Neue Sinnlichkeit 70 Blätter für Kunst und Kultur in Köln erschienen

November 26, 2017
Lichtgeschwindigkeit 7755

Vom Montag, 27. Januar 2017

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Neue Sinnlichkeit 70 Blätter für Künstler statt für Günstlinge ist jetzt im November 2017 in Köln am Rhein erschienen.

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Verlässlich, wie es in loser Folge gemeint ist, erhalten alle Abonnenten auf Lebenszeit unverzüglich ihr persönliches Exemplar per Post gesendet. (Wer als Abonnent seine Adresse ändert, gebe das bitte beim Herausgeber in Köln bekannt, und das Licht wird weiter leuchten).

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In der Fortsetzung, Folge 19, des Aufklärers Adolph von Knigges „Über Eigennutz und Undank“ kommen das Günstlingswesen des 18. Jahrhunderts, der Nepotismus und die damals übliche Korrumpierbarkeit im Berufs- und Geschäftswesen zum Zuge (Kap. 36 und 37). Damit werden die deutsche Salonpersonnage und die heutige Staatskunst als Günstlingswesen angesprochen.

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„Zum Geleit

Grüß Gott, liebere Leserin, Grüß Gott, lieber Leser. Die Inderin Vandana Sikka sagte kürzlich: „Computerwissenschaft ist die neue Alphabetisierung .. im finsteren Mittelalter habe der Anteil der Menschen, die lesen und schreiben konnten, bei knapp 6 Prozent gelegen. Heute könnte weniger als 1 Prozent der Weltbevölkerung programmieren .. Das ist ein großen Problem. Wir sind im Mittelalter, wenn wir an Computer denken.“ (Sie ist die Frau von Vishal Sikka, dem langjährigen SAP-Entwicklungschef, der heute den indischen IT-Dienstleister INFOSY leitet).

Ich bin einfach nicht überzeugt. Mich interessiert der mögliche Triumph unfallfreier Drohnen oder menschloser Mobilität nicht. Die Neue Sinnlichkeit akzentuiert immer wieder das Material und die Sinnesorientierungen. Man muss das Material der Welt und dessen Wandlungen und Bearbeitungsmöglichkeiten im menschlichen Sinn erkennen. Mit eigenen Sinnen und Leib das Material und die Prozesse erkennen. Es geht um ein Diesseits von Gut und Böse und um soziale Interdependenz, um Wahrheit von Lebensbejahung und Moral, als Fairness, so weit die Sinne reichen. Es geht um Momentaufnahmen im Materialwandel und, welche Kunst Menschen daran wenden. Die Wahrheit der Kunst liegt in der Bejahung der Springlust, ins Offene hinein neue Kunst zu schaffen. Wer dafür nicht eintritt, lebt im Mittelalter. Wer Kunst und unechte Kunst, Wahrheit und sinnloses Machwerk gleichstellt, lebt verkappt und unentfaltet. In der Mehrheitsgesellschaft ist das ein Fluch. Heilig sind Freiheit, Toleranz und Solidarität.“

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Mit einer Portraitzeichnung des verdienten RUPERT NEUDECK hat HENDRIKJE GRÖPLER an Heft 70 mitgewirkt.

