Annette Schavan verliert Doktor-Prozess in Düsseldorf

März 20, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4228

am 20. März 2014

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In einem kurzen Prozess wurde die Niederlage der Ex-Bundesministerin Schavan ausgesprochen: Die Uni Düsseldorf durfte der früheren Bildungsministerin den Doktortitel entziehen, das Plagiatsverfahren lief formal korrekt ab. Das Verwaltungsgericht hat die Klage der CDU-Politikerin abgewiesen.

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Durch Bekanntwerden der Mängel an der Doktorarbeit hatte die Universität den seinerzeit verliehenen Doktortitel der Philosophie (Dr. phil.) wieder entzogen. Annette Schavan hatte dagegen beim Verwaltungsgericht geklagt.

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http://www.youtube.com/watch?v=4z08DHkVhzQ

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Wirklich haarsträubend an diesem Fall der Hoffärtigkeit und Borniertheit einer „Hofschranze der katholischen Kirche“, die lebenslang durch die geschlossenen CDU-Organisationen bis zu Ministerinverantwortung und Vertraute der Bundeskanzlerin Dr. Merkel hinaufgeglitten war, ist, dass Frau Schavan, die nicht einmal gelernt hat, was Wissenschaft und was wissenschaftliche Standards eines Promotionsverfahrens sind, Ministerin im Bildungssektor werden konnte.

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Schavans Disserationstext wurde also seitens des einschlägigen Promotionsausschusses der einschlägigen Fakultät der Frau Schavan ehedem promovierende Universität Düsseldorf disqualifiziert. Begründung: Es wurden diverse Plagiate entdeckt, die im Zusammenhang mit Falsch- bzw. Nichtzitation, also Unterschlagung der Quellen, substantieller Bestandteil der schavanschen Doktorargumentation ist.

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Damit einher geht die Feststellung, dass Schavan Dissertationstext nicht ordnungsgemäß von den Gutachter-Professoren begutachtet worden war.

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Ob hierzu Täuschungsabsichten verfolgt worden sind, bleibt unerheblich für das Urteil: Nicht zur Promotion tauglicher Text!

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Dazu gehört nach Meinung von Dietmar Moews, der die Dissertation von Schavan angeschaut hat allerdings wichtigeres Argument, das weder die Universität noch das Verwaltungsgericht in diesem Fall nicht erkannt hat:

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Die Doktorarbeit von Annette Schavan ist bereits in der Anlage und in der Methodik und im Ergebnis gar keine Doktorarbeit.

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Der Text schöpft keine Fragestellung oder Hypothese bzw. es wird kein systematisches Hypothesenfeld erarbeitet. Impressionismus heißt das „schöngeistige“ Schriftstellerwesen der Doktorandin Schavan.

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Der Text weist keinen zeitlich festgelegten Forschungsstand aus.

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Die Disposition der Abhandlung weist keine Methode aus und geht auch nach keiner Methode vor – der Text kommt wie ein Essay daher.

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Wir haben es mit einem Abiturientenaufsatz zu tun, nicht mit einem Beitrag zur Wissenschaft, in dem nachvollziehbar entweder

eine Frage beantwortet wird

eine Fragestellung kritisiert wird

eine Fragestellung falsifiziert wird

eine Fragestellung als unbeantwortbar ausgewiesen wird

neue Fragen generiert werden

eine weiterzitierbare Feldarbeit geschaffen wird

ein Forschungsstand zum Thema systematisch ausgewiesen würde

die Anwendbarkeit von Methoden oder neue Methoden bzw. zumindest

von wissenschaftlichen Verfahren kritisch durchgeführt würde

Explorationen zur Metaphysik des Themas

Politische Ideen zum Thema geliefert worden wären.

Nichts davon ist der Fall.

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Wie kommt diese „Ex-Einbildungsministerin“ überhaupt auf die Idee, einen Doktorgrad zu beanspruchen, die bis heute gar keine Doktorarbeit schreiben könnte. Bei der Promotion handelt es sich doch immer zunächst um eine Lehre bei einem Professor, ein handwerkliches Gesellstück, wie man im einschlägigen Feld Wissen und gültige Kriterien der Kritik erarbeiten kann.

Das kann Frau Schavan bis heute nicht.

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Ich biete mich an, eine ernstgemeinte Doktorarbeit einer Kandidatin Schavan informell zu betreuen, damit sie zumindest verstehen lernt, welche Mindestanforderungen zu stellen sind, um Wissen erarbeiten zu können.