Bubrowski oder Bukowski? Gebärmutter oder Reagenzglas

Juni 5, 2015
Lichtgeschwindigkeit 5638

vom Freitag, 5. Juni 2015

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Bildschirmfoto vom 2015-06-01 00:24:36

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Während ich in dieser Lichtgeschwindigkeit hervorzuheben gedenke, mich sehr zu freuen, mit der heutigen Holz-Ausgabe, die ich als treuer Zeitungskäufer täglich von meinen Händlern kaufe und bar bezahle, die erste FAZ zu sehen, die schon von der Titelseite her das Gepräge des sehr geschätzten Jürgen Kaube, nun auch mehr Mitherausgeber, zu erkennen:

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Nicht mehr der mir missliebige Schirrmacher, als überkandidelter Honigsauger und Dünnbrettbohrer, der sich eigentlich in gar nichts wirklich auskannte. Immer wenn Schirrmacher was Neues aufgegabelt hatte, hatte er lediglich seinen Schreib-, Telefonier- und Lesefleiß, aber kein tragfähiges Gespür zelebriert. Nichts von Schirrmacher – meine ich – konnte man ungeprüft benutzen. Schirrmacher war also kein kritischer Dienstleister, sondern er machte Arbeit, statt Verlässliches zu bieten. Problem: Er konnte nichts.

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Jürgen Kaube nunmehr verfügt über Geltungsrang durch Augenmaß und Urteilskraft zu den heute gebräuchlichen Orientierungsstrategien in Macht und Politik. Kaube ist eine solide Variante vom Nietzsche-Übersetzer Charles Bukowski („Umarme das Schicksal – jenseits von Gut und Böse“ und Isaiah Berlin „Diesseits von Gut und Böse“).

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Das heißt: Wir Menschen und die Farben der Moral, der empirischen Herrschaftspolitiken und des mutmaßlichen Seinsschlüssels, in die kurze Tagesform einer Frankfurter Allgemeine Zeitung gefasst, sollten erkennbar und belastbar sein (sodass die Verlags-Rechnung aufgehen kann).

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Das war in der heutigen Ausgabe – meinem Wunsch gemäß –  in Titeln der Titelseite der Frankfurter Allgemeine Zeitung so aufgereiht:

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(Oberthema: Erziehungsstreik, Eltern, Kinder, Maximen von Führung und Fühlung mit Führungsanspruch), „Heute:

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Demokratisches Restrisiko

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Moral statt Politik

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Rettung für Hochschulen

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Auf schmalen Schultern

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Büromieten steigen kaum“

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Zu jeder dieser Titelzeilen stehen die tagespolitischen Geschehnisse und Bedrängnisse in steilem Verhältnis: Rechtsstaat und Mob, staatliche Bildungsapparate, Missverhältnis von Genieabhängigkeit zu Mehrheitsintegration, dazu der Kaufvertrag als Über-Ich.

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Was also machen wir mit dem Anfang jeder Gemeinschaft für ein gelingendes Gemeinschaftshandeln, der kollektiven Urteilskraft?

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Die Urteilskraft stärken.

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Wie geht das?

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Durch organisierte Bildung.

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Das kostet – und schon sind die Eltern bedient (Jasper von Altenbockum „Die Eltern sind bedient“ Titel-Kommentar am 5. Juni 2015). Der Wadelbeißer hat hier die Volkshochschulen vergessen, die der Mangelbildung der Erwachsenen abhelfen sollen.

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Wie bildet man Eltern, an denen bereits Erziehung und Bildungsziele verfehlt wurden? Mit Helene Bubrowskis Anti-Bukowski-Text: „Wer denkt an die Kinder?“ (immer noch Titelseite der FAZ) am 5. Juni 2015.

