Gerd Ruge 1928 – 2021 Kurznachruf

Oktober 17, 2021

Lichtgeschwindigkeit 10320

am Sonntag, 17. Oktober 2021

.

Gerd Ruge 1928 – 2021 Kurznachruf - featured image

.

Gerd Ruge, geboren am 9. August 1928 in Hamburg, ist 93-jährig, am 15. Oktober 2021 in München gestorben. Ruge war ein vorrangig staatlicher Publizist, WDR-Journalist, Reporter, Weltreisender und Vorbild ganzer Journalistengenerationen.

Ruge war dreimal verheiratet. Aus erster Ehe gingen die Kinder Elisabeth und Boris hervor. Später war Ruge mit der Autorin Lois Fisher verheiratet. Seine dritte Ehefrau war Irmgard Eichner, die ein halbes Jahr vor ihm starb. Das Ehepaar lebte zuletzt in München.

1949 begann Ruge seine journalistische Laufbahn beim britisch geprägten NWDR, wo Rundfunkreportagen aus dem Ausland zum Schwerpunkt seiner Tätigkeit wurden. Unter anderem berichtete er ab 1950 als erster westdeutscher Journalist nach dem Zweiten Weltkrieg aus Jugoslawien. Ruge war auch der erste deutsche Journalist als Korrespondent in Moskau (ab 1956). In den 60er-Jahren, von 1964 bis 1969, als das Fernsehen zum Massenmedium wurde, berichtete Ruge weiter für die ARD aus Washington. Zwischenzeitlich hatte der „sozi-orientierte“ Ruge Anpassungsprobleme mit CDU/CSU-Regierungs-Kadern, sodass er bald als privatwirtschaftlicher Pressekorrespondent für die SPRINGER-Tageszeitung DIE WELT in der Volksrepublik China arbeitete.

1961 gründete Gerd Ruge zusammen mit Felix Rexhausen und Carola Stern in Köln die deutsche Sektion von Amnesty International. Er war Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland.

Zusammen mit Klaus Bölling (SPD) initiierte Ruge 1963 die ARD-Sendung Weltspiegel. In den Jahren 1981 bis 1983 war er Moderator des ARD-TV-Magazins Monitor. 1984/1985 war Ruge WDR-Fernsehchefredakteur. Zusammen mit Helmut Markwort leitete er die 3sat-Talkrunde NeunzehnZehn. Ebenfalls unter Ruge NeunzehnZehn moderierte diese Sendung auch seine TV-Kollegin Nina Ruge; beide sind jedoch nicht miteinander verwandt.

Von 1997 bis 2001 lehrte Ruge als Professor für Fernsehjournalismus an der Hochschule für Fernsehen und Film München.

In Russland lernte Ruge den russischen Schriftsteller (Doktor Schiwago, Roman) und Literatur-Nobelpreisträger Boris Pasternak kennen und aus beruflichem Interesse wird Freundschaft. Ruge nennt sogar seinen Sohn Boris nach dem Dichter. Pasternak fällt in Moskau in Ungnade und muss später auf Druck des Kremls seinen Literaturnobelpreis abgeben. Ruge wird wegen des Kontakts mit Pasternak bespitzelt und verlässt zwei Tage vor seiner Zwangsausweisung Russland, um 30 Jahre später als Leiter des Moskauer ARD-Studios zurückzukehren.

In der Zwischenzeit berichtet er unter anderem aus den USA und später für die Zeitung „Die Welt“ aus Peking, auch aus Saigon und Vietnam, später noch aus Afghanistan. Auch leitet Ruge das WDR-Studio Bonn, initiiert den ARD-„Weltspiegel“ und ist Chef des Fernsehmagazins „Monitor“. Schließlich bekleidet er auch den Posten des Chefredakteurs beim WDR Fernsehen. Am Kölner Schreibtisch hält es ihn jedoch nicht lange.

Gemeinsam mit der Filmstiftung NRW vergab er seit 2002 jährlich das mit 100.000 Euro dotierte Gerd Ruge Stipendium, die höchste Fördersumme für Dokumentarfilm in Deutschland.

