Lamento vom schweinchenbunten Neger

Dezember 26, 2019

Lichtgeschwindigkeit 9859

am Freitag, 27. Dezember 2019

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Ich habe das folgende Gedichte angeschaut und gleich gedacht, wie falsch und wie larmoryant ich das finde – was bei mir immer in die abgelegte Seite wegrutscht, nach meiner Regel:

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Leid definiert derjenige, der leidet

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Soll heißen, Leid darf und mag derjenige bestimmen und aussprechen, der leidet. Diese meine Auffassung anerkennt, wasimmer jemand ausdrückt, verpflichtet mich aber zu gar nichts.

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Der Text lautet:

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Lieber weißer Kumpel,

Wenn ich zur Welt komme, bin ich schwarz

Wenn ich groß werde, bin ich schwarz

Wenn mir übel ist, bin ich schwarz

Wenn ich in die Sonne gehe, bin schwarz

Wenn mir kalt wird, bin ich schwarz

Wenn ich Angst kriege, bin ich schwarz

Und wenn ich sterbe, bin ich immer noch schwarz.

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Aber du, mein weißer Kumpel

Wenn du zur Welt kommst, bist du rosa

Wenn du groß wirst, bist du weiß

Wenn dir übel wird, bist du grün

Wenn du in die Sonne gehst, wirst du rot

Wenn dir kalt wird, wirst du blau

Wenn du Angst kriegst, bist du gelb

Und wenn du stirbst, bist du grau

Und du bist so dreist, mich farbig zu nennen.

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Dietmar Moews meint: Ich weiß nicht, wer den vorstehenden Text verfasste – er flog aus dem Mailreichtum meiner Tage zu mir.

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Kann aber doch dazu Folgendes anfügen:

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EINS Die sämtlichen Farbangaben für Schweinchenfarbige wie für Neger halte ich für unzutreffend. Ein schwarzer Neger – will man diese Farbzuordnung treffen, hat sehr viel Sonne abgekriegt, ja, er hat Sonnenbrand, ansonsten ist er braun und dunkelbraun. Ein „Weißer“ ist niemals weiß – er wird so genannt. Neger, die sich selbst Neger nennen und das Wort „Nigger“ als Beschimpfung empfinden, halten sich selbst gerne für SUN-People, die „Weißen“ nennen diese „ICE-People“. Jedenfalls, ich habe als Leichentransporter verschiedenfarbige Leichen gesehen – weiße gibt es gar nicht, blasse ja, gelbsuchtsgelbliche, gräuliche auch, aber alle im Text hingeschriebenen Farbigkeiten, wie grün oder blau, rosa oder rot, fälschen die Farbigkeiten, ebenso die sämtlichen Schwarzen haben exakt die selben Nuancen.

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Will man das dann bunt nennen?

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ZWEI Es sind Neger nicht weniger bunt als alle anderen Hauttypen, so wenig wie Indianer rot sind und Chinesen nicht gelb – gelbe Rasse?

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DREI Worauf es ankommt ist Respekt für Jeden – der sich anständig anstellt.

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Respekt für Hautfarbe? greift zu kurz.

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VIER Wenn, wie zugegeben leider oft unter Nichtnegern, negroide Menschen in fremder Umgebung eine sehr unpersönlich-allgemeine Geringschätzung erleben müssen, so drückt das gruppenspezifische Orientierung aus, zunächst einfach Majorität vs. Minorität. Ich habe von Breiden Breitenbach mal gehört, dass die weiße Polizei in Kapstadt einen schwarzen Mitarbeiter der US-Botschaft „irrtümlich“ ziemlich rüde auf der Straße festgenommen hatten.

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FÜNF Ja. Da hilft nun keine Diskussion weiter, wenn es sich um Gewohnheiten, tradierte Unfairness, Rücksichtslosigkeiten und Perfidie handelt, die nur an Hexenverbrennung und an Albert Speers Wohnungsakquise jüdischer Bürgerswohnungen in Berlin erinnern, weil Hitler für die neue Reichshauptstadt eine große Nord-Südschneise abreißen wollte, die als Kreuzung zur vorhandenen West-Ost-Achse geplant wurde. Und dafür brauchte er alle jüdischen bürgerlichen Wohnungen von Berlin, denn es wurden eben auch viele in der Schneise liegenden Nazi-Wohnungen abgerissen. Diesen Nazis wurde dann der Umzug in freigewordene schöne Wohnungen zugemutet, die „ostreisende“ Berliner Juden zurücklassen mussten

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SECHS Es ist jederzeit und immer ganz ernst zu nehmen, wenn Menschenausgrenzungen rechtsstaatliche Normen übergehen, nur durch eine kultivierte Bildung und durch solche Schutznormen, können Minderheiten bewahrt werden, wenngleich niemand dadurch einen sozialen Minderheitsnachteil loswerden kann:

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SIEBEN Woman is the Nigger of the World – immer, auch Kunst enthält diese Unterdrückungsprägungen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein so außergewöhnlicher Künstler, wie der schwarze Bob Marley, mit John Lennon über den diskriminierenden Charakter des Songtitels gestritten hätte, weil darin das Wort NIGGER steht.

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ACHT Wem helfe ich, wenn ich hier laut und leise tippe:

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Ich bin für das Gute und gegen alles Schlechte?

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Sarotti-Mohr von ZOTTER

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Türkei und Libyen schlossen ein Abkommen zur Sicherheits- und Militärkooperation

Dezember 26, 2019

Lichtgeschwindigkeit 9858

am Freitag, 27. Dezember 2019

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Das von den gegebenen Grunddispositionen her dreigeteilte nordafrikanische Gebiet, das mal Fremde auf dem Papier zu einem Staat Libyen machten, wurde, wiederum durch Fremdeinmischung, von dem rabiaten „Staatslenker“ Ghaddafi enthauptet und ist dadurch logischer Weise wieder in die drei Grunddynamiken auseinander- und aneinander geraten:

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Vernachlässigt werden kann dabei die nomadische Bevölkerung, die zur Sahelzone hin als „Fessan“ den Süden des vormaligen Libyen nutzen.

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Ganz anders ist es mit den beiden Landesteilen zum Mittelmeer, nach Westen vom griechischen Tripolitanien herkommend die Stadt Tripolis, während das Gebiet im Osten, das sich um die Stadt Bengasi konzentriert, aber hinunter bis zum Tschad reicht, früher als Kyrenaika bekannt war. Während Tripolis nach Norden und Europa tendiert, blickt Kyrenaika Richtung Osten nach Ägypten und anderen arabischen Ländern; sie haben das „Emirat Kyrenaika“ ausgerufen und marschieren mit russischer Unterstützung auf Tripolis.

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Deshalb ruft Tripolis die Türkei um Hilfe.

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Und nun die nicht gerade europäische Weihnachtsbotschaft aus der Türkei:

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DLF.de am 26. Dezember 2019:

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Die international anerkannte Regierung in Libyen hat die Türkei formell um militärische Unterstützung gebeten.

Wie ein Regierungsmitarbeiter in Tripolis mitteilte, sollen türkische Streitkräfte in der Luft, am Boden und zur See dabei helfen, eine Offensive von Einheiten des abtrünnigen Generals Haftar abzuwehren.

Der türkische Präsident Erdogan hatte zuvor in Ankara erklärt, er sei bereit, einer Bitte des libyschen Ministerpräsidenten Sarradsch nachzukommen und Soldaten zur Verteidigung von Tripolis zu schicken. Darüber werde das Parlament im Januar entscheiden. Die libysche Regierung wird seit April von Haftars Truppen belagert. Die Türkei und Libyen hatten vor knapp einer Woche ein Abkommen zur Sicherheits- und Militärkooperation geschlossen.

