DUMM SEIN kann man überall – ROHSTOFFE hat man oder nicht

Oktober 12, 2014

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am Sonntag, 12. Oktober 2014

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DIETMAR MOEWS DMW 640.9.4 Strohfeld Öl auf Leinwand in Dresden gemalt

DIETMAR MOEWS
DMW 640.9.4 Strohfeld
Öl auf Leinwand
in Dresden gemalt

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Anlässlich der deutschen Politik im Zusammenhang mit den für Deutschland lebenswichtigen internationalen Bündnisse und Verpflichtungen sind immer die seinsbegründeten Interessenkonflikte bestimmend.

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Deutschlands Politik muss stets darauf achten, dass Deutschland die aussenpolitischen Beziehungen friedlich integrieren kann. Denn gleichzeitig sind die einzigartigen Eigenschaften des nationalvolkswirtschaftlichen Deutschlands, fast keine Rohstoffe zu haben, durch eigenartige wirtschaftliche Leistungsstärken auszugleichen.

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Die Intelligenz deutscher Politik ist auf die europäische Integration zu beziehen, das betrift die EU und die Verschiedenheit der Politikinteressen unter den EU-Mitgliedsstaaten.

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Sie ist aber auch auf Macht- und Kriegspolitik ausgerichtet, die immer unter der Problematik der Waffenmacht der USA innerhalb der NATO und Russlands stehen, während die USA geopolitisch andere Entscheidungsgrundlagen für ihre Militärpolitik anwenden, als für Deutschland bestimmend sind.

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Auch der UN / Völkerbund der Weltgemeinschaft muss gleiches Recht für alle vertreten und kann deshalb für Deutschland keine Sondervorteile gewähren. Während die völkerrechtliche Benachteiligung Deutschlands durch die eingeschränkte Souveränität gegenüber den drei westlichen Alliierten des Zweiten Weltkrieges nicht vom Völkerbund bewegt wird.

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Ein aktuelles Problem besteht heute in den sogenannten Sanktionen gegen Russland, also die rechtlichen und vertraglichen Restriktionen Deutschlands, als Mitglied von westlichen Bündnissen, gegen Russland, verbunden mit militärpolitischen Forderungen hinsichtlich des Konfliktes zwischen der Ukraine und Russland.

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Dietmar Moews meint: Die Sanktionen wirken für alle Seiten. Folglich versuchen alle Seiten hilfsweise Ersatzlösungen für ihre Versorgung. Die durch Sanktionen geschwächten Wirtschaftsbeziehungen Deutschlands mit Russland sind keinesfalls reversibel. Wenn also Sanktionen gestoppt werden, entstehen die alten Wirtschaftsbeziehungen nicht als sei inzwischen nichts geschehen.

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Da Deutschland auf Handel und internationale Beziehungen angewiesen ist, ist es total falsch, diese Fähigkeiten in sogenannte Sanktionen zu „investieren“. Während es Dummheit überall geben kann, ist der Rohstoffmangel eine deutsche Qualität.

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Die Merkel-Gabriel.Seehofer-Große Regierungskoalition hat die deutschen Wirtschaftsbeziehungen durch Sanktionen und Beteiligung an Sanktionen gegen Russland erheblich beschädigt. Die deutschen Wähler sollten mal nachdenken und dann vordenken.

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ATOMKRAFTWERKE und HOCHINTELLIGENZ

Juli 21, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4702

am Montag, 21. Juli 2014

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Der Atomdreck und die rücksichtslose Vergiftung der ganzen Welt auf ewige Zeit, lediglich zugunsten weniger ideenloser Profitmacher, besteht aus zwei Verbrechen und einer Unschuld:

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EINS ist die radioaktive Vergiftung unseres Lebens,

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ZWEI ist die propagandistische Verbreitung von Lügen und Irreführungen.

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DREI, die Unschuld betrifft die unverschuldete Dummheit (Popper) der Atombetreiber. Ihr überwiegender Mangel an Hochintelligenz ist einfach tragisch. Was war passiert?

