Köllsche Straßenkarneval genial: Glorioses Wetter – Kein Bombenterror

Februar 16, 2015

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vom Montag, 16. Februar 2015

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Peter Brings, Sänger der Kölner Musikkapelle „Brings“ kommentierte den rheinischen Rosenmontag-Straßenkarneval von Köln:

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Wetter genial … der läve Jott issene Köllsche

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Der Zusammenhalt ist ein scheues Reh.

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Keiner braucht die IT-Revolution vom WDR, der den TV-Zuschauern versucht, weiss zu machen, dass TWITTER und TWEEDS im Rosenmontagsumzug irgendwas mehr als bescheuert wäre: Wer’s nicht kapiert, stelle sich vor, wenn statt Kamelle und Strüss’che Handies geschmissen würden.

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Jede Gemeinschaft zerfällt sehr leicht im Alltagskampf – man sollte die Gelegenheiten dankbar annehmen, zusammen zu feiern: Singen, Tanzen, Kostümieren, Durchhalten.

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Zusammenhaltsarbeit“, auf Tradition gestellt, ist eine wirkungsvolle Kollektivpraxis, ganz ähnlich Angst und Schrecken, Bombenterror und Alarmsirenen. Beim Kölner Rosenmontagszug war wenig Polizei zu sehen.

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Störenden Gedanken oder Verpflichtungen werden gar nicht gefragt.

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Das Rheinische und das Katholische hat mit der Karnevalstradition eine Zusammenhalts- und Entlastungskultur für sich – und wer damit nicht genug hat, kann über das gesamte Jahr die katholischen Kirchen besuchen, wo Kostümträger stets zu Entlastungsdiensten mit Musik bereit sind.

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Der überschwängliche Aufwand, als Zeichen von Begeisterung, Reichtum und Liebe, gibt dem lockeren Lärm und der Sauferei das Etikett KULTUR.

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Die Kölner haben dazu die einmalige, nahezu unerschöpfliche Musikquelle an sich – ob nah, ob fern, Das geht jedem zu Herzen. Nirgends in Deutschland findet man so viele frohe Ausländer.

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Terror und Religion“ stellt ein Düsseldorfer Motivwagen heraus und verfängt sich damit in Sokrates‘ „Ich weiss, dass ich nichts weiss“.

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Terror hat mit Terrorisierten und Terroristen zu tun – ja, toll.

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Und der Motivwagen „Bombenterror-Irak“ (Düsseldorf hat die besseren Bildhauer und die kostspieligsten Wagenbauten).

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Dietmar Moews meint: Wer erleben möchte, was Inklusion, Integration, Inspiration, Initiation, Investition … bedeuten, kann es im rheinischen Straßenkarneval haben, statt mit dem FC Bayern Katar zum Geldmachen nach Donezk zu reisen.

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Nubbelverbrennung Mainzer Straße – usjespingkst social jeck

März 5, 2014

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am 5. März 2014

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Kölner Südstadt Mainzer Straße – Fackelzug der Nubbelverbrennung am 4. März 2014

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Die Karnevalszeit 2013/14, genannt Session, in Köln war herausragend in manchem Belang – das Motto „Mer spingkse opde Zokunf“ war leider eine beckenbauerische „Schaunmer mal“-Plattheit.

Das neue Motto lautet: „Social jeck – kunterbunt vernetzt“ wird hier als Kernsatz der Neuen Sinnlichkeit zur IT-Revolution ausdrücklich begrüßt und gelobt.

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Das kölner Dreigestirn zeigte herausragende erhebliche Inspiration, Tanzfreude und Leuchtkraft.

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Die Stunksitzung war Sternstunde, sowohl der Konzeption wie der Akteure und ihrer beeindruckend virtuosen Professionalität nach. Sehr stark die Band „Köbes Underground“ und ihr „Frontmann“ Ecki Pieper, ein Spitzen-Marathon-Musikant mit tollen Gaben – waches Publikum während der Fernsehaufzeichnung.

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Die überaus kräftige Freundschaft im Kölner Straßenkarneval hatte heimatbildenden Charakter und färbte alle Kölner und Immis und deren Sangesfreudigkeit. Die letzten Tage des kölschen Fastenobens waren totaler Einsatz und Genuss. Dem tonal geübten Ohr kreisen nun die „Ohrwürmer“.

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Sehr bedeutend waren die Mainzer Prunk- und Motivwagen, „Große Koalition mit Edathy, dem NSA-Star“, „Alice Schwarzer als Frauenquote zu Uli Hoeneß-Steuer-Kriminalität“, „Putin und unsere weltpolitische Einäugigkeit“, die düsseldorfer Wagenbauer hielten sich tapfer, die kölschen Wagen verteidigten wiedermal Platz Drei.