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Es geht mit der wichtigsten Textstellung, FAZ Seite 1, oben links, los:

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„Erziehungsstreik für Schlichtung unterbrochen“ – es fehlt der Hinweis auf den Charakter von Industriegewerkschaften in unserer Zeit: Nicht nur hat die Ver.di-Führung die Erzieher mit diesem Streik verraten, auch führt sie unverschämt vor, wie Herrschaft durch den durchorganisierten Verbändestaat über alle Herzen und Köpfe hinweg durchgesetzt wird. Die FAZ hier ganz bei „sich“, Partei-Zeitung auf der StaMoKap-Seite der herrschenden Blockparteien („demokratisches Restrisiko“, „Moral statt Politik. Aufklärerische Kritik als Wurzel der modernen Dauerkrise …“, „Rettung für Hochschulen“ …).

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Kurz: Kaubes Stichworte stimmen. Doch heraus kommt blendende bzw. kaschierte Herrschaftsmoral („Großer Gott wir loben Dich“ / vom <Kölner Dom-Chor bei geöffnetem Fenster laut anhören).

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Helene Bubrowski schreibt, dass es „In Vitro Fertilisation“ gibt – also Erzeugung menschlicher Abkömmlinge ohne Liebe und ohne kulturelle Vorurteile, quasi „Jenseits von Gut und Böse“, wie Nietzsche es in seiner Vorurteilslehre beschrieb. Dass es mit Heidegger das feindliche Gestell gibt, unsere tradierten Vorurteile, die die Möglichkeiten des zukünftigen Seins ankränkeln, verhindern, indem „Das Dasein in das mögliche Sein hinaussteht“. Und nun schlägt Sloterdijk nach und fordert: „Die schrecklichen Kinder der Neuzeit“ –  sie lernen nicht das Notwendige – denn nun sind sie Heideggerfreunde: Vorurteilsfeindlich (also hirnrissig).

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Helene Bubrowski beschreibt, wie gebunden und geborgen das künstliche Erzeugtwerden nicht ist, wie brutal es für Eilieferanten, Austrägerinnen, Fremdgeborene, Identitätsschwache, Neukranke, nämlich unwerte Menschen, nur sein kann – dagegen die gute Tradition des Sexus Nexus mit allerliebst Liebesleid, Kabalen und missbrauchten Briefen, Inzuchtquoten und KuckucksUse – so weit das Auge reicht Lug und Trug, aber traditionell und herrschaftsbewährt.

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Die junge Frau Bubrowski also voll aus ihrer Lebenserfahrung schöpft, der einfachen Moral das Wort in der FAZ reden möchte. Eigentlich aber liefert sie lediglich eine Stoffsammlung der Plattitüden, ziemlich unsystematisch außerdem, legte man Kriterien der empirischen Sozialforschung daneben. Welche Argumente dagegen das Lebensrecht aller Missgeburten und Geschundenen, Behinderten und Ungelieben, Bastarde und Kuckuckskinder haben, nachdem solche auch noch das Purgatorium der gesellschaftlichen Ächtung in jedem Belang nicht nur überlebten, sondern daraus die Hochbegabung, eine Sonderstellung zu machen vermochten (wenn sie nicht gestorben sind) und den Preis angeboten bekamen, den sie dann dem Helene-Bubrowski-Schwangerschaftsturn-Vereinen der FIFA spendeten – mit dem spöttischen Kommentar angenagelt: „Ihr Manna könnt ihr selber saufn. Es lebe das unwerte Leben.“ – das beschäftigte FAZ-Autorin Bubrowski gar nicht.

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Dietmar Moews meint: Bei aller Zukunftsgenealogie und Integrationsführung hat der Roman-Soldat Schwejk nicht zu Unrecht behauptet: Man muss sie in die Tür einklemmen, will man eine Katze umbringen – die haben ein zähes Leben.