Kritik am Vorhaben Erdogans kam aus Russland. Ein Regierungssprecher sagte in Moskau, es sei unwahrscheinlich, dass eine Einmischung Dritter den Konflikt in Libyen befrieden könne. Russland steht auf der Seite von Milizenführer Haftar.“

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Dietmar Moews meint: Immer wieder die Großmachtallüren, ob Frankreich und EU, ob Türkei und NATO oder Russland, alle haben sehr wichtig im Mittelmeer zu tun.

Lustig ist Russlands Reklamation für Libyen, Einmischung Dritter sei doch problematisch für das libysche Problem. Russland ist selbst „Dritter“.

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Eine größere Konfrontation in Libyen gegen die Türkei wird Putin vermutlich vermeiden, denn dann hätte er es – weit von zu hause – mit der NATO zu tun.

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Hermann L. Gremliza 1940 – 2019 Kurznachruf

Dezember 26, 2019

Lichtgeschwindigkeit 9856

am Freitag, 27. Dezember 2019

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Hermann Ludwig Gremliza wurde am 20. November 1940 in Köln geboren und ist jetzt 79-jährig, am 20. Dezember 2019, in Hamburg gestorben. Gremliza war ein weitgehend unabhängiger kritischer deutscher Journalist und Schriftsteller. Er war ab 1974 Herausgeber der Monatszeitschrift „konkret“ – nachdem die direkte Subvention des Titels durch die DDR eingestellt worden war.

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Privates wurde zu seinem Tod nicht publiziert. Bis 1989 war Gremliza Mitglied der SPD, die er verließ, weil die sozialdemokratischen Abgeordneten im Bundestag nach der Maueröffnung am 9. November mit allen anderen Parlamentariern spontan aufstanden und die Nationalhymne sangen.

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1964 zitiert – mit dem selbstbewussten Satz, er habe, „was früher ein Amüsierblättchen war, zu einem Machtmittel der studentischen Selbstverwaltung gemacht“. Das Eigenlob des damals 24-Jährigen, der in Tübingen Geschichte und Politik studierte, galt der örtlichen Studentenzeitschrift „Notizen“, deren Chefredakteur er war. Gerade hatte das Blatt die braune Vergangenheit der Universität aufgedeckt. Als das Blatt „konkrtet“, in Gremlizas Worten „eine Art Yellow-Press der Apo“, dennoch pleiteging, kaufte er aus der Konkursmasse den Zeitschriftentitel, den er ab 1974 verantwortete.

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Gremlizas Vorbild war der Wiener Satiriker Karl Kraus, unter dessen Namen Gremliza einen bizarren Preis auslobte: Das Preisgeld von 10.000 Mark sollten Autoren bekommen, die sich verpflichteten, nie wieder eine Zeile zu schreiben. Die diabolische Ehrung trug Gremliza dem „Zeit“-Feuilletonisten Fritz J. Raddatz und dem Bestseller-Autor Günter Wallraff an, dem er vorhielt, seine in dem Buch „Der Aufmacher“ geschilderten Erlebnisse bei „Bild“ seien „von der ersten Zeile des Vorworts bis zur letzten Zeile des Nachworts“ an seinem, Gremlizas, „Schreibtisch entstanden“, was Wallraff „im Kern“ nicht bestritt.

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Gremlizas unapologetisch linke Haltung, auch Gremlizas soldatischer Treue zum Staat Israel – wenigstens in dem Punkt war er sich mit seinem Erzfeind Axel Springer einig -, wäre die publizistische Landschaft im vereinigten Deutschland um einiges ärmer gewesen. Dass linkes Denken nicht nur eine Frage der richtigen Haltung, sondern auch der richtigen Sprache ist, brachte der glühende Karl Kraus-Verehrer im Denken nicht „zur Sache“, sondern nur „zur reinen Lehre“ („Gegen Deutschland“ heißt eine Textsammlung aus dem Jahr 2000.

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Gremliza trat politisch mit idealistischer Attitüde auf – was allerdings mit irgendeinem individuellen DDR-Marxismus schließlich unvereinbar ist. Immerhin hatte Gremliza die dankenswerte Funktion ernsthafter Opposition.

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Boxing Day mit Wilhelm Raabe und Else von der Tanne

Dezember 26, 2019

Lichtgeschwindigkeit 9834

am Freitag, 27. Dezember 2019

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Ja, so ein Weihnachtsfest hat einen Platz, selbst der türkisch-kölsche Zeitungs-Büdchenhändler wünschte fröhliche Weihnachten.

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In England sind die Pubs berstend voll, die Stadien ohnehin – besonders am Boxing Day, dem traditionellen Spieltag am zweiten Weihnachtsfeiertag.

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In Deutschland ist kein Boxing Day, dafür eher ausruhen oder reisen.

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In LICHTGESCHWINDIGKEIT wandert der Schwerpunkt der Aufmerksamkeit weg vom Tagesgeschehen, hin zu lustigeren Arbeitsfeldern, die es lohnt, auszuarbeiten und mitzuteilen, wie jetzt auch erneut WILHELM RAABE und ELSE VON DER TANNE.

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Dietmar Moews meint: Else von der Tanne an Weihnachten ist meine Stimmungsdroge, ähnlich wie Goethes FAUST ab Karfreitag, über Ostern.

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Da klopft es also wieder an das schneesturmumheulte Butzenfenster und raunt: ELSE VON DER TANNE.

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Und der Pfarrer stürmt hinaus in die wilde Nacht im Harzwald von Elend.

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aus „ELSE von der TANNE oder Das Glück Domini Friedemann Leutenbacher, armen Dieners am Wort Gottes zu Wallrode im Elend“ (von 1865)

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…“Er hat mich in die Finsternis gelegt, wie die Toten in die Welt!“ wiederholte Ehrn Friedemann Leutenbacher zu Wallrode im Elend, trat an seinen Tisch und zeichnete drei Kreuze unter die Predigt für das Weihnachtsfest des Jahres Sechzehnhundertachtundvierzig. Martina hatte jetzt das Lämpchen auf den Tisch gestellt, ohne deshalb anzufragen, sie hatte auch einen Laib Brot und ein Messer neben die Predigt gelegt; – die weiße Katze saß aufrecht im Stuhl des Pfarrers und sah mit grünlich leuchtenden Augen in das Licht und auf das Brot. In diesem Augenblicke pochte jemand an das Fenster, und Ehrn Friedemann fuhr zusammen, als habe ihn die Hand des Todes berührt. Einen kurzen Moment zögerte er, dann aber öffnete er das Fenster, welches der Wind ihm fast aus der Hand riß. Heulend drang der Sturm in das Gemach und trieb den Schnee bis auf den Tisch. Die Lampe erlosch, die Blätter der Predigt wurden durcheinander geworfen und in die Ecken gewirbelt; mit einem entsetzten Satz verkroch sich die Katze unter dem Ofen.

