Ladislav Kupkovič 1936 -2016 – Kurznachruf

Juni 23, 2016

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Vom Donnerstag, 23. Juni 2016

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Ladislav Karol Kupkovič, geboren am 17. März 1936 in Bratislawa, ist jetzt 80-jährig, am 15. Juni 2016, in Haste bei Hannover gestorben.

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Kupkovič war ein moderner slowakischer Komponist, der nach seinem Studium als Geiger und Bratscher, 1950 bis 1961, für fünf Jahre als Mitglied und Konzertmeister der Slowakischen Philharmonie spielte. Er war ein Geigenvirtuose und Instrumentenkenner, der bewundert wurde und als Komponist alle Paganini-Tricks, Kantilenen und Kreuzgriffe kannte. 1968 im Zuge des „stalinistischen Prager Frühlings“ floh er aus Tschechoslowakei nach Deutschland. Wo er als führender Ostblock-“Avantgardist“ mit offenen Armen aufgenommen wurde und mit Hilfe von Karlheiz Stockhausen Zulassung in den westdeutschen „Staatsbetrieb“ „NEUE MUSIK“ erhielt.

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Ladislav Kupkovič wurde nach diversen Aufführungsexperimenten „Neuer Musik“ in der damaligen Tschechoslowakei, auch in Italien und auf westeuropäischen Musikfestivals dann seit 1970 durch seine „Wandelkonzerte“, bei denen das Publikum durch das Orchester wandeln konnte als „Avantgardist“ international berühmt. Legendär war ein alle sinnlichen Maßstäbe sprengendes „Wandelkonzert“ in Köln und Bonn.

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Die westdeutsche „Avantgarde-Salonpersonnage“ der „Neuen Musik“ usurpierte den jungen politischen Flüchtling, der mit Frau und kleinen Kindern als Musiker und Musiklehrer den Anfang im Westen finden musste. Im Jahr 1969 gewann er einen Meisteraufenthalt in West-Berlin – es folgte die Emigration. 1971 dirigierte er die Premiere von Karlheinz Stockhausens „Mixture in Cologne“, das von Stockhausen selbst Kupkovič gewidmete Werk.

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Als musikpolitisches Drama, eigentlich ein epochaler Skandal, zeigte sich in jener kritischen Zeit, dass Ladislav Kupkovič seine große Musikbegabung und Musikliebe als ein Komponist und Musikant entfalten wollte, statt in der selbstinszenatorischen Aleatorik zur Vermeidung eines C-Dur -Akkords damit zu warten.

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Es wurde dann dem Musiker auch erst im Westen klar, welche bedeutende Rolle die Beatles und die Popmusik in der Jugendgeneration spielten, während eine selbstsignierte „E-MUSIK“ im völligen ästhetischen Abseits jener „Neuen Musik-Avantgarde“ der deutschen Salonpersonnage, der er selbst angehörte, staatlich die Plätze besetzte.

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Kaum wurde Ladislav Kupkovič Professor für Tonsatzlehre an der Hochschule für Musik und Theater, initiierte er auch in Hannover „Tage der neuen Musik“, erschien aber sehr bald als namhafter Höhepunkt des Programms mit eigenen neuen virtuosen tonalen Stücken:

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Ladislav Kupkovič musizierte jetzt TONAL – und zwar im radikalen Bruch zum gesamten Adorno-Bolschewismus der „Neuen Musik, die sich mit breitwandiger NGO-Macht in den Massenmedien, im Dienstklassen-Salonpersonnage-Netz und der Kulturindustrie als DIE AVANTGARDE täglich mit maximalem Staatsgeld musikpolitisch durchsetzte. Gleichzeitig wurden in dieser „MUSIKPARTEI“ (Kulturpolitische Gesellschaft Hagen e. V. im Deutschen Kulturrat und im Deutschen Musikrat) alle verhinderten, beleidigten und politisch zersetzte Begabungen von der Pressure-Group „Neue Musik“ abgedrängt und demotiviert.