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Ein „so Sollen“ des staatlich geführten Fortpflanzungssinnes, eingeschlossen „Kinder, deren Eltern miteinander Geschlechtsverkehr gehabt haben sollen“ (Bubrowski am 5. Juni 2015), machtmoralisches Pfahleinschlagen des Leitmediums FAZ, die sich eigentlich mehr für USA-hörige Medien- und Militärspiele erwärmt, klingt mir aus dem Munde der Helene Bubrowski nicht klar und deutlich genug:

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Sie sollte es: „Konservatives Umherirren traditioneller Verhängnisse nennen – lieber den alten Krieg als den neuen“. Nein, sie malt Schwarz und Weiß, wie jedes Heinzlein von Heinrich Heine im Keller das Blutfass doch kennt, aber die Anderen für blöde halten möchte.

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Es kann dafür der SPD-Mann Herbert Schmalstieg wenig dafür, dass dieses Thema an ihm sein Leben lang vollständig vorbeigegangen ist (als Nummer Zehn der Prominentenmannschaft immer elegant), der hier auf Seite 8 in der FAZ, 5. Juni 2015 von Günter Bannas als „Schlichter“ vorgestellt wird.

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Und auch hier hat die FAZ-Redaktionskonferenz nicht die nötige Zeit aufgewendet, zu prüfen, ob hinter dieser Tapetentür wirklich der Weg ins Freie führt: Schmalstieg als Schlichter, nachdem Gewerklschaft und Arbeitgeber bereits ihre „FIFA-Methode“ haben durchblicken lassen?

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Ein gezieltes Interview mit Schmalstieg zur heutigen Ausbildungslage der Erzieher, als Kindergärtner, Sozialpädagogen, Erziehungswissenschaftler, Diplom-Erzieher und so weiter, hätte Mehrwert haben können. Der Abrichtungsakt der Schlichtung ist bereits jetzt schon ein Akt der LÜGENPRESSE – die streikenden Erziehungsberufsständlerinnen und -ständler tun mir leid. Und was sagt Helene Bubrowski, deren schutzbedürftiges Klientel hier doch übers Stöckchen springen darf?

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Sie möchte, dass die “Überlistung der Natur“ gesellschaftlich gewünscht, neumodisch nicht unter Strafe stehen, aber nicht zur „Gefahr durch die hässlichen Seiten des Machbarkeitswahns“ werden solle. Das nenne ich verneinte Verneinung des Verneinens: (Don’t be denied /Neil Young)

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Und – ich erlaube mir den Scherz zur Frage: Wohin mit dem Zeigefinger (gehn wir zu Dir oder zu mir?)? – wenn es ein mahnender, aber „zahnloser Zeigefinger ist“ (Helene Bubrowski), so stecke ihn einfach in die Nase.

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MARIANNE BIRTHLER: Erinnerungen – ein Buch gelesen

September 3, 2014

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am Mittwoch, 3. September 2014

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Ich grüße alle meine Freunde und Bekannte, unserer gemeinsamen Vorzeit, die sich hier in eine tägliche LICHTGESCHWINDIGKEIT einfinden. Hoffentlich kann ich Belustigendes liefern.

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Witz / Esprit = als Belustigung für alle, die nicht auf diese Art frommer Lebensdienlichkeit zugeschnitten daherkommen, sondern in eigener Prägung, es aber täglich verdienen: Kommen Sie nach Köln-Südstadt, nördlich Eierplätzchen – da wird es täglich hell und dunkel (selten wirklich hell).

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Jetzt komme ich gleich zu Marianne Birthler – Moment noch:

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Eine täglich, alle Arbeitsfelder der Soziologie – also unseres Lebens – abdeckende Feldarbeit und Nachrichtenerkundung, mit dem Nebenprodukt der täglichen LICHTGESCHWINDIGKEIT, hier im Blog, ist eine schöne Selbstverblödung ein kurzes Leben zu zerschreddern – aber … dazu studiere ich meine Fächer.

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Außerdem leiste ich mir den Luxus relativ impressionistischer Stichproben, neuerscheinende Bücher zu kaufen und zumindest anzulesen (oft schmeiße ich das Zeug in die Ecke und nehme lieber einen Band aus der Gesamtausgabe von Karl Kraus‘ Fackel vor). Denn Eines ist für mich sicher: das Gute soll man immer wieder lesen – das Mittelmäßige durch ein starkes Urteil möglichst ohne Zeitverlust erkennen können und sich sparen.

