„Mein Kampf“ war Sein Krampf und wurde deutscher Dampf

Januar 18, 2016
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Vom Montag, 18. Januar 2016

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Die Veröffentlichung der politischen Denkschrift vom späteren Nazi-Schwerstverbrecher Adolf Hitler, aus dem Jahr 1925, „Mein Kampf“ sollte von den Menschen heute, im Jahr 2016, gelesen und studiert werden: Es gehört quasi auf jedes Klo – es kann immer mal fünf Minuten drin blättern, wen es als Textzusammenhang überfordert.

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Man muss wissen, „Mein Kampf“ hat ein politischer Autodidakt aus dem deutschistischen Zeithorizont der Donaumonarchie des Ersten Weltkriegs geschrieben, ADOLF HITLER (1889-1945), also: ÖSTERREICH / Erster Weltkrieg 1914 – 1918 (forderte rund 17 Millionen Tote).

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Ich zitiere zur eindeutigen Verständlichkeit für Jeden – ZITAT:

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Dass unserer Propaganda dieser Erfolg nicht beschieden war, durfte einen wirklich nicht wundern … Zu hoffen, dass es mit diesem faden Pazifismusspülwasser gelingen könnte, Menschen zum Sterben zu berauschen, brachten nur unsere geistreichen „Staatsmänner“ fertig.“

(zitiert nach Adolf Hitler „Mein Kampf“, S. 202, in zwei Bänden, Eher Verlag München 1935)

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ZUGINSFELD DietmarMoews-Bilder am Odeonsplatz München

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Dietmar Moews meint: „Mein Kampf“ besteht unablässig aus derartigem Schwachsinn, wie das von mir ausgewählte Zitat. Autor Hitler – von 1925 – zielt und trifft sowohl auf sprichwörtliche Stammtisch-Tauglichkeit. Das Buch stand aber unverblümt, im Einzelnen wie in den Zwischenfazits wie insgesamt juristisch, als Hochverrat, als Barberei, als Volksverhetzung und als Versuch von Verbrechen an der Menschlichkeit in die Weltöffentlichkeit hinaus.

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Das gilt auch heute, 2016. Wer daraus nicht lernt, handelt faul und unmoralisch.

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Was Leser von „Mein Kampf“ zur „Systemzeit“ nicht begreifen konnten – was uns aber heute einsichtig ist – ist, dass der Autor Adolf Hitler alles, was er aufschrieb, als Handlungstendenz verstand, aber: Dass es bis dahin anscheinend unvorstellbar war, welche extreme Kampf-Totalität des Handelns, beginnend 1927,  herbeigeführt wurde.

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Bei allem Respekt gegenüber den Opfern und den kollektiv misshandelten, heute Lebenden, das Giftwerk „Mein Kampf“ bannen und verschwinden lassen zu wollen, wie kürzlich der britische Literaturprofessor Jeremy Adler argumentierte, vertrete ich die Auffassung: Man muss das Ganze als herausragenden Fehler bewerten und daraus lernen.

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ZUGINSFELD 28 am 11. Juli 2014 in der Mainzer Straße nördlich Eierplätzchen in der Kölner Südstadt

ZUGINSFELD 28 Dietmar Moews Öl auf Leinwand, 198cm/198cm
am 11. Juli 2014
in der Mainzer Straße nördlich Eierplätzchen in der Kölner Südstadt

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Lernen geht nur, wenn man es anschaut, liest, darüber redet und studiert.

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https://lichtgeschwindigkeit.wordpress.com/2016/01/03/komikschule-mein-kampf-war-adolf-hitlers-ernst/

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https://lichtgeschwindigkeit.wordpress.com/2016/01/02/mein-kampf-freigabe-der-despotie-fuehrung/

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Deshalb wünsche ich „Mein Kampf“ als Studienstoff für Theaterschüler und -studenten, in konkreter Bezugnahme auf Henri Bergson „Das Lachen – Ein Essay über die Bedeutung des Komischen“ (1904) und dieser Ansammlung von haarscharf falschen oder völlig absurden Führungsgedanken in „Mein Kampf“.

