GENERATION WOODSTOCK oder Zeitgeschichte als massenmediale Schieberei

August 16, 2019

Lichtgeschwindigkeit 9463

am Freitag, 16. August 2019

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Dieser Tage wird an ein bemerkenswertes dreitägiges Musik-Fest auf Kuhweiden bei Bethel/Woodstock, nördlich New York, also in den USA, im Jahr 1969 erinnert. Hauptgrund dieses ERINNERUNGS-Reizes ist die Saure-Gurkenzeit der sommerferienentspannten Nachrichtenlage für tagesaktuelle Verkaufsmedien – in Zeiten des Echtzeitdrangs von NEWS per INTERNETZ.

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Aber dennoch kann man die Bewertungen und Kommentare mal durchgehen und auf haltbare Gültigkeit zur Frage, ist WOODSTOCK unter dem Stichwort „GENERATION WOODSTOCK“ ein massenmedialer Dauergag oder ist das ZEITGESCHICHTLICHE KURZFASSUNG des Jahres 1969?

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Gibt es sowas, wie „GENERATION WOODSTOCK“? – gab es diese Generation, die im Rückblick als historisches Charakterbild gelten kann?

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Man ist ja großzügig mit Etiketten – Baby Boomer, Hippies, Anti-Vietnam – da hat man dann die gesamte westliche Luxusjugend zusammengefasst, die mit der britischen Beatmusik, dem us-amerikanischen Rock’n Roll, mit den 68er Vietnamgegnern in USA und den 68er Nazikindern samt Universitätsreformen, der Anti-Baby-Pille, der Automobilisierung in eine westliche Fernsehwelt einen Rückzug vom Öffentlich-Politischen fokussierte.

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Was davon wird für eine „Generation Woodstock“ genannte Schnittmenge übrig sein? – Popmusik? Flower Power? Haschisch und Drogen? Bohémeleben? Künstlerkolonien?

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Dietmar Moews meint: Ich meine, um der Reichweite und Geltung eines solchen Zeitgeist-Etiketts näher zu kommen, müssen die einzelnen Zeitzeichen geprüft werden, wie weit davon eine Generationskohorte wirklich betroffen war, wenn man sagt „GENERATION WOODSTOCK“?

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Ich beginne mit Freizeit und Freizeitverhalten:

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Unsere vermeintliche Gruppe sind mit „Baby Boomer“ bezeichneten Geburtsjahrgänge der zwischen 1946 bis 1964 Geborenen. Diese bilden eine enorm steigende Geburtenrate, die auf Millionen von Kriegstoten der Elterngenerationen des Zweiten Weltkrieges, in vielen westlichen Ländern hervortrat.

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Gleichzeitig entstand ein materieller Spielraum, in dem die nachkommenden Kinder „luxuriöser“ leben durften, Taschengeld, Kinderkonsum, Schulbildung, kostspielige Freizeitbeschäftigungen, Schallplattenkauf, Konzertbesuche, Ferienreisen, Permissivität, Kleidermoden, Wegwerfverhalten.

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Betrachtet man alsdann diejenigen konkret als Teilnehmer am Woodstock-Wochenende beim Live-Musikfest zu greifenden Menschen, so sind da die kommerziellen Produzenten und die auftretenden Künstler einerseits und andererseits die Konsumenten als Publikum des Woodstock-Wochenendes, darauf bezogen später die Konsumenten der kulturindustriellen Folgeverwertungen der Musikkonservenvermarktung, der Modekleidung und der Fernseh- und Filmvermarktung.

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So ging das Woodstock-Marketing auf einen Vorverkauf von Kaufpublikum für Drei-Tage-Eintrittskarten, zum Preis von je 8 US-Dollar, gesamt 24 Dollar aus. Damit waren ökonomisch bessergestellte US-Studenten, die Freizeit, Reise- und Eintrittsgeld aufbringen konnten, fokussiert. Allerdings kamen Hunderttausende mehr nach Woodstock, die sehr bald – ohne Eintrittskarten das schwach gesicherte Gelände „stürmten“, die also ohne zu zahlen als Publikum beteiligt waren:

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Die Massenmedien prägten damals das Wort „Hippiebewegung“ für diese freiheitslustigen Campingfreunde.

