Jaron Lanier – IT-Idealist erhält Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2014

Oktober 12, 2014

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am Sonntag, 12. Oktober 2014

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Der US-Bürger Jaron Lanier hat heute in Frankfurt am Main den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels angenommen und eine Rede gehalten.

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Er prägte den Begriff Virtuelle Realität, mittlerweile kritisiert er den digitalen Kapitalismus – allerdings nicht realitätsfern, sondern kritisch.

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Lanier, 54, ist einer der schärfsten Kritiker der digitalen Ökonomie, dabei hat er selbst jahrelang in Tech-Konzernen gearbeitet. Anfang der Achtziger etwa war Lanier für den Unterhaltungselektronikkonzern Atari tätig. Er gilt als Pionier der Anfangsjahre des Internets.

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Sein jüngstes Buch „Wem gehört die Zukunft“ werde zu einem Appell, wachsam gegenüber Unfreiheit, Missbrauch und Überwachung zu sein.

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Lanier kritisiert das Geschäftsmodell von Internetunternehmen wie Google und Facebook, die massenhaft persönliche Daten von Internetnutzern sammeln und die damit verbundene Reichweite für Werbung nutzen. Der Reichtum werde so in den Händen einiger weniger Unternehmer konzentriert, fürchtet Lanier, während die breite Mitte der Gesellschaft leer ausgeht. „Wir brauchen eine neue Art von Balance“, sagte Lanier in Frankfurt.

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Er sieht sich als „digitalen Idealisten“. Der Schriftsteller Lanier plädiert für die schrittweise Einführung eines neuen Modells der Internetwirtschaft, bei dem die privaten Urheber von Informationen für jeden Aufruf ihrer Daten mit Kleinstbeträgen vergütet werden sollen.

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Dietmar Moews meint: Der IT-Fachmann Jaron Lanier ist kein Idealist im Sinne von Utopist oder Antirealist, sondern er setzt seine Begabung und seine Urteilskraft für das Ideal der Menschlichkeit und der Menschheit ein.

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Lanier weiß, dass Menschlichkeit Allzumenschlichkeit ist. Allzumenschlichkeit bedeutet, dass der Seinsschlüssel sich eben nicht nach realitätsfernen Idealen richtet, sondern immer auch ökonomisch aufgehen muss.

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Es ist lebenswichtig, dass IT-Fachleute wie Jaron Lanier prominent gemacht werden, denn nur von denen können Lösungen kommen.

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Laniers Forderung, heute in seiner Ansprache in Frankfurt, dass der Mensch über dem Computer stehen soll und nicht umgekehrt Computer, Rechnerkapazitäten und Algorithmen die Menschheit beherrschen, steht so bereits im Kern des „Berliner Manifestes“ von Dietmar Moews (Berlin: 2009):

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„Ohne Menschen sind Computer Raumwärmer, die Muster erzeugen“.

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JARON LANIER – Internet-Vordenker erhält Friedenspreis des deutschen Buchhandels 2014

Juni 5, 2014

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am 5. Juni 2014

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Der Internet-Vordenker Jaron Lanier, heute einer der wichtigsten, weil kompetentesten Berater der Restwelt zu Fragen für die digitale Revolution, hat nach Mitteilung heute die bekannte Auszeichnung der deutschen Wirtschaft, mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten.

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Dietmar Moews meint: Gut. Laniers Ansage der „viruellen Realität“ ist im Kern der gleichen Einsicht geschuldet, die Dietmar Moews im Jahr 1978 zur Publikation der Neuen Sinnlichkeit geführt hatte: Die Abkopplung der sinnlichen Leibesaussichten von der Realwelt und der Vorstellungsorientierung. Peter Handke zielte mit seiner „Fernfuchtelei“ – viele Jahre später – ebenfalls auf diese Problematik der neuen Sinnlichkeit.

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Es kann jetzt schon vorhergesagt werden, dass Lanier genauso wenig die öffentliche Diskussion erhalten wird, wie die Vernichtung die ehedem emanzipatorischen Wunschvorstellungen der europäischen Juden des ZIONISMUS – der Formierung der Juden in Palästina, heute durch die völkerrechtswidrige Annexion und Bauvorhaben außerhalb der grünen Grenze Israels: Israel schafft sich ab.

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Die Weltöffentlichkeit lässt sich eher ablenken als zu geistigen Beziehungen zu stimulieren. Allein Not und Stress lösen sozio-geistige Prozesse aus.

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Die klassischen Motivlagen des Egoismus, Altruismus oder der ästhetischen Orientierung sind nicht maßgeblich, wenn Menschen sich sozial bewegen sollen. Im Schatten von Syrien, Ukraine und Dollarkrise lassen sich Buchpreise und Eroberungskriege auch als IT-Revolution durchziehen. Der IT-Mensch ist keineswegs intelligenter als die normalen Gespenster es waren.

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