Entmischungs-Migration der Deutschen seit 1989

November 11, 2019

Lichtgeschwindigkeit 9721

am Dienstag, 12. November 2019

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ICH MÖCHTE MAL EINE Deutsch-Deutsche Integrations-Thematik nach 1989 mit einer entsprechenden Katalyse aufzäumen, wie sie nach dem Rückzug der Briten im Jahr 1947 zur Entmischungswanderung in INDIEN führte, woraus Pakistan, Indien und Bangladesch und Millionen Todesopfer entstanden.

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Seit etwa dem Jahr 1989 Deutsche auf eigene Entscheidung hin die freie Wohnungswahl gemäß den deutschen Bürgerrechten (GG) verstärkt unternahmen, kam es also zu einer geografisch-sozialdemokratischen Neumischung in den drei alliierten Westzonen, zwischen den Bewohnern der ersten Bundesrepublik Deutschland und EX-DDR-Bewohnern, die dann zukünftig gerne westlich der russischen Zonengrenze leben wollten.

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In umgekehrter Richtung zogen Tausende von Bürgern aus dem Westen freiwillig in das ehemalige DDR-Ostzonen-Gebiet um, weil da neue Bundesländer entfaltet werden sollten. Und auch dadurch kam es zu erheblichen Vermischungen.

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Nun hat sich inzwischen ein Reizthema der Unzufriedenheiten entwickelt, das als Klagehaltung der Alt-DDRler gegenüber dem neuen Leben nach 1989 und gegen alle anderen, die nicht klagen, gerichtet wird. Bei den Klagenden handelt es sich um etwa 20% der Deutschen. Während etwa 80% der heutigen Deutschen mehr mit der Zweiten Bundesrepublik anfangen können – von den zahlreichen fremden Menschen mal abgesehen, die zwar rumhängen müssen, aber nur ausnahmsweise gefoltert oder in der Einzelzelle abfackeln (gegen die Wertvorstellungen der 80% – wozu haben wir eigentlich den deutschen Staatsschutz?)

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Das absurde aber empirsche Gebaren gipfelt zusammengezogen in dem äußerlichen Vorwurf gegen das eigenen Schicksal in der nunmehr, seit 1990 und Beitritt 1991, Zweiten Bundesrepublik Deutschland darin, dass sich die Westdeutschen gar nicht ausreichend für die Menschen der ehemalig russisch-besetzten Zone interessieren, wenig übrig hätten für eine Gleichstellungs- und Intergrations-Debatte – insgesamt ziemlich oberflächlich mit der Klagekultur auskämen.

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Ich möchte im Folgenden einige Fragen generieren, die bei der heutigen Unzufriedensheitslage unter Deutschen mal zu bedenken wären, wollte man außer Jammerlyrik mal fünf Minuten Intelligenz investieren.

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Ich zitiere aus „DIE MACHT DER GEOGRAPHIE“ von TIM MARSHALL (2013), Seite 206:

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„… der indische Subkontinent … Die erste muslimische Invasion erfolgte bereits im 8. Jahrhundert, als die Araber des Umayyaden-Kalifats bis zum heute in Pakistan gelegenen Punjab vordrangen … verschiedene ausländische Invasionen .. widersetzte sich eine Mehrheit der hinduistischen Bevölkerung der Konversion und legte den Keim für die spätere Teilung Indiens. Die Briten kamen und gingen … uralten Unvereinbarkeiten der Sprachen in Punjab und Gujarat, zwischen Bergen und Wüsten, zwischen Islam und Hinduismus. 1947 hatten die Kräfte des postkolonialen Nationalismus und religiösem Nationalismus schließlich den Subkontinent in zwei Teile zerbrochen, aus denen dann später drei wurden: Indien, Pakistan und Bangladesch.

Am 3. Juni 1947 gab es im Unterhaus eine Verlautbarung: Die Briten würden sich zurückziehen – …bereits 73 Tage später, waren nahezu alle abgezogen.

Es folgte eine außerordentliche Völkerwanderung, als Millionen Muslime die neuen Grenzen Indiens hinter sich ließen und nach Westen, nach Pakistan flohen, und Millionen Hindus und Sikhs den entgegengesetzten Weg nahmen. Kolonnen mit 30 000 Menschen waren auf den Straßen unterwegs, ganze Gemeinden zogen um. Züge, die überquollen mit Flüchtlingen, fuhren auf dem Subkontinent hin und her, spuckten die Menschen in den Städten aus und waren auf der Rückfahrt genauso voll mit jenen, die in die andere Richtung wollten.

