Neue Sinnlichkeit 76 Blätter für Menschen, die sich nach mir sehnen

Oktober 27, 2020

Lichtgeschwindigkeit 10114

am Dienstag, 27. Oktober 2020

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Liebe Benutzer der LICHTGESCHWINDIGKEIT, es folgt ein Vorgeschmack auf die neueste Ausgabe Neue Sinnlichkeit 76 Blätter für Kunst und Kultur – die im November 2020 – im 41. Jahrgang und in loser Folge – erscheint. Der Versand an die Abonnenten auf Lebenszeit ist erfolgt.

Nach langer Zeit habe ich ein Inserat in der deutschen Wochenzeitung DIE ZEIT veranlasst – womit sich die Bezieher zusätzlich in den gelebten Zusammenhang unserer Massenmedial-Welt eingebunden fühlen können.

Neue Sinnlichkeit 76 Blätter mit wechselnden Untertiteln in loser Folge

Grüß Gott, liebe Neger, Frauen und Männer aller Verwertungsbedenken. Seit Ewig glaube ich, dass Autohupen im Straßenverkehr meist zweckentfremdet erschallt. Sollte es doch ein Warn- und Notsignal sein, an alle Beteiligten, die möglicherweise eine unmittelbar brenzlige Zuspitzung in der Verkehrssituation nicht erkennen, so ist Hupen meist nur ein Posieren, meist, wo es umsichtige Benutzung der Bremsen auch täte. Ein Fahrer hupt, weil noch ausreichend Reaktionszeit einen Unfall zu vermeiden durch gutgemeintes Steuern möglich ist, sein Hupen eine Verletzung des ersten Ordnungsparagrafen ist: >Vermeidung von Belästigung<. Es wird gehupt und selten gerügt. Da ist der Knopf und da sind die Knöpfedrücker schnell dabei, wenns nichts kostet.

Dies neue Blatt eröffne ich mit erfrischenden Gedanken, steigere mit verdaulicher Substanz. Dann folgt Heinrich Goebel 2020 als Verwaltungsakt in 8 Folgen Teil I. Mit Sehnsucht nach Robert Walser findet man noch gut gelaunte Beiträge als Abrundung. Ich will nicht nur leichtgängige Wiedererkennungsmelodien in Kurzform in der Neuen Sinnlichkeit anstimmen. Sondern, wenn vom NEGER die Rede ist, dann ist es ein Klimmzug, ein gedachter Grenzgang. Wohl für das Gute zu sein oder berechtigt Klagenden zuzustimmen (ist obenhin immer gegen Böse, Vorurteile, Diskriminierung, Entrechtung, Stereotype, Gepflogenheiten): Der Neger, dem es schlecht geht, klagt. Er wünscht, auf das Majoritätssofa des herrschenden Mobs wechseln zu können. Ich klage und rüge aber „Life Matters“, das zum unmündigen „White Life Matters“ tendiert.

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CORONALISIERTE POLITIK

Dietmar Moews

Ich will eine pointierte Kurzbewertung darlegen, die die Aufforderung beantwortet, „es sei doch jetzt in der Corona-Seuche Aufgabe der Soziologie, Anhaltspunkte und Bedenken zu erkennen, zu analysieren und damit der Gesellschaft zu dienen“ und füge hinzu:

„Angesichts des Todes“.

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Mein soziologischer Untersuchungsbefund kommt zusammengefasst zu zwei Hauptaussagen:

EINS Jeder Mensch kann die bislang unbeherrschte Virus-Seuche „Corona“ durch ein weitmöglichst Risiko minimierendes, waches Verhalten an seiner Infektion hindern. Es geht um konkrete Selbstdisziplin und Verhaltensänderungen der persönlichen Hygiene und des öffentlichen Umgangs. Es geht – angesichts des Todes – um die Fallen der Gewohnheiten und dem sozialen Anpassungsdruck durch Eigenständigkeit und Selberdenken zu widerstehen. Es ist freundliche sozio-geistige Teilnahme geboten anstatt Tabuisierung und Verdrängung.

