Köln Süd offen! 2015 – ZUGINSFELD 42 von Dietmar Moews verkauft

April 1, 2015

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vom Mittwoch, 1. April 2015

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Ein seit einiger Zeit angebahnter Kunstkauf eines Sammlers hat jetzt für den Maler Dietmar Moews eine spannenden Situation ergeben.

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Es ist das große Tafelbild „ZUGINSFELD mit dem Hülsenbeckschen Kind“ von dem Kunstsammler gekauft worden. Der abgestimmte Verkaufspreis (VK) soll einvernehmlich 10.000.- Euro betragen. Es soll eine den Kauf ernsthaft glaubhaft machende Anzahlung bar vom Käufer geleistet werden.

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Uneinigkeit herrscht seit einigen Monaten darüber, in welchem Zustand dieses große Werk aus der Bilderreihe ZUGINSFELD (42) DMW 681.1.14.190cm/190cm, Öl auf Leinwand, in Köln gemalt, ausgeliefert bzw. abgeholt werden kann.

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Sammler und Künstler haben den Kauf vereinbart, als das Gemälde aus Sicht des Malers noch nicht fertig war. Der Sammler wollte aber das Bild in etwa dem Zustand, den es bei der ersten Begegnung hatte, für sich in seine Sammlung aufnehmen.

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Man verständigte sich darauf, dass mehr oder weniger lediglich noch die entsprechende Textbeschriftung aus ZUGINSFELD von Otto Nebel zur Ächtung des Krieges in das Gemälde eingefügt werden soll, aber keine sonstigen gestalterischen Veränderungen.

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Dietmar Moews meint: Ich finde Bilderkäufer immer sympathisch. Der Kunstprozess, der um ein Werk beginnt, wenn es gekauft und bezahlt worden ist, ist erfahrungsgemäß anders und intensiver, als nur die Betrachtung des Werkes durch anonyme Betrachter während einer Ausstellung.

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Ich finde auch interessant, zu erfahren, welche Art von Ambition ein Käufer hat, sei es, dass bereits eine beträchtliche Privatsammlung oder privat-öffentliche Vermarktungsstrukturen dahinter stecken. Oder auch, wenn es eine kleine Auswahl verschiedener Hände und Köpfe als Sammlung bereits gibt oder sogar der allererste Kunstkauf anliegt.

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Wann ein Werk fertig ist, bestimmt der Künstler selbst zweifellos. Wann ein Käufer kauft, kann der Kaufwillige annonzieren – beide müssen sich dann einigen oder nicht. Gekauft ist, wenn bezahlt ist.

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LICHTGESCHWINDIGKEIT Empfehlung: Köln Süd offen! 2015 – so lautet die EINLADUNG an alle Kunstinteressierten und Freunde zur diesjährigen Künstler-Aktion in KÖLN SÜD.

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Das ZUGINSFELD-Bild soll dieses Jahr bei Köln Süd offen! 2015 den Mittelpunkt der Präsentation bei Dietmar Moews werden. Dazu sind alle freundlichen Interessenten herzlich eingeladen.

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Kuchen für KÖLN SÜD offen 2014!

Kuchen für KÖLN SÜD offen 2014!

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Auch zum 10-jährigen der offenen Ateliers gibt es wieder den bewährten Plattenkuchen und Kaffee bei Hendrikje Gröpler und Dietmar Moews in der Mainzer Strasse 28.

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Köln Süd offen! 2015 findet am Wochenende 25. und 26. April statt.

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Es wollen sich 82 Künstler daran beteiligen, sich und ihre Kunstwerke öffentlich in den Mittelpunkt der Begegnung mit Kunstpublikum zu stellen.

www-koeln-sued-offen.de

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Von der Unermeßlichkeit des Schönen

Mai 10, 2014

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am 10. Mai 2014

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Der Wahrer im Schönen ist der Gehalt an Zeugerischem: – wofern diesem eine sinnmehrende Gefüge-Einheit als Maßstab entspricht.

Erst mit dem sinnfälligen Dasein von Formgutem kann Zweckbeordnetes nützlich werden, das es zu wahren gilt.

Solches behält bleibenden Wirkwert, wenn es die Mitte bildet zwischen Übermaß und Mangel.