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Also hier, die Berliner DDR-Frau Marianne Birthler (geboren 1948 in Berlin), die sich den Aufwand machte, ihre Erinnerungen auszuarbeiten. Sie erschienen bei Hanser Berlin unter dem Titel „Halbes Land Ganzes Land Ganzes Leben“ (in Versalien).

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Geteiltes Deutschland im Titel – wo ist die Ostzone?

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Marianne Birthler – sie war Schulministerin im 1990 neugegründeten Land Brandenburg – schreibt auf Seite 250:

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(S. 250) … Der Streit um das Schulgesetz war für mich eine wichtige Lektion. Ich warb leidenschaftlich für das, was ich für richtig hielt, lernte aber auch, Kompromisse auszuhandeln, sie zu akzeptieren und zu ihnen zu stehen. Das war etwas anderes, als mit Freunden kontrovers über den Text einer Protesterklärung zu diskutieren. Jetzt ging es ums Regieren, um politische Konzepte und Entscheidungen, die sehr konkrete Folgen für Menschen hatten.

Mitunter tat das noch richtig weh. Zum Beispiel nach mühsamen Haushaltsverhandlungen, in denen ich einiges erreichen konnte, aber auch Niederlagen einstecken musste. Dann war das „Paket“ geschnürt und würde den Landtag passieren, und ich würde ihm zustimmen. Doch bevor es so weit war, stellte die Opposition manchmal Anträge, deren Inhalt ganz in meinem Sinne war, ob es nun um die Erhöhung des bescheidenen Taschengelds für Heimkinder ging, um die Verringerung von Klassenstärken oder um mehr Mittel für die Weiterbildung von Lehrkräften. Genau für solche Anliegen hatte ich mich ja in den vorangegangenen Verhandlungen eingesetzt, mich aber nicht durchsetzen können. Dann saß ich jedes Mal auf meinem Platz auf der Regierungsbank des Landtags und kämpfte mit mir: Sollte ich, Abgeordnete eines frei gewählten Parlaments, nicht bei jeder Abstimmung meiner Überzeugung folgen? Eine einzelne Stimme würde das Ergebnis ohnehin nicht beeinflussen, aber darum ging es nicht: In mir sperrte sich alles dagegen, einen Antrag, den ich inhaltlich befürwortete, abzulehnen und damit gegen meine Überzeugung zu stimmen. Doch dann, als die Neinstimmen aufgerufen wurden, starre ich geradeaus und hob meine Hand. Es war richtig so. Aber ich fühlte mich nicht gut dabei.

Das ist eine banale Geschichte, über die gestandene Politikerinnen und Politiker nur den Kopf schütteln können. Politik ist die Kunst des Kompromisses, und wer einen mühsam ausgehandelten Kompromiss unter Berufung auf das Gewissen unterläuft, ist nicht automatisch der bessere Mensch. Es könnte sich auch um egoistisches Beharren handeln, um mangelnden Respekt gegenüber hart erkämpften gemeinsamen Positionen, um die Unfähigkeit, politisch zu denken. Doch wo liegt die Grenze? Wo wandelt sich angebliche Politikfähigkeit in Selbstverleugnung und Opportunismus, und wo wird die Treue zur eigenen Meinung zur Prinzipienreiterei und führt in die Isolation? Es sollte in den folgenden Jahren genügend Gelegenheiten geben, darüber nachzudenken, ob ich unter allen Umständen zu meiner Überzeugung stehen würde oder ob ich bereit wäre, sie um eines anderen Zieles willen zurückzustellen… „

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Dietmar Moews meint: Bekenntnisse sind, wenn sie ehrlich zu sein scheinen, wie hier die von Marianne Birthler, respektabel. Dass sie ihre Professionalitätserkenntnisse auf banale Art, auf die Gut / Böse, ehrlich / unehrlich, Kompromiss / kompromisslos verkürzt abklärt, ist Gedankenlosigkeit.

