KARL KRAUS‘ FACKEL vor 100 Jahren Nr. 521 Januar 1920, zwei

Januar 14, 2020

Lichtgeschwindigkeit 9918

am Mittwoch, 15. Januar 2020

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Etwas, wie DIE FACKEL von Karl Kraus, für Hannover zu machen, wie es 1979 AF Teschemacher riet, wurde zu einem der ersten Abonnements auf LEBENSZEIT in LOSER FOLGE.

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40 Jahre Lebenszeit seither – so steuert die LICHTGESCHWINDIGKEIT nunmehr seit über zehn Jahren und an die 10 000 Ausgaben in täglicher Abfolge ebenfalls an den selbstgestellten Anspruch heran, eine überparteiliche unpropagandistische CHRONIK über die Kraftspiele am Beginn des neuen Jahrhunderts zu zeugen- ab 2009, bis 2020, womit Karl Kraus auch da mitschwingt.

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So will ich hier zum Schluß dieser intensiven Tauch- und Oberflächen-Schwimmerei der gutmütig-blöden Menschheit noch einige Zitate aus der FACKEL bringen, die jetzt 100 Jahre alt sind

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KARL KRAUS DIE FACKEL – im Jahr 1920:

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Überwiegend zweiwöchentlich – von 1899 bis zu seinem Tod im Jahr 1936, wurde die Entwicklung der Zeitschrift Die Fackel eine Biographie ihres Herausgebers. Von Anfang an war Karl Kraus nicht nur der Herausgeber, sondern auch der Autor der meisten Beiträge (ab 1912 alleiniger Autor). Während die Fackel zu Beginn durchaus mit anderen Zeitschriften (wie etwa der Weltbühne) vergleichbar war … Die letzte Nummer, erschienen vier Monate vor seinem Tod, endet mit dem Wort Trottel.

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Karl Kraus wurde 1884 in Böhmen, Österreich-Ungarn, geboren, studierte die deutschsprachigen Literatur- und Theaterkünste sowie die einschlägige Publizistik. Er war einer der bedeutendsten österreichischen Schriftsteller des beginnenden 20. Jahrhundert.

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DIE FACKEL Nr. 521 – 530 JANUAR 1920 XXI. JAHR, Seite 3. Das sind drei Texte mit kurzer Vorrede, die nebeneinander zu lesen sind, während ich sie hier hintereinander stelle;

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„Moriz und Max

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Das von der Republik geduldete, von der Wohnungskommission unangelastete geräumigste Schandhaus der ehemaligen Monarchie, die Neue Frei Presse, hat am 28. Dezember 1919 auf der ersten und der zehnten Seite ihres der offenen Prostitution gewidmeten Textteils – während die heimliche auf die billigere Vermittlung des Annonceenteils angeweisen bleibt – der europäischen Öffentlichkeit, die an dem Todesgrauen dieser Stadt fast wieder zu einem moralischen Bewußtsein gefunden hat, das folgende Schauspiel dargeboten:

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(linke Hälfte von Seite 3, 4 und 5)

Lord Curzon hat im Oberhause über die Notwendigkeit der hilfe für Wien gesprochen. Unglaublicher Luxus in den Oberklassen, Armut in der Mittelschichte, Hunger im Proletariat, so schildert er die Verhältnisse, die über örtliche Bedeutung hinaus die ganze menschheit beschäftigten. Der Gedanke läßt sie nicht ruhen, daß hier ein Volk in Elend verkümmert und vergeht. … Dieser uralte Mittelpunkt der politik und Kultur ist ein Problem geworden, an dem die Völker nicht werden vorübergehen können. Ein Schiff strandet oder ein Zug bleibt stecken und sofort entsteht die gefahr, daß selbst das verkürzte Stück Brot nicht verteilt werden kann. Wo der Kauf von ein Paar Schuhen unerschwinglich wird, für billigere Anzüge von Männern und Frauen so unzureichend gesorgt ist, Wäsche und Hausrat schon seit Jahren nicht ergänzt werden, der Winter in kalten Wohnungen zugebracht werden muß, auch die Küche oft nicht geheizt werden kann und die Wälder ausgerodet werden, damit die Armen wenigstens das nasse und so unausgiebige Holz in den Ofen steckten, wo solche Zustände sind, steht die Welt vor einer allgemeinen Pflicht. neben dem Mitleid muß die Politik eingreifen, weil keine Staatenordnung richtig sein kann, durch die Millionen ohne grundlegenden Beistand rettungslos werden müßten.

Die Mitglieder des Subkomitees der Reparationskommission in Wien haben das Verdienst, zu einem selbstsändigen Urteil über die verhältnisse in Österreich gekommen zu sein, keineswegs nach bloßem Augenschein, sondern durch viele Arbeit, durch sorgfältige Erhebungen und durch Heranziehung aller Persönlichkeiten, von denen sie hoffen durften, wertvolle Aufschlüsse zu erhalten. Sie wurden von ihren Regierungen nach Wien geschickt, um zu berichten. Aber von dem, was sie hier gesehen haben, bewegt, ist die Arbeit dieser ernsten Männer über den Bericht hinausgewachsen. … Lord Curzon sagte, das Grundübel wäre die außerordentliche Entwertung der österreichischen Krone; es sei kaum zu erwarten, daß Kohle aus der Czecho-Slowakai und Lebensmittel aus Jugoslawien reichlich nach Wien kommen, solange das Pfund Sterling mehr als fünfhundert Kronen gelte. …

… Wir dürfen hoffen, drei Monate ohne scharfe Nahrungskrise verbringen und das Leben des Hungers, gemildert durch fünfviertel Laib Brot und durch eine Spur von Fett, bis zur Schneeschmelze fortschleppen zu können.