„Wer ist da? was will man zu solcher Stund?“ rief der Pastor; zwei dürre Hände klammerten sich an das Fensterkreuz und eine alte keuchende Stimme kreischte:

„Gebet mir ein Stück Brot für meine Nachricht: Else von der Tanne muß sterben in dieser Nacht.“ Der Pfarrer von Wallrode sprach kein Wort, er fiel schwer nieder auf beide Knie und fasste ebenfalls das Fensterkreuz mit beiden Händen. Die Stimme draußen fuhr fort:

„Die schöne Else muß sterben, ich aber kann’s nicht; gebet mir ein Stücklein Brot. Der Wolf ist mir ausgewichen auf meinem Weg, der fallende Ast hat mich nicht treffen dürfen, der Schnee hat mich nicht verschüttet im wilden Walde. Ich bin so alt, – und die schöne junge Else muß sterben. Gebet mir ein Stück Brot!“

Der Prediger hatte sich wieder erhoben, er tastete mechanisch und reichte dem gespenstischen Wesen da draußen, welches die schöne junge Else von der Tanne um den Tod beneidete, den schwarzen Laib und das Messer.

„Im Namen Gottes und aller seiner guten Geister Dank!“ kreischte die Stimme, und dann kam ein neuer Sturmesstoß und jagte solche neue gewaltige Lasten des Schnees heran, daß die Lichter der Hütte dem Pfarrhaus gegenüber, gänzlich verschwanden. Nun war es fast, als habe der Sturm das alte Weib wieder entführt, wie er es brachte.

Vergeblich rief der Prediger den Namen desselben, der Schall seiner Stimme ging in dem Brausen und Zischen verloren. Niemand antwortete, eine Minute lang war’s dem Pfarrer, als ob es gar keine Menschenstimme, nicht die Stimme jenes alten Weibes, das am Johannistag am Wege saß, gewesen sei, welche ihm das Wort, daß Else von der Tanne sterbe, ins Fenster gekreischt habe. Ein böser Geist, welcher auf den Sturmwolken fuhr, hatte es ihm ins Ohr geschrien; eine Menschenstimme konnte solch kalt, grimmig Erschrecken nicht einjagen, konnte solche furchtbare Vernichtung nicht bringen.

Else, die schöne, junge Else stirbt! Else stirbt! Else stirbt! – Der Pfarrer von Wallrode im Elend faßte mit beiden Händen die Stirn; – war die Stunde gekommen, die seit dem Tage Johannis des Täufers langsam, drohend, unabwendbar heranschlich?

„Sie stirbt, – Else von der Tanne stirbt!“ stöhnte der Pfarrherr. Er tastete nach der Tür und wankte hinaus.

Auf dem Flur stand Martina mit der Lampe.

„Um Himmels willen, Ehrwürden, was ist Euch geschehen? was wollt Ihr tun? Ehrwürden, wollt Ihr fort? Bei diesem Wetter?“

Ehrn Friedemann schien die treue Dienerin gar nicht zu erblicken; er ging an ihr vorüber, er stand vor dem Haus im Sturm und tiefen Schnee; mit dem Mantel verhüllte er das Gesicht und schritt durch das Dorf, dem Wind und Flockengewirbel entgegen, dem Walde zu. Das Gebell der Hofhunde verhallte hinter ihm; er war allein mit seinen wilden Gedanken in der wilden Nacht.

Von dem freien Feld zwischen dem Dorf und dem Forste hatte der Wind den Schnee so rein weggefegt, daß der kahle, schwarze Boden nackt in dem seltsamen Dämmer dalag, und entsetzlich war dieser Wind auf diesem Gange. Er trieb den Atem in die Brust zurück, als wolle er sie zersprengen, wütend griff er in die Haare, die Mantelfalten des Wanderers, um ihn zu Boden zu werfen, in rasenden Sprüngen und Sätzen schnaubte er gegen das Dorf Wallrode hinab und jagte das weiße Gestäube vor sich hin.

Als der Pfarrer den Rand des Waldes erreichte, hätte er sich selber zu Boden werfen mögen, um die keuchende Brust ausatmen zu lassen. Wie Schlachtendonner rollte es durch das Gebirge, – Geächz und Stöhnen, Gekrach und Geknirsch, wie von den Grenzen der Erde her!

Wo das hübsche Reh die blutende Else mit fröhlichen Sprüngen und Schmeichelgebärden empfing, lag der Schnee mannshoch; im Walde konnte der Sturm nicht also sein Spiel mit ihm treiben; – in manchen Gründen war die Luft so still, wie hinter einer hohen Mauer, und nur das Gebrüll zu Häupten und das Ächzen und Wiegen der Stämme war hier ein Zeichen, wie’s von Wipfel zu Wipfel, von einer Höhe zu andern, in die Ebene hinausfuhr.

Die Kinder und die Irren hält Gottes Hand fest auf ihren Wegen; – seinen Weg durch den verschneiten Wald konnte der Pfarrer von Wallrode nur durch ein Wunder finden. In seinem zerrütteten Gehirn war jetzt seltsamerweise nur alles liebliche Frühlings- und Sommerglück der letzten elf Jahre lebendig. Wo er brusttief in dem aufgehäuften Schnee versank, da hatte die kleine Else aus den Stengeln der gelben Butterblumen Ketten geschlungen, und das uralte Kinderlied vom guten Bischof Buko von Halberstadt den Pastor von Wallrode gelehrt. Wo die große Eiche, die tausend Jahre lang allen Ungewittern trotzte, niedergebrochen war, hatte Else von der Tanne in jungfräulicher Schöne ruhig und still gestanden und dem fernen, fernen Rollen und Donnern in der Ebene gelauscht, wo die Schweden unter ihrem Generalleutnant Königsmark sich mit den Kaiserlichen jagten. Vor dem Eingange der schwarzen Höhle, in welcher sich die Gemeinde, um der Wut des Feindes im Jahre Sechzehnhundertneununddreißig zu entgehen, verborgen hatte, stand ein Wolf; aber er griff den irrenden Wanderer so wenig an, wie er die irre Justine angegriffen hatte; mit winselndem Geheul wich er in das Innere der Grube zurück.

Als der Prediger in den Bezirk der hohen Tanne gelangte, hörte das Sausen und Brausen in den Lüften und Wipfeln plötzlich auf, und als Friedemann Leutenbacher das Licht der Hütte des Meisters Konrad durch die Stämme schimmern sah, endete auch der Schneefall, und es wurde nach all dem Aufruhr zwischen Himmel und Erde ganz still. Aber in dieser unerwarteten gespenstischen Pause fühlte der nächtliche Wanderer erst im vollsten Maße die übermenschlichen Anstrengungen und Mühen des zurückgelegten Pfades. Die Pulse klopften, die Knie und Hände erzitterten, mit einem tiefen Seufzer griff Friedemann Leutenbacher nach einem überhängenden Baumzweig, um sich aufrecht zu erhalten. Heiß und keuchend war sein Atem, seine Augen, von der Gewalt des Windes ausgetrocknet, brannten,

rings um ihn her belebte sich die Schneedämmerung und die Finsternis des Forstes mit tausendfachen wirbelnden Gestalten seiner fiebernden Phantasie, – er hätte in seiner Angst laut aufschreien mögen und vermochte doch keinen Laut hervorzubringen! Es war ihm, als kämpfe er noch immer gegen den Sturm und die Gefahren des Weges an, um das ruhige Licht in der Hütte zu erreichen; und es war ihm, als weiche dieses Licht immer weiter, weiter zurück; und es war ihm, als werde er ihm in alle Ewigkeit so zum Tode erschöpft und in solch namenloser Angst folgen müssen.

Dieser Zustand währte wohl eine Viertelstunde lang; dann endete er, wie der Sturm geendet hatte.

„Else von der Tanne stirbt! Else von der Tanne ist tot!“ sagte der Prediger von Wallrode im Elend und schritt durch den Raum, der ihn von der Hütte des Meisters Konrad trennte.

