Uli Hoeneß – Kampfmoral und Unmoral eines Steuerkriminellen 3

März 12, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4203

am 12. März 2014

Der dritte Verhandlungstag am Landgericht München im Strafverfahren gegen den Prominenten Uli Hoeneß schloß mit den vorliegenden Beweisaufnahmen und Zeugenschaften. Der Prozess genügt damit der staatsanwaltlichen Klageschrift substantiell in allen Punkten:

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Der Angeklagte hat die vorgeworfenen Straftaten vollständig gestanden. Erst durch diesen Strafprozeß hat Hoeneß zusätzliche wesentliche zu Tage geförderte Straftaten gestanden.

Ob hiermit der gesamte empirische Komplex vollumfänglich dem Gericht und der Öffentlichkeit mitgeteilt worden ist, konnte bislang nicht geklärt werden, ist aber auch nicht Bestandteil der Klage.

Uli Hoeneß als Kaugummikauer zeugt von Kampfmoral im Ernstfall. Tätige Reue, Wiedergutmachung und Geständnisse zur Strafmilderung oder gar Strafbefreiung sehen anders aus. Auch gewinndezimierende Sozialspenden vor Steuern sind zwar kein Raub aus der Finanzkasse, aber unter Aspekten der persönlichen Imagepflege lediglich die „Kapital verpflichtet“-Pflicht. Jetzt also 27,2 Millionen Euro? – wieso sollte man das glauben? Das Geständnis soll laut Verteidigung bis zu 60 Millionen hin gelten.

Implizit führt die Verteidigung indirekt „Suchtkrankheit“ bzw. zeitweilig „eingeschränkte Zurechnungsfähigkeit“ vor: „Der Betrüger war nicht(!) krank, habe aber zeitweilig den Überblick verloren und Tag und Nacht „gezockt“.“

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Was meint Edward Snowden? Die Volldatenspeicherung der NSA muß mit einer Suchsoftware in kurzer Zeit nach Uli Hoeneß‘ digitaler Märchenwelt abgecheckt werden können und präzise pfündig werden – aber?

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Hoeneß‘ Verteidigungsinszenierung lief heute darauf hinaus, dass der Strafverteidiger – „wir sind doch nicht dämlich“ – vortrug, die Gesamtdimension der Steuerkriminalität nebst der hinzugekommenen Betrugs-Straftaten der in Deutschland geltend gemachten Verlustvorträge zwar erst scheibchenweise eingestanden zu haben. Jedoch die Größenordnung der Straftaten habe er schon zu Anfang gekannt.

Hoeneß ist damit geständiger Steuerhinterzieher und geständiger Betrüger.

Hoeneß‘ gewünschte Strafbefreiung wurde durch die scheibchenweise Mitwirkung und das Zurückhalten wesentlicher Tatsachverhalte ausgeschlossen. Weitere Konten in der Schweiz und in Deutschland in ähnlicher Benutzung waren in der Selbstanzeige verheimlicht worden.

Die bisherige Klärung im Verfahren am Landgericht hat die Frage zur Gültigkeit der Selbstanzeige zweifelsfrei erbracht: Die Selbstanzeige ist nicht vollständig gewesen. Die Mängel, Fehler und Fehlstellen der Selbstanzeige waren nicht im guten Glauben, sondern wider besseres Wissen vorgelegt worden.

Im Verlauf des Prozesses wurde darüber hinaus seitens der Verteidigung der Eindruck erzeugt, es habe anbetracht des unübersichtlichen Schwarzhandels des Angeklagten keine kurzfristige Möglichkeit bestanden, eine vorschriftsmäßige Selbstanzeige vorzulegen.

Gleichzeitig konnten über ein Konto in Deutschland entsprechende Devisenhandelsverluste des beklagten Hoeneß als „perfekte“ Verlustvorträge geltend gemacht werden. Damit kommen die verspätet vorgelegten 70.000 Blatt Schwarzgeschäftsdokumente der Schweizer Vontobel-Bank beabsichtigter Vertuschung gleich. Folglich geht die Unmöglichkeit einer termingerechten vollständigen Selbstanzeige zu Lasten des Beklagten selbst.