ZWEI Mit geduldiger Wahrnehmung können die Leute erkennen, welche politischen Sprecher verlässlich informieren und Führung und Fühlung verbindlich erklären. Die unbekannte Seuche bringt fortwährend Änderungen und Interpretationsänderungen der Forscher, die die Allgemeinheit in Alarmstimmung und Misstrauen bringen, auch weil zwischen Medizinern, Politikern, Alltagsmenschen und den inzwischen zu hetzerischer Propaganda aufgeschaukelten Profit-Unternehmensprechern ständig erklärungsbedürftige Stellungnahmen publizieren.

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Besonders die weitgehend irreführenden Ratschläge und Verheißungen auf digitale Technologie und angeblich künstliche Intelligenz zielen auf Absatz der IT-Wirtschaft und vertröstende Täuschung durch Prothesen-Aktionismus mit gleichzeitiger „big Brother“-Datenenteignung der freiwilligen und unfreiwilligen (z. B. offiziale Kommunikationszwänge) Teilnehmer per Internetz – angesichts des Todes.

Auch weil – immer angesichts des Todes – jeder Alltagsmensch in seiner individuellen Sozialität einem sehr varianten Mix von Interessenssphären angehört bzw. ausgesetzt ist. Ein Aktienkapitalist kommuniziert andere Werte als ein Covid 19-Patient, ein Parteipolitiker anders als ein Quoten-Publizist, behandelnder Arzt anders als die Unterhaltungs- und Freizeitin-dustrie, die Polizei anders als die Gesundheits-Dienstklasse, ein Internetz-Blogger anders als ein Spitzenmanager und ein bindungsloser Paria oder die Katholische Kirche – alle angesichts des Todes – im föderalen Rechtsstaat. Zersetzung, Misstrauen, Lügenpresse, Angst und Verschwörungsverdacht, sind hierbei die Alles durchfärbenden sozialpsychologischen Kolate-ralschäden. Solidarität, Empathie und Nachbarschaftshilfe entstehen ebenfalls als nützliche Nebenwirkungen der Corona-Integration wie auch legale und kriminelle Trittbrettfahrerei, Preistreiberei bei Angebots-Engpässen und besonders in der kontrollschwachen intermediär organisierten lieben Not und Nächstenliebe im deutschen Wohlfahrtsverbändesystem.

Liebe Leser, es ist immer undienlich, da wo Orientierungsdefizite überhand haben, noch durch Provokation mit falschen Signalen oder Irritation – angesichts des Todes – aufzuwarten.

Wer sich beliebt machen will, verbreitet Optimismus und wiegelt ab. Dem kommen „normale“ Verdrängungsverhalten zum Zwecke der Wirklichkeitsflucht oder der sozialen Schweigespirale (sich lieber innerhalb der mehrheitlichen Wertskala aufzuhalten, als die tatsächlichen Entwicklungen der Seuche kritisch mitzugehen und Furcht zu nähren).

Dazu, wenn es an sich eine vorrangige Pflicht einer Wissenschaft ist, verlässliche und belastbare Erkenntnisse mit geltungsberechtigten Methoden und gesicherten Verfahren zu erschließen zu versuchen, also auch aktuell anzuzeigen, wenn man wenig weiß, warum und was daran so unzugänglich oder oft auch ambivalent und ephemer und unverlässlich aufkommt, um – angesichts des Todes – bald ganz anders umzuschlagen.

Aus meinem Verständnis einer empirischen Soziologie bietet die Struktur der Corona-Seuche im inzwischen über zehn Monate entfalteten Verlauf, Ende Oktober 2020, durchaus einige Anhaltspunkte zur naturwissenschaftlichen Lage, zu den politischen Eingriffen und Gestaltungsversuchen, zur Kommunikationsintelligenz der Alltagsleute, sich – angesichts des Todes – individuell und massenkommunikativ lebensdienlich einzustellen. Der Schwall an Innovation sollte tunlichst nicht im Rezeptionsdurcheinander ziellos ausufern. Die überfordern-de Situation sollte zur soziologischen Orientierungshilfe soziologisch bewertet und für den Alltag nutzbar gemacht werden. Da helfen keine Märchen oder Narrative, sondern nüchterne Bestandsaufnahme und Transparenz zu den Wissens- und Vorstellungslücken, um die allgemeine Öffentlichkeit in den lebendigen Orientierungsprozess zur Corona-Seuche einzubinden.

