Dietmar Moews: Schaulager in BASEL, konsequent, unbeirrbar und tiefgründig

September 27, 2014

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am Samstag, 27. September 2014

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Konsequent, unbeirrbar und tiefgründig“ Das Schaulager in Basel preist Wolfgang Niedecken als neues Universalgenie unserer Zeit.

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Ganz in der Tradition der individuellen Mythologien darf Wolfgang Niedecken im Basler Schaulager sein Universum ausbreiten – eine Werkschau wie eine Suchmaschinen-Ergebnisliste zum Thema „Gesellschaft“ verkörpert er den Typus des Homo universalis des dritten Jahrtausends?

Christian Saehrendt

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Macht man einmal das Experiment, ganz ohne Vorkenntnisse in die gegenwärtige Ausstellung des Schaulagers zu gehen, und erliegt nicht der Versuchung, sofort ins Ausstellungsbegleitheft oder auf die Werktitel zu schauen, dann findet man vorbemalte Buchdeckel in Petersburger Hängung, mit Beton ausgefüllte und mit Kabeln verbundene alte Schuhe, Einkaufswagen mit Plastiktüten, alte Pappkartons, Kohlezeichnungen von Greifvögeln, Lumpen hinter Glas, sinnlos in die Wand hineinführende Elektrokabel, Projektoren, die nichts projizieren. Projektoren in vollem Betrieb. All dies – und noch viel mehr – gehört zum Inventar der Wolfgang-Niedecken-Retrospektive. Aber wo ist der Zusammenhang?

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Bildschirmfoto vom 2014-09-27 20:41:32

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Nun schauen wir doch ins Begleitheft und erfahren über Niedecken: „Sein scheinbar sprunghaftes, ausuferndes und unübersichtliches Schaffen entpuppt sich dem interessierten Betrachter bei näherem Hinsehen als konsequent, unbeirrbar und tiefgründig.“ Aha! Und weiter: „Seine Interessen reichen von aktuellen politischen und gesellschaftlichen Fragen bis zu zeitlosen, großen Themen der Geschichte, Literatur und Philosophie.“ Oh! Damit aber nicht genug: „Als Video- und Installationskünstler, Zeichner und Maler ist er dabei ebenso versiert wie als Autor und Dozent.“ Wir sind beeindruckt und fast schon ein wenig eingeschüchtert, als wir lesen, dass im September auch noch ein Wolfgang-Niedecken-Symposium geplant ist mit der Wolfgang-Niedecken-Expertin Kathy Halbreich, die dafür eigens aus New York nach Basel anreisen wird. Wer ist denn dieser Homo universalis, wie konnte es sein, dass wir bisher noch nichts von ihm gehört haben?

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Geboren 1951 in Köln, lebt er heute in New York. Vertreten war er u. a. schon bei der Documenta, der Biennale von Venedig und bei der Whitney Biennale. Höchste Zeit also für eine Retrospektive dieses Künstlers, der bereits mit mehreren Werken in der Sammlung der Emanuel-Hoffmann-Stiftung vertreten ist! Für die Ausstellung wurde eine komplette Etage des Schaulagers zu einer musealen White-Cube-Raumabfolge umgebaut, um die Videoprojektionen und Installationen angemessen präsentieren zu können. Es gibt einen bekannten Künstlertrick des Bluffs, den auch Niedecken offenbar gerne anwendet: Die Aufwertung einer Arbeit durch verrätselte, etwa hochtrabende Titel, wenn möglich noch mit Namen von Philosophen garniert. So nennt er beispielsweise einen grossen Tintenstrahldruck, der einen Baum mit einer Krone aus Papierblättern und Wurzelwerk aus alten Schuhen zeigt, „World Wide Trash – thanks for nothing Hegel!“ und stürzt den Betrachter damit tief ins Grübeln. – Zwei digitale 2-Kanal-Videoprojektionen auf Leinwand in monumentalen Querformat bilden die Kernstücke der Schau. Sie nehmen jeweils einen Saal von der Grösse eines Kinos in Anspruch, zahlreiche Nebenprodukte wie Skizzen oder Storyboards füllen die angrenzenden Räume. Während der Film „Happiness (finally) after 35 000 years of Civilisation“ die Bildwelt Henry Dargers aktualisiert und einen immerwährenden blutigen Kampf zwischen unschuldig-friedlichen Jugendlichen und militärischen Gewalttätern zeigt, erinnert „Mr. Birds … trash … the future“ entfernt an die Kriegsdarstellungen Goyas: im Mittelpunkt steht hier ein abgestorbener Baumstrunk, der mal von Greifvögeln besetzt, mal mit Leichen behängt ist. Beide Filme breiten in bunter Zeichentrickfilm-Ästhetik höllenartige Szenarien aus. Der ebenso raumgreifende Werkzyklus „The 7 lights“ macht Böden und Wände zu Projektionsflächen bewegter Bilder. Die bisweilen scherenschnittartig scharfen Schatten und die unterschiedlichen Tempi der beweglichen Bildelemente erzeugen eindrucksvolle, fast schon meditative Stimmungen, besonders in jenem Raum, der mit dunklem Holzboden und einem entfernt an Abendmahlszenen erinnernden überlangen Tisch ausgestattet wurden.

