Deutschland Einigung und Selbstfesselung

Dezember 25, 2019

Lichtgeschwindigkeit 9852

am Donnerstag, 26. Dezember 2019

.

Ferdinand Hodler – Tafelbild: „Auszug der deutschen Studenten in den Freiheitskrieg 1813“

.

Wenn man von Fremdetikettierung der „GERMANEN“ zu „GERMANIEN“ kommen will, braucht man Gedankenstärke und viel Verständnis für bösen Willen. Denn GERMANIEN war ein Stempel, den andere gebrauchten. Während die Völker in Wäldern nördlich der Alpen so wenig voneinander wussten, dass heute von einem gemeinsamen Selbstbewusstsein zu reden, „wir Germanen“, wirklich sinnlos wäre. Damals hatte man das weder in den Sinnen und nicht in den kleinen Alltagskulturen, die man lebte.

.

Wer kennt schon die Wotanseiche oder weiß, wo der Barthel den Most holt.

.

Von Völkisch-Germanien auszugehen, ist eine bodenlose Bildungschwäche. Die heute in Deutschland als Identitäre und nationalvölkische Deutsche mit der Partei „AfD“ sich als von Germanen abstammende Deutsche verstehen wollen, verkennen, dass wer, wie die Germanen, von außen mit einem Sammelnamen belegt wird, schwerlich daher innen ein Kollektivbewusstsein haben kann.

.

Zu fragen wäre, welche Kräfte bilden ein nationales, internationales, globales, kosmisches usw. Volksselbstgefühl?

 

Wie kann heute die AfD von völkischen Tatsachen ausgehen?

.

Es gab keine GERMANEN und kein GERMANIEN – es gab bestenfalls Geranien an Rhein und Donau. Aber welcher Rheinländer kannte die Donau?

.

Bon

.

Ferdinand Hodler – Der Schwur, Wandbild im Rathaus Hannover

.

Als es dann zur Einigung Deutschlands kam – wann? 1989? 800? 900? 1648? 1815? 1933? – egal wie, sollte man besser von machtpolitischen Zusammenschlüssen sprechen:

.

Denn das – da es immer Feinde gab, die einfielen, von Schweden, von Frankreich, von Wittelsbach und Bayern, von Mongolen und Russen – machte den deutsch-völkischen Zusammenschluss militärisch sinnvoll. Während man leicht dahinsagt:

.

BLUT IST KEIN WASSER!

.

Hat man bei den germanischen Eindeutschungen immer ignoriert, dass weder ethnisch, noch sprachlich, noch religiös, noch geographisch gemeinsame Sachlagen vorhanden waren? (Preußen waren nicht und ist nicht Rheinland und nicht Bayern, nicht Hessen, nicht Baden und nicht Oranien, nicht Sachsen, ja nicht einmal Zerbst).

.

Ich zitiere aus „DIE MACHT DER GEOGRAPHIE“, 2018 aus dem Englischen von TIM MARSHALL, Seite 119:

.

„… Einigung Deutschlands.

Bestrebungen dazu gab es schon eine ganze Weile. Seit Jahrhunderten bestand die „Vorstellung“ Deutschland: Die ostfränkischen Lande, die im 10. Jahrhundert zum Heiligen Römischen Reich wurden, bekamen gelegentlich die Pluralbezeichnung „Germanien“, da sie bis zu 500 germanische Mini-Königreiche umfassten. Nachdem das Heilige Römische Reich 1806 aufgelöst worden war, gründete sich beim Wiener Kongress 1815 der Deutsche Bund aus 39 Kleinstaaten. Der wiederum führte zum Norddeutschen Bund und dann zur Einigung Deutschlands nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1871, bei dem die siegreichen deutschen Truppen Paris besetzten. Nun hatte Frankreich einen Nachbarn direkt an seiner Grenze, der flächenmäßig größer als es selbst war, etwa gleich viele Einwohner, aber eine bessere Wachstumsrate hatte und stärker industrialisiert war.

Die Einigung wurde nach dem deutschen Sieg im Versailler Schloss, in der Nähe von Paris, proklamiert. Die Schwachstelle in der französischen Verteidigung, die norddeutsche Tiefebene, war durchbrochen worden. Dies sollte in den folgenden siebzig Jahren noch zweimal geschehen, danach setzte Frankreich Diplomatie statt Waffen ein, um die Bedrohung aus dem Osten zu neutralisieren.

Deutschland hatte immer größere Probleme als Frankreich. Die flache nordeuropäische Tiefebene gab ihm zwei Gründe, sich zu fürchten: Im Westen erblickten die Deutschen ihren seit Langem vereinten, mächtigen Nachbarn Frankreich und im Osten den riesigen russischen Bären. Ihre größte Angst war, durch das flache Land des Korridors von beiden Mächten gleichzeitig angegriffen zu werden. Wir werden nie erfahren, ob das geschehen wäre, aber die Angst davor hatte katastrophale Folgen.

Frankreich fürchtete Deutschland, Deutschland fürchtete Frankreich, und als Frankreich 1907 zusammen mit Russland und Großbritannien die Tripelentente bildete, fürchtete Deutschland alle drei. Eine zusätzliche Dimension war jetzt, dass die britische Marine jederzeit den deutschen Zugang zur Nordsee und zum Atlantik blockieren konnte. Die deutsche Lösung lautete zweimal, Frankreich zuerst anzugreifen.

