Der Lichtgott kam 1950 aus der Nazi-Reserve in Springe

April 3, 2021

Lichtgeschwindigkeit 10196

am Samstag, den 3. April 2021

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Als deutlich wurde, dass der Hitler-Furor Selbstzerstörung würde, und die NDZ voll der Todesannoncen war, lautet es am 31. März 1943:

„Aus „kriegsbedingten Gründen“ muß die Neue Deister Zeitung ihr Erscheinen einstellen.

Erstes Stadtfest nach dem Kriegsende fand nach Hunger und Elend im Sommer 1950 statt. Das Kriegsende wurde als deutsche Kapitulation am 9. Mai 1945 offiziell und als Zusammenbruch bereits einige Wochen vorher in Springe am Deister erlebt. Da kamen „desertierte“ Wehrmachtsoldaten zu Fuß aus Frankreich oder von der Brücke in Remagen ins Deistertal aus dem Krieg zurück. Das Wort „Lichtgott aus Springe“ hatten die damals nicht „ins Feld“ gebracht

Schon im April 1945 erlebten Springer russische Gefangene auf Transport von Sennelager, aber auch amerikanische Soldaten und Endsieg-Fliegerangriffe. Gleichzeitig gab es noch Panzerfäuste und Flugabwehrkanonen, die den Feind bis zur letzten Kartoffelschale bekämpften und SA-Uniformierte, die Einheimische zum Durchhalten zwangen. Es hieß anfang April 1945, Springe würde nicht gegen die alliierten Besatzer verteidigt. Während die Springer Frauen und Kinder den April 1945 Kriegsgetöse und Bomberflüge, Fliegeralarm und völlig übergedrehte Restnazi-Soldaten auszuhalten hatten, verkrochen sie sich im Wald, sogar in der Tropfsteinhöhle am Hallermuntskopf.

Springe war dann zunächst 1945 unter britischer Besatzung und britischem Militärregime. So haben es die beiden Zeitzeugen der „Zeitzeugengeschichte“, der Springer Postbote Heinrich Kalisch und der später zugewanderte Historiker Hans-Heinrich Seedorf, aufgeschrieben. Diese Überlebenden bezeichneten sich selbst als im Hitlerreich, in den damaligen NSDAP-Kinder- und Jugendorganisationen als überzeugte, begeisterte, verführte junge Deutsche.

Im Frühjahr 1947 löste der alliierte Kontrollrat den Preußischen Landtag auf. Damit erst begann die Geschichte eines neuen Landes – Niedersachsen, mit der Hauptstadt Hannover.

Das Springer Lokalblatt NEUE DEISTER ZEITUNG, des Familienunternehmers STÄDLER, der Mitglied der NSDAP war, wurde erst 1949 wieder – mit einer Publikationslizenz der britischen Besatzer – neugestartet. Lebensmittelnot und Wohnungsmisere waren nach dem Wiedererscheinen ab 22. Oktober die NDZ-Themen. Es war die ausdrückliche Neuaufbaulinie der Briten für Springe, demokratische Selbstbestimmung zu organisieren. Die Briten wollten ein gewisses „bottom-up“ der britischen Demokratie herleiten, anders als das gescheiterte „top-down“ der Weimarer Republik, das zum Hitler Despotismus geführt worden war.

Die Nazis von Springe erhielten 1945 von der Besatzungsmacht die Auflage, keine politischen oder gemeinschaftlichen Ämter wahrzunehmen, sie hatten zunächst weder passives noch aktives Wahlrecht. Doch anders als die brutale sowjetische Militärmacht gab die britische Militärregierung der aufzubauenden deutschen Verwaltung den Vorrang vor der politischen Säuberung und stellte zahlreiche ehemalige Beamte des sogenannten Dritten Reiches wieder ein bzw. beließ sie auf ihren Posten. So wurde der NSDAP-Bürgermeister Fritz Jürges, der seit 1918 auch schon in der Weimarer Republik seine Stelle erfüllt hatte, auch bei den Briten im Neuanfang 1945 geduldet.

Im Sommer 1949 stellten die drei Westalliierten die Entnazifizierung ein. Damit war auch der aus Goslar zugewanderte selbstentnazifizierte Dr. Gustav Degenhardt entsorgt, der NDZ-Verleger Städler war fein raus, der Bürgermeister Jürges usw. sagte man „PG“: Pech gehabt.

Bis dahin hatte jeder überlebende Deutsche, auch die Springer, einen Entnazifizierungsbogen mit 131 Fragen auszufüllen. Ein unentbehrlicher Amtsarzt in SA-Uniform, den jeder kannte, der noch im Februar 1945 einer 73-jährigen jüdische Mitbürgerin ihre Transportfähigkeit nach Theresienstadt attestiert hatte, war folglich für Jeden, der nach 1945 im öffentlichen Dienst tätig werden wollte, darauf angewiesen sich von diesem Mitläufer genannten Braunhemd-Nazi vertrauensärztlich untersuchen lassen. 1951 beschloß auch der Niedersächsische Landtag das „Gesetz über den Abschluss der Entnazifizierung“.

Und nun das:

Die neue Demokratie in Springe schuf eine Grünanlage mit Gold-Fischteich und Insel – sogar mit Schwänen. Mückenplage hin Gärtnerkosten her – der Park erhielt einen Namen. Die Stadträte beschlossen, den neuen Park nicht Heinrich-Göbel-Park zu taufen, wie jemand vorgeschlagen hatte, sondern lieber den sozialdemokratischen Begriff VOLKSPARK zu nehmen.

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Dietmar Moews meint: Mit meinem Gutachten zur Quellenkritik Goebel 2021 sind der Erfindergöbel und der Pioniergöbel wissenschaftlich überführt. Stattdessen hat man nun einen Verbrecher-Goebel hinzunehmen – zumindest mal den Begriff „Heiliger“ und „Vorbild für die Kinder“ zu streichen.

Schon kurz nach der Kapitulation, das war die Osterzeit – was ja mal zu Ostern anzumerken ist, wenn es sich doch nicht um einen Western handelt -, ist in Springe eine „britische“ Neuorganisation eingeleitet worden – segensreich, aber:

Mit dem vorhandenen Personal – bis die ganzen überlebenden Springer Sozis, Kommunisten und Bibelforscher aus den Lagern nach Springe entlassen worden waren, die dann Springe mit britischen Demokratievorgaben reorganisierten sollten – wurde nun aus Hunger und Not Demokratie gemacht werden.

Und dann übertrug man das Sumpfglände aus Kircheneigentum, östlich der Domäne (heute Rathaus und Museum, Richtung B 217), ins Grundeigentum der Kommune.

Und man wünschte sich statt eines Mückenbrut-Loches eine Grünanlage – einen Park. Das wurde sehr umstritten. Dann also Park. Und dann der Name des Parks. Und dann der Vorschlag Heinrich-Göbel-Park.

Und dann – 1950 – abgelehnt.

Vom Springer Volksvertretern wurde der eher sozialdemokratische Wertbegriff VOLKSPARK entschieden.

So viel 1950.

Erst 1951 war Niedersachsen mit Landtagsbeschluss entnazifiziert!

Und dann erst kamen die alten Nazis in Springer zur Göbellage.

Während das erste Stadtfest 1950 von Degenhardt noch völlig ohne Göbelnennung aufgepoppt worden war, suchte man Feieranlässe. Alljährliche lokale Jahresfeste wurden ab 1951 die Forst-Grenzbeziehungen. – Bald kamen die frischentnazifizierten Goebel-Springer hinzu.

Also erst nach 1950, als der NSDAP-NDZ-Städler, der NSDAP-Degenhardt-Stadtdirektor, der Bürgermeister und Landrat NSDAP Fritz Jürges dazukamen. – Wann kam – Ex-Dr. Achim NSDAP-Gercke zum Zuge?

Wann: schrieb der ehemalige Spitzen-Nazi-Rassentheoretiker, als „Dr. Achim Gercke, Adensen“ erstmalig in der NDZ über Heinrich Göbel?

Ab 1949/50 durfte die NDZ wieder erscheinen.

Frage: Wann erschien erstmalig eine Heinrich-Göbel-Park-Werbung in der NDZ?

Wann erschien erstmalig nach 1950 Göbel in der NDZ?

Wann durfte Gercke erstmalig in der NDZ auftreten?

Was wurde da bis 1954 für Göbel publiziert?

Dietmar Moews sieht hierin eine konkrete EX-NAZI-Ingroup (die den Heinrich-Göbel-Park noch nicht durchsetzen konnte), die danach aber aufdrehte.

Ob Lehrer Dr. Gresky – der mit der Übersetzungsfälschung der Göbel-Akten – Nazi war? Wie wurde man damals Doktor? 

So geht es doch munter weiter – weg von Beckmann – hin zu Springer-Goebel. Was haben nur die Legendenhüter Callies und Rohde da zur eigenen Verdummung im Jahre 2007 publiziert?

Wo wird Gercke in einer angeblichen Doktorarbeit erwähnt – oder als Gehrke vertuscht?

Und noch eine strukturelle Feinheit:

Während im Hitlerdeutschland von oben, von der Reichsregierung, die Landkreise und Regierungspräsidenten lebenswichtige Funktionen für die Kriegsorganisation ausübten (Luftschutz, Stellungsübungen, Lebensmittelkarten usw.), wurden die lokale Lebenswelt, die Kommunen davon weitgehend freigehalten. Statt lokaler Selbstbestimmung herrschten in Springer – in der Nazidoppelstruktur (analog zu Frick Reichsinnenminister/ Himmler SS-Innenterrorist) die SA-Standarten gegenüber den Bürgermeistern.

Staatsheoretisch war also die lokale Basis abgekoppelt und wurde von den lokalen SA-Größen quasi informell traktiert.

1952 war es umgekehrt: Die 1952-Nachkriegsnazis von Springer machten ihr Lokalidol, den Göbel gegen Edison, ohne Landkreis, ohne die Landräte und ohne die Landesregierung.

Der Springer-Göbel wurde vom Goebel-Springer-Nazis, zusammen mit den Industrieverbänden, den Elektro-Lobbyisten, von Osram, Siemens und ETZ, mit dem Brockhaus im Hinteergrund mobilisiert – so von Altnazi Stadtdirektor Dr. Gustav Degenhardt, der als „Knochengustav“ auf dem Judenfriedhof sein Wohnhaus baute, organisiert und persönlich durchgesetzt.

Da mussten dann Jürges, Degenhardt, Gresky, Städler, Gercke nur noch ins Göbel-Geheul einstimmen, wenn der Lichtgott Göbel mit Schraubverschluss von dem schlesischen Holzbildhauer Helmut Benna, als Holzschnitt gedruckt, erschien.

Ich frage die heutigen Springer Bürger und Bewohner, was sehen Sie, wenn Sie das sehen? Als Internetzbenutzer bilden Sie eine Minderheit in Springer.

Aber glauben Sie nur nicht länger, dass heute, 2021, NDZ-Leser noch eine bedeutende Mehrheit wären.

Und glauben Sie nicht, den amerikanischen Nationalheld Edison zu beleidigen, sei kluge Politik. Edison wird in den USA ganz hervorgehoben geehrt, weil er einer der entscheidenden Menschen war, die die Epoche der Elektrifizierung in der ganzen Welt herbeiführten.

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I. April – April April Aprilscherz

April 1, 2021

Lichtgeschwindigkeit 10194

am Donnerstag, den 1. April 2021

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Was man so zu verstehen glaubt, wenn man liest 1. April – doch geschrieben steht i. april. Und man fragt sich:

Was meint der Autor, wenn er i. hinschreibt?

Meint er vielleicht 1.?

Oder sind da ganz andere Botschaften gemeint? – sowas wie 18, als Anspielung auf den 1. Buchstaben des Alphabets A und den 8. Buchstaben H. Und die gewieften Sprachspieler deutscher Jammerlyrik wissen, 88 kann als Heil Hitler gewertet werden. Oder – wer das nachzählt! – i ist der neunte Buchstabe im deutschen Alphabet – müsste es dann als Neunter April verstanden werden. Und damit käme dieser Aprilscherz über eine Woche verfrüht – und das an Gründonnerstag (Morgen lese ich wie alle Jahre FAUST, von vorne her, als Osterlektüre und Augenyoga).

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Dietmar Moews meint: Also I. April ist nur ein sparsames Mittel expressionistischer Lyrik, die Spielfreude eines Dichters und Denkers auf eine Kurzformel zu bringen, nämlich einfach das 1. mit einem I. verwechseln zu dürfen, aber desungeachtet Leser doch verstehen, was noch ihr Vorverständnis war – ist doch schon der 1. April, der traditionelle Aprilscherztag des Jahres – im nächsten Moment das i. schon als aprilscherz verstanden wird:

Was bei Raffael noch die Madonna von Botticelli war, ist bei Ingres schon die Courtisane.

Was bei den High Tech-Sexpuppen neuesten Designs aus Californ I A die im Feminismus abgelehnte Männlichkeitseigenschaften (lebensgroßes weißes Objekt mit Aku, enge Taille, dicke Titten, harte Nippel, Echthaare, digitale Temperatursteuerung usw. Barbie für alte Säcke) seitens des Marketings sind, soll Absatz und Kaufinteressenten gefallen. Was die dann damit machen, mag dann noch im Internetz diskutiert werden.

Und die aufdrängende Frage läuft darauf hin, ob es eine Nachfrage für weiblichen Käuferinnen*Interessen*innentonnen geben soll, die weiblichen Sexinitiationsreizen wünschenswert vorkommen? bzw. Ob nur den männlichen Lüstlingen die kaufbaren, behaarten Liege-Kissen wegen unterstellter Frauenfeindlichkeit entzogen werden sollen?

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Ja – das wars schon.

April April – ich tippe nicht auf gebräunte, behaarte Sixpack-Liegestützler, sondern vielmehr auf den kostbarreichen Ritter – schwarz oder weiß – auf dem edlen arabischen Rappen oder dem tautologisch weißen Schimmel:

Stark und Reich muss er sein, meist außer Haus – und schweigsam Witze machen können.

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Hände der Neuen Sinnlichkeit von Jochen Hörisch bei Hanser im DLF

Januar 31, 2021

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am Sonntag, 31. Januar 2021

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Im Deutschlandfunk wird heute ein Beitrag bereitgestellt, in dem die Hände, als Leibperspektive vom Greifen und Begreifen, durch ein aktuell erschienenes Buch von Jochen Hörisch, in die Sichtweise der Neuen Sinnlichkeit ins Auge zu fassen versucht wurde, darauf beschränkt, wie er es in der deutschen Literatur fand:

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„Hände – Eine Kulturgeschichte

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“Vom Greifen und Begreifen in der deutschen Literatur und Sprache“

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Für den Deutschlandfunk hat sich Volkmar Mühleis bemüht, den Sinn der Problemstellung des Buches von Hörisch an prominenten Namen und an klassischen Hand-Habungen vorzustellen:

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Er meint im DLF zu „manus“ und „Emanzipation:

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„Goethes „Faust“, das Management und die Emanzipation haben mit der gleichen Sache zu tun: mit der Hand, lateinisch „manus“. In einer wilden Kulturgeschichte denkt Jochen Hörisch nach über das Handspiel auf dem Fußballrasen, die Hand Gottes und die unsichtbare Hand des Kapitalismus

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Eine Kulturgeschichte der Hände verspricht die neue Studie von Jochen Hörisch. Diese ist weit gefasst. Sie reicht über die Literaturwissenschaft hinaus bis in anthropologische Überlegungen. Zugleich orientiert sie sich an Zeichen, vor allem Zeichen der Sprache. Der Akzent liegt auf der deutschen Sprache und Literatur. Wer also bereit ist, dieser Tendenz beim Thema der Hände und Taktilität zu folgen, der wird mit einer Vielzahl überaus anregender Einsichten und Beispiele belohnt, nach dem Grundsatz:

Die Hand ist nicht die handfeste Alternative zur Abstraktion, sondern die handgreifliche Bedingung ihrer Möglichkeit.“  

Ich gebe Dir die Hand

Wer dagegen die versprochene Kulturgeschichte genauer betrachtet sehen möchte, oder die Frage der haptischen Sinnlichkeit, dem werden schnell auch Zweifel kommen. Hörisch bezieht nicht-westliche Kulturen durchaus in seine Ausführungen ein, etwa die indisch-hinduistische Tradition, doch eher am Rande. Er widmet sich ausdrücklich einer Phänomenologie der Hand, wie genau aber diese beschrieben ist, dazu gleich mehr! Folgen wir erst der Hauptorientierung im Buch, nämlich wie Hände zur Sprache kommen und was das bedeuten mag.

Der Autor eröffnet ein eindrucksvolles Feld historischer Herleitungen von Wörtern und Begriffen, die sich entweder allesamt der lateinischen Herkunft von Hand, manus, verdanken – von Emanzipation bis Management – oder dem deutschen Wortstamm und seinen Verzweigungen selbst. Daneben geht er von zahlreichen Redewendungen aus, angefangen von frühen lexikalischen Einträgen:

Von Händen kommen, s. Abhanden. Eine Arbeit unter den Händen haben (…). Unter der Hand, insgeheim (…). Ich gab es ihm unter der Hand zu verstehen (…). Nicht mehr haben als aus der Hand in den Mund (…). Ein Gewerbe mit leeren Händen anfangen (…). Einem etwas auf die Hand geben (…), siehe Handgeld.“

Wie man richtig zupackt

Die These der Studie ist: Im Sprachgebrauch wird bedeutsam, was uns als Menschen prägt. Am Beispiel der Hände lässt sich dieser Zusammenhang gut veranschaulichen. Hörisch will hinter die vermeintliche Trennung von Sprache und Körperlichkeit zurück, um erneut Anschluss an die anthropologische Sprachphilosophie Johann Gottfried Herders zu finden. Ob ihm das gelingt? Zunächst ein Beispiel seines vorsichtigen Abtastens von gebräuchlichen Ausdrucksweisen:  

Der Arm ist größer und stärker, aber eben auch weniger komplex und subtil als die Hand. Es wäre eigentümlich, vom Arm statt von der Hand Gottes oder dem unsichtbaren Arm statt von der unsichtbaren Hand des Marktes zu sprechen. Gott und der Geist des Marktes krempeln nicht die Ärmel hoch, um dann kräftig zuzupacken; ihre feingliedrige Hand waltet vielmehr bis zur Unsichtbarkeit subtil. Umgekehrt wäre es irritierend, wenn man von der Hand statt vom langen Arm des Gesetzes sprechen würde.“

Aus eigener Hand befreit

Was lässt sich sinnvoll sagen, was nicht? Welcher Ausdruck legt welche Gedanken nahe? Inwieweit geht dieses Reden einher mit Erfahrungen von Körperlichkeit? Der Autor filtert Motive und Themen aus dem Wortgebrauch – wie etwa die Hand Gottes oder der lange Arm des Gesetzes. Diese Motive und Themen bilden die Angelpunkte seiner kulturellen Reflexion, die vom Fußball über Ökonomie bis hin zur Dichtkunst reicht. Der Prüfstein für die Aussagekraft des Ganzen ist die Literatur, als Reflexion im Medium der Sprache selbst. Zum einen sind Autoren an die Verständlichkeit bekannter Redewendungen gebunden, zum anderen offenbaren mögliche Abwandlungen den Spielraum unserer Vorstellungen, arbeiten Schriftsteller an den Grenzen des Sagbaren, an den Grenzen auch zur Wirklichkeit. So verweist Jochen Hörisch auf einen Satz aus Heinrich von Kleists Erzählung

Marquise von O“:  

Durch diese schöne Anstrengung mit sich selbst bekannt gemacht, hob sie sich plötzlich, wie an ihrer eigenen Hand, aus der ganzen Tiefe, in welche das Schicksal sie herabgestürzt hatte, empor.“

Und er meint dazu: „Sich am eigenen Schopfe aus dem Sumpf zu ziehen, ist – Münchhausens fabelhafter Geschichte zum Trotz – nicht möglich. Sich „wie an (…) eigener Hand“ aus der Hand höherer Gewalten zu befreien, ist hingegen möglich und kann zur Maxime gelingenden Lebens werden.“

Aus der Handelsstadt Frankfurt

Der Leitstern für Hörischs Betrachtungen ist Goethe, weil die literarische Reflexion und Gestaltung zum Thema Hände hier am umfassendsten sei. Tatsächlich bildet das Werk des Weimarer Klassikers eine ungemein ergiebige Fundgrube, von der Handprothese des Götz von Berlichingen angefangen, über Werthers Faszination für die Hände seiner geliebten Lotte, die Besiegelung von Verbundenheit im Schauspiel „Torquato Tasso“, Hand-Motive in den Bänden des Romans „Wilhelm Meister“, der Tragödie des „Faust“, schließlich in den Erinnerungen „Dichtung und Wahrheit“.