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Geradezu täglich finden wir in den Massen-Bereitstellungsmedien – Zeitungen, Radio, Fernsehen, Internetz – Notizen zu dramatischen Problemen mit den Atomreaktoren. Meist findet man keine näheren Informationen, sondern lediglich die dpa-Kurzfassung von Presseerklärungen der Betreiber oder der Genehmingungsbehörden, die immer abwiegeln.

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Leibstadt / Schweiz: „Neue Zürcher Zeitung, vom Montag, 21. Juli 2014: „Atomaufsicht gibt grünes Licht. Freigabe für AKW Leibstadt nach Schließung der Bohrlöcher“. Was war passiert? Im Jahre 2008 wurde der Stahlmantel mit sechs, im Durchmesser von sechs Millimetern, Bohrlöchern durchbohrt. Die dadurch undicht gemachte Schutzhülle des strahlenden Kernreaktors wurde jetzt bei laufendem Betrieb der Anlage wieder zugeschweißt. Die technische Prüfung hat angeblich ergeben, dass der Schutzmantel nun wieder strahlensicher ist und keine Radioaktivität entweichen kann.

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Nun erwartet „die Atomaufsicht bis zum 24. Juli einen Bericht zu Folgemaßnahmen mit detaillierten Angaben zum Vorkommnis. Die Behörde teilte mit, sie werde überprüfen, ob die darin dargelegten Maßnahmen geeignet sind, Derartiges in Zukunft zu verhindern… Das AKW Leibstadt blieb während der ganzen Zeit der Reparaturmaßnahmen in Betrieb. Erst Ende August wird es für die Jahresrevision heruntergefahren.“ (NZZ, S. 28, 21. Juli 2014).

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Die Löcher wurden im Jahre 2008 in die Stahlhülle gebohrt, um dort Feuerlöscher zu installieren. Das ist ein echter GOTTESBEWEIS oder SABOTTAGE.

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Wir sehen: Es gab Anbohrungen und nach Reparatur eine Abdichtung. – Und zu welchen Emissionen ist es inzwischen gekommen?

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DPA meldete die vergangenen Tage „BROKDORF“: „dpa im neues deutschland S. 16, 20. Juli 2014: Schnellabschaltung im Atomkraftwerk Brokdorf. … eine Panne während des Wiederanfahrens eine Reaktor-Schnellabschaltung ausgelöst… die sogenannte Hauptspeisewasserpumpe sei in der Nacht zu Donnerstag wegen eines Bedienungsfehlers … Der Betreiber E.on gab an, bei niedriger Leistung sei der Reaktor wegen zu geringer Speisewassermenge abgeschaltet … (Normalmeldung)… Am Mittwoch hatte die Atomaufsicht dem Wiederanfahren zugestimmt.“

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Dietmar Moews meint: Immer wenn die Behörde „Freie Fahrt“ erklärt, kommen die Atomdreck-Betreiber aus ihrer limitierten Betreiberlizenz raus. Denn die Lizenz zum Betrieb ist limitiert. Die Lizenz erlischt sofort, wenn eine Anlage nicht den sicherheitstechnischen Anforderungen derzeit gemäß ausgestattet sind bzw. nicht nachgerüstet sind. Kein Atomkraftwerk in Deutschland wurde nachträglich gegen Sabottageangriffe von feindlichen Killerdrohnen gesichert.

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ASSAD-WAHL in Syrien

Juni 3, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4481

am 3. Juni 2014

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In Syrien wird von brutalen Militaristen Krieg veranstaltet. Alle wichtigen militaristischen Kriegsstaaten der Welt zündeln direkt und indirekt in Syrien.

Große Kreativität in der Zersetzungs- und Kriegspropaganda hat das selbst im Dauerkrieg lebende Israel (Gershom Gorenberg „Israel schafft sich ab“). Wie praktisch, wenn rings um Palästina panarabische Volksgruppen durch gezielte Bewaffnung, riesige Bestechungsgelder und zu Al Qaida-artigen Muslimisten / Islamisten / Kriegsorthodoxien aufgebaut werden. Task Forces und Mossad stets im Dienst.

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Syrien war die Lebensheimat von vielfältigen Volksgruppen, diverser Religionsausprägungen, vorherrschend die spezielle moslemische politische Machtgruppierung der Familie Assad.

