Staatspräsident Emmanuel Macrón fehlt Weisheit

April 18, 2019

Lichtgeschwindigkeit 9137

am Freitag, den 19. April 2019

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Die inzwischen zur historischen Episode hingeschaukelten GILETS JAUNES- Demonstrationen französischer Wahlbürger, hat den anfangs forschen Staatspräsident Macron veranlasst – nach kurzzeitiger Besinnungspause – eine sehr aufwendige, ganz Frankreich überziehende regionale und lokale Bürgerkontakte und öffentlichen Diskussionsversammlungen persönlich auf sich zu nehmen (na gut – der ist ein junger Bengel).

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Inzwischen hat Macron bekannt gegeben, dass seine Bürgerveranstaltungen für ihn einen umfangreichen Katalog an Stichworten, Forderungen, Klagen, Wünschen, Kritik eingebracht, den er auf seine konkreten Veränderungen der Reformpolitik der Republik Frankreich beziehen will, um den Bürgern zu entsprechen.

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Hauptpunkt seiner Selbstreform hat Macron inzwischen durchsickern lassen:

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Macron will ein geradezu historisches SYMBOL der großen Republik, das Konzept der Kaderschmieden der ENA, durch das sich die privilegierte Oberklasse der herrschenden Franzosen stets fortpflanzt und die zentrale Burg PARIS hält, schließen.

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Auch Macron – wie fast alle vorherigen Präsidenten, egal welche Partei – stammt von Ena ab.

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Seinen angekündigten Vortrag der kommenden Reformpolitik, mit der Macron auch die Gilets Jaunes beruhigen möchte, fiel nun wegen des alle erschreckenden Kirchenbrandes aus, sodass sein Konzept nicht insgesamt publiziert ist. Doch fehlen bereits – jetzt schon erkennbar – einige Essentials, in denen Macron völlig an den GILETS JAUNES vorbeiagiert und vorbeiargumentiert.

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Dietmar Moews meint: Ich sehe zwei Perspektiven der unzulänglichen Vorgehensweise der Bürgernähe a La MACRON:

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EINS Macron hat in seinen zahlreichen Bürgerversammlungen wirklich geduldig Alles und jeden angehört. Wir wissen aber, dass darunter viele Unzufriedene und Unterprivilegierte des Prekariats sich bemerkbar machten. Nur die GILETS JAUNES haben das Angebot von Staatspräsidentn MACRON nicht angenommen. D. h. Macron hat viele Klagen und Argumente und Wünsche angehört, aber diejenige Gelbwesten-Franzosen haben es abgelehnt, auf seine Integrationsrunden einzugehen, die sie als Alibi und Legitimationsbeschaffung verdächtigten.

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Das ist nur ein Schlaglicht. Gewicht hat vielmehr, dass eben GILETS JAUNES gar nicht Unterprivilegierte und arme Franzsosen sind. Sondern die Gelbwesten sind alle Aufstiegsbegehrlichen, alle Mittelklässler, alle mittleren Dienstklassler, die zum Verdruss begriffen haben, dass das ESTABLISHMENT im PARISER ZENTRALISMUS für sie geschlossen ist:

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Die da oben machen was sie wollen.

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Macron gehört zum Establishment, zur Pariser Oberklasse, Macron kommt auch durch Ena aus der hermetischen ELITE-SCHULE der großen Republik Frankreich.

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GILETS JAUNES sind also kein homogenes Kollektiv, das für gemeinsame Forderungen auf die Straßen geht. GILETS JAUNES sind auskömmliche Franzosen, die nicht in die Oberklasse kommen und nur die Gemeinsamkeit vertreten, gegen das ESTABLISHMENT zu demonstrieren.

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ZWEI EMMANUELLE MACRON will keineswegs von seinen „REFORMEN“ ablassen, die eben viel mehr diese große Zahl der französischen „Mittelklässler“ treffen werden und das Ena-Establishment wird allerdings weitestgehend verschont.

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Es wird also nun von MACRON zwar die Ena, die sowohl die Reproduktionsstruktur wie auch das Obrigkeitssymbol ist, angegriffen, wie es heißt:

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Macron will Kaderschmiede Ena* schließen.

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* Frankreichs Präsident reagiert auf die „Gelbwesten“ und nimmt ein Symbol der Elite ins Visier. Das Beamtentum soll bürgernah werden, die Steuerlast sinken. Ena ist das Symbol der französischen Elitebildung: ihren Absolventen ist die Karriere sicher: Die Ecole Nationale d’Administration (Ena) hat seit Ende des Zweiten Weltkriegs die Verwaltungskader Frankreichs geformt. Ein Teil ihrer Abgänger geht in die Wirtschaft, der Großteil von ihnen in den Staatsdienst, wo sie nahtlos in verschiedene Beamtencorps eingeordnet werden, um meist rasch die Hierarchieleiter hinaufzusteigen. Der Sprung in die Politik ist oft nicht weit: Seit 1974 war in Stichwahlen zur französischen Präsidentschaft immer mindestens ein Kandidat ein Ena-Absolvent.

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Nun will also ausgerechnet Emmanuel Macron, Absolvent des Ena-Jahrgangs 2004, die Eliteschule abschaffen.

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Ich meine, dass hier Macron zwar in den Ameisenhaufen der Esstablishment-Feindschaft der Mittelklassen-Franzosen greift. Dieses Symbol ist beeindruckend.

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Nur, es wird dadurch gar nichts anders in der französischen Gesellschaft. Sozialisation ist nicht ein Abbild eine sozio-kulturellen Modells und nicht ein Wertekatalog – oder anders gesagt: Die Anzahl der Sonnenplätze im zentralstaatlichen Obrigkeitsfrankreich werden ja nicht zahlreicher. Es wird also einfach nur der Konkurrenzkampf verschärft werden. Denn, wenn die bisherige Ena die Strukturen öffnet, gibt es weiterhin die Funktionen der Auswahl und Besetzungen. Während die große Zahl der Gelbwesten davon gar nichts haben.

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Macron hat die Ganzheitlichkeit seines Staates nicht wirklich so erfasst, dass da eine WIN-WIN-Situation in Sicht kommen könnte. Er schließt Ena, schafft aber mit seiner beabsichtigten Reformpolitik in erster Linie KOSTEN, die zugleich die Sanierung der französischen Staats-Defizite nur durch die Verkleinerungen der STAATSQUOTE bringen kann.

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Und man muss beachten, dass die wichtigsten Industrien und Arbeitsplatzgeber staatskapitalistische Organisationen sind. Frankreich ist eben völlig anders gebaut als beispielsweise das Nachkriegs-Westdeutschland.

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Ich bin ganz ruhig bei dem Gedanken, dass dieser junge Macron die heutige Reformlage Frankreichs später mal als sozialpsychologische Disposition verstehen wird und dann andere Wege sehen wird, die er jetzt nicht zu verstehen scheint.

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