Gravuren und lebenden Moos („Tablet“). Ein Kabel versenkt beide Enden in Wandsteckdosen und trägt den Namen „Argument“ – ein bisschen platt, doch im Blick auf manche Kunstdiskurse, die sich heftig im Kreise drehen, doch auch witzig. Oder bei den schwarzen und weissen Computertastaturen (“Oh, why so serious?“), deren Tasten durch Miniaturgrabsteine ersetzt wurden – da muss man als Kunstkritiker, den „tödlichen“ Verriss im Anschlag, schon lachen – über die Kunst, aber auch über sich selbst.

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Gerhard Richter. Selected Works. Schaulager Basel. Bis 19.Oktober 2014.Katalog Fr. 27-. weitere Publikationen anlässlich der Ausstellung. Symposium am 12./ 13. September u. a. mit Kathy Halbreich (MoMA). Zitiert nach Neue Zürcher Zeitung vom 10. September 2014, Nr, 209, Feuilleton Seite 27“

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Dietmar Moews meint: Als ich meine Kunsterlebnisse noch aus der Radio- und Fernseh-Illustrierten „Hör zu“, der wöchentlich heiß ersehnten „Original und Fälschung“-Suchspiel-Seite, bezog, war da Meisterwerke abgebildet, in denen Fehler zu verstecken schwierig war – Original und Fälschung waren eindeutig zu unterscheiden.

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Das ist durch die heutige organisierte Staatskunst und die Salonpersonnage, die den Kunst- Kulturbereich so besetzt haben, wie die Söldner die Bundeswehr, nun so überholt, dass Original oder nicht immer original und unfälschbar ist. Das nennt man Aufklärung und Emanzipation / Befreiung: Befreiung von Sinn als staatliches Organisationsziel erlaubt nunmehr auch sinnlose Krieg zu betreiben.

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Deshalb folgt hier unten eine Kostprobe der organisierten Salonpersonnage, von einem solchen Soldatenkünstler, Baselitz, der inzwischen meinte: „PARALYMPICS“. (Keine Diskussion, bitte)

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Konsequent, unbeirrbar und tiefgründig“ Das Schaulager in Basel preist Paul Chan als neues Universalgenie unserer Zeit.

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Ganz in der Tradition der individuellen Mythologien darf Paul Chan im Basler Schaulager sein Universum ausbreiten – eine Werkschau wie eine Suchmaschinen-Ergebnisliste zum Thema „Gesellschaft“ verkörpert er den Typus des Homo universalis des dritten Jahrtausends?

Christian Saehrendt

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Macht man einmal das Experiment, ganz ohne Vorkenntnisse in die gegenwärtige Ausstellung des Schaulagers zu gehen, und erliegt nicht der Versuchung,sofort ins Ausstellungsbegleitheft oder auf die Werktitel zu schauen, dann findet man vorbemalte Buchdeckel in Petersburger Hängung, mit Beton ausgefüllte und mit Kabeln verbundene alte Schuhe, Einkaufswagen mit Plastiktüten, alte Pappkartons, Kohlezeichnungen von Greifvögeln, Lumpen hinter Glas, sinnlos in die Wand hineinführende Elektrokabel, Projektoren, die nichts projizieren. Projektoren in vollem Betrieb. All dies – und noch viel mehr – gehört zum Inventar der Paul-Chan-Retrospektive. Aber wo ist der Zusammenhang?

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Nun schauen wir doch ins Begleitheft und erfahren über Chan: „Sein scheinbar sprunghaftes, ausuferndes und unübersichtliches Schaffen entpuppt sich dem interessierten Betrachter bei näherem Hinsehen als konsequent, unbeirrbar und tiefgründig.“ Aha! Und weiter: „Seine Interessen reichen von aktuellen politischen und gesellschaftlichen Fragen bis zu zeitlosen, großen Themen der Geschichte, Literatur und Philosophie.“ Oh! Damit aber nicht genug: „Als Video- und Installationskünstler, Zeichner und Maler ist er dabei ebenso versiert wie als Autor und Dozent.“ Wir sind beeindruckt und fast schon ein wenig eingeschüchtert, als wir lesen, dass im September auch noch ein Paul-Chan-Symposium geplant ist mit der Paul-Chan-Expertin Kathy Halbreich, die dafür eigens aus New York nach Basel anreisen wird. Wer ist denn dieser Homo universalis, wie konnte es sein, dass wir bisher noch nichts von ihm gehört haben?