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Das waren nunmehr städtische Universitäts-Studenten, Schüler, Arbeitslose, dazu teils weitreisende „Hippies“, Bohemiens und viele aus New York, die sich ein besonderes Freizeitwochenende gönnen wollten.

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Die sozio-geistige Ausstrahlung ging von der zwanglosen Kleiderordnung, der Freizügigkeit und der anspruchslosen Versorgung an Essen, Trinken, Schlafen, Hygiene und Sanitärbedürfnissen aus. Bei Sonne, Wind und Wetter bildeten an die 400.000 junge Menschen eine Großversammlung unter dem Zeichen von Lebensfreude, Verpflichtungslosigkeit, Rauschmitteln, Friedlichkeit und musikalischer Dauerbeschallung – eine Ausnahmesituation, die anschließende Erholung erforderte.

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Für die Woodstock-Produzenten wurde es seitens der Veranstalter ein Debakel. Die Investitionen gingen über Kosten verloren, die Musiker wurden hinsichtlich der Verwertungs- und Folgerechte nicht angemessen bezahlt und hatten erhebliche Reiseerschwernisse hinzunehmen. Wer, wann spielte, wer gefilmt und wer promotiert wurde, stellte sich für viele Mitwirkende erst viel später heraus. Es spielten Musiker, von denen die Nachwelt unter dem Stichwort „3 Days Peace and Music“, Woodstock 1969″ nie genannt wurden.

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Die Hauptgruppen waren Gratefull Dead, The Who, Jefferson Airplane, Creedence Clearwater Revival, Janis Joplin, Canned Heat, Sly and the Family Stone, Keef Hartley Band, Ten Years After, The Band, Johnny Winter, Paul Butterfield Bluesband, Blodd, Sweat & Tears.

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Für etliche Musiker wurde der Auftritt in Woodstock zum wirkungsvollen Karriereschub. Dabei waren einige Musiker für das Publikum äußerst überraschend begeisternd: Carlos Santana Band, Crosby, Stills, Nash & Young, Joe Cocker Band, Richie Havens, Jimi Hendrix mit neuer Band + Mitch Mitchell, Drums, mit dem Star Spangled Banner.

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Das Musikprogramm endete am Vormittag mit Hendrix „Hey Joe“ vor restlichen etwa 30.000 Zuschauern und Abreisestimmung.

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Waren Jimi Hendrix und Kollegen wirklich der sozio-geistige Kern der Hippiebewegung 1969? welches war der Auslöser für den maßlose Einsatz für Libertinage und Freiheit? Hatten die jungen Amerikaner keine Liebe? wer von denen hatte den Friedensbedarf? keineswegs waren junggreisige Vietnamveteranen die Majorität im Woodstock-Publikum.

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Waren es die auf totalen Exzistentialismusparolen der vollgedröhnten Popstars, wie Janis Joplin, hereingefallenen übergedrehten Luxusjugendlichen, die da im Schlamm herumschlidderten?

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Immerhin wurde diese dreitägige Veranstaltung ein Symbol für westliche jüngere Menschen, die ihre Freiheitslust und ihren epikureischen und sexistischen Affen den Zucker gaben. Ihr Vorstellungshintergrund entstand aus Tanz- und Popmusiksozialisation mit weltweiten Blickfängen und akustischen Signalen und kulminierte in und durch US-Massenmedien und diesem Woodstock-Publikum. Es entstand vom 15. bis 17. August 1969 aus einem hunderttausende Festivalbesuchern zählendes, selbststeuernden sozialen Aggregat – dessen kollektive Dynamik in eine alle physisch überfordernde Verausgabung.