Nur fußtief lag der Schnee hier zwischen den Stämmen, aber gegen die Hütte selbst war er in desto gewaltigeren Massen getrieben worden. Der Pfarrherr von Wallrode vermochte es kaum, sich einen Weg zu dem niedern, engen Fenster zu bahnen; endlich gelang es ihm doch, und er stand und blickte stier und starr in das Gemach, allein die Scheiben waren so sehr vom Frosthauch beschlagen, daß er nur unbestimmte Schatten sah; er mußte die unheilvolle Arbeit von neuem beginnen, um zu der Tür der Hütte zu gelangen.

Er pochte, doch zuerst regte sich nichts darinnen; er pochte zum zweitenmal, und dann hörte er den schweren Tritt des Magisters.

„Wer ist da? Hier innen ist der Tod, – das Leben ist entwichen aus diesem Haus.“

„Öffne Vater,“ sagte der Prediger von Wallrode.

Der Meister Konradus schob den Riegel zurück und Friedemann Leutenbacher trat in die Hütte; stumm wandte sich der Meister, und Friedemann stand vor der Leiche Elses von der Tanne – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –

Sie lag auf ihrem Lager wie eine Schlafende; der Vater hatte ihr die Arme über der Brust ins Kreuz gelegt; sie schien zu lächeln, und die Ruhe des bleichen Gesichtes war mehr als jegliches Mienenspiel irdischen Behagens, irdischen Glückes.

Das zahme Reh stand neben dem Bett und hatte seinen schlanken Hals, sein Köpfchen auf die Decke gelegt, die weiße Waldtaube, welche vor zwei Jahren aus dem Nest gefallen und von Else aufgezogen war, saß zu Häupten des Lagers auf dem Bettpfosten und sah auf die bleiche Herrin.

„Um fünf Uhr, als der Sturm anhub, ist sie gestorben,“ sagte der Vater. „Ich dachte nicht, daß es so bald sein würde; sie ist aber ohne Schmerzen fortgegangen, hat den großen Sturm nicht mehr erlebt; – – sie ist tot.“

„Sie ist tot!“ wiederholte Friedemann Leutenbacher, der Pfarrherr zu Wallrode im Elend, und kniete neben dem Lager nieder. Der Meister Konrad setzte die Lampe, welche er bis jetzt über das stille Haupt der Tochter hielt, auf den Schemel und stand in der Dämmerung am Fußende des Bettes, ohne sich zu regen.

Ohne das Gesicht zu erheben, sprach der Prediger nach einer Weile:

„Sagt mir mehr von ihrem Abscheiden, Vater; als ich gestern abend Abschied nahm, sagte sie, sie würde leben, eine Stimme in ihrem Herzen habe es ihr versprochen.“

Der Vater neigte das Haupt:

„Sie lebt, – die Stimme, welche sie vernahm, spricht keine Lügen. Sie lebt; wir aber sind tot, und werden sie nimmer wiedersehen.“

Ein Schauer lief über der Leib des Predigers; der Meister Konrad fuhr fort.

„In der vergangenen Nacht litt sie große Schmerzen; ich hielt ihre Hand und wich nicht von ihr, bis zum Morgen. Als der Morgen kam, schlief sie ein und schlummerte wohl drei Stunden; dann erwachte sie, grüßte mich und wußte nichts mehr von den Qualen der Nacht. Sie sorgte um ihre Tiere, Reh und Täublein, und sah sie neben ihrem Bett essen. Ich aber sah, daß sie kränker war, denn je; sie selber wollte weder essen noch trinken; ihre Stimme war wie ein Hauch. Sie sprach von dem heiligen Feste und sorgte um Eure Predigt, so ihr, Friedemann, dem armen Volke im Dorfe zu Weihnacht halten würdet. Er soll meiner nicht gedenken, sprach sie – die Liebe Gottes ist über allem; – er soll das Vergangene von sich werfen und soll der Kinder gedenken und zu den Alten reden wie zu den Kindern; wir sind so glücklich, glücklich gewesen in ihrem Wald, und als sie die Steine auf uns warfen und mich trafen, wußten sie nicht, was sie taten, Er soll um meinetwillen den armen Leuten nicht weiter zürnen, redete sie weiter, ich werde es gewißlich in meinem Herzen fühlen, wenn er morgen hart zu ihnen spricht. – – Ich erinnerte sie an das Versprechen, so Ihr über dieses ihr gestern gegeben hattet, und sie lächelte und sagte, sie wisse es. Um Mittag kam die alte Justine, die seit dem Johannistage ihre Freundin ist, um sich an unserm Herde zu wärmen, und die blieb bei uns bis zu einbrechender Dämmerung. Da der Kranken Zustand nicht schlechter geworden zu sein schien, so war allmählich wieder Ruhe in meine Seele gekommen, und ich saß am Fenster und hatte Platonis hohes Buch Phädon vor mir aufgeschlagen; die Sanduhr zeigte vier Uhr nach Mittage an. Da tat die Justine plötzlich einen Schrei und hob beide Arme, und ich war aufgesprungen und sah auf meine Tochter.

„Der Tod! der grimme Tod!“ schrie die Alte im Wahnsinn und stürzte aus der Hütt hinaus in den Wald und floh wie gejagt von tausend Larven und Schrecknissen; aber meinem Kind saß der Tod am Herzen. Heimtückisch war er herangeschlichen, und ich hatte es nicht gemerket. Sie lag mit offenen Augen und sah mich an, wie sie es noch nie getan hatte; sie regte sich nicht, sie sprach nicht mehr; aber sie kannte mich und wollte mich durch ihre Augen trösten; – gegen fünf Uhr ist sie gestorben. Ich habe sie vergeblich in der Wildnis verborgen – weh, es ist keine Rettung in der Welt vor der Welt, – – um fünf Uhr ist sie gestorben, und der große Sturm erhob seine Stimme im Wald, sie aber hörte dieselbe nicht; – sie ist sicher und lebt; aber wehe uns!“

Jetzt erhob der Prediger von Wallrode im Elend das Gesicht von der Leiche; er ließ die Hand auf den kalten Händen der toten Else liegen und rief:

„Jawohl, wehe uns“ Es ist geschehen, – Gottes Wille ist vollbracht. Er hat seine Hand abgezogen von der Erde, er hat die Völker verstoßen und uns vernichtet; es ist keine Hoffnung und kein Licht mehr in der Welt und wird auch nimmer wieder kommen. Wir haben uns gesträubet gegen seine mächtige Hand und sind geschlichen wie Diebe in der Nacht mit unserm und der Erde letztem Schatz und Edelstein, ihn seinem Auge zu verbergen: Er aber hat uns aufgefunden, über uns gehauchet und uns geschlagen mit der Geißel es Zornes; er hat unser gelachet und gegriffen, was sein war. Wer will sich nun fürder wehren? es ist nicht nütze und verlohnet der Mühe nicht! Lasset der Sünde und der Schande Strom schießen und brausen; – wer will noch Dämme bauen gegen des Herrn Willen? Der Herr spottet der Erde, und seinem Lachen lauschet der Antichrist in der Tiefe, stehet und ruft den Seinen: wacht auf, wachet auf, ihr Fürsten der Nacht; – der Schein Gottes gehet aus der Welt; stehet zu den Riegeln, ihr Gewaltigen, die Pforten des Abgrundes aufzuwerfen – unser ist das Reich!“

„Der Schein Gottes ist für uns aus der Welt gegangen – für uns ist das letzte Fünklein erloschen. Mein Kind lebt; aber wir, die wir Atem holen, liegen unter dem Fuße des Todes.“

Friedemann Leutenbacher hatte sich von den Knien erhoben; noch einmal sah er die tote Else mit einem langen Blick an: dann schritt er aus der Hütte, und der Meister Konrad machte keinen Versuch, ihn aufzuhalten; er fragte ihn nicht, wohin er gehe, er wußte es nicht, daß der Prediger von Wallrode ihn neben der Leiche der Tochter allein ließ. –

Der Wind hatte seine Stimme wiederum erhoben; doch nicht so laut denn zuvor. Im Kreise schritt Friedmann Leutenbacher um die Hütte an der hohen Tanne, rang die Hände und rief den Namen:

„Else! Else!“

Ihm antwortete niemand, sogar den Widerhall schien der Schnee im Walde erstickt zu haben. Die Nacht war jetzt so dunkel wie jene andere furchtbare Nacht, deren Nahen der Prediger so wild in seinem Schmerz verkündet hatte. Das Licht in der Hütte war plötzlich verschwunden, sei’s, daß die Lampe erlosch, oder daß der Meister Konrad sie an eine andere, verborgene Stelle gesetzt hatte; – Ehrn Friedemann Leutenbacher verlor sich in der Wildnis.