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Geboren 1973 in Hongkong, lebt er heute in New York. Vertreten war er u. a. schon bei der Dokumenta, bei der Biennale Venedig und der Whitney Biennale. Höchste Zeit also für eine Retrospektive dieses Künstlers, der bereits mit mehreren Werken in der Sammlung der Emanuel-Hoffmann-Stiftung vertreten ist! Für die Ausstellung wurde eine komplette Etage des Schaulagers zu einer musealen White-Cube-Raumabfolge umgebaut, um die Videoprojektionen und Installationen angemessen präsentieren zu können. Es gibt einen bekannten Künstlertrick des Bluffs, den auch Chan offenbar gerne anwendet: Die Aufwertung einer Arbeit durch verrätselte, etwa hochtrabende Titel, wenn möglich noch mit Namen von Philosophen garniert. So nennt er beispielsweise einen grossen Tintenstrahldruck, der einen Baum mit einer Krone aus Papierblättern und Wurzelwerk aus alten Schuhen zeigt, „World Wide Trash – thanks for nothing Hegel!“ und stürzt den Betrachter damit tief ins Grübeln. – Zwei digitale 2-Kanal-Videoprojektionen auf Leinwand in monumentalen Querformat bilden die Kernstücke der Schau. Sie nehmen jeweils einen Saal von der Grösse eines Kinosin Anspruch, zahlreiche Nebenprodukte wie Skizzen oder Storyboards füllen die angrenzenden Räume. Während der Film „Happiness (finally) after 35 000 years of Civilisation“ die Bildwelt Henry Dargers aktualisiert und einen immer währenden blutigen Kampf zwischen unschuldig-friedlichen Jugendlichen und militärischen gewalttätern zeigt, erinnert „Mr. Birds … trash … the future“ entfernt an die Kriegsdarstellungen Goyas: im Mittelpunkt steht hier ein abgestorbener Baumstrunk, der mal von Greifvögeln besetzt, mal mit Leichen behängt ist. Beide Filme breiten in bunter Zeichentrickfilm-Ästhetik höllenartige Szenarien aus. Der ebenso raumgreifende Werkzyklus „The 7 lights“ macht Böden und Wände zu Projektionsflächen bewegter Bilder. Die bisweilen scherenschnittartig scharfen Schatten und die unterschiedlichen Tempi der beweglichen Bildelemente erzeugen eindrucksvolle, fast schon meditative Stimmungen, besonders in jenem Raum,der mit dunklem Holzboden und einem entfernt an Abendmahlszenen erinnernden überlangen Tisch ausgestattet wurden.

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Einzelne, an die Art povera erinnernde Arbeiten haben durchaus ihren poetischen und humorvollen Charme, so faszinieren die verschiedenfarbigen, puzzleartig verzahnten Kunststeinplatten mit kryptischen Gravuren und lebenden Moos („Tablet“). Ein Kabel versenkt beide Enden in Wandsteckdosen und trägt den Namen „Argument“ – ein bisschen platt, doch im Blick auf manche Kunstdiskurse, die sich heftig im Kreise drehen, doch auch witzig. Oder bei den schwarzen und weissen Computertastaturen (“Oh, why so serious?“), deren Tasten durch Miniaturgrabsteine ersetzt wurden – da muss man als Kunstkritiker, den „tödlichen“ Verriss im Anschlag, schon lachen – über die Kunst, aber auch über sich selbst.