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Betrachtet man die konkret am WOODSTOCK-Fest beteiligten freiwilligen Freizeitmenschen, um hiermit eine soziologische Kohorte greifen zu können, die sich vom Üblichen, von der alltäglichen Sitte und Gebrauch, auch von diversen Gesetzen und vom Selbstverständnis als eine Woodstock-Gruppe begreifen müsste – kommen nur die ganz konkreten Kleinigkeiten am 15., 16. und 17. August 1969 zur Anrechnung:

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Also über die mühselige An- und Abreisegeduld, das ziemlich freimütige Lager, dass man als Notwendigkeit als Kriegsgefangene sicher schon rein äußerlich abgelehnt hätte, als Freiwilligkeit einer Partylust für drei Tage sogar angenehm empfand – keinen weiteren Gruppenzusammenhalt, der belastbar ist.

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Nennt man diese Gruppe „Baby Boomer“, trifft das zwar zu, lässt sich aber keine „Hippiebewegung“ fassen, die sicher weniger als 5% dieser Zugehörigkeit der Gesamtgruppe betrugen.

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Nennt man diese „GENERATION WOODSTOCK“ Hippiebewegung, sind ebenfalls nur eine sehr geringe Anzahl der Teilnehmer solche Selbstverständnis-Hippies. Die meisten waren völlig normale Nachwuchs-Konsumbürger, deren Devianzpotential bereits bei Militärdienst oder Wehrdienstverweigerung nicht ausreichte.

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Ob USA-Kinder, die kostenträchtige Ausbildungen angingen, ihrer Familie eklatant auf der Tasche lagen und deshalb es dort kaum „ewige Studenten“ geben konnte (Wer nicht spurte, wurde rausgeschmissen: A family who prays together stays together). GENERATION WOODSTOCK ist deshalb als eine Pointe von 1969 ungeeignet, anbetracht, was in jenem Jahr Alles geschah (Krieg, politische Morde, Raumfahrt). Eher ließe sich bei den Amerikanern von der Anti-Vietnam-Bewegung sprechen, die im Geiste der politischen Songmacher, die auch bei Woodstock auftraten.

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Z. B. JIMI HENDRIX war ein Weltweit-Exzentriker der Musikindustrie, dessen Kunst immer vorrangig den Kommunikationszielen galt, nicht dem Blues oder politischen Motiven, ähnlich Louis Armstrong, der für Weiße sang, weil es da das Geld gab, verfing sich HENDRIX im HIPPIE-Design, den Drogengewohnheiten und weniger einer Black Power oder Malcolm X und Martin Luther King-Ambition. HENDRIX hatte viele Jahre im Hintergrund von amerikanischen Show-Combos in Glitzerpartyanzügen Rhythmusgitarre spielen müssen, als dass er jetzt außer für sich selbst GENERATION WOODSTOCK-Kohlen aus dem Feuer hätte holen wollen.

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Willi Winkler schrieb vor einigen Tagen in der Süddeutschen Zeitung:

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„…Für Bob Dylan war das Festival nur „ein neuer Markt für gebatikte T-Shirts“ … Auch wenn sich die Veranstalter hundert Mal auf seinen Ruhm beriefen, der Woodstock-Künstler Dylan hatte keine Lust auf Woodstock. Selbst wenn er eine ganze Generation entzündet hatte, er wollte nicht ewig den Protestonkel machen. Dylan war nicht mehr der Dylan, der einmal „Masters of War“ geschrieben hatte, der vor der atomaren Apokalypse gewarnt und für die Bürgerrechtsbewegung gesungen hatte. Der neue Dylan war Familienmensch, der in der Bibel las und dort die Namen für seine Kinder fand, die er mit altväterlichem Fleiß zeugte … Die Sechzigerjahre waren im Wesentlichen ein Werk der Beatles, doch waren sie, was keiner wissen sollte, wie die Kulturrevolution in diesem Sommer selber bereits Geschichte…. Die Rolling Stones hatten ihr eigens Ende mit knapper Not überlebt, indem sie den unberechenbaren Gründer hinauswarfen; Brian Jones ertrank danach in seinem Swimming Pool: Seine treulosen Freunde widmeten ihm im Hyde Park ein Abschiedskonzert …“ so war der Hyde Park, im Juli vor Woodstock, was sie dann später in ALTAMONT, Californien durch das Hells Angels-Opfer ernsthaft abschlossen.