… Lord Curzon hat erzählt, daß die Anträge des Subkommitees nicht bloß Kredite, sondern auch den Wiederaufbau wollen. Wir können die Verzehrung des Besitzstandes, die Verschwendung des Volksvermögens für den täglichen Betrieb und die unaufhörliche Zerrüttung des Geldes nicht mehr fortsetzen .. Wir sind nicht im Wiederaufbau, sondern im Niederreßen. –

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(rechte Hälfte von Seite 3, 4 und 5)

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„Wien wird jetzt ach den großen Umwälzungen mehr denn je darauf bedacht sein müssen, aus dem Fremdenverkehr Kapital zu schlagen. Führungen durch die kunst- und kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten, Ausflüge in die Umgebung bilden ein reiches Programm des Tages. Der Abned des Fremden gehört aber, meistens wenigstens, den Vergnügungslokalen, Die stereotype Frage: „Was machen wir heute abend?“ will täglich anders beantwortet werden. je besser sich der Fremde unterhält, je wohler er sich bei uns fühlt, desto leichter unser Erwerb zur Bestreitung der dringendsten Lebensnotwendigkeiten. Wir haben jetzt viele Fremde bei uns zu Gast, darunter viele, die zu uns gekommen sind, um unsere Not zu lindern. Am Tage wollen sie unserem traurigen Dasein zu Hilfe kommen, am Abend suchen sie ihren Zeitvertreib. Je mehr wir ihnen bieten können, desto größer die Propaganda, die sie nach ihrer Heimkehr für das Wien der künftigen, sorgloseren Tage machen werden.

Wir haben in diesem Jahre manch neues Vergnügungslokal erhalten. Zum schönsten zählt wohl unstreitig eines, das am 30. Dezember seine Tore öffnen wird. Es ist dies das Etablissement „Parisien“, das im Ronacher-Gebäude in der Schellinggasse völlig neu eingerichtet wurde und das Vornehmste bedeutet, das bisher in Wien auf diesem Gebiete geschaffen wurde. Geschickte, auf wohltuenden Geschmack und reizvolles Raffinement in gleicher Weise bedachte Raumkünstler .. haben hier viele glückliche Einfälle in Raumverteilung und Raumausstattung verwertet, um für Bar und Tanzsaal eine zweckdienliche und zugleich wirksame Lösung zu finden. Ein großes Vestibül, das in Grün und Gold diskret getont ist, führt den Gast in das Etablissement ein. Zur Ebenerde ist die Bar eingerichtet, ein überaus freundlich in Gold gehaltener Raum, der Gemütlichkeit aufkommen läßt und in zart lilafarbenen Nebenräumen die Möglichkeit für die Absonderung geschlossener Gesellschaften bietet. Aus dem Vestibül führt ein breiter Stiegenaufgang in Weiß und Rot zum Clou des ganzen, zum Tanzsaal. Die Steigerung des Farbenwirkung ist gut durchdacht. …

Vom dunkler gehaltenen Vestibül über den heller getönten Stiegenaufgabg kommt man in den in den hellsten Farben, Weiß, Orange und Rot, getauchten Tanzsaal. Bauherr des Etablissements ist Ronacher Ges. m. b. H., die in „Max“ eínen trefflichen Direktor und Leiter gefunden hat. Welchen Ehrgeiz dieser bei der Führung des Etablissments aufwendet, beweist wohl am besten die Tatsache, daß er es verstanden .. Ein schönes Heim – –

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(der dritte Text, Seite 5 + 6)