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Er wanderte und wußte nicht wohin.

Durch tiefen Schnee und über kahle Flächen, Berg auf und ab, weiter und immer weiter jagte ihn die unendliche Angst seiner Seele. Er fiel und richtete sich empor; er zerriß die Hände und die Gewänder und das Gesicht an den Dornen; er sank von neuem zu Boden und sagte abermals:

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„Er hat mich in die Finsternis geleget wie die Toten in die Welt.“

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Allmählich war es bitter kalt geworden, und nur noch einmal gelang es dem Unglücklichen, sich zu erheben und weiter zu schwanken, Ohne es zu wissen, stieg er immer mehr aus den Tälern empor, zu jener Höhe, von welcher man die weiteste Aussicht aus dem Walde in das Land hatte, von welcher er Else von der Tanne Städte und Dörfer, Fluß und Bach bis in die weiteste Ferne gedeutet hatte. Er hörte eine ferne Glocke, nannte den Namen eines Fleckens und strich mit der Hand über die Stirne und sagte, daß es Mitternacht sei.

Er stand schaudernd in dem pfeifenden eisigen Winde und legte lauschend die Hand an das Ohr, wie jemand, der erwartet, daß man seinen Namen rufen werde. Nachdem er lange Zeit so gestanden hatte, schüttelte er das Haupt und sank in sich zusammen.

Sein Kopf ruhte auf einem Felsstück, sein Leib streckte sich lang, seine Hände mit den blutroten Narben um die Gelenke kreuzen sich über der Brust, – Friedemann Leutenbacher, der Prediger am Worte Gottes zu Wallrode im Elend, glaubte jetzt, er liege in seinem Sarge und der Deckel über ihm; während der aber dumpf darum grübelte, wie es komme, daß er noch von sich wisse und denke, entschlief er und ging in einem Traume fort, ging hinüber auf dem Wege, den Else von der Tanne gegangen war.

Seine Wunden waren geheilt, seine Ketten abgefallen, die Mauern seines Gefängnisses waren gebrochen, und die Pforte war aufgerissen. Else von der Tanne hatte dem Prediger Friedemann Leutenbacher das Glück gebracht, als ihr Vater sie, ein hold klein Kindlein, auf dem Arm in den Wald trug, um sie vor der bösen Welt zu retten; Else von der Tanne hatte das Glück Friedemann Leutenbachers nicht mit sich fortgenommen, als der Welt Elend und Jammer sie doch ausfand und ihr das Herz zerbrach; – Else von der Tanne führte die Seele des Predigers aus dem Elend mit sich fort in die ewige Ruhe. Ihnen beiden war das Beste gegeben, was Gott zu geben hatte in dieser Christnacht des Jahres Eintausendsechshundertvierzigundacht.

Der Magister Konradus hat sein Kind begraben mitten in der Wildnis, fern der Menschen; des Predigers Leiche aber haben die Bauern am zweiten Weihnachtstage nach langem Suchen gefunden, sie aus dem wüsten Walde ins Dorf getragen und sie neben der Kirche in die Erde gelegt.

Der Meister Konrad hat den Winter noch in der Hütte gewohnt, um des armen Rehes und der Taube willen; aber im Frühling, als die Tiere seiner nicht mehr bedurften, und endlich jedermann wußte, daß der Friede geschlossen sei zu Osnabrück, ist er fortgegangen. Die alte, arme, irre Justine ist ihm am Bettelbrunnen begegnet, hat seinen Schatten vor ihm am Boden, und einen schwarzen aufrechten Schatten ihm folgen sehen und gesagt, das letzte sei der Tod gewesen.

Heute sind von dem Dorf Wallrode im Elend nur noch geringe Trümmer im Wald zu erblicken; es ist nicht auszusagen, nicht an den Fingern herzuzählen, was niederging durch diesen deutschen Krieg, welcher dreißig Jahre gedauert hat.“

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Vom Rahmen einer verschachtelten Rahmen-Novelle zeugt der Schluss-Auszug aus ELSE von der TANNE, die ich, als Kunde von Wilhelm Raabe (1831-1910), an alle Kunden der LICHTGESCHWINDIGKEIT weiterempfehlen möchte.

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Bundespräsident Steinmeier als verirrter Jahresend-Metaphysiker

Dezember 25, 2019

Lichtgeschwindigkeit 9853

am Donnerstag, 26. Dezember 2019

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Ich habe zwar als Ingenieurstudent lernen müssen, dass junge Menschen, die vor Rechnen und Zahlenwelt keine Furcht haben, darüberhinaus deren allgemeinen Interessen aber jeweils ganz individuell leider sehr von einem Sparsamkeits-Alltag geprägt sind.

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Sie sind weder hinsichtlich der Tiefe wie der verschiedenen Natur- und Kulturbestände sehr bemüht, sich auszukennen, geschweige denn soziale Prozesse zu begreifen. Die sozial-dynamischen Aktivitäten zielen auf egozentrisches Partnerfinden und Prestigekämpfen über soziale Anpassung, dem Alles andere untergeordnet ist.

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Gar nicht anders habe ich das in den 1970er Jahren unter meinen Rechtswissenschafts-Kommilitonen erlebt. Zwar bewältigten sie fast apothekergleich riesige Mengen an NORM-TEXTEN sowie alle dazugehörenden Kommentarbücher und Lemma, damit man mitreden kann. Aber sonstige Bildung? – also ein Jurist sagt dann schon mal „ich bin kein Naturwissenschaftler“ oder „ich bin kein Künstler“.

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Mit dem typischen DIENSTKLASSSEN-TYP Frank-Walter Steinmeier (studierter Jurist und Parteierwerbspolitiker), der in der SPD als verlässlicher Diener Höherer schließlich von der Bundesversammlung sogar zum Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland gewählt worden ist, darf man nicht mehr erwarten als von anderen Juristen.

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Dass ein Bundespräsident zu Weihnachten eine Rede ans Volk veröffentlicht, ist bedeutend.

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Gut wäre, wenn die Ansprache des Bundespräsident etwas anregt, was in den allgemeinen Werthaltungen der massenkommunizierten Öffentlichkeit auf Desinformation und Irreführungs-Propaganda unseres Staats beruht. Latent aufzufindende, aber durchaus konkret praktizierte Verhaltenswerte sind von politischen Vorurteilen durchdrungen. Er müsste ansprechen, was die Leute zwar kennen, aber was ungesagt und unerklärt bleibt, ohne dass unsere Wahrheitspresse hierfür Worte und Texte findet. Das sind lauter entscheidende Missliebigkeiten, die man lieber totschweigt. Das geht so weit, dass ungebetene Kritik als HASS bezeichnet und geächtet wird.