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Willi Winkler zieht die nicht völlig schiefe Analogie unter dem Titel, frei nach Joni Mitchell „We are Stardust“:

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„Wir sind Sternenstaub“

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des eine bestimmte Konsumfreizeitwelt umspielendes WOODSTOCK-Merchandizing zur heutigen weltweiten FACEBOOK-Scheinallgegenwart – die jüngeren Leute machen da mit, weil es alle machen und, weil dafür nichts weiter verlangt wird, als die HABEAS CORPUS AKTE, das Recht auf die eigenen Daten praktisch aufzugeben (mit dem ein einzelner doch wenig anfangen kann, außer das die IT-Designer ihm dafür seinen individuellen Solipsismus passgenau aufdrücken können).

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Ich fasse zusammen:

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In Deutschland erfuhr man von Woodstock zunächst an sich nichts. Erst als nach Monaten der große Film in die deutsche Kinos kam und das Hendrix-Gitarrengeheule der US-Hymne als Vietnam-Opposition unseren Gassenfunk erreichte, war plötzlich auch Livemusik wieder lebendig – mit Joe Cocker, mit Crosby Stills Nash and Young, mit der Santanaband und dem irren 17järigen Schlagzeuger, mit Jimi Hendrix‘ Abgesang auf den affirmativen Bedarf der Konsumenten: it ain’t me – the senators son, der John Forgerty auf den Index brachte, denn privilegierte Söhne konnten den Vietnamkriegsdienst umgehen, während bekanntlich noch Muhammad Ali als Cassius Clay für seine Kriegsdienstverweigerung bestraft worden war.

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Nach jenem großen bunten Film, mit der geschätzten THE WHO, kamen dann Woodstock-LPs im Dreierpack – ich hab‘ sie mir nicht gekauft (mir kam das vor wie „Hair und Aquarius“ – Friseurienen-Klimbim).

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Ich konnte weder damals 1969 auf SuperSession oder Otis, der tot is, die wirklich durchdringende Soul-Musik von STAX verzichten und mir fiel es wirklich nicht ein, zwischen uns Musikern der BEATLES-MANIA und einer fiktiven GENERATION WOODSTOCK einen sozio-geistigen Schluss zu entdecken, während wir doch auf den Unterschied erpicht waren; während eben HAIR oder MAMALOU von den Les Humphrey Singers allenfalls bei ARD und ZDF ankamen.

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Und heute kann man rückblickend ebenfalls keine sozialen oder sozio-kulturellen oder sozio-politischen Gemeinsamkeiten zwischen den angepassten Kleinbürgern der Lemminge „jener Baby Boomer“ und deren Überlebenden heute und den künstlerisch und politisch sensibleren Zeitgenossen festmachen. Kritik und Affirmation sind mit Blick auf Woodstock weder damals noch heute GENERATIONS-Kennzeichen.

