Der Mörder ist immer der Mensch

März 27, 2019

Lichtgeschwindigkeit 9068

am Donnerstag, den 28. März 2019

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Ich halte stets viel davon wahrzunehmen, was Andere meinen und wie sie argumentieren. Hinsichtlich der deutschen Medienlage und der Weltlage benutze ich deshalb täglich die Schweizer Vollzeitung „Neue Zürcher Zeitung“ wie auch die Ostberliner „neue deutschland“, wo eine andere Auswahl der Agenturen-Bezüge gebracht werden, die die Blätter und Redaktionen der „westdeutschen“ Kulturindustrie nicht ausgewählt bringen.

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„Der Mörder ist immer der Mensch“, titelte die NZZ.

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Es ist nicht verboten, diese Formulierung als Scherz oder Apercu oder Tautologie aufzufassen – während doch vielmehr zu erkennen ist, was die NZZ-Redaktion mit dieser Formulierung meint oder meinen könnte.

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Weder eine fleischfressende Pflanze, die eine Mücke verspeist oder ein Leopard, der eine Giraffe killt, wird als „Mörder“ bezeichnet werden, weil da die Natur die Natur frisst, während bei MORD eine Triebdisziplinierung einer Naturmöglichkeit durch Moralkultur der Menschheit den Begriff MORD gegenüber TÖTEN bedeutungsmäßig abgrenzt.

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NZZ titelt am 23. März 2019 mit Peter Rásonyi:

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„Der Mörder ist immer der Mensch – Die grossen Internetkonzerne stehen am Pranger, weil die schockierende Mordtat von Christchurch live übertragen worden war. Noch viel bedenklicher ist, dass das Terrorvideo von Nutzern millionenfach verbreitet wurde. Das Böse steckt im Menschen, nicht in der Technik. Dort muss sie bekämpft werden.“

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Dietmar Moews meint: Ich finde diese Bewertung der NZZ und des Autors Peter Rásonyi unzutreffend, unüberlegt und irreführend.

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Ich meine, dass der millionenfach verbreitete Video-Link vom Christchurch-Massaker, also was man „Teilen“ nennt, keineswegs des Bösen oder bösen Menschen entspringt, sondern es ist eine sozialpsychologische Reaktion der unbedarften Nutzer auf den bösen Mörder und seine böse Video-Übermittlung. Der Mörder von Christchurch hatte 17 Minuten lang mit Helmkamera seine Mordattacke über seinen Facebook-Account weltweit gestreamt. Das haben angeblich etwa 4000 Nutzer life angeschaut. Das Video wurde dann aber auch kopiert und weiter unter anderen Adressen insgesamt etwa 300.000-fach hochgeladen und publiziert – während Facebook mit Löschungen nicht nach kam.

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Es trägt nicht die Färbung durch die Teiler, das Böse noch zu verstärkent eine. Auch das tausendfache Kopieren und Mitschneiden von einzelnen Nutzern sollte nicht als „das Böse“, sondern als „das Schwache“ verstanden werden. Wo die NZZ moralisches Fehlverhalten sieht, „Gleichgültigkeit, Sensationsgier, Stumpfsinn oder Gewinnstreben“ … bietet (die Technik) dafür lediglich die Bühne.

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Der NULLSATZ: Der Mörder ist immer der Mensch“ – kann als reißerische Überschrift stehen; denn es wird an den gedanklichen Ausführungen dann klar, ob überhaupt von Mord und Mörder oder von Menschen und dem Menschenmöglichen gehandelt wird.

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Hier wird aber konkret behauptet:

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Das Böse entstünde aus Bösheit von Menschen. Das Böse sei die Echtzeitbereitstellung eines Live-Video-Streams des Mörders, während der Morde.

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Wird der böse Mörder durch seine Morde und durch die bösartige Live-Stream-Bereitstellung erkennbar, so ist „dieser Mörder dieser Mensch“, nicht „immer der Mensch“. Denn hier hebt der NZZ-Autor ja nicht den Mörder von Christchurch erneut hervor, auch nicht dessen „böse“ Video-Bereitstellung, sondern die Nutzer, die ihr Mordvideo-Erlebnis weiterteilen, mitteilen, was da an Bösem im Internetz erscheint, sich als Nutzer mitzuteilen.

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Es ist ähnlich den angeblich „Schaulustigen“, die bei einem schweren Autobahnunfall einen Stau verursachen, weil sie gaffen und das Unglück anstarren und dabei auch noch die Unfallrettung und die Sofortmaßnahmen am Unfallort wesentlich behindern.

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Und dann wird gesagt: Diese Schaulustigen sind schaulustig, Verletzte und Tote sehen zu wollen, um sich daran zu erfreuen, ergötzen, delektieren, eigenen niederen Motiven folgend und ohne Mitgefühl das Unglück anderer genießen.

