Bild.de bildet BORIS BECKER

Mai 2, 2022

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am Dienstag, den 3. Mai 2022

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Im gladiatorischen Leistungskampf unserer Welt kann nur als Spitze hingestellt werden, wer positiv TOTAL auf SIEG und auf BESIEGEN achtet, wer also egozentrisch auf sich selbst und seinen aktuellen Kampf, nicht aufs Umfeld oder die Mitbewerber achtet.

So kam das Kind BORIS BECKER bereits zum TENNIS als Leistungssport, vollkommen auf sich bezogen. Er hatte dazumal gar keine Ahnung, dass er auf sich und seine Individualität bedacht sein müsse. Denken war bei ihm aus seiner Natur vorgestellt, nicht aus einer Denkbildung vermittelt. BORIS BECKERS SIEGEN war ganz banal und vulgärmaterialistisch sozialdarwinistisch: Der Stärkere sein wollen, mit hingebungsvollem Selbsteinsatz.

Vom ersten Tag an, als BECKER fürs SIEGEN hervortrat, nahm ihn

BILD (der Axel-Springer-Verlag) in exklusive „Haftung“. Die Becker-Organisation – sein kleines Team bestehend aus Boris, Familie sowie die beiden früheren rumänischen Spitzentennisspieler, Günther Bosch/Trainer (ende der 1970er – 1987) und Ion Tiriac/geschäfteführender Manager (1984-1993) – nahm die „Zusammenarbeit mit dem Axel-Springer-Verlag und mit BILD“ grenzenlos an.

Am 1. Mai 2022 titelt bild.de:

„BORIS BECKER und die Frauen – EIN DRAMA IN MEHR ALS FÜNF SÄTZEN“.

Man sieht, es geht auch ohne Tennis – jetzt als privatsexistisches DRAMA (es geht auch mit den Boris-Kindern – rothaarig? – die sich nicht ganz so beliebig

von BILD zu BILD-Opfern stilisieren lassen, wie die Mütter, von denen BILD Foto-Repros + Reizworte beliebig zu Schlagzeilen macht.

Was fehlt: Boris mit Steffi Graf, Boris mit Michael Stich, Boris mit Franz Beckenbauer, Boris mit Gerd Schröder, Boris als Geschäftspartner mit Mercedes Benz, Boris mit der Tochter von Roberto Blanco, Boris als Rassist … Boris mit BILD!

Damit hatte BORIS BECKER bereits ab 1985, mit seinem ersten Wimbledon-Einzelsieg, das Sonder-Etikett aus der massenmedialen Sonderschublade als LEGENDE und IDOL. Wer in BILD superlativ hingestellt wird, wird damit unverzüglich ein Massenmedien-Star und A-Prominenter in sämtlichen auf Unterhaltung und Freizeit ausgerichteten Medien der herrschenden KULTURINDUSTRIE (wenn er die Wünsche von BILD erfüllt).

Davon lernte BORIS BECKER völlig unreflektiert, dass es auf SIEGEN und auf QUOTEN durch REIZE ankommt, will man aus den Weltstars des ERWERBS-SPORTS, wie Péle, Franz Beckenbauer, Muhammad Ali, Maradona, herausgehoben, besonders auch auf dem internationalen USA-Markt, behandelt werden. Becker lernte, dass dieser Rang nur durch sein Management und deren Maßgaben erreicht werden konnte. Während seine Rolle dabei auf seine fortlaufenden Wettbewerbs-Fähigkeiten, einschließlich der Trainings-und Fitness-Quälereien ankam. Dabei kam ihm seine freundliche und gedankenlose Extrovertiertheit in Medienauftritten zugute – er war nett und lachte verklemmt.

Noch heute könnte BECKER viel viel Geld erwerben, indem er mit und ohne Sportbekleidung, mit und ohne Tennisschläger, in TV-Sendungen seinen berühmten „BECKER-HECHTSPRUNG“ praktisch vormachen würde (oder im Fischladen als Reklame: HIER FRISCHER BECKERHECHT).