Ferner hat Uli Hoeneß, auch als Wurstfabrikant der Howe-Nürnberg und als FC Bayern-Berufsmanager sowie Vorstand und Präsident des Münchner Vereins und dessen Aktiengesellschaft, keinen Aufschluß über den gesamten Zeitraum der Schwarzgeschäfte für seine Geldquellen gegeben. Weder Gesamtvolumen noch Einzelnachweise sind geklärt. Angesichts gewünschter Strafmilderung hat der Beklagte Hoeneß – ungeachtet von Strafbarkeit und diverser Verjährungen – seine Karten eben nicht auf den Tisch gelegt.

Hoeneß wird durch den Gerichtsbeschluß nicht mit „reinem Tisch“ vor die Öffentlichkeit treten können:

Das angebliche Geld von dem Adidasmanager und Freund Robert (der tot ist) ist sowohl zweifelhaft – wer würde sich in eine solche Erpressbarkeit begeben, wie Uli Hoeneß es durch sein geheimes Schwarzgeldkonto brachte – wie auch die Quellen des insgesamten Finanzvolumens von dem hier in der angängigen Steuerstrafsache gegen Hoeneß gehandelt wird. In diesem Zusammenhang kam es damals zur privaten Begünstigung durch eine ansonsten unmotivierte Bonitätsstellung über 20 Mio und zum bevorzugten Einstieg der Adidas gegen den Mitbewerber Nike beim FC Bayern.

Es hat Indiskretionen gegen das Recht von Hoeneß auf Steuergeheimnis gegeben.

Denn inzwischen ist bekannt, dass ein erheblicher Kreis von bayerischen CSU-Politikern, z.B. Ministerpräsident Horst Seehofer, über Hoeneß Steuergeheimnisse widerrechtlich informiert worden war. Außer der Justizministerin (Fall Mollath) Beat Merk, hätte das niemand wissen dürfen. Wo ist also die Verletzung des Steuergeheimnis‘ zu suchen? – beim Finanzamt? beim Landgericht? vermutlich bei der CSU?

Inzwischen ist bekannt, dass Hoeneß von der CSU-Ministerin Aigner einen Oberbayern-CSU-Landtagswahlkreis angeboten bekommen haben soll.

Damit liegt auf der Hand, dass im Gerangel um den CSU-Listenplatz mit dem den möglichen Kandidaten Hoeneß diskreditierenden Insider-Schwarzgeschäfte-Wissen geplänkelt worden ist: Hoeneß hat natürlich auf eine CSU-Kandidatur verzichtet.

Der Fall Hoeneß zeigt also weitere Facetten der andauernden Staatskrise in Bayern. Seehofer muss in einen Untersuchungsausschuß zum Steuergeheimnis. Die damalige Bayerische Justizministerin Dr. Beate Merk, heute Europaministerin, ist für die eklatente Verletzung des Steuergeheimnis zur Rechenschaft zu ziehen.

Falls am angesetzten letzten Verhandlungstag keine weiteren Beweisanträge vorgebracht werden, soll es am morgigen Donnerstag zur Urteilsverkündigung kommen. Das wäre – sollten nicht noch die Parteien weitere schriftliche Vereinbarungen beschließen – angesichts der Neuigkeiten weltfremd! Das nennt man „kurzen Prozeß“.

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Die Riesenmenge an ungesichtetem Beweismaterial und die latenten Potentiale weiterer strafrechtlicher Belastungen für den Beklagten verlangen nach einer zeitaufwendigen Unterbrechung des Prozesses. Es muss eine steuerrechtliche Tiefenprüfung und ein systematisch vollständiges Gutachten erstellt werden.

Hoeneß‘ Verteidigung kann bei nicht durchgeführter Tiefenprüfung geradezu „blanko“ Revision beantragen, wegen unterlassener Ermittlungen und Beweisaufnahmen.

Der FC Bayern AG und seine Leitungsfunktionäre beugen den Rechtsstaat und seine sittlichen Verhaltens-Spielräume im Sinne eines professionellen Compliance. Hoeneß führt seine persönliche Verpitbullung im Sinne von Kampfmoral und Unmoral vor und wird dafür von Managern der Audi, Allianz, VW, Telekom und weiteren bestätigt.

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Die Vereinsmitglieder des FC Bayern wurden von Uli Hoeneß vielfach belogen – ein „Kameradenschwein“ ist „koa Hund“.

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Hoeneß-Verpitbullung der Gesellschaft Fortsetzung folgt

Hoeneß-Verpitbullung der Gesellschaft
Fortsetzung folgt

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Fortsetzung folgt