Gerhard Baum zur Kunstfreiheit – ist die Kunst frei? – wie ist die Kunst gesteuert?

Mai 10, 2019

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am Samstag, den 11. Mai 2019

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Kürzlich hatte der NRW-Kulturrat zu einer öffentlichen Podiums-Diskussion eingeladen, Titel:

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>Demokratie – Kultur

Kunst in der stabilen Demokratie<

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Der verdiente frühere Bundesinnenminister Dr. Gerhard Baum, Rechtsanwalt und in diversen Verfassungsfragen aktiver Bürger und Ehrenamtler, wie auch hier, als Vorsitzender des NRW-Kulturrats, am 8. Mai 2019 in Köln.

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Auf dem Podium unter der Moderation von Frank Überall noch

Thea Dorn (Autorin),

Julia Beerhold (Demokratie in Bewegung),

Gerald Hensel (Fearless Democracy)

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Gerhard Baum sprach auch zum gesetzten Thema konkret hinsichtlich des grundrechtlich festgeschriebenen Passus „Freiheit der Kunst“ § 5 Abs 3 GG:

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„Wir haben eine freie Kunst“.

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Baum unterfütterte seine eigenen Reflektionen zu diesem Werte-Bereich mit seinem anfänglichem Unverständnis gegenüber Werken von Joseph Beuys, und dem Diktum „Jeder ist ein Künstler“ – berichtete dann aber, dass er eine Mappe mit Beuyswerken privat (also frei) erstanden habe, mit denen er seitdem in seinen Wohnräumen alltäglich gerne und erfreut lebt.

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Gerhard Baum zitierte noch Gustave Flaubert, der von der Kunst und den Künstlern gefordert haben soll: Sie sollen rebellisch sein.

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Und Baum wies noch auf eine Oper von Helmut Lachenmann hin (neue Musik, mit präparierten Instrumenten und Budenzauber), der  politische Stichworte vertont habe.

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Nun lösen aber die besagten Werke bei Gerhard Baum als Kunstkonsument keine Rebellion aus und werden auch nicht als Rebellion empfunden. Und die Autoren – Beuys und Lachenmann – waren bzw. sind eben nicht rebellisch, sondern dem organisierten Kunst-Förder-System (OKF) in Deutschland vollkommen angepasst gewesen – Beuys documenta-Auftritte waren staatliche, Lachenmanns Aufführungen sind allesamt staatlich finanziert. Quasi staatliche Indienstnahmen – jenseits von staatlichen Kunsturteilen (die nämlich dem Staat verboten sind).

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Nun kann auch der Jurist und Elitepolitiker Gerhard Baum nicht bestreiten, dass wir in Deutschland ein komplexes System von KUNSTORGANISATION (im Verbändestaat / Jürgen Weber: Interessenorganisation…) praktizieren, wodurch nicht zutrifft, was das Grundgesetz dem Anschein nach definiert und fordert:

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Die Kunst ist frei / hat frei zu sein / ohne ästhetische Zwänge …

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sondern Gerhard Baum war selbst viele Jahre daran politisch beteiligt, dieses Organisationssystem aufzubauen und ist es konkret heute noch, als Vorsitzender des NRW-Kulturrats, dass es als empirische Feststellung zu sagen ist:

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Die Kunst ist organisiert.

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Und da beginnt es dann schwierig zu werden – wo der Anspruch „frei“ von staatlicher Organisation getroffen wird..

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Immer Majoritätsquoten entscheiden, was „geframed“ wird, was in Parteierklärungen positioniert wird. Welche Worte überhaupt benutzt werden, wenn man sagt „freie Kunst“ – was ist dann „frei“?

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Man spricht dann ganz folkloristisch von „Freier Kunst“ – weil man weder die Finanzumfänge, noch die einzelnen Normen, Strukturen und besonders personelle Strukturen und die Funktionen (immer als Multifunktionen mit diskretem Multirollenwechseln der Multifunktionären) in Deutschland überhaupt kennt.