Jede Informationsexklusivität führt zu abenteuerlichen Ersatzimpulsen der Laienwelt innerhalb der vielfältigen informellen Kommunikation einer jeden Gesellschaft. Corona ist ein Stimulans für alle Teilnehmer, angesichts des Todes, individuell und sozial die kollektiven Angewiesenheiten zu begreifen, was es heißt von Mensch zu Mensch zusammenzuhalten und interdependent zu interagieren und welche Anforderungen das Gelingen dabei an unsere Rhetorik stellt. Bildung und Kulturtechniken gewinnen an Wertschätzung.

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1. Eine soziologische Analyse muss vorab ansehen, wie der Mensch „tickt“ und was von dieser anthropologischen Ausgangsbegabung her verhaltensmäßig zu erwarten ist und was eher nicht. Wir alle, heutzutage – ob Stadtbewohner oder dörflich-nachbarschaftlich – haben entwickelte Gepflogenheiten eines eigenen Informationsgewinnes, stündlich, täglich oder auch vollkommen ignorant den Neuigkeiten gegenüber. Das betrifft uns individuell durch Vertraute, Familie, Bekannte. Die weitere Öffentlichkeit, wie in Massenmedien, vom Handzettel, den Litfaßsäulen, der kommerziellen Presse, dem Kneipengespräch sowie staatlich geführte, herausgehoben ausgewählte Propaganda durch staatliche Fernseh- und Radiosendeanstalten. Noch weniger gesettet, dennoch als typische Spielart zwischen P to P und Massenkom-munikation verstehbar, kommen die inzwischen auch aktuell auftretenden Internetz-Komplexe der vermischten Bereitstellungen als „verwilderte“ Formen freier Kommunikationsbeteiligung durch selbsternannte Internetz-Akteure hinzu. Besonders verhaltensbestimmend für aktives Informationsinteresse sind die sehr varianten Anforderungen durch erwerbsberufliche Szenerien, vom Tagelöhner, zu Lohnabhängigen, Angestellten der Dienstklasse und Politikberuflern, aber auch Kapitalbürgern und Unternehmern – immer angesichts des Todes. Was immer jemand arbeitet, erschließen sich für ihn durch seine Arbeit als Nebeneffekt immer lebenswichtige soziale Urteilskraft.

Eine soziologische Forschung wird hierzu stets auf beobachtende Feststellungen des interaktiven und interdependierenden Sozialverhaltens seiner Probanden und Untersuchungsgruppen zu achten haben, ob und was die mit Corona tun, wie sie sich gegenseitig beobachten, ob es zu sozialdynamisierenden oder indifferenten oder lähmenden Verhaltenspraktiken, möglicherweise freiwilligen und zwangsläufigen Verhaltensveränderungen – angesichts des Todes – kommt. Hierzu sind Beobachtung entscheidend sowie konkrete Tiefeninterviews über tatsächliche Verhaltensnormen und den ausgesprochenen Erklärungsnomen, also, was die Befragten diskret befragt an Wertäußerungen von sich geben und was an quasi öffentlichen kollektiven Verhaltens- und Wertäußerungen – angesichts des Todes – festzustellen ist.

2. Die naturwissenschaftlich erfasste Drohlage durch eine Seuche, die in kürzester Verlaufs-zeit seitens der politischen Sprach-Stellvertreter als Epidemie, dann als Pandemie und – vermutlich zutreffend – als Endemie hingestellt und behandelt wird, das heißt über Staatsgrenzen hinweg, weltweit und zeitlich unabsehbar, hat markante Opferzahlen durch Befall gebracht und damit die Medizin, die Patienten und die bedrohten Individuen der Gesellschaft direkt „erweckt“, die Alltagsvorstellungen zu öffnen und sich persönlich ihrem belastenden Thema „Innovationsfaulheit“ zu stellen.

Hiermit muss die naturwissenschaftliche Stellvertreter-Gemeinde sich einlassen, denn blanke positive Fakten kann der individuelle Nichtfachmensch wie auch die Gesellschaft als Kollektiv-Intelligenz nicht relevant aufnehmen, formulieren, artikulieren und umsetzen.

Wir erleben also, wie Virologen ihre Arbeit vorstellen und die bescheidenen Erkenntnisse in Massenmedien bereitstellen und erklären, hieraus Nutzen zu signalisieren bzw. für komplexes Verständnis dafür zu werben, dass weder Heureka noch Spontanerlösung erwartet werden dürfen.