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Einzelne, an die Art povera erinnernde Arbeiten haben durchaus ihren poetischen und humorvollen Charme, so faszinieren die verschiedenfarbigen, puzzleartig verzahnten Kunststeinplatten mit kryptischen Gravuren und lebenden Moos („Tablet“). Ein Kabel versenkt beide Enden in Wandsteckdosen und trägt den Namen „Argument“ – ein bisschen platt, doch im Blick auf manche Kunstdiskurse, die sich heftig im Kreise drehen, doch auch witzig. Oder bei den schwarzen und weissen Computertastaturen (“Oh, why so serious?“), deren Tasten durch Miniaturgrabsteine ersetzt wurden – da muss man als Kunstkritiker, den „tödlichen“ Verriss im Anschlag, schon lachen – über die Kunst, aber auch über sich selbst.

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Wolfgang Niedecken. Selected Works. Schaulager Basel. Bis 19.Oktober 2014.Katalog Fr. 27-. weitere Publikationen anlässlich der Ausstellung. Symposium am 12./ 13. September u. a. mit Kathy Halbreich (MoMA). Zitiert nach Neue Zürcher Zeitung vom 10. September 2014, Nr, 209, Feuilleton Seite 27“

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Dietmar Moews meint: Als ich meine Kunsterlebnisse noch aus der Radio- und Fernseh-Illustrierten „Hör zu“, der wöchentlich heiß ersehnten „Original und Fälschung“-Suchspiel-Seite, bezog, waren da Meisterwerke abgebildet, in denen Fehler zu verstecken schwierig war – Original und Fälschung waren eindeutig zu unterscheiden.

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Das ist durch die heutige organisierte Staatskunst und die Salonpersonnage, die den Kunst- und Kulturbereich besetzt haben, wie die Söldner die Bundeswehr, nun so überholt, dass Original nicht mehr original und fälschbar ist. Das nennt man Aufklärung und Emanzipation / Befreiung: Befreiung von Sinn als staatliches Organisationsziel erlaubt nunmehr auch sinnlose Kriege zu betreiben.

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Deshalb folgt hier unten eine Kostprobe der organisierten Salonpersonnage, von der ein solcher Soldatenkünstler, Baselitz, inzwischen meinte: „PARALYMPICS“. (Keine Diskussion, bitte)

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Konsequent, unbeirrbar und tiefgründig“ Das Schaulager in Basel preist Paul Chan als neues Universalgenie unserer Zeit.

Ganz in der Tradition der individuellen Mythologien darf Paul Chan im Basler Schaulager sein Universum ausbreiten – eine Werkschau wie eine Suchmaschinen-Ergebnisliste zum Thema „Gesellschaft“ verkörpert er den Typus des Homo universalis des dritten Jahrtausends?

Christian Saehrendt

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Macht man einmal das Experiment, ganz ohne Vorkenntnisse in die gegenwärtige Ausstellung des Schaulagers zu gehen, und erliegt nicht der Versuchung, sofort ins Ausstellungsbegleitheft oder auf die Werktitel zu schauen, dann findet man vorbemalte Buchdeckel in Petersburger Hängung, mit Beton ausgefüllte und mit Kabeln verbundene alte Schuhe, Einkaufswagen mit Plastiktüten, alte Pappkartons, Kohlezeichnungen von Greifvögeln, Lumpen hinter Glas, sinnlos in die Wand hineinführende Elektrokabel, Projektoren, die nichts projizieren. Projektoren in vollem Betrieb. All dies – und noch viel mehr – gehört zum Inventar der Paul-Chan-Retrospektive. Aber wo ist der Zusammenhang?

Dem Kritiker fällt niemals auf, das die Salonpersonnage, wie hier Paul Chan, nie politisch-sachliche Bezüge zu dem Staat ausstellen, der sie in Dienst nimmt.