Hörisch zitiert aus „Dichtung und Wahrheit“ Goethes Dank an Herder, der ihm das tiefere Nachdenken über Tastsinn und Gefühl erst nahegebracht hätte. Dabei wird als Quelle allein Herders „Abhandlung über den Ursprung der Sprache“ von 1772 genannt. Die Fixierung auf die Sprache verstellt dem Germanisten an dieser Stelle den eigentlichen Hintergrund von Herders und Goethes Auseinandersetzung mit Taktilität, und zwar Herders Schriften zur „Plastik“, über die beide korrespondiert haben. Begeistert schrieb Goethe seinem Freund, gleichfalls 1772:

(…) ich finde dass ieder Künstler so lang seine Hände nicht plastisch arbeiten nichts ist. Es ist alles so Blick bey euch, sagtet ihr mir oft. Jetzt versteh ich’s (…).“

Das Plastische nicht plastisch genug

Was auf die Art unkenntlich bleibt, ist der ganze kunsttheoretische Diskurs zur Plastik bis hin zum Begriff des Autoplastischen. Das Stichwort „autoplastisch“ nimmt Hörisch zwar mehrfach in Anspruch, jedoch – da der entsprechende Diskurs fehlt – ohne Möglichkeit es näher zu bestimmen. Dabei hätte ihm die Beschäftigung mit Herder erneut weiterhelfen können.

Denn gerade gegen Herders Vorstellungen des Plastischen richtete sich der Blindenpsychologe Ludwig Münz mit seinem Begriff des Autoplastischen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Autoplastisch bedeutet etwa, ein Lächeln nicht vom Anblick her zu gestalten, vielmehr aus der eigenen körperlichen Empfindung. So beinhaltet diese ungemein detaillierte, kenntnisreiche und im besten Sinne auch sprachverliebte Studie leider ebenso Seiten, die dem Anspruch anderer Disziplinen als jener der Germanistik nicht gerecht werden, schon gar nicht einer „Phänomenologie der Hand“.

Die private und die öffentliche Hand

Als eine Kulturgeschichte überzeugt das Buch „Hände“ von Jochen Hörisch deshalb vor allem mit Blick auf Sprache und Literatur. Nachdem die Bedeutung der dichterischen Höhenflüge nun besprochen wurde, muss mit Nachdruck darauf hingewiesen werden, wie der Autor die historische Dimension seines Vorhabens entfaltet. Nicht nur Wortherleitungen und Redewendungen stehen im Vordergrund. Vielmehr entwickelt er ein mentalitätsgeschichtliches Panorama, wiederum am Beispiel der haptischen Metaphorik.

Mit Hilfe des Digitalen Wörterbuchs der deutschen Sprache erkundet er etwa die Übergänge der Sprechweisen von der „Hand Gottes“ zu jener von der „unsichtbaren Hand des Marktes“ bis hin zur Unterscheidung von „privater und öffentlicher Hand“. Mentalitätshistorisch spiegelt sich darin der Wechsel von metaphysischer Verabsolutierung zur Verbildlichung des nur mehr Angenommenen bis hin zur konkreten Benennung wirkender Kräfte:

Private und öffentliche Hände stehen nicht nur miteinander im Widerstreit, gemeinsam schwächen sie auch den Glauben an die eine herrschende Gotteshand.“

Die unsichtbare Hand Gottes

Sein Hauptinteresse gilt in dieser Entwicklung der sogenannten unsichtbaren Hand. So verweist er auf den Bericht von Daniel Defoe über die große Pestepidemie in London 1665, und wie darin die Hand Gottes als unsichtbare Hand gedeutet wurde. Im Laufe des 18. Jahrhunderts dann, dem Zeitalter der Empfindsamkeit, fand die Metapher von der unsichtbaren Hand Eingang in Ausdrucksweisen unergründlicher Leidenschaften, etwa in Christoph Martin Wielands Trauerspiel „Clementina von Porretta“.

Zur unpersönlich waltenden Vision einer schicksalhaften, unsichtbaren Hand gesteigert, findet sich die Metapher bei Friedrich Schiller, Jean Paul oder Ludwig Tieck, während im englischsprachigen Raum der Ökonom Adam Smith den Wohlstand im Kapitalismus davon bewirkt sehen wollte oder die Schriftstellerin Mary Shelley den künstlichen Menschen von Viktor Frankenstein damit identifizierte. Hörisch:

Diese kleine Zitatreihe, die nur durch die allen Texten gemeinsame Wendung von der unsichtbaren Hand zusammengehalten wird, belegt die Intensität eines Problems, an dem sich große Literatur abarbeitet. Wer hat wie und in welchem Maße sein Leben in der Hand; welche anderen, erst einmal nicht eindeutig erkennbaren, ja unsichtbaren Hände fallen unseren Versuchen, das Spiel des Lebens in der eigenen Hand zu halten, in die Hände?“

Die kleinen nachzeichnenden Menschen

Das Bild der unsichtbaren Hand rückt Jochen Hörisch vor allem deshalb in den Vordergrund, weil hier sprachliche Mentalitätsgeschichte und poetische Versprachlichung der einzelnen Dichterinnen und Dichter nachweislich ineinandergreifen, treffend zum Beispiel in einer Passage aus Wilhelm Raabes Roman „Chronik der Sperlingsgasse“ von 1855:

Wie traurig hat dieser Tag geendet! Ich wollte die Geschichte der armen Tänzerin über mir, die wir einst auf den Weihnachtsmarkt begleiten, nicht erzählen, aus Furcht, diesem Bilderbuch eine dunkle Seite mehr zu schaffen; aber die unsichtbare Hand, welche die gewaltigen Blätter des Buches „Welt und Leben“ eins nach dem andern umwendet, mit ihren zertretenen Generationen, gemordeten Völkern und gestorbenen Individuen, will es anders als der kleine nachzeichnende Mensch.“

Dass die Dichter, die „kleinen nachzeichnenden Menschen“, im Sog der prosaischen Sprachgeschichte stehen, wird dort deutlich, wo sich die Nachwirkung metaphysischer Herkünfte verbraucht – in wachsender Kritik und Transparenz und der Zuweisung schließlich konkreter Gründe für bestimmte Auswirkungen auf das eigene Leben, ökonomische Zwänge etwa.

Eine Hand wäscht die andere

Die private und die öffentliche Hand schälen sich als rationalisierte Metaphern aus der geheimnisumwitterten Rede vom Unsichtbaren. Sie tauchen dementsprechend vornehmlich in sachlichen Organen auf – Zeitungen, Wörterbüchern – und nicht in Romanen oder Dramen. Dass der Germanist Hörisch auch ein versierter Medientheoretiker ist, macht die Lektüre dieses Abschnitts zu einem besonderen Vergnügen. Statistische Graphiken des Digitalen Wörterbuchs der deutschen Sprache veranschaulichen die rasante Popularisierung des Begriffspaares der öffentlichen bzw. privaten Hand im 20. Jahrhundert. Zu dieser Popularisierung vermerkt der Autor:

In vormodernen und vordemokratischen Zeiten (…) war die klare Unterscheidung zwischen der privaten und der öffentlichen Hand kaum möglich. Denn die öffentlichen Staats- und Verwaltungsgeschicke lagen ja zumeist in der Hand einer regierenden Privatperson, die diesen ihren Status, als erwählte Privatperson über öffentliche Belange entscheiden zu können, auf Gottes Gnade und Ratschluss zurückführen konnte (…). Die Privatschatulle und die Privatkapelle eines Herrschers sind scheue Ausprägungen der Vermutung, dass das öffentliche Wohlergehen der Bevölkerung und das private Wohl eines Herrschers unterschiedlichen Impulsen und Logiken folgen können. Die Illusion einer großen Übereinstimmung zwischen den Interessen des Landesvaters und des Landes war um jeden Preis aufrechtzuerhalten (…). Moderne, funktional ausdifferenzierte Gesellschaften verabschieden sich von solchen Homogenisierungstendenzen. Sie setzen auf binäre Unterscheidungen wie die zwischen der privaten und der öffentlichen Hand.“

Das Wort ist zum Greifen nah

Eingangs wurde auf den anthropologischen Horizont von Hörischs Kulturgeschichte der Hand hingewiesen, mit Blick auf Herder, und daran knüpfte sich die Frage, ob sein Buch hierzu einen überzeugenden Beitrag leistet. Das Beispiel des Wandels von der Bildsprache der Hand Gottes über die unsichtbare Hand bis hin zur öffentlichen bzw. privaten Hand, zeigte seine Verbindung mit poetischen Wendungen in diesem Rahmen, als reflexive Kristallisationen der Sprachkunst. Zugleich bildet die Hand in ihrer Körperlichkeit den allgemeinen Bezug und Rückhalt für die Sinnhaftigkeit dieser kollektiven wie individuellen, historischen wie kulturellen Zuschreibungen.

Auch wenn die Analyse sinnlicher Taktilität und Plastizität in seiner Studie nicht weit genug führt, so bleibt davon doch unberührt, dass der Autor Hände als greifbare Gliedmaßen ernst nimmt. Ein Wort ist nicht zum Greifen nah, doch lässt es sich begreifen. Dieses Paradox der eigenen Versprachlichung, mit der Körperlichkeit, gilt es zu ergründen. Das Staunen über dieses Paradox offenbart sich am auffallendsten in seinem Buch am Beispiel zweier Textpassagen, die sein Angebot darstellen, von der Literatur her das rätselhafte Ineinander von Fühlen und Denken zu betrachten, wie es für Menschen typisch ist. Die erste Passage stammt aus den Aufzeichnungen von Franz Kafka, mit dem einleitenden Satz: „Meine zwei Hände begannen einen Kampf.“ Die zweite Passage entstammt Jean-Paul Sartres Roman „Der Ekel“:

Ich sehe meine Hand, die auf dem Tische liegt. Sie lebt – sie ist ich. Sie öffnet sich, die Finger spreizen sich, sie liegt auf dem Rücken, zeigt mir ihren fetten Bauch. Sie sieht aus wie ein umgeworfenes Tier, die Finger sind seine Beine. Es macht mir Freude, sie sehr schnell zu bewegen wie die Beine eines Krebses, der auf den Rücken gefallen ist. Der Krebs ist tot, die Beine krümmen, schließen sich über dem Bauch meiner Hand. Ich sehe die Nägel – das einzige an mir, das nicht lebt. Meine Hand dreht sich um, liegt platten Bauches auf dem Tisch, zeigt mir ihren Rücken. Ein Silberrücken, ein wenig glänzend, beinahe ein Fisch, wären nicht die roten Härchen an den Ansätzen der Glieder. Ich fühle meine Hand. Diese beiden Tiere, die sich da am Ende meiner Arme berühren – das bin ich.“

Nichts weiß die linke Hand

Der eigene Körper als Fremdkörper; die Kreatur, die man ist, spielerisch erfahren – die Hände erlauben es, sie zueinander in Bezug zu setzen und sich selbst dazu in Bezug zu setzen. Man bildet ein Dreieck mit seinen Händen, so scheint es, eine intime Dreiecksgeschichte auch, bei der die linke Hand nicht immer weiß, was die rechte tut, Hände sich in einen Kampf verstricken können, sie den Dichter und Philosophen nicht weniger faszinieren als den Maler und Zeichner. „Die denkende Hand“, so nannte Gerhart Hauptmann 1922 einen Vortrag, in dem er die Wendung von der „Arbeit der denkenden Hand an uns selbst“ prägte.

Auguste Rodin zeigte einen Denker auf seine Hand gestützt, und in dem Band von Hörisch ist eine Skulptur von ihm abgebildet, mit dem Titel „Die Kathedrale – Hände“. Zwei fremde, offene Hände bilden in der Begrüßung ein schützendes Oval, einen Bogen. Oder sind es doch die Hände ein- und derselben Person?

Im Text dazu zitiert der Autor Rainer Maria Rilke, wie er von Handdarstellungen bei Rodin sprach. „Es gibt eine Geschichte der Hände, sie haben tatsächlich ihre eigene Kultur“, so der Dichter. Jochen Hörisch hat diese Kulturgeschichte der Hände nun ausgebreitet – in Erinnerung auch daran, dass, wer vom digitalen Zeitalter spricht, es nach dem Finger benennt, lateinisch digitus. Hörisch dagegen reicht uns die ganze Hand.

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Dietmar Moews meint: Hörischs Rosinenpicken ist keine Reflektion – wie es der DLF-Autor Mühleis insinuiert. Es ist keine Phänomenologie der Hände, wie es meines Erachtens das Bezugsfeld sein müsste, wenn ich hier als Soziologe und Künstlergelehrter – Maler, der mit Händen und Augen Neues schafft.

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Es ist mehr ein Rosinenpicken bei Goethe, Herder usw. – mehr ein Karteikasten eines Germanisten und nicht Semantik oder Literaturwissenschaft in der Philosophie – EGAL. Jochen Hörisch hat sich und den Lesern und DLF-Hörer eine Tür zum Thema Leibwahrheit und Realitätsverluste: Humanismus gegen Scholastik im Bereich der Hände gefunden.

Autor Hörisch hat einen Ausschnitt der Kulturgeschichte der Hände zusammengetragen – mithilfe der Suchmaschinen im Internetz, eine fleißige Textverarbeitung. Der Autor (geb. 1951) war Professor für Medien- und Literatur in Mannheim und ist in der eigenen Lektüre auf seine Lebensjahre sehr begrenzt, wollte er ein solch universelles Händebuch zuschneiden.

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So geht es heute allen – in den Geisteswissenschaften, sobald sie die enge Empirik verlassen, wird es realitätsverlustig und narrativ. Etwas von Edmund Husserls Phänomenologie und von Hermann Schmitz‘ Leibperspektiven hätte Hörisch gut getan.

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Ich kann immer nur täglich staunen, wie wenig die Gesellschaft und ihre organisierte Wahrnehmung den Sinnlichkeitsverlust durchschauen, den die technische Instrumenten- und Prothesenwelt all der Erleichterungsmaschinen für uns bedeutet – wie dringlich diese Neue Sinnlichkeit mit Hänen zu greifen ist und anscheinend doch nicht begriffen wird, stattdessen über den Bezahlpreis sich und den Profitgetriebenen selbst überlassen ist.

Und der Deutschlandfunk hat mal wieder keine kritische Höhe der Darstellung dieses durchaus wichtigen Buches „Hände“ von Jochen Hörisch, bei Hanser, zu erreichen vermocht, hier mit Vokmar Mühleis.

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Ich warte jetzt auf „Die Ohren“ – von Hörisch

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Neue Sinnlichkeit 76 Blätter für Menschen, die sich nach mir sehnen

Oktober 27, 2020

Lichtgeschwindigkeit 10114

am Dienstag, 27. Oktober 2020

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Liebe Benutzer der LICHTGESCHWINDIGKEIT, es folgt ein Vorgeschmack auf die neueste Ausgabe Neue Sinnlichkeit 76 Blätter für Kunst und Kultur – die im November 2020 – im 41. Jahrgang und in loser Folge – erscheint. Der Versand an die Abonnenten auf Lebenszeit ist erfolgt.

Nach langer Zeit habe ich ein Inserat in der deutschen Wochenzeitung DIE ZEIT veranlasst – womit sich die Bezieher zusätzlich in den gelebten Zusammenhang unserer Massenmedial-Welt eingebunden fühlen können.

Neue Sinnlichkeit 76 Blätter mit wechselnden Untertiteln in loser Folge

Grüß Gott, liebe Neger, Frauen und Männer aller Verwertungsbedenken. Seit Ewig glaube ich, dass Autohupen im Straßenverkehr meist zweckentfremdet erschallt. Sollte es doch ein Warn- und Notsignal sein, an alle Beteiligten, die möglicherweise eine unmittelbar brenzlige Zuspitzung in der Verkehrssituation nicht erkennen, so ist Hupen meist nur ein Posieren, meist, wo es umsichtige Benutzung der Bremsen auch täte. Ein Fahrer hupt, weil noch ausreichend Reaktionszeit einen Unfall zu vermeiden durch gutgemeintes Steuern möglich ist, sein Hupen eine Verletzung des ersten Ordnungsparagrafen ist: >Vermeidung von Belästigung<. Es wird gehupt und selten gerügt. Da ist der Knopf und da sind die Knöpfedrücker schnell dabei, wenns nichts kostet.

Dies neue Blatt eröffne ich mit erfrischenden Gedanken, steigere mit verdaulicher Substanz. Dann folgt Heinrich Goebel 2020 als Verwaltungsakt in 8 Folgen Teil I. Mit Sehnsucht nach Robert Walser findet man noch gut gelaunte Beiträge als Abrundung. Ich will nicht nur leichtgängige Wiedererkennungsmelodien in Kurzform in der Neuen Sinnlichkeit anstimmen. Sondern, wenn vom NEGER die Rede ist, dann ist es ein Klimmzug, ein gedachter Grenzgang. Wohl für das Gute zu sein oder berechtigt Klagenden zuzustimmen (ist obenhin immer gegen Böse, Vorurteile, Diskriminierung, Entrechtung, Stereotype, Gepflogenheiten): Der Neger, dem es schlecht geht, klagt. Er wünscht, auf das Majoritätssofa des herrschenden Mobs wechseln zu können. Ich klage und rüge aber „Life Matters“, das zum unmündigen „White Life Matters“ tendiert.

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CORONALISIERTE POLITIK

Dietmar Moews

Ich will eine pointierte Kurzbewertung darlegen, die die Aufforderung beantwortet, „es sei doch jetzt in der Corona-Seuche Aufgabe der Soziologie, Anhaltspunkte und Bedenken zu erkennen, zu analysieren und damit der Gesellschaft zu dienen“ und füge hinzu:

„Angesichts des Todes“.

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Mein soziologischer Untersuchungsbefund kommt zusammengefasst zu zwei Hauptaussagen:

EINS Jeder Mensch kann die bislang unbeherrschte Virus-Seuche „Corona“ durch ein weitmöglichst Risiko minimierendes, waches Verhalten an seiner Infektion hindern. Es geht um konkrete Selbstdisziplin und Verhaltensänderungen der persönlichen Hygiene und des öffentlichen Umgangs. Es geht – angesichts des Todes – um die Fallen der Gewohnheiten und dem sozialen Anpassungsdruck durch Eigenständigkeit und Selberdenken zu widerstehen. Es ist freundliche sozio-geistige Teilnahme geboten anstatt Tabuisierung und Verdrängung.

ZWEI Mit geduldiger Wahrnehmung können die Leute erkennen, welche politischen Sprecher verlässlich informieren und Führung und Fühlung verbindlich erklären. Die unbekannte Seuche bringt fortwährend Änderungen und Interpretationsänderungen der Forscher, die die Allgemeinheit in Alarmstimmung und Misstrauen bringen, auch weil zwischen Medizinern, Politikern, Alltagsmenschen und den inzwischen zu hetzerischer Propaganda aufgeschaukelten Profit-Unternehmensprechern ständig erklärungsbedürftige Stellungnahmen publizieren.

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Besonders die weitgehend irreführenden Ratschläge und Verheißungen auf digitale Technologie und angeblich künstliche Intelligenz zielen auf Absatz der IT-Wirtschaft und vertröstende Täuschung durch Prothesen-Aktionismus mit gleichzeitiger „big Brother“-Datenenteignung der freiwilligen und unfreiwilligen (z. B. offiziale Kommunikationszwänge) Teilnehmer per Internetz – angesichts des Todes.

