Günter Kunert der besondere Schriftsteller wurde 90

März 6, 2019

Lichtgeschwindigkeit 8994

am Donnerstag, den 7. März 2019

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Günter Kunert wurde am 6. März 1929 in der Berliner Chausseestraße 29 geboren.

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Er hat nun sein neunzigstes Lebensjahr vollendet.

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GÜNTER KUNERT ist ein begabter Dichter, ein Sprachkünstler mit großer sprachlicher und malerischer Begabung – was mal am Anfang der DDR personalpolitisch möglich war, drückt sich in den Machenschaften und Schachzügen von JOHANNES R. BECHER aus. Becher, der spätere DDR-Kulturminister, förderte Kunert.

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„Nach dem Besuch der Volksschule war es Günter Kunert auf Grund der nationalsozialistischen Rassengesetzen (seine Mutter war Jüdin) nicht möglich, eine höhere Schule zu besuchen. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges studierte er in Ost-Berlin fünf Semester Grafik, brach sein Studium dann jedoch ab. 1948 trat er der SED bei. Er lernte Bertold Brecht und Johannes R. Becher kennen….“ (Wikipedia)

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Während Kunert im Rückblick schlicht von einer „staatlich verpfuschten Kindheit“ sprach.

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1950 erscheint sein Erstling – „Wegschilder und Mauerinschriften“. Kunert hat in seinen Erinnerungen „Erwachsenenspiele“ berichtet, wie er zum Schreiben gekommen ist:

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„Kurze Zeilen setze ich untereinander. Dem optischen Eindruck nach sähe so etwa ein Gedicht aus. Ist das ein Gedicht? Bald fiel Kunert bei der SED unter Verdacht intellektueller Dissidenz. Kunert hatte mit aphoristisch zugespitzten Gedichten begonnen. Etwa zur gleichen Zeit wie Erich Fried publizierte er „Warngedichte“. Er warnte vor einer Verdunklung der Vernunft, an die er auch dann noch glauben wollte, als er zunehmend Schwierigkeiten mit den Genossen bekam:

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„Melde, Mensch, immer melde. Ein Volk von verhinderten und nicht verhinderten Polizisten, das sind wir und sind wir schon immer gewesen. Heil uns.“

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Sarkastischer und selbstironisierender Ton, der noch die Klage über die rasante Beschleunigung der Lebenszyklen, rückt ihn in eine Nachfolge Heinrich Heines. Über hundert hochinteressante meisterliche Essays und Novellen, auch Reise- und Gedichtbände – Wolfgang Scheller im Kölner Stadt-Anzeige nennt Kunert Zeitdiagnostiker und antiutopistischer Kulturkritiker“.

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Nach dem Biermann-Rausschmiss 1976 war auch für Kunert kein Platz mehr in der DDR. 1979 verabschiedete er sich sang- und klanglos und siedelte in die Bundesrepublik über, nach Schleswig-Holstein, ganz in die Provinz.

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In einem seiner jüngsten Bücher, „Ohne Umkehr“, fragt er sich selbst: „Warum schreiben Sie das alles, Herr Kunert? Auf Sie hört doch keiner.“ Antwort: Es gilt, das Denken in Bewegung zu halten, geistigen Stillstand zu vermeiden, um in der Auseinandersetzung mit der unsichtbaren Allgemeinheit, von der man nur die erste Silbe tilgen muss, ihren wahren Charakter zu entdecken.“

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Kunert bezeichnet sich selbst als ein Melancholiker. Melancholiker sind zugleich auch wahnsinnig heitere Menschen. Das ist so. Trauerklöße sind auch heiter, lustig und clownesk, das gehört zusammen.

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Der Kölner Stadt-Anzeiger, S. 20 gratulierte am 6. März 2019 mit Wolf Scheller:

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„Heiterer Melancholiker. Der Schriftsteller Günter Kunert wird an diesem Mittwoch 90 Jahre alt – Moralist und Aufklärer“

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DIE WeLT, S. 28 gratulierte am 2. März 2019 mit Tilmann Krause:

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„“Ich bin ein entheimateter Mensch“. Er entkam den Nazis und floh aus der DDR. Günter Kunert, der große Unsentimentale der deutschen Nachkriegsliteratur, wird neunzig. Ein Besuch“.

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Süddeutsche Zeitung S. 12 gratulierte am 6. März 2019 mit Helmut Böttiger:

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„Die Stasi kennt Montaigne nicht. Günter Kunert neunzig – erst jetzt erscheint sein in den Siebzigerjahren geschriebener satirischer DDR-Roman „Die zweite Frau“ „

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Frankfurter Allgemeine Zeitung S. 10 gratulierte am 6. März 2019 mit Kurt Drawert:

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„Lob dem Aufklärer. Dieser Schriftsteller ist sein eigenes Projekt, als großer Dichter und unbestechlicher Zeitdiagnostiker: Zum neunzigsten Geburtstag von Günter Kunert.