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Die Fernsehsitzungen aus Köln und Mainz waren herausragende Events, weil das Publikum kraftvoll dabei war, das düsseldorfer Sitzungspublikum während der Fernsehaufzeichnungen war zweitklassig.

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Die Büttenreden waren thematisch verpennt. Keiner wagte und vermochte es, die IT-Revolution in der epochalen Härte anzusprechen, das: Wir leben in einer Fortschrittszeit einer herrschenden Klasse des internationalen Finanzwirtschaftswesens – aber die herrschende Klasse wird inzwischen selbst von der Robotik und den Algorithmen beherrscht. Die Karnevalisten haben es auch noch nicht gemerkt.

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Stets waren die Live-Musikanten in den diversen Fernsehübertragungen aus Köln, Mainz, Düsseldorf, Aachen und anderen, hervorragend. Kleinere Karneval-Szenerien wurden unterschlagen: ob Beckum oder Aachen -das ist doch wertvoll und wichtig!

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Hervorgehoben gehören die Köbes-Band der kölschen Stunksitzung und sehr brillant die WDR-Orchester-Formationen, begeisternd die jungen Bands „Kasalla“ und „Cat Ballou“.

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Nicht so erfreulich waren die Karaoke-Playback-Auftritte diverser Alt-Kapellen, „Die Höhner“, „Die Räuber“, Bläck Fööss“, „Paveier“ und „Brings“. Wer diese Bands zu ihren großen Zeiten erleben durfte, verzichtet nun ungern auf die Ausstrahlungskluft der Kölner Karnevalsbands mit Live-Musik, deren Fernseh-Auftritte im Playback affig und unerfreulich sind.

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Der Karneval-Party-Service in WDR-Diensten, mit Gisbert Baltes als Veranstaltungsmoderator wie als Rosenmontags-Kommentator, war für die ARD mit Abstand der Passendste.

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Während gleichzeitig die WDR III-Kommentatoren zu Köln, zu Mainz und zu Düsseldorf, nicht die notwendige Sensibilität bzw. den Erdgeruch ausströmen konnten. Hier besteht ein echtes Nachwuchsproblem beim Fernsehen bzw. wer Manni Breuckmann in Düsseldorf oder Gisbert Baltes in Köln kennt, will nicht weniger. Denn schlechte Kommentare können auch stören.

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WDR/ARD-Bildführung und Schnitttaktik bei den Rosenmontag-Umzügen ist katastrophal: Unmöglich, den Zug zu betrachten. In unsinniger Nutzung der übertriebenen Kamerazahl und -Positionen, subjektive Mobilkameras und Schwenkkräne. Der Fernsehzuschauer musste permanent Close Ups erleiden und Schnitte, die ohne Anschlüsse in hoher Schnittfrequenz gesendet wurden. Es wurde unmöglich überhaupt noch zu verstehen, Was und wo die übertragenen Bild-Details, die Beine, die Köpfe, die Szenen, sich wirklich im vorbeigehenden Zug befanden.

Der Schwachsinn der Fußball-Fernsehregisseure triumphiert in der TV-Hölle: Ball an Füßen und aufgerissene Zuschauer-Mäuler, Schnittverwirrung und Taktbeschleunigung. Es schreit nach einer Totalen – einer Alles gesamt reportierenden Kameraposition. Was trainieren die Fußballer der Spitzenklasse an Systemverhalten? dass man nur noch Bälle an Füßen gezeigt bekommt? Arme Fußball-Dummheit beim Fernsehen. Nicht verwunderlich, wenn demnächst über Quoten gesteuerte Algorithmen nur noch zeigen, wo gerade die Majorität der Nichtfußballer gerade hinschaut.

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Ebenso ging verloren, in welcher Reihenfolge der Zug und die Musikkapellen durch die Stadt zogen. Selbst mit der Chlodwig-Torburg im Hintergrund, im Südstadt-Veedel, wo der Kölner Zug startet, gelang es den Schnittidioten von der ARD, Alles durcheinander zu bringen. Damit wurde der analoge Rosenmontagumzug ein virtuell strukturloses Durcheinander.

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Die live gespielten Umzugsmusiken gingen dabei im Schnittsalat des WDR völlig unter.

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Und – wer war schuld daran? Der Nubbel. Als der Nubbel tot war, war Fastenoben zuende. Der Nubbel wurde in großen Ehren, Fackelzug, Trommelschlag mit Gesang, Weinen und Schimpfen verbrannt – genau so beobachtet von Dietmar Moews im Kölner Karneval 2014.