Uli Hoeneß – Kampfmoral und Unmoral eines Steuerkriminellen 4

März 13, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4206

am 13. März 2014

Urteil erging: Der Vorsitzende am Münchner Landgericht, Rupert Heindl, verlas das Urteil um 14 Uhr 10 am 13. März 2014: Drei Jahre und sechs Monate Gefängnis ohne Bewährung, im Sinne der Anklage.

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Urteil von 14 Uhr 10 am 13. März 2014 wurde verlesen:

Der Beklagte wurde im Sinne der Anklage zu drei Jahre und sechs Monate Gefängnis (also ohne Bewährung) verurteilt. Diese Strafzumessung wurde aus den einzeln bewerteten sieben Steuerhinterziehungen zusammengesetzt und enthält augenscheinlich mildernde Umstände. Der Haftbefehl bleibt bestehen.

Die Selbstanzeige konnte zum Termin Januar 2013 in keiner Weise eine substatiierte Selbstanzeige ergeben und war absichtlich irreführend. Die freiwillige Zahlung von 10 Millionen Abschlag auf die Steuerschulden war – „ich bin doch nicht dämlich“ – viel zu gering, wenn seitens des Beklagten 28,5 Millionen, bis zu 60 Millionen Steuerhinterziehung für möglich gehalten werden. Das bringt zweifellos Kampfmoral und Unmoral (Verpitbullung) des Beklagten zu den inkriminierenden Tatsachverhalten hinzu. Die Salamitaktik und die nicht vollumfängliche Klärung aller näheren Umstände bringt die eingeschränkte Einsicht und Reue des Beklagten Hoeneß eindeutig zum Ausdruck.

Hoeneß bleibt gegen Kaution weiterhin auf freiem Fuß. Ferner steht das Steuerstrafverfahren der Finanzbehörde aus, anschließend sind sämtliche Schulden nebst Zinsen zu zahlen.

Der Verurteilte hat in seinem „letzten Wort“ nicht Bedauern oder Einsicht bekundet.

Es wird die schriftliche Urteilsbegründung noch zu folgen haben.

Der vierte Verhandlungstag am Landgericht München im Strafverfahren gegen den Prominenten Uli Hoeneß wurde, wie anfangs beabsichtigt, heute, ohne zusätzliche Interventionen, mit den Anträgen der Staatsanwaltschaft durch Staatsanwalt von Engel und des Verteidigers Hanns W. Feigen dem Urteilsspruch entgegengebracht.

Die Staatsanwaltschaft stellte die einzelnen Anklagepunkte – Steuerhinterziehung in sieben Fällen, systematische kriminelle Energie, nichtstrafbefreiende und unwirksame Selbstanzeige, strafverschärfende Verhaltensweise des Beklagten. Strafmildernde Aspekte der besonderen Belastungen als Sonderfall seiner Prominenz als Fußballer und weitere sind nicht auf die Straffälligkeit zu beziehen, sondern auf das Strafmaß.

Die Verteidigung räumte die Straffälligkeit in den Anklagepunkten ein, ging nicht auf die verschärfenden Argumente der Staatsanwaltschaft ein, forderte dennoch nur eine Bewährungsstrafe und sistierte auf strafbefreiende Wirkung der unvollständigen Selbstanzeige. Ferner beantragte der Verteidiger die Aufhebung des Haftbefehls.

Besonderheiten:

Die angängigen Reden von „vollumfänglichem Geständnis“ sind nicht haltbar, solange Hoeneß nicht beurteilsfähige Steuererklärungen vorgelegt hat.

Die nunmehr bekannten Dimensionen der Spekulations-Schwarzgeschäfte von Hoeneß legen nahe, dass die Höhe der Kaution zu gering und die Höhe der auszugleichenden Zahlungsverpflichtungen eine Fluchtgefahr erhöht.

So lange Hoeneß nicht inhaftiert ist, muss er ab Sofort besondere Melde- und Reiseauflagen erfüllen.

Es wurde deutlich, dass die FC Bayern München AG die zurückliegenden Geschäftspraktiken des „zahlungskräftigen“ Managers Hoeneß klären und untersuchen muss.

Das Urteil hätte erheblich höher ausfallen können.

Angekündigt seitens des Verurteilten war in diesem Falle der Antrag auf Revision. Der Verteidiger erklärte anschließend vor der Öffentlichkeit, dass Revision beantragt wird. Es soll vom BGH die Aspekte der strafbefreienden Wirkung höchstrichterlich genauer erwogen und begründet werden.

Hiermit verpflichtet sich die Verteidigung in einem Zeitraum von nur einem Monat nach Beantragung der Revision, einen Katalog von juristischen Fragen auszuarbeiten bzw. Begründungsanalysen und -Interpretationen, die den BGH veranlassen, den Fall erneut einer Strafkammer beim Gericht zur Neuverhandlung vorzulegen.

Das Verfahren selbst wird viele Monate Zeit beanspruchen.

Der FC Bayern München hatte angekündigt, dass der Streuerkriminelle und Betrüger Hoeneß bis zu einer letztgerichtlichen rechtsgültigen Entscheidung – ungeachtet der Geständnisse – als unschuldig zu gelten habe und in seinen FC-Bayern-Ämtern weiter bleiben soll.

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Fortsetzung folgt