Erhard Eppler 1926 – 2019 Kurznachruf

Oktober 19, 2019

Lichtgeschwindigkeit 9658

am Sonntag, 20. Oktober 2019

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Erhard Eppler wurde am 9. Dezember 1926 in Ulm geboren und ist jetzt 92-jährig, am 19. Oktober 2019, in Schwäbisch-Hall gestorben. Erhard Eppler war zeitlebens ein Minderheits-Korporatist in politischen Parteien, seit 1943 in der NSDAP, 1952 GVP, seit 1956 SPD, ein führender deutscher Politiker der SPD und der Evangelisch-Lutherischen Kirche, mehrfach wiedergewählter Bundestags- sowie Landtagsabgeordneter in Baden-Württemberg, auch Bundesminister unter den Bundeskanzlern CDU-Kiesinger, SPD-Brandt sowie SPD-Schmidt. Erhard Eppler war die herausragende unerschrockende, kompetente deutsche SPD-Persönlichkeit in der Friedensbewegung, gegen den Rüstungswettlauf der 1980er Jahre.

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Erhard Eppler wohnte in Schwäbisch-Hall, war unverheiratet und hatte angeblich Enkelkinder, die er hinterlässt; näheres Privates wird nicht publiziert.

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Befragt zu den Themen Ökologie, Energiewende und Friedenspolitik:

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Wer zu früh kommt, den bestrafen die Parteifreunde.“

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Süddeutsche Zeitung Nr. 257 vom 7./8. November 2015, S. 58

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Ich hab Anfang der 70er immer gesagt, Leute, wenn wir nicht mehr für Afrika machen, dann kommen wir unter einen Einwanderungsdruck, der uns zum Polizeistaat machen kann, aber es hat kein Mensch zugehört.“

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zit. nach dem Dokumentarfilm „Federn lassen – Von der Dritten Welt zum globalen Süden“ von Gaby Weber, Oktober 2017

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Erhard Eppler wurde in Ulm geboren und wuchs in Schwäbisch-Hall auf, wo sein Vater Leiter der Mergenthaler-Oberschule und seine Mutter erste weibliche Stadträtin war. Von 1943 bis 1945 nahm Eppler als Soldat am Zweiten Weltkrieg teil. 1946 bestand er das Abitur und absolvierte in Frankfurt am Main, Bern und Tübingen ein Lehramtsstudium für Englisch, Deutsch und Geschichte, das er 1951 mit dem ersten und 1953 mit dem zweiten Examen für das höhere Lehramt beendete. 1951 erfolgte an der Universität Tübingen seine Promotion zum Dr. phil. mit der Arbeit Der Aufbegehrende und der Verzweifelnde als Heldenfigur der elisabethanischen Tragödie. Er war bis 1961 als Lehrer am Gymnasium in Schwenningen am Neckar tätig.

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Eppler wurde im September 1943 im Alter von 16 Jahren deutscher Weltkriegssoldat, zugleich Mitglied der NSDAP. Später bezeichnete er diesen Schritt als eine „Dummheit“, aber er äußerte auch: „Ich bin nicht gegen meinen Willen auf eine Liste gekommen, sondern habe es akzeptiert. So war das damals.“

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1952 trat Erhard Eppler in die von Gustav Heinemann gegründete Gesamtdeutsche Volkspartei (GVP) ein, wechselte, wie die meisten GVP-Mitglieder, 1956 zur SPD. Hier war er von 1970 bis 1991 Mitglied des Bundesvorstandes, von 1973 bis 1989 Präsidiumsmitglied (ausgenommen 1982–1984) sowie von 1973 bis 1992 Vorsitzender der SPD-Grundwertekommission.

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Von 1961 bis 1976 war Eppler Mitglied des Deutschen Bundestages, ab 1972 mit einem Direktmandat im Wahlkreis Heilbronn. Ab 1976 war er für den Wahlkreis Rottweil Mitglied des Landtags von Baden-Württemberg, wo er bis 1980 Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion war. Am 30. Juni 1982 legte er sein Mandat nieder.

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Von 1973 bis 1981 war er Landesvorsitzender der SPD in Baden-Württemberg. Später war Erhard Eppler Ehrenmitglied der SPD-Grundwertekommission.

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Bei den Landtagswahlen 1976 und 1980 war er Spitzenkandidat der SPD für das Amt des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, konnte sich jedoch gegen die Amtsinhaber CDU-Hans Filbinger (1976) bzw. CDU-Lothar Späth (1980) nicht durchsetzen.

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Am 16. Oktober 1968 wurde Erhard Eppler als Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit in die von CDU-Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger geführte Große Koalition-Bundesregierung (CDU/CSU/SPD) berufen. Dieses Amt behielt er auch unter SPD-Bundeskanzler Willy Brandt. Nach dem Rücktritt Brandts im Mai 1974 gehörte er zunächst auch dem von SPD-Bundeskanzler Helmut Schmidt geführten Kabinett an. Wegen erheblicher Kürzungen des für sein Ministerium vorgesehenen Haushalts trat er zurück.

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Erhard Eppler war eine herausragende Persönlichkeit in der deutschen Friedensbewegung der 1980er Jahre, wo sich Linke, Informelle, Alternative Grüne, Jusos, DKP-Kommunisten, auch Kirchenmitglieder gegen die Wett-Rüstungspolitik zwischen USA und UDSSR öffentlich engagierten. Hier kam es zu vielfältigen Multimitgliedschaften von „Politikern“ (auch von MfS-Geheimagenten im Westen, z. B. der FDP-Bundestagsälteste Willam Borm) in alten und neuen deutschen Vereinen der „Friedensbewegung“, die mit internationalen NGOs kooperierten.

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Nach seinem Rückzug aus der Bundespolitik widmete Erhard Eppler sich mehr seiner Arbeit in der Evangelischen Kirche Deutschlands. Unter anderem war er von 1981 bis 1983 und von 1989 bis 1991 Kirchentagspräsident. Ferner war er Mitglied der Evangelischen Akademikerschaft in Deutschland und des PEN-Zentrums. 1977 war Eppler Gründungsmitglied der 2009 in der Humanistischen Union aufgegangenen Bürgerrechtsbewegung „Gustav-Heinemann-Initiative“. Außerdem war Eppler im Kuratorium des Öko-Instituts.

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Erhard Eppler war ein vorbildlicher, anständiger Mitbürger, der auch als SPD-PARTEI-Stellvertreter zuverlässige Stellungnahmen und Auskünfte, ohne Lug und Trug, vertrat. Zu Recht nennt man ihn „Vordenker aus den großen Zeiten der SPD“. Es liegt eine stattliche Liste seiner Autorenzeugenschaft in publizierten Büchern vor. Damit hat Erhard Eppler für Deutschland einen öffentlich besonders zu ehrenden Geschichtsrang.

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Eppler erhielt neben weiteren Ehrungen und Ordenszeichen, im Jahr 1973 das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland, 2001 das Große Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband der Bundesrepublik Deutschland wie auch 2015 die Ehrenbürgerschaft der Stadt Schwäbisch-Hall.

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