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Dieser Assad ist keineswegs Führer des Islams. Assad ist nicht einhelliger Führer der sozialen Entitäten in Syrien. Assad war ein Personalarrangement, das jahrelang geeignet war, die Balance aller möglichen Interesseneinflüsse auszutanzen. Bis die Zündelei begann.

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Heute herrscht riesiges Flüchtlingselend und Not in Syrien und für alle Syrer sowie den hilfsbereiten Staaten um Syrien herum. Assad kann die staatliche („zivile“) Ordnung nicht mit seinen Mitteln der Staats-und Ordnungsgewalt durchsetzen. Er versucht es – und da ist der KRIEG. Die Frechheit beginnt schon damit, den Krieg in Syrien Bürgerkrieg zu nennen: Der Bürgerkrieg der INTEGRATIONISTEN eigener Art – Scheiße.

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Was sollen Israel, Russland, USA, Persien, Saudi-Arabien, Türken mit Patriot-Systemen – alle mit deutschem Giftgas bewaffnet (außer die Todesstrafler in USA, die ihre Kundschaft nicht totkriegen).

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Ich frage: Wo sind die Kurden. Hat man die nicht ordentlich bewaffnet?

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Mit Nietzsches Jenseits von Gut und Böse – also nüchtern, vorurteilsfrei beurteilt – und mit Isaiah Berlins Diesseits von Gut und Böse – also vorbehaltlos auf die Seite der Menschen gestellt, gibt es doch für Syrien nur eins:

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Diese Wahlen, die heute begonnen haben, und wo drei Kandidaten zur Wahl stehen, von allen wahlberechtigten Syrern, die in halbwegs befriedeten Landesteilen und örtlichen Offizialgelegenheiten Wahllokale finden können, sind der Schritt hin zu einer friedlichen Entwicklung.

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Alle Propagandisten und Kriegbetreiber, die sofort in das Medienhorn stoßen, diese Wahl und Assad niederzumähen, sind dämliche Lappen. Welche Lösung, den absurden Krieg in Syrien zu stoppen haben die denn?

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Die Feinde von Assad haben nunmehr über Jahre die syrische Bevölkerung geschunden. Es gibt inzwischen junge syrische Menschen, die nur in Zeltlagern und Fluchtnot gelebt haben. Sollen gefälligst alle, die diese Wahlen ablehnen, sofort Alles tun, den Krieg in Syrien abzubrechen und ein auskömmliches Leben ohne Unterdrückung der sozialen Vielheiten und Minderheiten einzuleiten. Sie tun es nicht. Sie wollen auch keinen Übergangsmodus mit Assad.

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Zunächst sollten mal die Hersteller, Händler und Lieferanten des Giftgases von Syrien vors Landgericht München und nach Verurteilung in vier Tagen der bayerischen Staatskrise in die JVA-Landsberg verlagert werden, wo sie dann ERSCHEINEN müssen.

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Dietmar Moews meint: Wo ich in der Welt hingekommen bin, gibt es Dumme – mich schrecken die dummen Deutschen in Deutschland besonders.

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Orthodoxe jeweiliger Religion sind stets die Dummen.

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Unsere abrahamitische jüdisch-christlich-moslemische Eingötterei ist die zahlenmäßig am weitesten in der Welt verbreitete – und die unfriedlichste und kriegerischste. Zu recht verbreitet der katholische Christen-Papst Franz Integrationsparolen, während seine Schafe die Welt zerstören – echt schade, dieser organisierte Irrglaube.

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Das heißt: Die überwiegende Zahl moslemischer Lebenseinheiten ist aus normal friedlichen Menschen nur mit bösen Tricks und Not in Kriege zu führen. Der sogenannte militante Islamismus sind immer junge Dumme, die an einer missverstandenen Ungerechtigkeit in Zorn versetzt werden, und dann in persönlicher Gewaltbereitschaft ein moralisches Ventil zu finden meinen. Verantwortlich sind die Führer und die Finanziers der Waffenhändler.