…“

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Zitiert nach: Otto Nebel, Von der Unermeßlichkeit des Schönen (1961-63) in Frühwerke, Schriften zur Sprache und zur Kunst – Das dichterische Werk Band 3 in Frühe Texte der Moderne, herausgegeben von René Radrizzani der edition text+kritik herausgegeben von Jörg Drews, Hartmut Geerken und Klaus Ramm, München 1979


Art Cologne eröffnet: Dietmar Moews stellt auf der Kölner Kunstmesse aus

April 10, 2014

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am 10. April 2014

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Die diesjährige internationale Kunstmesse Art Cologne wurde auf dem Gelände der kölnmesse eröffnet.

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Eintrittspreis für Besucher liegt jetzt bei 55 Euro.

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Neueste Kunstbotschaft von der diesjährigen Art Cologne sind zweifelhafte Neuigkeiten, wie sogenannte Neue Medien (Video).

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Mit Nam June Paik wurden bereits vor Jahren die langweiligen flimmernden Bildschirmmauern in den zeitgenössischen Kunstmuseen abgeräumt. Jetzt also auf der Art Cologne: Wo früher ein Bild hing, hängt heute ein Bildschirm.

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Mexicano Öl auf Textil 140/140cm in Dresden im Jahr 2000 gemalt.

Mexicano Öl auf Textil 140/140cm in Dresden im Jahr 2000 gemalt.

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Das Handels- und Sammelpublikum soll folglich Video-Clips der schnellen Art sammeln und anschauen – ja, YOUTUBE freut sich.

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Dietmar Moews, Maler und Künstlergelehrter hat im Jahr 2014 das große Vergnügen, auf der Art Cologne 2014 und bei Köln Süd Offen 2014 mit der Galerie Smend zusammenzutreffen.

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Erste Begegnung von Moews und Smend fand bereits im Jahr 1977 auf der Art Cologne statt, die damals, neu gegründet, noch IKI hieß:

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Galerist Rudolf Smend, Mainzer Straße 28 in der Kölner Südstadtstellte aus:

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Dietmar Moews stellte 1977 mit der Galerie Merkin-Möws aus Hannover in Köln aus.

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Dietmar Moews mit dem AGAVENSTRAND auf dem Flyer der Kölner Kunstmesse im Jahr 1977.

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Im Jahr 1973 hatten Dietmar Moews und Gerhard Merkin in Hannover die Galerie M gegründet. Die Künstler der Galerie M von Moews und Merkin gehörten dem künstlerischen Freundeskreis der Maler Bernhard Dörries, Peter Jansssen, Egon Neubauer, Stefan Schwerdtfeger an. Nach mehreren Teilnahmen auf dem Kunstmarkt Göttingen kam Köln.

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IMG_1356Mit diesen Malern traten Merkin und Moews auch 1977, erstmalig, auf einer internationalen Kunstmesse auf.

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Schäubles Schuldenhaushalt 2014 – Steinbrücks-Wahllüge

April 9, 2014

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Dietmar Moews, am 9. April 2014

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Man sagt es so leicht als Bundesfinanzminister: Die Finanzkrise war erheblich. Vielen Bürgern anderer westlicher Staaten geht es viel schlechter als uns Deutschen. Die Krise ist nicht bewältigt, aber:

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Der Bundesfinanzminister der im September neugewählten Bundestagsfraktionen, die eine GROßE KOALITION aus CDU und CSU und SPD, die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel (CDU) und eine neue Bundesregierung gebildet haben – BMF Dr. Wolfgang Schäuble (CDU) – hat nach viertägiger Bundestagsdebatte aller Fraktionsredner seinen Haushaltsentwurf für das laufende Haushaltsjahr 2014 vorgestellt und verteidigt:

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Bundeskanzlerin Merkel lobt die „Standfestigkeit“ in Schäubles Haushaltspolitik – was meinen Sie mit Standfestigkeit, Frau Dr. Merkel? Schäuble macht doch weiterhin die „zusätzliche Schulden-Politikpartei CDU“.

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Ja, die SPD – die SPD hat Peer Steinbrück gar nicht erst ans Rednerpult zu dieser seiner Haushaltsdebatte im Reichstagsgebäude gelassen.

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Der neue Bundeshaushalt enthält erneut weitere Staatsverschuldung. Schäuble redet irreführend von einem ausgeglichenen Haushalt. Ja, ausgeglichen durch neuerliche zusätzliche Staatsverschuldung.