3. So weit also das naturwissenschaftliche Geschehen der Lage vom Soziologen festgestellt werden kann, muss eine sozialwissenschaftliche Fokussierung auf die ebenfalls empirischen Erkrankungsfälle und die individuell sehr vielfältigen (Gesundheitsstatus, Lebensalter, ökonomische Zuordnungen, Bildung, Kommunikationsgewohnheiten) CORONA-FÄLLE systematisch katalogisiert werden, um damit auf die örtlichen, regionalen und weiteren geografischen Bedrohungslagen Aussagen treffen zu können.

4. Der Soziologe hat es stets mit Individuen zu tun, die zwischen Stillhalten, Lähmung, Aktivierung und Aggressivität, auf die Außenwelt reagieren und dadurch gleichzeitig sozio-kulturelle und sozio-politische, also kollektive – das sind die sozialen – Lebensweisen und Sprachregelungen mitgestalten. Bei Corona erleben wir konkret Fluchtversuche, sich der völligen Unerfahrenheit, der Neuheit und auch der fachlichen Hilflosigkeit, eine solche anscheinend virtuell schwebende Bedrohung an Sündenböcke zu deligieren, an Ärzte, an Politiker, an „Recht und Ordnung“ und „Chaos-Lustprinzipler“ oder eben an Ergebenheit und Unmittelbarkeit bzw. kollektiven Erleichterungs-Spontanitäten oder Gott- und Schicksals-Ergebenheit – angesichts des Todes.

Die empirische Soziologie kommt nicht umhin, keine Boulevard-Reizbegriffe hinkotzen zu können, sondern nachhaltig und verlässlich das Neue am Neuen, die Entwicklung teils unangenehmer Meliorations- und Falsifikationsverläufe darzustellen, die angesichts des Todes überwiegend Ablehnung und Frustration erzeugen. Auch sind nicht Abstumpfung und Zynismus vermeidbar, wenn es um die Gesamtführung und -stimulans geht, die dem föderalen Stellvertretersystem – angesichts des Todes – obliegt. Bei Führung und Fühlung sind Fehler immer möglich, aber niemals reversibel. Durchlöchertes Vertrauen ist soziales Gift angesichts des Todes. Krank ist nicht Tot. Trost ist nicht Heilung. Tröstung ist Vertröstung. Anteilnahme umreißt das Schicksal unseres individuellen Daseins.

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La République française Streikbetrachtung

Januar 3, 2020

Lichtgeschwindigkeit 9880

am Freitag, 3. Januar 2020

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Sehr erfreut – jedesmal, wenn meine Redaktionsentscheidungen in LICHTGESCHWINDIGKEIT zuvorkommend waren – eines der unzähligen Tages-Themen zugespitzt angesprochen zu haben, während dann Zeitungen und Sender genau diesen Aspekt in späteren Tagen ebenfalls bringen.

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Gestern brachte die LICHTGESCHWINDIGKEIT die Jahresansprache MACRONS, die vor Weihnachten 2019 bereits publiziert worden war. MACRONS sprach alle seine Kriterien für die von ihm betriebenen REFORMEN an und warb für Verständnis.

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Ich hatte in LICHTGESCHWINDIGKEIT den komplexen tradierten französischen ZENTRAL-ETATISMUS ansgesprochen, der bei der streikenden französischen Masse als PIVILEGIEN-OBRIGKEIT abgestoßen wird: PARIS sei Schuld an allem – MACRONS Klasse sei Schuld.

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Es ist allgemein in Frankreich bekannt und geachtet oder behasst:

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„…die sogenannten Grandes Ecoles – teure Elite-Schulen mit großem Prestige. Sie gelten als Kaderschmieden der zukünftigen Führungselite, sind praxisbezogener als die Universitäten und bieten den Studierenden ein exklusives Netzwerk….“

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Ein „normaler Mensch“ wird allenfalls in Alarm- und Notfällen auch nur einen Blick in den Eingangsraum der SORBONNE in Paris werfen können – man darf da nicht rein! Überall stehen Uniformierte, die die Zutrittslegitimation kontrollieren. Komisches Gefühl für einen deutschen DOKTOR, den Pariser Olymp – ohne weitere Formalanstalten – nicht mal anschauen zu dürfen (in Begleitung einer internationalen SORBONNE-KORYPHÄE wird man asl Fremder ohne Ausweiskontrolle durchgewunken – Mir san mir).