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Diese Lage zu erkennen und als Immigrant den Mut zu haben, trotz der ADORNO-Herrschaftsgruppe zur Schönheit und der Musik beizutragen (2.), war, nach (1.) Emigration mit Heimatverlust als Slowake, seine zweite große Lebensentscheidung. Bald nahm er auch die deutsche Staatsangehörigkeit an. Eine große dritte Mutentscheidung war die Niederlassung mit Heirat, Hausbau in Haste bei Hannover (3.) und der unzweideutigen Selbstvermarktung innerhalb der neuentstehenden bzw. residuierenden „TONALITÄT“. Diese Schöpfungsarbeit als Komponist, völlig befreit vom sozialen und materiellen Diktat der „Neuen Musik“ in Deutschland  brachte (im Alter, das Schubert und Mozart gar nicht erlebten) ein bedeutendes „Lebenswerk“ tonaler Werke – quasi im Privatbetrieb – sowie sehr fruchtbare internationale Zusammenarbeiten mit Musikern in der slowakischen Heimat.

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Auch die meisten Berufsmusiker im heutigen Deutschland ahnen nicht, was die „Salonpersonnage“ im Kampfsignet „ADORNO“ trieb und noch immer treibt, wenn Hans Werner Henze noch zu seinem 90sten Geburtstag der Weltöffentlichkeit erklärte und gesendet wurde, er sagte triumphierend:

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„Für die nächsten 50 Jahre NEUE MUSIK bin ich nicht besorgt. Denn wir haben weltweit die Professuren für Komposition mit unseren Leuten besetzt“.

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Ungleich sympathischer und überzeugender ist Ladislav Kupkovič, der sagte:

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„Klatscht keiner Musik, die Euch nicht gefällt.“

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Er sah keine Möglichkeit, seine Liebe und Verehrung für die großen Meister der europäischen Musikgeschichte durch Herumgeplänkel, präparierte Klaviere und Musenmathematik, nach Ludolf Baucke, Theodor W. Adorno und Alban Berg auszurichten, noch länger zu variieren.

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Ladislav Kupkovič studierte noch als Professor selbst Stufentheorie und Funktionstheorien, analysierte Sonatenformen, Meisterstücke von Mozart, den er besonders liebte, natürlich die stimmungsvollen Genies seiner slowakischen Ursprünge, wie Antonín Dvořák oder Bedřich Smetana und die heimatliche Volksmusik.

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Sehr bald kamen die NEUE MUSIK-Gatekeepers auf die wirklich idiotische Idee, bei von Attila Aydintan und Ronald Hoogeveen und auch Gidon Kremer (später, auf Schallplatte) virtuos aufgespielten Teufelsstücken, als Konzertpublikum die Schenkel zu klopfen. Ich höre und sehe noch, wie heute, das extrovertierte scheppernde Demonstrationsgelächter vom HAZ-Musikerzieher Ludolf Baucke (der selbst heimlich Adornomusik komponierte). Dieses Auslachen, in der Meinung, man hätte es – vielleicht wie Monty Python’s oder Gerard Hoffnung – mit Pseudotonalitäts-Attitüden und -Anspielungen zu tun, mit „musikalischem Humor“ á là „Kupko“ für die „Tage der Neuen Musik“ Hannover, 1977 oder 1978 zu tun:

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Tonalität als Lächerlichkeit – so stellten sich Ludolf Baucke und Helmut Lachenmann die ästhetische Zensur für zeitgenössische Musikkunst vor.

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Schon im drauffolgenden Jahr bei den „Tagen der Neuen Musik“ von Hannover kamen erneut von Ladislav Kupkovič, Attila Aydintan und Ronald Hoogeveen, von Elsbeth Moser und weiteren seriösen Musikern, neue tonale Werke zur Aufführung, Einar Steen-Nöckleberg, Michael Krist, Ebert, die hannoverschen Genie-Pianisten-Professoren – das Publikum war begeistert, Kompositionsstudenten trugen mit eigenen neuen tonalen Werken bei, der junge virtuose Michael Gees, Thomas Schmidt, John Gould, Anton Plathe. Nur die schreibende Reichsparteikammer der „AVANTGARDE“ entfaltete nun noch das „C-Dur-Verbot“ und haute die neue tonale Musik völlig runter. Von „Hauskrach bei Brahms, bis zu tonaler Fleischwolf war von Mozartverschnitt und schlechter Verirrung“ (in der HAZ) die Rede.