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„Dietmar Moews‘

LEXIKON DES KUNSTWESENS

Rupert Neudeck

Rupert Neudeck, N. war ein deutscher Citoyen, Journalist, Mitgründer der Organisation Cap Anamur/Deutsche Not-Ärzte und Vorsitzender des Friedenskorps Grünhelme e. V. Bekannt wurde Neudeck 1979 durch die Rettung tausender vietnamesischer Flüchtlinge („boat people“) im Chinesischem Meer mit der Cap Anamur, geb. am 14. Mai 1939 in Danzig, gest. am 31. Mai 2016 in Siegburg. N. studierte Philosophie, Germanistik, Soziologie und Katholische Theologie, trat 1961 dem Jesuitenorden bei und wurde 1972 an der Westfälischen-Universität Münster zum Doktor der Philosophie promoviert. Nach neben- und hauptamtlichen Redakteurstätigkeiten begann N. den freien Journalismus, um 1977 politischer Redakteur beim staatlichen Deutschlandfunk zu werden. Gemeinsam mit seiner Frau Christel Neudeck und Heinrich Böll gründete N. 1979 das Komitee „Ein Schiff für Vietnam“, woraus 1982 „Cap Anamur e. V.“ wurde. 2003 wurde N. zum Mitgründer und Vorsitzenden des internationalen Friedenskorps Grünhelme e. V. im Selbstauftrag, sich in islamischen Ländern zu engagieren, den Islam bekannt zu machen und Ängste vor dem Islam abzubauen. Für ihn bedeutete „islamistisch“ oder „radikalislamisch“ eigentlich etwas Positives. Ab 2002 brachte N. mit der Veröffentlichung Ich will nicht mehr schweigen. Recht und Gerechtigkeit in Palästina israelische Menschenrechtsverletzugen Licht in die „Freundschaftsfalle Israel“ der militärischen Unterstützung Israels durch die Bundesrepublik. Dies stieß auf teils deutliche Kritik. Viele Publikationen, Preise und Ehrungen wurden N. zuteil. Den Nachlass N.s erhielt 2017 das Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland (DOMD) in Köln. N. war verheiratet, hat zwei Töchter. N. starb nach einer Herzoperation. Sein Grab ist in Troisdorf/Spich.“

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Und mit der Paraphrase über den KINOFILM >THE CIRCLE< hat das aktuelle Problem von ANTHROPLOGIE und SOZIOLOGIE, wie wir unsere Welt durch BigData verstümmeln, indem wir DATEN mit Wissen verwechseln, den inhaltlichen Schwerpunkt dieser neuen avantgardistischen Ausgabe Neue Sinnlichkeit.

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LAYOS DAYATOS hat hier mit >THE CIRCLE< einen E-Mail-Disput zu BIG BROTHER, KI, und IT-Revolution aggregiert, dessen Coup darin liegt, dass diese IT-Faschisierung von den Bürgern anscheinend freiwiliig mitgemacht wird.

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Dietmar Moews meint: Mich freut sehr, diese Ausgabe so hingekriegt zu haben, wie sie jetzt vorliegt.

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Der Zusammenhang zwischen den Folgen – zuletzt der LEIB mit Hermann Schmitz – mit meinem Anliegen der Kunst der Malerei in unseren Tagen, entwickelt sich zu einem Höhlengleichnis. Da es nur noch wenige Menschen gibt, die im Metier von Kunst und Kultur beruflich – als Produzenten wie als Konsumenten – aufhalten, Kunstkennerschaft haben und öffentlich damit umgehen. Die meisten Berufssimulanten im Bereich der bildenden Kunst und der Publizistik, die überwiegend von Staatsgeldern leben und um Staatsgunst kämpfen, scheißen vollkommen auf Kunstqualität. Ihnen sind die buntesten Hunde im Klamauksalon wohlfeil. Die kann man hypen und verteufeln, beliebig nach Tagesform oder woher der salonpolitische Wind gerade kommt.

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Ich kann nur scheußlich rapportieren, was mir auf höchsten Staatskunstebenen für eine DÜNNSCHISS geboten wird – zuletzt bei der Bonner Kunsthalle – wo dann die Heinzelmännchen abnickend dabeisitzen, von Rangar Yogishwar bis FERDINAND HODLER. Da trauen sich stotternde Idioten ans Mikrofon, zeigen ihren DOKTORTITEL für Kunsgeschichte, und haben weder Augen noch Kenntnisse und kriechen dem Publikum zutiefst in die Freizeitärsche. (Es gibt dazu OBEN einen Blogbeitrag in LICHTGESCHWINDIGKEIT).