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„Max“ – der mit schelmischen Gänsefüßchen Begrüßte – ist kein Erzherzog, wohl aber einer der bedeutendsten Nachtkaffeekellner der franzjosefinischen Epochem die noch die Genugtuung erleben konnten ihn als Geschäftsführer walten zu sehen. Es ist gewiß erfreulich, daß er, ohne doch einer Restauration in irgendeiner Form abgeneigt zu sein, seine Dienste der Republik zur Verfügung gestellt hat. Wer Moriz ist, weiß man. Für welche Dienste er sein Lebtag Trinkgelder gekriegt hat, weiß man auch. Ob die Entente, die am Abend das „Parisien“ besuchen will, am Tage unserem wirklich traurigen Dasein zu Hilfe kommt, wenn sie sich dazu des Moriz bedient, weiß man allerdings nicht. Ob sie gut tut, statt seine Auslieferung zu verlangen, sich von ihm informieren zu lassen und dafür wieder ihn zu informieren, weiß man allerdings nicht. Man weiß nur, daß er unter jenen Persönlichkeiten, von welchen die Mitglieder des Subkomitees hoffen durften, wertvolle Aufschlüsse zu erhalten, hauptsächlich sich meint und daß die Fremden anstatt mit ihm deutsch zu sprechen, mit ihm englisch gesprochen haben. den wertvollsten Aufschluß haben sie erst jetzt erhalten. Mögen sie darnach noch weiter drauf erpicht sein, einen Menschen über die Schwelle ihrer Autorität zu lassen, der abgesehen davon, daß er den Fischen und Seetieren der Adria einen fröhlichen Leichenschmaus gewünscht hat, von einem Nachtlokal Trinkgeld nimmt, der der Zutreiber des Blutbordells war und nun die vollendete Schamlosigkeit hat, unsere Not als die Prostituierte des Luxus zu verhöhnen, aus dem Jammer einer Stadt die Gelegenheit für den Amüsierbedarf von Fremden zu machen und den Wiederaufbau eines schönen Schieberheims in welthistorischer Perspektive zum erhöhten Zeilentarif zu verherrlichen. Mag die Welt wie sie will mit einem öffentlichen Manne verfahren, der an einem Tag zugleich an die beiden Gefühle, die unsere Tragödie erweckt, so lebhaft appelliert hat: an das Mitleid und an die Verachtung; wenn sie die leidenden Personen der Handlung, die verblutenden, nur nicht am Mitleid verkürzt, anstatt den tätigen, den Leichenräubern und ihrer Publizistik, nunmehr Gelegenheit, zu einem selbständigen Urteil über die Verhältnisse in Österreich zu gelangen, wo Raubmenschen sich für 6000 Kronen in der Silvesterlage eines „Parisien“ ausstellen lassen anstatt das ganze Jahr am Schandpfahl zu stehen, und wo die Unterernährtheit den übrigen Teil der Bevölkerung hindert, bei solchem Fest alles kurz und klein zu schlagen; wo Hyänen als Volkswirte die Verschwendung des Volksvermögens für den täglichen Betrieb beklagen und als Inseratenagenten für den nächtlichen fördern; wo Schubiaks der Todesnot spotten dürfen, für die sich in einer Bar die zweckdienliche und zugleich wirksame Lösung finden läßt, wo die Menschheit je nach ihren Verhältnissen in Friedhöfe oder die Wurzlokale animiert wird, und nichts im Preis gesunken ist als die Ehre! Mag nun die Welt wie sie will berichten und urteilen; sich zu dem Problem dieses uralten Mittelpunkts der Kultur so oder so stellen. Ich erkläre jeden, Inländer und Ausländer, der durch zwanzig Jahre noch nicht genügende Aufklärung empfangen, wohl aber das hier gelesen hat und nach Eröffnung des „Parisien“ noch Stammgast der Neuen Freien Presse bleibt, also alle jene, die nicht durch die grausame Notwendigkeit einer redaktionellen Anstellung, sondern aus Mutwillen ihr ihren Namen zur Verfügung stellen, Staatsmänner, Professoren, Schriftsteller, für ehrlos und zwar in solchem Maß, daß selbst die Neue Freie Presse – von dem andern Nachtlokal gar nicht zu reden – Anstand nehmen müßte, ihren Besuch zu empfangen!“

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Dietmar Moews meint: Wie relativ bedenklich das Leben ist und wie besorgt man gegenüber den 20er Jahren von damals sein sollte?

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Was soll man raten oder wünschen – während die Leute machen, wie sie eben machen?

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KARL KRAUS‘ FACKEL vor 100 Jahren Nr. 521 Januar 1920

Januar 10, 2020

Lichtgeschwindigkeit 9904

am Sonnabend, 11. Januar 2020

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Als der Maler und Galerist Dietmar Moews im Jahr 1979, in Hannover, seine eigene Zeitschrift >Neue Sinnlichkeit< (in loser Folge) mit der NUMERO 0 begann, riet ihm sein älterer Freund, der Schriftsteller, Studioleiter und Film- und Fernsehaugur August-Friedrich Teschemacher (1908-1985), der längst im Himmel ist, doch so etwas wie DIE FACKEL( von Karl Kraus) für Hannover zu machen. AF Teschemacher wurde mein Abonnent auf LEBENSZEIT in LOSER FOLGE.

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Die geistig-ästhetische Reibung mit Hannover war mir für eine Neue Sinnlichkeit zu arm – so nahm ich es mit der großen „WESTLICHEN KUNSTPAUSE des 20sten JAHRHUNDERTS“ auf. Das war nunmehr vor über 40 Jahren – Neue Sinnlichkeit erschien kürzlich mit Blatt Numero 73 in Köln.

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Doch als ich im Jahr 2009 mit dem Aufbau der Piratenpartei in Berlin den Youtube-VIDEO-BLOG LICHTGESCHWINDIGKEIT in täglicher Folge begann, erinnerte ich mich wieder an A.F. Teschemacher und Karl Kraus DIE FACKEL, die eine unabhängige Chronik des deutschsprachigen Betriebs, ohne Unterbrechung bis 1936, bildet, die ein schaffender kritischer Geist schuf.