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Gerhard Baum ist ein Multifunktionär, Privatperson, Rechtsanwalt, Ex-Höchstgeheimnisträger als BMI, Vorsitzender des NRW-Kulturrats, Mitglied der FDP usw.

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Der normale Bürger weiß nicht, dass etwa 95 Prozent aller volkswirtschaftlichen Finanzflüsse im Bereich von Kunst und Kultur staatliche Quellen sind (s. IFO /Marlies Hummel, nach der letzten Enquete zu Kunst und Kultur), einschließlich aller vor- und nachgelagerten Bereiche.

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Und der normale Bürger weiß nicht, dass der unverhältnismäßig, fast vollkommene Empfängerkreis hierzu, diese gezweckten Kunstförderungsmittel nicht Künstlern zugute kommen, sondern einer infamen Salonpersonnage von Pseudo-Künstlern, Artmen und Parteifunktionären, in der verirrten Kunstorganisation.

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Auch die Kunst- und Kulturverbände, bis in den Kunstrat, werden völlig von Nichtkünstlern dominiert und beherrscht:

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„Künstlerverbände“ – „einen Künstlerrat“ in Deutschland gibt es nicht. Weder der Deutsche Künstlerbund, noch die Gedok, noch der BBK haben die Legitimation, für die Künstler aufzutreten und Interessen zu verhandeln. Einerseits ist die überwiegende Zahl der Künstler nicht Mitglied dieser Verbände – aber noch schlimmer – die Vorstände vertreten nicht die Kollegen, sondern ganz persönlich eigenmächtige Interessen.

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Ich bringe deshalb zwei kurze Beispiele, die jeden Menschen in Deutschland öffentlich ansprechen und überwiegend als Beweise für die praktische Freiheit der Kunst verstanden werden – siehe auch http://www.universitaet-bremen/bibliothek/elektr. Publikation, Diss. 2000 „Verirrte Kunstorganisation in der Bundesrepublik Deutschland und das BBK-Erlebnis“, Dietmar Moews; Bremen 2000:

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Die Galerie Michael-Horbach-Stiftung, Köln (NGO, als eine staatlich anerkannte Stiftung), dazu weiter unten ein Zitat zu Pablo Casals, als freiem Künstler (nicht in Katalonien, sondern erst nach Auswanderung, nach Frankreich und nach Puerto Rico).

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„Anlässlich des Sommerblut Kulturfestivals in Köln – 2019 dem Schwerpunkt „Glaube“ gewidmet – zeigt die Michael-Horbach-Stiftung in ihren Kunsträumen Arbeiten von 7 international agierenden Künstlern. Die gebotenen fotografischen Einblicke lassen keinen Zweifel an der üppigen Vielfalt, die Cubas Glaube und Spiritualität zu bieten hat.


Auf Cuba blüht heute ein breites Spektrum an Glaubensrichtungen, so bunt, wie die Palette der indigenen, afrikanischen und europäischen Wurzeln der Bewohner. In den Kunsträumen der Michael Horbach Stiftung gibt die Fotoausstellung „Glaube auf Cuba“ – die fünfte zum Thema Cuba in diesen Räumen – mit 7 Künstler-Positionen überraschende Einblicke, die vielleicht eine für den Betrachter eher unbekannte Seite Cubas zeigen, „ein anderes Cuba, als uns durch Medien vorgeführt wird““

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Der spanisch-katalanische Cellist Pablo Casals (1876 – 1973), auch Komponist und Dirigent, gilt als einer der allerbesten aller Zeiten.

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Pau Casals beschreibt in seiner Autobiographie, wie seine lebenslange Liebe zu dem Instrument Cello bei einem Konzert in El Vendrell entstanden ist:

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Casals übte noch im Alter von 93 Jahren täglich vier bis fünf Stunden Cello.