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Letztlich macht der deutsche Staat mit dem disponiblen Steuergeld, was Punkte bei der SALONPERSONNAGE bringt, was die Fleischtöpfe erhält, und was beim kunstuninteressierten Publikum nicht anstösst. KLAMAUK ist stets willkommen, SEX ist stets willkommen. Nur Kenntnisse, Qualität und Urteilsfähigkeit – das ist stets missliebig, weil man da meist doof still sein muss, in der Oberflächlichkeit heutiger STAATSKUNST. Wer wollte auch den Bundespräsident schelten, wenn er auf der DOCUMENTA herumsimuliert.

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Wenn Big Data weiter so zur Macht gebracht wird, dass Computer KUNST produzieren (die aus Daten der vorhandenen Kunstwelt generiert werden). Dann kann solche Kunst eben nur der zugrunde gelegten Kunst entsprechen. Und das tote DING ist mausetot. Wer wollte noch den Flachmann Ernst Wilhelm Ney – einen der schlechtesten Epigonen des deutschen Postexpressionismus, aber GÜNSTLING des Kunstbetriebs – als Computer-Surrogat mit Güntehr Ückers Nagelbrettern in DREI-D gelasert sehen? Ich frage, wer will sowas erleben?

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Hierzu findet man jetzt in Neue Sinnlichkeit 70 den Diskussionsbeitrag von Professor LAYOS DAYATOS, mit dem diese Blätter ganz ganz vorne sind.

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„Inhalt

Umschlag: Ausschnitt des Ausstellungsplakats Dietmar Möws Flughafen Hannover 1

Zum Geleit 2

INHALT 3

IMPRESSUM

ABONNEMENT NEUE SINNLICHKEIT AUF LEBENSZEIT FÜR 500 EURO

ERFOLGSKINDER 4 4

RUPERT NEUDECK: Portrait: Die Linie von Hendrikje Gröpler 8

LAYOS DAYATOS: >The Circle< – ein Film über die BIG DATA-Revolution 9

ADOLPH FREIHERR KNIGGE: ÜBER EIGENNUTZ UND UNDANK 1796 58

Knigge setzt Kants kategorischen Imperativ in

allgemeinverständliche Klarheit: Fortsetzungen XIX

DIETMAR MOEWS: Lexikon des Kunstwesens: Rupert Neudeck 59

DIETMAR MOEWS: Die Kinderseiten der Epoche: Smart City auf dem Dorf 61

Auflösung Qualitätsrätsel 68: BERNARD MANDEVILLE

QUALITÄTSRÄTSEL 70: Wer hats geschrieben? 63″

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"Qualitätsrätsel 70

„… Und eines Tags hörte Ulrich auch auf, eine Hoffnung sein zu wollen. Es hatte damals schon die Zeit begonnen, wo man von Genies des Fußballrasens oder des Boxrings zu sprechen anhub, aber auf mindestens zehn geniale Entdecker, Tenöre oder Schriftsteller entfiel in den Zeitungsberichten noch nicht mehr als höchstens ein genialer Centrehalf oder großer Taktiker des Tennissports. Der neue Geist fühlte sich noch nicht ganz sicher. Aber gerade da las Ulrich irgendwo, wie eine vorverwehte Sommerreife, plötzlich das Wort „das geniale Rennpferd“. Es stand in einem Bericht über einen aufsehenerregenden Rennbahn-erfolg, und der Schreiber war sich der ganzen Größe des Einfalls vielleicht gar nicht be-wußt gewesen, den ihm der Geist der Gemeinschaft in die Feder geschoben hatte. Ulrich aber begriff mit einemmal, in welchem unentrinnbaren Zusammenhang seine ganze Lauf-bahn mit diesem Genie der Rennpferde stehe. Denn das Pferd ist seit je das heilige Tier der Kavallerie gewesen, und in seiner Kasernenjugend hatte Ulrich kaum von anderem sprechen hören als von Pferden und Weibern und war dem entflohn, um ein bedeutender Mensch zu werden, und als er sich nun nach wechselvollen Anstrengungen der Höhe seiner Bestrebungen vielleicht hätte nachfühlen können, begrüßte ihn von dort das Pferd, das ihm zuvorgekommen war. Das hat wohl gewiß zeitlich seine Berechtigung, denn es ist noch gar nicht lange her, daß man sich unter einem bewunderungswürdigen männlichen Geist ein Wesen vorgestellt hat, dessen Mut sittlicher Mut, dessen Kraft die Kraft einer Überzeugung, dessen Festigkeit die des Herzens und der Tugend gewesen ist, das Schnelligkeit für etwas Knabenhaftes, Finten für etwas Unerlaubtes, Beweglichkeit und Schwung für etwas der Würde Zuwiderlaufendes gehalten hat.“ Wer hat’s geschrieben?“