In seinem Ruhestand arbeitete Ruge als freier Journalist und trat dabei besonders durch seine Reisereportagen hervor. Gerd Ruge begann eine weitere Arbeitsphase als freier Autor und Reporter. In diesen Jahren entstanden 30 bedeutende geopolitische Filmberichte aus aller Welt, die im deutschen Staatsfernsehen finanziert und geendet wurden. Beachtlich ist ferner, dass Gerd Ruge sich enorme Sprachkompetenz für die Weltgegenden seiner Arbeit erwarb, neben Englisch, Französisch, Russisch, Chinesisch, kannte er viele regionale Dialekte und Sonderformen für die er sich vielfach Lehrer nahm.

Nicht zuletzt war Gerd Ruge in allen Berufsphasen auf der Höhe der produktionstechnischen Entwicklung und lieferte sendefähige Akut-Formate und Produktionen, von den analogen Film-Drehaufnahmen und Schnitttischen sowie Lampentechniken zu den elektronisch übertragbaren Video-Bandgeräten zu den heutigen digital Video- und Audio-Aufnahmen und Echtzeitübertragungsmöglichkeiten.

Gerd Ruge saß beim Folk-Festival zwischen den Leuten auf dem Rasen, hörte den heraufkommenden jungen Bob Dylan in Newport Beach, Los Angeles, und brachte die noch unbekannte Joan Baez, erlebte die Hippiezeit und die 68er-Vietnamproteste in den USA, bis zu den politischen Morden an Democrats-Präsident John F Kennedy, an Martin Luther King und an dem Democrats-Präsidentschaftskandidaten Robert Kennedy.

.

Dietmar Moews meint: In der freien Internetz-Welt stellt derzeit der WDR in seiner Mediathek jeweils 43 Minuten lange Video-Reportagen bereit, aus Afghanistan, aus China, aus Colorado usw. Gerd Ruge im Rafting-Boot des Wildwassers vom Arkansas-River mit 80 – das ist die Möglichkeit, für alle Jüngeren, denen Gerd Ruge keine Lebenserfahrung deutschen Staatsjournalismus‘ ist, kennenzulernen, wie groß die Welt ist und welches Genie da in Filme umgesetzt wurde, Anchauungen und Informationen geschenkt zu bekommen.

.

FINE E COMPATTO

.

WARNUNG: recommended posts (Zusätze, die als Empfehlungen oder Beziehungen von WordPress hier eingestellt werden)

auf dem Dietmar Moews‘ Blog eingeblendete „Recommended Posts“ oder sonstige „Pseudoempfehlungen“ werden von WordPress

.

gegen das Einverständnis des Eigentümers Dr. Dietmar Moews

.

hier gezeigt und sind keine Empfehlungen von Dr. Dietmar Moews. Nichts davon wird i.S.d.P. von Dr. Dietmar Moews verantwortet. Dietmar Moews klickt diese „recommendends“ nicht an und liest nichts davon.

.

Ab jetzt werden alle Dietmar Moews‘ Blog-Beiträge mit dem SLOGAN

FINE E COMPATTO deutlich beendet.

.

WARNUNG: recommended posts

.

und BESTELLEN

subscription to Dietmar Moews Abonnement von Dietmar Moews un abonnement à Dietmar Moews

Blätter für Kunst und Kultur erscheinen in loser Folge im Verlag Pandora-Kunst-Projekt Köln

Blätter Neue Sinnlichkeit

.

Indem ich Ihnen ein langes Leben wünsche, sparen Sie auf diese Weise ganz erheblich.

Abonnement auf Lebenszeit für EURO 500,- (oder entsprechender Landeswährung)

Einzelpreis oder Abonnement inkl. Versand EURO 12.-, Schüler bei Selbstabholung EURO 4.-

Abonnieren Sie mit Namen, Postanschrift, Ort, Datum, Unterschrift sowie EURO 500 zur Verrechnung bei:

PANDORA KUNST PROJEKT

zu Händen Dr. Dietmar Moews

Mainzer Straße 28

D-50678 Köln am Rhein