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Genau so wird es oft gesagt – aber genau so ist es nicht.

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Wer im Fluss der gleichförmigen Autobahnfahrt seine permanente hohe Aufmerksamkeit auf fehlerfreies Fahren ausrichtet und plötzlich vor sich eine wüste Unfallstelle wahrnimmt, die noch ganz akut ist, gerade passiert, denkt an Gefahr, an Hilfe, an Sicherheit, an Schreck im eigenen Nervensystem, hier unmittelbar gerade individuell an einem solchen Unglück vorbei gekommen zu sein: Es kann jederzeit passieren.

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Diese schockartige WAHRNEHMUNG eigener beinahe-Betroffenheit wird spontan situativ gefesselt. Faszination ist keine moralische Kategorie von GUT oder BÖSE. Wer am Unfallort „unvernünftig“ ist und die Rettungsarbeit verhindert, stört oder vermeidbar erschwert, befindet sich für Sekunden in einer FASZINATION – der Autofahrer hält an und staunt und staut, er bannt seinen eigenen Schreck, sein unfassbares Glück, um Sekunden oder Minuten selbst nicht hineingeraten zu sein – vielleicht nur unverdientes Glück gehabt.

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Nicht anders ist das bei Nutzern einer Mord-Video-Bereitstellung von Christchurch, Neuseeland. Millionenfach, heißt es, das bedeutet, die meisten „Teiler“ schauen einen ihnen übermittelten Link des Mördervideos an und was können sie dann machen?

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Noch einmal anschauen und dann nocheinmal usw. –

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Die ästhetisch-entschärfende Verminderung zwischen Horror-Film und REAL-Life-Video ist beim Anschauen nicht moralisch einzuordnen bzw. das Reallife-Video von Christchurch ist aufnahmetechnisch keinesfalls so gut und „sendefähig“ wie es eine perfekte Hollywood-Produktion wäre. Doch wer begreift, dass hier eine Amateur-Konserve von einem Echtzeitstream aufrufbar ist, die ungeschnitten vom Mörder selbst in die Internetzwelt gestartet worden war, kann mit Schreck einer belastenden Faszination entlasten, in dem er oder sie weiter teilt.

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Wer es sieht und begreift, was da erscheint, hat eine ähnliche Faszination wie der „stauverursachende Schaulustige“ beim Autobahnunfall – er sieht das, hat dann aber keine eigenmächtige Abwehr oder Erleichterungsmöglichkeit, das Gesehene ungeschehen oder ungesehen zu machen – FOLGE: ein Link wird verschickt. Der Teiler teilt weiter und verbreitet die akzidentielle Last ins Off des Internetz‘.

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Und dafür ist die Bewertung des NZZ-Autors Peter Rásonyi: Diese Teiler, diese Nutzer von geteilten Links, diese millionenfache Vervielfältigung des Real-Life-Streams des Mörders von Christchurch, seien selbst böse.

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Selbst, wenn dieses Verlinken des Mordvideos als moralisch „böse“ empfunden werden kann, ist die Unterstellung, „millionenfach böse Menschen“, sicher falsch. Wer das Video mitgeteilt bekam und es weiter an weitere Adressen verteilt, tut das nicht, um das Böse in die Welt zu senden und damit zu vergrößern.

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Es dürfen hier nicht Maßstäbe des Verhaltens angelegt werden, die kluge und kultivierte Menschen von animalisch-tumbem Mob unterscheiden:

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Der Mob ist zunächst mobhaft, aber nicht böse. Der Mob interagiert mit seiner Umwelt in solchen Praktiken, die ihm zur Verfügung stehen proaktiv zu handeln. Der Mob sublimiert nicht, hat nicht tatenlose Erstarrung wo Gewohnheitsaktivität möglich ist.

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Was soll also diese Fehlführung durch den NZZ-Autor, einer durchaus relevanten Reflektion über unzensierte Internetz-Echtzeit-Inhalte, wo dezentrale Nutzer und Communities durch Bereitstellung und Links initiiert werden, zu tun, was sie gewohnt sind.

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Ich empfehle hierzu GIORDANO BRUNO „Über die Kunst des Fesselns“. Da wird leicht erkennbar, wie weit Faszination wirklich Faszination und unwiderstehlich ist und wie weit hier mit moralischen Postulaten eine begleitende Selbststeuerung erwartet werden kann, wenn der Internetz-Massen-Nutzer online ist. Der ist nicht im Netz, um das eigene Böse zu vervielfältigen.