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Ferdinand Hodler Malerei in der BUNDESKUNSTHALLE BONN

September 9, 2017
Lichtgeschwindigkeit 7570

Vom Sonntag, 10. September 2017

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Ferdinand Hodler aus seiner Erfolgsphase „Holzfäller“ Öl auf Leinwand, 138 cm/113 cm, 1910 gemalt – nicht monumental, sondern unterlebensgroß

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Ferdinand Hodler, der Schweizer Maler (1853-1918), wird mit der Ausstellungseröffnung am 7. September 2017 in der BUNDESKUNSTHALLE BONN mit einer guten sehenswerten Ausstellung bedeutend herausgestellt (über 100 Bilder und 40 Zeichnungen; bis 28. Januar 2018).

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Der Leiter der Bundeskunsthalle, der Niederländer Rein Wolfs, sowie die deutschen und schweizerischen Staatsstellen, mit der PRO HELVETIA-Kunstförderungs-Kasse, mit der Schweizer KUSTODIN Monika Brunner, die Schweizer Katalog-Autorin Viola Radlach und dem Niederländischen Ausstellungsarchitekten Marcel Schmalgemeijer, haben mit Ferdinand Hodler ein relevantes Projekt vorgestellt. Hodler hatte europäische Wirkung und wird hier mit den Mitteln der Bundeskunsthalle Bonn und des Kunstmuseums Bern als internationale Gemeinschaftsproduktion allerdings in eine wissenschaftswidrige Interpretation gesetzt – das ist aber angesichts der gemalten BILDER dieser Ausstellung nachrangig.

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Herr Wolfs, Leiter der Bundeskunsthalle Bonn, am 7. September 2017

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Zur Eröffnung im vollbesetzten Auditorium begrüßte der Hausherr, Direktor REIN WOLFS, stellte das Gesamtprojekt und die Gastredner vor und betonte Hodlers MODERNITÄT, ohne zu sagen, was er damit meint, sowie Hodler als MONUMENTALIST – während in der Einladung zutreffend die Worte „SYMBOLISMUS“ und „JUGENDSTIL“ genannt werden, an die dann nicht angeknüpft wurde. Wolfs gab das Wort an die Botschafterin der Schweizerischen Eidgenossenschaft I. E. Christine Schraner Burgener, die die gute Zusammenarbeit und den vielseitigen Guten Willen bezeugte, ohne den ein solch, zu Lebzeit bereits durch Kunstmarkt und private Sammler international verstreutes Moderne-Werk nur sehr schwierig als das Gesamtwerk repräsentierende Ausstellung zusammengestellt werden kann, was hier gelungen ist.

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Alsdann kam eine unerfreuliche Aktivität der Kuratorin, Monika Brunner, die es fertigbrachte, anstatt eine Experten-Ansprache an die geneigten Gäste zu halten, einen eigenen Essay schlecht und flüchtig zu VERLESEN, als würde die Namensliste der Gefallenen heruntergerasselt.

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Sowas geht nicht.

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Nicht jeder kann reden.

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Wer es nicht kann, zu seinen Zuhörern zu sprechen, sollte es nicht tun. Allerdings auf höchster Ebene – immerhin der BUNDESKUNSTHALLE – hat hier ein JEKAMI (Jeder kann mitmachen)-Geist eines basisdemokratischen Missverständnisses die Gäste beleidigt – peinlich.