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Auf die Frage „Warum?“ antwortete er einmal:

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Ich habe den Eindruck, ich mache Fortschritte.“

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Dietmar Moews meint: Dass ein Staat die Kunst in der Kultur so hoch bewertet, dass er ihren gesellschaftlichen Bereich organisiert und durch den Finanzumfang sich in eine

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„Kulturgestaltungsmacht des Bundes“

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hineinorganisiert, durch die verfassungsmäßige Kompetenz der

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„Kulturhoheit der Länder“

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in die administrative Kompetenz der Kunstbelange und über die

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„Allzuständigkeit der Gemeinden“,

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ganz im föderalistischen Aufbau von unten nach oben – Gemeinde, Land, Bund – die obrigkeitliche Zuständigkeit geregelt hat, wozu eben auch er gesamte intermediäre Bereich der Vereine, Verbände, Parteien, Stiftungen usw. zu zählen ist (wer eine ephemere Gruppe bildet, unterliegt unmittelbar dem BGB; das beginnt bereits mit der GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) und geht hin zu internationalen Dachverbänden wie z. B. DFB, UEFA, FIFA).

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Es wird jeder leicht einsehen, wenn man KUNST völlig offen einer mehrheitlichen oder auch willkürlichen rechtsgültigen Definition überlässt und das „Freiheit der Kunst“ normativ und rechtsverbindlich nennt, öffnet den Kunstbereich der Einwanderung von interessierten Nichtkünstler.

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Sobald Nichtkünstler in den Kunst- und Kulturverbänden die Mehrheiten bilden und die Personalauswahl bestimmen, ist das Spiel bereits gelaufen.

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Damit ist aber „organisierte Kunst“ eben genau nicht Organisation der Grundrechtsforderung §5 Abs 3 GG „Kunstfreiheit“, sondern sie schafft ein wildes Kollektivgebilde (Theodor Eschenburg) der Ermächtigung über den gesamten politischen Bereich der Kunst, der Organsiationskunst und des Organisationspersonals, der offiziell (auch von Gerhard Baum) als Kunstfreiheit bezeichnet wird.

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Dass dabei, ausgehend von der Kulturpolitischen Gesellschaft Hagen, die zweifelsfrei eine Verbändeorganisationsstruktur der SPD war (siehe Norbert Sievers, Diss.), die jetzt inzwischen in Form des NRW-Kulturrats einen FDP-Politiker, Dr. Gerhard Baum als Vorsitzenden hat, der garantiert demnächst von einer GENDER-AMAZONE ersetzt werden wird, sei nur zur Erheiterung von Gerhard Baum angefügt.

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Wenn also die Michael-Horbach-Stiftung Kubanische Photos ausstellt, ist das einerseits eine Kunstbereitstellung durch staatliche Organisation (NGO / NRO sind stattlich steuerbegünstigte Rechtsformen), so ist andererseits die Produktion jener Photos und deren Autoren, nicht dargestellt – wie weit die frei oder in Dienstleistung usw. fotografiert hatten.

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Wenn Pablo Casals auf seinem Cello übte oder sogar komponierte, so ist hier eine musikalische Kunstproduktion tatsächlich „frei“ zu nennen. Nur eine Publikation, Druck von Partituren, Uraufführung an einem staatlich subventionierten Opernhaus usw. allesamt organisiert kontrolliert und gesteuert. Ein Stern des Cellos, wie Pablo Casals, wurde so auch nur durch seine Flucht vor den Franco-Faschisten ein zu hause frei übender Instrumentalist – durchaus ein freier Mentalist.

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P. S. Wer jetzt schwierig findet, zu verstehen, warum die Kunst in Deutschland nicht frei ist, weil sie so organisiert wurde wie es empirisch funktioniert, nämlich völlig personalkontrolliert, muss sich kurz in die DDR versetzen, wo man auch KUNST machen ließ oder eben personell steuerte,

der Präses des VDK Verbandes der Künstler der DDR, der Maler Willi Sitte, konnte sogar nach San Francisco reisen, wo das „Haus der DDR“ im Jahr 1980 Aquarelle von Sitte ausstellte. Während ein AR PENCK genannter Ralf Winkler in Dresden kriminalisiert worden ist.

