Biennale VENEDIG 2015 liest „Mein Kampf“ von Karl Marx

Mai 11, 2015

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vom Montag, 11. Mai 2015

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56. Biennale frisch eröffnet. Desaster in Bunt, Durcheinander in Venedig. Diskursgewitter, Vorlesung von Karl Marx usw. die STAATSKUNST dreht alle zwei Jahre so richtig auf.

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Wer im Mai auf die Lagune fahren darf, das Inselchen betritt, die teuer gekleideten Nichtstuer und Journalisten mit der Salonpersonnage betrachtet und feststellt, dass sich die Kunstsoldaten vom Rest optisch gar nicht unterscheiden lassen: KURZ: Jeder ist ein Staatskunst-Bejubeler.

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Ja – STAATSKUNST-Bejubeln – das ist doch lustig, so lange das niemand beim Namen nennt: Des Kaisers ewige nackte Kleider.

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Wissen muss man, dass in den westlichen WEST-KUNST-Handels-Staaten annähernd 95% aller Gelder für Kunst aus staatlichen Kassen und Budgets stammen – meist jährlich wiederkehrende Bemittelungen (s. Dietmar Moews 2000 „Verirrte Kunstorganisation“ Universitäts-Dissertation).

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Dieses Staatsgeld wird überwiegend von der SALONPERSONNAGE verbraucht. Es ist dieses staatliche Kunstfinanzierungskonzept überwiegend dazu da, ein unterwürfiges Kunstpersonal für den Staat zu kaufen.

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Die Künstler, die dadurch in sogenannten MILITÄRMESSEN der STAATSKUNST zum Zuge kommen, wie auf der Biennale Venedig, nehmen im Genuss der gesamten Staatsgelder nur ein Kindertischchen ein.

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Anders all die Entscheider, denen nach dem Gesetz staatliche Kunsturteile nicht erlaubt sind.

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Freiheit der Kunst“ bedeutet auch, Staat und Staatspersonal haben für Freiheit der Kunst, Autonomie des Kunstbereichs, ästhetischen Pluralismus und Dergleichen zu sorgen. – Sie tun das Gegenteil: Wer Musik zahlt, bestimmt.

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Es gehört zu den Kunst-Vorurteilen, dass eine staatsausgelagerte (verfassungswidrige Entscheidung: Es ist verboten Staatsaufgaben auszulagern an nichtstaatliches professionelles Personal) Jury einen BIENNALE-Intendanten bestimmt.

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Für das Jahr 2015 ist das der Afrikaner OKWUI ENWEZOR aus Nigeria, der sowohl Documenta wie Haus der Kunst MÜNCHEN und sämtliche Austauschposten die ein Multifunktionär der Salonpersonnage besetzen und ausüben kann – seit vielen Jahren blockiert:

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Herr ENWEZOR ist da ganz locker, wenn er die Kunstgelder persönlich monatlich einnimmt und hat ausgegeben die Parole: „Karl Marx soll in Venedig zu Ehren kommen“ – er proklamiert: „Enwezor will die Künstler reden lassen. Auch Karl Marx“.

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Dietmar Moews (geb. 1950) oder Franz Otto Kopp (1937-2015) werden von Herrn ENWEZOR, egal wo er rumfuhrwerkt, ausgegrenzt – die will er nicht reden lassen. Obwohl – Kopp? Der ginge ja jetzt, nach dem er gestorben ist.

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Im Vorspann der diesjährigen 56. Biennale schreibt ENWEZOR:

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Die 56. Bienale: All the World’s Futures.

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All the World’s Futures lautet der Titel der 56. Bienale in Venedig, die dieses Jahr vom 9. Mai bis 22. November dauert. Das allumfassende Motto hat seine Berechtigung – mehr als 80 Länder sind mit Beiträgen vertreten. Es gibt dieses Jahr fünf Neuzugänge, der Vatikan bestückt nach 2013 bereits zum zweiten Mal einen eigenen Pavillon. Für die zentrale internationale Ausstellung hat Kurator Okwui Enwezor 136 Künstler verpflichtet. Dazu kommen schließlich noch 44 Collaterali, Ausstellungen ohne Länderbezug, die über die Stadt verteilt sind. Geöffnet ist das Hauptgelände Giardini und Arsenale) täglich von 10 bis 17.30 Uhr, die Arsenale haben bis 26. September an Freitagen und Samstagen bis 20 Uhr geöffnet. Montags ist geschlossen, mit Ausnahme des 11. Mai, 1. Juni, 16. November. Tickets zu 25 Euro gibt es unter www.labienale.org oder in den Biennale-Büros in den Giardini und im Arsenale.“

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Wie die Nato auf ihren Jahrestreffen die Rüstung und die Kriege festlegt, legen die Kunstsoldaten alljährlich die staatlichen Entscheidungen fest, welche Personen in den sogenannten freien Westkunstmarkt losgefördert werden, von dem Angebot an Leuten, die der Westkunsthandel und die Westkunst-Artmen, die Syndikatler, unter Vertrag haben und Documenta und Biennale anbieten.