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Ich zitiere noch eine Woodstock-Betrachtung aus dem „neuen deutschland“, Seite 17 von heute, vom 15. August 2019, von Thomas Lau, die mitr gefällt, weil darin soziales Verständnis gezeigt wird (die Coolnessgruppen):

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„50 Jahre Woodstock sind genug! Das geplante Jubiläumsfestival zum Jahrestag ist mittlerweile abgesagt

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Love, Peace & Freizeitpraxis

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Die etwas älteren Leser kennen vermutlich noch das Partyspielchen, „Wer hätte bei Woodstock eigentlich dabei sein müssen?“ Die etwas Jüngeren stellen eine ähnliche Frage zum „Live Aids“-Konzert, und die ersten Antworten lauten ganz bestimmt: BANANARAMA, Pet Shop Boys, Culture Club, Madonna, Tears for fears. Und wenn man zehn plausible Ańtworten zusammenhat, gibt es was zu trinken und man stellt sich die nächste Frage. dabei war Woodstock eine ziemlich ernste Sache, auch wenn man den Begriff „Mythos“ überhaupt nicht zu verwenden beabsichtigt.

Die Wochen vor dem ersten Festivaltag, Freitag, den 15. August 1969, verlaufen für die Popwelt verhältnismäßig turbulent. Höhepunkte sind dabei das Gratiskonzert der Rolling Stones im Londoner Hyde Park (mit obskur populären Vorgruppen wie King Crimson oder Family) sowie die erste Mondlandung. Ein paar wackelige Bilder gibt es vom Mond, von den Pop- und Rockstars dieser Tage sind längere Clips oder selbst Fotos – insbesondere im deutschsprachigen Raum – äußerst rar. Da liefert schon das bisschen „Beat-Club“ im Fernsehen einen seltenen, aber regelmäßigen Blick in eine weit entfernte Welt. Und dann kommt Woodstock.

Trotz der unzähligen Probleme für alle Beteiligten hinter, auf und vor der Bühne gelingt es der dreitägigen Veranstaltung, zu einem zentralen Ereignis in der Musik- und Popgeschichte zu werden. Entscheidenden Anteil daran haben der einige Monate später in die Kinos gekommene Dokumentarfilm über das Festival und das kurze Zeit danach erschienene, drei Langspielplatten umfassende „Woodstock“-Musikalbum. Allein die Länge des Films (184 Minuten) und der auch damals schon unübliche Umfang des Tonträgers verweisen auf die Größe des dokumentierten Ereignisses. Der Comic-Zeichner Charles M. Schulz gibt umgehend dem bis dahin namenlos auftretenden Vögelchen in seinen „Peanuts“-Comics den Namen „Woodstock“.

Mit diesem Bild- und Tondokumenten erhalten die Jugendlichen erstmals weltweit Informationen über eine sie interessierende Freizeitpraxis. Der Film zeigt weit mehr als nur die musizierenden Künstler, nämlich auch den Festivalalltag der Besucher, das Überleben vor Ort. Und so erfährt die sich nach Bildern sehnende Peergroup, was für eine halbe Million hauptsächlich US-amerikanische Gleichaltrige an einem langen Wochenende so als normal durchgeht. „Woodstock“-Film und -Schallplatten liefern somit Soundtrack und Manual für einen Lebensstil mit einer riesigen Reichweite. Verstärkt wird dieser Einfluss durch den zu Beginn der 70er Jahre noch notwendigen Kinobesuch, bei dem man sich dann erneut in der Gemeinschaft Gleichgesinnter der eigenen Normalität versichern kann. Das ist die erste Globalisierung eines Coolnesskonzeptes, das neben der Musik auch Kleidung, Frisuren und Freizeitaktivitäten beinhaltet. Etwas später werden der Musiksender MTV und heute unter anderem die Youtube-Influencer eine ähnliche Funktion übernehmen, mit der für die Verbreitung von Coolness-Mustern gesorgt wird.

Auf dem Woodstock“-Plattencover ist – seinerzeit ziemlich unüblich – kein virtuos musizierender Künstler zu sehen, sondern Publikum: ein sich umarmendes Pärchen, stehend, gehüllt in eine Decke, um sie herum Rasenfläche, Abfälle und weitere, meist liegende oder sitzende Festivalbesucher. Das Paar soll heute noch zusammenleben. Es hat sich damals also schon abgezeichnet, dass die in einen Kokon gehüllte Paarbeziehung allem Unbill der näheren Umgebung trotzen kann. Das ist natürlich auch cool. Auf der Hülle der englischen VHS-Kassette ist genau dieses Bild seitenverkehrt zu sehen. Was immer man damit auch zeigen will.