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Nun schauen wir doch ins Begleitheft und erfahren über Chan: „Sein scheinbar sprunghaftes, ausuferndes und unübersichtliches Schaffen entpuppt sich dem interessierten Betrachter bei näherem Hinsehen als konsequent, unbeirrbar und tiefgründig.“ Aha! Und weiter: „Seine Interessen reichen von aktuellen politischen und gesellschaftlichen Fragen bis zu zeitlosen, großen Themen der Geschichte, Literatur und Philosophie.“ Oh! Damit aber nicht genug: „Als Video- und Installationskünstler, Zeichner und Maler ist er dabei ebenso versiert wie als Autor und Dozent.“ Wir sind beeindruckt und fast schon ein wenig eingeschüchtert, als wir lesen, dass im September auch noch ein Paul-Chan-Symposium geplant ist mit der Paul-Chan-Expertin Kathy Halbreich, die dafür eigens aus New York nach Basel anreisen wird. Wer ist denn dieser Homo universalis, wie konnte es sein, dass wir bisher noch nichts von ihm gehört haben?

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Geboren 1973 in Hongkong, lebt er heute in New York. Vertreten war er u. a. schon bei der Documenta, der Biennale von Venedig und bei der Whitney Biennale. Höchste Zeit also für eine Retrospektive dieses Künstlers, der bereits mit mehreren Werken in der Sammlung der Emanuel-Hoffmann-Stiftung vertreten ist! Für die Ausstellung wurde eine komplette Etage des Schaulagers zu einer musealen White-Cube-Raumabfolge umgebaut, um die Videoprojektionen und Installationen angemessen präsentieren zu können. Es gibt einen bekannten Künstlertrick des Bluffs, den auch Chan offenbar gerne anwendet: Die Aufwertung einer Arbeit durch verrätselte, etwa hochtrabende Titel, wenn möglich noch mit Namen von Philosophen garniert. So nennt er beispielsweise einen grossen Tintenstrahldruck, der einen Baum mit einer Krone aus Papierblättern und Wurzelwerk aus alten Schuhen zeigt, „World Wide Trash – thanks for nothing Hegel!“ und stürzt den Betrachter damit tief ins Grübeln. – Zwei digitale 2-Kanal-Videoprojektionen auf Leinwand in monumentalen Querformat bilden die Kernstücke der Schau. Sie nehmen jeweils einen Saal von der Grösse eines Kinos in Anspruch, zahlreiche Nebenprodukte wie Skizzen oder Storyboards füllen die angrenzenden Räume. Während der Film „Happiness (finally) after 35 000 years of Civilisation“ die Bildwelt Henry Dargers aktualisiert und einen immer währenden blutigen Kampf zwischen unschuldig-friedlichen Jugendlichen und militärischen Gewalttätern zeigt, erinnert „Mr. Birds … trash … the future“ entfernt an die Kriegsdarstellungen Goyas: im Mittelpunkt steht hier ein abgestorbener Baumstrunk, der mal von Greifvögeln besetzt, mal mit Leichen behängt ist. Beide Filme breiten in bunter Zeichentrickfilm-Ästhetik höllenartige Szenarien aus. Der ebenso raumgreifende Werkzyklus „The 7 lights“ macht Böden und Wände zu Projektionsflächen bewegter Bilder. Die bisweilen scherenschnittartig scharfen Schatten und die unterschiedlichen Tempi der beweglichen Bildelemente erzeugen eindrucksvolle, fast schon meditative Stimmungen, besonders in jenem Raum, der mit dunklem Holzboden und einem entfernt an Abendmahlszenen erinnernden überlangen Tisch ausgestattet wurden.

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Einzelne, an die Art povera erinnernde Arbeiten haben durchaus ihren poetischen und humorvollen Charme, so faszinieren die verschiedenfarbigen, puzzleartig verzahnten Kunststeinplatten mit kryptischen Gravuren und lebenden Moos („Tablet“). Ein Kabel versenkt beide Enden in Wandsteckdosen und trägt den Namen „Argument“ – ein bisschen platt, doch im Blick auf manche Kunstdiskurse, die sich heftig im Kreise drehen, doch auch witzig. Oder bei den schwarzen und weissen Computertastaturen (“Oh, why so serious?“), deren Tasten durch Miniaturgrabsteine ersetzt wurden – da muss man als Kunstkritiker, den „tödlichen“ Verriss im Anschlag, schon lachen – über die Kunst, aber auch über sich selbst.