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BEISPIEL: Deutschland hat Interesse am Blühen der EU und der NATO. Griechenland wurde in die EU aufgenommen, lebt defizitär und muss sich alljährlich mit immensen NATO-Rüstungskosten übernehmen. Deutschland muss daran interessiert sein, dass die griechische EU-Grenze und NATO-Rüstung den EU- und NATO-Ansprüchen genügen kann. Das ist teuer für die Griechen. Es ist einfach irreführend und unfair, wenn in Deutschland immer wieder propagandistisch wiederholt wird:

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DIE GRIECHEN SIND ARBEITSFAUL.

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Richtiger wäre, in Deutschland Verständnis dafür zu propagieren, die griechischen NATO-Rüstungskosten seien als deutsche Aufgabe anzunehmen und Griechenland würde durch Deutschland entlastet. Doch derartige Propaganda-Fallen der deutschen Machart gegen Griechenland werden den Deutschen nicht offenbart und nicht erklärt. Und Steinmeier?

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Wenn die britische QUEEN aufgrund Jahrzehnte währenden Einlassungen eine eindeutige Einstellung zu Europa, zur EU, zur NATO oder zur britischen Geschichte hat, so ist das keine Überschrift und keine Foto-Reproduktion in deutschen Massenmedien wert – geht es doch durchaus um EXIT und die Zukunft der Vereinigung der vier britischen Staaten als Großbritannien.

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Wenn aber die Queen private Klatschthemen weitumkreisend berührt, z. B. wie und wo, mit wem sie Weihnachten verbringt, kommt BILD.de mit der Interpretation der zur Fernsehansprache ins Bild gestellten Familienfotos.

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Bild.de am 24. Dezember 2019:

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… Prinz Philip und ich waren entzückt, unser achtes Urenkelkind in unserer Familie begrüßen zu dürfen“, sagt die Queen in ihrem Jahresrückblick zur Geburt des kleinen Archie. …“

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Unser deutscher Bundespräsident Steinmeier machte also seine Redegelegenheit zur metaphysischen Angelegenheit, indem er eine abstrakte Angelegenheit anzusprechen versuchte; anscheinend gibt es in dem reichlich personell besetztes Bundespräsidialamt keinen Schreib- und Denkkünstler, der fähig und willig war, Steinmeiers Anliegen einer verständlichen Rede einzuschreiben.

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BILD.de am 24. Dezember 2019 (nur bis 17 Uhr):

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„Weihnachtsansprache von Bundespräsident Steinmeier „Sie alle haben ein Stück Deutschland in der Hand“

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Steinmeier wörtlich: „Ein Bild aus diesem Jahr hat sich mir tief eingeprägt. Es ist das Bild einer Tür. Eine mächtige, dicke Tür aus Holz und Eisen. Zwanzig Schüsse hat sie abbekommen. Zerborstenes Holz und Reste von Blei in den Einschusslöchern sind heute zu sehen. Es ist die Eingangstür der Synagoge in Halle. Und: Es ist ein Wunder, dass sie standgehalten hat. Dass nicht noch mehr Menschen diesem brutalen antisemitischen Anschlag zum Opfer gefallen sind – nicht noch mehr als die zwei, die ermordet worden sind.

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Diese Tür, so Steinmeier, „steht auch für uns. Sind wir stark und wehrhaft? Stehen wir genügend beieinander und fest zueinander?“

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Der Bundespräsident weiter: „Sie alle sind Teil dieser Demokratie. Indem Sie wählen gehen, indem Sie sich politisch einmischen – auf einer Straßendemo oder in einer Partei oder in einem Gemeinderat, wo an vielen Orten heute so dringend Nachwuchs gesucht wird. Kurzum: Sie alle haben ein Stück Deutschland in Ihrer Hand!“

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Dabei hat BILD den Redetext noch manipuliert, weil die Oberaussage Steinmeiers eben eine auch für BILD absurde metaphysische Umschreibung:

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Diese Aussage lautet bei Facebook vorabpubliziert:

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„Deutschland lebe seit 30 Jahren „in Einheit, Freiheit und Demokratie. Nur: Nehmen wir das bitte nicht als selbstverständlich! Wir brauchen die Demokratie – aber ich glaube: Derzeit braucht die Demokratie vor allem uns“, sagte Steinmeier in seiner Weihnachtsansprache, die am 25. Dezember in ARD (20.10 Uhr) und ZDF (19.08 Uhr) ausgestrahlt wird“.

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Dietmar Moews mit Günter Haupt-4711-Flasche als Goebel-Kunst

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Dietmar Moews meint: Ich wüsste gerne, ob Steinmeier glaubt, er würde mit diesem Appell jemand dabei erwischen, wie er sich vorstellt, eine dicke Eichentür in Halle/Saale zu verteidigen?

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Die Weihnachtsdeutschen verteidigen nicht mal das bestbeleuchtete Portal des KÖLNER DOMS, wenn da ein irregeführtes deutsches Sylvesterpublikum mit hartem Feuerwerk stundenlang draufhält.

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Als unser Sprecher der Deutschen hat dieser Bundespräsident immerhin bemerkt, dass die deutsche Verfassung uns Deutschen nicht verpräche, „Der Segen kommt von oben“, sondern gemeint sei hierzu, „alle Gewalt gehe vom Volke aus“. Es ist imperativ – also Bürgerpflicht, mitzuwirken.

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Gehen Feuerwerke am Kölner Dom nun wirklich vom Volke aus oder ist das von der Obrigkeit, ihrer Polizeiaufsicht und ihren Überwachungskameras so gewollt – haben gar V-Leute gefeuert und unaufgefordert in offene Schritte gegriffen?

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Man hält sich besser fern, wenn die Obrigkeit zum Feuern einlädt, ob Erntedankfest bei den Externsteinen und den Nürnberger Fackel-Parteitagen oder beim alljährlichen CO2-Fest in Köln, wenn der Rhein leuchtet.

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Die absurde Horst Callies-Lüge aus Springe am Deister

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BILD.de bringt am 25. Dezember 2019 um 22 Uhr, Bundespräsident Frank Walter Steinmeier zitiert als Überschrift:

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„Die Demokratie braucht uns“

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Steinmeiers METAPHYSIK meint damit Mutterinstinkte, Staatsräson oder sonstige rare Ambitionen erreichen zu können, wenn er behauptet:

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„…ich glaube: Derzeit braucht die Demokratie vor allem uns.“

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„… Deutschland lebe seit 30 Jahren „in Einheit, Freiheit und Demokratie. Nur: Nehmen wir das bitte nicht als selbstverständlich! Wir brauchen die Demokratie – aber ich glaube: Derzeit braucht die Demokratie vor allem uns“, sagte Steinmeier in seiner Weihnachtsansprache, die am 25. Dezember in ARD (20.10 Uhr) und ZDF (19.08 Uhr) ausgestrahlt wird.“

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Das ist schon hart.

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Die Demokratie braucht uns?

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Hätte er mal ganz konkret und praktisch als ein Bundespräsident zu beschreiben versucht: Wie das ginge – wenn wir diese Demokratie anwenden, „brauchen“?

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Aber – die Demokratie braucht uns? VW braucht uns! der sagt doch damit lediglich:

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Der EURO braucht uns.

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Krauss-Maffei braucht uns.

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Mein Auto braucht mich – und meine Zahnbürste will gebürstet werden..

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Ernst Jünger meinte: Wir könnten Rivarol gebrauchen.