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Sie glaubt, es ginge um Prinzipienstrenge und Standhaftigkeit, oder es ginge um Biegsamkeit und Opportunismus. Und damit werden die christlich-protestantischen bzw. preußischen Tugenden bzw. Hartleibigkeiten ausgetragen. Ein jenseits von Gut und Böse (Nietzsche) und ein diesseits von Gut und Böse von Isaiah Berlin als Modus der sozialen Lebensbejahung – auch als Parlaments-Partei-Abgeordneter und Regierungsmitglied scheint ihr bis heute nicht in den Blick geraten zu sein.

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Bei diesem Buch suche ich nach vertieften Kenntnissen über meine Erlebnisse mit Menschen aus und in der DDR: In der Neuen Sinnlichkeit hatte ich vor 25 Jahren einen bewegenden Aufsatz von Georg Pohl, dem Dresdner in Leipzig, heute in Hamburg, über “Uwe Hankel in der DDR-Sozialpsychiatrie“ publiziert – bei Marianne Birthler stehen knappe Angaben zu „Jugendwerkhof Torgau“. Dazu Birthlers Vorstellungen zu Vergangenheits-Aufarbeitung / -Bewältigung als wünschenswerter Vorstellungsorientierung. Wer das nicht kannte, muss besser still sein.

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Es ist für eine gewisse Birthler-Kundschaft sicher eine bedarfsorientierte Vorstellung – dagegen aus meiner Sicht ist es die gefühlige Rückgewendetheit, statt die Zukunft von Vorurteilen abzudämpfen und eine Vorurteilsbefreiungskonzeption zu proklamieren (wohl wissend, das Menschsein heißt: Vorurteilsbeladen und traditionell zu sein und werden zu müssen).

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Wie kann ich, wie können wir in Tradition, in Abhängigkeiten, in Veränderlichkeiten miteinander unser Leben entfalten?

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Wie lassen sich dabei Daseinvorsorge und Zukunftsgestaltung organisieren, während mehr neue Probleme entstehen als gemeinsam gelöst werden können?

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Es wird stets gleichzeitig immer eine Problemverdrängungs- und Propagandakommunikation institutionalisiert, der ein auf ehrlich / unehrlich gestähltes Ostberlin-Huhn als Individuum immer nur mit dem Pathos der Entfremdung und großer Bindungsverlustigkeit begegnet.

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LER? – das muss deshalb aufhören, weil die christliche Hartleibigkeit ein fröhliches Erinnern und Vergessen – im Bilde des Gekreuzigten – auszuschalten sucht und stets ausschalten konnte, wo sie zum Zuge kommt.

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Ich sage mit Heidegger (ausnahmsweise): Stehe hinaus in das mögliche Sein.

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ASSAD-WAHL in Syrien

Juni 3, 2014

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am 3. Juni 2014

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In Syrien wird von brutalen Militaristen Krieg veranstaltet. Alle wichtigen militaristischen Kriegsstaaten der Welt zündeln direkt und indirekt in Syrien.

Große Kreativität in der Zersetzungs- und Kriegspropaganda hat das selbst im Dauerkrieg lebende Israel (Gershom Gorenberg „Israel schafft sich ab“). Wie praktisch, wenn rings um Palästina panarabische Volksgruppen durch gezielte Bewaffnung, riesige Bestechungsgelder und zu Al Qaida-artigen Muslimisten / Islamisten / Kriegsorthodoxien aufgebaut werden. Task Forces und Mossad stets im Dienst.

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Syrien war die Lebensheimat von vielfältigen Volksgruppen, diverser Religionsausprägungen, vorherrschend die spezielle moslemische politische Machtgruppierung der Familie Assad.

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Dieser Assad ist keineswegs Führer des Islams. Assad ist nicht einhelliger Führer der sozialen Entitäten in Syrien. Assad war ein Personalarrangement, das jahrelang geeignet war, die Balance aller möglichen Interesseneinflüsse auszutanzen. Bis die Zündelei begann.