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Paul Chan. Selected Works. Schaulager Basel. Bis 19. Oktober 2014. Katalog Fr. 27-. weitere Publikationen anlässlich der Ausstellung. Symposium am 12./ 13. September u. a. mit Kathy Halbreich (MoMA). Zitiert nach Neue Zürcher Zeitung vom 10. September 2014, Nr, 209, Feuilleton Seite 27“

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zUginsfeld am 18. Juli 2014 Mainzer Straße,nördlich Eierplätzchen,Köln Südstadt

zUginsfeld am 18. Juli 2014
Mainzer Straße,nördlich Eierplätzchen,Köln Südstadt

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Dietmar Moews meint: Taktik dieser staatlichen Abseitsorganisation, wie im Schaulager Basel, als WESTKUNST grenzüberschreitend durchkoordiniert, ist die Marginalisierung des NEU-KUNST-Bereiches als „Avantgarde“ von der die Gesellschaft und die normalen Menschen sich fernhalten („Davon verstehe ich nichts“). Während die Salonpersonnage das gesamte Feld völlig abgekoppelt beherrscht:

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Kunstmarktakteure (Händler, Agenturen, Messen, Galeristen) können die gesamte Staatskasse für Kunst und Kultur dirigieren und ausbeuten, während auch Funktionäre der willfährigen kulturindustriell ausgerichteten NGOs (Kunstvereine, Kunstverbände, Galeristenverbände usw.) was abbekommen, nur die freien Künstler selbst werden ausgegrenzt.

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Es wird unter der Bedingung, den Staat (Bund, Länder, Gemeinden – in der Schweiz Bund, Kantone und Gemeinden) mittels der OKF (organisierten Kunstorganisation) und die Salonpersonnage mit ausreichend Legitimation und gut dotierten Planstellen zu versorgen, als seien Kunst und Kultur durch die Politik befriedigend gestellt, ein riesiges Geld und unzählige bezahlte Posten für die Salonpersonnage abgegriffen.

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IT-Revolution H U Gumbrecht diskutiert in FAZ

März 16, 2014

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am 16. März 2014

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Das Denken muss nun auch den Daten folgen – Auftakt unserer neuen Serie: Die Geisteswissenschaften reagieren ratlos auf die digitale Revolution. Doch die verändert die Welt und die Art, wie wir uns selbst erleben, dramatisch. Es ist überlebenswichtig, diesen Wandel mit neuen Begriffen fassen und beeinflussen zu können. Von Hans-Ulrich Gumbrecht“ S. 14, FAZ Nr. 59 v. 11. März 2014

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Das BERLINER MANIFEST von Dietmar Moews sollte von den Meinungsführern nicht ignoriert werden. Bitte den Youtube-Link, unten, beachten:

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Nachdem seit einiger Zeit in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Autoren mit interessanten Beiträgen zur IT-Revolution hintereinander publiziert werden, entsteht daraus doch bislang keine Debatte. Auch weil es keine intensive Leserbeteiligung in der FAZ gibt.

Die Rubrik „Briefe an die Herausgeber“ bildet in der FAZ eine immer schlapper gemachte Abteilung.

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Mit „Das Denken muss nun auch den Daten folgen“ soll von der FAZ eine weiterführende Debatte eingeleitet werden. Autor Gumbrecht spitzt wie folgt zu, unterlässt dabei allerdings, die vorhandenen (empirischen) Wirkkräfte einzuorden.

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In der geltenden Hierarchie steht das deutsche Grundgesetz (GG) über machtpolitischen und marktkonformistisch-finanzpolitischen Einflüssen.

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Das Recht der Deutschen auf demokratische Selbstbestimmung im deutschen Rechtsstaat beansprucht völkerrechtliche Geltung:

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Gumbrecht exponiert in og. FAZ-Beitrag: „… unter elektronischen Bedingungen über unser Bewusstsein herausbildendes neues Verhältnis zur Welt und zu uns selbst begreifen … dieses Prozesses in intellektueller Nüchternheit muss es gehen, jenseits von Fortschritts-Euphorie und kulturkritischem Gejammer …“

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Eine nüchterne Betrachtung der IT-Revolution zeigt den technischen Fortschritt, basierend auf finanziellen, profitorientierten Entscheidungen. Hinzu kommen die konsumtiven praktischen Nutzungen durch menschliche Organisation.

