Schoki-Test mit BOVETTI CHOCOLAT NOIR ORIGINE SAINT DOMINGUE 73% Cacao

August 25, 2016
Lichtgeschwindigkeit 6725

Vom Freitag, 26. August 2016

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Dietmar Moews meint:

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Die Trümmer sah ich alter Römerpracht

Zur Festung dienen einer Priestermacht

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Ich sah ein Weib, das mit sich handeln ließ,

Die man die „allgemeine Kirche“ hieß.

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Sag ich es kurz und klassisch, was ich sah

Am Tiberstrom? Cloaca Maxima“

(„Luther“)

Je schwerer sich ein Erdensohn befreit,

Je mächtiger rührt er unsere Menschlichkeit.

……

Er brach in Todesnot den Klosterbann –

Das Größte tut nur, wer nicht anders kann!

…“

(Conrad Ferdinand Meyer, 1871 „Huttens letzte Tage“ / Romfahrt)

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Ich probierte eine französische BOVETTI CHOCOLAT NOIR ORIGINE SAINT DOMINGUE 73% Cacao, hergestellt und vertrieben von BOVETTI als Fabriqué en france, 24120 Terrason.

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Kurz vorab: Diese Bovetti-Chocolats-Sorte kommt zu einem besseren Testergebnis durch den Tester, als die niederschmetternden Bewertung der CHOCOLAT AU LAIT ORIGINE SAINT DOMINGUE 38% de Cacao. Denn man erlebt hier bei Valter Bovetti, dass eine gewisse, industrielle Nichtspitzen-Qualität, sowohl als Teil der Kostensparsamkeit als auch für eine Kundschaft, die billige Süßtafeln mit dunkelbrauner Farbe gerne kaufen und aufessen, durchaus möglich ist.

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Bei dieser Zartbitter 73% Cacao müssen auch nicht wieder MILKA und HERSHEY, TRUMPF oder STOLLWERK zur Abschreckung zitiert werden. Die Qualität dieser BOVETTI 73% kann allerdings als etwas zu kostspielig gelten.

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Dietmar Moews in Terrasson/Dordogne, August 2016

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Angesichts der schönen modernen Schoko-Fabrik mit Museum in Terrasson / Dordogne von Valter BOVETTI, gibt es zusammenfassend eine bildliche Wertung von ZWEI Kakaobohnen. Je nach dem, ob der maßvolle, hier geschätzte geringere Süßegrad anspricht oder nicht, anders als die Zuckerwürfel wenn man in Unterzuckerungsnot sich mit CHOCOLAT AU LAIT ORIGINE SAINT DOMINGUE 38% de Cacao als Fair-Trade ansprechen möchte, wird diese BOVETTI CHOCOLAT NOIR ORIGINE SAINT DOMINGUE 73% Cacao in dem gefällig modernem Pappbriefumschlag mit Sichtfenster und der Selbstsignierung: „produits issus de L‘Agriculture Biologique“ versehen, als ernsthaftes Angebot unterer Industriequalität (nicht „Bean to Bar“).

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Diese Zartbitterschokolade ist jetzt – August 2016 – mit 34% aus Zucker und nur 0,01 Gramm Salz, ziemlich fett, aber einigermaßen fein im Auflutschen. Der Tester schmeckt immerhin den Kakaogehalt 73% Cacao. Sie ist so pur nicht zu süß und hinreichend fein gemalen und fein gerührt. Sie ist allerdings mit 2 Euro 90 für 100 Gramm einfach viel zu teuer.

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Die Geschichte des Chocolatiers Valter Bovetti, der sich selbst als „Artisan Chocolatier“ bezeichnet, begann vor über zwanzig Jahren. Sein Museum macht mit einer Videodarstellung zu Kakao und Schokolade sowie mit historischen Chocolatiers-Werkzeugen auf. Aber – Alles schön und gut, für 3 Euro 80 Eintrittsgeld und die interessanten Einblicke in den industriellen Produktionsraum – das aufgejazzte Produkt ist ganz öde. (Die Degustation von nussgefüllten Schokokügelchen war weniger horribel).

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Woher Kakao der Blendmischungen jeweils kommt, ist für den tester hier nicht zu erfahren und immer ungewiss, liest man die Verpackungsaufschriften – da heißt es mal CUBA, mal Saint Domingue – nun wohlan.

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http://www.bovetti.com

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Für mich als Schokoladen-Liebhaber ist eine Schokolade, die nicht zu hell, aber nicht ganz dunkel ist und Milch-Schokolade heißt, das Schönste von der Welt. Auf diese mind. 73 % Kakao-NOIR CHOCOLAT trifft das zwar nicht zu, aber: Bei hochsommerlichen Temperaturen ist sie mir doch essbar, schmeckt nach Kakao, Kakaobutter, Vanille, Spuren von Soja-Lecithin. Sie knackt einigermaßen, wenn man sie brechen will. Sie bildet einen fettigen Schmelz im Mund. Das genmanipulatierte Soja-Lecithin, scheint wie auch die lapidare Angabe VANILLE einfach nur seltsam und keineswegs „BIOLOGIQUE“.