Auch weil – immer angesichts des Todes – jeder Alltagsmensch in seiner individuellen Sozialität einem sehr varianten Mix von Interessenssphären angehört bzw. ausgesetzt ist. Ein Aktienkapitalist kommuniziert andere Werte als ein Covid 19-Patient, ein Parteipolitiker anders als ein Quoten-Publizist, behandelnder Arzt anders als die Unterhaltungs- und Freizeitin-dustrie, die Polizei anders als die Gesundheits-Dienstklasse, ein Internetz-Blogger anders als ein Spitzenmanager und ein bindungsloser Paria oder die Katholische Kirche – alle angesichts des Todes – im föderalen Rechtsstaat. Zersetzung, Misstrauen, Lügenpresse, Angst und Verschwörungsverdacht, sind hierbei die Alles durchfärbenden sozialpsychologischen Kolate-ralschäden. Solidarität, Empathie und Nachbarschaftshilfe entstehen ebenfalls als nützliche Nebenwirkungen der Corona-Integration wie auch legale und kriminelle Trittbrettfahrerei, Preistreiberei bei Angebots-Engpässen und besonders in der kontrollschwachen intermediär organisierten lieben Not und Nächstenliebe im deutschen Wohlfahrtsverbändesystem.

Liebe Leser, es ist immer undienlich, da wo Orientierungsdefizite überhand haben, noch durch Provokation mit falschen Signalen oder Irritation – angesichts des Todes – aufzuwarten.

Wer sich beliebt machen will, verbreitet Optimismus und wiegelt ab. Dem kommen „normale“ Verdrängungsverhalten zum Zwecke der Wirklichkeitsflucht oder der sozialen Schweigespirale (sich lieber innerhalb der mehrheitlichen Wertskala aufzuhalten, als die tatsächlichen Entwicklungen der Seuche kritisch mitzugehen und Furcht zu nähren).

Dazu, wenn es an sich eine vorrangige Pflicht einer Wissenschaft ist, verlässliche und belastbare Erkenntnisse mit geltungsberechtigten Methoden und gesicherten Verfahren zu erschließen zu versuchen, also auch aktuell anzuzeigen, wenn man wenig weiß, warum und was daran so unzugänglich oder oft auch ambivalent und ephemer und unverlässlich aufkommt, um – angesichts des Todes – bald ganz anders umzuschlagen.

Aus meinem Verständnis einer empirischen Soziologie bietet die Struktur der Corona-Seuche im inzwischen über zehn Monate entfalteten Verlauf, Ende Oktober 2020, durchaus einige Anhaltspunkte zur naturwissenschaftlichen Lage, zu den politischen Eingriffen und Gestaltungsversuchen, zur Kommunikationsintelligenz der Alltagsleute, sich – angesichts des Todes – individuell und massenkommunikativ lebensdienlich einzustellen. Der Schwall an Innovation sollte tunlichst nicht im Rezeptionsdurcheinander ziellos ausufern. Die überfordern-de Situation sollte zur soziologischen Orientierungshilfe soziologisch bewertet und für den Alltag nutzbar gemacht werden. Da helfen keine Märchen oder Narrative, sondern nüchterne Bestandsaufnahme und Transparenz zu den Wissens- und Vorstellungslücken, um die allgemeine Öffentlichkeit in den lebendigen Orientierungsprozess zur Corona-Seuche einzubinden.

Jede Informationsexklusivität führt zu abenteuerlichen Ersatzimpulsen der Laienwelt innerhalb der vielfältigen informellen Kommunikation einer jeden Gesellschaft. Corona ist ein Stimulans für alle Teilnehmer, angesichts des Todes, individuell und sozial die kollektiven Angewiesenheiten zu begreifen, was es heißt von Mensch zu Mensch zusammenzuhalten und interdependent zu interagieren und welche Anforderungen das Gelingen dabei an unsere Rhetorik stellt. Bildung und Kulturtechniken gewinnen an Wertschätzung.

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1. Eine soziologische Analyse muss vorab ansehen, wie der Mensch „tickt“ und was von dieser anthropologischen Ausgangsbegabung her verhaltensmäßig zu erwarten ist und was eher nicht. Wir alle, heutzutage – ob Stadtbewohner oder dörflich-nachbarschaftlich – haben entwickelte Gepflogenheiten eines eigenen Informationsgewinnes, stündlich, täglich oder auch vollkommen ignorant den Neuigkeiten gegenüber. Das betrifft uns individuell durch Vertraute, Familie, Bekannte. Die weitere Öffentlichkeit, wie in Massenmedien, vom Handzettel, den Litfaßsäulen, der kommerziellen Presse, dem Kneipengespräch sowie staatlich geführte, herausgehoben ausgewählte Propaganda durch staatliche Fernseh- und Radiosendeanstalten. Noch weniger gesettet, dennoch als typische Spielart zwischen P to P und Massenkom-munikation verstehbar, kommen die inzwischen auch aktuell auftretenden Internetz-Komplexe der vermischten Bereitstellungen als „verwilderte“ Formen freier Kommunikationsbeteiligung durch selbsternannte Internetz-Akteure hinzu. Besonders verhaltensbestimmend für aktives Informationsinteresse sind die sehr varianten Anforderungen durch erwerbsberufliche Szenerien, vom Tagelöhner, zu Lohnabhängigen, Angestellten der Dienstklasse und Politikberuflern, aber auch Kapitalbürgern und Unternehmern – immer angesichts des Todes. Was immer jemand arbeitet, erschließen sich für ihn durch seine Arbeit als Nebeneffekt immer lebenswichtige soziale Urteilskraft.

Eine soziologische Forschung wird hierzu stets auf beobachtende Feststellungen des interaktiven und interdependierenden Sozialverhaltens seiner Probanden und Untersuchungsgruppen zu achten haben, ob und was die mit Corona tun, wie sie sich gegenseitig beobachten, ob es zu sozialdynamisierenden oder indifferenten oder lähmenden Verhaltenspraktiken, möglicherweise freiwilligen und zwangsläufigen Verhaltensveränderungen – angesichts des Todes – kommt. Hierzu sind Beobachtung entscheidend sowie konkrete Tiefeninterviews über tatsächliche Verhaltensnormen und den ausgesprochenen Erklärungsnomen, also, was die Befragten diskret befragt an Wertäußerungen von sich geben und was an quasi öffentlichen kollektiven Verhaltens- und Wertäußerungen – angesichts des Todes – festzustellen ist.

2. Die naturwissenschaftlich erfasste Drohlage durch eine Seuche, die in kürzester Verlaufs-zeit seitens der politischen Sprach-Stellvertreter als Epidemie, dann als Pandemie und – vermutlich zutreffend – als Endemie hingestellt und behandelt wird, das heißt über Staatsgrenzen hinweg, weltweit und zeitlich unabsehbar, hat markante Opferzahlen durch Befall gebracht und damit die Medizin, die Patienten und die bedrohten Individuen der Gesellschaft direkt „erweckt“, die Alltagsvorstellungen zu öffnen und sich persönlich ihrem belastenden Thema „Innovationsfaulheit“ zu stellen.

Hiermit muss die naturwissenschaftliche Stellvertreter-Gemeinde sich einlassen, denn blanke positive Fakten kann der individuelle Nichtfachmensch wie auch die Gesellschaft als Kollektiv-Intelligenz nicht relevant aufnehmen, formulieren, artikulieren und umsetzen.

Wir erleben also, wie Virologen ihre Arbeit vorstellen und die bescheidenen Erkenntnisse in Massenmedien bereitstellen und erklären, hieraus Nutzen zu signalisieren bzw. für komplexes Verständnis dafür zu werben, dass weder Heureka noch Spontanerlösung erwartet werden dürfen.

3. So weit also das naturwissenschaftliche Geschehen der Lage vom Soziologen festgestellt werden kann, muss eine sozialwissenschaftliche Fokussierung auf die ebenfalls empirischen Erkrankungsfälle und die individuell sehr vielfältigen (Gesundheitsstatus, Lebensalter, ökonomische Zuordnungen, Bildung, Kommunikationsgewohnheiten) CORONA-FÄLLE systematisch katalogisiert werden, um damit auf die örtlichen, regionalen und weiteren geografischen Bedrohungslagen Aussagen treffen zu können.

4. Der Soziologe hat es stets mit Individuen zu tun, die zwischen Stillhalten, Lähmung, Aktivierung und Aggressivität, auf die Außenwelt reagieren und dadurch gleichzeitig sozio-kulturelle und sozio-politische, also kollektive – das sind die sozialen – Lebensweisen und Sprachregelungen mitgestalten. Bei Corona erleben wir konkret Fluchtversuche, sich der völligen Unerfahrenheit, der Neuheit und auch der fachlichen Hilflosigkeit, eine solche anscheinend virtuell schwebende Bedrohung an Sündenböcke zu deligieren, an Ärzte, an Politiker, an „Recht und Ordnung“ und „Chaos-Lustprinzipler“ oder eben an Ergebenheit und Unmittelbarkeit bzw. kollektiven Erleichterungs-Spontanitäten oder Gott- und Schicksals-Ergebenheit – angesichts des Todes.

Die empirische Soziologie kommt nicht umhin, keine Boulevard-Reizbegriffe hinkotzen zu können, sondern nachhaltig und verlässlich das Neue am Neuen, die Entwicklung teils unangenehmer Meliorations- und Falsifikationsverläufe darzustellen, die angesichts des Todes überwiegend Ablehnung und Frustration erzeugen. Auch sind nicht Abstumpfung und Zynismus vermeidbar, wenn es um die Gesamtführung und -stimulans geht, die dem föderalen Stellvertretersystem – angesichts des Todes – obliegt. Bei Führung und Fühlung sind Fehler immer möglich, aber niemals reversibel. Durchlöchertes Vertrauen ist soziales Gift angesichts des Todes. Krank ist nicht Tot. Trost ist nicht Heilung. Tröstung ist Vertröstung. Anteilnahme umreißt das Schicksal unseres individuellen Daseins.

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Ich bin ene kölsche jung, wat willse mache nicht in Mitteldeutschland Ex-DDR

September 24, 2020

Lichtgeschwindigkeit 10101

am Donnerstag, 24. September 2020

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Musikgenie Jacques Offenbach aus Köln

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Liebe Benutzer des Blogs LICHTGESCHWINDIGKEIT – selbst, wenn der Zeiger steht die Zeit vergeht. Nun, selbst, wenn er nicht steht blickt man immer noch treu in die Runde, ob es wohl jemand merkt. In Oldenburg sagt man „Moin“ – wer Zeit zum Klönschnack hat, sagt es mit „Moin Moin“. Wir wissen, Menschen verhalten sich regional verschieden. Richtung Ostfriesland wird auch schon mal geschwiegen (wenngleich, wenn so jemand in Fahrt kommt, sprudelt es erheblich).

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Autobiografie Konrad Adenauer weist auf 200 unbeschädigte Gebäude von Köln, 1945, hin 

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Mich besorgt meine soziologisch-anthropologische Erkenntnisbegrenztheit, zu verstehen, wie es „lernfähig“ wäre, die weitgehende gelebte Misanthropie in vielen Mitteldeutschland-Regionen zu lockern, zu befreien?

Mir drängen sich die eigenen Alltagserlebnisse auf, die ich seit vielen Jahren in den sehr unterschiedlichen Benehmensformen, z. B. in Hannover, München, Magdeburg, Leipzig, Dresden – jetzt Köln kennengelernt habe und auch mitmachen musste.

Besonders die ganz eigene Kölner Freundlichkeit – nicht mit „rheinische Frohnatur“ fassbar – rührt mich, Folgendes aufzufalten:

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Wenn missliebige Ausländer und Zuwanderer, Fremde und Kostgänger einige Zeit in Köln leben, sagen sie, Köln sei gut, besser als … denn in Köln sind Kölner an sich freundlich und hilfsbereit.

Und so bleibt es nicht aus, dass die Dauerparty um Straßenkarneval und Effzeh auch diese Kölnfremden umgibt, die sich wundern, aber bald merken,

 

„mer sin wie mer sin, mer jecke am ring… dat es jet wo mer stolz drop sin“.

 

Als Drittgenerationstürke inmitten sangesfreudigen Kölsche zu stehen und selbst mitzusingen, weil irgendwie verstanden wird, wenn et Trömmelsche schlägt, Kölsche Jung wat willse mache – dat es jet wo mehr stolz drop sin –

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macht alle froh.

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Und ich denke dann immer an meine Genossen in Pankow, Brandenburg Hannover oder Magdeburg, wie die das erleben würden, nachdem sie prinzipiell diese Kölschen Gelage meiden und möglichst verreisen, wenn das „Rheinland“ wieder komisch wird.

Ich bin sicher, meine Ostberliner Bekannten (Freunde?) würden es im Laufe einiger Jahre selbst erkennen, wie wenig dumm die Kölsche Singerei ist, wie viel Gläser Kölsch man verträgt und dass der Effzeh zu Beginn der Bundesliga unerreichbare deutsche Fußballspitze war. Und das kann doch in Köln heute noch gefeiert werden.

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Ich bin weit in unserer Welt herumgekommen. von Bolungarvik, Mirabella Imbaccari, Moskau, Ivanowka, Los Angeles und Buenos Aires. Als Kind eines Hinterpommern/Berliners und einer Deisterblume aus dem Calenberger Land, sagte mein Vater im Streit zu mir: Du bist ein Bastard. Eltern aus Berlin und Hinterpommern, wie mein Vater? – mithin war er wohl selbst ein Bastard.

Das ist ein völlig schräger Begriff „Bastard“ – das sagt man bei Straßenkötern.

Nazisoldaten nannten britische Soldaten, „Tommies“ und „fucking bastards“.

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Wenn man als Norddeutscher im niederrheinischen Köln die freundlichen und sangesfreudigen Kölner erlebt – und steht inmitten dieses Singsaufens, egal ob im Karneval oder beim 1. FC Köln – wird man Berlin nur noch eklig erinnern können (wenn man es kennt). Und man kann Bläck Fööss, von denen das Lied STAMMBAUM kommt, selbst als heutige Coverband von sich selbst, nur affirmieren – nicht ablehnen.

Zumindest die Behauptung: Jeder Jeck ist anders! muss jeder gelten lassen.

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    E                             A         B 
Ich wor ´ne stolze Römer koom met Cäsar´s Legion 
   E                          A         Bsus4 B 
Un ich bin enne Franzuus koom mim Napoleon 
        C#m              G#m      A6             E 
Ich bin Buur, Schreiner, Fischer, Bettler un Edelmann 
A         E       F#m     B     E  B 
Sänger un Gaukler su fing alles an 


Ich war ein stolzer Römer, kam mit Cesars Legionen
Und ich bin ein Franzose, kam mit dem Napoleon
Ich bin Bauer, Tischler, Fischer, Bettler und Edelmann
Sänger und Gaukler, so fing alles an
 
[Refrain] 
          E   B          C#m  E 
Su simmer all - heh hinjekumme  
             A    B               E      E7 
Mir sprechen hück - all die selbe Sproch 
           A    Ab          C#m   A 
Mir han dodurch - so vell jewunne 
                E   A              E 
Mir sin wie mer sin - Mir Jecke am Ring 
A            E      Bsus4 B   E Esus4  E Esus4 
- Dat es jet wo mer stolz drop sin 

So sind wir alle hier hin gekommen
Wir sprechen heute - alle die selbe Sprache
Wir haben dadurch - so viel gewonnen
Wir sind wie wir sind, wir fröhlichen Leute am Rhein
Das ist es, wo wir stolz drauf sind
 
[Verse 2] 
E                        A                 B 
Ich bin us Palermo braht Spajettis für üch met 
   E                            A                 Bsus4 B 
Un ich, ich wor ´ne Pimmok hück laach ich met üch met 
        C#m             G#m   A6          E 
Ich bin Grieche, Türke, Jude, Moslem un Buddist 
    A                 E              F#m      B        E     B   
Mir all, mir sinn nur Minnsche für´m Herrjott - simmer jlich 

Ich bin aus Palermo, brate Spaghetti für Euch mit
Und ich war ein Zugereister, heute lach ich mit euch mit
Ich bin Grieche, Türke, Jude, Moslem und Buddist
Wir alle sind nur Menschen, für den Herrgott sind wir gleich.
 
[Refrain] 
          E   B          C#m  E 
Su simmer all - heh hinjekumme  
             A    B               E      E7 
Mir sprechen hück - all die selbe Sproch 
           A    Ab          C#m   A 
Mir han dodurch - so vell jewunne 
                E   A              E 
Mir sin wie mer sin - Mir Jecke am Ring 
A            E      Bsus4 B   E Esus4  E Esus4 
- Dat es jet wo mer stolz drop sin 

[Verse 3] 
   E                                A           B 
De janze Welt suu süüt es us is bei uns he zo Besöök 
E                                A             Bsus4 B 
Minsche us alle Länder stonn met uns he an der Theek 
   C#m            G#m     A6           E 
Ma jlöuf ma is in Ankara, Tokio oder Madrid 
        A                E      F#m   B      E     B 
Doch se schwaade all wie mir un sööke he ihr Jlöck 

Die ganze Welt, so sieht es aus, ist bei uns hier zu Besuch
Menschen aus allen Ländern stehen mit uns hier an der Theke
Man glaubt man ist in Ankara, Tokio oder Madrid
Doch sie schwätzen alle wie wir auch - und suchen hier ihr Glück

 
[Refrain] 
          E   B          C#m  E 
Su simmer all - heh hinjekumme  
             A    B               E      E7 
Mir sprechen hück - all die selbe Sproch 
           A    Ab          C#m   A 
Mir han dodurch - so vell jewunne 
                E   A              E 
Mir sin wie mer sin - Mir Jecke am Ring 
A            E      Bsus4 B    E  
- Dat es jet wo mer stolz drop sin 
 
[Refrain]
B           E   B          C#m  E 
- Su simmer all - heh hinjekumme  
             A    B               E      E7 
Mir sprechen hück - all die selbe Sproch 
           A    Ab          C#m   A 
Mir han dodurch - so vell jewunne 
                E   A              E 
Mir sin wie mer sin - Mir Jecke am Ring 
A            E      A     Ab   C#m  B
- Dat es jet wo mer stolz drop sin 
 
[Coda] 
A            E      Bsus4 B   E Esus4  E 
- Dat es jet wo mer stolz drop sin 

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Das Lied heißt STAMMBAUM und ist sehr bekannt und wird der kölschen Mundartband Bläck Fööss zugeschrieben – Bläck Fööss, weil sie anfangs barfuß posierten (etwa „blanke Füße“).

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Dietmar Moews und Alphons Silbermann im Kölner Excelsior Hotel Ernst

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Dietmar Moews meint: Hier mal die Trennung von Tatsachlagen und Meinung aufgehoben, sage ich:

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Ich bin meiner Meinung.

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Microsoft Office 365 an Schulen lieber LINUX

September 8, 2020

Lichtgeschwindigkeit 10092

am Dienstag 8. September 2020

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Interessant, dass das Land Baden-Württemberg ja wohl der Auffassung ist, dass die Schulen das Microsoft Office 365 an Schulen unbedingt wollen. Auch interessant, dass das Land die Bediensteten noch nie in die Entscheidung mit einbezogen hat. Und auch interessant wäre: wer zahlt das nachher? Wenn das Land sagt, dass das gemacht wird, wer trägt die Kosten? (kompetenzspezifisch müssten das die Kommunalhaushalte hergeben).

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Der Deutschlandfunk machte heute, 8. September 2020, zum Thema auf:

Bildungsbericht​ Digitales Lernen – Deutschland im OECD-Schnitt abgeschlagen

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Der DLF hatte aber zum Thema leider keine aufklärenden Fragekreise angesprochen.

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Kurz: Welche Gründe sprechen denn eigentlich gegen den Einsatz von Office 365 an Schulen? / Bildungshilfe für alle Kollegien und Schulleitungen?

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Was ist der deutsche Datenschutz gegenüber dem patriot act der USA?

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In erster Näherung: weil es ein krasser Verstoss gegen die DSGVO ist (das geltende Datenschutz-Recht).