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Ob sich Willi Sitte so frei fühlte wie Penck, ist nicht festgestellt worden – wobei heute die telematischen Chinesen inzwischen eindeutig auf Freiheit verzichten, weil sie dafür die Sicherheit bevorzugen. Mag auch Willi Sitte seine Reise nach San Francisco – ich selbst war zu jener Zeit als bundesdeutscher Künstler in San Francisco – irritierend empfunden haben, denn jene Freiheit gab es in der DDR nicht, die es auch zur Nazizeit nicht gab – woher also sollte Willi Sitte jene Freiheit kennen?

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Welche kennt Gerhard Baum?

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Ich erinnere an Georg Meistermann, Maler und Malerieprofessor und Vorsitzender des „Deutschen Künstlerbunds“, der sagte – nachzulesen in KUNSTREPORT –

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„…Wenn ich schon höre „staatliche Kunstförderung“ – man sollte damit völlig aufhören..“ (weil es nicht Förderungswürdigkeit und Förderungsbedarf berücksichtigt, sondern zu kunstfernen Eingriffsmöglichkeiten führt).

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Dietmar Moews, Palette auf Tisch, Öl auf Nessel, 130cm/110cm. gemalt 1973

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Kulturetat 2015: Deutschland steigert den Bundesaufwand

November 16, 2014

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am Sonntag, 16. November 2014

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BundesKanzler Gerhard Schröder vor „Strohbild“

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Die Nachricht von dem Zuschnitt des kommenden Bundeshaushalts ist nicht „einfach“ zu lesen. Jedenfalls: Der Bundeshaushalt 2015 wurde vergangene Woche vom Haushaltsausschuss verabschiedet.

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Dietmar Moews 1997 DMW 513.5.97, Öl auf Zebra 140cm / 140 cm In Leipzig gemalt

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Ich möchte hier mit Interpretation der Bundesbemittelung für Kultur auf die Besonderheiten der Bundeskompetenz für Kultur im deutschen Föderalismus eingehen.

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DIETMAR MOEWS "Mexikano" DMW 567.7.0,140 cm / 140 cm, Öl auf Textil, in Dresden im Jahr 2000 gemalt

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Zweitens möchte ich auf die Widmungszwecke dieser Bundesgelder hin die Politik für Kunst und Kultur im deutschen etatistischen Föderalismus kritisieren.

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Aus der Verfassungsgeschichte Deutschlands als demokratische Bundesrepublik nach 1948 ist schrittweise erkennbar, dass Kunst und Kultur sowie Bildung, Schulen, Wissenschaften und Universitäten zunächst praktisch und kompetenzrechtlich von der Kultusministerkonferenz der Länder ausgingen.

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Die staatsrechtliche Zuständigkeit (Kompetenz) wurde auf die „Kulturhoheit der Länder“ festgelegt und so entfaltet.

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Den Gemeinden, als lokalpolitische Basis im Föderalismus, fiel – stets sorgfältig unter Einhaltung des politischen Kompetenztrennungsgebots (ohne Doppelkompetenzen oder Kompetenzüberschneidungen) – der Schulbau zu („Allzuständigkeit der Gemeinden“).

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Während das Land das Lehr-Personal finanziert („Kulturhoheit der Länder“).

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Dem Bund fallen wenige magere Gestaltungsmöglichkeiten zu, in dem der Bund an Länder und Gemeinden Projektbemittelungen oder -bezuschussungen vergeben darf. Mittels wachsender„Kulturgestaltungsmacht“ des Bundes, steigt die Bedeutung der Redewendung „Wer zahlt, bestimmt die Musik“..