BILD.de, BILD, BILD am SONNTAG (Bams) und weitere Axel-Springer-Medien wie die Tageszeitung DIE WELT und WELT am Sonntag bildeten den Anregungskreis des Tennisspielers BORIS BECKER zur Nichtteilnahme an der allgemeinen sozialen Welt und seinem individuell abgeschirmten Sozialleben überhaupt reflektiert interessiert zu sein. In BORIS BECKERS Lebenswelt fand durchweg Affirmation der klaren „Erfolgsziele“ statt, keinesfalls Initiation und Reize zur BILDUNG oder AUFKLÄRUNG eines ziemlich unbedenklichen Heranwachsenden. BECKER blieb unbekümmert und erreichte so den sportlichen Erfolg seiner Siege und sogar einige Wochen auf dem Spitzenplatz der Tennisspieler-Weltrangliste (was schon über eine Tennissaison hinweg eine elende Dauerquälerei nur sein kann – wozu BECKER, derart extrem, nicht fähig war).

Meine Bewertung des zwischenzeitlich (2022) eingetretenen öffentlichen sozialen Rangs des BORIS BECKER, als verarmter, verschuldeter Krimineller und verkümmerter, unreifer Ex-Berufs-Spitzensportler fällt nüchterner aus. BECKER lebt, wie wir alle, in einem Multirollenspiel mit teils diskreten, teils vermischten Mehrfachrollen. Er war Sportbegeisterter und zugleich Multimillionär, Arbeitgeber und BILD-A-Promi, Sohn und rassistischer Frauenheirater u. a. Heute ist er ein mehrfach Vorbestrafter und nunmehr mit einer ausgesprochenen Haftstrafe vor einem Londoner Gericht als

BETRÜGER mit Insolvenz-Betrug von 2 1/2 Jahren Gefängnis Strafgefangener der britischen Justiz.

Aber in der Boulevard-Presse von BILD.de-Publizistik wird BECKER jetzt als Tragödie und wie ein Titanensturz gestempelt. BILD zieht also noch immer mit BORIS BECKER, dem Multifex.

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Dietmar Moews meint: Unser heutiger Wissenstand zum Menschenbild, aus der anthropologischen Sicht, einerseits, und der soziologischen, ist keineswegs verlässlicher Inhalt der angängigen Bildungs-Curricula im heutigen Deutschland. Wer es gebrauchen könnte, lernt es nicht in der normalen Schule, in der Tennisschule schon gar nicht.

Ja, selbst im heutigen wissenschaftlichen deutschen Universitäts-Gehabe werden noch immer aufgrund unzulänglicher Evidenzen längst korrigierter Irrlehren, wie „Dialektik der Aufklärung“, „Ende des „Roten Oktober“ in der Philosophie erst mit Gorbatschow“, oder „Erkenntnis und Interesses“ von Jürgen Habermas. In all solchen Fällen werden Narrative bemüht, die den Menschen nicht entsprechen. Auch BORIS BECKER, als empirischer Beispiel-Fall besonderer Vorstellungsorientierung bzw. Verirrung auf dem Lebensweg, hat diese Wissenschaftsfehler von Habermas und Co. widerlegt und nicht bestätigt.

BORIS BECKER hätte mal mit seinem besten Freund ULI HOENESS darüber sprechen sollen, wie man als Steuerbetrüger vor Gericht besser wegkommt – wenn man es als Bayer in Bayern tut, nicht als internationaler Schwadroneur in London. HOENESS hat für den hundertfach großen Steuerbetrug nicht einmal die gesetzlich vorgeschriebene Strafe absitzen müssen, BECKER wird nun sitzen. Dabei scheinen beide, HOENESS wie BECKER – hinsichtlich der rechtswidrigen Finanzgebaren uneinsichtig und unbelehrbar – also nicht bewährungsgeeignet.

Als Erwerbs-Tennissportler war BECKERS Vorstellung von „Erkenntnis und Interesse“ nicht durch Habermas oder einschlägiges Studium gefärbt. BECKERS Vorstellung seines individuellen „Interesses“ und seines Bildungsinteresses war von seinem Tennis bestimmt und derart waren seine Erkenntnisse zu seinen Interessen. Sein Tennis bewirkte so, dass BECKER seine individuelle Urteilskraft nicht entfaltete, wie es im Erwachsenenleben unerlässlich ist, im zulässigen Rahmen sein Leben zu entfalten.

