Walter van Rossum über Peter Sloterdijk im Deutschlandfunk 2019

Januar 24, 2019

Lichtgeschwindigkeit 8877

am Freitag, den 25. Januar 2019

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Am heutigen Donnerstag brachte der Deutschlandfunk in seiner geisteswissenschaftlichen NARRATIV-Staatspropaganda einen Verriss über Sloterdijk und erneut eine absurde Buch-Besprechung über die Neue Sinnlichkeit aus Bonn am Niederrhein.

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Vorgestellt wurde eine neue Buchpublikation von Peter Sloterdijk,

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„Neue Zeilen und Tage. Notizen 2011-2013“

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Angenommen der Rezensent hat das neue Buch von Peter Sloterdijk gelesen und außerdem die angebliche Bekanntschaft mit dem publizierten Werk des Sloterdijk an sich so weit herangelassen, dass er hier eine DLF-Buch-Kompetenz vorführte, möchte ich hierzu sagen:

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Es gibt verlässlich viele Sloterdijk-Leser; es gibt auch DLF-Buchinteressierte, die diesen Philosophiegeschichtler und brillanten Autor aus Karlsruhe nicht kennen oder nicht schätzen; an die Hörer vom DLF wendet sich der Autor Walter van Rossum in seinem Zehnminuten-Vortrag:

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Das Buch ist mit abfolgenden Tagesdatierungen gegliedert; das sei aber keine gedankliche Klammer. Sondern Sloterdijk (geb. 1947) gibt für diese zur Veröffentlichung gemeinten Kurznotate, ganz einfach seine Ambition zur öffentlichen Kulturindustrie-Chronik der Tagesschlagzeilen, den von ihm bemerkenswerten „Senf“ beizusteuern. Wer keine Ahnung hat, weiß dann eben nicht, was von dem Massenschwall der Agenturmeldungen Sloderdijk aus welchen Gründen weggelassen hat. Da ist der Rezensent van Rossum (geb. 1954) in speziellem Vorteil, da er Erwerbsjournalist ist – also all die Reiznummern der Herrschaftsinformation kennt. Anders als Sloterdijk, der als ein Universitätsprofessor und inzwischen Emeritus mit Verlagsverträgen und Promotionsdauer-Giro, eher Hochschullehrer und Wissenschaftler ist und als solcher eine andere Bohème-Wahrnehmung hat als ein dissidenter Journalist.

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Sloterdijk habe neun Tage nach der Veröffentlichung der Tötung von Bin Laden in Pakistan durch ein Spezialkommando der US-Armee, also mit zeitlicher Verzögerung und nicht als prompte eigene NEWS-Reaktion, die Treibjagd der USA auf einen einzelnen Todfeind, Bin Laden, kritisiert. So interpretiert van Rossum, Sloterdijk habe erstmal die deutschen Leitredaktionen abgewartet, ob sie sich dem OBAMA-Triumpf ungebrochen anschlössen, oder ob auch Seitenblicke und abweichende Meinungen in z. B. FAZ, Süddeutsche, ZEIT usw. gebracht worden wären. Und dann hat Sloterdijk einen jüdischen Publizisten, der in einer jüdischen Zeitung, den „Heureka“-Bericht kritisiert:

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Da habe jemand eine Treibjagd, ohne Frage zur massierten Praxis des Tötens als Bestätigung der angesagten Kampfmoral und nicht als Überfall auf einen ungeschützten, wehrlosen in seinem Schlafzimmer veranstaltet. Da erinnert sich wohl keine kritische Öffentlichkeit an „überholte“ Regeln des Kriegrechts, der Fairness oder Angemessenheit. Die unverschämte Forderung einer USA-Öffentlichkeit nach Schmähung und blutigster Bestrafung sowie spurlosen Vernichtung – ohne rechtsstaatliche oder kriegsrechtliche Form – wurde militärisch durchgesetzt.

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Das Echo des „Westens“ war pflichtgemäß ausdrücklich in offizial-staatlichen Claquen gefasst – keine Kritik. Und der jüdische Publizist habe eben diesen Erfolgston angeschlagen. Erst hier, mit neuntägiger Verspätung trägt Sloterdijk seine Einwände gegen „Jagdsport“ im „Kampfes gegen die asymmetrischen Angreifer“ in datierten Tagesnotizen ein (man hätte das ja redaktionell umdatieren können – es ist also so gedacht).

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Das ist dem Kritiker wert herauszustellen. Der prominente Bestseller Sloderdijk, der – falls er eine Idee hätte – jederzeit Zeilen oder Sendezeit und Redakteure für sich gewinnen kann, vermeidet offensichtlich, seine (eine) dissidente Meinung aktuell herauszubringen. Damit vermiede Sloterdijk mit den Schlüsselredakteuren der Leitmedien der deutschen Kulturindustrie in die Quere zu kommen. Dann – erst als sich ein Jude anbietet – findet Sloterdijk rezente Veranlassung seine (abweichende) Moralwertung kundzutun, während aber der öffentliche NEWS-Hype um Bin Ladens Vernichtung bereits abklang.