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Die klassische 100 gr. Tafelpackung im modischen, flachen Papp-Brief-Format enthält die Schokoladentafel mit einem quadratischen Bruchkanten-Relief oben, darauf geprägte Schrift: BOVETTI sowie Artisan Chocolatier. Die Unterseite ist glatt. Sie duftet kakaoig ansprechend. Die Konsistenz ist knackig, dass man einen ziemlich sauberen Abbruch hat. Man beißt ab und lutscht – ohne großes Offenbarungserlebis ist das fett-talgige Gemische wie die untersten angebotenen Qualitäten dann doch eher wie MILKA, HERSHEY, STOLLWERK und die inzwischen nachlassenden Qualitäten von der deutschen LINDT&Sprüngli und die grottigste aller, TRUMPF Schogetten, auf diesem Kunstmarkt.

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Das Gebinde hat kein Vakuum, die Süßtafel liegt ohne weiteres Einschlagspapier, schick durch ein Plastikfenster sichtbar, lose im Umschlag, – haltbar laut Kennzeichnung mindestens bis: 28.07. 2017.

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Eine sehr schöne pappfarbene Packung in ocker-, dunkelbraunen und beige Tönen, der Firmenname als Schriftzug in kleinem Kästchen, dafür eine aufgedruckte Briefmarke und ein Poststempel, wie eine Briefsendung eben – durchaus ansprechend witzig. Noch aufgedruckte Attributierungen CHOCOLATS sowie PUR BEURRE DE CACAO und ARTISAN CHOCOLATIER. Steht gut außen drauf, kommt gut, und ist auch drin.

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Die frischgeöffnete BOVETTI CHOCOLAT NOIR ORIGINE SAINT DOMINGUE 73% Cacao riecht kaum.

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Der Kaufpreis liegt mit 2 Euro 90 für 100 Gramm hoch. Das wäre für ein Spitzen-Schoki angemessen. Aufmachung und Verpackung sind eher Jeans-Life-Style-wertorientiert. Keine innere Papier- oder Silberfolie kann eigentlich nur müden Ausdruck halten.

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BOVETTI teilt folgende Zutaten auf der Rückseite der äußeren Papphülle in Französisch und English, nicht mit dem größten Anteil beginnend, mit:

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Ingrédients: 73% cacao, masse de cacao, sucre de canne, pur beurre de cacao, masse de cacao, lecithine de soja, vanille naturelle,

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ATTENTION: Diese BOVETTI ist so nicht BIO! Diese BOVETTI wird als Fair Trade im Aufdruck reklamiert.

Das Schleimmittel lecithine de soja ist meist aus genmaipuliertem (GENETICALLY MODIFIED ORGANISM) Patentsoja bezogen, wenn es nicht ausdrücklich anders angegeben ist, ebenso Vanillearoma naturelle nicht unbedingt aus „Bio“-Anbau..

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OHNE die Kennzeichnung BIO haben wir es folglich mit genmanipulierten bzw. agrachemikalisch optimierten Rohstoffen, also Kakaobohnen, Zucker, Milcheiweiß, Vanille, zu tun.

 

Die Kennzeichnung FAIR TRADE ist auf wenige Anteile bezogen – wir haben es nicht mit einem sozialverträglichen Herstellungs- und Handelsprodukt-Kette zu tun. Leider NEIN.

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Eine Nährwertanalyse oder Tabelle bietet Valter Bovetti wie folgt, auf 100 Gramm bezogen:

 

Energie 2320 kj / 555 kcal

Fett 43 g

saturated 10 g

Glucides 34 g

Zucker 28 g

Protein 8 g

Sel 0,01 g

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EMPFEHLUNG: Der Tester empfiehlt diese akzeptable industrielle Schokolade nicht. Denn ein solches Produkt mit 2 Euro 90 oder teuerer für 100 Gramm viel zu kostspielig.

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Georg Bernardini, der Schokoladentester, der auf „Bean to Bar“ kapriziert ist, erwähnt zahlreiche Bovetti-Cuverture-Sorten in seinem ersten Schokoladentester-Buch im Einzeltest. Beim neuen Buch hat er einen Vermeidungsbogen um Bovetti gemacht. Er gibt dem Chocolatiers Valter Bovetti ohne Weiterempfehlung schlechte Qualifizierung und „zwei Kakaobohnen von sechs möglichen“.

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