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Die Stichworte des verlesenen Textes der Frau BRUNNER waren der willkürliche, irreführende UNTERTITEL zu FERDINAND HODLER, nämlich „MALER DER FRÜHEN MODERNE“. Des Weiteren die sinnvoll dreigegliederte Exposition der Bilder und Zeichnungen im Erdgeschoss der Bundeskunsthalle:

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Anstatt museumsweiß sind die neun Meter hohen Wände HODLER-RÄUMLICHKEITEN in gebrochenem Kobaltblau verschiedener Grauwerte getaucht. Gut.

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ANFANGSPHASE – Stilistische Suche HODLERS im konventionell-figürlichen Malstil seiner Zeit, oft mit Skizzen, denen man ansieht, dass sie mit Hilfe von Photovorlagen aufgerissen worden sind;

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Hodler ist in dieser zweiten Hälfte 19. Jahrhundert in Westeuropa noch nicht bei sich angekommen; dazu konventionelle vergoldete Stuck- und Profilrahmen.

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Reihungen im JENA-Wandbild – Monumentalismus? – die obere Figurenreihung ist im Maßstab größer als die Pferde , vorne

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ERFOLGSPHASE – der figürlich klassische Umrissstil der symmetrischen, holzschnittartigen Motive, die als Tafelbilder wie als Wandbilder vom naturalistischen Farbenzwang befreit, oft durch Reihungen und Umrissvarianten alle Stilmittel der Wirkungserhöhung ausspielen.

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Photo-Repro des „Schwur“ (1910) mit Interieur im hannoverschen Rats-Saal

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In seiner Haupt- und Geschäftserfolgs-Phase steht Hodler inmitten des floralen Stils, der dann bei anderen im Jugendstil, später in der Art Nouveau Ausdruck fand und eben nicht als Zwischenschritt der Moderne zu verstehen ist, sondern als Antithese.

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Hodler drehte Gegenstände als Ornamente in die Kompositionen wie es von Paul Gauguin bekannt ist. Aber die modernen Bildermacher dieser Epoche – was man als Auflösung mit „Moderne“ kennzeichnet, ist etwas anderes- , Anfang des neuen 20sten Jahrhunderts, lösen Formen auf, abstrahieren bis zur Beseitigung des Figürlichen aus der Augenwelt (Abstraktion, Suprematismus, Sonder-Expressionismus, Konstruktivismus, Kubismus u. a.).

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Dieses unterlebensgroße Motiv ziert den Katalog (35.- Euro) und die Einladungskarte. „Fröhliches Weib“, Öl auf Leinwand, 166 cm / 118,5 cm von 1911 – es ist nicht monumental oder monumentalistisch

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Hodlers Farben in dieser Hauptphase reflektieren die inzwischen international angekommenen Freiheiten der Komplementärfarben – wie längst bekannt bei CEZANNE, bei MONET, bei MUNCH.

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„Der Mäher“ 1909 – Segantini lässt grüßen

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Dagegen errang sich Hodler seine Meisterschaft im Erfassen von gegenständlichen SILHOUETTEN (wie man Umrisszeichnungen superlativ bei Georges de La Tour und Piero della Francesca findet), die schon ohne Binnenmalerei Gegenstände ausreichend definieren können.

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Genfer See, Thuner See in vielen Varianten

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ALTERSBEFREIUNGS-PHASE – letztlich ein glücklicher privater befreiter Malduktus, der erst spät Hodlers Künstlerreife und seinen Durchbruch zu einer hohen Farbmalerei-Kunst aufführt – überwiegend in Landschaftsbildern, den Alpengebirgszügen, den Seenbilderm, auch in Schnellstmanier aufgerissenen Figuren und Figurengruppen.