Kurz, BECKERS Lebensweg, selbst- und fremdbestimmt wie auch immer, ist eine empirische Widerlegung von Habermas „Erkenntnis und Interesse“, wo von Habermas im Kern behauptet wird: Menschen erkennen immer dort, wo ihre Interessen betroffen, besonders wo solche Interessen gestört, behindert oder vernichtet werden. Jeder hat seine Interessen – dazu sucht jeder selbstintiiert nach Erkenntnissen, seine Interessen zu wahren. So lautet der immense, widersinnige Denkfehler des damit berühmt gemachten westdeutschen Salon-Autors Professor Jürgen Habermas, als „Erkenntnis und Interesse“, der im Sinne eines habermasschen Aufklärungsanspruches gescheitert ist – da war mangelhafte anthropologische Urteilskraft im Habermas-Lapsus durchgedrungen: Quatsch zur vierten kantschen Frage: Was/wie ist der Mensch? Macht er aus „Interesse“ „Erkenntnis“? Empirische Antwort: Nur, wenn ein Mensch lustig dafür ist.

Demgemäß wäre heute BECKERS Interesse, im Londoner Strafgefängnis

einzusitzen. Diesen lustigen Eindruck macht BECKER jedoch nicht. Hatte er doch bis zuletzt vor Gericht abgestritten, seine Interessen in seinem Finanzleben je zu erkennen und folglich diese eben nicht gekannt (erkannt) zu haben – also unzurechnungsfähig/unschuldig für die Straftatvorwürfe gegen ihn zu sein.

Der Unterklassentyp muss kämpfen und strampeln, auch wenn er hochbegabt ist. Denn auf den hohen Sozialrängen lebt ein Etablissement von nicht besonders begabten Postenhaltern davon, den zudringlichen Genies von Unten die Zugänge zu den Vorrängen zu verriegeln. Als Honigsauger eignen sich diese die ständigen Zuflüsse von Geist und Originalität „von Unten“ an, gleichzeitig aber stehlen sie den Aufstiegsbegehrten den Weg des persönlichen Erfolges. Wer sich gegen diese übliche Ausbeutung zur Wehr setzt wird von den Postenerben verschwörungsartig fertig gemacht und ein für allemal blockiert.

Wie sehr der BORIS BECKER aus seinem kleinbürgerlichen Bildungsmilieu an den normalen Bildungsertüchtigungen der Jugend in Deutschland, als internationaler „Sporttitan“ vorbeigeführt worden war war und ist eindeutig zu identifizieren:

Es waren zwei, aus dem kommunistischen Rumänien gekommene Vulgärmaterialisten, Günther Bosch und Ion Tiriac, arbeitsteilend mit den BORIS-BECKER-FÜHRERN bei BILD, BILD.de, Bams und WELT, des Axel-Springer-Verlags.

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Der Sprachwissenschaftler Christian Enzensberger hatte vor Jahren einen Essay veröffentlicht, in dem er am Beispiel Goethes Sprachgewohnheiten zeigen konnte, dass sich ganz eigenartige Erscheinungen erkennen lassen, die dem späteren Höfling Dr. jur. Johann Wolfgang von Goethe als Kennzeichen Goethes sozialen Aufstiegsweg auch noch später zu eigen waren. Wer als nicht Hochgeborener oder Erbe den oftmals dreckigen Aufstiegskampf nicht annimmt, kann nicht hochkommen und wird folglich sein gesamtes Leben abwertend und geringgeschätzt. Hinzu kommt, dass dauerhaft Hochbegabten-Leistung zu bringen in vielerlei Hinsicht auch an Vorrangpositionen gebunden ist, die man als subalterner von unten nicht nützen und integrieren kann.

Wer also – wie BORIS BECKER – folgt einem „klassischen Beispiel“, eines, der auch von unten kam:

Der Italiener Leon Battista Alberti (1404-1472)

der Humanist, Schriftsteller, Mathematiker, Kunst-Theoretiker, Architekt und Denker, in seiner Zeit, konnte seine Inspiration hervorbringen, um den Preis, sich unbeliebt zu machen (gleichzeitig auf vieles Schöne im Leben zu verzichten; d. h. Hochbegabte müssen gleichzeitig eine lebensdienliche Ideologie (Philosophie) haben).

