Friedrich Nietzsche als Nobel-Robbe in Röcken

Dezember 18, 2020

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am Freitag, 18. Dezember 2020

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Von der A 9 bei Lützen kann man im Vorbeifahren den Kirchturm von Röcken erkennen – umgekehrt hat man am Pfarrhaus Röcken an der spartanischen mittelalterlichen Kirche, wo Friedrich Nietzsche im Jahr 1844 geboren worden war und knapp die ersten fünf Lebensjahre in einem Neun-Frauen-Haushalt aufwuchs, den Dauerlärm des Autobahnverkehrs im Nervensystem.

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Auf der Südseite der Kirche befinden sich Nietzsches Gräber und Grabplatten, die angeblich von der bis 1935 in Weimar gelebten Nietzscheschwester Elisabeth vertauscht wurden, sodass ihre Grabplatte zwischen Friedrich Nietzsche links und Mutter Franziska plaziert ist.

Auf der Nordseite der Kirche, im Blick des baugeschichtlich erhaltenen typischen lutherischen Pfarrhauses des 19. Jahrhunderts, haben gutmeinende Nietzscheaner für diesen Original-Gedenkort Röcken bei Lützen, eine dreiteilige, lebensgroße Figurengruppe von weißgetünchten Bronzen gestiftet.

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Zum 100. Todestages von Friedrich Nietzsche im Jahr 2000 wurde die Skulpturengruppe „Röckener Bacchanal“ von Klaus F. Messerschmidt eingeweiht. Die lebensgroßen Bronzen mit dem weißen Überzug stellen Nietzsche dreimal an seinem Grab dar. Der Künstler bezieht sich dabei auf das bekannte Atelierfoto mit der Szene am Arm der Mutter und auf ein Traumbild, welches Nietzsche seinem Freund Jacob Burckhardt 1889 in einem Brief mitteilte: „In diesem Herbst war ich so gering gekleidet als möglich, zweimal bei meinem eigenen Begräbnis zugegegen.“

Die Bild-Kunst soll hier als Geschmackssache durchgehen – die Standbilder sind nicht gerade meisterhaft, etwas flüchtig gemacht und leider nicht genial abstrahiert – egal: es gilt das Programm, das heißt Nietzsche.

Doch Friedrich Nietzsche hatte kleine Ohren, etwa nur sechs Zentimeter lang; dieser hier hat normalgroße Ohren – nun ja.

Über seine hoffärtige Schwester Elisabeth, die schließlich auch mit den Wahnfried-Leuten ihren Bruder in Bayreuth hinterging schrieb Nietzsche:

„Die Behandlung die ich von Seiten meiner Mutter und meiner Schwester erfahre bis auf diesen Augenblick flößt mir ein unsägliches Grauen ein hier arbeitet eine vollkommene Höllenmaschine mit unfehlbarer Sicherheit über den Augenblick wo man mich blutig verwunden kann in meinen höchsten Augenblicken denn da fehlt mir jede Kraft sich gegen giftiges Gewürm zu wehren“ (Ecce Homo).

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Der junge Doktor Nietzsche ohne Robben-Stigma, gezeichnet von Doktor Moews

Dietmar Moews meint: Was unakzeptabel ist, ist die mutmaßlich ähnlichkeitheischende Portraitformulierung. Was die nicht so anständige Nietzscheschwester Elisabeth mit dem umnachteten Nietzsche, bis zu seinem Tode im Jahr 1900, als Ausstellungsstück für kulturbeflissene Besuchsreisende in der Weimarer Villa Silberblick nutzte, bestand auch aus dem Nobel-Robben-Schnauzbart (der den Zeichner Günter Grass so anregte), der den Nietzschemund überwucherte. Doch diesen Bart kennt die Nachwelt von Photos, die ein Künstler vom spastisch, geisteskranken gebetteten Friedrich photografiert hatte. Diesen Bart hatte Nietzsche so nicht getragen – schon gar nicht in den verschiedenen Expositionen dieser Figurengruppe, der kurzsichtige einzelnstehende Nietzsche, rechts, mit blauen Brillengläsern, den einzelstehenden jüngeren Nietsche in der Mitte, und der kranke Nietzsche am Arm seiner Mutter Franziska, in seinen letzten Naumburger Jahren (sicher hatte die Mutter nicht diesen Nobel-Robbenbart im Gesicht des Philosophen gezüchtet, der auch schonmal bei Regenwetter in Straßenpfützen von Naumburg badete und die nachbarschaft beunruhigte). Kurz, aufgestellt wurden in Röcken an der alten Kirche drei verschiedene Nietzschefiguren verschiedener Lebenszeiten – doch alle mit dem Wiedererkennungs-Nobel-Robben-Bart, den Nietzsche nur als Zootier der Schwester Elisabeth in Weimar bis 1900 getragen hatte.