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Die Redner der Regierungskoalition täuschen die Öffentlichkeit in zwei grundsätzlichen, harten Tatsachen.

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1. Der vorgelegte Haushalt basiert teils bereits auf aktuellen unerwarteten enormen, hohen Steuereinnahmen des Bundes.

Man muss verstehen, dass diese und andere Wachstumszahlen keineswegs volkswirtschaftliche Leistungen oder gar Leistungssteigerungen entspringen, sondern einfach durch Inflation. Die Notenbanken drucken Geld – und inzwischen reden wir nicht mehr von Millionen oder Milliarden sondern wir reden und rechnen in Billiarden.

Deutschlands Bundesfinanzminister hat also enorm hohe Zahlen GELDES an Steuern eingenommen und – in einer solchen Situation müssen zwei finanzpolitische Maßnahmen angewendet werden:

a. Die Notenbank muss inflationär gepumptes Luftgeld vom Geldmarkt nehmen.

b. Die Regierung muss die schrecklichen Staatsschulden abzahlen – weil die Finanzkasse viel zu viel hart erarbeitetes Wertschaffen der Steuerbürger mit unglaublichen Wucherzinsen bezahlt:

Wir zahlen viel zu viel Zinsen, statt uns was leisten zu können, nur weil wir diese Schuldenberge wachsen lassen. Das macht die GROKO – diese GROßE KOALITION, die wir im September 2013 gewählt haben.

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2. Die SPD und der Kandidat Peer Steinbrück haben im Wahlprogramm 2013 und im Wahlkampf die Wähler getäuscht – Steinbrück versprach Sanierung und Schuldenabbau. Jetzt macht die Gabriel-SPD StaMoKap-Neuverschuldung in der GROKO. Haben wir das gewählt? Antwort: Nein! Ganz eindeutig haben die Deutschen die SPD als Schulden-Politikpartei nicht gewählt. Sondern es liegt ein Wahlbetrug der SPD vor.

Die SPD war zur Bundestagswahl 2013 mit dem harten Kontrastprogramm gegen die CDU/CSU angetreten, eine Haushaltssanierung und Schuldenabbau zu machen.– Es war nicht einfach Stopp der Neuverschuldung im Programm, nein der SPD-Kandidat Steinbrück erklärte SCHULDENABAU. Steinbrück hat das sehr detailiert erklärt, wie sich die SPD-Finanzpolitik von der MERKEL-Schuldenpolitik unterscheiden soll:

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Steinbrück erklärte: Wenn es gute Steuereinahmen gibt, werden Staatsschulden abgezahlt und nicht neue Schulden draufgesattelt, um zusätzliche Wahlgeschenke oder Zusatzausgaben zu tätigen.

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Wieso erzählen die Redner der Großen Koalition 2014 (Merkel Drei), dass nun im Jahr 2015 ein ausgeglichener Haushalt versprochen wird, der nunmehr aber wirklich ohne Neuverschuldung auszukommen versprochen wird.

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Ja, wieso eigentlich ohne Neuverschuldung?

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Kein Wort wird der Inflation und er Luftgelddruckerei gewidmet – nämlich verlangt ist seriöse Finanzpolitik durch Schuldenabbau. Der Staat muss uns aus der Banken-Zins-Zange befreien. Die Schulden müssen weg, damit nicht länger alle Leistung in Banken-Zinswucher fließt.

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Deflation ist ein Zaubermittel der Marktwirtschaft: Wenn Angebot und Nachfrage von den Produzenten und den Konsumenten auf dem laufenden gehalten werden, ist Sparsamkeit und Konsumverzicht nicht negatives Wachstum sondern Gesundung.

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ALARM: Die angeblichen Marktwirtschaftler akzeptieren die Selbststeuerung des Marktes nicht. Wenn Nachfragesteigerung zu Wachstum und Gewinnen führen, dann muss Konsumzurückhaltung zu Gesundschrumpfung und Gewinnverkleinerungen führen – das ist gesund: Das ist Deflation. Deflation ist vernünftig und marktbedingt.

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Künstliche Konsumsteigerung durch Suldpumpen ist Wahnsinn und dient allein den unproduktiven Gewinnpraktiken der großen Banken.

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Die Bundestagsdebatte wurde zum Teil im Staatsfernsehkanal Phoenix live übertragen und wurde für diesen Beitrag von Dietmar Moews beobachtet.