So lautet die Einsicht von Leon Battista Aberti bereits im 15. Jahrhundert. Zu solcher Einsicht langte es für BORIS BECKER bis 2022 nicht – mag er sich selbst nun hinsichtlich seiner Lebensführung ernster zu nehmen als Notwendigkeit erkennen, um zukünftig weitere Straftaten vermeiden zu können, indem er sie als seine zugerechnete Verantwortung anerkennt, um sich selbst zukünftig straffrei führen zu können (selbst wenn er es anders fühlen würde).

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Gerhard Schröder im Lichte von Pietät und Takt des Grundgesetzes

Februar 19, 2022

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am Samstag, den 19. Februar 2022

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Ich möchte dem deutschen SPD-Altkanzer Gerhard Schröder (Rechtsanwalt, geboren 1944) aus Ostwestfalen und Hannover mit wertvollen Bedenken beispringen.

Schröder werden seine persönlichen Erwerbsberufs-Tätigkeiten, die er schon unmittelbar nach Schluss seiner Kanzlerschaft im Jahr 2005 begann (so weit mir bekannt), seit dem und seit geraumer Zeit immer drastischer, als „ungehörig“ bewertet. Die deutsche Kulturindustrie und die aktive Politik-Mischpoche werfen Schröder quasi Loyalitätsschwäche gegenüber der Bundesrepublik Deutschland, bis hin zu Verdächtigungen des „Hochverrats“ durch seine privaten Verbindungen mit dem russischen Diktator Vladimir Putin und gegenüber dem Moskauer Machtapparat und der Energie-Oligarchie, z. B. der quasi-russischen Firmen Nordstream II, Gazprom, und neuerdings als Aufsichtsratsvorsitzender des Minerakölkonzerns Rosneft, vor.

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Im Putin-Bild stehen der Moskauer Polizeistaat und die unverkennbare unakzeptable und völkerrechtlich disqualifizierende Absicht Putins, russische Staatsgrenzen mit militärischer Gewalt zu ändern. Genau das war auch eine, nach Geboten der Fairness und Humanität, Geistesschwäche Adolf Hitlers: Gewaltsam Grenzen ändern. Es sollte verstanden werden, dass sich Putin nicht durch andere Vorstellungen, mittels Führungszwängen durch den Westen, steuern und kontrollieren ließe – ob mit oder ohne Freund Schröder (dem Überforderung und Alkohol sein Gesicht verkümmern lassen – auch hier ist Druck nicht heilend; Schröder wäre auch durch eine Freikarte für Bayreuther Wagner-Aufführungen nicht von seinen Herkunftstraumata zu besänftigen).

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Heute werden Schröder „Grenzüberschreitungen“ vorgeworfen, wo die Loyalität zum eigenen Land ende, dadurch, dass er sich als Mitglied des Aufsichtsrats des staatlichen russischen Gaskonzern Gazprom habe nominieren lassen. Man bewertet Schröders Rolle, als sei er in Dienste des Aggressors getreten. Und man könnte mit Immanuel Kant erwidern: Es ist der Handelsgeist, der mit dem Kriege nicht zusammen bestehen kann, und der früher oder später sich jedes Volkes bemächtigt. Dass ein Krieg jeden Handelspartner trifft, ob er nun Abnehmer oder Lieferant von Gütern ist. Dies gilt auch für den Austausch von russischer Energie gegen deutsche Investitionsgüter zum Aufbau des rückständigen Russlands.

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Warum sollte Schröder zum Schaden Deutschlands seine sozio-geistigen Ressourcen einsetzen – wie impressionistisch bzw. hirnrissig will man einen SPD-Altkanzler hinstellen? Schröder hatte jedenfalls als Bundeskanzler Führungsverantwortung mit großer Leistungsbereitschaft und unter Hinnahme persönlicher Nachteile erbracht, ob Irakkrieg-Verweigerung oder Balkankrieg-Beteiligung, Hartz IV-Einschnitte und Verschuldungs- und Kreditaufnahmepolitik.