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AUFSTAND DER SATTEN – Vernunftlinie von Mathias Greffrath zum 1. Mai

Mai 1, 2014

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Am 1. Mai 2014

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Heute sendete der Deutschlandfunk einen Textbeitrag des Publizisten Mathias Greffrath. Es sind gewissermaßen Gedanken zum 1.Mai. Weil Arbeit als Schaffen der Menschen als traditionelles Gedenken an Emanzipation, Selbstaufklärung und den Kampf um Mitbestimmung wert ist, die Verhältnisse, denen man ausgesetzt ist, mitzubestimmen – ist der staatliche Bedenktag zum Denken zu nutzen.

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Mathias Greffrath, einer der wenigen unbestechbaren Mitdenker unserer Zeit (ein Jung-68er), hebt in seinem Text „Aufstand der Satten“ heraus, dass und wie das weltzerstörende heutige „tägliche Brot“ bedenklich ist. Greffrath zeigt die industrielle Agrawirtschaft, die nicht auf unserer Welt erträgliche und unsere gute Ernährung sondern dem Profit dient. Wir sehen, wie Erdzerstörung kapitalistisch ist:

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Aus dem DLF-Sendetext, zum Anhören bei dradio.de Mediathek, von Mathias Geffrath:

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Das Nachdenken über „unser täglich Brot“ hat die Esstische und die Kinder der Mittelschicht erreicht. Aber die Politik verzagt vor der Aufgabe einer wirklichen Ernährungs- und Agrarwende. Dabei ist der „Aufstand der Satten“ ähnlich explosiv wie die Anti-Atomkraft-Bewegung, schreibt Publizist Mathias Greffrath.

Dreißigtausend marschierten zum Kanzleramt, unter dem Banner mit der Aufschrift „Wir haben es satt!“ Und wie in den letzten Jahren war es ein bunter Zug: Manche trugen Schweinemasken, andere hatten sich als Küken verkleidet oder trugen Hahnenkämme. „Streicheln, nicht essen“ war da zu lesen, oder „Artgerecht statt ungerecht“, oder „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“. Imker ließen Bienen aus Pappmaché fliegen und einer wollte „Marmelade für alle“. Die Demonstranten forderten von der Regierung eine Umkehr in der Agrar-, Ernährungs- und Wirtschaftspolitik. Dreißigtausend. Mehr als der DGB am 1. Mai auf die Straße bringt. Aber der Zug hatte sehr viel mit dem 1. Mai zu tun. Auch wenn nicht gegen Arbeitslosigkeit, für höhere Löhne und soziale Sicherheit demonstriert wurde. Es ging um Arbeit, und das grundsätzlich. …

Heute wissen wir: Die explodierende Produktivität des Kapitalismus hat uns wachsenden Wohlstand in Form individuellen Konsums gebracht. Aber eben dieser produktive Weltverzehr stört immer stärker diesen Stoffwechsel mit der Natur, ja droht ihn zum Erliegen zu bringen. Das gilt für die Erschöpfung der mineralischen Rohstoffe und die Folgen ihrer Ausbeutung für das Klima. Es gilt noch mehr für den Stoffwechsel, der uns am Leben hält: für das Essen. Unser Essen, das Essen unserer Kinder, das Essen von bald schon neun Milliarden Menschen.

Forderungen für eine gerechte globale Agrarordnung

Eine andere Landwirtschaft, einen sorgsamen Umgang mit Lebensmitteln, einen sanften Abschied vom Fleisch, das Ende der Massentierhaltung und der chemielastigen und gentechnisch aufgerüsteten Landwirtschaft, Ernährungssouveränität, eine gerechte globale Agrarordnung – so weit ausgreifend die Forderungen, so heterogen war die Schar der Demonstranten vor dem Kanzleramt. So wie zur Gründungszeit der Grünen und der Anti-Atom-Bewegung kommen da sehr unterschiedliche Motive, Gesinnungen und Interessen zusammen. Das Spektrum reicht von den Verfassern überdrehter Gourmetprosa (à la „leichte Rustikalität mit wunderbaren Durchblendungsmöglichkeiten auf eine Bio-Anmutung, die weder aromatisch noch textuell zu dominant ist“, wo es eigentlich doch nur um überbackenen Sellerie geht) über biobewusste Mittelschichtler mit ausgeprägter Vergiftungsphobie und kompromisslose Veganer („Ich esse nichts, was eine Mutter hat“), bis hin zu Kleinbauern, die es bleiben wollen und nicht den Agrarmultis weichen.