Office 365 speichert Dinge mit, die eigentlich im jedem Unternehmen als mitbestimmungspflichtige Leistungskontrolle gewertet werden (Quasi jeder Tastendruck).

Wäre egal, wenn es nicht aufgrund gesetzlicher Regeln in den USA nicht die Verpflichtung gäbe, dass ein US-Unternehmen Daten
rauszurücken muss, wenn Strafverfolgungsbehörden es verlangen. Das gilt auch für Daten, die in anderen Jurisdiktionen (hier: EU/DE) gespeichert werden.

Diese Herausgabe ist rechtlich nicht kontrolliert, d.h. für einen nicht-US-Bürger gibt es keine Handhabe, gegen die Herausgabe, auch nachträglich, juristisch vorzugehen, oder überhaupt davon zu erfahren.

Oder um es etwas näher an pessimistischen Szenarien wie „Black Mirror“ zu formulieren:

Microsoft weiss, wie/wann/wo jede Lehrerin/jeder Lehrer und wie jede Schülerin/jeder Schüler arbeitet, lernt: Die kennen quasi jeden Atemzug.

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Was ist mit trainieren auf …, böse formuliert, indoktrinieren?

 

Man könnte doch die Jugend mit Open Source und LINUX vertraut machen – Linux ist besser und verlässlicher und preisgünstiger als Microsoft.

Kinder und Jugendliche werden so auf Apple und Microsoft getrimmt, eingeschworen, indoktriniert. Diese heranwachsende Generation wird, sofern kein Wunder geschieht, nie Alternativen kennenlernen, geschweige denn (be)nutzen.

Die ministerielle Verlautbarung meint (Und wenn ich sowas lese, geht mir das Messer in der Tasche auf):


„Es besteht die Hoffnung, dass eine datenschutzkonforme Nutzung von Microsoft Office 365 erreichbar ist und eine Umstellung auf andere Produkte nicht erforderlich sein wird.“

Dem Insider sind das scheinheilige Heuchler:innen. Arrogante, machtgetriebene Dummschwätzer:innen.

Ist schon schlimm genug, wenn Kinder und Jugendliche (Heranwachsende) vom Elternhaus Mainstream vorgelebt bekommen und folglich (logisch) auch auf Mainstream getrimmt, eingeschworen, indoktriniert werden. Aber was sich die politische Führung in Deutschland in der IT-Politik momentan leistet, das kann man nicht mehr ertragen. Das Maß ist voll, nein das Maß ist übergelaufen.

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“ Von: sabine.kurtz@cdu.landtag-bw.de <sabine.kurtz@cdu.landtag-bw.de>
Gesendet: Donnerstag, 27. August 2020 13:31
An: sabine.kurtz@cdu.landtag-bw.de
Betreff: Stellungnahme zur Diskussion „Microsoft Office 365 an Schulen“


Sehr geehrte Damen und Herren,

in der Vergangenheit haben viele von Ihnen mich darauf angesprochen, dass die Schulen sehr gerne mit Microsoft Office 365 arbeiten und dass die Befürchtung besteht, dass diese Softwarenutzung möglicherweise vom Kultusministerium nicht dauerhaft zugelassen wird. Ich habe diese Fragen mit der Kultusministerin sehr intensiv sowohl schriftlich als auch mündlich erörtert und mich mehrfach dafür eingesetzt, dass Ihnen die Nutzung dieses Pakets, mit dem viele Lehrkräfte, Schüler und Eltern in der Zwischenzeit gut vertraut sind, in Zukunft erhalten bleibt. Unten stehende Meldung aus dem Kultusministerium gebe ich Ihnen in diesem Zusammenhang gerne zur Kenntnis. Sie bestätigt, was mir die Ministerin bereits mündlich signalisierte: Es besteht die Hoffnung, dass eine datenschutzkonforme Nutzung von Microsoft Office 365 erreichbar ist und eine Umstellung auf andere Produkte nicht erforderlich sein wird.“

… aber, eine Initiative gegen Microsoft mittels YouTube pushen zu wollen wäre vergleichbar: Feuer löschen mit Benzin. Youtube = Google ist weder vertrauenswürdig noch zuverlässig. Will man es RICHTIG machen, müsste man für diesen Zweck schon eine unabhängige Plattform wählen. Eine solche (mir bekannte) unabhängige Plattform ist z. B.:

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Eine dezentrale Initiative gegen den Monopolismus für Microsoft von der Landesregierung, ist mittels Youtube / Google natürlich nur beschränkt möglich. Es gibt aber eine freie unzensierte Plattform als Alternative zu Youtube:


https://peer.tube (https://joinpeertube.org/)

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Dietmar Moews meint: Ich zitiere gerne Insider, deren Fachlichkeit mein Vertrauen hat:

„Datenschutzkonform“ hin oder her – Kalter Kaffee! Apple und Microsoft
sind US-amerikanische Multi-Milliarden-Konzerne. Es sind „Walled
Gardens“ (Geschlossene Plattformen) – gleichbedeutend mit „Digitaler
Diktatur“. Nicht zuletzt sind sie als US-Unternehmen dem Patriot-Act
sowie dem Cloud-Act verpflichtet. Sie sind böse, sie sind schei**e.

Können (dürfen) die Verantwortlichen (m/w) denn wirklich so unglaublich
hohl in der Birne sein?

Apple, Microsoft, Google, Facebook, Twitter, … = Digitale Diktatur.

(Muss dazu vielleicht noch eine bildliche Darstellung folgen oder ein
Anschauungsvideo veröffentlicht werden, damit diese einzeller-ähnlichen
Individuen in der Politik das endlich mal kapieren?)“

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Deshalb benutzt Dietmar Moews für die Lichtgeschwindigkeit nicht Google und verlinkt keine Cookies-Sammler.

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Ich wünsche allen Lehrern noch erholsame Ferientage und hoffe, dass Sie trotz der aktuellen Herausforderungen gut ins neue Schuljahr starten können!

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Covid-19 Neuinfektionen 1445 und die Testquote

August 13, 2020

Lichtgeschwindigkeit 10075

am Donnerstag, 13. August 2020

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Liebe Aufruferin, lieber Benutzer – ich erinnere an Ostersonntag, als hier die konkrete APP-KRITIK bereitgestellt worden ist:

 

>Ulysses-App-Tracking als totalitärer Unfug, Lichtgeschwindigkeit 10020<. Man muss verstehen, dass die bilateralen „blue-Tooth“-Spuren, die zwischen zwei Corona-App-Mobiles bei zu engem Begegnungsabstand das Warnzeichen geben, nicht zum Tracking taugen. Aber wenn sich darauf der App-Kunde persönlich per IT-Medien offiziell mit seiner Corona-WARNUNG beim Gesundheitsamt meldet, landet er unweigerlich im staatlichen DATENSPEICHER. (Ohne seine Meldung geht das weitere Tracking nicht). Dann ist er damit namentlich, samt allen persönlichen Kenndaten, im Internetz und damit im Vollspeicher bei der CIA/NSA. Jeder muss einfach wissen, dass jedes Handytelefonat, jedes Whats-APP, jedes Twitter oder E-Mail über die Provider, egal ob Google oder Telekom o. a.: Alles was rausgeht, aufgefangen und persönlich zugeordnet, auf ewig gespeichert wird.

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https://lichtgeschwindigkeit.wordpress.com/wp-admin/post.php?post=52501&action=edit

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Heute möchte ich auf eine weitere Propagandalüge hinweisen, die von den Wortpublizisten gedankenlos ständig wiederholt wird. Auch US-Präservativ Trump redet so daher: Man tut so, als erzeuge die Anzahl der Corona-Testuntersuchungen als Ursache die Anzahl der Schwerkranken an COVID-19 in der allgemeinen freien Öffentlichkeit..

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Heute, am 13. August 2020, wird die aktuelle allgemeine (staatliche RKI) Information mit 1445 neuinfizierten Schwerkranken, mit vollkommen ungewisser Krankheitsgeschichte, angegeben.

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Im selben Atemzug heißt es dann, die hohe ansteigende Rate würde durch die erhöhte Quote von durchgeführten CORONA-TESTs „erzeugt“. Besonders die liegengebliebenen Coronatests in Bayern (dass etwa 900 positive Testpersonen uninformiert frei ausschwärmen; und dass über 40.000 Testergebnisse mangels Arbeitskräften noch immer nicht vorliegen; also geistern noch 40.000 weitere Corona-Reiselustige umher).

Ja – so heißt es – in Bayern habe man eben die Testanzahl erheblich ausgeweitet.

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Dietmar Moews meint:  Besonders hinweisen möchte ich auf die sibyllinische Einlassung des CCC zur APP: Da ist keiner der CCC-Sprecher, der gesagt hat, er würde die APP benutzen, er hielte die APP für zielführend, er sähe beim Einsatz der APP die gewünsche Datensicherheit – NEIN – die sieht der CCC gar nicht. Der CCC redet nur von dem Blue-tooth-Effekt ohne weitere Datenerfassung. Doch die kommt ja anschließend immer in die Intrernetz-Datenkrake, bei jedem Tracking-Versuch.

 

Der Test erzeugt nicht die Infektion.

 

Der Test ist geeignet, frei umherschwärmende Leichtsinnsmenschen abzufischen, bevor sie im Coronabefall sich fortpflanzen.

 

Der Test kann einen Virusbefall nicht beseitigen oder heilen.

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Nur für komplizierte Naivmenschen ist es einen Gedanken wert, sich bösen Ahnungen hingebend zu wittern, dass es eine DUNKELZIFFER an Infizierten gibt, die durch Tests erhellt werden könne (wer heute befundfrei ist, also negativ, kann schon morgen damit nichts mehr groß anfangen; schon wenn man sich unmittelbar nach dem Test mit einem Virus-Kranken trifft und dadurch ansteckt), dann ist man positiv Corona-krank, entgegen seinem vorher gemachten Test durchaus als „negativ“-Zertifikat in Händen halten zu können.

 

Wer die Rede von Neuinfektionen und höhere Testquote führt, sollte nicht so tun als sei der Test eine Heilmethode oder ein Infektionsursache.

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Wer von den Downloads der APP schwadroniert, aber nicht endlich erklärt, dass es lediglich DATENSPIONAGE mittels der Anti-Corona-App ist, aber praktisch keinerlei CORONA-Tracking ermöglicht, der führt irre und lügt – warum lügen sie? ULYSSES gewann permanent weiteren Vorsprung.

 

Ich weise erneut auf die ULYSSES-Beschreibung zur Anti-Corona-Nichtfunktion einer APP aus sozialen Funktionsschwächen und die Ablehnung jeglicher Funktion der Totaldatenspeicherung durch die CIA (Google/Apple/NSA) hin.

 

Ein gemeinsamer offener Brief netzpolitischer Organisationen forderte die
Bundesregierung auf, das von ihr präferierte Konzept für eine
Tracing-App gegen die Corona-Pandemie aufzugeben. Verfolgt sie es
weiter, kann kein Vertrauen bei den Nutzern aufkommen, und ein Scheitern
wäre unausweichlich. Absender waren im April 2020 wichtige IT-Fachkreise appellieren an die große Politik, da sind:

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* D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt e. V. * Chaos Computer
Club e. V. (CCC) * LOAD e. V. * Forum InformatikerInnen für Frieden
und gesellschaftliche Verantwortung e. V. * Gesellschaft für
Informatik (GI) e. V. * Stiftung Datenschutz
:Datum: Fri, 24 Apr 2020 06:23:02 -0000 von: Chaos Computer Club Updates

Die Bundesregierung zieht ein Konzept für die geplante „Contact
Tracing“-App vor, das eine zentrale Instanz beinhaltet. Damit ist sie
auf dem Holzweg. Denn es herrscht internationale Einigkeit unter
Experten und Wissenschaftlern, dass der dezentrale Ansatz der bessere
ist. Selbst Apple und Google haben das eingesehen und ihn implementiert,
obwohl sie sonst nicht gerade scheu sind, Daten ihrer Nutzer zu sammeln.

Daher wenden sich heute netzpolitische Organisationen, darunter der
Chaos Computer Club (CCC), mit einem offenen Brief an
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Kanzleramtsminister Helge
Braun. [1]

Blickt man realistisch auf das Ziel, dass nämlich die App massenhaft
genutzt werden soll, dann ist der zentrale Ansatz schon deswegen
hinfällig, weil sich die beiden großen Anbieter mobiler Betriebssysteme
bereits dagegen entschieden haben. Da kann sich die Bundesregierung noch
so verrenken, damit ist der zentrale Ansatz weit entfernt von jeder
Möglichkeit zur Realisierung.
Gesundheitsminister Jens Spahn kann einen nationalen Alleingang gar
nicht durchsetzen, wenn er nun auf den zentralen Ansatz pocht.

Die Corona-Tracing-App bringt ein hohes Risiko mit sich, da die
anfallenden Daten hochsensibel und besonders zu schützen sind. Je mehr
Daten verarbeitet werden, desto größer ist das Risiko einer
De-Anonymisierung – auch durch Dritte, vor denen die Daten geschützt
werden müssen. Gesundheitsdaten gehören per Definition zu den intimsten
Daten von Menschen. Das lückenlose zentrale Verfolgen der Aufenthalte
aller Bürger ist das Horror-Szenario schlechthin.
Andere Beispiele von sorglos hingeschluderten Corona-Apps [2] haben
gezeigt, dass die anfallenden sensiblen Datenhalden nicht angemessen
geschützt werden und von Innen- und Außentätern missbraucht werden könnten.

Dies wissen auch technische Laien inzwischen und werden daher die Finger
von einer solchen App lassen, selbst wenn sie grundsätzlich zur
Hilfeleistung bereit wären. Dass auch Minister Spahn das weiß, darauf
deutet die Peitsche hin, die er mit der App-Pflicht hinter dem Rücken
versteckt hält. Dass eine solche Pflicht in Hinsicht auf die Millionen
von Bürgern ohne Smartphone technisch hanebüchen ist, setzt der Posse
nur die Krone auf.

## Links

[0] CCC veröffentlicht die [Zehn Prüfsteine für die Beurteilung von „Contact
Tracing“-Apps](https://www.ccc.de/de/updates/2020/contact-tracing-
requirements).

[1] Offener Brief: Geplante Corona-App ist höchst problematisch, an
[Bundesgesundheitsminister Jens Spahn
(pdf)](https://www.ccc.de/system/uploads/300/original/Offener_Brief_Corona_App_BMG.pdf)
und an [Kanzleramtsminister Helge Braun
(pdf)](https://www.ccc.de/system/uploads/299/original/Offener_Brie
f_Corona_App_Bundeskanzleramt.pdf)
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Dietmar Moews meint: Der CCC hat freundlicherweise auch die wichtigen Postadressen mitgeteilt – damit kann jeder Bürger, ohne lange zu suchen, seine Einstellung zur Überwachungs-APP persönlich einsenden.

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Es ist gut, dass diese Diskussion jetzt stattfindet, damit nicht Zeit verloren geht, wenn die konkrete Entscheidung anstehen sollte.

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Doch das ist sehr fraglich, weil auch die höchsten deutschen Repräsentanten inzwischen mitbekommen haben, dass die frommen Versprechungen der APPs praktisch – aufgrund unumgänglicher telematischer Strukturen – keine INFEKTION und eine erweiternde Wirkung auf die WELLE haben muss.

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Ich weise auf die ULYSSES-Beschreibung zur Anti-Corona-Nichtfunktion einer APP aus sozialen Funktionsschwächen und die Ablehnung jeglicher Funktion der Totaldatenspeicherung durch die CIA (Google/Apple/NSA) hin.

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Neue Sinnlichkeit 75 ERFOLGSKINDER

August 1, 2020

Lichtgeschwindigkeit 10070

am Sonnabend, 1. August 2020

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Erster August im siebzigsten Jahr meiner Zeitrechnung, das wir das Jahr 2020 nennen. Beim Hinweis auf den eigenen Lebensabriss werden vom Abgelebten her einige Ordnungsbegriffe gesehen, z. B. Kindheit, Familie, Wohnorte, Krankheiten, Orientierungen, Erwerb, Publikationen, Glücks- und Unglücksfälle – ein Einschnitt ist jetzt unweigerlich CORONA.

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Meine Blätter Neue Sinnlichkeit sind als Blätter für Kunst und Kultur so weitreichend angelegt, dass auch CORONA behandelt werden muss, dazu soziologische Bedenken, die bei der Alltagsarbeit eines empirischen Soziologen Dietmar Moews entstehen.

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Das Blatt Numero 75 beinhaltet keinen CORONA-Schwerpunkt. Es erschien anfang Juli 2020.

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Wenn doch gerade heute, am ersten August, wo die Bilder aus Berlin zeigen, wie zehntausende mittelalterlich verwirrte junge Menschen gegen das VIRUS demonstrieren, weil ihre Bildung und Urteilskraft so schwach ist, dass sie PEST und CHOLERA für Märchen oder Mythen halten – dass sie an Sündenböcke und Hexenverbrennung als Remedur gegen CORONA glauben – wenn nicht gar an Sündenböcke*innen, möchte ich doch gerade die hier folgenden ERFOLGSKINDER zur gemächlichen Lektüre empfehlen. Denn man muss auch immer noch was NEUES erfahren, während die tägliche PERISTALTIK im Treiben des CORONA-MOBS Überdruss ruft.

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ISSN 1432-5268

21. Jahrgang

Preis Euro 20,-

Juli 2020

Blätter für Intelligenz im Einsatz von „Künstliche Intelligenz“ – daraus:

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Erfolgskinder

Liebere Leserin, lieber Leser, Grüß Gott – Blätter für Informationen und Reden in Abkrzngnnun ausgeschrieben, soll es besser BLÄTTER FÜR INTELLIGENZ IM EINSATZ VON „KÜNSTLICHE INTELLIGENZ“ lauten.

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Wo denn lebte man sonst auf Erden „wie die Lilien auf dem Felde“? – Antwort: Bei mir: In Abessinien. Man hatte einen hochintelligenten Hailé Sélassié und wurde doch von italienischen Revanchegelüsten in Zivilisationseinbrüche verdammt. Heute heißt Abessinien Äthiopien. Und der zum Roten Meer hin abgetrennte souveräne Nordteil Äthiopiens heißt Eritrea.

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Ein Vogel steigt niemals zu hoch, solange er seine eigenen Flügel benutzt“ – finde ich William Blake zugeschrieben. Schwer, als Mensch im Bilde Blakes Vogel, zu verstehen: Was ist „hoch“? was „die eigenen Flügel“? Michael meint: Die Erde gilt. Die Erde sei zu respektieren.

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Was bietet dieses neue Heft Numero 75? – wie ist es komponiert? vorab ist – wie stets – der Untertitel, BLÄTTER FÜR INTELLIGENZ IM EINSATZ VON „KÜNSTLICHE INTELLIGENZ“ – nur eine Paraphrase der Gesinnung im Blatt: Das weiße Engelchenhemd und das Prinzip des Ja-Sagens. Die Leseriene darf also mit der Nummer 75 kein Themenheft erwarten. Aber Neue Sinnlichkeit bleibt am Ball, also mit Kunstpause und Malerei, mit der getarnten staatlichen OKF, die über die Personalpolitik eine verdeckte Kunstdirektion ist. Als Technikkritik zählen auch unsere Computerwelt, das Internetz, die Telematik, das Algorithmenspiel und das Ende des Habeas Corpus. Mein Recht am Körper und an den persönlichen Daten ist auch der rote Faden von Ausgabe zu Ausgabe in den Abkrzngn der Neuen Sinnlichkeit.