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P. S. Und das Böse steckt in der Technik – anders als der NZZ-Autor projiziert: Denn gegen die Faszination und die Beschwörungsstimmungen der Menschen im Entsetzen der eigenen Betroffenheit vor dem Tod und dem Unglück kann natürlich jeder Bettnässer moralisieren – aber gar nichts ändern.

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Doch wenn eine neue Technik, wie die dezentrale Echtzeit-Aktion per Lichtgeschwindigkeit weltweit in alle Internetzzugänge, diese hier geschehene Transformation des Schreckens in einen Internetz-Schrecken, basiert allein auf der Verfügbarkeit von TECHNIK; die IT ermöglicht die Aktivitätsreichweiten für eine weltweite Teilnehmerzahl.

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SHAKESPEARE zum TAG des BIERS

April 23, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4327

am 23. April 2014

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Erinnern und Vergessen – dafür pflegt unsere Kulturgesellschaft die Qualitäten, die es sich lohnt zu lieben und zu nutzen. Tradition besteht aus Organisation, aus Inhalt und aus dem lebendigen Gebrauch der Traditionsgüter.

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Tag des Bieres

In Deutschland ist heute Bier-Tag. Die Bierbrauer-Lobby beruft den TAG des BIERES, weil die in Deutschland gepflegte Brauereikunst seit beinahe 500 Jahren betrieben wird.

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Dazu ZWEIERLEI:

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Bier trinken viele Menschen gerne. Biergenuss dient als soziale Praxis für heterogenes Beisammensein, als gesellschaftlicher Kitt und Konvention. Selbst wenn der Biertrinker alleine trinkt, stellt er sich seine eigene Biertrinkgewohnheit in sozial geprägter Weise vorman. Damit ist Bier ein Gegenstand der Kultur in Deutschland.

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Bier und Brauereigeschäft ist auch ein deutsches Wirtschaftsgut. Bier wird sogar nach China verkauft. Der europäische Handel mit Biermarken entwickelt sich für den Laien unübersichtlich – woher kommt Fanziskaner? woher Paulaner? – Andechser kommt jedenfalls aus Kloster Andechs und schmeckt nach der Wanderung auf den Hügel immer wunderbar.

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In Deutschland sinken derzeit die Gesamtabsätze und getrunkenen Mengen. Gleichzeitig steigt die Zahl der Brauereien durch kleine Neugründungen, die sich auch Neuigkeiten für die kultivierte Kundschaft ausdenken und damit gut ankommen.

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Tag des Shakespeares

Auch beinahe 500 Jahre bereits wiederholt sich der Geburtstag eines William Shakespeares (geboren 1564) aus Stratford an der Themse. Über diesen Shakespeare weiß man äußerst wenig, weil bereits zu dessen Lebzeiten einflussreiche Menschen in London dafür sorgten, dass Shakespeares Name als Pseudonym für revolutionäre Literatur der Zeit, eingesetzt worden war. Woran Herr Shakespeare persönlich keinen wesentlichen Anteil hatte.

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Wir haben es also mit dem Begriff Shakespeare hauptsächlich mit Theaterliteratur zu tun, aber auch mit Gedichten und Historien.

Shakespearetheater ist Sprechtheater. Das heißt: Schauspieler treten kostümiert vor und im Publikum einzeln oder in Gruppen auf und sprechen laut und deutlich, überwiegend zum Publikum, teils miteinander in Dialogen oder in Monologen und Proklamationen.

Dazu hat besonders das Globe-Theater in London mehrere Bühnenebenen, Balkone und Ausrufplätze, sodass eine Dramaturgie durch die Textschnitte der verschiedenen Sprecherpositionen sehr dynamisch und lebendig entwickelt werden können. Die Schauspieler reden den sehr dichten enorm klugen Text – quasi abwechselnd, so dass die Handlung durch Erzählen entsteht – spielen, agieren, grimassieren, was sich Schauspieler gemeinhin unter Schauspielerei vorstellen, gehört gar nicht so sehr zum Shakespeare-Sprechtheater. Es muss hauptsächlich laut und deutlich gesprochen werden.

Allein durch Mauerschau oder durch überraschendes Erscheinen von Sprechern im Publikum ist jede Tragödie tragisch und erregend, jeder Klamauk lustig, bei den Königsdramen jeder König ein kleiner Prinz wie jedermann – Gott kommt göttlicher Weise dabei ziemlich schlecht weg.

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Im politisch-realen Rollenspiel der Zeit kommen die Grenzsituationen, die abweichenden Spielräume, die Improvisationslösungen und das alltägliche Versagen als Kulturspiele von Shakespeare an die Leute. Wobei Realität und Theater nie verwechselt werden, sondern die Wirkung der Transzendenz aus der Spannung zwischen dem allseits bekannten Alltagsleben und der inhaltlichen Zuspitzung im Shakespeare-Drama als Kunstwerk dann in die Begeisterung und sozio-kulturelle Initiation eingeht. Die Londoner damals haben Shakespearestücke wie die neueste Tagesschau aufgenommen.