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So steuert die LICHTGESCHWINDIGKEIT, seit 2009 nunmehr nach über zehn Jahren und an die 10 000 Ausgaben in täglicher Abfolge ebenfalls an den selbstgestellten Anspruch heran eine überparteiliche unpropagandistische CHRONIK über die Kraftspiele am Beginn des neuen Jahrhunderts – ab 2009, bis 2020 – zu sein.

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So will ich hier zum Schluß dieser intensiven Tauch- und Oberflächen-Schwimmerei der gutmütig-blöden Menschheit noch einige Zitate aus der FACKEL bringen, die jetzt 100 Jahre alt sind – und heute einigermaßen betulich scheinen (auch weil uns die bitteren Machtkämpfe der JOURNAILLE nicht so nahe sind, wie sie damals dem Karl Kraus brodelten).

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Fackel-Reprint von 2001

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SO KARL KRAUS im Jahr 1920:

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Eine Zeitschrift herausgeben ist eine elitäre Leistung. Karl Kraus gab die einzigartige Zeitschrift DIE FACKEL auf eigene Rechnung allein heraus und schrieb und redigierte sie, überwiegend zweiwöchentlich – von 1899 bis zu seinem Tod im Jahr 1936.

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Die Entwicklung der Zeitschrift Die Fackel ist eine Biographie ihres Herausgebers. Von Anfang an war Karl Kraus nicht nur der Herausgeber, sondern auch der Autor der meisten Beiträge (ab 1912 alleiniger Autor). Während die Fackel zu Beginn durchaus mit anderen Zeitschriften (wie etwa der Weltbühne) vergleichbar war, wurde sie später mehr und mehr die privilegierte Form seines eigenen schriftstellerischen Ausdrucks. Karl Kraus war finanziell unabhängig und musste keine Rücksichten nehmen. Seine FACKEL wurde an Zeitungstrafiken verkauft und enthielt Annoncen. Aber so war Die Fackel allein sein Werk; es wurde darin ausschließlich gedruckt, was er für richtig hielt. Die letzte Nummer, erschienen vier Monate vor seinem Tod, endet mit dem Wort Trottel.

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Karl Kraus wurde 1884 in Böhmen, Österreich-Ungarn, geboren, studierte die deutschsprachigen Literatur- und Theaterkünste sowie die einschlägige Publizistik. Er war einer der bedeutendsten österreichischen Schriftsteller des beginnenden 20. Jahrhundert. Wer die Synchronität und den Ort Wien mit dem jüngeren Adolf Hitler betrachtet, wird Lockerungsübungen nötig haben. Kraus war allgegenwärtig, reiste im Deutschsprachigen, machte Lesungen und Auftritte, besuchte Premieren von WIEN bis BERLIN, war Publizist, Satiriker, Lyriker, Aphoristiker, Dramatiker, Förderer junger Autoren, Sprach- und Kulturkritiker sowie vor allem ein scharfer Kritiker der vorherrschenden Presse und des Hetzjournalismus seiner Zeit bzw. – wie er selbst es ausdrückte – der Jounaille.

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DIE FACKEL Nr. 521 – 530 JANUAR 1920 XXI. JAHR, Seite 1

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„Randbemerkung

Gesprochen am 14. Dezember

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Nun folgt die Szene „Wilhelm und die Generäle“.

Leser und Hörer waren vielfach der Meinung, diese Zeichnung des gekrönten Scheusals beruhe auf Erfindung. Wer aber, frage ich, könnte derlei erfinden? Und wie müßig wäre solche Anstrengung der Phantasie vor der Leistung der Natur! Nun, da die „Randbemerkungen“, die er uns an den Abgrund schrieb, erschienen sind, wird man der Natur dieses Meisterstück glauben. Mir waren sie keine Enthüllung. Aber auch das, was in der folgenden Szene enthalten ist, war mir, als ich’s erfuhr, keine Enthüllung. Denn ich wußte längst, wie dieser Mensch sprach, ich hörte sein Wolfslachen, ich konnte bellen wie er, ohne dass ich ihn bellen gehört hatte. Ich wusste, er bellte. Einmal tönte mir einer, der ihn gehört hat, seine Stimme vor, und es war ein Erlebnis, dass es eben dieselbe Stimme war, die ich mir vorgestellt hatte. So musste ich recht gehört haben, was ich nicht hörte; so war jener ein guter Darsteller; und diese Wilhelms Stimme. Ich hatte ihr stets den Weltkrieg zugetraut, ja selbst dass sie zu Hans Müllern in der Hofburg sprechen könnte! Meine Szene aber, die nur in der Komposition erfunden ist, beruht teils auf den gedruckten Aussagen des Kontreadmirals Persius, teils auf Berichten über Gastspiele in Donau-Eschingen und Schönbrunn, die ich selbst von schaudernden Ohren- und Augenzeugen erhalten habe.

Denn es ist so, dass auch jene, die es sahen und hörten, es nicht glaubten und noch heute nicht glauben können, wie all das Unglaubliche, das wir erfahren haben und dass ein Volk von solchem Monstrum die Fasson für Leben und Sterben empfing und ihm zuliebe Hass und Hunger von der Welt übernahm. Nur ich habe es geglaubt; und eben darum will man mir’s nicht glauben. Ich habe eigentlich nichts verändert als, zum Teil, die Namen des von der majestätischen Gunst betroffenen, der Gnade wehrlos preisgegebenen Hof- und Militärgesindes. Jede Gebärde, jedes Wort ist von jener grauenhaften Echtheit, ohne die ja auch dieser Weltkrieg nicht glaublich wäre. Es ist, nehmt alles nur in allem, die Gestalt, die die Menschheit regiert und geschlagen hat und um deren Konterfei, Andenken und womöglich Wiederkehr die Jugend dieses hoffnungslosen Deutschland Schule und Staat stürzen will“.