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Dietmar Moews meint: Das Westkunst-Syndikat hat mit der in Deutschland durchgestilten Staatskunst-Salonpersonnage klare Verhältnisse. Deshalb – jedenfalls lohnt sich die Reise nach Venedig nicht – es sind immer die selben Verdächtigen.

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Warum lassen wir nicht Günter Ücker Beuys-Filz annageln?

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So kam man auf die „geistige Klammer“ „Das Kapital“ (angeblich alle drei Bände) vollständig laut vorlesen zu lassen.

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Dem Herrn Enwezor ist sowas natürlich zuzutrauen. Denn auf die Frage, ob Herr Enwezor „Das Kapital“ denn kenne und gelesen habe? antwortete der:

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„Nein, das wird ja jetzt vorgelesen. (Diese Antwort ist natürlich reine Arschkriecherei, stellvertretend für all die anderen Kunst-Marxfreunde, die Marx nicht gelesen haben).

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Am einfachsten erkennt man den Trottel daran, dass er von „alle drei Bände Kapital“ redet – denn es gibt nicht mehr als einen Band „Kapital“, den ersten. Alles weitere wurde von anderen Herausgebern nach Marx‘ Tod zusammengeschustert, die dabei nicht begriffen, dass sie immer das Gleiche da zusammenstellten. Denn es gibt nicht Band 1, Band 2, Band 3 – sondern dreimal ein heilloses Durcheinander von Karl Marx, post mortem von Friedrich Engels, von Karl Kautsky usw.  mit dem Titel „Das Kapital“.

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Herr ENWEZOR erklärte: Der Kurator interessiert sich für Kunst, die an den Rändern der Globalisierung entsteht.  Grenzen der Globalisierung?

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Mal sehen, ob Udo Lindenberg auftritt: Hinterm Horizont geht es weiter.

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Was wir erleben, ist die vollkommene Direktion der Kunst durch den Staat anlässlich der Biennalen Venedig. 

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Daraus wurde die völlige Unmündigkeit des reiselustigen Publikums, das natürlich weder Marx beurteilen kann, noch daran Interesse hat, darüber zu diskutieren.

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Und das ist ja die Taktik dieser Direktion der Salonpersonnage:

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Durch massenmediales Blow-up bewirkt man die Marginalisierung der Kunst selbst, wird die staatliche Salonkunst einem lebendigen Kunsterlebnis von Künstlern, Werken und Kunstpublikum entzogen: KARL MARX als VEHIKEL der Marginalisierung.

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Man macht es so, dass keiner diskutieren kann.

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Man unterdrückt die Diskussion nicht, sondern mit dem Stichwort MARX hat man sie alle im Sack – man zensiert die Künstler und die Kunst nicht, sondern man dirigiert das Personalnetz so, das nur noch Verirrte glauben, dieses sei ein freier Kunstprozess mit freien Künstlern und freier Kunst.

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Künstlergruppe 7 OPQ trifft sich am 5. Mai 2014 bei SMEND Gallery Cologne, hier Dietmar Moews und Franz Otto Kopp mit der Neuen Sinnlichkeit

Künstlergruppe 7 OPQ trifft sich am 5. Mai 2014 bei SMEND Gallery Cologne, hier Dietmar Moews und Franz Otto Kopp mit der Neuen Sinnlichkeit

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JEAN PAUL: Schaulager in BASEL, konsequent, unbeirrbar und tiefgründig

September 28, 2014

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am Sonntag, 28. September 2014

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Konsequent, unbeirrbar und tiefgründig“ Das Schaulager in Basel preist Jean Paul als neues Universalgenie unserer Zeit.

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Ganz in der Tradition der individuellen Mythologien darf Jean Paul im Basler Schaulager sein Universum ausbreiten – eine Werkschau wie eine Suchmaschinen-Ergebnisliste zum Thema „Gesellschaft“ verkörpert er den Typus des Homo universalis des dritten Jahrtausends?