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Und jetzt, zu Weihnachten, könnten noch ein paar Engel eingefügt werden, die ja immer auch in Scharen noch Gutes bewirken. Ernst Jünger meinte auch, der Nazismus ging in Deutschland vom Volke aus (diese Nazi-Volksdemokratie wir hier in der LICHTGESCHWINDIGKEIT als ein gravierendes Missverständnis kennzeichnen möchten).

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Manchmal glaube ich, all die Mittelmeer-Bootsflüchtlinge sind Engel, die zu uns entsendet wurden, um uns Luft, Erde, Wasser und Feuer zu erklären.

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P. S. Es lesen übringens gemäß den WordPress-Anzeigen zur Lichtgeschwindigkeit längst nicht mehr wachsende Benutzerzahlen die täglichen LICHTGESCHWINDIGKEITS-LIEFERUNGEN. Teils werden keine USA-Nutzer mehr angezeigt.Hat das mit gezieltem Ranking der aktuellen TAGS zu tun (als sei Schoki-Test mit Abstand das Relevanteste, was hier geschrieben wird)?

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Wollte man sein Leben nach solchen Quoten einrichten, würde es ziemlich gemütlich. Dass auch die Werke von Karl Kraus oder Immanuel Kant kaum beachtet werden, ist für den kommunikativ Lebenden kein guter Trost.

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Horst Callies vom Springe-Museum mit Fliegenfalle

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Deutschland Einigung und Selbstfesselung

Dezember 25, 2019

Lichtgeschwindigkeit 9852

am Donnerstag, 26. Dezember 2019

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Ferdinand Hodler – Tafelbild: „Auszug der deutschen Studenten in den Freiheitskrieg 1813“

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Wenn man von Fremdetikettierung der „GERMANEN“ zu „GERMANIEN“ kommen will, braucht man Gedankenstärke und viel Verständnis für bösen Willen. Denn GERMANIEN war ein Stempel, den andere gebrauchten. Während die Völker in Wäldern nördlich der Alpen so wenig voneinander wussten, dass heute von einem gemeinsamen Selbstbewusstsein zu reden, „wir Germanen“, wirklich sinnlos wäre. Damals hatte man das weder in den Sinnen und nicht in den kleinen Alltagskulturen, die man lebte.

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Wer kennt schon die Wotanseiche oder weiß, wo der Barthel den Most holt.

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Von Völkisch-Germanien auszugehen, ist eine bodenlose Bildungschwäche. Die heute in Deutschland als Identitäre und nationalvölkische Deutsche mit der Partei „AfD“ sich als von Germanen abstammende Deutsche verstehen wollen, verkennen, dass wer, wie die Germanen, von außen mit einem Sammelnamen belegt wird, schwerlich daher innen ein Kollektivbewusstsein haben kann.

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Zu fragen wäre, welche Kräfte bilden ein nationales, internationales, globales, kosmisches usw. Volksselbstgefühl?

 

Wie kann heute die AfD von völkischen Tatsachen ausgehen?

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Es gab keine GERMANEN und kein GERMANIEN – es gab bestenfalls Geranien an Rhein und Donau. Aber welcher Rheinländer kannte die Donau?

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Bon

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Ferdinand Hodler – Der Schwur, Wandbild im Rathaus Hannover

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Als es dann zur Einigung Deutschlands kam – wann? 1989? 800? 900? 1648? 1815? 1933? – egal wie, sollte man besser von machtpolitischen Zusammenschlüssen sprechen:

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Denn das – da es immer Feinde gab, die einfielen, von Schweden, von Frankreich, von Wittelsbach und Bayern, von Mongolen und Russen – machte den deutsch-völkischen Zusammenschluss militärisch sinnvoll. Während man leicht dahinsagt:

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BLUT IST KEIN WASSER!

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Hat man bei den germanischen Eindeutschungen immer ignoriert, dass weder ethnisch, noch sprachlich, noch religiös, noch geographisch gemeinsame Sachlagen vorhanden waren? (Preußen waren nicht und ist nicht Rheinland und nicht Bayern, nicht Hessen, nicht Baden und nicht Oranien, nicht Sachsen, ja nicht einmal Zerbst).

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Ich zitiere aus „DIE MACHT DER GEOGRAPHIE“, 2018 aus dem Englischen von TIM MARSHALL, Seite 119:

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„… Einigung Deutschlands.

Bestrebungen dazu gab es schon eine ganze Weile. Seit Jahrhunderten bestand die „Vorstellung“ Deutschland: Die ostfränkischen Lande, die im 10. Jahrhundert zum Heiligen Römischen Reich wurden, bekamen gelegentlich die Pluralbezeichnung „Germanien“, da sie bis zu 500 germanische Mini-Königreiche umfassten. Nachdem das Heilige Römische Reich 1806 aufgelöst worden war, gründete sich beim Wiener Kongress 1815 der Deutsche Bund aus 39 Kleinstaaten. Der wiederum führte zum Norddeutschen Bund und dann zur Einigung Deutschlands nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1871, bei dem die siegreichen deutschen Truppen Paris besetzten. Nun hatte Frankreich einen Nachbarn direkt an seiner Grenze, der flächenmäßig größer als es selbst war, etwa gleich viele Einwohner, aber eine bessere Wachstumsrate hatte und stärker industrialisiert war.

Die Einigung wurde nach dem deutschen Sieg im Versailler Schloss, in der Nähe von Paris, proklamiert. Die Schwachstelle in der französischen Verteidigung, die norddeutsche Tiefebene, war durchbrochen worden. Dies sollte in den folgenden siebzig Jahren noch zweimal geschehen, danach setzte Frankreich Diplomatie statt Waffen ein, um die Bedrohung aus dem Osten zu neutralisieren.

Deutschland hatte immer größere Probleme als Frankreich. Die flache nordeuropäische Tiefebene gab ihm zwei Gründe, sich zu fürchten: Im Westen erblickten die Deutschen ihren seit Langem vereinten, mächtigen Nachbarn Frankreich und im Osten den riesigen russischen Bären. Ihre größte Angst war, durch das flache Land des Korridors von beiden Mächten gleichzeitig angegriffen zu werden. Wir werden nie erfahren, ob das geschehen wäre, aber die Angst davor hatte katastrophale Folgen.

Frankreich fürchtete Deutschland, Deutschland fürchtete Frankreich, und als Frankreich 1907 zusammen mit Russland und Großbritannien die Tripelentente bildete, fürchtete Deutschland alle drei. Eine zusätzliche Dimension war jetzt, dass die britische Marine jederzeit den deutschen Zugang zur Nordsee und zum Atlantik blockieren konnte. Die deutsche Lösung lautete zweimal, Frankreich zuerst anzugreifen.

Das Dilemma durch Deutschlands geographische Lage und seine Kriegslust wurde als „deutsche Frage“ bekannt.

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Dietmar Moews meint: Wir wissen, dass wir mit Blutargumenten gar nicht weit kommen können:

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Meine Eltern stammen aus völlig verschiedenen Blutlinien, aus dem hannöverschen Weserbergland, aber auch aus Berlin und Hinterpommern – und waren protestantisch-lutherischen Kirchen familiär beigeordnet gewesen. Welch ein BLUTWUNDER. Das ruft ja nach geradezu völkischer Heimatlust.

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Mir sind meinethalben dann eher sozio-dynamische und des mehrstimmigen Singens lustige MITBLUTLER erwünscht. Was hat geringe Musikalität Anderer in meinem Leben für eine immer wieder weichenstellende Rolle gespielt! – das erschrickt mich selbst und kann wohl nur verstehen, wer selbst größte Lebenslust und -freude bei Musik empfindet, auch Unlust mit Unmusikalischen, besonders beim selbst Musizieren.