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Dietmar Moews meint: Ich schätze alles, was ich von Günter Kunert gesehen habe. Er ist ein äußerst sensibler und treffsicherer Zeichner und Maler. Seine Worte bringen auskomponierte Aussagen, die einem hochstehenden heutigen Menschsein gerecht werden. Da gibt es auch zu lernen.

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Kunert ist einer der bedeutendsten heutigen deutschen Dichter. Seine Werke sind fein und ganz fein moralisch – genau, was heute immer weiter wegbeschleunigt wird. Ich kann mir kein Gespräch mit Kunert vorstellen, in dem er nicht verstünde (so lange ein menschlicher Kern darin ist).

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Beste Gesundheit und „spielt dann mit den Scherben“ – so wünsche ich Günter Kunert anlässlich seines neunzigsten Jahrestages, weiter aufzusteigen.

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P.S. Welch ein Skandal, dass der deutsche Staat Millionen für die Vogelscheuche der Verpitbullung unserer Tage – BRECHT – ausgibt, anstatt die herausragende Qualität des Künstlers Günter Kunert zu verwenden. Zwischen Chausseestraße 29 und 125 liegen doch nur wenige Meter.

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F. W. Bernstein 1938 – 2018 Kurznachruf

Dezember 21, 2018

Lichtgeschwindigkeit 8780

am Samstag, 22. Dezember 2018

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F. W. Bernstein, getauft als Fritz Weigle, wurde am 4. März 1938 in Göppingen geboren und ist jetzt 80-jährig, am 20. Dezember 2018 in Berlin gestorben.

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Bernstein war ein deutscher Lyriker, Grafiker, Karikaturist und Satiriker.

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F.W. Bernstein lebte zusammen mit seiner Frau Sabine Weigle in Berlin. Er hat zwei Kinder.

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Er besuchte das Gymnasium in Göppingen. Schon damals nannten ihn Mitschüler „Bernstein“. Nach dem Abitur 1957 studierte er an der Stuttgarter Kunstakademie. Dort lernte er Robert Gernhardt kennen. 1958 wechselten beide an die Hochschule der Künste Berlin. 1960 kehrte er nach Stuttgart zurück, wo er im Frühjahr 1961 die Kunsterzieherprüfung ablegte. Im Winter 1961 nahm er in Berlin das Grafik-Studium wieder auf, wobei er gleichzeitig an der Freien Universität Berlin Germanistik studierte. 1964 legte er die Prüfung im Beifach Deutsch ab.

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Weigle begann 1966 als Referendar in Frankfurt-Sachsenhausen an der Freiherr-vom-Stein-Schule. 1968 wurde er Assessor in Bad Homburg vor der Höhe. In den Jahren 1970 bis 1972 unterrichtete er am Georg-Büchner-Gymnasium in Bad Vilbel. 1972 wurde er als Kunsterzieher an der Pädagogischen Hochschule in Göttingen angestellt. Von 1984 bis zu seiner Emeritierung 1999 war er Professor für Karikatur und Bildgeschichte in Deutschland an der Hochschule der Künste Berlin.

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Im April 1964 trat Weigle in die Redaktion der satirischen Monatszeitschrift „Pardon“ ein. Wenig später wurde – zusammen mit Robert Gernhardt und F. K. Waechter – die Pardon-Beilage Welt im Spiegel (WimS), die unabhängige Zeitung für eine sauberere Welt, aus der Taufe gehoben und bis 1975 fortgeführt.

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F. W. Bernstein begründete zusammen mit Robert Gernhardt, Eckhard Henscheid, F. K. Waechter, Chlodwig Poth, Bernd Eilert, Peter Knorr und Hans Traxler die Neue Frankfurter Schule, deren Publikationsorgan ab 1979 das Satiremagazin „Titanic“ wurde.

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Bernstein lebte und arbeitete in Berlin-Steglitz.

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Von der Unermeßlichkeit des Schönen

April 15, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4305

am 15. April 2014

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VI,6

Die Sehnsucht im Schönen, soweit es menschlichem Wirken entstammt, ist die Hoffnung auf zeitloses Geltendbleiben der erschaffenen Sinnbefunde im Geiste trostspendender Güte.

Mit dem Vermögen schöner Schöpfungen, in der Innenwelt des Menschen Andachten zu wecken, gehören entsprechende Edelgefüge der Künste zu den Weihgaben oberster Ordnung.

Ihr Inhalt ist das Heilsame der Zuversicht aus dem Guten.

…“

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Zitiert nach: Otto Nebel, Von der Unermeßlichkeit des Schönen (1961-63) in Frühwerke, Schriften zur Sprache und zur Kunst – Das dichterische Werk Band 3 in Frühe Texte der Moderne, herausgegeben von René Radrizzani der edition text+kritik herausgegeben von Jörg Drews, Hartmut Geerken und Klaus Ramm, München 1979