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Ich möchte im Folgenden Gerhard Schröder, der zu meiner Jurastudienzeit in Göttingen dort ebenfalls Jurist worden ist und damals Bundesvorsitzender der Jusos (Jungsozialisten in der SPD) war, meine persönliche Solidarität bekunden und für eine zu ändernde, bessere öffentliches Wertschätzung im Sinne des geltenden Grundgesetzes in Deutschland plädieren.

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Dietmar Moews meint: Ich stand der SPD aus schwerwiegenden, auch familiären Gründen immer zutiefst fern. Jusos und SPD-Marxismus waren dann zusätzliche Geschmacksverstärker. Um nicht zu sagen, was Gerhard Schröder möglicherweise an der SPD attraktiv fand, eine besondere sozial-psychologische Schwingung unter Genossen („du schlägst keinen, der in der Gewerkschaft ist!“) – stellte meine Nackenhaare auf. Schröder war also weder an der Universität in Göttingen, noch später anlässlich der STAMOKAP-Diskussion bei den Jungsozialisten und nicht als Hannoveraner SPD-Nachwuchs, bei mir in meiner Beatmusik- und Künstler-Bohéme überhaupt möglich (Jahrgang 1944, aber kein Beatmusiker! – das war wohl nichts.)

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Aber als aus der Alternativszene der 1970er Jahre die Grünen entstanden, weil Ökologie und Kriegspolitik eine gruppenbildende sozio-politische Bedeutung gewannen, war ich dabei. Und das reichte dahin, dass ich gegen den reaktionären niedersächsischen CDU-Ministerpräsident Ernst Albrecht für einen Generationswechsel in der Politik eintrat, zog folglich mit SPD-Schröder für seine erste Kandidatur als SPD-Spitzenkandidat in die Niedersächsische Landesregierung konkret an einem Strang.

Dietmar Moews entwarf für Gerhard Schröder (vermittelt durch Dr. Horst Meyer) ein konkretes Konzept für eine Landtags-Wahlkampagne, die besonders landesweit, bis in die Nischen, durch Präsensveranstaltungen in lokalen Ortsteilen mit Vertretern der jungen Generation für Schröder in „Talk-Show-Tischgesprächen“ sehr erfolgreich durchgeführt wurden. Dieses Konzept nutzte Gerhard Schröder später noch erfolgreich als SPD-Kanzlerkandidat. (Schröder trug schon Brioni und rauchte Havanna, als er noch „nur“ SPD-Spitzenmann in Hannover war (Plümmecke lässt grüßen)).

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Landtagswahlkampf 1986 mit Hillu Schröder, Dietmar Moews

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Ich komme nun zum Kern meiner Erläuterung, wie ich die Person Schröder verständlich machen (2.) möchte, und dass seine Verteufelung als National- und Europa-Verräter (1.) absurd ist.

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(1.) Wer Schröder zum russischen Subversivant erklärt, sollte entweder jetzt still sein oder ein konkretes Beispiel dafür bringen, wie und wo, also ob und dass Gerhard Schröder deutsche Interessen verraten oder deutsche Staatsgeheimnisse an Putin oder an Gazprom-Oligarchen verraten hat?

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(2.) Einleitend muss ich hier aus der aktuellen Webseite Gerhard Schröder hostingkunde.de / Biographie zitieren:

„Am 7. April 1944 kommt Gerhard Fritz Kurt Schröder in dem Dorf Mossenberg (Nordrhein-Westfalen) zur Welt. Seinen Vater, der im Zweiten Weltkrieg als deutscher Soldat in Rumänien fällt, lernt er nicht kennen. Gerhard Schröder wächst zusammen mit seiner Schwester und seinen drei Halbgeschwistern in sehr ärmlichen Verhältnissen auf. Die Familie lebt zunächst in einer einfachen Baracke im Dorf Bexten, später im Dorf Talle im Landkreis Lippe. Seine Mutter Erika Vosseler arbeitet als Putzfrau, die Kinder müssen Bauern bei Ernte- und Stallarbeiten helfen. Als seine Mutter mit 99 Jahren stirbt, schreibt die Familie in der Todesanzeige: “Wir nannten sie Löwe, weil sie ihr Leben lang für uns gekämpft hat.”