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Heute herrscht riesiges Flüchtlingselend und Not in Syrien und für alle Syrer sowie den hilfsbereiten Staaten um Syrien herum. Assad kann die staatliche („zivile“) Ordnung nicht mit seinen Mitteln der Staats-und Ordnungsgewalt durchsetzen. Er versucht es – und da ist der KRIEG. Die Frechheit beginnt schon damit, den Krieg in Syrien Bürgerkrieg zu nennen: Der Bürgerkrieg der INTEGRATIONISTEN eigener Art – Scheiße.

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Was sollen Israel, Russland, USA, Persien, Saudi-Arabien, Türken mit Patriot-Systemen – alle mit deutschem Giftgas bewaffnet (außer die Todesstrafler in USA, die ihre Kundschaft nicht totkriegen).

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Ich frage: Wo sind die Kurden. Hat man die nicht ordentlich bewaffnet?

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Mit Nietzsches Jenseits von Gut und Böse – also nüchtern, vorurteilsfrei beurteilt – und mit Isaiah Berlins Diesseits von Gut und Böse – also vorbehaltlos auf die Seite der Menschen gestellt, gibt es doch für Syrien nur eins:

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Diese Wahlen, die heute begonnen haben, und wo drei Kandidaten zur Wahl stehen, von allen wahlberechtigten Syrern, die in halbwegs befriedeten Landesteilen und örtlichen Offizialgelegenheiten Wahllokale finden können, sind der Schritt hin zu einer friedlichen Entwicklung.

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Alle Propagandisten und Kriegbetreiber, die sofort in das Medienhorn stoßen, diese Wahl und Assad niederzumähen, sind dämliche Lappen. Welche Lösung, den absurden Krieg in Syrien zu stoppen haben die denn?

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Die Feinde von Assad haben nunmehr über Jahre die syrische Bevölkerung geschunden. Es gibt inzwischen junge syrische Menschen, die nur in Zeltlagern und Fluchtnot gelebt haben. Sollen gefälligst alle, die diese Wahlen ablehnen, sofort Alles tun, den Krieg in Syrien abzubrechen und ein auskömmliches Leben ohne Unterdrückung der sozialen Vielheiten und Minderheiten einzuleiten. Sie tun es nicht. Sie wollen auch keinen Übergangsmodus mit Assad.

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Zunächst sollten mal die Hersteller, Händler und Lieferanten des Giftgases von Syrien vors Landgericht München und nach Verurteilung in vier Tagen der bayerischen Staatskrise in die JVA-Landsberg verlagert werden, wo sie dann ERSCHEINEN müssen.

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Dietmar Moews meint: Wo ich in der Welt hingekommen bin, gibt es Dumme – mich schrecken die dummen Deutschen in Deutschland besonders.

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Orthodoxe jeweiliger Religion sind stets die Dummen.

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Unsere abrahamitische jüdisch-christlich-moslemische Eingötterei ist die zahlenmäßig am weitesten in der Welt verbreitete – und die unfriedlichste und kriegerischste. Zu recht verbreitet der katholische Christen-Papst Franz Integrationsparolen, während seine Schafe die Welt zerstören – echt schade, dieser organisierte Irrglaube.

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Das heißt: Die überwiegende Zahl moslemischer Lebenseinheiten ist aus normal friedlichen Menschen nur mit bösen Tricks und Not in Kriege zu führen. Der sogenannte militante Islamismus sind immer junge Dumme, die an einer missverstandenen Ungerechtigkeit in Zorn versetzt werden, und dann in persönlicher Gewaltbereitschaft ein moralisches Ventil zu finden meinen. Verantwortlich sind die Führer und die Finanziers der Waffenhändler.

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Von der Unermeßlichkeit des Schönen

April 26, 2014

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am 26. April 2014

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VII,5

Der Kenner im Schönen ist der Erfüller, dem es gelingt, das Inhaltswahre bestimmter zeugerischer Ursprungsgeheimnisse in entsprechendes Formgutes von Sinngefüge-Einheiten zu verwandeln.

