Patrick Modiano erhält Nobel-Literaturpreis für europäische Erinnerung

Oktober 9, 2014

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am Donnerstag, 9. Oktober 2014

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Stoltenberg und Rasmussen, Nato-Friedenspolitiker

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Den Nobelpreisträger zur Literatur des Jahrganges 2014 heißt Patrick Modiano (geboren 1945 in Boulonge-Billancourt, Frankreich).

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Der Nobelpreis, als Heraushebung, hat Tradition der Deutung und Bedeutung.

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Während in den naturwissenschaftlichen Verdiensten Leistungen des Wissensfortschritts benutzt werden, das Ansehen des Nobelpreises hochzuwerten,

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werden die Preise für das Fach Literatur und für Frieden überwiegend parteipolitischen Zwecken geliehen. Dabei liegt traditionell das Wirkungsfeld der Preisträger in der Relevanz für die Welt, weltweit oder provinziell, für Leistungen oder für Hoffnungen.

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Folgerichtig – so lange die USA Weltherrschaft durch Waffengewalt rücksichtslos durchsetzen – könnte alljährlich der Nobel-Friedens-Preis dem US-Präsidenten verliehen werden, für die Kriege, die er nicht geführt hat oder für die Kriege, die er gerade führt und hoffentlich zum Frieden führen kann.

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Entsprechung für die Hoffnung wird der Literatur-Nobelpreis verteilt. Heute wurde Patrick Modiano als Preisträger des Jahres 2014 bekanntgegeben.

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Bis zur endgültigen Abstimmung über einen Preisträger liegt die Hauptarbeit beim Nobelkomitee mit fünf Mitgliedern. Es wird für drei Jahre gewählt. Zurzeit gehören dazu: Per Wästberg (80) als Vorsitzender, die Schriftsteller Horace Engdahl (65), Kjell Espmark (84), Katarina Frostenson (61) und Kristina Lugn (65). Über die Beratungen für den Nobelpreis muss 50 Jahre Stillschweigen bewahrt werden.

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Die Auswahl der Kandidaten verläuft schrittweise. Zuerst lädt das Nobelkomitee 600 bis 700 Personen oder Organisationen per Brief dazu ein, geeignete Literaten für das kommende Jahr vorzuschlagen. Empfehlungen können aber auch ehemalige Preisträger, Sprach- und Literaturwissenschaftler, wissenschaftliche Einrichtungen und Autorenorganisationen abgeben. Niemand darf sich selbst benennen.

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Spätestens bis zum 31. Januar müssen die Vorschläge in Stockholm vorliegen. Für 2014 gab es nach Angaben der Organisatoren 210 gültige Vorschläge. Das Nobelkomitee erstellt Namenslisten, die in der Akademie schließlich auf fünf Kandidaten reduziert werden.

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Jedes Akademie-Mitglied – darunter schwedische Schriftsteller, Linguisten, Historiker und andere – beschäftigt sich dann mit dem Werk der Nominierten und erstellt Berichte.

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Der Französische Autor mit dem französischen Vornamen Patrick – sehr witzig Patrique – wird als jüdischer Berichterstatter über die europäische Judenverfolgung gepriesen: Patrick Modiano erhält den Preis für seine besondere Erinnerungskunst.

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Modiano hat angeblich 25 Romane veröffentlicht, die in Deutschland bei Hanser und bei Suhrkamp vermarktet werden. Es lässt aufhören, dass in einem Fall der bedeutende europäische Dichter und Denker Peter Handke Modiano als Übersetzer gedient hat.

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Die sozialdemokratische Kulturindustrie, die die Nobelpreis-Politik führt, scheint keine Preisträger zu finden, die Weltgeltung haben. Dass Modiano in Russland, noch in China oder Brasilien, nicht in USA oder in Argentinien, in Deutschland oder in Südafrika, in Italien oder in Norwegen als Dichter oder Denker wirkt und durch seine Werke herausragt, kann man wirklich nicht behaupten.

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Der Denker einer Moderne der Erinnerung, der das Thema „Erinnern und Vergessen“ nicht begriffen hat, fummelt noch in den psycho-analytisch vulgärmaterialistischen Desorientierungen herum, statt die neue Sinnlichkeit der IT-Revolution, der neuen Echtzeitweltmenschen zu denken und zu schreiben.

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Ich rufe den jüdischen Historiker Gershom Gorenberg in Erinnerung – das hieße erinnern.

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Alfred Neven-Dumont, deutscher Verleger

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Dietmar Moews meint: Die jüdische Erinnerung, die sich auf die Eltern und Großeltern bezieht, aber gegenüber den Kindermassakern in 51 Tagen Gaza 2014 taub gestellt ist, kann keinesfalls weltweite Beachtung beanspruchen.

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Wie wäre es mit Jorge Semprún posthum? Oder mit Hans Keilson posthum?

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Der 69-jährige Patrick Modiano kann sich über den überraschenden Zuschuss freuen – es ist ihm gegönnt.

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Das Problem der Kulturindustrie, markttaugliche Hochliteratur den heutigen Literaturbenutzern schmackhaft zu machen, ist hier mal wieder gründlich gescheitert. Zugegeben, man kann den jugendkulturellen Mode- und Twitter-Literaten des heutigen „Avantgarde-Zeitgeistes“ zu wenig Verlagsrechtliches abgewinnen – aber wieso nicht Heribert Schwan und Helmut Kohl?