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DIETMAR MOEWS 1978
Ballhof-Galerie Hannover mit Ausblick auf das Hitlergebäude

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etwa 1938, Karl Kraus war gerade tot – Hitlerjugend marschiert am Ballhof, entlang der späteren Ballhof-Galerie

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1981 – Posieren mit dem Lieblingsauto auf dem Ballhofplatz in Hannover-Altstadt

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Volvo 1800 ES in HJ-Perspektive auf dem Ballhof in Hannover

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Dietmar Moews Ballhof-Galerie Hannover, rechts der Volvo, 140cm/140cm, Öl auf Leinwand

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Sabine + Dietmar mit Volvo am Ballhof


Amos Oz 1939 – 2018 Kurznachruf

Dezember 28, 2018

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am Samstag, den 29. Dezember 2018

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Amos Oz wurde als Amos Klausner am 4. Mai 1939 in Jerusalem, in Palästina, geboren, ist jetzt 79-jährig, am 28. Dezember 2018 in Tel-Aviv an einem Krebsleiden gestorben.

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Amos Oz war ein israelischer Schriftsteller und Journalist. Außerdem war Amos Oz Mitbegründer der politischen Bewegung „Peace Now“, die er zu Marketing und Kommunikation intensiv massenmedial auf seinem internationalen Buchmarkt betrieb.

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Sein Schulort und seine Schule werden nicht publiziert. Nach dem Suizid seiner Mutter trat der Sohn 1954 dem Kibbuz Chulda bei und nahm den Namen Oz an (dt. „Kraft, Stärke“). Während des Studiums der Literatur und Philosophie an der Hebräischen Universität von 1960 bis 1963 veröffentlichte Oz seine ersten Kurzgeschichten in der Literaturzeitung Keshet (dt. „Regenbogen“).

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Von 1987 bis 2005 war Oz ordentlicher Professor für hebräische Literatur an der Ben-Gurion-Universität des Negev in Be’er Scheva. 1993 erhielt er dort den Agnon-Lehrstuhl für moderne hebräische Literatur.

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Oz war nach 1967 ein prominenter Befürworter der „Zwei-Staaten-Lösung“ im Nahostkonflikt. Er nahm am Sechstagekrieg und am Jom-Kippur-Krieg teil und gründete in den 1970er Jahren mit anderen Schalom Achschaw (Peace Now), eine israelische Organisation. In seinen Reden und Essays attackierte Oz häufig die anti-zionistische Linke beziehungsweise warf ihr Selbstaufgabe vor.

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Oz hat eine Reihe von Romanen und Erzählungen, einige Essaybände und drei Kinderbücher verfasst, darüber hinaus zahlreiche in Zeitschriften erschienene Artikel und Essays. Seine Arbeiten wurden in 36 Sprachen übersetzt, was ihn zum meistübersetzten israelischen Autor macht.

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In Deutschland wurde er bekannt mit den Romanen „Ein anderer Ort“, „Allein das Meer“ oder „Verse auf Leben und Tod“. Oz war 1992 Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels. 1998 wurde er für sein Gesamtwerk mit dem Israel-Preis ausgezeichnet.

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Amos Oz wohnte zuletzt in Arad in der Negev-Wüste.

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Paul Allen 1953 – 2018 Kurznachruf

Oktober 17, 2018

Lichtgeschwindigkeit 8593

am Donnerstag, 18. Oktober 2018

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Paul Gardner Allen wurde am 21. Januar 1953 in Seattle, Washington, USA, geboren, wo er jetzt 65-jährig, am 15. Oktober 2018, gestorben ist.

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Paul Allen war ein einzigartig herausragender Geschäftsmagnat, Investor und Philanthropist, mit einer Schlüsselfunktion in der Explosion der IT-Revolution in den 1970er Jahren in den USA und weltweit, verbunden mit den Namen MICROSOFT und dem seines Partners BILL GATES. Allen war unverheiratet, hatte keine eigene Familie und beteiligte seine Schwester Jody Allen an seinen weitreichenden unternehmerischen Aktivitäten. Er starb an den Folgen einer Non-Hodgkin-Lymphom-Erkrankung.

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Nach dem Schulabschluss studierte Allen an der Washington State University, ging aber nach zwei Jahren ab, um kommerzielle Software für die neuen Personal Computer (PC) zu schreiben. In dieser Zeit gründete er zusammen mit Gates sein erstes Unternehmen, mit dem sie Software für Verkehrszählungen entwickelten. 1973 begann er bei Honeywell als Programmierer. Später überzeugte er Gates, die Harvard University (Boston) zu verlassen, um mit ihm eine Firma zu gründen.