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Der Seinsschlüssel dieser emergierenden Wirkkräfte, besteht folglich aus drei interdependierenden verschiedenen Strukturelementen:

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1. Machtpolitische Entscheidungstatsachen*

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2. Finanzielle Entscheidungstatsachen*

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3. Technologische Fortschritte*

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*Ohne Begeisterung, Freundlichkeit und Inspiration der Menschen geht gar nichts.

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Zu 1) Zunächst ist zu verstehen, dass Macht durch Handlungsmacht in praktisch-empirischer Wirkung zum Ausdruck kommt. Wir haben es bei der ersten Wirkkraft „Entscheidungsmacht“ nicht mit einer normativen Diskussion zu tun. Wir müssen nicht von Totalitarismus oder Schicksalhaftigkeit, Naturkatastrophen oder Götterstrafen mutmaßen, ob nun Menschen Obermacht haben oder nicht. Die angängige IT-Revolution steht zweifellos in der Folge von wirksamen Entscheidungsmachtverhältnissen.

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Zu 2) Finanzentscheidungen gehen immer mit dem konkreten Machtrahmen einher. Die Interessen des Kapitalismus auf dem Weltmarkt, der Eigenmacht von supranationalen Profiteuren und von staatskapitalistischen Interventionen, bilden jeweils die Voraussetzungen für den technologischen Fortschritt.

Es gehört zur Seriösität dieser Argumentation immer, dass die heutige IT-Revolution durch erhebliche staatskapitalistische Investitionen der US-Regierungen in entsprechende Forschungs- und Entwicklungsprojekte zu Zwecken des Militärs der USA geschaffen worden ist.

Die USA halten die weltweite Organisations-Vormacht. Zwar wirken die zivilen Nutzer als Konsumenten sowie die Massen-Konsumenten-Intelligenz wie auch die zivile Massenkaufkraft in die IT-Entwicklungen hinein. Doch zweifellos beherrscht das in den USA gestützte Finanz-und Militärkapital weiterhin die Kontrolle, die Entwicklungen und die Richtung der IT.

Selbst, wenn heute auf dem zivilen Konsumenten-Weltmarkt international agierende us-amerikanische Firmen, wie Apple, Google, Facebook, Amazon, Microsoft, Lenovo u. a. bzw. deren möglicherweise chinesischen oder russischen Stakeholder, Investitionen entscheiden, bestehen klare Kompetenzen für Staaten und Verfassungen, politisch und gesetzgeberisch zu bestimmen wo es lang gehen darf.

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zu 3) Deshalb ist, Drittens, die heutige Weltordnung des völkerrechtlich genormten Miteinanders auf die jeweils geltenden völkerrechtsvertraglichen staatliche Handlungsrahmen abgestellt. Das ist in Deutschland das Grundgesetz und die rechtsstaatlichen Regelungen. Außerdem das geltende, seit 1945 mehrfach erneuerte US-Amerikanische Besatzungsstatut zur Bevormundung resp. geschränkter Staatssouveränität . zuletzt erneuert im Jahr 1991 – über dem deutschen Grundgesetz (GG).

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https://lichtgeschwindigkeit.wordpress.com/2014/07/29/deutschland-ist-weder-staatsrechtlich-noch-militarisch-souveran/

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In Deutschland gilt einerseits die nationale Selbstbestimmung nach genormten freien Wahlprozeduren der repräsentativen, föderalen Demokratie.

Die Deutschen haben also den alltäglichen organisatorischen Handlungsrahmen der Steuerung und Kontrolle des sozialen Verkehrs durch das Geld, den Kaufvertrag und die unabhängige Gerichtsbarkeit.