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Fensterrahmung, freie Symmetrie

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Diese Schnell-Werktechnik ermöglichte Hodler, der ein versierter Selbstvermarkter am privaten Kunstmarkt war, eine preisgünstige Stückzahl der Motiv-Varianten massenhaft zu produzieren, was in einer aufwendigeren Maltechnik unmöglich gewesen wäre oder die Kosten je Bild in unverkäufliche Höhen getrieben hätte. Diese Bilder werden in massigen, simplen weißgetünchten Rundprofilrahmen, ohne Schattenfugen, ausgestellt.

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Hodler gehört bereits der Photographiezeit an

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DIE BUNDESKUNSTHALLE, die mehrere Ausstellungsebenen hat, wird meist für mehrere Ausstellungen gleichzeitig genutzt. Hier, für FERDINAND HODLER, hat man das Erdgeschoss genommen, die ganze Ausstellung durch alt-kaltblauen Wandanstrich und eigenartige querstehende Bilderhänge-Wände vorstrukturiert, was sowohl Hodlers Malerei wie auch in den hinteren Kabinetten mit Skizzen zum Durchwandern der Ausstellung gut scheint – beispielsweise im Unterschied zu den meist obligatorischen weißen „Alexander-Dorner-Präsentationen“ in vielen heutigen Ausstellungen oder auch mit angeblich „expressisonistisch“ durchgebunteten Ausstellungswänden (Lenbachhaus).

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Alle Exponate, besonders die Tafelbilder, sind wie Fensterbilder gerahmt (im Katalog sieht man dann, welch erheblicher Unterschied der Bilderwirkung entsteht, wenn die Bilder ungerahmt, einfach angeschnitten und freigestellt abgebildet sind).

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Hodlers Anfangsphase wird vom Eingang her, anciennitär nach hinten, von den frühen gegenständlichen kleineren Kompositionen im akademischen Stil, repräsentiert – darunter zahlreiche Selbstportraits des jüngeren Ferdinand Hodler. Man nennt es hier „Petersburger Hängung“, wenn Tafelbilder miteinander auch übereinander, gruppiert aufgehängt zu sehen sind. Dabei hat man dankenswerter Weise nicht die neun Meter Raumhöhe bis oben hin genutzt (man kennt es aus Florenz und aus Petersburg)

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Als zweiter Ausstellungsteil – Hodlers Jugendstil-Erfolgsphase – hängt die Auswahl dann nebeneinander, auf thematische und format- bzw- farbliche Hängungs-Nachbarschaften gewählt. Die Hängung sowie die Beleuchtung ist vorbildlich – eigentlich ist die Ausstellung zugleich ein Gesamtkunstwerk des Architekten und der Mitentscheider. Die Beschilderung ist gut lesbar, ohne Schnickschnack und Unterhaltungs-Leihelektronik fürs Ohr.

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Der von den Ausstellungsmachern überbetonte MONUMENTALISMUS bildet dann – mangels Masse – die hinteren Kunsthallenbereich, was auch durch die angeschlossenen Skizzen-Reihen, hinter Glas gerahmt, Sinn hat. Aber eben nur ein Seitenaspekt Hodlers Werk und Wirkung ist (anders als Pierre Puvis de Chavannes / au Panton oder Otto Gussmann im Wallot-Reichstag von Berlin oder vom Dresdner Neuen Rathaus und vom Eisenacher Jugendstil-Burschenschafts-Denkmal und der 1912er Großen Mailänder Design-Ausstellung) -. Und noch einmal, hier sind nicht die Historien und nicht der Monumentalismus der IMPAKT des Ferdinand Hodler in die Zukunft, sondern sein JUGENDSTIL, sein JAPONISMUS, der hodlersche ORNAMENTALISMUS, später dann das Florale in der INDUSTRIEMÖBEL-Produktion, die sichtbaren Folgen dieses Schweizer Malers im Design, bis ins Bauhaus.