Gewerkschafter, die für die Rechte rumänischer Werkvertrags-Sklaven in niedersächsischen Schlachthöfen streiten, demonstrierten Seite an Seite mit Gentechnik-Gegnern und global denkenden Ökologen, die gegen das Glyphosat von Monsanto mobil machen, das auf den Sojamonopolkulturen in Argentinien den Boden auslaugt und die Fische in den Flüssen tötet. Viele auch marschierten vors Kanzleramt, die weniger die Sorge um ihre Gesundheit treibt, als die tödlichen Konsequenzen eines Weltmarktes, auf dem das Dumping von schlecht gekühlten Hühnerschenkeln aus deutscher Produktion die kleinen Farmer in Ghana ruiniert. Kurz, es geht in dieser breiten Bewegung um Geschmack und Gülle, um Ackern und Armut, um den eigenen Haushalt und die Ökonomie des Ganzen, um Bauern und Banken, um Urbi und Orbi.

Dieses Gemisch aus politischen und moralischen, konservativen und linken, lokalen und globalen, sentimentalen und wissenschaftlich gestützten Motiven, aus existenzieller Erschütterung, paranoider oder aufgeklärter Furcht vor Vergiftung und Sorge um „die Zukunft der Menschheit“; aber auch die, wenn mich nicht alles täuscht, die Zunahme der Tischgespräche über das, was wir essen, über seine Herkunft, über die Art seiner Herstellung und die Folgen davon – all das zusammen ergibt eine Mischung, die sich auch in der Anti-Atom-Bewegung der 70er und 80er fand, und gerade diese Mischung machte die Bewegung damals brisanter und argumentativ stärker als alle rationalen Beschwichtigungsversuche.

Dazu kamen die kleineren und größeren Katastrophen mit Kraftwerken. Heute heißt der „Fallout“ Rinderwahn, Gammelfleisch, Erdbeeren mit Noroviren, Bienensterben, und vom GAU hat keiner eine rechte Vorstellung – er wäre wohl weniger ein Knall als ein Zerbrechen natürlicher Systeme, eine letale Erschöpfung der Felder, Wälder und Meere. Aber GAU hin, Klimafalle her – auf Katastrophen ist kein Verlass; wenn sie zu klein ausfallen, sind sie immer zu schnell vergessen, und sind sie zu groß, ist es zu spät, oder die falschen Retter bekommen Oberwasser – das wäre im Falle der Ernährungskatastrophen ein autoritärer Staat, der die Agrikultur reglementiert und uns die Rationen zuteilt, die mit dem Überleben der Biosysteme verträglich sind.

Neue Bürgerbündnisse

Seit Jahren schon bilden sich an vielen Orten Bürgerbündnisse neuer Art, in denen Interessen unterschiedlicher Art zu einem Ziel zusammenfinden. Vor dem Schlachthof der Firma VION in Emstek in Oldenburg demonstrieren Tierschützer, Arbeitsloseninitiative, Gewerkschafter und Gemeindemitglieder, die gemeinsam gegen die „moderne Sklaverei“ in der Tierfabrik. Im niedersächsischen Großenkneten votierten 63 Prozent der Bürger gegen einen Schlachthof mit einer Kapazität von 120.000 Hähnchen pro Tag, weil der das Grundwasser aufbrauchen würde. In Wietze in Niedersachsen legten 7.000 Demonstranten eine Menschenkette um eine Fabrik, in der, mit sechseinhalb Millionen Euro vom Land Niedersachsen gefördert, jedes Jahr 135 Millionen Hähnchen geschlachtet werden. Und in Bernburg in Sachsen-Anhalt protestierten der Bund für Naturschutz, eine lokale Bürgerinitiative und der Bauernbund gegen den Bau einer Fleischfabrik, in der ein italienischer Konzern pro Stunde 1.000 Schweine schlachten will, deren Schinken dann wohl, wie üblich, in Parma ihren Namen bekommen werden.