Der größte Verlierer dieser Veranstaltung ist die Rockgruppe Mountain, nölige Hardrocker um Leslie West, einen der am meisten unterbewerteten Gitarristen der Rockmusikgeschichte. Ihr Auftritt erscheint weder im Film noch auf dem ersten Schallplattenalbum. Sie schaffen es nicht in das Coolnessprogramm der 70er-Jahre-Partys. (Ich kann mich an keine Studentenparty oder Disco dieser Jahre erinnern, in der auch nur ein DJ einen Mountain-Song aufgelegt hätte. Ich wüsste auch nicht, welchen.)

Die Band Creedence Clearwater Revival dagegen benötigt den Festival-Hype nicht und verkraftet das Nicht-Erscheinen im Film und auf der Platte. Mit drei großen Singelhits im Gepäck („Proud Mary“, „Bad Moon Rising“, „Green River“) bekommen sie eine der höchsten Gagen auf dem Festival. Und mit ihrem zwei Monate nach Woodstock erscheinenden Song „Fortunate Son“ wird die berühmte Vietnam-Sequenz in dem Film „Forest Gump“ eingeleitet.

In einer ganz anderen Liga spielt Jimi Hendrix, Großverdiener bei Woodstock. Eigentlich als der Headliner vorgesehen, muss er schließlich am Ende des Festivals spielen, das sich aus diversen Gründen in den Morgen verschob. Und so gibt es nicht Jimi Hendrix zur Prime Time auf einer dunklen Festivalbühne vor über 300.000 Zuhörern, sondern Jimi Hendrix bei Tageslicht vor müden, abreisenden Festivalbesuchern, vielleicht 30.000 sind es, die noch ausharren. Das hat etwas Deprimierendes. Aber wie er in seiner Interpretation von „Star-Spangled-Banner“ die US-amerikanische Nationalhymne auf seiner Stratocaster zerpflückt, das geht auch heute noch als cool durch. Der Aufbruch verheißende Hendrix-Sound trifft auf den Abbruch des Festivalbesuchs vieler Zuhörer. Irgendwo zwischen Aufbruch und Abbruch, da ist die Haltung der Woodstockianer und die durch das Festival geschaffene Coolnessidee zu sehen.

Die Erwachsenen fliehen auf den Mond, ihre Kinder in die Musik. Das ist die Geburtsstunde der Generation W („Woodstock“), die eigentlich nur in der peinlichen Verniedlichung als „Baby Boomer“ bekannt geworden ist. Anschließend folgt – nicht nur im Alphabet – die Generation X. den Rest kennt man. Der Popkanon der aktuellen Generation Z setzt sich aus Greta Thunberg, Billie Eilish und einigen Youtube-Influencern zusammen. Und wenn man genau hinschaut, dann entdeckt man auch bei diesen jungen Menschen noch Elemente einer Inszenierungspraxis, die vor 50 Jahren begann.

Die Generation W hat ihre global gültige Style-Bibel gehabt. Bei Lollapalooza oder in Wacken, bei Coachella oder in Glastonbury werden ganz andere Aspekte ver- und behandelt.“

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Okee Dokee, mich hatte die Woodstock-Saure Gurke nicht bewegt – jetzt berührt mich imerhin, dass andere Zeitgenossen diesen Stempel zumindest erkennen – wenn ERIC BURDON über Hendrix sagte: Ich habe ihm Fernsehen mit Negerdiskriminierung gezeigt – es hat ihn nicht angesprochen oder berührt – Hendrix interessierte seine Karriere – sonst nur wenig.

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Brian Jones starb im Juli 1969

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