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Mit der Freundschaft zwischen Ladislav Kupkovič und mir, dem Maler und Impresario Dietmar Moews, seit 1975, die infolge von Studenten-Konzerten im NDR-Funkhaus und in der Ballhof-Galerie Hannover von Dietmar Moews zwischen den beiden entstanden war, kam es im Jahr 1979 zum „MANIFEST DER NEUEN SINNLICHKEIT“ und der ERSTAUSGABE der „Neue Sinnlichkeit – Blätter für Kunst und Kultur“, von Dietmar Moews. 

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Moews formulierte die „neue Sinnlichkeit“ als Ende der „Kunst im Kopf“ statt Malerei. Ladislav Kupkovič schrieb den ersten seiner kämpferischen musikpolitischen Texte für die

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„NEUE SINNLICHKEIT Ausgabe 0, November 1979,

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und mit einer neuen faksimilierten Partitur im neuen Blatt sowie der UR-AUFFÜHRUNG in der Ballhof-Galerie Hannover, wo der Komponist Ladislav Kupkovič selbst am Klavier und als Bratscher mitwirkte.

 

Hunderte von Zuhörern standen bis auf die Ballhofstrasse 8 und den Ballhofplatz – so etwas hat es mal in Hannover gegeben. Hierauf bezog sich schließlich Armin Mohlers „Das weiße Engelchenhemd“ über die Neue Sinnlichkeit in DIE WELT, 1980, und Ursula Bodes „Etwas für Elitemenschen“ in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung und „Die Alternative“ im KÖLNER STADT-ANZEIGER, wo der Komponist selbst am Klavier und als Bratscher mitwirkte:

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Das Werk von Ladislav Kupkovič umfasst über 250 Titel Filmmusik, zwei Opern sowie zahlreiche weitere Sonaten und Konzertstücke.

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Ladislav Kupkovič hatte Ende der 1980er Jahren seine zweite Frau Irmhild geheiratet und ein Haus in Haste bei Hannover gebaut. Von Hannover und Haste aus fand er, nach dem Ende des „Warschauer Pakts“, mit seiner Musik auch den Kontakt wieder zu seiner slowakischen Heimat und nachfolgenden Musikergenerationen. Vor nicht langer Zeit (2014) spielte ein slowakisches Orchester die Uraufführung großer Kupkovič-Kompositionen, der Symphonie B-Dur (2014) und seiner Rosenmärchen-Oper.

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Zuletzt, noch für unsere Verabredung anlässlich seines 80sten Geburtstages im März 2016, schrieb er von Folgen von Schlaganfall und dem Alterszoll.

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Mit diesem wunderbaren Musiker ist ein wichtiger Zeuge der Neuen Sinnlichkeit nunmehr in das Große, Ganze übergegangen, das nun in der Liebe von Kindern und Freunden und Schülern weiterwirkt. Als ich Lazo (Lattzo gesprochen) als Lazo kennenlernte, nannten ihn seine Studenten Kupko. Selten habe ich so einhellig begeisterte Studenten gehört, wie über Kupko, den Professor im Tonsatz- und Konzertmeisterstudium, den sie liebten.

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Staatskunst als Fliegenschiss

März 28, 2015

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vom Samstag, 28. März 2015

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Ein guter Lehrer ist verlässlich – also stets – vorbildlich. Ein guter Lehrer redet nicht schön, wenn nichts schön ist, lobt nicht, wenn lediglich nichts schlecht war, sondern versucht dem Schüler sehr deutlich zu sagen, wo aus Sicht des Lehrers die Möglichkeiten für den Schüler liegen können.

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Der deutsche Staat hat die Organisationsmacht über die Kultur (mit ca. 95% der Geldmittel im Bereich von Kunst und Kultur, vgl. Hummel 1988; vgl. Moews 2000).