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Neue Sinnlichkeit 75 enthält den bekannten inhaltlichen Aufbau. Das Geleit kündigt zugespitzt an, wo wir gerade – also im Frühjahr 2020 – standen. Corona und Endemie, Isolation und Risikominimierung haben auf einen bohèmiennen Künstlergelehrten wenig Änderungszwang – ob jetzt Einzel-Isolationshaft in der JVA oder im Klosterwesen der Studierstube oder in der Malerwerkstatt. Die Erfolgskinder sind ausgewählte Belege für das Thema der Zeitschrift insgesamt und für das aktuelle Thema, hier die immer wieder neue Ansprache der Einfachheit als demokratische Kunstqualität wortloser Malerei und die Idiotie der modernen Stalinisten, und deren willkürliche Narrative, was man denn für Künstler und Kunst zu halten habe. Dies ist hier – zum Beweis gibt es verlässlich ein schönes Wort von Goethen (weil ich kürzlich Jacobi, den Goethefreund, in meinen Büchern mit seinen Mendelssohn-Briefen entdeckte), der an Jacobi geschrieben haben soll: „Was machst du alter Metaphysikus? Wenn dir mit Infusionstierchen gedient wäre könnte ich dir einige Millionen verabfolgen lassen … Dagegen hat dich aber auch Gott mit der Metaphysik gestraft und dir einen Pfahl ins Fleisch gesetzt, mich dagegen mit der Physik gesegnet, damit mir es im Anschauen seiner Werke wohl werde.“ Ja, von Goethe färbt es in die Neue Sinnlichkeit, und Kenner wissen, dass die Außen-Umschläge jeder Ausgabe aus eigens zugeschnittener Makulatur gemacht werden. Dazu muss die nötige Stückzahl (bis zu 500 Stück Auflage) greifbar sein und das Papier muss störungsfrei durch die heutigen hochsensiblen Fotokopier-Geräte laufen – hier ist es ein Rest aus meinem Siebdruck des Jahres 1974 – „Reliquiar“. Im Inhaltsverzeichnis lassen sich aufgebotenen Autoren und Themen finden. Meiner leider längst verblassten Freundin, der hannoverschen Malerin und Lyrikerin ROSA ALBERT, widme ich eine Wiedergabe Ihres Gedichts mit dem Titel >m.< und einer Zeichnung von Rosa, der Maria – jener unter den Künstlern in Hannover bekannten obdachlosen Insiderin, die mit Plastiktüten und Einkaufswagen immer wieder auch in der Stadt herumgeisterte, die von Timm Ullrichs erzählte, der in der Gretchenstraße mal zu ihren Freunden gehört hatte. STAAT und KUNST – der epochale Vortrag von Georg Meistermann vor den kunstpolitischen Staatsoberen des Jahres 1980; hier spüren wir die KUNST in Deutschland vom Hohenzollernkaiser zur Weimarer internationalen Moderne, zum Reichskunstwart, zur OKF der Verbände-Salonpersonnage mit Multifunktionsrollen und diskreten Rollenwechseln der KUNSTPAUSE. Georg Meistermann der legitime Künstlersprecher, der jahrzehntelang gekämpft hatte, dass sich Parlamente und Regierungen den freischaffenden deutschen Künstlern, der Präsentation derer Werke und deren sozialer Lage widmen sollten, distanzierte sich in seinem Vortrag von der völlig misslungenen OKF – organisierten Kunst Förderung. Denn über den selbststeuernden Modus „Freiheit der Kunst“ §5.3 GG, hat sich eine scheinbare legale Übernahme der Künstler-Fördermittel durch eine SALONPERSONNAGE von unechten Künstler erzwingen lassen. Damit werden die echten Künstler entmündigt und dieser Staatsform eines Kunstfreiheits-Postulates wird dem Anschein nach gedient. Doch es ist Betrug und die demokratische Vervollkommnung unseres föderalen Verbändesystems in der Bundesrepublik hat die ressourcelosen echten Künstler durch massenhafte unechte Künstler in den falschen Künstlerverbänden im deutschen Kulturrat faschisiert, gedeckelt, untergebuttert und noch berufsrechtlich vernichtet. Die OKF ist SPD-Werk. Unechte Verbandskünstler wählen mit „demokratischer Mehrheit“ ihre Vorstände. Sie bedienen die Herrschaft staatlicher Bürokraten. Das sind sehr wenige kaufbare Künstlerverbände-Vorstandsfunktionäre, nebenbei SPDisten. Im Ergebnis ist es Künstlermarginalisierung (strategisch von der Kulturpolitischen Gesellschaft e. V. Hagen, Olaf Schwencke, Alfons Spielhoff und Norbert Sievers so gemacht). So wird es inzwischen von den anderen Parteien als sehr nützlich angenommen. Man ist die freien Künstler los – muss nur noch die angefütterten Staatskünstler und die unechten Verbändekünstler führen: KUNSTPAUSE – Wie sag‘ ich das nur einfach? Mit WALTER BÖCKH – wird ein bedeutender Heidelberger Maler bezeugt. Dr. Hans Böckh, sein Sohn, der Edeluhren- und Edelsteinfachmann, schrieb ein anrührendes Lebenszeichen für einen Böckh-Katalog. Mit WALTHER SCHMIEDING zitiere ich einen unvergessenen Autor, der ZDF-aspekte, was er im KUNSTREPORT von Gerd Winkler 1975 auf der großen STAAT und KUNST-Tagung des Deutschen Künstlerbundes in Berlin beitrug: „… kulturpolitische Lebenslüge, die Ibsen vor Neid erblassen lassen würde – diese ganzen Tricks. Da steht immer drin: das macht ja gar nicht der Staat, das macht nämlich eine Institution, die unglücklicher – oder glücklicher Weise zu 110% in staatlichen Händen ist. Es werden auch alle, die dort vertreten sind, vom Staat berufen…“ (>Wir lügen uns was in die Tasche, in Kunstreport 1981<). Alsdann weitere KUNST-PAUSE-Beispiele der modernen Banalitäten im Geiste Erwin Panofskis und Aby Warburgs; dafür ist ein Siebdruck-„Pinselstrich“ auf dem bekannten ROY LICHTENSTEIN-Raster für jeden Kunstinteressenten auf „Qualität“ der Unsinnlichkeit zu erkennen. So einen Siebdruck könnte auch ein Blinder produzieren. Mit einer Auswahl von Motiven aus der OKF-Macht „Deutsche Bank“ soll es in Neue Sinnlichkeit 75 getan sein; was da mit Einrichtung der Twin-Towers der Deutschen Bank in Frankfurt am Main ab 1980 auf den ersten Kunstmarkt gepusht wurde, zeigt die Unfreiheit im Spannungsfeld von OKF-dirigierter Lage der Künstler in Deutschland (dabei ist Kunstkauf zunächst als Kunstgewerbe zulässig – allerdings kapitalisiert hat die Deutsche Bank ihren Kunsterwerb nie). Mit Folge 23 erfolgt die weitere Lieferung ADOLPH FREIHERR KNIGGE: ÜBER EIGENNUTZ UND UNDANK von 1796. Mit einem Artikel im LEXIKON des KUNSTWESENS kommt Georg Meistermann zu Ehren. Eine Portrait-Zeichnung des heutigen Peter Handke fehlte längst. Der Benutzer sieht, dass die Beiträge zum Heftende hin immer kürzer geschnitten sind. Mein Nachruf auf den Ruder-Olympiasieger und Friedenspolitiker HORST MEYER, der überraschend im Januar verstarb und damit auch als früherer Autor in der Neuen Sinnlichkeit fehlen wird, bringt einige großartige Fotoaufnahmen von den Olympia.Goldmedaillengewinnern des Deutschland-Achters in Mexico-City. Schließlich die obligatorische Kinderseite der Epoche (wovon inzwischen Hunderte herangewachsen sind, wie sie auch in den 1990er Jahren vom MDR-Radio als Morgenglosse gesendet wurden) – die für jedes kommende Heft erst neu geschrieben werden. Und zuletzt das Qualitätsrätsel. Mit einer kurzen Textprobe zum guten Schluss im Blatt 75 darf wieder geraten werden. Das sehr schöne Rätsel aus Numero 74 wurde dem Johann Heinrich Jung-Stilling entlehnt, dessen Jugend- „Lebensgeschichte“ Goethe eigenmächtig durch Cotta verlegen gelassen hatte. So soll diese Ausgabe Numero 75 mit Meistermann und seinem Lexikon-Eintrag abgerundet sein. So komme ich erneut auf Eike-Christian Hirsch zurück, der mich mit seiner Leibniz-Lebensgeschichte enttäuscht hatte. In „Schlimme Einfälle und schöne Reinfälle“ (C.H.Beck 2019) finden sich Beobachtungen, mit „Bürger*innenmeister*innen“ , der alten Säuerlichkeit. Und hierzu gleich eine Belustigung über kurzmodische Sprachverhunzung durch junge Publizisten, z. B. auf Sendung beim Deutschlandfunk Köln, die nun immer beim Formulieren ein gedacht geschriebenes Sternchen – natürlich – nicht mitsprechen. Sodaß dann aus gesprochenem Radiosermon ein ungewollt humorvoller Demokratiegeist wird. Sieht man doch die ungesprochenen Sternchen beim Radiohören nicht, wenn es lautet „… nicht nur unakzeptabel für die Bürgeri*nnen, sondern auch für die Rechtsextremist*innen …“ . Wenn man das hört (immer, wenn ich Sowas höre) vermittelt sich der Pseudo-Genderismus als Kampfmoral. Indes geht dabei die Wahrnehmungsökonomie nicht mit: Von Was war da die Rede? – Rechtsextremist*innen? – müsste es nicht eleganter lauten, wie es DLF-Meister Christoph Heinemann gelegentlich ausdrückt: Rechtsextremisten und deren Kolleginnen?

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Walther Schmieding beim ZDF

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Wer in Neue Sinnlichkeit 75 Anschluss findet, darf munter hineinlesen. Der Spaß ist mit den überholten Kunstsalonnisten des Gequalles (Eckhard Henscheid), Ursula Bode, Ludwig Zerull und Günter Grass, nicht mehr als Elitewesen hin zu verdächtigen. Der Meister der Glasbilder, Georg Meistermann (1911-1990), Freund von Alphons Silbermann (1909-2000), erklärte – als Neu-Mitgründer langjähriger Vorsitzender des Deutschen Künstlerbunds – anlässlich seiner Würdigung als Künstler im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg, in Gegenwart von Ministerpräsident, Alt-Bundespräsident und DKB-Ehrenpäsident Walter Scheel, im Jahr 1980 zum Thema Staat und Kunst (etwas gekürzt):

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„Herr Ministerpräsident (das war CSU-Franz Josef Strauß)

Sie werden mir nachsehen, wenn ich bekenne, dass nach der ersten Euphorie über ihre Einladung, vor einem Kreis zu sprechen, der sich aus Personen zusammensetzt, deren ganz viele zum Thema „Staat und Kunst“ ebenso viel zu sagen wüssten wie ich, den sie ehrenvoller Weise einem solchen Thema gegenüberstellen, das ich mir auch noch selber ausgesucht habe – wenn ich also bekenne, dass mich nach der Empfindung schmeichelhafter Ehrung nicht viel später einfach ziemliche Verzweiflung überkam.

Denn über Staat und Kunst sollte man einfach überhaupt nicht mehr reden. Die Politiker sind dieses Motto ebenso leid wie die Künstler, die etwas auf sich halten. Es darf dann auch nur zu hoffen sein, dass die Parteien ihre sogenannten Gespräche mit Künstlern endgültig einstellen …“

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Der Nachfolger von meinem Freund und Lehrer Prof. Peter Weyert Tamme Janssen an der HdK Berlin, der deutsche Maler Prof. Klaus Fußmann (geb. 1938) schrieb 1985 (Siedler) die lesenswerte Textsammlung: Die verschwundene Malerei. Wer hinschaut, kann sehen, dass die moderne KUNSTPAUSE enden sollte. Ich meine, es soll nicht Imamen und Mullahs der Idiotenpartei die Deutung überlassen bleiben, was Kunst ist. Erwin Panofsky und Abi Warburg gehören in die Peinlichkeits-Walhalla der minderbegabten Millionärs-Erben oder aufs Therapiesofa. Wer meint sinnliche Anmerkungen als plumpen Materialismus abtun zu dürfen, weil es der modernen Mode gelungen ist, Schusselei und Ungenauigkeiten als Toleranz zu werten, wird zumindest um psychologische Erkennnis oder Ungewissheit nicht herumkommen. Nämlich, ist etwas zu erkennen? oder ist etwas ambivalent? Bei Fyodor Dostojewskij (1821-1881), einem der frühen großen Psychologen der Romankunst, lesen wir den Rat: „Vergessen wir nicht, dass die Gründe aller menschlichen Handlungen gewöhnlich zahllose , sehr verwickelte und so verschiedenartige sind, dass der Autor viel besser tut, wenn er sich nur mit der einfachen Auslegung der Tatsachen begnügt.“ Jemand soll bei der Berührung von Christos Reichstagsverpackung eine Gänsehaut durch Aura gespürt haben – ja, dann, wenn es alle sagen.

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Walter Boeckh / Böckh "Selbstportrait" Ölmalerei

Walter Boeckh – Maler aus Heidelberg

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Leichter ist da das Werbeangebot unter „Belissima“ auf sich zu beziehen: „Claude Monet „Das Mohnfeld bei Argenteuil“, 1878 (gemalt), limitiert auf 980 Exemplare gedruckt, Maße 60/75cm, Preis: 440 Euro: „Der Wegbereiter der Moderne zeigt eine Landschaft in ihrem natürlich wechselnden Licht. Auf echter Künstlerleinwand (Baumwolle) fühl- und sichtbare Pinselstruktur, edle Massivholzrahmung in Weiß mit Goldkante, grau patiniert.“ (Bestellcoupon im Kölner Stadt-Anzeiger am 23. Mai 2020, auch http://www.ksta/shop.de. Und – von vorstehender Peinlichkeit abzulenken – keineswegs auf Beleidigung etwaiger „Monet-Kitsch-Käufer“ zu zie-len, ist dann der Londoner William Blake (1757-1827) ein englischer Dichter, Maler, Erfinder der Reliefradierung. Sein künstlerisches als auch sein literarisches Werk wurde von seinen Zeitgenossen weitgehend abgelehnt. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurden seine sehr innovativen Arbeiten von den Präraffaeliten entdeckt, fanden allgemein Anerkennung und später auch in der Popkultur Verbreitung. Die erste Gesamtausgabe der Werke Blakes wurde 1893 von dem irischen Dichter William Butler Yeats und dem englischen Maler Edwin Ellis ediert.

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Bei der Einbalancierung meines Lebensrhythmus‘ in Köln, wo ich als Bohème (freizügig- selbstbestimmter Nachtmensch) auch mit Organisationssorgen zu tun habe, ordne ich – im wahrsten Sinne des Wortes – meinen „Wanderzirkus“ an verschiedenen Gewerken, von Malereiwerkstatt, universeller Handbibliothek von einigen tausenden Bänden und dem gesamten eigenen Schriftwerk und kistenweisen wissenschaftlich sortierten Quellentexten, der aktuellen Korrespondenz (ohne einen persönlichen Sekretär und ohne Atelierdiener) neu.

Das ist noch kein Vorlass. Alles was zur Selbstorganisation der täglichen Reproduktion gehört, einschließlich den sportlichen Regelmäßigkeiten im Laufen am Rhein und dem Yoga, der Geschmeidigkeit halber, meine Tage zu genießen, will ich doch viel lieber ins Offene denken und arbeiten, als den unbezahlten Archivar eines Genies zu geben.

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Ich danke für die Komplimente, wenn jemand mal wieder zufällig oder spontan ein besonders anregendes, freundliches Gespräch mit mir hatte – ja, Danke – aber ich bin wirklich sehr beschäftigt und brauche viel subalterne Hilfe, anstatt redundante Eitelkeiten abzuleisten.

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Es kommt also ständig zu komplexen Begegnungen mit Dietmar-Möws und Dietmar-Moews-Vorgeschichte und all den Freundschaften und Kollegialitäten, und zunehmend, die Neuigkeiten der täglichen Kommunikation, die das vielfältige Internetz bietet – einschließlich der Botschaften, wenn jemand Wichtiges gestorben ist und der Tapferkeitsfrage, weil nicht alle menschlichen Beziehungen so lebendig gepflegt werden können, ob Die- und Derjenige, mit dem mal Inspiration und Stoffveränderungen betrieben worden waren, überhaupt noch lebt. Meine echte Verlustliste – in nah und fern – beeindruckt mich täglich, just starb Phil May 1944- 19. Mai 2020, Musiker der Pretty Things aus Dartford. Und eine Schuld, zumindest hier in der Neuen Sinnlichkeit den Zeugen von vordem eine Erinnerungsehre zu geben, soll die zukünftigen Leser informieren, aber nicht anöden (wann waren noch ROSA ALBERT 1950-1990 und JOB CROGIER 1948-2006 gestorben? wann BERNHARD VON DER GOLTZ 1934-2017? wie schön, dass Lothar Lange noch zu leben scheint.

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Gustav René Hocke  (1908-1985), der deutsche Journalist und Kulturhistoriker schrieb im „Narrenschiff im Labyrinth“, zur gleichen Zeit der Erstausgabe Neue Sinnlichkeit, 1979: „… die Grenzen unserer bloßen Verstandeserkenntnisse .. in Kulturstaaten wächst der Hunger nicht nach einem stets bedenklichen Irrationalismus und nach alogischem Verhalten, sondern vielmehr nach einer ganz neuen Kombination von Vernunft und Phantasie, von technisiertem Kalkül und subjektiver Imagination. Man spricht heute schon von einer neo-manieristischen Mathematik. Die sogenannte Gödel-Probe hat uns klar gemacht, dass die Mathematik (auch die kybernetische Anwendung) die menschliche Intuition und individuelle Initiative nie ersetzen kann. // Das würde auch bedeuten, dass auch die sogenannte „bildende“ Kunst von Morgen, schon angeregt durch die subjektive (manieristische) Seh- und Gestaltungsart seit der Spät-Renaissance, noch wichtigste weitere Beiträge zu einer enormen Bereicherung des verflachten „eindimensionalen“ Menschen von heute zu leisten vermöchte. Während des heutigen Menschen materielles Verhalten (Technisierung, Mechanisierung, Expansions-, und Konsum-zwangs z. B.) sein physisches So-Sein und seine natürlichen Umwelten immer gefährden, könnte, ja müsste die Kunst, die stets mit Imaginationskräften und realen Gegebenheiten zu tun hat, durch neue spirituelle Substanzbilder das Rettende in der wachsenden Gefahr nun de facto in einem neuen Sinne „bilden“ können, d. h. vor allem durch die Kombination von grenzenloser Imaginationsfreiheit und realistischer Struktur …“

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Das im Blatt Numero 74 proklamierte Ende der modernen KUNSTPAUSE – es löste sehr prägnante Reaktionsweisen aus. Wer in seinem biedermeierlichen Privatleben auch gerne mal so ein Bisschen Volkshochschule-Malerei und -Bildnerei zur eigenen „Künstlerrolle mit Joseph Beuys“ etabliert hat, seine Familie auch in den Beuys-Quatsch eingewöhnt hat und plötzlich als „Punkt-Punkt-Komma-Strich-fertig-ist-das Mondgesicht-Fraktion“ hineinbeleidigt wird, kann natürlich jetzt nicht Viel sagen. Ich will aber noch ein Beispiel nachschieben:

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Man kennt bzw. hat schon mal gehört oder gesehen, wie mit weichen Zeichenpinseln asiatische Maler locker gestische Tuschmalereien mit schwarzer Tusche auf Reispapier herstellen. Ja, chinesische Schriftzeichen, japanische Naturmotive, wie Schilf im Wind, eine sinnliche Wahrhaftigkeit ausdrücken, die den fühlenden sehenden Menschen anspricht, wie eine Naturkatastrophe, die Pinselstriche sitzen, wie die Haut unter der abstrakten Aktzeichnung.