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https://lichtgeschwindigkeit.wordpress.com/2016/01/08/sprichwoerter-volksweisheiten-in-hitlers-mein-kampf/

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Es ist schlimm, dass „Sein Krampf“ ein deutscher Dampf wurde – die Selbsterleichterung der Erleichterung durch Hitlerschlauheit.

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Wir können auch heute an der Verpitbullung unseres Alltagslebens sehen, wie wünschenswert es ist, darüber sich auszutauschen und etwas mehr zu wissen: VERBRECHEN als TOTALITARISMUS – über das Verständnis der Wahrheit des Wortes TOTAL heranzukommen.

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DMW 674.1.11
190 cm / 190 cm, Öl auf Leinwand, in Berlin 2012 gemalt

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Ein rotes Meer in London

November 12, 2014

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am Mittwoch, 12. November 2014

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Eine Mohnblume aus roter Keramik für jeden Gefallenen des Ersten Weltkriegs beim Tower an der Themse in London:

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Der Festungsgraben um den Tower von London ist gegenwärtig ein Meer von ROT. In der Neuen Zürcher Zeitung, Montag 10. November 2014, wird dpa zitiert:

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Zehntausende strömen zurzeit täglich zu dem Londoner Wahrzeichen, um die dort eingesetzten roten Keramikblumen zu bestaunen. Bis zum 11. November sollen dort genau 888 246 „poppies“ (Mohnblumen) stehen – eine für jeden Soldaten aus Großbritannien und dem Commonwealth, der im Ersten Weltkrieg gefallen ist. Die Symbolik der blutgetränkte Erde von Flandern und Nordfrankreich, wo die Mohnblumen auf den Schlachtfeldern wuchsen, hat sich als Publikumsrenner erwiesen. Das Projekt ist aber politisch umstritten. Die Installation ist das Werk des Bühnen-Designers Tom Piper und des Keramikkünstlers Paul Cummins. Die Blumen werden von Hand angefertigt und dann von freiwilligen Helfern verteilt. Nach dem 11. November werden sie ausgegraben und zur Unterstützung militärischer Hilfsorganisationen für 25 Pfund pro Stück verkauft. Schon jetzt sind alle Exemplare restlos ausverkauft“.

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Dietmar Moews meint: Soll ein Gedenken ehrenvoll sein, muss es gestalterisch so ausgelegt werden, dass es die Leute, die gedenken sollen überhaupt anspricht, ohne dadurch Unfug auszulösen.

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Ich finde die Idee hervorragend, überzeugend, und auch lobenswert, dafür auch die offizialen Genehmigungen zu gewähren. Sogar die Queen war bereits da und hat sich gefreut – und man sieht, dass einfache Sachen funktionieren können, ohne dabei Joseph Beuys oder Marcel Duchamp oder Salvator Dali theoretisch zur Volkshochschule umzustricken.

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GASMASKEN – 100 Jahre Kriegsgeräte

Oktober 13, 2014

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am Montag, 13. Oktober 2014

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Fortschritt ist nicht zu stoppen und nicht zurückzudrehen. Erste Gasmasken wurden vor 100 Jahren aus Notwendigkeit entwickelt. Wo Gott Menschen und Rauch zusammenbrachte, hat er auch gleich die Lösungen mitgeliefert: Die Gasmasken.

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Vergangene Woche in der Türkei

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Als im Ersten Weltkrieg mit Kampfgasen unter freiem Himmel vorgegangen wurde, mit Phosphor und Chlor zunächst, bald mit Senfgas, wurden zum Wehrmacht und Schutz der Atemwege Gesichtsmasken entwickelt. Die hatten zunächst Schlauchverbindungen zum Atmen und Sichtgläser. Sie bestanden zuerst aus geöltem Papier, später aus gefettetem Ziegenleder, bekamen dann Atemluft-Filtereinsätze verschiedener Filtertechniken und Filterwirkungen. Gasmasken gehörten zum Feldgepäck aller Infanteristen – es kamen in der frühen Kampfgaszeit Hundertausende elend um. Auch wer das Gas überlebte war oft sein restliches Leben lang lungenkrank.