In der Böll-Stiftung spinnen sich Netzwerke zwischen deutschen, polnischen und rumänischen Kleinbauern, die allesamt ähnlich um ihre Zukunft bangen, angesichts des Zugriffs von Agrarmultis auf das Land, die mit Monokulturen den Boden auslaugen und die Vielfalt der Fauna bedrohen …

Ich breche die Aufzählung hier ab. Allen diesen Hunderten kleiner und großer Initiativen ist gemeinsam, dass sich in ihnen wertkonservativ und progressiv denkende Menschen, Junge und Alte, Linke und Rechte zusammenfinden, dass sie die Sorge um ihre Gesundheit, die Belastung ihrer unmittelbaren Umwelt verknüpfen mit einer Kritik an der totalen Industrialisierung und finanzmarktgetriebenen Expansion der Landwirtschaft – und an unserer Lebensweise, speziell: unserer Art zu Essen.

Systemnotwendig für den Kapitalismus

Aber es geht noch weiter: Eine nachhaltige Veränderung unseres Lebensmittelkonsums würde die gesamte Wirtschaft in den Zusammenbruch treiben. Übertrieben? Ich glaube nicht, denn die Art und Weise, wie wir ernährt werden, ist nicht nur gesundheitlich schädlich und unter dem Aspekt einer globalen Moral unanständig. Sie ist systemnotwendig für den Kapitalismus. Billiges Essen und Zufriedenstellung der Esser ist eine, vielleicht sogar die Hauptbedingung für die Aufrechterhaltung von Wachstum. Billiges Essen: Der Anteil der Ausgaben für Essen und Trinken in einem Durchschnittshaushalt hat sich in den letzten 50 Jahren mehr als halbiert, fiel von 40 Prozent auf unter 15 Prozent der Einkommen. Und diese billigen Lebensmittel sind eine Grundvoraussetzung von – wie es so schönfärbend heißt – vernünftigen Lohnforderungen. Aber mehr noch: Nur durch diese enorme Verbilligung des Essens wurden erst die Mittel frei für den Massenkonsum von Automobilen, Elektronik, Haushaltsgeräten, größeren Wohnungen und Reisen. Erst kam das Fressen und dann eben nicht die Moral, sondern die Entfesselung des Konsums.

Eine Umstellung unseres Fleischverzehrs vom Kilo Kasseler Kamm für 2,79 auf Fleisch von Rindern, Schweinen und Hähnchen, die nicht industriell gemästet und geschlachtet werden, und weiter noch: Weg von Fertigmahlzeiten und Kartonpizza hin zu Gemüse und Rohkost würde die Lebenshaltungskosten vor allem bei den Geringverdienern steigen lassen; bei ihnen und den notorisch herbeizitierten Unterschichten bliebe dann kaum etwas übrig für Kik-Klamotten, Flachbildschirme und Plastikkram aus China. Besseres, gesünderes Essen und eine nachhaltige Landwirtschaft wären die ultimative Wachstumsbremse.

Mehr Fleisch in der Unterschicht

Die Meinungsmacher und Elitedenker rümpfen die Nase über den Massenkonsum, ob nun von Elektronikschrott, Barbiepuppen oder Billigbuletten; die Ergebnisse der Nationalen Verzehrstudie sind zum Allgemeinplatz geworden, vor allem bei den distinktionsbedürftigen Mittelschichtlern, die Armut gern auf Charakterfehler schieben. Aber es stimmt schon: In der Unterschicht werden mehr Fleisch, mehr Wurst, mehr Fett, mehr Süßigkeiten gegessen und drei bis vier mal mehr Softdrinks, mehr Fertigpizzen verzehrt, und so weiter und so weiter. Das Resultat nennen die Ernährungswissenschaftler „verdeckten Hunger“ – also zu wenig Vitamine und Nährstoffe – und Übergewicht. Und das ist teuer für die Gesellschaft: Die Sozialmediziner rechnen vor, dass uns die weitgehend durch Ernährung und Lebensweise bedingte Diabetes II jedes Jahr knapp 40 Milliarden kostet – das ist fast ein Fünftel der gesamten Gesundheitskosten und damit eine wichtige Profitquelle für Pharma, Kliniken und Ärzte.