Mit solchem Beseelen in solchem Vollbringen beweist sich der Zuchtwert des Kenners durch Adel des Könnens.

Doch Kenntnisse allein vollbringen nichts Schönes.

…“

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Zitiert nach: Otto Nebel, Von der Unermeßlichkeit des Schönen (1961-63) in Frühwerke, Schriften zur Sprache und zur Kunst – Das dichterische Werk Band 3 in Frühe Texte der Moderne, herausgegeben von René Radrizzani der edition text+kritik herausgegeben von Jörg Drews, Hartmut Geerken und Klaus Ramm, München 1979

 


Von der Unermeßlichkeit des Schönen

April 9, 2014

 

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am 9. April 2014

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V,12

Die Pracht im Schönen ist die Jubelkraft der Vielfalt und der Anmutfülle jenes Formguten, das, – als Inhalt seines Wahren, eine Sinngefüge-Einheit des Überschwangs zu bilden vermag.

Mit der betonten Sinnmehrung im Formguten schöner Pracht bleibt das Darweisende bewahrt vor Missbrauch der Ausdrucksweisen.

Das Protzen mit sinnleeren Formen oder entbehrlichen Mitteln widerspricht durchaus der wahren Pracht im Schönen, weil diese mit Notwendigkeit allein aus Schöpfungsgeheimnissen hervorgeht.

…“

Zitiert nach: Otto Nebel, Von der Unermeßlichkeit des Schönen (1961-63) in Frühwerke, Schriften zur Sprache und zur Kunst – Das dichterische Werk Band 3 in Frühe Texte der Moderne, herausgegeben von René Radrizzani der edition text+kritik herausgegeben von Jörg Drews, Hartmut Geerken und Klaus Ramm, München 1979

 


Von der Unermeßlichkeit des Schönen

April 7, 2014

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7. April 2014

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„… V, 10

Die Fülle im Schönen ist die Geheimnis-Fruchtbarkeit des Zeugerischen und somit die unaufhaltsame Zunahme jener Bildemöglichkeiten, die sinnmehrendes Ursprungsneues erschaffen helfen.

Mit dem Möglichkeiten-Zuwachs im geborgenen Ursprungsneuen wird der Bereich des Erfüllten unermesslich, da bereits jede einzelne der sinnreifen Formen des gemehrten Schönen unzählige Abwandlungen zulässt.

Die Fruchtbarkeit des zeugerischen Geheimnisses nämlich ist ein ausstrahlendes Kerngeschehen, das im Innersten des Zeugegutes beginnt.

…“

 

 


Uli Hoeneß – Kampfmoral und Unmoral eines Steuerkriminellen 10

März 19, 2014

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am 19. März 2014

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Dies ist die zehnte FOLGE zur Hoeness-Moral von inzwischen 25 fortschreitenden Texten LICHTGESCHWINDIGKEIT.

Es ist ein kleiner soziologischer Volksschul-Kurs vom Soziologen – ich lade herzlich ein:

 

Der Fall der Strafverfolgung des prominenten Steuerkriminellen Uli Hoeneß findet in der gesellschaftlichen Resonanz bemerkenswerte Einlassungen zur vorgetragenen Kampfmoral und Unmoral des Straftäters wie auch in den Stimmen der öffentlichen Szenerien.

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Der Steuerkriminelle Hoeness hat weder vollumfänglich die Klärung seiner Straftaten gesucht, noch hat er sich von der Salamitaktik seiner Verteidigung distanziert.

Der Steuerkriminelle zeigte im Gerichtssaal, dass er weiterhin bedauert, dass man ihm das „Handwerk“ gelegt hat. Er würdigte demonstrativ seinem Selbstanzeige-Fachmann keinen Blick. Dabei ist anzunehmen, dass dieser Mann über weiteres belastendes Wissen verfügt.