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Dagegen behauptet die Kustodin, dieser HODLER und diese durchaus repräsentative Bilderauswahl-AUSSTELLUNG würden zeigen, dass wir einen MODERNE-VORLÄUFER sähen, der den MONUMENTALISMUS verträte und formuliert hätte. Dabei ist Monumentalismus durchaus ein kanonisierter Begriff, bei dem Übergröße der Motive und allgemein politischer Machtausdruck akzentuiert wird. Das trifft – wohlmeinend – gerade auf zwei verschiedene Werke Hodlers in dieser Ausstellung zu, Auftragswerke, neben „Rückzug von Marignano“ (1899) für das Landesmuseum Zürich, für die UNIVERSITÄT JENA den Freiheitskrieg der deutschen Studenten 1813″, (1908), und für die Stadt HANNOVER der „SCHWUR“, (1911), hier im Katalog „Einmütigkeit genannt, Letztere hier in Bonn jetzt auch in sehenswerten lebensgroßen Fototapeten anzuschauen sind.

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Dietmar Moews meint: Der völlig überspannte Direktor der BUNDESKUNSTHALLE BONN, Rein Wolfs, meinte dann im flüchtigen Gespräch, dass im MONUMENTALISMUS – den ich in dieser Ausstellung gar nicht gefunden hatte – die internationale Bedeutung und der Rang von HODLER zu sehen sei. Hodler, der ja auch mit dem Holzfäller und einem Sensen-Mäher auf den SCHWEIZER FRANKEN-Scheinen monumental repräsentiert werde.

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Die überlebensgroßen „DIE LEBENSMÜDEN“ (Selbstportraits von Hodler) 110,5 cm / 220cm 1892

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Nun ja, Hodler hat längere Zeit in Spanien studiert, hat in Italien studiert, hat sich in österreichischen und deutschen Ausstellungen umgetan und im Kunstbetrieb seiner Zeit gut ausgekannt. Hodler knüpfte ausdrücklich nicht an Corot oder Courbet an – man findet aber in ganz EUROPA Maler, die eben den Modernismus – weg von der festen Form, weg vom Hard Edge, weg von Jugendstil, nicht mitmachten. Andere, wie die britischen Arts and Crafts, die deutschen NAZARENER, Hodler aus Bern und Genf, der deutsch-norweger Edvard Munch, der Wiener Gustav Klimt und der Wiener Egon Schiele, der Pariser Puvis de Chavannes, der Württemberger in Dresden Otto Gussmann, auch die „Belgier“ Fernand Khnopff und James Ensor, nicht zuletzt Segantini, den ich für einen Schweizer Maler halte – in Tirol als Österreicher geboren und in Italien studiert – in Maloja zum Großmeister aufgestiegen.

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Und auf die Frage nach der überfälligen Präsentation des genialen Schweizer Malers Albert Anker (1831-1910) in Deutschland – und zwar in der BUNDESKUNSTHALLE –  fand Direktor Rein Wolfs nur abfällige Bemerkungen („Anker sei eine Schweizer Größe in Bern“).

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Der junge Ferdinand Hodler

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Mir scheint, bei diesem berufsjugendlichen Dienstklassen-Wolfs ist für KUNST und für die roten Fäden der Malerei-Geschichte leider keine Sensibilität übrig. Wer den phänomenalen ANKER unterschätzt – da mag man gar nicht nach OTTO NEBEL fragen. Aber – Ferdinand HODLER – andere Schweizer Künstler, wie PAUL KLEE, hatten was für OTTO NEBEL übrig.

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Albert Anker, „Der Redakteur“, 64,5 cm/ 51 cm, Öl auf Leinwand, 1874

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Albert Anker „Zeitungsleser“, 64 cm / 80,5 cm, Öl auf Leinwand, 1867

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Es ist ein Kreuz mit der sozialdemokratischen SALONPERSONNAGE, die hier in Bonn Frauenquoten-FURORE mit sich selbst macht, nach dem Motto, „Der Staat schafft an“. da hätte Ferdinand Hodler, als Querdenker, seine Freude dran gehabt, an Herrn WOLFS und Frau BRUNNER.

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Christoph Blocher, Förderer der Hodler-Ausstellung und rechter Schweizer Politiker und Kapitalist

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