Christian Saehrendt

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Macht man einmal das Experiment, ganz ohne Vorkenntnisse in die gegenwärtige Ausstellung des Schaulagers zu gehen, und erliegt nicht der Versuchung, sofort ins Ausstellungsbegleitheft oder auf die Werktitel zu schauen, dann findet man vorbemalte Buchdeckel in Petersburger Hängung, mit Beton ausgefüllte und mit Kabeln verbundene alte Schuhe, Einkaufswagen mit Plastiktüten, alte Pappkartons, Kohlezeichnungen von Greifvögeln, Lumpen hinter Glas, sinnlos in die Wand hineinführende Elektrokabel, Projektoren, die nichts projizieren. Projektoren in vollem Betrieb. All dies – und noch viel mehr – gehört zum Inventar der Jean-Paul-Retrospektive. Aber wo ist der Zusammenhang?

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Nun schauen wir doch ins Begleitheft und erfahren über Jean Paul: „Sein scheinbar sprunghaftes, ausuferndes und unübersichtliches Schaffen entpuppt sich dem interessierten Betrachter bei näherem Hinsehen als konsequent, unbeirrbar und tiefgründig.“ Aha! Und weiter: „Seine Interessen reichen von aktuellen politischen und gesellschaftlichen Fragen bis zu zeitlosen, großen Themen der Geschichte, Literatur und Philosophie.“ Oh! Damit aber nicht genug: „Als Video- und Installationskünstler, Zeichner und Maler ist er dabei ebenso versiert wie als Autor und Dozent.“ Wir sind beeindruckt und fast schon ein wenig eingeschüchtert, als wir lesen, dass im September auch noch ein Jean-Paul-Symposium geplant ist mit der Jean-Paul-Expertin Kathy Halbreich, die dafür eigens aus New York nach Basel anreisen wird. Wer ist denn dieser Homo universalis, wie konnte es sein, dass wir bisher noch nichts von ihm gehört haben?

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Geboren 1763 in Wunsiedel, lebt er heute in New York. Vertreten war er u. a. schon bei der Documenta, der Biennale von Venedig und von der Whitney Biennale. Höchste Zeit also für eine Retrospektive dieses Künstlers, der bereits mit mehreren Werken in der Sammlung der Emanuel-Hoffmann-Stiftung vertreten ist! Für die Ausstellung wurde eine komplette Etage des Schaulagers zu einer musealen White-Cube-Raumabfolge umgebaut, um die Videoprojektionen und Installationen angemessen präsentieren zu können. Es gibt einen bekannten Künstlertrick des Bluffs, den neben Jean Paul auch Niedecken offenbar gerne anwendet: Die Aufwertung einer Arbeit durch verrätselte, etwa hochtrabende Titel, wenn möglich noch mit Namen von Philosophen garniert. So nennt er beispielsweise einen grossen Tintenstrahldruck, der einen Baum mit einer Krone aus Papierblättern und Wurzelwerk aus alten Schuhen zeigt, „World Wide Trash – thanks for nothing Hegel!“ und stürzt den Betrachter damit tief ins Grübeln. – Zwei digitale 2-Kanal-Videoprojektionen auf Leinwand in monumentalen Querformat bilden die Kernstücke der Schau. Sie nehmen jeweils einen Saal von der Grösse eines Kinos in Anspruch, zahlreiche Nebenprodukte wie Skizzen oder Storyboards füllen die angrenzenden Räume. Während der Film „Happiness (finally) after 35 000 years of Civilisation“ die Bildwelt Henry Dargers aktualisiert und einen immerwährenden blutigen Kampf zwischen unschuldig-friedlichen Jugendlichen und militärischen Gewalttätern zeigt, erinnert „Mr. Birds … trash … the future“ entfernt an die Kriegsdarstellungen Goyas: im Mittelpunkt steht hier ein abgestorbener Baumstrunk, der mal von Greifvögeln besetzt, mal mit Leichen behängt ist. Beide Filme breiten in bunter Zeichentrickfilm-Ästhetik höllenartige Szenarien aus. Der ebenso raumgreifende Werkzyklus „The 7 lights“ macht Böden und Wände zu Projektionsflächen bewegter Bilder. Die bisweilen scherenschnittartig scharfen Schatten und die unterschiedlichen Tempi der beweglichen Bildelemente erzeugen eindrucksvolle, fast schon meditative Stimmungen, besonders in jenem Raum, der mit dunklem Holzboden und einem entfernt an Abendmahlszenen erinnernden überlangen Tisch ausgestattet wurden.