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Hier geht es jetzt nicht darum, auf Tränendrüsen zu drücken, sondern allein darum, die Selbstverpflichtung, die wir uns als deutsche Staatsbürger alle in der Präambel zum Grundgesetz vorgeschrieben haben, nämlich „Menschenwürde“ und wohlverstandene Gleichheitspostulate zu beherzigen, damit ein Deutscher und Menschen in Deutschland modernen Humanismus durch Teilnahme und Zugang und Rechtsstaatlichkeit, auf der Basis bestmöglicher Bildung und Information ausleben können.

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Und damit bin ich bei Gerhard Schröder: Wer so wohlbehagt aufwuchs, dass er sich um seine individuellen Spielräume nicht kämpferisch bemühen musste, sollte jetzt mal einen Blick wagen, was mit Menschen los ist, die es von anfang an schlecht und schwer hatten – wie es Gerhard Schröder betraf.

Das Kind Gerhard Schröder war in den härtesten Untergangsjahren zur Welt gebracht, kein Vater, keine Familie, Geschwister mit verschiedenen Vätern, kein Auskommen, Kriegsverheerung und eine täglich hingebungsvoll kämpfende Mutter. Er erlebte Not in allen Qualitäten, was immer über Altersgemäßheit und gravierend unter Auskömmlichkeit vorstellbar ist.

Ich bin 1950 geboren und erinnere mich, als knapp Vierjähriger mit meiner Mutter einkaufen zu gehen, wo mit Lebensmittelmarken bezahlt wurde – es herrschte also noch Versorgungsmangel in Springe am Deister. Dass ich mit langen kratzenden Strümpfen an Strumpfbandhaltern und kurzer Hose zur Schule ging, ist mir unvergesslich – doch hatte ich nie zu hungern und es war da immer der Haushalt meiner Familie, der einen Alles umfassenden, erstklassigen materiellen und geistig-emotionalen Anker für mich darstellte, kurz, die Balance meiner Kindlichkeits-Entwicklung war vorhanden.

Gerhard Schröder hat als Kind die soziale Geworfenheit erleben müssen, angesichts der offenen Mangellagen und der ständigen Überlastung der Mutter, die das Überleben erkämpfte – endlose Not aus Kindesperspektive, ende der 1940er Jahre im Dorf von Ostwestfalen, abzubekommen.

Ich erinnere an eine Chr. Enzensberger-Hypothese, wonach man noch an des älteren Goethes hessischen Sprachgewohnheiten eindeutig Aufsteiger-Affekte (Parvenu) nachweisen kann, als Goethe längst vom Fürst August von Weimar geadelt war – das heißt, Herkunft formiert und prädisponiert.

Wenn also sogenannte Auguren sich im Jahr 2022 als wertende Biografen des heutigen SPD-Altkanzlers Gerhard Schröder hervortun, sollten sie einfach sich schämen und schweigen. Denn, wir kennen zur Genüge SED-Biografien, wo es heißt, Arbeiterkind, Widerstandskämpfer usw. auch bei SPD-Kandidaten kommen immer wieder die Unterklassiker zum Zuge, Arbeiterkind, Hausfrau, kinderreich, arm, Zweiter Bildungsweg …

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Gerhard Schröder hatte nun eine wirklich harte Kindheit, war auch in Nichts besonders begabt, woher er Anerkennung ziehen konnte (ich habe Gerhard Schröder mit der Nummer Neun beim Prominenten-Fußballspiel gesehen, SPD-Herbert Schmalstieg, Nummer Zehn, elegant, schnell, Ballgeschicklichkeit, Schröder plump, mit hochgezogenen Schultern als rumpeliger „Sturmtank“, ohne Spielanteile – dem der Name „ACKER“ nicht einer ackernden Unermüdlichkeit, sondern zweifellos wegen seinem bäuerischen Habitus verpasst worden war).