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und über den zeitgenössischen Kunstprozess aus Kunstproduktion, Kunstbereitstellung, Kunstkonsumtion, Kunstpolitik und die Salonpersonnage (die Positionierung unechter Künstler anstelle echter Künstler über den Modus „Freiheit der Kunst“ und über die Verbändeorganisation im „Deutschen Kulturrat, Deutschen Kunstrat, Deutschen Musikrat, Gema usw. Künstlersozialkasse, Deutscher Künstlerbund, VG Bild-Kunst, Bundesverband der Galeristen, IG-Verdi im DGB, die Kirchen und Moralunternehnen u.v.a.m.).

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Die Glücksritter dieses bolschewistischen Salonpersonnage-Systems (das die Blockparteien – weitestgehend die SPD-unechten Künstler – unter sich aufteilen) behaupten:

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Dadurch, dass der Staat diese Art der verirrten Kunstorganisation allokatiert und gesetzlich organisiert und durch die parteipolitische Personnage mit unechten Künstlern als Salonpersonnage besetzt, haben diese die vollkommene Direktion und Kontrolle über Kunst und Kultur – und die wird durchgesetzt (selbst, wenn dadurch große Künstler vernichtet und verhindert werden).

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Dieses Salonpersonnage / unechten Künstler behaupten einfach (ohne das Verfassungsrecht auf „Pluralität“ zuzulassen): KEIN C-DUR!

 

Nur diese staatliche Organisation durch Staatsgeld ermöglicht eine unechte Kunst und verhindert jede echte Kunstproduktion außerhalb der eigenen Personnage, die die Gesellschaft durch die Kunstkonsumenten gar nicht hervorbringen würde (hier ist die Rede von heutigem Kunstschaffen, nicht von 1968 oder 1699).

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Was echte Künstler in informellen Nischen privat schaffen, wird nicht durch den staatlichen Publikationsapparat öffentlich bereitgestellt, sondern durch staatliche Abwertung vollkommen abgeblockt (120 Chinesen in NRW-Häusern und? – welches sind die Namen der deutschen „Kreativen“, die im Gegenzug in China auftreten? auf Staatsgeld).

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Der staatlich vorgehaltene Kunstbetrieb mit seinem Bewertungsfaschismus für zeitgenössische Kunst hat für vollkommene Ahnungslosigkeit des potenziellen Kunstpublikums gesorgt:

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Man stellt den Maler Claude Monet aus und behauptet: Bei Monet sähe man bereits die „Auflösung der Form“ (aktuelle Monet-Ausstellung in Frankfurt).

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Folglich werden Pseudokünstler der Form- und Geistlosigkeit Preisträger und Repräsentanten der Salonpersonnage, die sich selbst als hochkarätig labeln. (Gestern wurde in der Zeitung ganzseitig die Staatsschranze Markus Lüperz mal wieder als „Künstlerfürst“ gefeatured. Lüperz dirigierte viele Jahre die NRW-Professuren der Salonpersonnage der Kunstakademie Düsseldorf (und darüber hinaus) – und sein lachhafter Kleiderschrank der exklusiven Hochkarätigkeit wurde vorgeführt – Malerei war mal wieder nicht zu sehen, denn – das ist bekannt: Malen konnte und kann Lüperz so wenig wie Fußballspielen.

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Niemand darf glauben, Lüperz sei je mehr als eine NRW-Schranze der Salonpersonnage gewesen – seine Pseudokunst  geht allen am Arsch vorbei, selbst wenn sie in Fußgängerzonen oder auf Hoteldächern, gemeinsam mit der niedersächsischen Staatsschranze Siegfried Neuenhausen oder der Heidelberger in Berlin, Klaus Staeck, herumsteht – das sind die „SPD-Professoren“, die auch ohne Parteibuch den Schwur verwirklichen:

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Das bolschewistische „Modell Folgeförderung“:  …ein interner Ringeltanz: Man fasst sich an die Hände und sagt: Gut, dass wir uns gefunden haben, und wir lassen nicht mehr los. Ich muss dazu folgende Berechtigungsklausel abgeben: Wir haben gerade in unseren aktuellen Künstlerförderstätten Künstler, die eine Kunst machen, welche man mehr unter Inszenierung, unter Installation und Aktion fassen kann. Es gibt heute Kunstformen, die nicht unmittelbar zu kaufen sind …“ (A. 72, Gerd Grabenhorst im Niedersächsischen Min. f. Wissenschaft u. Kunst, in Klaus von Düring hrsg. WORPSWEDER BEGEGNUNGEN BARKENHOFF-SYMPOSIUM ZUR KÜNSTELRFÖRDERUNG MAI 1989)