Von der Unermeßlichkeit des Schönen

April 8, 2014

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am 8. April 2014

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V,11

Die Wärme im Schönen ist die fühlbare Strahlkraft des Formguten einer inhaltswahren Gefüge-Einheit, – also die Folge des offenbaren Vorrangs der zeugerischen Unmittelbarkeit angesichts der prüfsamen Strenge im Gestaltbefunde.

Mit der schöpferischen Liebe entsteht die Freiheit des Unmittelbaren: dank der Fülle des Möglichen; mit der empfangenden Weisheit entsteht die Vernunft des Ermittelbaren: dank der Fülle des Wirklichen.

Doch allein infolge des Verbundenseins von beseeltem Vollbringen mit entsprechendem Ermessen überwiegt in erschaffenen Sinngefügen des Schönen die Wärme.

…“

Zitiert nach: Otto Nebel, Von der Unermeßlichkeit des Schönen (1961-63) in Frühwerke, Schriften zur Sprache und zur Kunst – Das dichterische Werk Band 3 in Frühe Texte der Moderne, herausgegeben von René Radrizzani der edition text+kritik herausgegeben von Jörg Drews, Hartmut Geerken und Klaus Ramm, München 1979

 


Bürgerpolitik: Eine Freundin emailt – Doktor Winterlatt antwortet

April 2, 2014

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am 2. April 2014

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Gruß

Lieber Kuckuck. Beunlustigt beobachte ich bei mir selbst, so oft ich mit Repräsentanten unzufrieden bin, besonders bei Politikern geht es mir so, dann überfallen mich zusätzlich Ekelgefühle angesichts von Niedertracht und anscheinend geringer Bildung. Damit meine ich gar nicht Wissen oder Können oder Professionalität, sondern das übergreifende Gepräge durch Menschlichkeitswissen, Weisheit und Augenmaß, das man wohl braucht, um Gerechtigkeit zu erkennen und auch durch Selbstdisziplin der Allgemeinheit gegenüber zu bringen, auch da wo es sich nicht direkt auszahlt oder kostet.

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Beinahe glaube ich, dass ich besonders ärgerlich bin, wenn ungebildete Leute gleichzeitig reich und mächtig sind, als sei ein bescheuerter Millionär schlimmer als ein strunziger Hilfsarbeiter.

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Ist es nicht auch überhaupt schwierig, jemand Bildung, sich zu bilden nahezulegen, der Zweck und Nutzen solcher Anschaffung gar nicht zu gebrauchen wüsste? Was könnte man dem Ungebildeten sagen, der täglich erlebt, wie gute Sitte oder Moralverpflichtetheit ausgenutzt und bestraft wird, während die Rücksichtslosen den Ton angeben?

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Antwort

Man muss sich da wirklich hineindenken und sich fragen, in welchen sozialen Situationen, wo man selbst entscheidet, wie man sich verhält und was man dazu sagt – meist sind das, Verhalten und Erklärungen, unterschiedliche Positionierungen -, wie sehr man dabei auf Gerechtigkeit oder ein übergeordnetes So-Sein-Sollen auch selbst befolgt? Wie gesagt, reden wir nicht einfach von Gesetzestreue und Recht und Ordnung. Wir reden von Spielräumen allgemeiner und konkreter Regeln, ja auch Vorschriften, an denen man sich vorbeimogeln kann, die man einfach übersieht oder gar nicht kennt, oder in dem man glaubt: Merkt ja keiner! Oder: Zahlt ja die Versicherung!

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Am einfachsten scheint dazu Beispiele zu betrachten, in denen man selbst den Bildungsmangel anderer Adepten erleidet und ärgerlich wird.

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Bei Max Weber, dem „Sozialkundler“, gibt es Betrachtungen über seine Zeit – Ende des 19. Jahrhunderts bis1920, als es speziell im 1871 gebildeten Ersten Deutschen Reich politische Parteien gab und Bürgerliche gab, die Kapitalisten waren und Parlamentsabgeordnete, dass es außerdem auch weiterhin Adelige und Militärs gab, die in der Staatspolitik aktiv waren. Und Max Weber erklärte, dass und wie welche neuen verschiedenen Bürgertümer, Kaufleute, Ingenieure, Künstler, Ärzte, Adelige, Privatiers, Bankiers, Professoren, Militärs, nicht unbedingt gebildet waren. Ein Adeliger war nicht von der Famileinabkunft her gebildet. Ein Schneider oder Buchdrucker waren eher gebildet, weil er seine Lebenszeit zum Denken und Nachdenken benutzen konnte – ein Kaufmann oder Börsianer war stets in Hektik und ziemlich bedenkenlos ungebildet.