Wir sollen glauben, Nietzsche hätte sich als Nobel-Robbe geträumt. Vorhandene Photografien zeigen mehr von den Lippen des Nietzschemundes.

Schade, dass die sachsen-anhaltiner Nietzscheaner von Röcken, mit der sächsischen Nietzschegesellschaft und den Nietzsche-Konkurrenten von Basel und Sils-Maria nicht zu einem wirklich bedeutenden Bildwerk gekommen sind.

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BARTTRÄGER für Naturgläubige und Altersschwache

Oktober 8, 2015
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Vom Donnerstag, 8. Oktober 2015

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VORSICHT: Bärtige KORAN-Gelehrte und sonstige Modeartikel mit BART

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Es gab schon Zeiten, als man die Kinder armer Leute an den schwarzen Milchzähnen im Frontbereich der Münder erkannte. Es gab mal Brillen mit Goldrand, die als intelligent galten. In Kombination mit Lederkoffern mit Zahlenschloss war die Intelligenz schon von Weitem sichtbar. Jetzt also Bartträger in den Billigindustrie-Prospekten. Nur Lidl prunkt mit einem rasierten Neger, alle anderen mit Unrasierten. BARBER-SHOP heißt diese neue Nullnummer aus USA.

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Nun darf sicher jeder sein Körplich-Äußeres gestalten und aufführen, wie es für sie oder ihn individuell und sozial am angenehmsten ist.

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Sei es als Nachklang für das Idol mit Bart, Hitler, Kaiser Franz Josef, Karl Marx, Khomeni oder Wurst – sei es als Einschwingen auf die jeweilige Mode, wie man an aktuellen Werbeprospekten sieht:

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In der Mainzer Straße, Südstadt Köln, hat gerade ein BARBER-SHOP eröffnet – man lässt sich rasieren bzw. den Bart stilen, kauft ein Holzfäller Hemd und Assessoirs, die manchen glücklich machen.

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Wer sollte nicht seine Hasenscharte mittels Bart verdecken dürfen oder für die Schnurbart-Weltmeisterschaft „trainieren“?

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Wer viel Zeit seines Lebens mit täglichen Rasuren – manchmal mehrfach – genutzt hat, kann möglicherweise im fortgeschrittenen Alter an Zeitersparnis denken, wenn er merkt, dass eine ordentliche Rasur mit schlechten Augen und faltiger Haut schwieriger wird bzw. ein modischer Bart ebenfalls pflegeaufwendig ist, wenn er nicht vergammelt aussehen soll.

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Arthur Schopenhauer meinte: Wie dem Menschen im Naturzustande der Bart, steht dem Kultivierten die Rasur.

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Dietmar Moews meint: Ich lehne Bärte überhaupt ab. Einerseits sind die meisten – leider nur mäßig begabten Menschen – außerstande ein akurates Äusseres vorzuhalten, soadass die meisten Bärte und Bartträger gammelig aussehen.

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Zweitens gibt es erstaunliche Bärte und Bartträger, die extrem gut aussehen können – extrem selten. (Wer nun meint, er sähe schon aus wie ein Wochenendabenteurer, nur wenn er sich mal vier Tage nicht rasiert hätte, irrt sich total: Der gesamte Ausdruck der Persönlichkeit wird durchlöchert.