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Allen und Gates – sie gründeten im Jahr 1975 die Firma Microsoft in New Mexico, USA, die bald größte PC-Software-Firma. Damit begann die Kleincomputer-Revolution, genau wie ihre bald den Weltmarkt dominierenden Windows-Betriebssysteme. Im März 2018 wurde Paul Allen die geschätzt 44st reichste Person der Welt mit etwa $ 21,7 Milliarden Werten. Man nannte ihn auch Visionär der „vernetzten Welt“.

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Microsoft in Albuquerque begann einen BASIC-Interpreter zu verkaufen. 1980 war er wesentlich dafür verantwortlich, dass Microsoft für 50.000 US-Dollar das Betriebssystem 86-DOS kaufen konnte. Danach erhielt Microsoft einen Vertrag, um 86-DOS als Betriebssystem für den neuen PC von IBM zu liefern. Dies wurde zur Grundlage für das Wachstum von Microsoft.

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1972 gründete er, ebenfalls schon mit Bill Gates, den Microsoft-Vorgänger, die IT-Firma „Traf-O-Data“. Sein „Interpreter-Programm“, machte die Programmiersprache BASIC lesbar für den neuen Mikrocomputer „Altair 8800“. Allens System wurde vom Altair-Hersteller MITS übernommen, was sein Durchbruch war: eine Computerfirma kaufte sein Programm für ihre Rechner, statt ein eigenes zu schreiben!

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Der Grundstein für Microsoft als Hersteller von Betriebssystemen war gelegt und Paul Allen dachte sich den Namen der Firma aus: „Micro Soft“.

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Kurze Zeit später lieferten Allen und Gates mit MS-Dos die Betriebssoftware für den „IBM Personal Computer“. Streng genommen gab es zwar schon vorher PCs, aber der Erfolg der Desktop-Computer von IBM war durchschlagend. Microsoft wurde zum führenden Software-Händler. Kurze Zeit später verkauften sie die erste Computermaus für den Massenmarkt. Und immer mehr Haushalte bekamen ihren eigenen PC. So gut wie alle marktüblichen PCs mit Windows-System beruhen auf dem IBM-Gerät von damals.

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Allen schied 1983 bei Microsoft aus, nachdem bei ihm ein Hodgkin-Lymphom diagnostiziert worden war. Im November 2000 trat Allen auch von seiner Position im Aufsichtsrat von Microsoft zurück, wurde aber gebeten, weiterhin als strategischer Berater für Microsoft tätig zu sein.

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Alsdann war Allen Gründer und Chef der Vulcan Inc, die seine vielfältigen Unternehmungen und philanthropische Aktivitäten steuerte. Er hatte ein Mehrmilliarden-Investment-Paket. Dazu zählen Technologie- und Medienunternehmen, Wissenschaft und Forschung, Immobilienfirmen, private Raumfahrt-Projekte, ferner Anteile in weiteren Feldern. Allen besaß zwei kommerzielle Sport-Teams und war Teilhaber bei den Seattle Sounders FC (Profi-Fußball), die im Jahr 2009 in die oberste Fußball-Liga der USA aufgenommen wurde.

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Allen war auch Gründer des Allen Institut für Hirnforschung, ferner des Intituts für künstliche Intelligenz, des Institute für Zellforschung, ferner Weltraum- Eroberungs-Systeme. Er gab mehr als 2 Milliarden Dollar für Erziehungs-, Wildtierschutz und Umweltschutz, sowie im Kunstgeschäft, Gesundheitsversicherung sowie weiterer Gemeinschaftsanliegen. Allen erhielt zahlreiche Preise und Ehrungen in verschiedenen Arbeitsfelder, und TIME-Magazin zählte Allen in den Jahren 2007 und 2008 zu den „Einflussreichsten 100 Leuten in der Welt“

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Im August 2010 strengte Paul Allen über sein Unternehmen Interval Licensing Gerichtsverfahren gegen Google, Apple, Yahoo, Facebook, Ebay und andere Softwareanbieter an, die er beschuldigte, bei Benutzeroberflächen Technologien einzusetzen, auf die er die Patente besitzt. Gegen Microsoft wurde keine entsprechende Klage eingereicht. 2014 wurde die Klage wegen der Verletzung von Patenten für Pop-Up-Nachrichten vom U.S.Court of Appeals for the Federal Circuit wieder zurück verwiesen, nachdem eine Richterin vom US District Court sie schon abschlägig beschieden hatte.

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Er unterzeichnete 2010 die als „The Giving Pledge“ bekannt gewordene Kampagne von Bill Gates, mit Warren Buffet, die wohlhabende Menschen in die Pflicht nimmt, große Teile ihres Geldes für Bildung, Wissenschaft und Medizin auszugeben. Allen versprach, mehr als die Hälfte seines Vermögens zu spenden. 2011 wurde Allen in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. Alleine über die Paul G. Allen Family Stiftung spendete er daher jedes Jahr 30 Millionen US-Dollar. Auf seinem Twitterkanal konnte man noch bis vor kurzem über die neusten Ideen Allens lesen.