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Zweifellos gab und gibt es zu dieser Tusche-Malerei eine streng tradierte Kunst und Meisterschaft. Und hier greift nun das Beispiel, das jede „Künstleriene“ und jeder Liebhaber akzeptieren muss. Auch wenn ein „Künstlerprestige“ zweifellos besser kommt, als nur „Hausfrau“ (und wenn die Hausfrau geigt, aber zu wenig übt, dann ist sie eine Nervensäge). Denn nimmt nun also der Hobbyist das Reispapier her, die schwarze Tusche, macht einige gestische Schwünge mit Körper, Arm und Hand durch die Luft, um dann in einem mutigen Entspannungsakt ihren oder seinen asiatischen Wurf abzugeben, produziert man doch nur armseligen Müll. Selbst ein hingekotztes japanisches Schriftzeichen ZEN oder FRIEDEN wirkt nicht, nicht mal anmutig wie ein Kinderbild und schon gar nicht, wie eine Maus durch den Innenhof des ZEN-Klosters läuft, bei der Suche nach dem ZEN-LÖSUNGSWORT im HARA.

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Also – lasst es sein! Und klatscht nicht Beifall zu einer Musik, die euch anödet – erklärte der Komponist Ladislav Kupkovic. Balsam für Alleinstellungsmüdigkeit sind immer wieder Fundstellen, wo Meister des Lebens was Wahres pointieren konnten. Guter Wein – wie GOTTFRIED BENN bei Wein-Wolf in Hannover sehr schätzte:

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„Überall dies wabernde, schwafelnde, fast könnte man sagen: vielfach unsaubere Geschwätz.“

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Der Herausgeber der Neuen Sinnlichkeit, Dietmar Moews, ist Künstlergelehrter. Er stellt dem Thema „KUNSTPAUSE“ keine Checkliste bei, ermuntert stets zum Selberdenken, die Gedanken und die Sinnesfreuden auf die eigenen Affinitäten und gar nicht auf ein Bildungssollen, einen individuellen Geschmack auszuleben – „Was beliebt, ist auch erlaubt“ – frei nach WILHELM BUSCH und „Kunstfreiheit als Freiheit für Künstler wie Kunstkonsumenten“ zu pflegen und – das meine ich ganz ernst: Machen Sie ruhig japanische und chinesische Pinseltusch-Orgien oder zaghafte Herantastungen; da ist Jeder sein eigener kleiner Hoffer, immer für den ganz kleinen „Self Hug“, wie es Abby Cadabby bei Sesame Street beschreibt, gut:

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JEDER DARF SEINE SCHLECHTEN MALEREIEN in seinen Räumen kreuzigen – wer da verliebt schaut, wird sich schon was denken. Gute Kunst ist nicht unerschwinglich – aber an sich gar nicht als Eigenproduktion zu haben. Kennerschaft und gutachterliche Urteilskraft oder Liebhaberei stehen jedem Kunstkonsumenten frei – eine Meisterschaft als Kunstproduzent erreicht man nicht mit Marktkäuflichkeit, sondern es gehören viel Ehrgeiz und Hingabe, Fleiß und individuelles Talent dazu, die außerdem bei viel Übung noch zu „meistern“ wären. Niemand wird durch ein Hochschulstudium „Künstler“. Aber dass die unechten Kunstprofessoren von heute, die meist ihrer Klasse gar nicht vorstehen, ihren Kunststudenten empfehlen, zu EXPERIMENTIEREN. Erstes Semester EXPERIMENTIEREN – dann mit paint brush und Laptop, Fotokopie und echtem Bleistift avantgardistische Mixed Media-Werke maschinell zu produzieren sich selbst beibringen, damit sie anschließend mal Kunsterzieher oder Crossover-Kunstwissenschaftler„das Analoge und das Digitale erfahrbar machen„, so kürzlich eine Professoriene der Münchner KUNSTPAUSE in der SZ. Da soll nun auch promoviert werden. Nur ist noch nicht ganz klar, wie den Studenten-Prüfungen Internetz-Betrug nachgewiesen werden kann. Und die Professoriene Mohr erklärt doch tatsächlich: „immer noch gelte die Magie des Originals“.

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Ich kann es kurz so zuspitzen: Die Kunstpause der 20sten Jahrhundert-Moderne wird von mir nicht als „ästhetische Qualität“ reklamiert. Die Kunstpause ist durch die verirrte staatliche Organisation in sofern entstanden, dass sehr viele unechte Künstlern in Deutschland (aus einer Pressure-Group der deutschen Sozialdemokratie, von verbandsorganisierten Kunsterziehern und Gewerkschaftlern (und der extra gegründeten „Kulturpolitischen Gesellschaft e. V. Hagen“) in die verwaschenen Rollen der echten Künstler hineindrängten und – über den „Modus Freiheit der Kunst“ – sich dort in Verbandsmehrheiten im Deutschen Kulturrat über-mächtig formiert haben. „OKF“ („Organisierte Kunst Förderung“) ist eine banale Strategie eines „Bolschewismus“ – unechte Künstler als quasi Kunstkonsumenten dominieren mit überwältigender Verbände-Mehrheit die echten Künstler, die unter der Käseglocke des Deutschen Kulturrats nunmehr von berufspolitischer Mitbestimmung wie von der Kunstfreiheit ausgesperrt sind. Jeder ausgegrenzte darf selbstverständlich zuhause malen was er will. Was man wissen muss – der ganze „Spitzenmarkt“ hängt an den etwa 90 Prozent mittelbar hineindirigierten Staatsgeldern für „Spitzenlose“ und bei der Segregation der Marktzulassung (bei ausprozessiertem Verbot für den Staat, Kunst zu beurteilen).

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In dieser Weise war es möglich, Alles und Jedes (mit Beuys und anderen Blindfischen) ästhetisch einzubringen, wenn nur das konkrete Kampfpersonal dahinter steckte. Es ist leicht zu prüfen, welche Selbstförderungs-Familien die Preise, Stipendien, Reisen, Studienaufenthalte, Katalogpublikationen und Kunstprofessuren erlangten – wo keinesfalls über Ästhetik, Meisterschaft oder Qualität verhandelt worden war, sondern ausschließlich nach dem Prinzip „Folgeförderung“ (s. Worpswede/ Gerd Grabenhorst): „Wir haben uns gefunden, an den Händen gefasst und lassen nie wieder los“; nur selten werden da Sonderfälle exkommuniziert – die Salonpersonnage verhält sich weitgehend „apolitisch“.

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Nun ja – und inzwischen hat dieses OKF-System der Verfügbarkeit eines Kunstbegriffes, einer nichtswertigen „Freiheit der Kunst“, angeblich Grundgesetz bezogen, dem Genderstreben gemäß, in zunehmenden Maße der „Pressure Politics“ des Frauen-Bolschewismus‘ nachgegeben. Postenhuberienen und Preisträgerienen drängen zu, wo man hinschaut. Vinzenz Müller, ehedem Hitlers Stellvertreter, und nach 1948 DDR-General und Verteidigungsminister der SED – was sollen wir also mit Globke oder Albert Speers Legionen der Hitler-Architekten, von Rudolf Hillebrecht bis … ohne Zweifel hatten nach 1945 Adenauer, Carlo Schmid und Theodor Heuss nicht im Sinn den Reichskunstwart und die Reichskulturkammer fortzusetzen. Doch „Verbändestaat“ auf Künstler auszubauen, ohne darauf zu schauen, ob in Verbänden kollektivierte Gruppen wirklich geistige und materielle Ressourcen haben, in den politischen Prozess, und gegeneinander, Interessen reinzudrücken („Pressure Politics“)? das hatte man nicht groß gefragt. Als dann die 68er Generation, Willy Brandt, Werner Maihofer und Gerhard Rudolf Baum die OKF anleierten, – wussten sie, was sie taten? Sie machten korrupte Künstlervorstände zu den Ansprechpartnern der Staatssekretäre in Ministerien. Wer gewöhnlich von Verbände-Lobbyisten bedrängt wird – ob von Arbeitgebern, Mittelstand, Kirchen oder IG-Metall – hört nunmehr VERBÄNDE-Funktionäre, die angeblich Künstler-Interessen vertreten. Und siehe da, diese Amateur-Stellvertreter ließen sich preisgünstig OKF-dirigistisch kaufen. Bald gab es sieben, acht neue Verbände, die in zauberhafter Definitionskosmetik als Künstler-Lobby zugelassen wurden. Kunst und Kultur-Verbände, die überwiegend aus Nichtkünstlern und unechten Künstlern bestehen. Man lese nur, was Georg Meistermann über die 40 000 Putzfrauen und Beleuchter, Theater-Assistenten und Sonntagsmaler, sagt, hobbymalende „Ärzte“ und „Rechtsanwälte“, alle Künstlerverbandsmitgieder durch Vereinsbeitritt zur Macht gelangt, die den Funktionären die praktische Auslegung der OKF überließen. Heute herrscht Salonpersonnage – aber was heißt herrschen – wenn heute Kunst als Kulturbetrieb verstanden werden soll? – Kultur ist schließlich, wie und was wir miteinander leben. Man versteht den individuellen Umgang mit dem persönlichen, privaten Erwerbsalltag, den Ferienhöhepunkten und Anschluss an die geliebten Hobbies und Freizeitinteressen. Schon Leidenschaften als Ventilsitte fehlen meist die sozio-kulturelle Akzeptanz von Weltläufigkeit, Philanthropie, von Körperpflege, Modekleidung und Hygiene, von Anpassungsfreude und Exzentrik.

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Und dann noch Kunst? Und dann Kunstbetrieb im alltäglichen Massenmedienangebot? Wer kauft eine Zeitschrift für Kunst? Wer hört Kulturbetriebssendungen im Radioprogramm? Wer nutzt Podcast oder besucht Ausstellungen? Wer reist nach Basel zur Weltkunst-Messe? Was macht man mit seinen Kunst-Bildbänden der Malerei-Weltgeschichte, wenn der Kunstverein mit virtueller Digitalkunst kommt? Mit wem kann man darüber sprechen, wenn das Museum den Digital-Ausstellungsrundgang mit Virtual-Internetz-Formaten einen sozio-künstlerischen Real-Life-Ausstellungsbesuch ganz eigentlich überflüssig macht? Man liest im FAZ-Feuilleton:

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Die aktuelle Kunst-Avantgarde /Wer wäre das? – macht wegen des weltweiten CORONA-STOPPS nun endlich die Nutzung des Digitalen als neue Medien? ZEIT, WELT und Süddeutsche Zeitung echoen dazu. Die leere Kunstzeitschrift MONOPOL behauptet aktuell, dass CORONA die Künstler akzelleriert, sich digital zu formulieren. Denn – jetzt sähe man auch den Vorteil: Der CORONA-Kostendruck zwänge die Salonpersonnage um die Staatsgelder zu kannibalisieren; so spart Digitalkunst aus Südkorea die Transportkosten und Versicherungen.

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Bezeugung beim ZDF-Köln mit Dietmar Moews, Axel Milberg, Marie Bäumer

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Inhalt

Umschlag: Plakatausschnitt „Reliquiar“, 1974, Ausstellung Dietmar Möws in Hannover                                  1

Zum Geleit 2

INHALT 3

IMPRESSUM 3

ERFOLGSKINDER                                                                                                                                                                        4

ROSA ALBERT: „m.“ und als Zeichnung „Maria“ in Hannover 22

GEORG MEISTERMANN: STAAT UND KUNST                                                                                                                  23

WALTHER SCHMIEDING: >Kunst und Staat – WIR LÜGEN UNS WAS IN DIE TASCHE< 42

DIETMAR MOEWS: Die KUNSTPAUSE in der Moderne 42

DIETMAR MOEWS: Lexikon des Kunstwesens: Georg Meistermann 47

HANS BOECKH: Mein Vater 48

ABONNEMENT NEUE SINNLICHKEIT AUF LEBENSZEIT FÜR 500 EURO

ADOLPH FREIHERR KNIGGE: ÜBER EIGENNUTZ UND UNDANK 1796

Knigge setzt Kants kategorischen Imperativ in allgemeinverständliche Klarheit: Fortsetzungen XXIII     50

DIETMAR MOEWS: Zum Tod von Horst Meyer 1941 – 2020 54

PETER HANDKE: Portrait: Die Linie von Dietmar Moews 60

DIETMAR MOEWS: Die Kinderseiten der Epoche: Königsweg ohne Aufregung 61

Auflösung Qualitätsrätsel 74: HENRICH JUNG-STILLING >Lebensgeschichte<

QUALITÄTSRÄTSEL 75: Wer hats geschrieben?                                                                                                                63

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Impressum

Neue Sinnlichkeit Blätter für Kunst und Kultur seit 1979 erscheinen in loser Folge im Pandora-Kunst-Verlag, Springe, Hannover, München, Leipzig, Magdeburg, Dresden, Berlin, Köln

E-Mail dietmarmoews@gmx.de Verlagsanschrift und Abonnement auf Lebenszeit bei:

Dr. Dietmar Moews Mainzer Straße 28, D-50678 Köln ISSN 1432-5268

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Dietmar Moews‘

LEXIKON DES KUNSTWESENS

Georg Meistermann

Georg Meistermann, M. Deutscher Maler, Zeichner und Glasgestalter (geb. 16. Juni 1911 in Solingen, gest. 12. Juni 1990 in Köln, schuf über eintausend Glasfenster an rund 250 Orten in Europa, überwiegend für evangelisch-lutherische und katholische Auftraggeber und Kirchen. M. studierte Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf bei Werner Heuser, Heinrich Nauen und Ewald Mataré. 1947 heiratete er die Psychoanalytikerin Edeltrud Meistermann-Seeger (1906-1999). Im Jahr 1955 nahm M. an der documenta 1, teil. M. lehrte als Professor an der Frankfurter Städelschule, an der Akademie der Bildenden Künste München und an der Kunstakademie Düsseldorf. M. war 1953 Mit-Wiedergründer des von den Nazis verbotenen Deutschen Künstlerbunds, wurde Vorsitzender (1968-1972) und setzte sich für die Entwicklung der Selbstbestimmung in der Künstlerpolitik gegen Verbändebevormundung sowie gegenüber Altnazis in der Bundesrepublik ein. Es entstand die Künstler-Sozialversicherung (KSV), die alle möglichen Nichtkünstlerberufler aufnahm. M. hatte sehr früh die Klientelisierung der echten Berufskünstler durch Nichtkünstlerverbände gegenüber den Parlamenten verstanden, die durch das neugeschaffene Dachverbändesystem, mit dem Deutschen Kunstrat im Deutschen Kulturrat, offiziös als Berufsverbände und Pseudolobby im Feld von Kunst und Kultur agieren. Die „Freiheit der Kunst“ § 5.3 GG wurde dirigistisch umgewidmet. Den Austausch der Künstler durch unechte Künstler und die Umbenennung der Kunst und Kunstförderung in Kulturförderung, Kulturbetrieb und eine sozialdemokratische „Salonpersonnage“ in allen OKF-Schlüsselrollen der Künstler-Berufspolitik, quittierte M. schließlich mit Rückzug: „über Staat und Kunst sollte man einfach überhaupt nicht mehr reden. Die Politiker sind dieses Motto ebenso leid wie die Künstler, die etwas auf sich halten. Es darf dann auch nur zu hoffen sein, dass die Parteien ihre sogenannten Gespräche mit Künstlern endgültig einstellen…“. M.s Werk, weitgegend figürlich abstrakte Kompositionen, werden im Georg-Meistermann-Museum in Wittlich gezeigt. Auf Wunsch von Alt-Bundeskanzler Willy Brandt porträtierte M. ihn 1977 für die Galerie der Bundeskanzler im Bundeskanzleramt. Das Porträt wurde von Bundeskanzler Kohl abgelehnt und durch ein naturnäheres Portrait im Staatsauftrag, des Malerkollegen aus Düsseldorf, Oswald Petersen, ersetzt.

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KUNST UND STAAT

Georg Meistermann

Georg Meistermann (1911-1990), anerkannter Deutscher Künstler (Rede im Jahr 1980 vor den deutschen Kunstoberen in Berlin), erklärt vor der deutschen Führung, Staatskunst höfisch, republikanisch-modern, nazitotal und jetzt totorganisiert – wie?

Staat und Kunst (etwas gekürzt):

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Herr Ministerpräsident (das war CSU-Franz Josef Strauß)

Sie werden mir nachsehen, wenn ich bekenne, dass nach der ersten Euphorie über ihre Einladung, vor einem Kreis zu sprechen, der sich aus Personen zusammensetzt, deren ganz viele zum Thema „Staat und Kunst“ ebenso viel zu sagen wüssten wie ich, den sie ehrenvoller Weise einem solchen Thema gegenüberstellen, das ich mir auch noch selber ausgesucht habe – wenn ich also bekenne, dass mich nach der Empfindung schmeichelhafter Ehrung nicht viel später einfach ziemliche Verzweiflung überkam.

Denn über Staat und Kunst sollte man einfach überhaupt nicht mehr reden. Die Politiker sind dieses Motto ebenso leid wie die Künstler, die etwas auf sich halten. Es darf dann auch nur zu hoffen sein, dass die Parteien ihre sogenannten Gespräche mit Künstlern endgültig einstellen – nach einem Boom an Wettbewerbungen oder vielversprechenden Hoffnungserwartungen, die sich doch als so eine Art abgeleisteter Verpflichtungen herausstellten, bei denen es sich ja leider nur um wirtschaftliche Belange handelt, dem Zeit-Trend sehr entsprechend.

Aus diesem Grunde habe ich das Thema auch etwas variiert, so dass das Motto sich zu einem Satz fügt, den ich vor Ihnen, meine Damen und Herren, so formulieren möchte:

„Betrachtungen und Fragen eines Staatsbürgers, welcher Maler ist, zu diesen Sachen: Staat und Kunst in 30 Jahren BRD.“ Vielerlei Staat und noch mehrerlei Kunst haben wir, je nach Alter, erduldet, ertragen oder auch getragen; und dies wiederum ein jeder auf seine Weise von Leidenschaft bis gar nicht.

Die Frage, was der Staat denn ist, ist nicht mit Argumenten der Ökonomie zu klären, sie gehören lediglich zu seiner Art des Verwaltens, wie auch die so vordergründige Erscheinung der juristischen Bezüge.

Auch die Lexika tragen nicht zur Klärung bei. Wenn man den Definitionen zur Zeit ihrer Ersterscheinung mit den jeweiligen Neuauflagen vergleicht, etwa um 1850, 1935 und um 1960, so muss man hilflos bleiben, was dieses Staatswesen nun ganz eigentlich ist und nicht nur sein kann. 1911 geboren, habe ich schon eigentlich etwas zu viele Staatswesen kennen lernen müssen, Monarchie in Preußen und Reich; Weimar, Drittes Reich, und den Staaten, in denen wir nun leben: Bundesrepublik, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, in denen ich nach 1950 tätig war oder bin. Sie kennen alle die Probleme, die vor unseren Augen abgehandelt werden – Koalitionen ganz verschiedener Artung, Bundesrat, Bundestag – die im Grundgesetz verschriebene Neuordnung der Länder, aus deren elf sechs werden zu lassen, Versuche, föderative Eigenarten wieder mehr zu betonen, wie z. B. Baden-Württemberg noch vor 10 Jahren das Gefüge zweier Stämme – Badenser und Schwaben zu eigenen Staatsgebilden zu trennen – oder hierzulande leise, aber doch immer wieder mal vernehmbar die Frage, ob die Pfalz nicht eigentlich gut bayerisch zu sein hätte.

Die Autorität der Staatswesen, vom Bürger ganz unsicher mit der Frage gestellt, ob er selber nun Teilhaber, mitverantwortlich also, überhaupt noch sein kann – wieviel Autorität hat der Staat denn eigentlich? Ist das Ganze des Staates (verpflichtete Teilhabe am Wehrdienst oder Verweigerung) ins Belieben des Einzelnen gestellt?

Wie stellt er sich dar, wenn seine Repräsentanten kaum etwas als unter Polizeischutz gesehen werden – oder andersherum: Stehen wir alle, wenn es denn stimmt, dass wir alle Repräsentanten des Staates sind, unter Polizeischutz und Gesetzen, deren so viele zu viel Staat um uns stellen, dass von Unbehagen oder gar Staatsverdruss gesprochen wird? Bürgerinitiativen ja oder nein, sind sie nicht auch Äußerungen von Verdrossenheit, müssten ihre Tätigkeiten nicht vielmehr Grundhaltungen der Parlamentarier sein? Und dass es nicht so ist, zeigten Äußerungen derer, die nicht mehr in den Parlamenten sein wollen.