Ein Staat, der seinen Auftrag zur Daseinsfürsorge ernst nähme und sich nicht scheute, in die Lebensweise seiner Bürger – und nun kommt ein verfemtes Wort: erziehend einzugreifen,

ein bisschen mehr Allgemeinbildung und Achtsamkeit für das, was wir tun, wenn wir essen – und was wir damit bewirken. Denn, auch wenn wir nicht bei jedem Bissen daran denken können – das wäre ja nicht gut für Appetit und Genuss – mit unserem Essen greifen wir ins natürliche Geschehen ein und mit unserem Essen gestalten wir die Welt, in der wir und die Menschen weit weg von uns leben und leben werden.

wer, wenn nicht diese Bildungsbürger, wäre berufen, ihre Repräsentanten ans Gemeinwohl zu erinnern.

Und dieses Gemeinwohl geböte, die Sozialbindung des Eigentums auf die politische Agenda zu rücken. Nicht nur die des Eigentums an Industrieanlagen, sondern ebenso des Eigentums an Grundbesitz. Auch sein „Gebrauch soll […] dem Wohl der Allgemeinheit dienen“, wie es der Artikel 14,2 unserer Verfassung vorschreibt. Und damit ist eben nicht vereinbar, dass die Erde, von der wir leben, unfruchtbar wird, dass Ackerboden der Mobilität geopfert wird, Getreide für die Gasproduktion wächst, der Profit der Hähnchenbarone mit der sozialen und ökologischen Verwüstung Lateinamerikas erkauft wird.

Und da alle sogenannten Selbstverpflichtungen bislang wenig genutzt haben, sowenig wie beim Steuerzahlen, kommen wir eben nicht ohne Verbote aus

Eine vernünftige Organisation des Ganzen könnte sich so mit der Selbstachtung von Millionen verbinden, die sich schlechtes Essen und unmoralischen, verantwortungslosen Konsum einfach nicht länger antun wollen. Die es pervers finden, das wir für die Ernährung unserer Kinder in der Tagesstätte 70 Cents ausgeben, wo drei Euro nötig wären. Aus ihnen allen könnte eine Bewegung werden, die denn doch einigen Politikern signalisierte: da sind Wählerstimmen drin. In einigen Wahlkreisen im Mustermastland Niedersachsen hat sich schon gezeigt, dass Aufklärung das Wahlverhalten doch ändern kann. …“

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Dietmar Moews meint: Man soll nur gute, kluge und anständige und unanständige Autoren lesen. Von denen soll man Alles lesen. Mathias Greffrath soll man also lesen, weil er gut, klug und anständig ist.

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Ich halte den Deutschlandfunk für den besten Sender in deutscher Sprache:

DLF, nicht Deutschlandradio aus Berlin. Wir haben auch bei den ARD-Landesanstalten einige hervorragende Redakteure, so beim NDR, WDR, Bayerischen Rundfunk u. a. auch – Vorsicht: Der Dudelfunk macht Alles platt: Wortnachrichten mit Hintergrundperkussion: ALARM.

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Dass Mathias Greffrath „Das Kapital“ von Karl Marx in seinem Beitrag „Aufstand der Satten“ zitiert, halte ich für eine Dummheit: ERSTENS: Die hier bei Marx aufgerufenen Werte stammen nicht von Marx, sondern sind, wie alles Gültige bei Marx, von Marx bei älteren Autoren abgeschrieben, die allerdings stehen nicht für den absurden Marxismus. ZWEITENS: Die Abschwächung durch Greffrath: Dass das falsche Fressen der Satten nicht deren geistig-kollektive eigene Leistung und Verantwortung ist, sondern eben ein zerstörerischer Kapitalismus, lenkt von der Verantwortung ab, sein eigenes Verhalten zu ändern, indem man auf Marx unsinniges „Kapital“ zeigt.

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