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ZUGINSFELD 34 "Gaaas", DMW 665.12.8. gemalt von Dietmar Moews 2012 in Berlin Öl auf Leinwand 190cm / 190cm

ZUGINSFELD 34 „Gaaas“, DMW 665.12.8. gemalt von Dietmar Moews 2012 in Berlin Öl auf Leinwand 190cm / 190cm

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Dietmar Moews meint: Gasmasken wurden bereits vor hundert Jahren fotografiert und in der Malereikunst zu dargestellten Kriegsstaffagen benutzt. In Deutschland sind Darstellungen des Malers Otto Dix (das große Dresdner Kriegstryptichon) und von dem Grafiker George Grosz bekannt.

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Heutige Infanteristen laufen teils in Ganzkörperkondomen mit It-vernetzter Telematik herum, teils mit eigener Atemluftversorgung, wie Taucher- oder Raumfahrtanzüge. Auch das Technische Hilfswerk und die Feuerwehr benutzen solche Rauch-und Gas-Schutzanzüge und -helme.

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Ballhof-Galerie Hannover

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Max Weber (1864-1920) – ein impressionistischer Professor

April 21, 2014

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am 21. April 2014

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150ster Geburtstag eines preußischen Großbürgers, Zeuge des untergehenden Kaiserreichs im Staatsdienst – und mir scheint, die Laudatoren sind weitreichend derart fachlich unbedarft, dass ihnen wenig einfällt, was dem heutigen deutschen Konsumbürger zu Max Weber und von der Reichsgründung 1871 bis zum Großen Krieg 1914 mitzuteilen wäre. Es fehlen der Überblick und die Urteilskraft den Flickenteppich von Impressionismus zu unterscheiden. Halt, eine Ausnahme: Jürgen Kaube in Frankfurt am Main, genialer Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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Jürgen Kaube zu Max Weber

Die Biografie „MAX WEBER – Ein Leben zwischen den Epochen“, Rowohlt 2014, von Jürgen Kaube (geb. 1952, studierter Volkswirt). Kaube hat ein herausragendes Buch für unsere heutige postmoderne Situation in der IT-Revolution geschrieben (von IT-Revolution ist darin keine Rede). Kaubes WEBER ist quasi Kaubes eigene Lebensweisheit, auf der Höhe unserer Zeit dargestellt. Man könnte das Buch auf die Kaubesche Werturteile eingedampft als geistiges Vermächtnis bzw. auch als einen Nachruf auf den exquisitesten deutschen Publizisten dieser Zeit – Jürgen Kaube – gültig vortragen. Sein Buch ist aber eine sehr gründliche, gelungene Feldarbeit – das betrifft den Aufbau, die Stoffgewichtung und all die unerlässlichen An- und Abgrenzungen. Es enthält ein sorgfältiges Literaturverzeichnis und einen Fußnoten/Quellen/Zitaten-Teil, leider kein Stichwort-Register. Es ist angemessen werturteilend, ohne unangemessene Vorurteile oder Ideologielast.

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Wir erfahren, dass Max Weber, außer seiner Dissertation und seiner Habilitation, bis zu seinem Tod mit 56 Jahren, keine Buchveröffentlichung hatte. Hier machen die meisten heutigen Max-Weber-Anrufer schon ihre irrlaufenden (sie wissen es wohl nicht besser) Irreführenden (Weber hatte nämlich ganz wenig Resonanz in seiner Zeit) Heraushebungen, wo es heißt: Max Weber, der große deutsche Soziologe. Und wieso Soziologe?

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Émile Durkheim wird von Kaube erwähnt – Max Weber hat den anscheinend gar nicht gekannt. Aber Durkheim und Simmel sind die artistes étoile der Weberzeit – mit Seinsbindung und Gültigkeit bis heute.