Hoeness wird gemäß seiner Verurteilung nach Lage der Dinge ordnungsgemäße Steuerbescheide vom Finanzamt erhalten und diese einschließlich aller Zusatzkosten ausgleichen müssen.

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Das Lügengebäude

Das Lügengebäude, das Hoeness der Öffentlichkeit und seinen FC Bayern-Mitgliedern vormacht, lässt sich kaum schönreden. Noch kürzlich erklärte der vorbestrafte Steuerkriminelle als Titel-Story eines Hochglanz-Wochenblattes:

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Mein größter Aktien-Flop war der Kauf der Aktien von BV Borussia Dortmund“.

Damit setzt Hoeness seinen Steuerhinterziehungen im Großen eine Verpitbullung im Kleinen hinzu. Er nutzt den Wunsch der Bayern München-Fußballer nach Stallgeruch und Zusammenhalt, indem er vorgibt, sich hauptsächlich mit BVB-Aktien verzockt zu haben.

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Eine moralische Selbstbesinnung der Hoeness-Unterstützer und der öffentlich vorgetragenen Indifferenz ist bislang nicht erkennbar. Die Sprecher des FC Bayern verstärken diesen Irrlauf, als seien sowohl der Verein wie die AG FC Bayern München bzw. einzelne Exponenten, wie der ebenfalls vorbestrafte Karl-Heinz Rummenigge, selbst in das betrügerische Riesenrad verstrickt.

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Das geringe Wissen des allgemeinen Publikums und der Öffentlichkeit, wie auch das bessere Wissen in Kreisen der potentiellen Steuerbetrüger, die hier moralisch im Abseits bleiben, charakterisieren die resonanzlose Passage des Falles Hoeness als unmoralische Sensation der Gesellschaft.

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Die Kommentatoren meinen, diese Amoralität und Indolenz seien bezeichnend für die weitreichende Steuerunehrlichkeit jedes Einzelnen Steuerbürgers: Man verhält sich still, weil man nur selbst Glück hatte und zufällig nicht selbst erwischt worden ist.

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Dietmar Moews meint:

Kampfmoral und Unmoral eines Steuerkriminellen sind aktuell deutlich. Die soziale Kontrolle der verschiedenen den Steuerkriminellen umgebenden Kollektive und Szenerien distanzieren sich kaum bzw.bekennen sich lediglich zur Erklärungsnorm „Steuerehrlichkeit“. Gleichzeitig belegt die „Verhaltensnorm“ in der Öffentlichkeit, mehr von der „Farbe im Alltäglichen“ zu halten als vom Rechtsstaat.

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In privaten und informellen Meinungsbildern kommen eher Schweigen zum missliebigen Thema als moralische Reklamation zum Ausdruck. Die Individuen der Gesellschaft halten nichts von der eigenen sozialen Kontrollfunktion. Bevorzugt wird abgelenkt auf leichtgängigere Parteinahmen der Fußballfans, entweder für oder gegen den FC Bayern München.

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Aus sozialwissenschaftlicher Perspektive sind die Fragen zur Steuerehrlichkeit, zum gesamten Steuerstaat als Gemeinschaftswert, die soziale Verpflichtung zur Kontrolle und zur Teilnahme an der Meinungsbildung, aktualisiert.

Es hat den Anschein als suchten die Menschen stets eher Erleichterung und Pflichtlosigkeit, als durch verbindliche Sozio-Kultur der fortlaufenden Reproduktion der Gesellschaft dienen zu wollen.

Erhöhung des staatlichen Drucks gegen Verpitbullung würde nicht der Intergration nützen, sondern vermutlich die Basisdistanz erhöhen.

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Moralisieren ist begrenzt und führt nicht zu größerer moralischer Werttreue gegenüber Wahr und Falsch, Gut und Böse, bzw. nicht zur Stärkung der Kampfmoral, wenn die Bürger ihr Selbstverständnis Diesseits von Gut und Böse – also auf der eigenen Seite – ansiedeln. Es grüßt Max Stirner: „Der Einzige und sein Eigentum“.

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Fortsetzung folgt