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Lichtgeschwindigkeit 108

Dezember 14, 2009

Lichtgeschwindigkeit 108 PIRAT KEILSON

die ungeschnittene Podcast-Piraten-Presseschau –

am Sonntag, 13. Dezember 2009, von Dr. Dietmar Moews,

Piratenpartei Deutschland, im Globus mit Vorgarten,

Berlin-Pankow Niederschönhausen;

dazu NEUE SINNLICHKEIT 34 Blätter, wohin die Sprache

nicht reicht, aber das Verständnis der inneren und äußeren

Disziplin, Dresden 1998, NEUE SINNLICHKEIT 35 Blätter

für Nützliches, Lustvolles und Schickliches, Dresden 1999;

ferner BERLINER ZEITUNG und Frankfurter Allgemeine Zeitung

vom 12. Dezember 2009, BILD Berlin/Brandenburg nebst bild.de,

DLF, heise.de, piratenpartei.de,

Drei Piratenthemen hier: Ernennung von Hans Keilson (geboren 1909)

zum Ehrenpirat. Neven-Dumont fordert Staatsgeld für Zeitungen. Amira Hass:

Israelische Siedlerlügen, Gastkommentar; Unterschriften für die

Wahlzulassung der Piratenpartei.

FRANKFURTER ALLGEMIENE ZEITUNG vom 12. Dezember 2009

würdigt Hans Keilson zum 100sten Geburtstag mit einem Beitrag

von Heinrich Detering: Ein verborgener Erzähler: Der Schriftsteller

und Psychoanalytiker feiert seinen Hundertsten.

NEUE SINNLICHKEIT 34, 1998, Seite 10-20: Hans Keilson schreibt

in „Wohin die Sprache nicht reicht: … Es könnte sein, dass hinsichtlich

meiner Ausführungen in Anlehnung an Wittgenstein der Eindruck

entstehen könnte, dass man darüber, worüber man nicht reden kann,

schweigen sollte. Ich teile diese Meinung nicht. Man sollte es immer

wieder aufs neue versuchen.“

NEUE SINNLICHKEIT 35, 1999, Seite 3: Tod des Widersachers:

Wir sind nicht geboren für Freundschaften … Gnoti se auton – erkenne

dich selbst, lautete das erzieherische Prinzip der Antike. Diese

Formulierung genügt nicht mehr. Erkenne Dich im anderen, den du

als Feind, als Widersacher vernichten willst.

BERLINER ZEITUNG, 12./13. Dezmebr 2009, Seite 4, bringt den

Gastkommentar von Amira Hass, Israelin, Haaretz-Autorin, übersetzt

von Marita Tkalec): Israelische Siedlerlügen: Immer wieder haben

diese Woche israelische Siedler im Westjordanland Widerstand

geleistet, wenn staatliche Inspektoren auftauchten, um das von

Premier Netanjahu verhängte Baumoratorium durchzusetzen …

Hatten ihnen nicht der Staat und seine Institutionen beigebracht,

dass der Siedler ein über allen stehendes Wesen ist? Ja. Der Siedler,

das sind in Wahrheit wir, alle Israelis. … Es gibt einen Elitestaat für

Juden und eine Kellerecke für Palästinenser – eingeklemmt,

abgeschnitten, abgewürgt. Die Unterscheidung zwischen dem

Staat Israel und den Siedlern ist künstlich, ebenso wie zwischen

dem Staat Israel und den Siedlern ist künstlich, ebenso wie zwischen

den Guten und Bösen … Wäre die israelische Regierung tatsächlich

daran interessiert, den Golem zu zügeln, den sie vor Zeiten selber

schuf, hätte sie nicht die Oslo-Abkommen zum beschleunigten

Siedlungsbau missbraucht und Israelis mit Privilegien für die

Siedlungen geködert. Der frühere Premier Yitzak Rabin hätte die

Siedlerr aus Hebron und Kirjat Arba nach dem von Baruch Goldstein

verübten Massaker entfernen lassen. Seine Reigierung und die

folgenden hätten Bethlehem nicht mit Straßen und Siedlungen

stranguliert. Sie hätten die Öffentlichkeit vorbereitet auf ein

gerechtes Verfahren zur Rückführung der Siedler und hätten

sich dafür entschuldigt, sie für ihre Zwecke geködert zu haben.

1993 haben wir Israelis die Chance verpasst, uns als ein

einheitliches Gebilde zu entwickeln – ohne territoriale Expansion

auf Kosten anderer, die zu schmerzlichen Zugeständnissen

bereit waren, um Unabhängigkeit und Frieden zu gewinnen.

Wir haben die Chance verpasst, uns von der Last der unrechtmäßigen

Landnahmen zu befreien. Aber im Schatten der diplomatischen

Verhandlungen entschied sich israel für den beschleunigten

Siedlungsbau im Westjordanland einschließlich Ostjerusalems

und dafür, palästinensische Bewohner aus ihren Häusern zu

werfen. So hat man uns alle zu Siedlern gemacht

Übersetzung Maritta Tkalec).

Produktion, Performance, Autor, Direktion: Dr. Dietmar Moews;

Aufnahmetechnik und Admin: Piratencrew Berlin;

Musik: FRANZ LISZT Rigoletto Paraphrase de Concert;

es spielte Jean-Yves Thibaudet


Lichtgeschwindigkeit 108

Dezember 14, 2009