Es wurde ein Blutbad. In beiden Ländern brachten überall Aufstände los, weil sich Muslime, Hindus, Sikhs und andere in Panik und Angst gegeneinander stellten. Die britische Regierung wusch ihre Hände in Unschuld und verweigerte sich den Bitten der neuen Führungen in Indien und Pakistan, die wenigen Truppen, die noch im Land waren, zur Aufrechterhaltung der Ordnung einzusetzen. Die Schätzungen der Opferzahlen sind unterschiedlich, doch mindestens eine Million Menschen starben und 15 Millionen verloren ihre Heimat. Von den beiden Regionen, in denen die Muslime überwogen, wurde die westliche – das Industal im Westen der Wüste Thar – zu Westpakistan, die östliche – das Gangesbecken östlich von Kalkutta (heute Kolkata) – zu Ostpakistan … Pakistan ist geografisch, ökonomisch und militärisch schwächer als Indien. sein Nationalgefühl ist auch nicht so stark. Trotz seiner Größe, kultureller Diversität und Sezessionsbewegungen hat Indien eine solide säkuläre Demokratie mit einen gemeinsamen indischen Nationalgefühl aufgebaut …“

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Dietmar Moews meint: Ich stütze meine Beurteilung der hier fokussierten sozialpsychologischen deutschen Spannungen, um zugespitzte Fragen zu schaffen, nicht auf Statistik und nicht auf Zahlen. Ich halte es aber für sinnvoll, bei den wertenden Gedanken zu berücksichtigen, dass die Zwänge für die Deutschen im Jahr 1989 mit der Revolution kamen, nicht ausgewählt und nicht vorhergesehen worden waren – weder von Geheimdiensten noch von teuflischen Zynikern in West oder Ost unter dem gegebenen Zeitdruck wirklich nicht hinreichend ausgelotet werden konnten.

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Aber es ist nun wohl unbestreitbar, dass bei aller Ungleichheit der geistig-sozialen Kultur der deutschen Individuen, diejenigen, die heute über „Wende-Unrecht“ klagen, ab 1991 frei und selbstbestimmt lebten und sich frei und selbstbestimmt politisierten und die freien Wahlen, die freie Kommunikation, letztlich ihre eigene individuelle Wertorientierung willkürlich treffen mussten, ohne hierfür Übervorteilung, Fremdbestimmung, Entfremdung beklagen zu können. Denn der vorherrschende Zeitdruck auf die strukturellen Veränderungen wurde davon bestimmt, dass die personelle Führungselite der DDR „vom Hof gejagt“ werden sollte und gejagt worden ist bzw. im Dezember 1989 fluchtartig aus der Befehlsgewalt emigrierten und unverzüglich Selbstauflösung der offiziellen DDR-Administration entschieden. Der Zeitdruck wurde von den DDR-Menschen selbst ganz sinnlich und vulgär-materialistisch und gegen alle Ideale rausgelassen. Gleichzeitig blieb der tiefe SED-Staat äußerst aktiv – in vieler materieller und sozialer Hinsicht, residual bis heute.

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Ich müsste jetzt eine sozial-psychologisch fokussierende TYPOLOGIE der Staatsbürger vorlegen – eine solche ist methodisch notwendig festzustellen und zu setzen. Dazu reicht dieser Blogbeitrag aber nicht aus. Dennoch will ich wenige strukturale Qualitäten ansprechen:

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IDEALISTEN und MATERIALISTEN wanderten in beide Richtungen (z. B. als Telefon-Elektriker aus Frankfurt/Oder nach München und als Investor von Paderborn nach Crimmitschau, als Amtsrichter nach Cottbus oder als Regierungspräsident nach Dresden).

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Diejenigen, die sich selbst als IDEALISTEN verstehenden DDR-Bürger wollten ihre Einheits-Partei und die Nomenklatura bewahren bzw. nach dem Mauerfall zumindest ein SED-Reform-Staatswesen entwickeln – keinesfalls den idealistisch „minderwertigen“ Kapitalismus übernehmen.

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Andere gingen ebenfalls – auch aus zutiefst idealistisch gekränkter Lebenserfahrung – aus ihrer DDR-Heimat weg, nach Osnabrück oder Stuttgart.

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Noch andere gingen aus materialistischer Orientierung nach Westdeutschland.

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Und ein weiterer SED-Typus versuchte aus vulgär-materialistischer Gesinnung und Hoffnung die alten Seilschaften von SED, von Kirche in der DDR und von den Eliten an Universitäten und Offiziers- und Kaderschulen bei sich in RADEBEUL oder POSTDAM, diskret weiterzuerhalten.

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Die WEST-OSTWANDERER hatten im Wesentlichen zwei Grundeigenschaften.

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EINS Wer als Offizial-Bürokrat in seinem westlichen Bundesland lebte bekam die Aufforderung bzw. Angebote, als quasi-Aufbauhelfer in eines der neuen Bundesländer umzuziehen. Dafür gab es erhebliche Beförderungen und „Buschzulagen“.

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Es kamen wenige Westparteien-Spitzen-Kandidaten, wie MP Münch-CDU, MP-Biedenkopf-CDU oder MP-B. Vogel-CDU, auch die Treuhand-Spitzenmanager, wie Rohwedder und Birgit Breuel oder der JENA-Carl-Zeiss-Reanimator Lothar Späth-CDU u. a. Es kamen aber auch Mittelbau-Beamte, die in den Landesadministrationen die mitgebrachten westföderalen Verwaltungsnormen einführten. Unzählige Glücksritter fuhren Freitag Mittag nach Westdeutschland, über quälende Staustraßen, und kamen dann in gleitender Arbeitszeit dienstags erst wieder an – dafür nutzten sie die Stechuhren, in den Tagen der Anwesenheit bis zu 15 Stunden zu stempeln.