Mit seinem Geld gründete der Geschäftsmann über 140 weitere Firmen der Technikbranche, gemeinnützige Organisationen und kaufte Sportvereine. Das Großunternehmen Vulcan Inc, ist das Dach vieler dieser Aktivitäten und wurde gemeinsam mit seiner Schwester Jody Allen geführt. Im Laufe der Zeit investierten sie über zwei Milliarden US-Dollar für die Allgemeinheit.

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Allen und seine Schwester Jodi Allen waren gemeinsam Eigentümer und Chefs der Vulcan Productions, einer Fernseh- und Filmproduktionsfirmamit Sitz in Seattle einschließlich der Unterhaltungs-Abteilung der Vulcan Inc. Ihre Filme erhielten verschiedene Anerkennungen, von „Peabody“ zu „Independent Spirit Awards, Grammys und Emmys. Allein im Jahr 2014 gewann Allens Film „We The Economy, 12 Preise, einschließlich einem Netz-Preis für „best Online News & Politics Series. Die Filme wurden, neben weiteren, auch für Golden Globes und Academy Awards nominiert

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2013 beteiligte sich Vulcan Productions an dem Film „Girl Rising“, des Regisseurs Richard E. Robbins, der Mädchengeschichten erzählt, die in verschiedenen Teilen der Welt eine Bildung suchen. Weltweit sahen über 205 Millionen Haushalte „Girl Rising“ zur CNN und CNN-International-Premiere. Und mehr als 4 Millionen User haben Girl Rising im Internetz angeschaut. Im mit dem 10×10 Programm zusammenarbeitenden Spenden-Aktion wurden über 2.1 Millionen Dollar zur Förderung der Bildungshilfe für Mädchen gesammelt.

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1993 finanzierte Allen ein sich über zwei Jahre erstreckendes Gerichtsverfahren, in dem die Familie des Rockgitarristen Jimi Hendrix, aus Seattle, die Rechte an dessen Musik zurückerlangte. Diese Rechte waren angeblich vorher vom Nachlassverwalter ohne Genehmigung verkauft worden. Allen finanzierte auch den Kauf diverser Gegenstände aus Hendrix’ persönlichem Besitz (unter anderem die Gitarre, die Hendrix beim Woodstock-Festival spielte). Diese Gegenstände wurden dann im Rahmen von Ausstellungen des Experience Music Projektes öffentlich zugänglich gemacht.

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2006 zeigte Allen erstmals eine Auswahl von 28 Gemälden seiner privaten Kunstsammlung der Öffentlichkeit. In dem von Frank Gehry erbauten Experience Music Project in Seattle stellte er unter dem Titel DoubleTake: From Monet to Lichtenstein Werke von Herbert Bayer, Jan Brueghel der Jüngere, Giovanni Antonio Canal, Paul Cézanne, Willem de Kooning, Edgar, Max Degas, Eric Fischl, Paul Gauguin, Nan Goldin, Jasper Johns, Roy Lichtenstein, Edouard Manet, Claude Monet, Pablo Picasso, Pierre-Auguste Renoir, Gerhard Richter, Mark Rothko, Georges Seurat, Paul Signac, Thomas Struth, William Turner, Vincent van Gogh und Kenji Yanobe aus.

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2004 bestätigte Allen, dass er der alleinige Investor für das Space Ship One war. Dabei handelt es sich um ein Experimentalflugzeug für kommerziellen suborbitalen Raumflug. Mit SpaceShip One gelang der erste privat finanzierte suborbitale Raumflug. Damit gewann das Projekt den eigens hierfür ausgelobten Ansari X-Prize.

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Ende 2011 gab Allen bekannt, über seine neue Firma Stratolaunch Systems das mit einer Flügelspannweite von 116 Metern bis dato größte Flugzeug der Welt bauen zu wollen. Mit dem Flugzeug sollen in der Luft mehrstufige Raketen gestartet werden. Dieses Idee konnte Allen jetzt nicht mehr erleben.

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Im Jahr 2003 wurde Allens Yacht Octopus in Betrieb genommen. Gebaut als Gemeinschaftsarbeit von Lürssen in Bremen und der Howaldtswerke-Deutsche Werft in Kiel, gehörte sie mit 126,20 Metern Länge, einem eigenen U-Boot und mehreren Beibooten seinerzeit weltweit zu den zehn größten Yachten. Allen besaß zwei weitere Yachten, darunter die 92 Meter lange Tatoosh, die von der Rendsburger Werft Nobiskrug gebaut wurde. Mit ihrer Ankerkette sollen Mitte Januar 2016 über 4300 m² des Riffs von West Bay vor den Cayman Islands zerstört worden sein. (Quelle: Wikipedia u. a. am 17. 10. 2018).

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Billy Graham 1918 – 2018 Kurznachruf

Februar 22, 2018
Lichtgeschwindigkeit 7966

Vom Donnerstag, 22. Februar 2018

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William Franklin „Billy“ Graham KBE wurde am 7. November 1918 in Charlotte, North Carolina, USA, geboren, und ist jetzt 99-jährig, am 21. Februar 2018, in Montreat, North Carolina gestorben. Graham war ein US-amerikanischer Baptistenpastor und Erweckungsprediger des Evangelikalismus.

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Graham litt an der Parkinson-Krankheit sowie an Prostata-Krebs. Er beendete im Jahre 2000 seine Missionsarbeit. Er predigte jedoch auch später noch vor großem Publikum.