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Denn die Gesellschaft hat eher folkloristische „anti-avantgardistische“ Konsumbedürfnisse – Alltags-Musikkonsumenten zahlen eher Kleingeld für tonale Popwerke als Großgeld für eine Avantgarde, die inzwischen 70 Jahre alt und überholt ist und Klang-Experimente von 1982 als NEU durchsetzen will – weil es sich für sie auszahlt – ganz vergessen, was avant garde bedeuten soll (s. Alex Ross THE NEW YORKER in Neue Sinnlichkeit 45).

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Gestern, Freitag, 27. März 2015, berichtete die Süddeutsche Zeitung, Feuilleton, Seite 11 vom „Fliegenschiss“:

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Fliegenschiss hinterm Komma. Dieter Gorny, der Schrecken der Piraten, berät nun die Regierung“.

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Der Bundeswirtschaftsminister und Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) hat angeblich Dieter Gorny zum „Beauftragten für Kreative und Digitale Ökonomie“ ernannt.

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Das Wort „Künstler“ ist nun weg – es heißt jetzt „Kreative“ – stattdessen werden „Kreative“ angesprochen, ja, und, worauf es ankommt – statt auf Kunst und Künstler überhaupt – die Ökonomie und die IT-Revolution, kurz:

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Die Kulturindustrie (die Industrie als industrieller Produzent und ist Konsument der Künstler) wurde an Stelle der handwerklichen Künstler, die Originale und Prototypen schaffen, gesetzt – die Mitwirkenden in der Kulturindustrie werden jetzt als „Künstler“ gezeichnet (Pseudo-Künstler) und dominieren sogar die Künstlersozial-VERSICHERUNG (KSV). Jeder, der am Computer herumdaddelt, zählt nun in der Künstler-Verbändeorganisation – weil er sich als „kreativ“ bezeichnen darf (ja, „kreativ“ ist Vieles – nur Kunst und Künstler sind etwas völlig anderes).

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Bernd Graff schreibt in der Süddeutschen also:

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Er schon wieder! Der Mann ist Medienmanager und Musiker, Professor ist er und Grimme-Preisträger. Medienmann des Jahres war er 1992. In Nordrhein-Westfalen ist er, Jahrgang 1953, seit den Achtziger Jahren eine dicke Nummer im Medien-Geschäft: die Musikmesse VIVA hat er gegründet. Und krempelte auch schon Essen zur Kulturhauptstadt Europas um. Der Tausendsassa Dieter Gorny, das ist der Mann, ist umtriebig und sehr präsent.

Nirgends machte er das bislang so deutlich wie im Amt des Präsidenten des „Bundesverband Musikindustrie“, der deutschen Abteilung der internationalen Tonträgerhersteller (IFPI). Als solcher ist Gorny nicht nur Musikalien-Anwalt, sondern – sorry – ihr fettester Lautsprecher. ..“

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Elsbeth Moser im WDR-Konzert Köln am 27. März 2015

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Hier wird eine Mär aufgebaut, „dass die Downloader dem Musikprozess und den Erträgen schaden“, während hier das Marketing und die Konsumenten-Kommunikationsintensität für die Musikindustrie kostenlos angekurbelt wird.

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(SZ weiter) „..Denn Gorny ist der Schrecken der Piratebay, der bissigste Feind des illegalen Downloads. Niemand kann so laut und so schön so dicke Krokodilstränen weinen wie Gorny, wenn es um Urheberrecht und die Überschlags-Berechnung der durch Raubkopien verlorenen Künstler-Tantiemen geht. Doch Gorny ist jetzt nicht mehr nur der alerteste Vorzeigelobbyist der Branche, er ist fürderhin auch Regierungsberater.“

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Der Wirtschaftsminister macht die Künstler zugunsten der Kulturindustrie mittels der irreführenden Kunstorganisation PLATT.