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Wer Millionäre für faule Zeitgenossen hält, die auf ihren Yachten Veuve Clicquot süffeln, irrt. Sie sind süchtig nach politischer Arbeit und wollen dem Gemeinwesen dienen. Nicht nur in der Ukraine oder in Russland ist das eine schöne Tradition, im US-Senat sitzen sie zu Hunderten, in der britischen Regierung haben sie die Mehrheit, im chinesischen Parlament sind es schon 75. Jedenfalls sagen die das – ihr Verhalten ist meist anders, nämlich eigensüchtig und rücksichtslos geartet.

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Dagegen wirken die paar reichen Hanseln in der französischen, spanischen oder kosovarischen Politik geradezu lächerlich. Ganz zu schweigen vom Berliner Senat. In dem vertreibt sich einer der wenigen Kuponschneider die Langeweile im Finanzressort, ohne dass die hochqualifizierte Amtsführung ihre Spuren in der Stadt hinterließe. Unauffälliger hätte es auch ein Nichtmillionär oder Kontoüberzieher nicht machen können.

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Fragen wir also: Soll ein Millionär im Parlament nicht mal Gehalt bekommen? Abgeordnetenvergütung? Ist es denn nur zum Kotzen? Weder Karl Marx noch die von ihm aus den zu kurzen Ärmeln gezauberten Arbeiterklassen waren gebildet, in dem deren teils verschärftes Auskennen keinesfalls zu moralischer Qualität, mehr als Selbstgerechtigkeit je gereicht hätte. Heinrich Heine, der Schriftsteller entsprang dem deutschen Bankiersbürgertum, war nicht die Arbeiterklasse. Marx selbst war Gereichtsrats Sohn, ein übler Wicht, wie man in sämtlichen Hinterlassenschaften stets unerwünscht mitgeliefert bekommt, wenn man Marx nur anfasst: ÜBEL. Und die gebildete Arbeiterschaft?

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Ich glaube, mit Machiavelli, dass Republik besser ist als alle anderen Sozialorganisationen. Wie ökonomisch leistungsfähig eine Organisation im Konkurrenzkampf sein kann, wenn stets prozessurale Abstimmungen zwischen Profitentscheidung und demokratischer Mitbestimmung wegen Gerechtigkeit und so weiter gefunden werden müssen, während auf der Gegenseite der Sultan Putin seine Bildung ausspielt? – das ist die Frage zur Staatskunst.

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Niemand ist gehindert, in seinen politischen Gesprächen stets auch Bildungsfragen, Gerechtigkeit und Schönheit anzusprechen.

Kuckuck


Xi Jingping, Lehrer der Deutschen, herzlich willkommen!

März 28, 2014

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am 28. März 2014

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Der chinesische Staatspräsident Xi Jingping bereist derzeit Europa und auch die Bundesregierung wird ihn mit hohen staatlichen Ehrformen willkommen heißen.

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China stärkt den Kontakt zu Europa und auch zu Deutschland. Die Disposition für diese Beziehungsentwicklung liegt in konkreten und allgemeinen politischen Interessen Chinas. Wir können aus der chinesischen Reisepolitik enorm lernen. Wir müssen nur fragen: Welche Interessen hat China? Welche Interessen hat China in der Welt? Welche mit dem Westen? Welche Interessen mit Europa? Welche Interessen hat Xi Jingping, sodass er als höchster chinesischer Vertreter Berlin und die deutsche Bundeskanzlerin besucht?

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Lernen müssen die Deutschen, was es heißt, die Lage zu erkennen und die Interessen der anderen zu erkennen und zu verstehen und mit den eigenen Interessen im Sinn mit anderen einen gelingenden Umgang zu entwickeln.

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Xi Jingping zeigt es uns gerade, wie es China gegenüber Deutschland anstellt.