Wer den Respekt und die Empathie aufbringt, noch Enkelkindern von jüdischen Großeltern und Urgroßeltern, die von den deutschen Massenmördern unter Hitler gejagt und vernichtet wurden, zu verstehen und daraus eine zugewachsene deutsche Schuld anerkennt, gewärtigt, was man Traumatisierung nennt. Ein Mensch der unbeschreibliche Todesbedrängnis aushalten konnte, wird sein restliches Leben hiermit geschädigt, befangen und „krank“ sein. Wenn also eine einzige Vergewaltigung als gerichtlich zuerkennbare Beschädigung beurteilt werden kann, dann sind derart aus der Not geführte Lebensläufe, wie es Gerd Schröder und seine Halbgeschwister in Talle/Ostwestfalen als Kinder „geschenkt“ bekommen hatten – da bleibt gar nicht anders – solchen Menschen lebenslang mit besonderer, großer Empathie und Respekt und Geduld zu begegnen. Wer erlebt hat, was das Kind Gerhard durchleben musste, ist nicht dumm oder krank, sondern erheblich von Not geformt. Der ist belastet, dass soziale und auch öffentliche Entlastung moralisch geboten sind, wenn man die Würdeforderung im Grundgesetz anerkennt.

Wenn also Gerd Schröder heute in seiner Webseite schreibt:

Nach dem Ausscheiden aus seinen politischen Ämtern ist Gerhard Schröder wieder als selbstständiger Rechtsanwalt in Hannover tätig und hat Ehrenämter übernommen. Gerhard Schröder lebt in Hannover.

und damit angibt, weder von dem Verlag Ringier, von Gazprom oder von Rosneft russisches Bezahlgeld zu bekommen, kann immerhin feststellen, dass es diesem SPD-Altkanzler nicht in seinem schweren Leben genug ist, mal hohe Staatsämter ausgeübt zu haben. Dass er sicher nicht als niedergelassener Rechtsanwalt sich mit BRAGO und zivilen Rechtsstreitigkeits-Mandaten beschäftigt. Und dass er zu eventuellen Entgeltungen durch russische Interessenten keine Angaben macht – ja (dann würde unser anti-Schröder-Mob ein Judas-Geld anrufen).

Nein. Ich wünsche, dass dem Gerhard Schröder, der aus einer ganz schweren Kindheit immerhin an die Georg-August-Universität Göttingen es geschafft hatte, anscheinend bereits in den Armen der SPD auch erstes und zweites juristisches Staatsexamen schaffte, als Juso-Vorsitzender zur damaligen StaMoKap-Diskussion der Jusos aber nichts zu sagen hatte, nun im „Altersruhestand“ zugreift und abgreift und mitmischt und sich nicht bevormunden lässt, dass Gerhard Schröder akzeptiert und anerkannt sein soll. Und das rufe ich auch den heutigen SPDisten zu: Lasst ihn gelten.

Schröder ist ein Sozialdemokrat, dessen Zugehörigkeit zu Willy Brandt mit dem „zweiten Bildungsweg“ und dem Unterklassenaufsteiger beispielhaft vor uns steht. Schröder hat viel geschafft, und Schröder gönnt, und Schröder ist kein verkappter deutscher Adel und auch kein Neureicher – und wer will darum streiten, dass und ob ein Vladimir Putin ein lieber Kerl, Trinkkumpan und guter Freund sein kann -. Dass Gerhard Schröder in einem solchen Autoritätsverächter wie Putin einen fröhlichen Genossen gefunden haben mag, der nicht ohne Weiteres als stalinistischer Massenmörder abgekanzelt werden sollte, ist hinzunehmen.

Denn: Wie macht man Staat im heutigen Russland? Wer es weiß – bitte melden.

Dass weder Schröder noch Putin ein Hölderlin oder ein Dostojewskji, kein Karl Philipp Moritz, Golo Mann und kein Dietrich Grabbe sind, mag der feine Peter Handke anmerken. Ansonsten werfe den ersten Stein, wer bei seinem eigenen Anblick im Spiegel in Verzückung gerät.

Ich möchte den deutschen Lügenpresslern raten, jetzt mal so langsam auf die Idee zu kommen, dass das heutige Deutschland einen Gazprom-Putin-Schröder sich leisten kann, um dann endlich aufzuhören, dem Altkanzler seine Alttagsbezüge und sein Berliner Büro vorzurechnen.

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