Egon Günther 1927 – 2017 Kurznachruf

September 2, 2017
Lichtgeschwindigkeit 7553

Vom Sonntag, 3. September 2017

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Egon Günther, deutscher Filmregisseur und Schriftsteller, geboren am 30. März 1927 in Schneeberg, ist jetzt 90-jährig, am 31. August 2017 in Potsdam, nach langer, schwerer Krankheit, wie der Aufbau-Verlag unter Berufung auf die Familie mitteilte, gestorben.

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Egon Günther stammte aus einer Arbeiterfamilie. Nach einer Lehre als Schlosser, Erfahrungen als technischer Zeichner, dann 1944/45 Kriegsteilnehmer als Soldat der Wehrmacht, Kriegsgefangenschaft in den Niederlanden und Flucht in die sowjetische Besatzungszone.

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Egon Günther wurde Mitglied der SED, was ihm die berufliche Zukunft eröffnete. Alsdann studierte Egon Günther in Leipzig Pädagogik, Germanistik und Philosophie, arbeitete anschließend als Lehrer, wechselte ins Verlagswesen, als Lektor beim Mitteldeutschen Verlag in Halle/Saale. Ab 1958 war der SED-Mensch Günther Dramaturg, Szenarist und Regisseur beim Filmstudio Babelsberg der DEFA, ab 1961 lebte Günther als freier SED-Schriftsteller und Regisseur in Potsdam-Babelsberg.

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Er ist einer der bekanntesten Filmemacher der DDR. Eine seiner Arbeiten schafft es bis nach Cannes. Danach eckte Egon Günther bei der SED an und verlässt die DDR.

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Sein Lebensbogen wurde von Affinitäten zu Ernst Bloch, Hans Mayer, Günter Kunert, Andrej Tarkowski, Volker Braun, Jutta Hoffmann, Klaus Löwitsch, Veronica Ferres. Lilli Palmer, Martin Hellberg, durchfärbt, und lebenslang generationsspezifisch Befangen im Marx-Brecht-Freud/C. G. Jung.

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Günther wurde in der DDR mit Verfilmungen wie „Lotte in Weimar“ (1974) oder „Der Dritte“ bekannt. Nach Auseinandersetzungen mit der DDR-Führung arbeitete er ab Ende der 70er Jahre im Westen. Eine seiner Leidenschaften ist die Weimarer Klassik. Dass er für den Goethe-Film der Defa außerdem die Schauspielerin Lilli Palmer in den Osten vor die Kamera gelockt hatte, galt damals als Sensation. Das brachte ihm nicht nur Ansehen in der DDR, sondern auch internationale Aufmerksamkeit und den Bruch mit der SED. 1977 verließ er den Verband der Film- und Fernsehschaffenden der DDR. Ein Jahr später drehte er im Westen, unter anderem eine Co-Produktion des DDR-Fernsehens mit der Schweiz. Doch der Film „Ursula“ wurde nach nur einmaliger Ausstrahlung im DDR-Fernsehen im Osten verboten.

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Nach der Wende 1989/1991 kehrte Egon Günther in den Osten zurück, wo er zuletzt im Potsdamer Ortsteil Groß Glienicke lebte. Eine Zeit lang unterrichtete Günther nach der Wende auch als Professor der Filmhochschule Babelsberg.

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Neben seinen Filmarbeiten war Günther auch als Schriftsteller tätig. Sein letztes Buch „Die Braut“ verfilmte er mit Veronica Ferres in der Titelrolle (1999). Erneut geht es bei dem Film um Johann Wolfgang Goethe – diesmal um die Beziehung des Dichterfürsten mit dem einfachen Blumenmädchen Christiane Vulpius, einst Geliebte und später Ehefrau Goethes.

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Günthers beeindruckende Werkliste umfasst Kinofilme, Fernsehformate, Drehbucharbeiten, aber auch Belletristik, darunter ebenfalls Goethe- und Richard-Wagner-Themen. Seine Bücher wurden im Westen vom Aufbau-Verlag publiziert.

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Seine Filmtitel als Auswahl seit 1961: Der Fremde; 1965: Lots Weib; 1973: Erziehung vor Verdun (nach Arnold Zweig); 1978: Weimar, du Wunderbare;1979: Blauvogel (als Darsteller); 1980: Exill; 1981: Euch darf ich’s wohl gestehen; 1983: Hanna von acht bis acht; 1984: Mamas Geburtstag; 1985: Die letzte Rolle; 1975: Lotte in Weimar; 1976: Die Leiden des jungen Werthers, 1978: Weimar du Wunderbare, 1988: Heimatmuseum; 1992: Lenz; 1999: Else; 1999: Die Braut.

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