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Wir erfahren bei Kaube, wie unsere eigene politische Vorgeschichte aus der Aufklärung hervorkommt. Durch den Frühkapitalismus, durch die Reichsgründung, durch den überragenden Kanzler Otto von Bismarck, durch ein schmalbrüstig adeliges Großbürgertum, Alles inmitten der industriellen Revolution der Dampfmaschinen und der Elektrifizierung – findet der studierte Jurist und Volkswirt Max Weber, mit kameralistischen Offizialaufgaben betriebswirtschaftlich erfahren, heraus, dass repräsentative Demokratie Demokraten benötigt. Weber meinte, es sei wünschenswert, dass Großbürgersleute in den Parlamenten und in den Parteien aktiv Verantwortung übernehmen müssten – woran es aus seiner Sicht erheblich gebrach. Nach Max Webers Einschätzung hatte das Deutsche Reich seiner Zeit nicht das fähige parlamentarische Personal (Kaube zitiert aus Briefen zwischen Max, dem älteren Bruder, mit Alfred Weber, dessen wissenschaftliche Arbeiten nicht der Zeiterfordernis aus Maxens Sicht genügten).

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Jürgen Kaube scheint nicht die heute verfügbaren Werke von Marx und Engels, auf die Bedeutung für Max Weber hin, abgecheckt zu haben. Angesichts der irrlaufenden heutigen biografistischen Weber-Rezeption wäre es aber wünschenswert, zu zeigen, dass Max Weber keineswegs ein bürgerliches „Anti-Kapital“ herauszubringen gesucht hatte. Sowas schreiben laufend solche Schreiberlinge, die Marx selbst nicht ausreichend kennen (z. B. am 19. April 2014 in der TAZ Detlef Clausen). Marx‘ Werke waren zu Max Webers Zeit nicht publiziert. Das Kapital von Karl Marx ist ein sekundärliterarisches Exzerpten-Geschreibsel, das den von Marx selbst proklamierten Ansprüchen nur in so weit genügte, dass ihm Friedrich Engels dafür die Subsidien monatlich (in durchgeschnittenen Pfundnoten per Briefen von Manchester Nach London, später dann die erschwindelte Rente zu Marx’Gunsten der Engelschen Textilunternehmung) schenkte.

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Das Marxbuch „Kapital“ ist nicht mal eine nachvollziehbare Textgliederung, geschweige denn eine wissenschaftliche Argumentation oder gar eine historisch-dialektische Seherleistung. Nun hat also Kaube seinen Weber nicht vertieft auf Marx abgeklopft – schon kommen Schlaumeier und bemängeln das – wie immer bei Marx: Ohne Argumente, ohne gültige Zitate – eben Sozialismus.

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Kaubes Satz trifft: „Kein Buch, keine Kinder, kein Krieg, kein Vermögen, kein Einfluss.“

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Dietmar Moews meint:

Webers Zeitgenosse, der Soziologe Georg Simmel hatte zu seiner Zeit und bis heute soziologische und anthropologische (Über die Liebe) Erkenntnisse erarbeitet und publiziert, an dessen Wirkungsgrad und Gültigkeit Max Weber überhaupt nicht heranreicht.

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Weber hatte geerbt, angeheiratet, war wegen Depressivität kaum in der Hochschullehre tätig – seine Publikationen hat seine Witwe Marianne Weber erst nach Webers Tod initiiert, begonnen mit lesenswerten „Schriftchen“ und einer Biografie „Lebensbild“.

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Es ist seit Langem eine Max-Weber-Gesamtausgabe in Arbeit. Mit der informativen 1000-seitigen Biografie von Dirk Kaesler „Max Weber“ Preuße, Denker, Muttersohn. Eine Biographie, bei C. H. Beck 2014, die auf einen „kleiner Weber“ von 2011 folgte, liegt noch von Joachim Ratkau „Die Leidenschaft des Denkens“ vor – also Sekundärweber im Barockmaß.

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Es ist aber dagegen zu setzen: Weber hat sehr viel detailliert zur betriebswirtschaftlichen politischen Lage seiner kapitalistischen Zeit überliefert. Das muss man sich lesend selbst erschließen, um erkennen zu können, wie viel Geltung daraus mit Weber für die heutige IT-Revolution brauchbar sein könnte. Ich sage es unverblümt: Es ist sehr wenig Brauchbares. Wer mitdenkt, kommt ständig an das anthropologische Grenzspiel: Die Menschen suchen Erleichterung – „vergesst Fairness und Gerechtigkeit.“ (wie Friedrich Wilhelm Grafs „Weber“ in DIE WELT am 19. April 2014 zynisierend überschrieben ist).