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(SZ weiter) „.. der ehemalige Pop-Beauftragte der SPD und jetzige Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat Dieter Gorny zum „Beauftragten für Kreative und Digitale Ökonomie ernannt… Der Impuls, die Kreativwirtschaft zu stärken, ist begrüßenswert. Aber er wird gleich im Keim erstickt, wenn die Unabhängigkeit nicht gewahrt bleibt. Die Bedenken sind angebracht und verständlich. Dennoch könnten die Kreativen und die Digitale Ökonomie kaum besser fahren als unter dem Segel des Lobby-Dickschiffs Gorny.

Die Herausforderungen, denen die Kreativbranche sich schon jetzt und erst recht in Zukunft zu stellen hat, sind gewaltig. Gornys ökonomische Gegner sind nun vor allem die größten Medien-Giganten des Silicon-Valley … im Ring stehen unter anderem: Apple, Amazon, Netflix, Spotify. Wer, wenn nicht Gorny, könnte hierzulande für einen lauteren Aufschrei gegen sie sorgen? Und wer wüsste das besser als die alten Piraten, gegen die Gorny bisher so viel Dampf machte? BERND GRAFF“

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DIETMAR MOEWS 1978 Ballhof-Galerie Hannover

DIETMAR MOEWS 1978
Ballhof-Galerie Hannover

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Dietmar Moews meint: Bernd Graff – der kleine kulturindustrielle Salonpersonnage-Beiwagen – was erzählt der hier für die SZ einen Mist!

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Alter Pirat? – das bin ich selbst. Und Fachmann der Verbändeorganisation ausgewiesen als ein Doktor der Organisationssoziologie, selbst Mitglied als Künstler in sämtlichen dieser Industrieverbände.

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Das ist die Tragik: Die Künstler haben von ihrer eigenen Erwerbsorganisation durch Industriepolitik keine Ahnung – leider leider.

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Die die Künstler entmündigenden unechten Künstler wie dieser SPD-Gorny machen Lobbying für die Musikindustrie und für die Kulturindustrie, aber nicht für die Künstler!

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Nicht für die Künstler lobbyiert Dieter Gorny, sondern für die Wirtschaftspolitik, gegen die Künstler. Gornys Einsatz für die GEMA wird ewig irreführend so hingestellt, als diene die GEMA den Künstlern.

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Nein, die GEMA und Gorny beuten die Künstler aus und machen dann anstelle der Originalgenies „ihre eigenen Kreativen“, die eigentlich selbst nur Kunstkonsumenten sind: GEMA ist Kunstkonsument – GEMA hilft nicht dem Kunstproduzenten, sondern unterdrückt ihn.

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Kurz, die Ernennung durch Gabriel (SPD) des Dieter Gorny zum Salonpersonnage- Obergespenst wird hier von der Süddeutschen Zeitung als „Dampfmacher“ gegen Silicon Valley hingestellt.

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Tatsache ist, dass die gesamte Kulturindustrie eine Honigsauger-Scheiße ist, die von den Künstler das Leben nimmt und noch die Kunstproduktion industriell abrichtet bzw. blockiert – stattdessen die eigene Profitsoße „formatgerecht“ einspeist.

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Die Künstler brauchen den Vertrieb ihrer Kunst und nicht die Zensur durch Gornys Zensor-Industrie. Apple, Google, Youporne usw. stellen einen neuen Direktvertrieb für die Künstler – Gorny ist ein Honigsauger und muss gestrichen werden:

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Schluss mit der „Verirrten Kunstorganisation in der Bundesrepublik Deutschland“ – so der Titel der Dissertation von Dietmar Moews, publiziert im Jahr 2000 von der Universität Bremen.

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Youtube bringt Künstler und Kunstkonsumenten unvermittelt zusammen (leider zockt Youtube die Rechte und die Folgerechte ab –

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nur dagegen brauchen wir nicht den alten Rechte-Abzocker Gorny für die Industrie, sondern kluge IT-Juristen).