Ich bin sehr damit einverstanden, alles dies sei Staat unterwegs, Merkmale lebendiger Demokratie. Man muss dies nicht als wesensfremd zum demokratischen Staatswesen sehen. Aber dann bleibt doch die Frage, wie ernst muss man das Wort von einer Krise der parlamentarischen Demokratie nehmen?

Eine Frage, die mich beunruhigt, ist aber diese: Wir wissen, dass Marx die Sozialisierung der Produktionsmittel wollte. Hitler erfand dagegen die Vergesellschaftung des Menschen.

Und nun: Sind wir nicht meilenweit auf dem Hitlerschen Wege weitergegangen, ohne dessen bewusst zu sein?

Nun können Sie, meine Damen und Herren, fragen, warum sich ein Maler Gedanken macht dieser Art, Fragen stellt nach dem Wesen des Staates.

Sie werden es verstehen können aus dem Verhältnis, dass die in der Zeit seit meiner Geburt erfahrenen Staatsverständnisse einen erheblichen Einfluss auszuüben versuchten und ausgeübt haben auf die jeweils zeitgenössische Kunst. Wilhelm, der Kaiser, nahm, sehr persönlich in seiner Majestät verletzt, Stellung, wenn er etwa äußerte: die ganze Richtung passt mir nicht. Damit meinte er von Liebermann, Slevogt, Munch an alles, was außerhalb seiner Hofmaler tätig war. In der Weimarer Epoche änderte sich das Verhältnis in der Weise, dass alle in Opposition gewesenen öffentlichen und privaten Dinge eine grundsätzliche Toleranz gegenseitig übten. Und da die politischen Instanzen sich bewusst waren, dass sie in den überaus vielfältigen Erscheinungsweisen von neuer Musik, Literatur und Kunst keinen Sachverstand besaßen (nicht zuletzt deshalb, weil die res publica alle ihre Kräfte gebrauchte und verzehrte im Kampf gegen eine ungeheure Macht und gegen die Intrigen einer allzu großzügig tolerierten Reaktion), wurde ein Reichskunstwart bestellt, dem es gelang, die Beziehungen zwischen dem neuen Staat als einem Wesen bisher bei uns nie gekannter Freiheit und den sich entfaltenden Kräften in den Künstlern zu fördern, und die Einsicht in die gemeinsamen freiheitlichen Grundlagen und menschlichen Herkünfte zu vermitteln. In die Kunstakademien wurden die besten Künstler geholt, das Bauhaus wurde gegründet, die Museen brachten ihren Anteil auf, private Sammler errichteten Stiftungen ihrer Schätze.

Theater und Musik hatten Erfolge mit neuen, teils schockierenden Stücken,- man kann sich heute nicht mehr vorstellen, wie sehr zurecht diese Zeit geistigen Aufschwungs die goldenen 20er genannt wird mit den Gründungen von Volkshochschulen, öffentlichen Büchereien, die zum Teil in erbitterten lokalparlamentarischen Auseinandersetzungen im wahrsten Sinne erkämpft werden mussten. Ich sehe noch heute die Überschrift einer Zeitung vor Augen: >Wenn wir die Gründung solcher Institute zulassen, haben wir bald keine Privilegien mehr gegenüber den Proleten.<

Die reaktionären Elemente im Staat, z. B. Gerichtswesen, in der Verwaltung, in der Großindustrie und die im neuen Heer verwendeten insgeheim nationalistischen Offiziere bohrten indes sehr bald im Verein mit einer neuen, erschreckend terroristischen Organisation an der Untergrabung von Staat und Kultur. So muss bereits 1927 das Bauhaus Weimar geschlossen werden, seine Lehrer Gropius, Marcks , Klee, Kandinsky, Schlemmer gründeten es in Dessau neu – bis es endgültig bereits 1932 verschwand. Aufträge in die Hände der Künstler, die sich diesem Staate mit Begeisterung zu einer hohen kulturellen Repräsentation in Dienst gestellt hatten, wurden selten, auch wegen der wirtschaftlichen Misere jener späten 20er Jahre, aber vor allem wegen der penetranten Hetze rechtsradikaler Medien. Der von Schmidt-R. entworfene neue Reichsadler in den Farben Schwarz-Rot-Gold hieß bald >Pleitegeier<. Die Filmanstalten spielten nationalistische Themen – und als dann 1933 ein Konglomerat reaktionärer Parteien Reichstag und Länderparlamente hinwegfegte, die Gewerkschaften und alle öffentlich-rechtlichen Verbände auflöste oder >gleichschaltete<, wie die Parole hieß, war eine verängstigte Nation und verruchterweise ein großer Teil der Intellektuellen und Künstler zu Widerstand im Namen der Würde des Menschen nicht mehr fähig. Die Ausrottung der größeren menschlichen Aspekte begann unter der Marke der Entartetheit und wurde radikal zu Ende gebracht.

Wer will darüber rechten, dass Goebbels‘ Aufruf zur Erneuerung im ersten Jahr der Unterschriften trug von Barlach, Nolde, Benn, Niemöller und vielen anderen? beinahe niemand hatte Hitlers programmatische Infamie gelesen, in der er alle Verbrechen des folgenden Jahrzehnts angekündigt hatte. Hitlers >Mein Kampf< war bereits in der Mitte der zwanziger Jahre erschienen. Thomas Mann hatte 1930 öffentlich gewarnt vor dem, was da heraufzog. Ossietzky schrieb sich die Finger wund – aber sie wurden nicht mehr getragen von einem Staat, von einem Volk. Wahrscheinlich hat es nie Bürgerkriege aus kultureller Not gegeben – die Kapitulation der Deutschen vor dem Verbrecher Hitler war perfekt, zumal ein vorausschauender Teil das Land verließ.

Ich brauche das nicht weiter darzustellen. 1945 war nur ganz wenigen klar, dass mit dem Ende des Krieges nicht alles ausgeräumt war, was einem Aufbau neuer, innerlicher Staatlichkeit auch weiterhin entgegenstand.

Mit enormem Schwung brach erneut und erneuernd hervor, was in der Tiefe erhalten war oder trotz schlimmster Bedrohung unter Druck und Belastungen getan worden war, um an ein wahrhaftigeres Bild des Deutschen anzuknüpfen, wie es ein Volk von Dichtern und Denkern gestiftet hatte. Aber sehr kurze Zeit später begann der dringende materielle Aufbau des zerstörten Landes. Es blieb unbekannt, dass in den ersten Rechenschaftsberichten des neuen Staates die geistigen, erneuernden Ströme noch immer von allzu konservativen Berichterstattern mit offensichtlichem Unwillen dargestellt wurden.

Im Deutschlandjahrbuch 1953 heißt es z. B. über Gilles: >Wenn Gegner der modernen Kunst hier Anklänge an die Bildnerei der Geisteskranken zu sehen glauben, dürften sie, wenn auch in anderem Sinne, nicht unrecht haben. Die Krankheit der Zeit, ihre Ungeordnetheit und ihr Mangel an innerem Halt finden in diesen Gebilden ihren Niederschlag.< Es dürfte auch jene Männer der ersten Stunde und ihre Nachfolger interessieren, wie diese Zeit der ersten Konsolidierung hier kommentiert wird. Sehr beachtlich auch das, was über einen Maler Hermann Kaspar berichtet wird, >der aus der Tradition heraus eine Arbeit schafft, die in den Formen doch ein Werk unseres Jahrhunderts ist<.

Es ist infam, dass also noch 1953 verschwiegen wird, dass dieser Kaspar Hitlers Reichskanzlei mit Mosaiken übersät hat, seinen Schreibtisch und die Embleme darauf entwarf und den Fackelzug zur Einweihung des Hauses der Deutschen Kunst organisierte und entwarf. Dieser Kaspar wurde 1945 nicht etwa aus der Kunstakademie München entlassen, als man den von ihm vertriebenen Maler Carl Caspar wieder in seinen Lehrstuhl einsetzen wollte.

Es gelang einer Kulturmeute, die von seinen Hitleraufträgen profitiert hatte, jenen als diesen den Alliierten zu unterschieben. Er war noch stellvertretender Präsident der Münchner Kunstakademie, als ich eine Berufung dorthin erhielt, und immer noch, als ich nach drei Jahren eben aus diesen Gründen (ich hatte mit guter Nase nur einen Lehrauftrag angenommen) eine Berufung ablehnte. Das war 1967. Ich hatte eben keine Lust, Alibi zu spielen.

Die Tendenz kann man so zusammenfassen: Gut, dass der Krieg vorbei ist und der Druck natürlich auch – aber in der Kunst hatte Hitler vielleicht doch recht.

Theodor Heuss rief eine Notgemeinschaft der Kunst 1949 ins Leben. Aber die Liste der einzuladenden Künstler umfasste ausschließlich Namen der im Hitlerdeutschland prominenten Maler und Bildhauer. Das war 1949. Es gelang mir, dass diese Liste gestrichen wurde, indem ich eine Alternativliste aufsetzte mit den Namen derer die verfemt gewesen, entartet genannt worden waren, die man mit Polizeigewalt an künstlerischer Arbeit gehindert hatte, denen man Farbe und Leinwand verboten hatte, deren Werke zu Tausenden aus den deutschen Museen entfernt wurden oder verbrannt oder ins Ausland verkauft wurden, um Devisen zu machen für den geplanten Krieg. Unter diesen Werken befindet sich übrigens das grandiose Bild des Reichspräsidenten Ebert von Corinth, das die schweizerischen Gewerkschaften gerettet haben durch Ankauf bei der nichtswürdigen Versteigerung deutscher Kunst 1937 in Luzern, und es hängt immer noch im Museum zu Basel. Es gelang mir, es zum 100. Geburtstag von Ebert für eine Weile in die Residenz des Bundespräsidenten zu bringen – der Wiedererwerb scheiterte an ziemlich frivolen Forderungen der Schweiz und zuletzt am Überdruss Heinemanns, der die Sache am Ende leid war. Leider!

Der geistige Zustand der Verrottung also war keineswegs 1945 zu Ende. Die neue Liste der zu wählenden Mitglieder der Notgemeinschaft Deutscher Kunst umfasste nun endlich alle die Namen derer, die Hitler verfolgt hatte, und die noch Lebenden wurden die neuen Träger einer Tradition, die 1933 so entsetzensvoll geendet hatte,

So war es auch nicht überraschend, dass auch nach 1945 in den Schulen weiter Lehrer unterrichteten, die entweder aus Unkenntnis einer besseren Kultur oder aus Überzeugung oder Mitläuferei nicht gewillt waren, umzudenken.

In den Behörden der provisorischen Verwaltung von 1945-1949, also zur Etablierung der neuen staatlichen Gewalten, blieben viele vor allem in den Kulturabteilungen tätig, deren Unentschlossenheit oder unterschwellige Beharrung auf nationalistischen Anschauungen dem auch hier auf Überwindung und Neubeginn trachtenden Auge nicht verborgen bleiben konnten. Die Schwierigkeit bestand darin, den rein politisch und juristisch denkenden Männern der neuen Staatlichkeiten nachdrücklich vor Augen zu bringen, was da an Gefahren für die Zukunft lauerte. Leider ist ein besonders trauriges Kapitel die Besetzung mancher Deutscher Kulturvertretungen im Ausland. Und das ist bis heute nicht überall in Ordnung,

Dies alles war der Grund, der mich bewog, dem Bundespräsidenten die Gründung einer Sammlung zeitgenössischer Kunst vorzuschlagen. Es sollten alljährlich aus Etatmitteln der Länder Ausstellungen eben von Werken einerseits der diffamierten und andererseits jüngerer Künstler veranstaltet werden, die auf Vorschläge von Kritikern und Museumsmännern im Verfahren der Jurierung jährlich neu zusammengestellt würden. Der Vorschlag ging auf DM 1000,- für jedes Land – damals eine völlig ausreichende Summe bei elf Ländern. Die Ausstellung sollte monatlich in einer Landeshauptstadt der Öffentlichkeit vorgeführt werden mit aufklärenden Texten kenntnisreicher Interpreten.

Die Reaktion von Heuss war volle Zustimmung, nur fügte er hinzu: >Das kriegen Sie mit den Ländern nie hin; Sie wissen doch, dass die behördlichen Kunstbanausen überall noch aus dem schlechten Stall kommen.<

Er schlug also vor, dieses Unternehmen mit dem Deutschen Städtetag zu planen. Aber der mir unvergessliche Dr. Bennecke, damals Sekretär des Städtetages, war ebenso pessimistisch wie Heuss: Er verwies darauf, dass in dieser Stadt ein ehemaliger Staatssekretär von Goebbels Oberbürgermeister war, in einer anderen, sehr bedeutenden Industriestadt soeben aus dem Gewahrsam der Alliierten zwei entlassene aktive Nazi Oberbürgermeister und Oberstadtdirektor geworden waren.

Also schlug Bennecke vor, es mit der Industrie zu versuchen: Kurz, es entstand der Kulturkreis der Deutschen Industrie. Erst 1970 gelang es mit Bundeskanzler Brandt, eine Bundessammlung deutscher Kunst seit 1949 bis zur Gegenwart zu gründen. Sie besteht und wird 1981 der Öffentlichkeit vorgeführt werden.

Mit solchen Mentalitäten ist es wahrscheinlich zu erklären, dass offiziell z. B. bei den Internationes der Maler Emil Nolde als der Typ des von Hitler verfolgten deutschen Malers insbesondere gegenüber dem Ausland präsentiert wurde. Nolde hatte nämlich schon vor 1933 Memoiren geschrieben, in denen er deutsch-völkische Kunst, das was man später „Blut-und-Boden-Kunst“ nannte, propagierte, gegen Cézanne und die ganze französische Kunst polemisierte, d. h. auf Hitlers Kulturdimension setzte. Folgerichtig war er 1928 in die NSDAP eingetreten. Dass er später mit den „Entarteten“ in einen Topf geworfen wurde, geschah, um eine Diskussion zu verhindern, die wahrscheinlich viel Staub aufgewirbelt hätte, der den Nazis nicht gelegen sein konnte. Der deutsche Statthalter in Wien hatte nämlich 1941 die Idee, Nolde zu rehabilitieren mit einer großen Ausstellung dieses „echt“ völkischen Künstlers und nationalsozialistischen Vorkämpfers deutscher Kultur. Diese Ausstellung verhinderte Goebbels ausdrücklich mit dem Argument, dass man erst den Krieg gewinnen müsse, bevor man in Details käme.

Nach dem Kriege gingen die Bemühungen, kulturell auf dem Wege der Nazis weiterzufahren, also durchaus weiter. Ich möchte Ihnen, meine Damen und Herren, die gravierenden Beispiele ersparen, die nichts desto weniger viele Enttäuschungen begründet haben und meiner Vorstellung von Kultur in einer Demokratie kaum entsprechen. 1952 ging ich mit Thornton Wilder und Henry Moore durch die Biennale in Venedig. Anlass war ein Unesco-Kongress über internationale kulturelle Beziehungen.

Beide – Wilder und Moore – äußersten angesichts des deutschen Kulturtempels, dass dies architektonisch wohl keine gemäße Repräsentation der Deutschen Bundesrepublik sei. Ich stellte einen Bericht zusammen über den Ablauf und die Ziele des Kongresses. Vor allem bemängelte ich, dass das Auswärtige Amt nur zwei Vertreter geschickt hatte zu einem ersten internationalen Versuch, die Nationen zu kulturellen Übereinkünften zu bewegen. (Übrigens war der andere Repräsentant der zweiköpfigen deutschen Delegation ausgerechnet der Herr, der der Notgemeinschaft Deutscher Kunst als Mitglieder eben die treuen Maler Hitlers vorgeschlagen hatte.) Ich wies vor allem darauf hin, dass zwei Vertreter bei einem Kongress, dessen einzelne Symposien sechs und mehr verschieden inhaltliche Themen gleichzeitig abhandelten, zu wenig seien, Frankreich nahm an jeder Einzelsitzung z. B. mit zwei Vertretern teil – die Sowjetunion mit insgesamt 27. Im A. A. wurde einfach festgestellt, dass dafür kein Geld zur Verfügung sei. Und das blieb so – bis ich etwa um 1972 aus Anlass eines Unesco-Treffens in Jugoslawien an den Außenminister Scheel schrieb mit dem Hinweis, dass die Tagesordnung mindestens zwölf Delegierte verlange. Bei einem anschließenden Gespräch zeigte mir Scheel den Brief mit seinen Vermerken, in dem er sich mit meiner Stellungnahme identifizierte. Bei einer etwas späteren Besprechung mit der zuständigen Bürokratie wurde aber wiederum nur von einer zweiköpfigen Delegation gesprochen, was mich zu einem Wutausbruch trieb, in dem ich meinen Brief an den Minister und seine Anordnung zitierte. Es wurden dann endlich zwölf Delegierte bestimmt aus dem Deutschen Künstlerbund, dem Bundesverband bildender Künstler und der Gedok. Ich war zu dieser Zeit Vorsitzender des Deutschen Künstlerbundes. Es kam zu einer Kontroverse zwischen mir und dem erwähnten Bundesverband, dessen Vorsitzender Buchholtz meine Legitimation zu einem Brief an Scheel bestritt, da er, Buchholtz, 14 000 Mitgliedern vorstehe und ich nur etwa 300. Dieser Kontroverse machte ich ein Ende, indem ich mit Hinweis auf meine Erfahrungen und Befürchtungen das Recht in Anspruch nehme, Ungereimtheiten zu monieren, die Sitzung verließ. Meine Nachfolger im Präsidium des Künstlerbundes, Hajek und Grochowiak, haben in heftigen und sachlichen Gesprächen eine Lösung aller sich auch später ergebenden Differenzen und sehr begrüßenswerte Kompromisse erzielt.

Den Bericht ans Auswärtige Amt ergänzte ich übrigens mit einer Eingabe an den Kulturausschuss des Deutschen Bundestages, um zu bewirken, dass in Venedig ein architektonischer Neubau der Würde der Bundesrepublik gut anstehen würde. Bei der Abstimmung, die meiner Anhörung folgte, wurde mein Ersuchen abgelehnt, und als ich den Raum verließ, kam eine aufgeregte Abgeordnete hinter mir her und sagte sehr beachtliche Worte: „Wir haben angenommen, dass Sie der Partei nahestehen, die für Sie gestimmt hat. Wir hätten natürlich dafür gestimmt, wenn wir gewusst hätten, dass Sie tatsächlich auf unserer Seite stehen!“ Ich möchte die Sprecherin der Partei nicht nennen – denn inzwischen wissen wir, dass diese Methode anderen Parteien nicht unbekannt sind.

Das bisher brisanteste Thema wurde auf einer Tagung des Arbeitsministeriums deutlich, nachdem eine Künstlerenquete erhoben worden war, die den sozialen Status der Künstler zum Gegenstand hatte. Hier wurden nun plötzlich alle diejenigen zu Künstlern ernannt, die an Ausführung und Darstellung der Künste beteiligt waren, nicht also nur Opernsänger und Schauspieler, sondern Beleuchter, Maskenbildner, und eben alle die an den Instituten tätig waren.

Bildende Künstler gelten seitdem als Personen in einem „arbeitnehmerähnlichen“ Verhältnis. Der Wirtschaftsverband Bildender Künstler trat unter neuem Anspruch auf: „Bundesberufsverband bildender Künstler“. Er gab seine niemals belegte Mitgliederzahl mit etwa 14000 an, eine Zahl, die sich später auf etwa 8000 modifizierte; und als die Ambitionen dieses Verbandes auf Gewerkschaftsanschluss bei einer großen Anzahl der Mitglieder, bei gewissen Ortsgruppen und Landesverbänden auf erbitterten Widerstand stießen und zum Austritt aus dem Bundesverband führten, blieben noch etwa 5000 Mitglieder übrig, in deren angeblichem Auftrag nun Sozialgesetze für Künstler ausgearbeitet und vor den Bundestag gebracht wurden – bis heute unter heftigen Kontroversen.