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Kurz – die Westimporte die kamen, waren durchweg zweitklassig und im Westen bereits am Ende ihrer Aufstiegsleiter – quasi gescheitert – während sie dann in Sachsen und Sachsen-Anhalt „Kläranlagen von der Stange“ bauten, dafür Zweckverbände mit den Ahnungslosen gründen ließen, die allesamt Abwasserkapazitäten aufgedrängt bekamen, die sie später in finanzielle und technische Engpässe brachten (alle rechneten sich die Scheiße der Nachbargemeinden in ihre Nutzungsprofile). Die Gutachter dieser Baubetrugsprojekte verschwanden dann bald – nur wenige vor den Gerichten „wg. Vereinigungskriminalität“.

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Idealistische Ostwanderer aus Westdeutschland waren selten anzutreffen.

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Kurz und nicht gut:

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Den neuen Bundesländern wanderten viele tüchtige Menschen in die Bundesrepublik-West ab, um sich frei zu entfalten, um besseren Erwerb zu treiben oder um den Westen zu „erlernen“. So wurden gewachsene Ost-Gemeinden und Familien ausgedünnt. Die Neuzugänge aus dem Westen passten meist gar nicht hinein und wurden als Vorgesetzte auch nicht gemocht.

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Im Westen waren die Ostzuwanderer leicht zu handhaben – entweder sie waren tüchtig, dann konnte man sie gebrauchen und sich freuen. Waren sie nicht gefragt, konnten sie nirgends landen und mussten in die „neuen“ Heimatländer zurück.

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Welche ökonomischen, kulturellen, ordnungspolitischen, bildungs-, technikaffinen und fortschrittssfreundliche Neuvermischungen von Ost und West nun entstanden. ist die Frage, die die Antworten liefern würde, was heute politisch besser gemacht werden sollte, damit es den klagenden Menschen besser gefallen kann, unter den gegenüber DDR-Zeiten veränderten Rahmenbedinguneg leben zu müssen.

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Im hochkonjunkturellen Westen ist seit 1991 und seit der IT-Revolution, die Mitte der 1980er Jahre einsetzte, die sozio-kulturelle Integration sehr abgemagert – und auch im Westen ist man eigentlich den Fragen und Problemen Deutschlands, Europas und der eigenen Menschlichkeit nicht gewachsen. RÜCKZUG von der Öffentlichkeit ist der Verlust von Öffentlichkeit und Erfahrung in der Zweiten Bundesrepublik Deutschland insgesamt. Nur die Piratepartei und der Chaos Computer Club sind nach 1991 wirklich herausgekommene sozio-politische Kräfte in der Zweiten Bundesrepublik (wie man an dem hängenden Parteinamen Bündnis 90/GRÜNE ablesen kann).

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Für die neuen Bundesländer ist es nun völlig irritierend, denn sie sind ja nicht in der Ersten Bundesrepublik Deutschland angekommen, sondern in einer Zweiten, die sie nun wie ein eigenes Nest selbst mitgestalten sollen, während ihnen ein internationaler Kasino-Finanz-Kapitalismus um die Ohren gehauen wird.

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Wer glaubt, dass Pfarrer Gauck, der als Bundespräsident Einblick in entscheidende Staatsgeheimnisse erhalten hatte, oder MERKEL IV, die als Regierungschefin in mehreren Regierungen Deutschlands die heutige Welt sehr intensiv auszukosten hatte, zu den Fragen unserer Zeit und unserer Zukunft wirklich was zu sagen haben?

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Man muss schon die USA und Russland von heute kennen. Man muss schon wissen, was die Freiheit ist und die Freiheit des Monopol-Kapitals von Karl Marx Vorstellungen nicht erfasst wird – also, was denn ein deutscher Liberalismus sein müsste, im Unterschied zu den USA oder UK oder welche Wünsche die Gesellschaft formuliert, um dafür selbst zu bezahlen:

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Ralf Dahrendorf zu lesen hätte Gauck und Merkel nicht geschadet. Auch Steinmeier sollte noch mal nachschauen, was am sozialdemokratischen Bolschewismus wirklich kontraproduktiv war und noch ist, wenn unsere Deutschen wirklich schwere Defizite in der Basisdistanz, in der Partizipation und in einer zu hohen Dienstklassen-Quote erleiden und aus dem gesellschaftlichen Zusammenhalt zerfallen.

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Ohne NEUE SINNLICHKEIT wird keine menschliche Gesellschaft möglich sein, die die technologischen und ökonomischen Vorteile nutzen kann. Aber von den Menschen mit Haut, Haaren und Wechselgefühlen wird nur in tiefer Überzeugung durch Selbstinitiierung freiwillig entfaltet, wenn von der sinnlichen Nähe bis zu den fernen Mittelbarkeiten gerne an eigene Kinder weiter gegeben würden..

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