Hans-Ulrich Wehler 1931 – 2014 – Kurznachruf

Juli 7, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4639

am 7. Juli 2014

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Es wurde der Tod des Geschichtsprofessors in Bielefeld Hans-Ulrich Wehler (1931-2014) mitgeteilt.

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Es wird behauptet, dass Wehler fortschrittliche Geschichtswissenschaft aus den USA nach Deutschland gebracht habe (etwa die amerikanische oder eine von vielen?), die Wehler dann als Bielefeld Professor zur Bielefelder Schule ausgebaut habe.

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Ferner wird in Nachrufen behauptet, mit und durch Wehler gebe es in Deutschland eine neue Geschichtsforschung und Geschichtslehre. Akzentuiert wurde Wehlers Publizistik – die in fünf Bänden die vergangenen 300 Jahre umfasst – durch den „Historikerstreit von 1986“.

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Im Historikerstreit ging es um die absurde Behauptung von bestimmten Geschichtsfälschern, dass das Dritte Reich, das Hitlerunwesen und die mit dem Begriff “Auschwitz“ gefassten Massenmorde von organisierten Massenmördern, teils industrieller Art, von Opfergruppen, historisch voraussetzungslos geschehen sei, indem Minderheiten zu Opfern und Staatsfeinden der Deutschen erklärt worden waren, und vertrieben bzw. ausgerottet wurden oder werden sollten: Juden, Zigeuner, Bibelforscher, Homosexuelle, Missliebige.

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Diese Geschichtstatsachen sind als historische Vorkommnisse neu gewesen, in vieler Hinsicht vorbildlos.

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Nunmehr ging von der Forderung, Wissenschaft soll nützen, der Wunsch aus, man möchte aus Fehlern lernen – die Massenmorde der Hitlerei waren Fehler.

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Und an diesem Punkt ist man sich noch einig: was geschah, durfte nicht geschehen und darf nicht wieder geschehen: Fehler schlimmster Art.

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Wehler vertrat die Sichtweise (ähnlich Jürgen Habermas): Mit der Hitlerei, insbesondere betreffs der Massenmorde von Massenmördern, haben wir es mit etwas Einmaligem und zwar mit voraussetzungslos Bösem, Einmaligem zu tun.

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Dagegen vertritt der Historiker Ernst Nolte die Interpretation der selben Untaten, sie seien zu erforschen, auf jeweils wirksame Wirkungszusammenhänge und Ursachen, also auf bestenfalls erkennbare Voraussetzungen für die Geschehnisse zu untersuchen. Und Nolte hat darüber enorme systematische Analysen publiziert, in denen nicht das Böse gut geredet wird, sondern in dem verständlich wird, ob und was, wie und durch wen entstehen konnte und tatsächlich geschah. Letztlich auch Dies, um daraus zu lernen.

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Dietmar Moews meint: Ich vertrete Nolte.

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Ich werde die Bielefelder Schule gegen die Bielefelder Schule anwenden: Wenn doch jeder seine eigene Geschichtsinterpretation als Narrativ auslegt wie es ihm passt, dann stimmt der Denkansatz der Voraussetzungslosigkeit. Nur – der interessiert mich nicht.

Man kann nach dieser Bielefelder Schule getrost die nächste Mode abwarten. Und die nächste Ladung der rückwirkenden Uminterpretationen der vergangenen 300 Jahre über sich ergehen lassen.

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Wichtiger sind aus meiner Sicht die historischen Tatsachen und Erkenntnisse der empirischen Soziologie. Aus soziologischer Sicht sind immer soziale Szenerie und Situationen,strukturelle und funktionale Wirkkräfte und Hintergründe erforschbar.

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Klar und hart gedacht macht die Wehlersche Geschichte der Einmaligkeit eine Hoffnungslosigkeit – denn voraussetzungslos !! kann Alles immer wieder geschehen. Während wir gemäß Ernst Nolte alle zu lernen haben.
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