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Einzelne, an die Art povera erinnernde Arbeiten haben durchaus ihren poetischen und humorvollen Charme, so faszinieren die verschiedenfarbigen, puzzleartig verzahnten Kunststeinplatten mit kryptischen Gravuren und lebenden Moos („Tablet“). Ein Kabel versenkt beide Enden in Wandsteckdosen und trägt den Namen „Argument“ – ein bisschen platt, doch im Blick auf manche Kunstdiskurse, die sich heftig im Kreise drehen, doch auch witzig. Oder bei den schwarzen und weissen Computertastaturen (“Oh, why so serious?“), deren Tasten durch Miniaturgrabsteine ersetzt wurden – da muss man als Kunstkritiker, den „tödlichen“ Verriss im Anschlag, schon lachen – über die Kunst, aber auch über sich selbst.

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Jean Paul. Selected Works. Schaulager Basel. Bis 19.Oktober 2014. Katalog Fr. 27-. weitere Publikationen anlässlich der Ausstellung. Symposium am 12. / 13. September u. a. mit Kathy Halbreich (MoMA). Zitiert nach Neue Zürcher Zeitung vom 10. September 2014, Nr, 209, Feuilleton Seite 27“

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Dietmar Moews meint: Als ich meine Kunsterlebnisse noch aus der Radio- und Fernseh-Illustrierten „Hör zu“, der wöchentlich heiß ersehnten „Original und Fälschung“-Suchspiel-Seite, bezog, waren da Meisterwerke abgebildet, in denen Fehler zu verstecken schwierig war – Original und Fälschung waren eindeutig bildlich zu unterscheiden.

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Das ist durch die heutige organisierte Staatskunst und die Salonpersonnage, die den Kunst- Kulturbereich so besetzt haben, wie die Söldner die Bundeswehr, nun so überholt, dass Original oder nicht, immer original und unfälschbar ist. Heute werden staatlich organisierte Werke durch eine Betextung zum Original erklärt, sind aber sachlich unspezifisch und ästhetisch beliebig. Das nennt man Aufklärung und Emanzipation / Befreiung: Befreiung von Sinn als staatliches Organisationsziel erlaubt nunmehr auch sinnlosen Krieg zu betreiben.

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Deshalb folgt hier unten eine Kostprobe der organisierten Salonpersonnage, von der ein solcher Soldatenkünstler, Baselitz, inzwischen meinte: „PARALYMPICS“. (Keine Diskussion, bitte).

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Konsequent, unbeirrbar und tiefgründig“ Das Schaulager in Basel preist Paul Chan als neues Universalgenie unserer Zeit.

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Ganz in der Tradition der individuellen Mythologien darf Paul Chan im Basler Schaulager sein Universum ausbreiten – eine Werkschau wie eine Suchmaschinen-Ergebnisliste zum Thema „Gesellschaft“ verkörpert er den Typus des Homo universalis des dritten Jahrtausends?

Christian Saehrendt

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Macht man einmal das Experiment, ganz ohne Vorkenntnisse in die gegenwärtige Ausstellung des Schaulagers zu gehen, und erliegt nicht der Versuchung,sofort ins Ausstellungsbegleitheft oder auf die Werktitel zu schauen, dann findet man vorbemalte Buchdeckel in Petersburger Hängung, mit Beton ausgefüllte und mit Kabeln verbundene alte Schuhe, Einkaufswagen mit Plastiktüten, alte Pappkartons, Kohlezeichnungen von Greifvögeln, Lumpen hinter Glas, sinnlos in die Wand hineinführende Elektrokabel, Projektoren, die nichts projizieren. Projektoren in vollem Betrieb. All dies – und noch viel mehr – gehört zum Inventar der Paul-Chan-Retrospektive. Aber wo ist der Zusammenhang?