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Heute bringt der Deutschlandfunk einen informativen Rundfunk-Beitrag zu dieser Tatsache, eine privilegierte Obrigkeits-Verschwörung macht in Paris Karrieren und verstellt Eingänge für Familienfremde:

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DLF.de am 3. Januar 2020 von Susanne Hoffmann:

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Benachteiligte Uni-Absolventen in FrankreichEin Diplom alleine reicht nicht

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Uni-Absolventen aus armen Milieus finden in Frankreich trotz guter Ausbildung oft keinen Arbeitsplatz. Häufig fehlt ihnen das Wissen über die Arbeitswelt und sie haben auch keine fördernden Netzwerke. Die Organisation NQT will daran etwas ändern, bietet Schulungen und Mentorenprogramme an.

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Redha Bouras bespricht seinen Lebenslauf mit zwei Mitarbeitern einer französischen Bank. Überall im Raum sitzen weitere Grüppchen, gebeugt über Bewerbungsunterlagen. Doch finden hier keine Vorstellungsgespräche statt – die Mitarbeiter der Bank sollen den jungen Uni-Absolventen Tipps für die Jobsuche geben.

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Es ist sehr interessant, mit Leuten aus dem Arbeitsfeld zu sprechen, die erklären können, wo die Bedürfnisse der Branche liegen. Auf der anderen Seite ist es gut, Feedback zu bekommen, wie wir uns präsentieren können, wie wir uns verkaufen können, wie wir unsere Erfahrungen nutzen können“, sagt Bouras.
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Rheda Bouras ist einer der Uni-Absolventen, die die Organisation NQT bei der Jobsuche unterstützt und die die Schulung organisiert hat. NQT – Das steht für „Nos quartiers ont des talents“, was so viel heißt wie „Unsere Brennpunktviertel haben Talente“. Gefördert werden nämlich vor allem junge Erwachsene aus Problemvierteln, die in Frankreich „Quartiers prioritaire de la ville“ heißen. In Deutschland kennen wir sie unter dem Begriff Banlieue. Ein Beispiel: der Pariser Vorort Saint-Denis. Hier sitzt auch NQT. Das Programm ist offen für Uni- Absolventen, deren Eltern zum Beispiel auf Sozialhilfe angewiesen sind oder die schon besonders lange einen Job suchen. Aurélie Robin leitet die Bewerbungsschulung:

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Ein Diplom zu haben ist gut. Es ist notwendig. Aber es reicht nicht. In Frankreich werden Studenten an der Uni sehr theoretisch ausgebildet. Dadurch fehlt den Studierenden das Wissen über die Arbeitswelt und die nötigen Softskills, um in die Arbeitswelt einzusteigen. Und Organisationen wie NQT gehen auf diese Bedürfnisse der Jugendlichen ein“, sagt Robin.

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Die Hochschullandschaft in Frankreich ist zweigeteilt.

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Neben den normalen Universitäten existieren die sogenannten Grandes Ecoles – teure Elite-Schulen mit großem Prestige. Sie gelten als Kaderschmieden der zukünftigen Führungselite, sind praxisbezogener als die Universitäten und bieten den Studierenden ein exklusives Netzwerk.

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Sozial benachteiligte Jugendliche sind an den Grandes Ecoles kaum vertreten. Und anders als bei Absolventen aus privilegierten Elternhäusern bietet auch ihr familiärer Hintergrund meist kein Netzwerk, das bei der Jobsuche nützlich sein könnte. Sam Blakaj, Pressesprecher von NQT, beschreibt den Hauptgrund für die Schwierigkeiten der Absolventen:

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Menschen, die arm sind, haben kein solides professionelles Netzwerk. Warum sollte es mir wichtig sein, dass diese Person in meinem sozialen Netzwerk ist? Sie oder er wird mir wahrscheinlich nie etwas geben. Ich brauche Leute, die mir im Austausch etwas zurückgeben können.“
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So werde gedacht. NQT setzt deshalb neben Bewerbungstrainings vor allem auf ein Mentorenprogramm. Die Absolventen bekommen einen Paten oder eine Patin aus einem Unternehmen an die Seite gestellt, der sie bei der Jobsuche unterstützt. Wie genau das Mentoring abläuft, dürfen die Teilnehmer selbst entscheiden. Der 21-jährige Hady Halaoui war zwei Jahr lang auf Jobsuche, schrieb hunderte Bewerbungen. Mit Hilfe seiner Patin fand er innerhalb von nur drei Monaten eine Stelle.
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„Wir haben daran gearbeitet, dass ich mich im Vorstellungsgespräch gut präsentiere – damit ich, wenn ich denn eingeladen werde, auch eine Zusage bekomme. Also haben wir mehrere Übungs-Gespräche gemacht, um diesen Aspekt wirklich zu verbessern, und wir haben meinen Lebenslauf und das Anschreiben überarbeitet. Beim Vorstellungsgespräch kam ich dann mit mehr oder weniger vorgefertigten Sätzen, die wir gemeinsam vorbereitet hatten. Ich hatte außerdem eine andere Einstellung als vorher und jetzt zum Beispiel auch mehr Ahnung davon, wie man sich für so ein Gespräch in einer Bank anzieht“, sagte Halaoui.“

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Seit ihrer Gründung im Jahr 2006 hat die NQT mehr als 48.000 Absolventen bei der Jobsuche begleitet. Den Organisatoren ist dabei auch wichtig, dass sich durch das Mentorenprogramm die sozialen Schichten in Frankreich vermischen, sagt Pressesprecher Sam Blakaj:

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Wir stellen eine Beziehung zwischen Menschen her, die sich normalerweise nie begegnen würden. Die Idee von NQT ist, wenn wir diese Beziehungen aufbauen, beeinflussen wir so die Art, wie Unternehmen ihre Mitarbeiter auswählen.

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Aktuell könnten schon die Postleitzahl aus einem Problemviertel oder ein arabisch klingender Name wie der von Hady Halaoui bei der Bewerbung zum Ausschlusskriterium werden. Das will NQT ändern und damit die Arbeitswelt ein Stück fairer machen.

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Obiger DLF-Beitrag wurde ungekürzt zitiert, damit die folgende Meinung zu dieser „französischen Sozial-Tradition der eigenen ELITE“ verständlich sein möge. Denn ELITE heißt ja zweckbedingte AUSWAHL.

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Dietmar Moews nach Georges de La Tour, öl auf Leinwand, 162cm/192cm

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Dietmar Moews meint: Ich frage jetzt nicht danach, wie die DLF-Autorin Susanne Hoffmann zu diesem Auftrag beim DLF gekommen ist.

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Auch in Deutschland macht man im täglichen Getriebe bevorzugt einfache Sachen, mit Leuten, die man verbindlich kennt, als permanent offene Experimente durch völlig vorurteilsfreie Personalpolitik auf sich zu nehmen.

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Klüngel, als kriminelle Variante von mafia-artigen Kampforganisationen müssen dabei gar nicht betrachtet werden – es genügt, die einfache Frage von immer wieder notwendiger „Teamarbeit“ mit bekannten Mitarbeitern oder mit organisatorischem Führungsaufwand das tägliche Gelingen zu steuern und sicherzustellen.

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Was soll man da mit einem karrierefokussierten Araber, der völlig unbekannte Kommunikationskreise in die verlangten Diskretionsszene bringen kann, sodass Anwärmen und Kennenlernen nötig würde, wo bei Familienmitgliedern (von der Konrad-Adenauer-Stiftung der CDU oder von der Friedrich-Ebert-Stiftung der SPD) einfache „Ordnung“ erwartet werden darf. Wer da ausscheren würde, hätte das vorzeitige Ende seiner Laufbahn ausgelöst, während der Araber am Besten mit dem deutschen Namen seiner deutsche Ehefrau in die Bewerbung ginge.

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So ist das im deutschen Verbändestaat, wo Alles mit Allem miteinander rechtlich und folglich sozial verschränkt ist.

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Im Pariser Etatismus spart man sich diese Risiken mit der Personalauswahl, so gut es geht. Wer da hinein darf, akzeptiert dann auch ohne große Widerstände, wenn er nicht weiter nach Oben kommen kann. Wer es mal in Paris geschafft hat, lebt im Warmen – so lange er unproblematisch mitmacht (er darf nicht mit Gelbwesten in der Barrikade stehen). Wer da rausfliegt, kann auswandern.