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Die deutsche Regierung hat Schwierigkeiten, die eigenen Erkenntnisse, Einsichten und Politikkonzepte zur heutigen Gesamtlage und zu den vielseitigen Einzellagen zu benennen. Ein medienöffentlicher Diskurs über diese Lage ist unerwünscht. Die Massenmedien betreiben diese allgemein-öffentliche Diskussion nicht offen. Wir haben einen verstockten Blockparteienbetrieb mit Tagesschau und Heute-Sendungen, die unter dem Sammelbegriff „Aktuelle Kamera“ laufen können.

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Die Deutschen sollten mal üben, die Lage zu peilen. Die Lage zu IT-Revolution, zu Cyber war, Israel, zu Obama, zu London, zur EU, zu Syrien, zu NSA, die Lage zu Erdogan und so weiter, statt immer wieder zu hetzen und unsinnige Forderungen zu stellen. Wer zwingt uns eigentlich, eine Ukrainepolitik zu machen, ohne die Ukrainelage zu benennen? Wer zwingt uns, statt eine Ukrainelage zu erkennen, unseren Friedenspartner Putin zu bedrohen? Wie blöde sind wir? Wer will das?


Von der Unermeßlichkeit des Schönen

März 26, 2014

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am 26. März 2014

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IV,10

Der Reiz im Schönen ist jener Ansporn seitens einer Gefüge-Einheit, durch das Sinnfällige ihres Formgutes auch ihr Inhaltswahres zu erschließen.

Ohne das Ergründen der inneren Gefäßwürde kann aber durch Sinnfälliges des Gestaltbefundes allein dessen Inhaltswahres nicht ermittelt werden.

Dank schöpferischem Ermessen erhält das Reizvolle im Schönen durch Zusammenwirken mit dem Geheimnisreichen sinnmehrendes Gewicht und tiefere Bedeutung.

…“

Zitiert nach: Otto Nebel, Von der Unermeßlichkeit des Schönen (1961-63) in Frühwerke, Schriften zur Sprache und zur Kunst – Das dichterische Werk Band 3 in Frühe Texte der Moderne, herausgegeben von René Radrizzani der edition text+kritik herausgegeben von Jörg Drews, Hartmut Geerken und Klaus Ramm, München 1979

 


Von der Unermeßlichkeit des Schönen

März 20, 2014

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am 20. März 2014

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IV,4

Der Hort im Schönen ist der erzielte Gewinn an Beseelkraft in einer wohlgestalten Sinngefüge-Einheit aus Inhaltswahrem und Formgutem.

Ohne solchen Zuwachs an innerstem Geistwerks-Nutzen aus frischem Inhaltswahrem läßt sich durch Formenreize allein nichts Sinnmehrendes im Schönen horten.

Folglich geschieht im Schaffen von Schönem wahrhaft Neues niemals durch äußeren Formenwandel, sondern stetsfort nur durch Einstrahlungen aus zusätzlich erforschten Innenschau-Bereichen.

…“

Zitiert nach: Otto Nebel, Von der Unermeßlichkeit des Schönen (1961-63) in Frühwerke, Schriften zur Sprache und zur Kunst – Das dichterische Werk Band 3 in Frühe Texte der Moderne, herausgegeben von René Radrizzani der edition text+kritik herausgegeben von Jörg Drews, Hartmut Geerken und Klaus Ramm, München 1979

 


Von der Unermeßlichkeit des Schönen

März 17, 2014

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am 17. März 2014

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IV,1

Der Zweck im Schönen ist ein Vorsatz seines Inhaltswahren, durch entsprechendes Formgutes ein bestimmtes Schöpfungsgeheimnis in eine sinngenaue Nutzwirkung zu verwandeln.

Ohne Erschaffung einer geheimnistreuen Gefüge-Einheit, die den Wertrang des Erhaltenden erkennen lässt, wird der Zweck zu einem Nichts.

Das Zweckbewirkte allein ist als das Letzte das Erfüllte, als Werk das Nutzwirkende und als Gleichnis das Wesenhafte.

…“

Zitiert nach: Otto Nebel, Von der Unermeßlichkeit des Schönen (1961-63) in Frühwerke, Schriften zur Sprache und zur Kunst – Das dichterische Werk Band 3 in Frühe Texte der Moderne, herausgegeben von René Radrizzani der edition text+kritik herausgegeben von Jörg Drews, Hartmut Geerken und Klaus Ramm, München 1979