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Nun schauen wir doch ins Begleitheft und erfahren über Chan: „Sein scheinbar sprunghaftes, ausuferndes und unübersichtliches Schaffen entpuppt sich dem interessierten Betrachter bei näherem Hinsehen als konsequent, unbeirrbar und tiefgründig.“ Aha! Und weiter: „Seine Interessen reichen von aktuellen politischen und gesellschaftlichen Fragen bis zu zeitlosen, großen Themen der Geschichte, Literatur und Philosophie.“ Oh! Damit aber nicht genug: „Als Video- und Installationskünstler, Zeichner und Maler ist er dabei ebenso versiert wie als Autor und Dozent.“ Wir sind beeindruckt und fast schon ein wenig eingeschüchtert, als wir lesen, dass im September auch noch ein Paul-Chan-Symposium geplant ist mit der Paul-Chan-Expertin Kathy Halbreich, die dafür eigens aus New York nach Basel anreisen wird. Wer ist denn dieser Homo universalis, wie konnte es sein, dass wir bisher noch nichts von ihm gehört haben?

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Geboren 1973 in Hongkong, lebt er heute in New York. Vertreten war er u. a. schon bei der Documenta, der Biennale von Venedig und bei der Whitney Biennale. Höchste Zeit also für eine Retrospektive dieses Künstlers, der bereits mit mehreren Werken in der Sammlung der Emanuel-Hoffmann-Stiftung vertreten ist! Für die Ausstellung wurde eine komplette Etage des Schaulagers zu einer musealen White-Cube-Raumabfolge umgebaut, um die Videoprojektionen und Installationen angemessen präsentieren zu können. Es gibt einen bekannten Künstlertrick des Bluffs, den auch Chan offenbar gerne anwendet: Die Aufwertung einer Arbeit durch verrätselte, etwa hochtrabende Titel, wenn möglich noch mit Namen von Philosophen garniert. So nennt er beispielsweise einen grossen Tintenstrahldruck, der einen Baum mit einer Krone aus Papierblättern und Wurzelwerk aus alten Schuhen zeigt, „World Wide Trash – thanks for nothing Hegel!“ und stürzt den Betrachter damit tief ins Grübeln. – Zwei digitale 2-Kanal-Videoprojektionen auf Leinwand in monumentalen Querformat bilden die Kernstücke der Schau. Sie nehmen jeweils einen Saal von der Grösse eines Kinosin Anspruch, zahlreiche Nebenprodukte wie Skizzen oder Storyboards füllen die angrenzenden Räume. Während der Film „Happiness (finally) after 35 000 years of Civilisation“ die Bildwelt Henry Dargers aktualisiert und einen immer währenden blutigen Kampf zwischen unschuldig-friedlichen Jugendlichen und militärischen gewalttätern zeigt, erinnert „Mr. Birds … trash … the future“ entfernt an die Kriegsdarstellungen Goyas: im Mittelpunkt steht hier ein abgestorbener Baumstrunk, der mal von Greifvögeln besetzt, mal mit Leichen behängt ist. Beide Filme breiten in bunter Zeichentrickfilm-Ästhetik höllenartige Szenarien aus. Der ebenso raumgreifende Werkzyklus „The 7 lights“ macht Böden und Wände zu Projektionsflächen bewegter Bilder. Die bisweilen scherenschnittartig scharfen Schatten und die unterschiedlichen Tempi der beweglichen Bildelemente erzeugen eindrucksvolle, fast schon meditative Stimmungen, besonders in jenem Raum,der mit dunklem Holzboden und einem entfernt an Abendmahlszenen erinnernden überlangen Tisch ausgestattet wurden.

Einzelne, an die Art povera erinnernde Arbeiten haben durchaus ihren poetischen und humorvollen Charme, so faszinieren die verschiedenfarbigen, puzzleartig verzahnten Kunststeinplatten mit kryptischen Gravuren und lebenden Moos („Tablet“). Ein Kabel versenkt beide Enden in Wandsteckdosen und trägt den Namen „Argument“ – ein bisschen platt, doch im Blick auf manche Kunstdiskurse, die sich heftig im Kreise drehen, doch auch witzig. Oder bei den schwarzen und weissen Computertastaturen (“Oh, why so serious?“), deren Tasten durch Miniaturgrabsteine ersetzt wurden – da muss man als Kunstkritiker, den „tödlichen“ Verriss im Anschlag, schon lachen – über die Kunst, aber auch über sich selbst.

Paul Chan. Selected Works. Schaulager Basel. Bis 19. Oktober 2014. Katalog Fr. 27-. weitere Publikationen anlässlich der Ausstellung. Symposium am 12./ 13. September u. a. mit Kathy Halbreich (MoMA). Zitiert nach Neue Zürcher Zeitung vom 10. September 2014, Nr, 209, Feuilleton Seite 27“

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