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Deshalb zusammenfassend: Wir werden numehr nur noch wenig Gewebere von den kümmerlichen Restmarxisten erdulden müssen. Biografismus ist lesernah, ja, aber Geltung ist bei der knappen Leserzeit doch tragfähiger:

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Warten wir also auf die große Kaube-Werksausgabe. Weber war kein Shakespeare, kein Martin Luther und kein Goethe – was? Weber war kein Konfuzius? War Weber ein Marx? Nun – Webers Geldquelle hieß nicht Engels, sie hieß Großbürgersfamilien. Max Weber war intelligent, dynamisch und sensibel. Triebverzicht und Triebhemmung sind kein Luxus. Tja, das tut weh.

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1914 Die Avantgarden im Kampf /15

Februar 17, 2014

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Dr. Dietmar Moews, Köln,17. Februar 2014

Dr. Dietmar Moews, Köln,17. Februar 2014

Täglicher Bonus zur Ausstellung in der Bundeskunsthalle von Dietmar Moews und Otto Nebel – 8. November 2013 bis 23. Februar 2014

c. Dietmar Moews 2014

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Die Ächtung des Krieges und der Gesellschaft, die ihn hervorbringt“ setzt der Maler Dietmar Moews jetzt zu „1914 Die Avantgarden im Kampf“ – staatliche Veranstaltung in der Bundeskunsthalle Bonn – in täglichen Lichtgeschwindigkeit-Folgen – hier Folge 15 – ZUGINSFELD – Malerei zu Otto Nebels expressionistischen Gedicht aus dem Jahr 1918 hinzu.

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Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Joachim Gauck

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ZUGINSFELD gemalt von Dietmar Moews
Zuginsfeld, expressionistische Dichtung zur Ächtung des Krieges
(insgesamt XIII Abteilungen); aus Kriegsgefangenschaft 1918,
geschrieben von Otto Nebel (1892-1973), 181 Seiten lang

Bild


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Die Felddienstübung
DMW 378.10.85, 205/205cm
Öl / Herbol / Leinwand / Nagellack / Collage
Sept. + Okt 1985 in Hannover Raschplatz 7OPQ gemalt, Mai 1987 bearbeitet

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Felddienstübung
Rote Partei
Blaue Partei
Keine Parteien mehr!
Rotblauer Flurschaden
Urschade
Dir wird violett vor den Augendienern
Diese Verheerung
Heere verheeren
Verleiten
Heer
Leitung
Oberste Verheerungsleitung
Lange Leitung
Heeresvermehrung
Vermehrung für Heere
Heringe
Menschen
Menschen vermindert
Vermindert um Menschen
Um Schemen vermehrt
Vermindert die Schemen
Lindert
Mindestaufgebot
Höchstes Gebot
Töte dich Ich
Scheintot bist du
Scheint so
Ist so
Noch so
Wieder
Noch
Widerlich
Widersprecht nicht
Darf ich Sie sprechen
Unter vier Augen: Ihr habt ausgesprochen
Aus
Versprochen
Verbrochen
Versagt
Nicht zu sagen
Deutsche Sagen
Was Sie sagen
Sagen Deutsche
Halten nichts
Versprechen verspricht sich
Halte nichts von Reden, Reimen
Verhallen
Halte von Versprechen nichts
Verfallen
Halte von Besprechen nichts
Vergällen
Haltet Abstand
Und den Rand
Sprechen Gesunde
Krankheit lässt sich nicht besprechen
Krankheit redet laut
Gesunde singen
Tönen innen
Sprache
Wendung
Wende
Sprechen
Wandlung
Innen-Wende
Einwand
Brechen Wände
Habt verrammelt
All und Alles
Wisst ihr alles
Wissen Wust
Auswendig lernen!

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Ausstellungen:
1997 Georgenkirche Halle Kirchentag Leipzig
2003 Odeonsplatz München