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Dietmar Moews 1999 mit „Strohbildern“ vor dem Blauen Wunder in Dresden und bei Schröder in Berlin

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Im Haushaltsposten „Kulturetat des Bundes 2015“ werden also Haushaltsmittel bereitgestellt, die – ohne „Bundeskompetenz“ für die Kunst- und Kulturpolitik – zur Kulturgestaltungsmacht verwendet werden.

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Dietmar Moews 1996 mit „Strohbildern“ in Magdeburg an der Elbe

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Es muss der normale juristisch studierte Staatsbürger aber wissen, dass tatsächlich der Bund keinerlei spezielle Kunst- und Kulturpolitikkompetenz hat. Sei es die Gestaltung der Bundeswappen, der Rückseiten der deutschen EURO-Münzen oder die Frage, soll der Bundesadler den Kopf nach rechts oder nach links ins Bild setzen.

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Alle fiskalpolitischen Festlegungen, die die Finanzministerien der Länder festlegen, werden zwar mit den föderalistischen Steuereinzieh- und verteilungsschlüsseln mit dem Bundesfinanzminister und der Bundesregierung abgestimmt. Aber auch hierfür gibt es keine Bundeskompetenz.

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Der Minister von Sachsen-Anhalt hatte im Jahr 1997 ein „Strohbild“ von Dietmar Moews „abgezweigt“

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Es gibt auch kein Bundeskunst- oder Bundeskulturministerium. Sondern ganz funktionale Kontrolle im föderalen Kunst- und Kulturspiel nimmt seit eh und je ein Staatsminister im Bundeskanzleramt wahr, der sich seit einigen Jahren nunmehr „Kulturstaatsminister“ nennt.

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Dietmar Moews-Ausstellung in Magedburg 1997

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Dadurch, dass die Länder, denen kompetenzrechtlich die Hauptfinanzlast zukommt, in zunehmendem Maße kaum noch fähig sind, die laufenden Unterhaltskosten der Landskultureinrichtungen zu finanzieren, schiebt sich der Bund und die heutige Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) auch gestalterisch in das Zentrum wichtiger Entscheidungen durch Zuschüsse, Projekte, oder deren Verweigerung.

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Dietmar Moews-„Strohbild“ als Staatsankauf, im Jahr 2010 hinter dem Landwirtschaftsminister

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Angesichts des weithin wenig bekannten Sachverhaltes, dass innerhalb der volkswirtschaftlichen Verhältnisse von Kunst und Kultur im Kernbereich sowie in den Kunst und Kultur vorgelagerten (z. B. Künstlerausbildung oder Produktion von Arbeitsmaterialien, Farbe, Gitarrensaiten u. ä.) und nachgelagerten Bereichen (z. B. Kunstspeditionen, Aufsichtspersonal in Kultureinrichtungen, kulturindustrielle Medien wie TV, Presse u. a.), über 90 % der Finanzmittel aus staatlichen Budgets kommen, ist der Staat in Kunst und Kultur etwa, was der Staat für das Militär und den Krieg ist.

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Das heißt, etwa 5 Prozent bei den Gemeinden (für Pflicht- und Kann-Aufgaben), Land etwa 85 Prozent, Bund etwa 5 Prozent, nur der kleine Rest entspringt den Marktkonsumenten und Privatquellen.

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Landwirtschaftsministerium in Magdeburg

Landwirtschaftsministerium in Magdeburg

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Diese gesamten Budgets werden überwiegend in festen Kostenpositionen im alljährlichen Zyklus für Personal ausgegeben. Dazu kommen sonstige feste Kosten.

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Die Vorstellung, der Bundeskulturhaushalt sage irgendetwas dazu aus, wie es dem einzelnen freien Künstler im kommenden Jahr gehen wird, kann bestenfalls darauf beschränkt werden, dass die Künstlersozialversicherung nicht abgeschafft wird.