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Billy Graham wird in den Vereinigten Staaten nicht nur von konservativen Theologen als einer der einflussreichsten Christen des 20. Jahrhunderts bezeichnet. In politischen Fragen trat er auf Seiten konservativer Rechter in den USA auf. Kritik erntete Graham dafür, sich für den Vietnamkrieg einspannen zu lassen. Er unterstützte die Soldaten geistlich im Krieg der USA in Vietnam durch Truppenbesuche und Großveranstaltungen (crusades) zu Weihnachten 1966, 1967 und 1968.

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Graham und seine Frau Ruth Bell Graham, die als Tochter von Missionen in China und Korea aufwuchs, haben drei Töchter und zwei Söhne, die ebenfalls in amerikanischen evangelikalen Kirchen aktiv und überregional bekannt sind. Sein Sohn Franklin Graham führt die Geschäfte der Billy Graham Evangelistic Association. Billy Graham lebte bis zum Tod seiner Frau, die 2007 im Alter von 87 Jahren starb, mit ihr zusammen in Montreat, North Carolina, wo auch er im Februar 2018 im Alter von 99 Jahren starb.

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Graham soll mit der BGEA, deren Geschäftsführer er war, ein Vermögen von 384,4 Millionen Dollar erwirtschaftet haben. Die BGEA vertreibt Bücher, Magazine, CDs, Videos, DVDs und sammelt Spenden

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Jerry Lewis 1926 – 2017 – Kurznachruf

Januar 21, 2018
Lichtgeschwindigkeit 7524

Vom Montag, 21. August 2017

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Der US-Amerikaner Gerald „Jerry“ Lewis wurde am 16. März 1926 als Joseph Levitch in Newark, New Jersey, USA, geboren, ist jetzt 91-jährig, am 20. August 2017 in Las Vegas, Nevada, zu Hause gestorben.

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Jerry Lewis war der bekannteste amerikanische Komiker des vergangenen Jahrhunderts und erfolgreich als Schauspieler, Sänger, Produzent, Drehbuchautor und Regisseur.

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Lewis’ Vorfahren waren aus Russland emigrierte Juden. Sein Vater Daniel Levitch war Sänger und Vaudeville-Darsteller, seine Mutter Rachel Levitch (geb. Brodsky) Klavierspielerin bei einem Radiosender. Lewis trat seit 1939 mit dem auch „Pantomimikry“ genannten Record Act auf, bei dem er Schallplatten bekannter Künstler abspielte und dabei, Grimassen ziehend, tat, als ob er sänge.

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Bereits im Alter von fünf Jahren begann er zu spielen und aufzutreten. Später flog er von der Irvington High School. Wegen eines Herzfehlers wurde er vom Armeedienst im Zweiten Weltkrieg befreit.

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Weltweit bekannt wurde er nach dem Zweiten Weltkrieg durch eine zehnjährige Zusammenarbeit mit dem Sänger und Entertainer Dean Martin. Als Duo Martin&Lewis wurde sie zu einem der erfolgreichsten Comedy-Teams der Nachkriegszeit. Nach Trennung des Duos wurde Lewis ein eigenständiger Solostar.

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Jerry Lewis spielte in über 70 Kinofilmen – überwiegend als Duo Martin&Lewis -, die auch in deutschen Synchronfassungen erfolgreich waren, ferner spielte er in zahlreichen Fernsehfilmen und -serien sowie spielte er in Broadway-Shows und schrieb Drehbücher.

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Lewis hat zwei Sterne auf dem WALK OF FAME in L. A. und zahlreiche Preise.

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Sein Leben lang war Lewis ein weltbekannter Humanist, der als Spendensammler die Forschung in Muskelschwund wirkte. Bis zum Jahr 2011 diente er als Vorsitzender und Sprecher der Muscular Dystrophy Association und betrieb von 1952 bis 1959, Telewerbung für Spenden, alsdann zu den Labor-Day-Wochenenden von 1966 bis 2010 und alljährlich live Jerry Lewis MDA Telethon (also referred to as Jerry Lewis Extra Special Special, Jerry Lewis Super Show and Jerry Lewis Stars Across America).

Fast ein halbes Jahrhundert lang sammelte er annähernd 2,6 Milliarden US-Dollars Spenden für die Muskelschwundforschung.

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Jerry Lewis war der Meinung, dass Hollywood-OSCAR und Politik eiander fern bleiben sollten. Im Dezember 2015 gab Lewis für EWTN’s „World Over“ ein Interview mit Raymond Arroyo, in dem er seine Ablehnung ausdrückte, dass die USA syrische Flüchtlinge aufnimmt: „Niemand hat schwerer für die menschlichen Bedingungen als ich, aber sie gehören nicht zur menschlichen Gemeinschaft, wenn 11 Typen in einer Gruppe von 10.000 ISIS sind. Im selben Interview kritisierte Lewis Präsident Barack Obama, gegen ISIS unvorbereitet gewesen zu sein, und brachte seine Unterstützung für Donald Trump zum Ausdruck, der ein guter Präsident sein würde, denn er war ein guter Showman. Ihm habe die Präsidentschaft von Ronald Reagan auch gut gefallen.

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