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Im Globe-Theater, ein weiß getünchter Fachwerkrundbau mit schwarzem Gebälk und Strohbedeckung, direkt an der Themse in London gegenüber den Bankgebäuden, waren Bühne und Bühnenemporen überdacht, der gesamte Innenraum in Holznaturton, rundherum die mehrstöckigen Ränge mit Holzbänken, die Vorbühne und der Mittelraum, daher das Tageslicht, liegen unter freiem Himmel.

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Und dort wurden als Stehpublikum, die sich auch auf dem Erdboden hinlagerten die umsonsten Zuschauer hineingelassen. Wer das Geld für den Eintritt nicht hatte, konnte damals Shakespeare trotzdem miterleben. Diese Menschen waren besonders begeistert und lebhaft, ließen sich zu lautstarker Teilnahme anregen – oft mehr als nur Ahs und Ohs, Warnrufe und Angstgeheul, auch Weinen wenns hart kam und natürlich Lachen wie aus Kohlenschüttern:

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Shakespeare – das hat äußerstes Qualitätsformat in jedem Belang. Wie viel besser könnten die deutschen Wähler wählen, wenn Sie die Shakespeare-Stücke kennen würden. Shakespeare ist Aufklärung und menschliche Praxis zugleich. Diese Kunstwerke könnten wir in unserer Kultur enorm nützen und gebrauchen – aber wir tun es nicht.

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In Deutschland wurde der Kunstbetrieb vollends in die Hände von Parteigängern der Salonpersonnage gegeben – die machen nunmehr neue Übersetzungen der Shakespeare-Texte – ja, warum nicht Hip Hop? – und alle gröhlen biertrinkend dahin.

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Theaterautoren der Salonpersonnage schneiden die Stücke, ändern die Übersetzungen und machen daraus expressionistisches Dadagestückel – weil die Kultur des Erinnerns und Vergessens, statt tradiert, vergessen wird. Ja, aus machtpolitischen Motiven wird diese Vergessen geradezu staatlich organisiert.

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So, nun zum Abschluss noch kurz zu Shakespeare:

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Shakespeare

Ist der Name einer 1564 geborenen Person aus Stratford on Avon River Thames, die analphabetisch lebte, keine weiterreichende Bildung erworben hatte und in weiten Teilen in der normalen geschichtlichen Versenkung lebte und blieb, bis heute.

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Die Shakespeare genannten Werke können von jenem Shakespeare nicht geschrieben worden sein!

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Egal – wir feiern den Geburtstag auch ohne die Texte zu lesen. Dietmar Moews hält sich neben den anspruchsvollen Origaltexten in Shakespeare-English an die bei Winkler erschienenden Schlegel-Tieck-Übersetzungen aus der Goethezeit.

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Wer sich dafür interessiert, greife zu Kurt Kreiler „Der Mann, der Shakespeare erfand. Edward de Vere Earl of Oxford“, Insel Verlag 2009.

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Kreiler konstruiert den Earl of Oxfort als Autor der berühmten, schon zu seiner Zeit sensationellen Shakespeare-Dramen, Sonette und sonstige Texte.

Da die Autorenschaft unter dem Namen Shakespeare noch lange über den Tod der damaligen Adepten verschleiert geblieben war, sind heutige, geradezu kriminalistische Rekonstruktionen natürlich mutmaßlich. Es kommen, weniger plausibel, noch zwei drei andere oder überhaupt mehrere Autoren für das Lable Shakespeare in Betracht, doch nur der Oxford scheint mir der Passende. Natürlich stimmt der Geburtstag dann nicht – der Edward de Vere lebte von 1550 bis 1604. Von ihm stammte auch das Pseudonym William, der Eroberer, und Shakespeare, der Speerschwinger.

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Mich überzeugen wesentlich der gesamte biografische Lebensaufbau des Oxford. Edward de Vere hat nachweislich und detailliert belegt nämlich das gesamte gebildete Europa seiner Zeit bereisen müssen/dürfen, also den Giordano Bruno, Dante, den Michel de Montaigne rauf und runter, von dem damaligen Kulturkanon, wie später Diderot oder Goldoni. Und Menschen seines Standes, am Londoner Hof, war literarisches Publizieren unmöglich, nämlich strengstens verboten.

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Die Shakespeare-Stücke sind voll des abendländischen Wissens, das ein bücherloser Willy in Stratford nicht kennen konnte.

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Wir vergessen nunmehr die Texte, aber erinnern den Geburtstag des Falschen am Tag des Bieres – PROST.