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Dietmar Moews-„Strohbild“ mit Minister Dr. Hermann Onko Aeikens

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EINS die Kunstorganisation als ein vollkommen durchorganisierter Politikbereich im Deutschen Kulturrat, im Deutschen Kunstrat und in den einzelnen Kultur- und Kunstverbänden (wie z. B. Gema, Bundesverband der deutschen Galeristen, Deutscher Künstlerbund, Deutscher Musikrat u. v. a.) hermetisch als Struktur der Politik der Kulturindustrie ausgelegt und durchgesetzt wird.

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Gegen die Kulturindustrie und die massenmedialen standardisierten Verwertungsformen haben Einzelkünstler, die handwerklich arbeiten oder Prototypen herstellen, keinerlei berufspolitische Macht, ihre besonderen Interessen durchzusetzen.

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Dietmar Moews 2014 mit „Strohbild“ in der Mainzer Straße Südstadt Köln

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ZWEI Überall, wo solche Finanzmittel für Kunst und Kultur ausgegeben werden, entscheiden stets Gremien oder Parlamente und Ausschüsse, die von den Parteien, hauptsächlich von der SPD dominiert werden.

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Eine kleine Entschädigungsfreude ist der Umstand, dass das verfügbare Geld und die sämtlichen Posten an Hochschulen, Professuren-Planstellen und Projektmittel im Verhältnis zu der großen Zahl der Begehrlichen in den Mitgliederverbänden, hinten und vorne nicht reicht. Nicht jeder, der in die SPD eintritt, kann eine Professur bekommen.

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ZUGINSFELD Goethe-Institut Dresden 2003 Begrüßung durch den Institutsleiter ROBERT SOBOTTA

ZUGINSFELD
Goethe-Institut Dresden 2003
Begrüßung durch den Institutsleiter ROBERT SOBOTTA

Dietmar Moews-Ausstellung 2003 im Goethe-Institut mit ZUGINFELD-Proklamation von Thomas Wipf, Lothar Lange und Dietmar Moews

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Dietmar Moews meint: Die Botschaft vom neuen Kulturhaushalt, aufgestockt um Plus vier Prozent, ist von den Künstlern kritisch aufzunehmen.

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Dietmar Moews 2008 „Das Heldenmotiv“ ZUGINSFELD 36 DMW 667.14.8 Öl auf Leinwand 190cm / 190cm in Berlin gemalt

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Es kommt darauf an, dass der Bund einerseits Kunst und Kultur am Markt kauft, ganz im Sinne des Wirkbereiches und der Kunstindienstnahme.

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Ferner sollte der Staat, insbesondere der Bund, keinen Einfluss auf Kunst und Künstler und Künstler- und Kunstorganisation nehmen – und: keine Auslagerung von Staatskompetenz auf nicht- oder außerstaatliche Gremien und Kuratoren.

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Dietmar Moews 1985 „Endsport“ DMW 352.5.83, 900cm / 600cm Öl und Kunststoff-Dispersion aif Leinwand, 1983 in Hannover gemalt – Ausstellung über dem Portal der Dortmunder Westfalenhalle

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Daneben soll der Bund die Kunstbereitsstellung – also Museen, Publikationen, Transporte, Versicherungen, Aufsichtspersonal und alle pluralistischen Distributions- und Konsumtionsformen ermöglichen. Dabei darf aber keine staatliche Kunstauswahl oder Vorzensur zur Anwendung, wie heute weitgehend intransparent, getroffen werden.

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Dortmunder Westfalenhalle 2010

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Die Künstler, egal in welchem Metier, ob Musik, Theater, Malerei, Literatur, sollen in ihren Verbänden und bei den Topleuten, wie Kulturstaats-Ministerin Monika Grütter (CDU), sagen, wie ein Geld von ihr bei dem einzelnen Künstler ankommt? Der Künstler und der Kunstkonsument müssen anfragen, wie man selbst selbstbestimmt an dieser Vergabeentscheidung beteiligt oder im Sinne der „Freiheit der Kunst“ bevormundet und entmündigt wird.

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Dietmar Moews 2004 „Mondstrohfeld“ DMW 634.3.4, Öl auf Leinwand 60cm / 60cm in Dresden gemalt

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