Man muss deutlich machen, dass in diesem sogenannten Berufsverband jeder Mitglied werden kann, der Neigung hat, auch aus Hobby Bilder zu machen. Die Mitgliedschaft umfasst also Ärzte, Juristen, Sonntagsmaler jeder Art und – so wurde bekannt – alle jene, deren wirtschaftliche Grundlagen nicht ausgereicht hatten, um „freier“ Künstler zu werden. Als ob jene, die es wirklich waren und sind, jemals von vornherein mit irdischen Gütern gesegnet gewesen wären, die ihnen gestatteten, einen „elitären“ Beruf zu ergreifen. Einschließlich all dieser Kunstproduzenten, zusammen mit Kunsterziehern, Professoren, die bereits durch bürgerliche Ämter versichert sind, bleiben also 5000 bildende Künstler in der Bundesrepublik – gemessen an der Bevölkerungszahl seien es rund 80000 Künstler zu wenig, äußerte ihr Geschäftsführer vor einiger Zeit.

An den Landesverband Rheinland-Pfalz, einem aus dem Gesamtverband ausgetretenen, möchte ich den Appell richten, bemüht zu sein, einen Dachverband bildender Künstler in der Bundesrepublik zu gründen, dem auch einzelne Künstler, deren der radikale Linkstrend verdächtig ist, beitreten können. Dieser freie Verband würde sehr bald die fünftausend Mitglieder haben, die sich ihrerseits in einem Monatsblatt mit den gleichen Zuschüssen auch aus Bundesmitteln artikulieren könnten. Ich rege dies deshalb an, weil es nun wohl an der Zeit ist, die Beziehungen zu Staat und öffentlichen Händen und zur gesamten kulturell interessierten Gesellschaft nicht einseitigen Zielen zu überlassen, deren Tendenzen auf dem Kongress bildender Künstler in Frankfurt vor etwa zehn Jahren als Kampfansage an Museen und freie Künstler deutlich genug verbalisiert und fixiert worden sind, und wie es am Fall der Hamburger Kunsthalle praktiziert wird: Ankäufe und Ausstellungen werden vom gesamten Personal, von der Putzfrau über Museumswärter bis zum Verwaltungspersonal bestimmt.

Meine Damen und Herren, ich möchte von diesem nun zum anderen Teil des Themas kommen: Kunst. Sie mögen es vermessen finden, dass ich darauf bestehe, dass sie aus den Visionen einzelner entsteht. 80000 Künstler nannte ich als das Ideal gewisser Manager für die Bundesrepublik. Ob sie die gewaltigen Phänomene der einzelnen ersetzen können? Schlemmer, Baumeister, Marcks, Lehmann, Schwippert, Rohlfs, Kokoschla, Hofer,Antes, Nay, Winter, Graubner, Hajek, Hauser, Orff, Hindemith, Henze, Benn, George, die beiden Mann, Grass, Döblin, Walser, auch Böll, Kafka, Enzensberger, Bachmann, Handke?

Welches Menschenbild ist denn sonst zu sehen? Was tut der Mensch, der eben nicht begrenzt ist durch sein Millieu, dessen Wesen eben nicht aus seinem Millieu definiert werden kann – und allen Versuchen materieller und philosophischer Beschränkung ihn auf dieses Millieu-Niveau zu bringen, immer wieder widersteht? Was tut denn der Mensch anderes, als die grandiosen Utopien zu entwerfen, ob deren Intelligenz, also Einsicht, und Phantasie ihn aufrufen und befähigen?

Ich kann mich auf Ergebnisse der Wissenschaft berufen, die das „zentrale Ich“ des Menschen als die absolute Dominante des menschlichen Wesens sehen, und nachweisen können, dass bei der Zeugung keineswegs der Samen des Mannes zufällig, sondern vom Schoße der Mutter aus Abermillionen erwählt wird. Seit dem Moment der Befruchtung muss also von Individualität als dem zentralen Ich gesprochen werden, in dem seine absolute Eigenheit entsteht wie auch die Energie, diese Eigenheit voll zu entfalten.

Wie anders wäre denn auch Kultur zu verstehen, als die Verwirklichung von Utopien dieses zentralen Ich, Utopien, die von der ganzen Menschheit getragen werden können. Zum Beispiel die Sprache. Welch ein Weg des Menschen von der Betrachtung der Natur, zum Beispiel von Eichen, Buchen, Tannen – also von Dingworten bis zur abstrakten Vorstellung des gesamten als Baum. Das Vermögen zu abstrakter, d. h. allgemein umfassender Imago, welches das einzelne umschließt, ist eine der grandiosesten Fähigkeiten des menschlichen Geschlechts. Das Namen-Geben, das Bezeichnen mit Worten – welche Vorstellung von Würde ist mit solcher Gabe verbunden.

Da der Mensch aber aus der Schöpfung nicht austreten kann und über sie hinaus nichts zu denken vermag – mit dem Wort „Nichts“ kann keine Vorstellung verbunden werden, darum ist es so unheimlich -, ist er wohl gebunden an den Gegenstand der Wörter: ich glaube darum, dass er das Wort Gott, Engel nicht erfinden kann, wenn es sie nicht gibt.

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Bleiben wir konkreter: Die Erfindung der Glocke – welch ein Triumph des Materials, entstanden als Einfühlung in Material: welche Kupfer, Zinn, Blei befähigt, Bronze zu werden, aus der Zusammenschau des einzelnen in ein Ganzes.

Material also, das der Mensch formen und beständig machen kann durch Guss, um es zum Klingen zu bringen mit einem Klöppel aus jenen gewaltigen Tönen, die die Luft erschüttern im Klang des tönernen Erzes. Der Weg von der anschauenden Urteilskraft einer menschlichen Vision bis zum freischwingenden Geläut über unseren Häuptern, dem die Menschheit Türme errichtet hat – ist das wirklich nichts anderes als belästigender, ruhestörender Lärm und brauchbar nur für eine Minderheit? zwecklos erfunden zum Dienste: ja – von was?

Ist das nicht vielmehr unsere Wiedererkennung in einem Gebilde, das eins der Geheimnisse menschlicher Schöpfung bezeichnet? der Ausgang vom Rauschen der Wälder, vom Rausch des Meeres bis zur Artikulierung durch geformte Materie – das ist doch wohl eine Vorstellung von etwas, was uns im Hören einigen könnte im zwecklosen Tönen, etwa einer Orgel.

Und die Erfindung des Klanges durch ein Instrument – welche Visionen müssen da im Menschen bereitliegen, bis der urbildlich vorgestellte Körper eines Waldhornes für alle Menschen werden kann; der Instrumente alle, die wir im Orchester hören. Jedes von ihnen eine demütig machende Offenbarung eines Geschöpfes, das wir sind, nämlich und namentlich Mensch.

Die Erfindung der Noten, auf fünf Linien getragen, sensibilisiert durch Takte, durch Notenschlüssel, durch Tonarten in Dur und Moll.

Dieses waren und sollten wohl bleiben dürfen Leitbilder, die das Leben der Menschen durchbrechen, auch ehemals Fürsten, Könige und Kaiser: das ist nicht damit abgetan, dass man nur noch von Kultur redet im Zusammenhang mit Ausbeutung oder ächtenden Schlagworten wie bürgerliche Kultur.

In diesem Sommer gab es eine Ausstellung mit dem Gegenstand: das Menschenbild in der Kunst. Ich wurde gebeten um einen Vortrag über das Menschenbild heute. Ich hätte dann wohl darstellen müssen, welches Bild vom Menschen diejenigen haben, die eben heute das Geschick des Menschen bestimmen. Und um die trügerische Definition von Kulissen der Verwaltungen und Bürokratien und Parlamenten zu entschleiern, hätte ich fragen müssen, welches Menschenbild haben etwa Personen wie Helmut Schmidt, Wehner, Strauß, Vetter, Klunker, Brandt, Kiesinger, Filbinger, Intendanten, Reporter und Journalisten? Ich habe diesen Vortrag nicht übernommen. Aber dies war die letzte Frage, die ich Ihnen, meine Damen und Herren, vorstellen wollte, wie denn bitte, dass meine Äußerungen als Fragen an alle verstanden werden möchten: die Frage, was ist das Menschenbild heute.

Ich bitte Sie, zu bedenken, dass im Ablauf unseres Lebens mehr Verbrechen von Politikern, Ärzten, Architekten begangen wurden, als es Künstler je vermöchten.

Paul Claudel zitierte ein spanisches Sprichwort: >Die Ordnung ist die Freude der Vernunft, die Unordnung die Wonne der Phantasie<.

Da es nun in der bildenden Kunst ebenso wie in der Musik Unterhaltungs- und ernste Malerei gibt, wobei unseren Bürgern immer mehr Unterhaltungskunst immer lieber geworden ist, möchte ich noch bemerken, dass der Mensch tiefe, sehr ungeordnete Untergründe hat, aus deren Bewältigung das entsteht, was so schwer zu definieren ist: die Kultur. Wir haben das Austoben solcher Instinkte kennengelernt. Das Menschenbild von heute kann nicht mehr so gesehen werden wie vor 1933. Wenn wir also die Erfahrung einer erschreckenden Dimension des Menschen gemacht haben, dann müsste einer Kunst, die erschrecken macht, ein Stillschweigen eher entsprechen als der blöde Ruf nach sauberer Leinwand. Es hat ja auch die Tatsache, dass der Mensch sündhaft ist, seiner Würde nichts wegnehmen können.

Aber es lohnt wohl auch die Suche nach dem, was der Zeit fehlt, für Staatsleute und Künstler. Und wie der Staat Paragraphen braucht, um Chaos zu bannen, wie das Meer den Deich, so kommt auch Kunst aus Tiefen, die der Sublimierung bedürfen. Das könnte Toleranz ermöglichen zwischen denen, die ein Chaos und jenes labile Fundament des Anarchistischen von Bach, Beethoven, Mozart nicht zu überhören ist, und jenen, die die Gestalt menschlichen Zusammenlebens zu formen haben: eine größere Figur des Staates, die wir Demokratie nennen. Das wäre wohl eine neue Utopie: dass man von jedem einzelnen von uns sagen könnte, er hat die Welt, um wie vieles auch immer, reicher gemacht.“ (Nach Kunstreport 1’81 S. 2-7; Informationsblatt Deutscher Künstlerbund e. V. Berlin).

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Dietmar Moews meint: Anbetracht der Namens-Aufzählung seriöser Künstlerkollegen seiner Zeitgenossenschaft, sehe ich mich durchaus nicht im Nachteil gegenüber GEORG MEISTERMANN. Allerdings besteht heutzutage zu den relevanten MEISTERN, wie z. B. dem Maler DAVID HOCKNEY, nur wenig sozo-politische Kommunikation. Viele der heute auch äußerst erfolgreichen echten Künstler (die es ja durchaus gibt) treiben ihr Berufswesen außerhalb der OKF bzw. auf dem Rücken der SALONPERSONNAGE als prominente Aushängeschilder, dass die organisierte moderne KUNSTPAUSE ja keinesfalls eine Todesstille ist.

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Alte Scheune in Leer mit Corona-App

Mai 23, 2020

Lichtgeschwindigkeit 10041

am Sonntag, 24. Mai 2020

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Tarnkappe – „Such‘ mich“

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Gestern kam es in einem ostfriesischen Restaurant „ALTE SCHEUNE“ unter „geregelten Coronaschutz-Vorschriften“ zu gestreute Infektionen der Gäste und auch der Gastwirtschaft. (Was vom Gastwirt unverzüglich abgestritten worden ist – doch jetzt sind die Zeugen in der Mehrheit der Wahrheit).

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Gäste und Wirt hatten also kurze Zeit danach CORONA-Grippe mit Blick auf Covid-19 in Leer.

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Dietmar Moews meint: Wer heute – nach Öffnung der Gastronomie – ein Lokal besuchen will, muss BUCHEN – und dabei seine persönlichen Daten angeben und ausweisen. Jeder unterschreibt damit seine freiwillige Geiselrolle, in eine Isolations-Quarantäne zu gehen, wenn irgend ein ihm völlig fremder Mensch, der ebenfalls in diesem Restaurant war, in der darauffolgenden Zeit „CORONA POSITIV“ auffällt.

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(Der Virusbefallene kann sich ganz woanders angesteckt haben – aber, wer in dem Restaurant war, muss dann mal 14 Tage in Quarantäne, nebst all den gefährlichen Ärzten-Kliniken, Testumständen – bis ein bestenfalls „normales Leben“ neuentsteht – wer sich CORONA holt, hat schlecht aufgepasst.

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Denn dafür hat man ja die DATEN ALLER vorher eingesammelt-

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Wenn eine Virus-Epedemie begonnen habe, kann es auch eine Pandemie werden oder als ENDEMIE verstanden werden.

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Die gesundheits- und ordnungspolitischen Informationen durch die zuständigen staatlichen Stellen beschrieben die Corona-Infektionen als tödliche Gefahr für alle weniger kräftigen und gesunden Menschen.

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Die Expansion an Lungen-Entzündungs-Intensivpatienten, besonders an künstlicher Sauerstoff-Intubationsanwendung erzeugte unglaublich brutale Bilder aus China, bald aus Italien, dann auch bei uns in Deutschland.

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Wer von den bis heute angeblich 150 000 geheilten deutschen Menschen unbeschreibliche Dauerschäden für das Restleben hat, wird nicht mitgeteilt. Dahinter steckt auch die zynische Taktik einer „Herdenimmunität“, die gesamte Gesellschaft schrittweise (durch Lockerungen dosiert) mit CORONA ZU INFIZIEREN.

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Und jetzt kommt, was ich weiter oben in LICHTGESCHWINDIGKEIT ja empirisch-soziologisch dargelegt hatte. Man hat alle namentlich erfassten Kontaktpersonen des Restaurantbesuchs und soll also die Infektionskette von Corona abschneiden und stoppen können – wie mit einer IT-Überwachungs- Datenschleuder-APP.

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Nun wollen wir mal sehen, wie die Quarantäne-Kontakt-Spionage die ganzen Kontaktmenschen und deren weitere Kontaktmenschen u.u.u. vom Gesundheitsamt telefonisch erreicht werden und diese ins Anti-Corona-Spiel zu bringen vermögen.

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APP morgen – nie mehr in die Kneipe mit Quarantäne-Vertrag.

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neues deutschland 19. Mai 2020

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ATOM-SUPERGAU aus menschlichem Versagen

Mai 19, 2020

Lichtgeschwindigkeit 10040

am Dienstag, 19. Mai 2020

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Im Zusammenhang mit vernünftiger, vorausschauender politischer Führung gibt es immer beide Tendenzen – das „Abwiegeln“ und das „Teufel an die Wand malen“.

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Da man nie weiß und nie wissen kann, wie das heraufkommende Lebensgeschehen ausschlägt – zugunsten oder zuungunsten der Lebensziele -, ist „Vorsicht die Mutter der Porzellankiste“. Der nüchterne Blick ist bereit, Kosten zu übernehmen, auch wenn sich später ergibt, dass es gar nicht so schlimm gekommen ist.

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So gibt es also zeitgeistige Bewusstseinslagen in denen die große Mehrheit bereit ist, Kosten klaglos hinzunehmen und andere Situationen, wo plötzlich tödliche Giftmengen im Grundwasser, im Boden, in der Luft Demonstrantenmassen auf die Straßen bringen. Da verhaßt man sich wegen CORONA und ignoriert radioaktive Vergiftung.

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Ein objektives Maß für Indolenz oder Erregbarkeit gibt es nicht, wenn eine Fliege zum Elefanten gemacht wird oder wenn Atomvergiftung auf ewige Dauer als „Restrisiko“ oder mit willkürlichen „Grenzwerten“ hingenommen wird – Hauptsache es rechnet sich.

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Wenn es sich rechnet, merkt der deutsche Bürger auf. Was bedeutet es, dass Versicherungen zwar grundvorausgesetzte Bedingung für die Betriebslizensierung eines ATOMKRAFTWERKES sind. Aber für den größtmöglichen ATOMKRAFTSCHADEN – extra so genannt, „SUPERGAU“ – gibt es keine Versicherung, die bereit ist zu versichern. Und genau für den SUPERGAU wird die Betriebserlaubnis erteilt, auch wenn kein Versicherungsschutz, also keine Haftung, besteht.

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SUPERGAU ist, wenn eine ATOMANLAGE durch atomtechnische Kettenreaktionen sich selbst zerstört und durch nichts, durch keinerlei Maßnahmen, gestoppt werden kann. Alle Radioaktivität dringt in die normale Lebensluft, wird geatmet und verbreitet sich auf ewige Dauer überall in der Welt – ein SUPERGAU ist als eine Schadenssumme gar nicht zu beziffern. Wie viele Generationen Menschen irgendwo anders in der Welt an Lungenkrebs oder Leukämie verrecken? – es geschieht.

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UND NUN DER SKANDAL der GANZEN SCHWEINEREI mit der gewerblichen Kernspaltung – angeblich um unseren Tages-Energieverbrauch zu decken:

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ATOMANLAGEN havarieren nur selten als höhere Gewalt oder technisches Versagen.

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In Deutschland sagen Lobbyisten der ATOM-INDUSTRIE immer vollautomatisch: Die deutsche TECHNIK sei sicher. Mit deutschen ATOM-ANLAGEN seien SUPERGAUS, wie in Harrisburg, in Tschernobyl oder in Fukushima nicht möglich.

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Die empirische Wahrheit unserer ATOM-SUPERGAU-GESCHICHTE zeigt das Gegenteil:

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ATOMKRAFTWERKE explodieren und brennen durch, weil verantwortliche Menschen schwere Fehler bei der Bedienung der Anlagen gemacht haben und immer wieder machen werden – egal wie technisch perfekt die ATOMANLAGEN gebaut worden sind.

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Immer hatten wir menschliches Versagen – niemals technisches Versagen.

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Dass ATOMANLAGEN ordentlich gekühlt werden müssen, gehört zu den technischen Standards. Dass diese Kühlung sichergestellt sein muss, ist Teil der Betriebszulassung.

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Es hilft uns nun gar nicht, so zu tun, als sei ein menschliches Versagen bei der Steuerung eines ATOMKRAFTWERKES als SABOTAGE anzusehen.

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HEUTE lese ich: 18. Mai 2020 berichten die Presseagenturen:

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neues deutschland, Seite 4, dpa:

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„Radioaktives Material aus Reaktor entwichen

Garching. Am Forschungsreaktor FRN II in Garching bei München ist radioaktives C-14 ausgetreten. Der Jahresgrenzwert des radioaktiven Nuklids sei überschritten worden, teilte die Technische Universität München (TUM) als Betreiberin mit. Für Menschen und Umwelt habe zu keiner Zeit eine Gefahr bestanden, betonten die Betreiber sowie das bayerische Umweltministerium als Aufsichtsbehörde. Es sei eine „Geringfügige Überschreitung“ des in der Betriebsgenehmigung festgelegten Wertes bei der C-14-Ableitung über den Kamin in die Atmosphäre festgestellt worden, hieß es. Der Jahresgrenzwert sei um rund 15 Prozent überschritten worden, sagte FRM-II-SPRECHERIN Anke Görg der deutschen Presse-Agentur. Eine Auswertung am Donnerstag habe den Wert ergeben. Grund war den Angaben zufolge ein „individueller Fehler“ bei der Montage einer Trocknungseinrichtung.“

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Dietmar Moews meint: Was nun? individueller Fehler? oder technischer Montagefehler?wenn ich mich hier in Köln auf das „neue deutschland – der sozialistischen tatata-Zeitung der DDR – verlassen muss, ist das doch schön, wenn ich mich verlassen kann; denn in allen anderen deutschen Tageszeitungen stand es nicht (Süddeutsche Zeitung kostet inzwischen 3 Euro 20, das neue deutschland nur 2 Euro).

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Mir war am Donnerstag in Köln gar nicht so aufgefallen, dass erhöhte C-14-Strahlung meinen Astralkörper geschädigt hatte.

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Da macht es sich bezahlt, dass ich Flugzeugreisen vermeide, wo man ständig die radioaktiven Dröhnungen unweigerlich tankt (während auf dem Viktualienmarkt bayerisches Wildschweinfleisch mit Geigerzählern verfolgt werden kann).

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