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DIETMAR MOEWS 2008 Lingner Schloss Dresden

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Sotschi Winter-Olympia 2014 Lichtgeschwindigkeit 4111, Dietmar Moews, am 7. Februar 2014

Februar 7, 2014
Dietmar Moews, Köln, 7. Februar 2014

Dietmar Moews, Köln, 7. Februar 2014

Heute werden die Winterspiele im russischen Badeort am Schwarzen Meer, Sotschi 2014 (vom 7. – 23. Februar) eröffnet.

Sicherheit in Sotschi 2014

Sicherheit in Sotschi 2014

Die russische Meistersängerin Anna Netrebko singt elektrisch vor der Weltöffentlichkeit zur Eröffnungsfeier für Sotschi 2014

Der Kreml-Chef Wladimir Putin versucht eine zivilisierte Lebenswirklichkeit zu inszenieren. Putins Staatsführung in Russland und für die GUS belastet allerdings Meinungs-, Presse- und Kunstfreiheit unter Misshandlungen, Bedrohungen und Ermordungen, von Journalisten, Künstlern und Kritikern. Putins Gesellschaft wird nicht durch rechtsstaatliche Praktiken gesteuert, sondern mit Willkür, Angst und Schrecken.
“Aus Liebe zu Russland” nannte Gidon Kremer ein Gedenk- und Solidaritätskonzert in Berlin: Zum siebenten Todestag der Ermordung der Journalistin Anna Politkowskaja (1958-2006).

Gidon Kremer, Daniel Barenboim, Martha Argerich, Sergei Nakariakov, Elsbeth Moser, the orchestra „Kremerata Baltica“und andere im Solidaritätskonzert in Berlin Philharmonic, Chamber Music Hall, ferner NICOLAS ALTSTAEDT, KHATIA BUNIATISHVILI, GIYA KANCHELI, SERGEI NAKARYAKOV, EMANUEL PAHUD and SHCHEDRYK CHILDREN’S CHOIR

The program

Poem reading
Herta Müller, laureate of the Nobel Prize for Literature

Mieczyslaw Weinberg
Sinfonietta number 2, Op. 74 , Part 3: Adagio
Orchestra „Kremerata Baltica“

Johann Sebastian Bach
Suite for cello solo number 2 in D Minor BWV 1008 Part 2: Allemande
Nicholas Altshtedt

Sofia Gubaidulina
„Seven Last Words of Christ, not the Cross“ for cello, accordion and strings, Part 3: „… Verily I say unto thee, To day shalt thou be with Me in Paradise“
Nicholas Altshtedt , Elsbeth Moser , the orchestra “ Kremerata Baltica“

Arvo Pärt
„Estonian Lullaby“ for choir and string orchestra
Children’s Choir „Shchedrik“ orchestra „Kremerata Baltica“ , Nikoloz Rachveli (conductor)

Mikhail Khodorkovsky
Excerpts from the closing speech at Moscow’s Khamovnichesky District Court (November 2, 2010)
Sebastian Koch, actor

Giya Kancheli
„Angels of sorrow“ — dedicated to the 50th anniversary of Mikhail Khodorkovsky
Gidon Kremer, Giedre Dirvanauskayte, a children’s choir „Shchedrik“ orchestra „Kremerata Baltica“, Nikoloz Rachveli (conductor)

Sergei Rachmaninoff , Fritz Kreisler
«Prayer» for violin and piano

Anna Politkovskaya
So what have I done that makes me so vile?
Martina Gedeck, actress

Sergei Prokofiev
Piano Sonata № 7, Op. 83, Part 3: Precipitato
Khatia Buniatishvili

Pyotr Tchaikovsky
Lensky’s aria from the opera „Eugene Onegin“ (a variation of Guy Braunstein for Flute and Piano)
Emmanuel Pahud, Khatia Buniatishvili

Dmitri Shostakovich
Concerto for Piano and String Orchestra number 1, op.35 (the soloist trumpet), Part 4: Allegro con brio
Martha Argerich, Sergei Nakariakov, the orchestra „Kremerata Baltica“

Leonid Desjatnikov
Music from the film „Target“, Part 1: Vivaldi, January, Part 3: Changes, Part 5: Foxtrot

Doping

Sport ist Mord