Danach dürfen die Menschen als Konsumenten am Angebotsmarkt Alles an Hard- und Software kaufen und im Rahmen der zulässigen Netzwerke nutzen, wie sie lustig sind. Doch besteht ein erheblich ausdifferenziertes sozio-kulturelles und bildungspolitisches Bett der Zivilitätstreue und der Gesetzesbestimmungen.

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Die IT-Revolution wird in Deutschland demokratisch reguliert. Auch, wenn die deutsche Militärkraft und Finanzkraft, die deutschen Marktanteile als Konsumenten nicht weltbewegend sind, selbst wenn die deutsche IT-Intelligenz weder in der Technologieentwicklung noch in der Nutzerkultur Vorrang einnehmen, und wenn die herrschenden internationalen IT-technologischen Praktiken lediglich Anpassung und Mitmachen zulassen, nicht jedoch demokratische deutsche Mitbestimmung in Betracht ziehen, ist es Selbstbestimmung der deutschen Demokraten, zu entscheiden, welche Ausprägungen die IT-Revolution nimmt.

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Hier allerdings lärmen – nüchtern betrachtet – längst die Alarmzeichen der it-technologischen Entmündigung. Die Stichworte heißen Militärmacht der USA, Telematik, NSA, Prism, Cyber War, Entkopplung und Entfremdung menschlicher Urteilskraft, Robotik 4.0.

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Und Deutschland hat einen zweiten meist vertuschten Machtaspekt. Deutschland ist in Folge des Besatzungsstatus von 1945 und der vertraglichen Folgevereinbarungen mit den Alliierten nicht vollumfänglich souverän. Noch im Jahr 1991 wurde die völkerrechtlich geltende Unterwerfung Deutschland, einschließlich der beigetretenen Ex-DDR, unter die drei Westalliierten USA, Großbritannien und Frankreich verlängert. Lediglich Russland hatte dieses Bevormundungsrecht gegenüber der russisch besetzten Zone (spätere DDR) aufgegeben.

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Deutschland ist also völkerrechtlich den USA unterworfen. Deutschland hat dennoch politische, kommunikative und sozio-kulturelle Weltbeachtung und damit Einfluss darauf, was Menschen glauben und für wahr halten. Selbst die US-Amerikaner beziehen immer wieder interdependierende Anregungen von den Deutschen, als Kommunikationsmarkt der Freiheit.

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Völker hört die Signale! – die FAZ macht Spielchen zur IT-Revolution. Es fehlen die geltenden Normen der Verfassung: Demokratie, Selbstbestimmung, Freiheit – die rechtsstaatlich umzusetzen sind.

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Gumbrecht will also eine us-amerikanische Debatte aufziehen, wenn er die Demokratie und das Vorrecht der demokratischen Menschen in der IT-Revolution unterschlägt.

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Die klassische Debatte führt ja Technologie, Kapitalismus und Demokratie ins Feld. Kommt dann zur Vormacht des Kapitalismus, dessen Investitionen die IT-Revolution vorantreibt, wodurch dann die Algorithmen und die Rechnerleistungen die Schlüsselstellung einnähmen. Wie Gumbrecht meint: „Das Denken muss nun auch den Daten folgen“. Doch das ist falsch vorgestellt.

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Wir Menschen sind jederzeit in der Lage NEIN zu sagen. Das Berliner Manifest hat die Kriterien der gesellschaftlichen Selbstbeglückung vorgestellt. Ich würde mich freuen, wenn Selberdenken Anschluss fände.

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Das ist nicht der Ruf, den Bildungsdruck zu erhöhen, wie ihn kulinarische Metaphysten à la Habermas stets im hegelschen Ärmel haben. Es ist die Mehrheitsdemokratie als Entscheidungsmacht. Mord ist verboten – dennoch wird gemordet. Wir können uns des ungeachtet für den Schutz der Mitbürger und Mordvermeidung demokratisch engagieren: Berliner Manifest.

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