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Drittens erinnern fast alle Bärte und Barttypen an bereits weltbekannte Vorläufer. Wer also wie Verdi rumläuft, ähnelt notgedrungen Heinrich Göbel (der Verdi zeitgenössisch nachgeahmt hatte).

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Körperpflege ist für mich persönlich eine Sensation und unerlässlicher Teil meines Wohlbefindens.

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Körperpflege frisst leider viel wertvolle Zeit. Mein inneres Schmunzeln ist grenzenlos, wie leider meist lächerlich viele Menschen damit zubringen, ihr Äußeres zu gestalten.

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Und wenn sie dazu Anregungen der Industrie folgen, die zufällig Pret A Porter mal wieder lang gegen kurz, bunt gegen grau, mager gegen dünn ausgetauscht haben – und jetzt also Bubis ihre ersten Brusthaare toupieren – nun ja:

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Das Leben währt 70 Jahre, wenn es hochkommt. (Nietzsches riesiger Robbenschnauzer stammt aus der Pflegezeit, in der er den Händen seiner üblen Schlangenschwester als Schaustück ausgeliefert war. Die wenigen Bilder, von denen wir diesen Bart-Nietzsche beziehen, wurden nach Photos des geistesgestörten, siechen Friedrich Nietzsche hergestellt – Originalabzüge dieser Krankenbilder befinden sich im Nietzsche-Haus in Sils-Maria).

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FRIEDRICH NIETZSCHE 170: „Gott ist tot“ im Kölner Stadt-Anzeiger

Oktober 15, 2014

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am Mittwoch, 15. Oktober 2014

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Heute feiert der Kölner Stadt-Anzeiger, die Haupt-Tageszeitung der rheinischen Freiheits-Kultur, in einer kleinen Randbemerkung den Geburtstag des Philosophen Friedrich Nietzsche, geboren im Jahr 1844 in dem Dorf Röcken, bei Lützen, bei Leipzig, gestorben im Jahr 1900 in Weimar.

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Der Kölner Stadt-Anzeiger brachte auf Seite 13: „FRAGE DES TAGES: Wer war Nietzsche?“ und erklärt auf der Kinderseite: „Er wurde schon mit 24 Jahren zum Professor ernannt, was sehr selten ist: Friedrich Nietzsche wurde am 15. Oktober 1844 geboren – vor genau 170 Jahren. Bis heute zählt er zu den wichtigsten Philosophen weltweit. Ein Philosoph denkt sehr genau über die Welt, das Leben und sich selbst nach. Nietzsche machte den Spruch berühmt „Gott ist tot“, weil zu seiner Zeit Kirche und Glaube für die Menschen nicht mehr so wichtig waren wie früher… „

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Dietmar Moews meint: So geht es dahin. Erfährt das zeitungslesende Kind mal was, was das Straßenkind ohne Buch nie hört – dann so ein Mist: „Gott ist tot“. Wer so will, kann Nietzsches Kulturkritik unter anderem auch darauf bringen – aber bitte erst, nachdem Wichtiges anzusprechen wäre:

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Nietzsche ist der erste sozialphilosophische Tiefbohrer, der Kants Frage, „Was ist der Mensch?“ auf eine höhere Stufe gehoben hat, die Farbigkeit des Individuums und der Aktivitäten als Kunst des Lebens.

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Und so also die Nietzsche Philosophie, als Vorstellungstechnik, die Lebensbedrohung und alles Mögliche Böse durch eine Technik der Umarmung des Schicksals zu meistern: „Der Mensch wird Herr über den Stoff durch die Kunst der Lüge“.

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Nietzsche meint nicht Unwahrheit, Lüge und Zeugnisfälschung. Sondern es geht um den Menschen, der seine menschliche Wirklichkeit zu einer Lebenskunst machen kann. Das Leben als Kunst (das ist in Etwa, was Joseph Beuys bei Nietzsche entnommen hat, ohne den Meister Nietzsche zu nennen).

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In aller Kürze hieße es dann nicht „Gott ist tot“, sondern „Sei wer du bist“.

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Wäre das für Kinderleser im Kölner Stadt-Anzeiger zu schwierig? – Sei wer du bist!

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