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Wie mein nachbarschaftliches Genie, Wilhelm Busch, reimte:

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Musik – als störend oft empfunden, weil sie mit Geräusch verbunden.

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Okee Dokee, nun also

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„Es stürmten die Glocken vom Bernwardsturm,

der Regen durchrauschte die Straßen

und durch den Regen und durch den Sturm

ertönte des Urhorns Blasen….“

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So viel als Tribut an meine AfD-Leser – aus einer christlichen Zeit mit Glocken und mit Straßen, die gab es zu Urhorns Zeiten vermutlich gar nicht – kann man doch hingebungsvoll singen, was eigentlich ein ziemlicher Volkslied-Blödsinn ist. Wer heute Veit Stoss anruft, sollte sich mit der Zeit des Veit Stoss‘ so weit auskennen, dass heutige Völkischkeit daher nicht einfach deutsch vorzustellen ist, denn Krakau war immer polnisch:

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Veit Stoß (auch: Stoss, polnisch Wit Stwosz); (* um 1447 in Horb am Neckar, Vorderösterreich geboren, aber 1533 in Nürnberg gestorben, war ein Bildhauer und -schnitzer der Spätgothik, vor allem in Krakau und Nürnberg, als Veit Stoß (auch Stoss, Stosz, Stuosz, Stwosz), machte auch Arbeiten in Holz und Stein –, hauptsächlich als Maler und Kupferstecher tätig,  in Krakau (1477–1496) und Nürnberg (ab 1496 bis zu seinem Tod 1533), wobei er zeitweise aus Nürnberg aufgrund einer Verurteilung geflohen ist.

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Bringt der deutsche Künstler im deutschen Kunst-Volkslied – Veit Stoss nahm’s aus der Lade – völkische Wahrheit zum Tragen?

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Die Vorstellung, Graupa bei Dresden oder Springe am Deister oder Biederitz bei Magdeburg oder Königswusterhausen bei Berlin, vielleicht Urfeld überm Walchensee oder Ditzum an der Emsmündung seien die Heimat von Germanen – so deutsch, dass man da einen Antisemitismus gebrauchen könnte, zu glauben, fällt mir schwer. Aber das ist wohl nur so, dass es mir schwerfällt.

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In der AfD-Lade, die eigentlich eine orthodoxe CDU-Lade ist, befinden sich viele fantasiegestützte Vorstellungen, die durch gezielte propagandistische Organisation erzeugt wurden, schwere vermeidliche historische Fehler, wie ganze Weltkriege verursachten und in der „marktwirtschaftlichen“ Wahrheitspresse auf it-telematische Willkür hinzulaufen drohen.

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Spree weiter stark mit Sulfat belastet

Dezember 18, 2019

Lichtgeschwindigkeit 9832

am Donnerstag, 19. Dezember 2019

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Wir reden von Energiewende, von Braunkohletagebau in der Lausitz, Grundwasserabsenkungen in Sachsen und Brandenburg, letztlich von bundespolitischer Verantwortung für wirtschaftliche und arbeitsmarktliche Vorsorge für die Zukunft.

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Dann ist die SULFAT-MELDUNG eigentlich eine nationale NACHRICHT:

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neues deutschland, 16. Dezember 2019, Seite 9 /dpa:

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„Spree weiter stark mit Sulfat belastet.

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Trotz Schutzvorkehrungen gelangen noch immer zu viele Schadstoffe aus den Tagebauen in die Spree. Über Gefahren für die Wasseraufbereitung soll eine Expertise aufklären.

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Brandenburg hat sein Ziel verfehlt, die Sulfatbelastung der Spree in diesem Jahr unter den Richtwert für Trinkwasser zu senken. Ser am 30. April dieses Jahres für die Messstelle Neubrück (Oder-Spree) festgesetzte Immissionsrichtwert von 280 Milligramm je Liter sei bereits an 40 Tagen überschritten worden, teilte das Wirtscaftsministerium in Postdam auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion mit. Der Wert für die sulfatbelastung soll an 328 Tagen im Jahr eingehalten werden. Sulfate sind Schwefelsalze, die mit anderen Stoffen, wie Eisenhydroxid, vor allem durch das abgepumpte Grundwasser aus den aktiven Tagebauen und durch den Grundwasserwiederanstieg in den stillgelegten Gruben in die Spree gelangen. Diese Stoffe können Fische und andere Tiere sowie Pflanzen schädigen.

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Die Überschreitung des Messwertes am Pegel Neubrück habe jedoch keine Auswirkungen auf die Trinkwasserqualität des Wasserwerkes Briesen (Oder-Spree), versicherte das Ministerium. Das mit Sulfat und anderen Stoffen belastete Spreewasser wird mit Grundwasser vermischt und zur Trinkwasserversorgung aufbereitet. Das Wasserwerk Briesen versorgt Frankfurt (Oder) und mehrere umliegende Gemeinden nahezu ausschließlich. Über das am Müggelsee liegende Wasserwerk Friedrichshagen nutzen die Berliner Wasserbetriebe Spreewasser.

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Die Brandenburger Grünen-landtagsabgeordnete Sahra Damus forderte Konsequenzen. „Der Sulfaterlass muss ein scharfes Schwert werden. Sollten Werte überschritten werden. Sollten Werte überschritten werden, müssen Maßnahmen folgen“, erklärte sie.

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Aus Sorge um die Trinkwasserversorgung haben Frankfurt (Oder) und die Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft Klage vor Längerem bei Verwaltungsgericht Cottbus eingereicht. Sie richtet sich gegen die Genehmigung zur Flutung des Ostsees mit sulfatbelastetem Spreewasser, das später in den Fluss zurückgelangen könnte.“

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Dietmar Moews meint: Wer ist in den zuständigen Ämtern, dem Ministerium und in der Landesregierung zuständig?

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Da wird von Behörden, Zweckverbänden und Behördenaufsichten gegen Recht und Gesetz verstoßen.

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Das ist an sich schon eine rechtliche „NOTWEHRSITUATION“ der Bürger gegen diesen Staat.

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Und warum soll man einer ministeriellen Erklärung glauben, wenn die ohnehin so unbelastbar ist, dass, stellt sich eine Fehlanzeige heraus, wird einfach auf Missverständnis oder Schusselei verwiesen. Wer hat denn da das Gesetz gebrochen?

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Und dann muss also eine Landtagsabgeordnete im Parlament Alarm schlagen? – Das ist doch nicht der rechtsstaatliche Gang von Fehlerkorrektur. Hier geht es nicht politischen Meinungsstreit, sondern es geht um amtliche Rechtsbrüche.

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Auch nicht, wenn wie hier dpa eine Meldung schreibt und eine Tageszeitung die Bürger informiert, wie das neue deutschland es tat, ist hier der Weg zur Wertverwirklichung so vorgesehen, sondern die schuldigen Amtspersonen müssen belangt werden..

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Der neue und alte Ministerpräsident müsste zum zuständigen Landesminister durchgreifen und

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EINS Korrektur dieser Grundwasservergiftungs-Routine einleiten (vermutlich geht das bis zur EU in Brüssel),

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ZWEI der Ministerpräsident muss vom Minister konkrete personelle Konsequenzen zu ziehen verlangen und verantwortliche Abteilungsleiter und Referenten entlassen bzw. strafversetzen.

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WELCH EINE SCHWEINEREI, der fortlaufenden Grundwasservergiftungen in allen Farben!

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