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Walter van Rossum argumentiert ferner nicht sachlich für seine abwertenden Einstellungen zu Sloterdijk – wie er meint, es gäbe da nur drei als Werke gültige Bücher „Die Kritk der zynischen Vernunft“, die „Regeln für den Menschenpark“ und „Sphären-Trilogie“-Bände – die ZDF-Unterhaltungssendungen im „Philosophischen Fernseh-Quartett“ mit Rüdiger Safranski. (Ja, kennt van Rossum nicht die eminente Reihe „Philosophie jetzt!“ (Eugen Diederichs Vlg., Red. Michael Günther), die Sloterdijk mit zahlreichen kompetenten Philosophen schuf – vorbei an der adornitschen Salonpersonnage). Findet van Rossum die sexistischen und belletristischen Arbeiten „Zauberbaum“ und „Das Schelling-Projekt“ unbeachtlich? Findet er die Essays zu „Zorn“ oder „Macht und Massen“ nur dumm?

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Dietmar Moews meint: Ich bin Leser von Sloterdijk, weil er brillant schreibt und wirklich was versteht. Ich denke selbst und habe als Hafenbau-Ingenieur, Maler, Musiker, Jurist und Soziologe andere Wissens- und Wissenschaftlerbildung als er.

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Was hindert, den in soziologischen und auch in anthropologischen Bezügen oft zur individuellen Folklore neigenden Sloterdijk, als das zu nehmen, was er superlativ bietet? – Schreibkunst, Wortschöpfungen, postmodern-kritisches Beschreibungs-Genie und umfangreiche Kenntnis der uns zu Gebote stehenden Werke der Philosophiegeschichte.

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Zuletzt möchte ich Walter van Rossum zurufen:

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Neid ist auf unserer Höhe keine Leitplanke, Sloterdijk trägt konsequent seine implizierte Philosophie des Individualismus charmant vor, wie neben Skeptizismus und Paganentum heute, 2019, durchaus als Lehrmeinung vertreten werden kann.

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Ob van Rossum oder Sloterdijk – es sind Fragen der Affirmation der zweifellosen Herrschaftsverhältnisse nicht fraglich, sondern gegebene Aufgaben für Selbstbestimmung und authentische Farben im Lebenstil. Mag ja sein, was für van Rossum Paul Bowles (Driss ben Hamed Charhadi) sein mag, für Peter Sloterdijk Bhagwan/Osho und Gaya ist. Claus Kleber in die Ecke treiben oder Dummheit der Menschen zu akzentuieren, weil deren Konsumquoten den machiavellistischen Montesquieu-Verdrehern die politischen Spielräume eröffnen, hat nicht mal aufklärerischen Wert zum Lernen aus Fehlern.

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„Der Storch muss lange warten, bis die Heuschrecken kommen. Dann frisst er.“

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NSU: „Dran bleiben“ – neue Bücher von Lukas Podolski und Stefan Aust

Mai 21, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4442

am 21. Mai 2014

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Heute wurde das neue Buch von Stefan Aust, nebst Co-Autor, vorgestellt. Die Buchvorstellung der Autobiografie von dem bei Arsenal London aktiven kölner polnischen Berufsfußballer Lukas Podolski, der auch im vorläufigen WM-Kader für Deutschland in Brasilien steht, gibt Tipps für die Fans – welche? weiß man das?

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Stefan Aust, ehemaliger SPIEGEL-Führer und RAF-Publizist, hat sich intensiv mit dem Verfahren beim Landgericht München beschäftigt, in dem die angeblichen NSU-Morde untersucht und gegen die Tatverdächtigten ermittelt wird und hat ein Buch geschrieben.

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Stefan Aust hat es also mit einem Gemisch aus Intelligenz, Infamie und Staatskriminalität aufgenommen. Überall, wo Fragen rechtsstaatsseitig nicht gestellt wurden und nicht werden und Unterlassungen bzw. sogar Falschaussagen oder geschwärzte und geschredderte Ermittlungsakten die Aufklärung verhindern, hat Aust nachgebohrt.

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Im Interview mit dem Deutschlandfunk, heute, 21. Mai 2014, erklärte Stefan Aust, dass offensichtlich der Staat da den Geheimdienstschutz beansprucht, wo Staatsdiener an Straftaten direkt und indirekt beteiligt waren oder sind.

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O-Text DLF, Gespräch führte Heckmann:

Die Szene um Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe war durchsetzt von V-Leuten von Landesämtern für Verfassungsschutz und vor allen Dingen aber auch vom Bundesamt für Verfassungsschutz, und nachdem die Affäre dann dadurch, dass die beiden tot aufgefunden worden sind, aufgeflogen ist, nachdem die Untersuchungsausschüsse getagt haben, stellt sich eines ganz deutlich heraus, dass die Verfassungsschutzbehörden sehr nah dran waren, und dann hat man konsequenterweise Akten geschreddert, und zwar in einem sehr großen Ausmaß. Man kann es auf den Nenner bringen: Frau Zschäpe, die wahrscheinlich eine ganze Menge weiß, die schweigt und der Verfassungsschutz hat geschreddert. Das heißt, er hat sozusagen physisches Schweigen hervorgerufen.