Das Dilemma durch Deutschlands geographische Lage und seine Kriegslust wurde als „deutsche Frage“ bekannt.

.

.

Dietmar Moews meint: Wir wissen, dass wir mit Blutargumenten gar nicht weit kommen können:

.

Meine Eltern stammen aus völlig verschiedenen Blutlinien, aus dem hannöverschen Weserbergland, aber auch aus Berlin und Hinterpommern – und waren protestantisch-lutherischen Kirchen familiär beigeordnet gewesen. Welch ein BLUTWUNDER. Das ruft ja nach geradezu völkischer Heimatlust.

.

Mir sind meinethalben dann eher sozio-dynamische und des mehrstimmigen Singens lustige MITBLUTLER erwünscht. Was hat geringe Musikalität Anderer in meinem Leben für eine immer wieder weichenstellende Rolle gespielt! – das erschrickt mich selbst und kann wohl nur verstehen, wer selbst größte Lebenslust und -freude bei Musik empfindet, auch Unlust mit Unmusikalischen, besonders beim selbst Musizieren.

.

Wie mein nachbarschaftliches Genie, Wilhelm Busch, reimte:

.

Musik – als störend oft empfunden, weil sie mit Geräusch verbunden.

.

Okee Dokee, nun also

.

„Es stürmten die Glocken vom Bernwardsturm,

der Regen durchrauschte die Straßen

und durch den Regen und durch den Sturm

ertönte des Urhorns Blasen….“

.

.

So viel als Tribut an meine AfD-Leser – aus einer christlichen Zeit mit Glocken und mit Straßen, die gab es zu Urhorns Zeiten vermutlich gar nicht – kann man doch hingebungsvoll singen, was eigentlich ein ziemlicher Volkslied-Blödsinn ist. Wer heute Veit Stoss anruft, sollte sich mit der Zeit des Veit Stoss‘ so weit auskennen, dass heutige Völkischkeit daher nicht einfach deutsch vorzustellen ist, denn Krakau war immer polnisch:

.

Veit Stoß (auch: Stoss, polnisch Wit Stwosz); (* um 1447 in Horb am Neckar, Vorderösterreich geboren, aber 1533 in Nürnberg gestorben, war ein Bildhauer und -schnitzer der Spätgothik, vor allem in Krakau und Nürnberg, als Veit Stoß (auch Stoss, Stosz, Stuosz, Stwosz), machte auch Arbeiten in Holz und Stein –, hauptsächlich als Maler und Kupferstecher tätig,  in Krakau (1477–1496) und Nürnberg (ab 1496 bis zu seinem Tod 1533), wobei er zeitweise aus Nürnberg aufgrund einer Verurteilung geflohen ist.

.

Bringt der deutsche Künstler im deutschen Kunst-Volkslied – Veit Stoss nahm’s aus der Lade – völkische Wahrheit zum Tragen?

.

Die Vorstellung, Graupa bei Dresden oder Springe am Deister oder Biederitz bei Magdeburg oder Königswusterhausen bei Berlin, vielleicht Urfeld überm Walchensee oder Ditzum an der Emsmündung seien die Heimat von Germanen – so deutsch, dass man da einen Antisemitismus gebrauchen könnte, zu glauben, fällt mir schwer. Aber das ist wohl nur so, dass es mir schwerfällt.

.

In der AfD-Lade, die eigentlich eine orthodoxe CDU-Lade ist, befinden sich viele fantasiegestützte Vorstellungen, die durch gezielte propagandistische Organisation erzeugt wurden, schwere vermeidliche historische Fehler, wie ganze Weltkriege verursachten und in der „marktwirtschaftlichen“ Wahrheitspresse auf it-telematische Willkür hinzulaufen drohen.

.

.

FINE E COMPATTO

.

WARNUNG: recommended posts (Zusätze, die als Empfehlungen oder Beziehungen von WordPress hier eingestellt werden)

 

auf dem Dietmar Moews‘ Blog eingeblendete „Recommended Posts“ oder sonstige „Pseudoempfehlungen“ werden von WordPress

.

gegen das Einverständnis des Eigentümers Dr. Dietmar Moews

.

hier gezeigt und sind keine Empfehlungen von Dr. Dietmar Moews. Nichts davon wird i.S.d.P. von Dr. Dietmar Moews verantwortet. Dietmar Moews klickt diese „recommendends“ nicht an und liest nichts davon.

.

Ab jetzt werden alle Dietmar Moews‘ Blog-Beiträge mit dem SLOGAN

 

FINE E COMPATTO deutlich beendet.

.

WARNUNG: recommended posts

.

und BESTELLEN

subscription to Dietmar Moews Abonnement von Dietmar Moews un abonnement à Dietmar Moews

Blätter für Kunst und Kultur erscheinen in loser Folge im Verlag Pandora-Kunst-Projekt Köln

Blätter Neue Sinnlichkeit

.

.

Indem ich Ihnen ein langes Leben wünsche, sparen Sie auf diese Weise ganz erheblich.

Abonnement auf Lebenszeit für EURO 500,- (oder entsprechender Landeswährung)

Einzelpreis oder Abonnement inkl. Versand EURO 12.-, Schüler bei Selbstabholung EURO 4.-

Abonnieren Sie mit Namen, Postanschrift, Ort, Datum, Unterschrift sowie EURO 500 zur Verrechnung bei:

PANDORA KUNST PROJEKT

zu Händen Dr. Dietmar Moews

Mainzer Straße 28

D-50678 Köln am Rhein