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Paul Chan. Selected Works. Schaulager Basel. Bis 19. Oktober 2014. Katalog Fr. 27-. weitere Publikationen anlässlich der Ausstellung. Symposium am 12./ 13. September u. a. mit Kathy Halbreich (MoMA). Zitiert nach Neue Zürcher Zeitung vom 10. September 2014, Nr, 209, Feuilleton Seite 27“

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Staat beseitigt ZEITGENÖSSISCHE KÜNSTLER durch OKF

Juli 28, 2014

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am Montag, 28. Juli 2014

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Wollte man eine Katze umbringen, müsste man sie in einer Tür einklemmen, denn Katzen haben ein zähes Leben (SCHWEJK). Entschuldigen Sie, Herr Fihrer, dass ich mich etwas lustig mache, dann wird’s etwas leichter ums Herz.

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Was der Leiter im Haus der Kunst, München, meinte, nachdem ihm die Süddeutsche Zeitung entgegen gehalten hatte (Samstag, 26. Juli 2014, S. 38): „… die relativ bedeutungslosen Künstlerverbände“: „Ein Teil der Situation ist aber auch, dass die vier Säulen, auf die sich das Haus finanziell stützt, wackeln. Die Schörghuber-Stiftung hat sich mit 500 000 Euro jährlicher Unterstützung zurückgezogen. In der Gesellschaft der Freunde herrschen chaotische Zustände. Einzig der Freistaat und die relativ bedeutungslosen Künstlerverbände bleiben noch“ (Evelyn Vogel und Christoph Wiedemann)

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DIETMAR MOEWS "Et in Argentina ego" Öl auf Leinwand

DIETMAR MOEWS
„Et in Argentina ego“
Öl auf Leinwand

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Man braucht hier zum Verständnis erstmal kein weiteres Wissen, und muss jene Staatsschranze, Okwui Enweszor, nicht persönlich kennen. Man kann der von Enweszor unwidersprochenen Aussage: „relativ bedeutungslos“ ins nüchterne Auge zu blicken:

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Der deutsche Staat hat die gesamte Lage der Künstler, über die Definition „Kunstfreiheit gemäß § 5 GG“ in die relative Bedeutungslosigkeit, ins Abseits und an den Tropf, organisiert. Die organisierte Kunstförderung OKF lässt sich neben allen Verfahrensumständen der rechtlich-föderalistischen Kunstorganisiation verkürzt auf über 90 % Staatsabhängigkeit und die restlichen Prozent Selbstausbeutung begreifen. (Quelle: IFO-Institut „Volkswirtschaftliche Bedeutung von Kunst und Kultur“; Dietmar Moews „Verirrte Kunstorganisation“, Universitäts-Diss. 2000 / 2005)

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DIETMAR MOEWS DMW 241.41.79, 215 cm / 365 cm, KUBUS Hannover 1980 Künstlergruppe  Neue Sinnlichkeit

DIETMAR MOEWS DMW 241.41.79, 215 cm / 365 cm,
KUBUS Hannover 1980
Künstlergruppe
Neue Sinnlichkeit

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Dietmar Moews meint: Der deutsche Föderalstaat hat das Gemeinwesen zum föderalen Verbändestaat durchorganisiert. Auch Kunst und Kultur ist in einem absurden Deutschen Kulturrat zusammengefasst, darin Deutscher Kunstrat, Deutscher Musikrat usw. Der deutsche Kunstrat vertritt Künstler als Prototyp-Produzenten, zusammen mit Kulturindustrie-Konsumenten und allen kommerziellen Interessenten, Galeristenverband usw. Egal bei welchem künstlerpolitischen Unterfangen im Deutschen Kunstrat sind immer die Produzenten-Künstler gegen die große Mehrheit all der Interessent, die an und durch die Künstler verdienen wollen.

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Dieser Verrat der OKF wird in offizialen Verlautbarungen und in den Parlamenten stets als Legitimationspolster missbraucht: „Wir haben uns mit dem Deutschen Kulturrat abgestimmt, wir haben eine Enquete, wir haben eine Anhörung usw. Zitiert werden dann immer die Stimmen der kulturindustriellen Mehrheit, niemals die Bedürfnisse des einzelnen Berufskünstler.

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Schließlich gibt man der staatlich organisierten Not noch den Rest, indem einzelne Hofschranzen als Beweis der staatlichen Künstlerförderung vorgezeigt werden (natürlich Staatsdiener oder gar Künstler-Beamte).Ist es nicht schön für alle Beamten, dass der Staat sie als „Fürst“ bezeichnet – „Künstlerfürst“.

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Bedingung, die der Staat dem Künstlerfürst stellt ist, dass er sich marginal bürokratistisch und im Abseits aufhält und keine ernsthafte kunstpolitische Dissidenz vertritt.

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