Heckmann: Das heißt, Sie werfen den Behörden vor, nicht aus Dummheit oder Ignoranz oder aus Zufall geschreddert zu haben, sondern aus purer Absicht?

„Dieses Schreddern war kein Zufall“

Aust: Es gibt überhaupt keinen anderen Schluss, den man aus dem ziehen kann, was die Untersuchungsausschüsse ergeben haben, was in den Akten steht. Dieses Schreddern war kein Zufall. Sie müssen sich vorstellen: Der dafür zuständige Mann beim Bundesamt für Verfassungsschutz hat zwei Stunden, nachdem Frau Zschäpe sich gestellt hat, die Anweisung gegeben, aus einem bestimmten Bereich, nämlich aus genau diesem Bereich, die Akten der V-Leute rauszuziehen, und dann hat er die dafür zuständige Frau beauftragt, die sich erst sogar noch gewehrt hat, diese Akten zu schreddern.
Als dieses im Untersuchungsausschuss zur Sprache kam, der langjährige Leiter, der stellvertretende Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz und heutige Staatssekretär und Geheimdienstkoordinator im Kanzleramt Fritsche dazu befragt worden ist, da hat der erst mal einen großen Vortrag gehalten und erklärt, wie falsch das war, es war dumm und was weiß ich, und wie jetzt alle auf den Geheimdiensten herumhacken. Und dann hat er etwas sehr Interessantes gesagt, ganz am Ende seines Vortrages. Er hat nämlich gesagt, Staatsgeheimnisse dürfen nicht bekannt werden, wenn dadurch Regierungshandeln unterminiert wird. Das müssen Sie sich mal vorstellen. Das muss man sich noch mal genau auf der Zunge zergehen lassen, was der da tatsächlich gesagt hat.

Heckmann: Aber ist das nicht eine Selbstverständlichkeit, dass Staatsgeheimnisse natürlich nicht bekannt gemacht werden sollen?

Aust: Ich glaube, Staatsgeheimnisse – – erstens gibt es keine illegalen Staatsgeheimnisse und darf es nicht geben. Aber wenn es darum geht, dass V-Leute, die verdeckt operieren in einer Mordserie, wo es immerhin um zehn Tote gegangen ist, dass die dadurch geheim gehalten werden, indem man die Akten schreddert, und dieses dann sozusagen zur Staatsräson erhebt, das, glaube ich, ist außerordentlich bedenklich….“

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Aust stellt fest, dass keine politische Instanz über die Kompetenz verfügt, den Rechtsstaat zu verletzen und Straftaten zu organisieren und dann unter dem Geheimdienstschutz zu verheimlichen bzw.zu vertuschen.

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Stefan Aust weist aus, an welchen Stellen in den Mordgeschehen, jedenfalls die Beschuldigten nicht imstande gewesen wären, diese Morde selbst bzw.alleine durchzuführen. Und er weist nach, in welchen Fällen geheime Staatsdiener mitgewirkt haben. Verfassungsschützer haben Mitwissen nicht zur Straftatvereitlung genutzt. Aber insbesondere, hat Stefan Aust recherchiert wie und wer, in welch extremer kommunikativer und materieller Bindung und Nähe zu den Mordtaten sich befand und – dass die Akten unter teils lachhaften Bedingungen vernichtet wurden.

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Mit dem Buch von Stefan Aust liegt nun eine Hitliste vor, mit der nunmehr UNTERSUCHUNGSAUSSCHÜSSE ausgerufen werden müssen. Und zwar jedes Bundesland, das beteiligt ist, muss eigenständig alle Geschehnisse und Abläufe zur NSU und zu den Beschuldigten untersuchen.

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Es kann so nicht stehen bleiben, dass Ausländer in Deutschland derart in Angst und Schrecken gesetzt werden, wie durch die Morde und den staatssicherheitlichen Umgang damit, geradezu demonstriert wird, dass Willkür herrscht.

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Und wir wollen wissen: wer, was, wann angeordnet hatte? Jeder Politiker im Amt, der hier jetzt nicht Tribut an Recht und Treue, Pflicht und Menschenrechte von selbst hineinbringt, muss abgesetzt werden. Es ist und war zuviel, was da im Münchner Landgericht klar geworden ist und wie Staatsanwaltschaft und Gericht eigentlich nur mit den Achseln zucken.

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Dietmar Moews meint: Auf Stefan Austs Buch und auf eigene Beobachtungen gestützt, möchte ich meinen Eindruck aussprechen, dass das Schweigen der Angeklagten Beate Zschäpe im Prozess auf Verlangen der Anklage erfolgt.

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Der kürzliche Tod des V-Manns Corelli, jedenfalls, muss nunmehr in Form der von Corelli gelieferten Erkenntnisse in den Prozess eingeführt werden.

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Das Buch heißt:

„Heimatschutz: Der Staat und die Mordserie des NSU“ von Stefan Aust und Dirk Laabs erscheint heute.