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Wer mal bei einem deutschen ARD-Sender einem Entscheider quer gekommen ist, wird schwerlich für Programmübernahme der ARD-Konferenz durchkommen, weil „Querulanten“ keiner will, auch, wenn sich da ein konkreter Entscheider-Redakteur mit allem Gewicht einsetzt und mit der exzellenten Qualität argumentiert. Qualität der Personen ist da sogar sehr oft das Störproblem – wer ein genialer Maverick ist, tritt gewissermaßen als natürlicher Feind der „Dienstklassen-Qualität“ im Sender vergeblich auf den Markt der Senderentscheidungen („…Ich brauche Leute, die mir im Austausch etwas zurückgeben können.“)

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Weder Nietzsche noch Oscar Wilde hätten je eine Chance, mehr als diese 150-Jahr-Elogen abzukriegen beim Deutschlandfunk, es sei denn als dpa-Skandal-Meldung in Nachrichten, etwa:

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„LONDON. Der staatenlose Professor Nietzsche erschlug Oscar Wilde, bei seinem ungeschickten Versuch eine Dose Bier zu öffnen, während er seine automatische Armbanduhr aufźiehen wollte.“

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https://www.youtube.com/watch?v=o1erolvM1ng

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Elite der Musik aus London tritt eigenmächtig hervor – wie Peter Hammill – wenn auch kaum im Deutschlandfunk. Familienpech.

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Ballhof ohne Hitlerjungen

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GEORG STEFAN TROLLER erhielt den SCHILLERPREIS 2014

Mai 15, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4413

am 15. Mai 2014

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Der deutsch-jüdisch-französische Fernsehliterat Georg Stefan Troller (geb. 1922 in Wien) erhielt den Schillerpreis der Stadt Mannheim.

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Bild

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Troller wurde in der Zeit nach 1945 (Nachkriegszeit) vor allem durch seine Beiträge im öffentlich-rechtlichen Fernsehen bundesweit bekannt.

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http://www.youtube.com/watch?v=lXNLyJgF1fQ

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Georg Stefan Troller hatte einen eigenen Ansatz für einen Interview-Leitfaden, wie er sowohl subjektiv einfühlsam wie tiefgehend kulturell wie kritisch seine Interviewpartner ansprach. Er verfügte über eine bedeutende Wissens- und Urteilshöhe, die ihm ermöglichte sowohl die Farbe im Alltäglichen in seinen Filmen einzufangen, wie auch extreme Geistesgrößen zu Bekenntnissen zu bringen, die kein anderer herausholte (ich denke an den steinalten weißhaarigen amerikanischen Literaten Ezra Pound in seinem Pariser Innenhof). Mit dieser Qualität im ARD / ZDF -Archiv steht Troller als herausragendes Beispiel für alle Journalisten, denen eine vielfältige geduldige Moderne als taugliches Mittel scheint, auf den menschlichen Wandel zu vertrauen, statt nur mir Redundanz und Stereotypen Quote zu machen. Ein solches Troller-Fernsehinterview ist stets ein großes intelligentes Erlebnis.

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Der mehrfache Grimme-Preisträger drehte knapp 150 Dokumentarfilme und führte über 2000 Interviews.

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Troller, der als Jude von der Verfolgung durch die Nationalsozialisten bedroht war, war 1938 über Umwege nach Amerika geflohen. Seit 1949 lebte er in Paris.

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Der Mannheimer Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) überreichte den Preis und das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro im Mannheimer Nationaltheater und bezeichnete den Preisträger Troller als Vorbild für ganze Journalistengenerationen.

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Der Schillerpreis wird von der Stadt Mannheim seit 1954 vergeben. Der Preis soll an das Wirken Friedrich Schillers in Mannheim und seine Verbindung mit dem dortigen Nationaltheater anknüpfen. Er wurde anlässlich des 175. Theaterjubiläums des Nationaltheaters gestiftet und ehrt Persönlichkeiten, die „durch ihr Schaffen zur kulturellen Entwicklung in hervorragender Weise beigetragen haben“ (Satzung). Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre verliehen und ist mit 10.000 Euro dotiert.

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Dietmar Moews meint: Georg Stefan Troller zählt für mich zu meinen persönlichen eminenten Heroen – den ich noch mit einer Polizeizeichnung verewigen werde.

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